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der Alt-Katholiken Deutschlands
Herausgegehen von Pfarrer Franz Paul Pfister
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(Eph. 5, 14 und 4, 13-16)
Inhaltsiibersidit
lendarium, Fr. Kräling 4
ronik der Alt-Katholischen Kirchen in Europa.
Jahresbericht, erstattet von Prof. Dr. Werner
Küppers, H. J. W. Verhey, Paul Heinz, Dr.
E. Kreuzeder .' . . . '♦-f^. -.V, i^«« V. . 11
eißer Stein, Bischof Demmel 16
itholisch, Doz. Pfr. Paul Pfister . . . . .17
•ei Mährischen Gemeinden in memoriam
Geistl. Rat Ferge 38
»hannes Chrysostomus, F. Paul Pfister ... 41
meuerung der Kirche» F. Paul Pfister ... 43
undelfinger Spaziergang, Otto Wulst ... 48
jelsorge des Alters, Paul Pfister 50
eger, Bernhard van Espen, Christian Huber . 51
as Pressewerk unseres Bistums, F. Paul Pfister 62
Bibel treu überliefert 68
Das Utrechter Museum, Bischof Lagerwey . . 69
Für den Zeitgenossen . . . • 71
Jugenderinnerungen des Kalendermannes . . 73
Christen sind fröhliche Leute 75
Bücher 78
Verzeichnis der autonomen katholischen Kir-
chen und ihrer wichtigen Einrichtungen, be-
reitgestellt von Pastor Andreas Müller in Ver-
bindung mit Lehrer Wolfgang Krahl ... 83
Zum Geleit . . ' 93
Sinnsprüche, Gedichte, Anekdoten usw. hat der
Schriftleiter ausgewählt und bereitgestellt
Anzeigen
Erläuterung zum Kalendarium
»ie Auf- und Untergangszeiten der Sonne sind in Mitteleuro-
äisdier Zeit angegeben; sie gelten genau für Köln, den zen-
ral gelegenen Ort Westdeutschlands. Für weiter entfernt ge-
egene Orte können diese Zeiten um größere Beträge ab-
veichen.
Zeit- und Festrechnung 1958
)as Jahr 1958 ist ein Gemein jähr von 365 Tagen.
Septuagesima 2. Februar
Aschermittwoch
Karfreitag
Ostern
Himmelfahrt
Pfingsten
Fronleichnam
Erntedankfest
Büß- und Bettag
1. Advent
19. Februar
4. April
6. April
15. Mai
25. Mai
5. Juni
5. Oktober
19. November
30. November
Jahreszeiten 1958
Frühlingsanfang
Sommeranfang
Herbstanfang
"Winteranfang
21. März
21. Juni
23. September
22. Dezember
Gesetzliche Feiertage in den Bundesländern
^eujahrstag: in allen Bundesländern.
Fest der Erscheinung des Herrn (6. Januar): nur in Baden-
Württemberg und in Bayern.
Karfreitag: in allen Bundesländern.
Ostermontag: in allen Bundesländern.
1. Mai: in allen Bundesländern.
Christi Himmelfahrt: in allen Bundesländern.
Pfingstmontag: in allen Bundesländern.
17. Juni („Tag der deutschen Einheit"): in allen Bundesländern.
Fronleichnam: nur in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-
Westfalen, und Rheinland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen,
Hamburg und Niedersachsen; in Bayern nur in Gemeinden
mit überwiegend röm.-kath. Bevölkerung.
Mierheiligen: in Baden-Württemberg, Nordrhein- Westfalen u.
Rhemland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen,
Niedersachsen, Schleswig-Holstein. In Bayern: in Gemeinden
mit überwiegend röm.-kath. Bevölkerung.
Büß- und Bettag: in allen Bundesländern; in Bayern aber nur
m Gemeinden mit überwiegend evangelischer Bevölkerung.
Das Fnedensfest (8. August) ist nur im Stadtkreis Augsburg
gesetzlicher Feiertag.
Der 1 und 2. Weihnaclitstag sind gesetzliche Feiertage in allen
Bundesländern.
Zahl der Sonntage nach Er
scheinun
g des Herrn: 3
Zahl der
Sonntage nach Pfingsten:
26
Mondphasen 1958
Jan. 5
Vollmond
Juli
1
Vollmond
12
Letztes Viertel
9
Letztes Viertel
19
Neumond
16
Neumond
28
Erstes Viertel
23
30
Erstes Viertel
Vollmond
Febr. 4
Vollmond
Aug.
7
Letztes Viertel
11
Letztes Viertel
15
Neumond
18
Neumond
21
Erstes Viertel
26
Erstes Viertel
29
Vollmond
März 5
Vollmond
Sept
6
Letztes Viertel
12
Letztes Viertel
13
Neumond
20
Neumond
20
Erstes Viertel
28
Erstes Viertel
27
Vollmond
April 4
Vollmond
Okt.
6
Letztes Viertel
11
Letztes Viertel
12
Neumond
19
Neumond
19
Erstes Viertel
26
Erstes Viertel
27
Vollmond
Mai 3
Vollmond
Nov.
4
Letztes Viertel
10
Letztes Viertel
11
Neumond
18
Neumond
18
Erstes Viertel
26
Erstes Viertel
26
Vollmond
Juni 1
Vollmond
Dez.
4
Letztes Viertel
9
Letztes Viertel
10
Neumond
17
Neumond
18
Erstes Viertel
24
Erstes Viertel
26
Vollmond
Gedenktage 1958 ohne Tagesdatum
58 Letzte Reise des hl. Paulus nach Jerusalem, Gefangen-
nahme, Gefangenschaft in Cäsarea.
458 (?) starb Theodoret, Bischof von Cyrus, ein hervorragen
der Lehrer der Ostkirche, zeitweise nestorianisch geson-
nen. Seine Kirchengesdiidite ist, wenn auch flüchtig ge-
arbeitet, durch die vielen darin aufgenommenen Urkun-
den sehr wertvoll.
658 wurde geboren der hl. Willibrord, Apostel der Friesen,
erster Bischof von Utrecht; er predigte, jedoch erfolglos,
auch den Dänen, gründete 698 Echternach, das als Mis-
sionsstütze von großei* Wichtigkeit werden sollte (gest.
7. 11. 739).
808 wurde geboren Walafried Strabo, Abt der Reichenau,
ein stimmungsreicher, formgewandter Dichter, trotz An-
lehnung an die klassischen Vorbilder von eigener Prä-
gung, auf deutschem Boden der stärkste Nachklang der
von Karl dem Großen entfachten Kulturbewegung; her-
vorragender Gelehrter,
1508 starb Adam Krafft, der bedeutendste Nürnberger Stein-
bildhauer der Spätgotik.
JAIVUAR
Ep: Tit 2, 11—15; Ev: Lu 2, 21 (W)
1 M Neujahr; kirchlich: Besdineidung des Herrn
2 D Name Jesu [SA 8.10 SU 17.22]
3 F Genoveva, Jungfr., f 512
4 S Rigoberl
Ep: Gal 4, 1—7; Ev: Mt 2, 19—23 (W)
5 S Sonntag nach Neujahr ®
Ep: Is 60, 1—6; Ev: Mt 2, 1—12 (W)
Erscheinung des Herrn [SA 8.03 SU 17.31]
Widukind, Herzog f 807
Severin, Abt f 482
Adrian, Abt f 710
Agatho, Bisch, f 682
Hyginus, Marl, f 140
Ep: Rom 12, 1—5; Ev: Luk 2, 42—52 (G)
1. nach Ersch. d. Herrn [SA 7.53 SU 17.42] C
Hilarius von Poitiers f 367
Gottfried, Graf f 1127
Paulus, Einsiedler f 341, Thebais, Ägypten
Marzellus, Bisch. Mart. fSOQ
Antonius, Abt f 356 „Vater d. Mönche", Ägypt.
Priska
Ep: Rom 12, 6—16; Ev: Joh 2, 1—11 (G)
19 S 2. nach Ersch. d. Herrn [SA 7.39 SU 17.54] ^
20 M Fabian und Sebastian, Mart.
21 D Agnes, Jungfr. Mart. f 304
22 M Vinzenz, Mart. f 304
23 D Raimund, Missionar f 1275
24 F Timotheus, Bisch. Mart. f 97
25 S Pauli Bekehrung
Ep: Rom 12, 17—21; Ev: Mt 8, 1—13 (G)
26 S 3. nach Ersch. d. Herrn [SA 7.25 SU 18.07]
27 M Johannes Chrysostomus, Bisch, f 407
28 D Karl; Manfred )
29 M Franz von Sales
30 D Adelgunde, Äbtissin f 684
31 F Vigilius
Gedenktage:
4. 1. 1890 Bischof Reinkens gestorben
10. 1. 1890 Ignaz von Döllinger geslorl>en
12. 1. 1906 Bischof Weber gestorben
FEBRtI
1 S Ignatius von Antiochien, Bisch, Mart. f Kl
Ep: 1 Kor 9, 24—10, 5; Ev: Mt 20, 1—16 (V
2 S Septuagesima [SA 8.09 SU 17.
3 M Blasius, B. von Sebaste in Armenien f 31(
4 D Rhabanus Maurus, Bisch, v. Mainz f 856
5 M Agatha, Mart. f 281 Catania (Sizilien)
6 D Titus, Schüler d. hl. Paulus, B. d. Kreter f 1
7 F Romuald, Abt. It. f 1027
8 S Joh. V. Matha
Ep: 2 Kor 11, 19—12, 9; Ev: Lk 8, 4—15 (V)
9 S Sexagesima [SA 7.58 SU 17.5
10 M Scholaslika, Schw. d. hl. Benedikt v, Nurs
HD Desiderius, Bisch, v. Rennes, Mart. f 611
12 M Eulalia v. Merida (Spanien), Mart. f 304
13 D Kastor, Priester f 350 b. Garden, Mosel
14 F Valentin, Bisch. Mt. f 269; Bruno B. Mt. f !()(
15 S Faustin v. Brescia, Mart, f 121
Ep: 1 Kor 13, 1—13; Ev: Lk 18, 31—43 (V.
16 S Quinquagesima (Esto mihi) [SA 7.45 SU 17.4«
17 M Bonosus, Bisch, v. Trier f 381
18 D Simon, Bisch, v, Jerus,, Mart,; Fastnacht
19 M Aschermittwoch
20 D Eucherius, Bisch, v, Lyon f 450
21 F Felix, Bisch, von Rom, Mart. f 274
22 S Petri Thron in Antiochien
Ep: 2 Kor 6, 1—10; Ev: Mt 4, 1—11 (V)
23 S 1. Fastensonntag [SA 7.31 SU 18.01
24 M Matthias, Apostel f um 65
25 D Walburga von Heidenheim f 779
26 M L Quatember >
27 D Nestor, Mart. in Gaza f 362
28 F Leander, Br, des, hl, Isidor, Sevilla f 600
Gedenktage:
3.2.
Alhan Stolz geboren, Volkssdiriftslellcr, röm. k;illi
gemfltstief, soelenkiindiß, volkstümlich ohne allen
Ihc'ologischen HeiKoscJimack (.ßest. 188.'J).
6. 2, 1608 Anton Vieira S. J. geboren; Missionar in Brasilien.
1G61 wegen seines Kintretens für die niillliandt'llen
Indianer von den europäischen .\nsiedlern von Br.i
silien nach Portugal dei)ortiert. dort von der por-
tugiesischen Inquisition verhaftet und verurteilt
(gest. 1697).
Adolf Thürlings, Gestalter der Alt-Katliol. I.iiur
gie, gestorben.
starb Xavier Lacroix de Ravignan, berülunlci '
fcrenzredner von Noire-Danie in Paris,
starb Ludolf von Beckerdorff (Pommern); er inij-'
wesentlich zur Hebung des preudischen Volksschul
we.sens bei,
28, 2, 1858 starb Beda Wel>er O. S. B., historischer und geo-
graphisdier Schriftsteller, um die Wicderlicrstel
Itnig des Frankfurter Domes verdient.
U. 2.
26. 2.
27. 2.
1915
1858
1858
VRZ
s Suitbert von Kaiserswert (Düsseldorf) f 713
Ep: 1 Thess 4, 1—7; Ev: Mt 17, 1—9 (V)
S 2. Fastensonntag (Reminiscere) [SA 7.17
M Kiinigunde, Kaiserin f 1039 SU 18.13]
l) Casimir, poln. Prinz f 1484
M Hinkmar von Reims f 967; Friedrich ®
I) Fridolin v. Säckingen, Miss, f 540
I Thomas von Aquin f 1274
^ Franziska, Römerin f 1440
Ep: Eph 5, 1—9; Ev: Lk 11, 14—28 (V)
S 3. Fastensonntag (Oculi) [SA 7.02 SU 18.25]
> M Christoph
D Walter
? M Gregor d. Große f 604 f
{ D Rüdiger, Ernst Mart. f 252 Rom
[ F Mathilde - Meta f 968
) S Longinus, Mart. f um 60
Ep: Gal 4, 22—31; Ev: Joh 6, 1—15 (V)
S 4. Fastensonnt. (Laetare) [SA 6.46 SU 18.37]
M Patrik, Glaubensbote f 464 Irland
D Cyrill v. Jerusalem f 386; Anselm, Abt f 803
M Josefstag
D Joachim; Irmgard v. Zütphen f 1090 ©
F Renedikt von Nursia, Ordensstifter f 542
S Nikolaus v. d. Flüe; Karin v. Schweden
Ep: Hebr 9, 11—15; Ev: Joh 8, 46—59 (V)
5. Fastensonntag (Passionssonntag - Judika)
Gabriel, Erzengel [SA 6.30 SU 18.49]
Maria Verkündigung (W)
Ludger v. Münster f 809
Rupert V. Salzburg f 715
Guntram, Kön. d. Frank, u. Burg., f 593 |>
Ludolf von Corvey f 983
Ep: Phil 2, 5—11; Ev: Mt 21, 1—9
10 S 6. Fastensonntag (Palmsonntag - Palmarum)
!1 M Balbina, Tocht. d. hl. Quirin, Rom f 130
Gedenktage:
3. 1833 starb Georg Michael Wittmann, Weihbischof in Re-
gensburg, enger Mitarbeiter Sailers, hervorragen-
der Priesterbildner.
3. 1808 wurde geboren August Reichensperger, Politiker u.
Kunstschriftsteller, verdient um Wiederbelebung u.
Verständnis der got. Kunst, förderte den Ausbau
des Kölner Doms.
APRIL
1 D Walarich, Abt von Leucone, Frkr. f um 622
2 M Theodosia, 18jähr. Mart. zu Caesarea f 308
Ep: 1 Kor 11, 20—32; Ev: Joh 13, 1—15 (W)
3 D Gründonnerstag
[SA 6.08 SU 19.05]
1924
starb Bischof Eduard Herzog (Schweiz).
Lesung: Offb. 5, 1 — 11; Passion n. Joh. (Schw)
4 F Karfreitag ®
5 S Karsamstag, Ostervigil (W)
Osternacht: Ep: Kol 3, 1—4; Ev: Mt 28, 1—7
Ostertag: Ep: 1 Kor 5, 7—8; Ev: Mark 16, 1—7
6 S Osterfest (W)
Ep: Apg 10, 37—43; Ev: Lk 24, 13—35 (W)
7 M Ostermontag [SA 5.59 SU 19.12]
8 D Albert, Patriarch v. Jerusalem f 1214
9 M Waltraud, Gräfin in Flandern f 686
10 D Paternus, Mönch, Paderborn f 1058
11 F Leo d. Gr., Rischof v. Rom f 461 C
12 S Julius, Risch. v. Rom f 352
Ep: 1 Joh 5, 4—10; Ev: Joh 20, 19—31 (W)
Kirchenopfer f. Schwesternhaus
13 S 1. Sonnt, n. Ostern (Weißer S.) Quasi modo
14 M Justin, Philosoph. Kirchenvater M. f um 166
15 D Anastasia, Mart. in Sirmium [SA 5.44 SU 19.23]
16 M Lambert, R. von Maastricht, Mart. f um 705
17 D Eberhard v. Wolf egg, Marchtal, Donau f 1178
18 F Ursmar, Ap. v. Flandern f 713
19 S Leo IX., Elsässer, f 1054 #
Ep: 1 Petr 2, 21—25; Ev: Joh 10, 11—16 (W)
Kirchenopfer für d. Jugendarbeit
20 S 2. S. nacli Ostern, Misericordias Domini
21 M Anselm von Canterbury, Erzbisch, f 1109
22 D Cajus, Risch. Mart. f 296 [SA 5.22 SU 19.40]
23 M Georg, Hauptm. im Heere Diokletians, f 303
24 D Fidelis v. Sigmaringen f 1622
25 F Markus, Evangelist
26 S Trudbert, Einsiedler b. Freiburg f 643 |l
Ep: 1 Petr 2, 11—19; Ev: Joh 16, 16—22 (W)
27 S 3. S. nach Ostern, Jubilate [SA 5.15 SU 19.46]
28 M Vitalis, R. v. Salzburg, Ap. in Tirol f um 730
29 D Robert, Rußprediger in Frankr. f 1157
30 M Katharina v. Siena f 1380
Gedenktage:
2. 4. 308 starb die hl. Theodosia; sie sprach in Cäsarea mit
gefangenen Christen, wurde deswegen vor den Prä-
ses geführt, der die kaum 18jährige mit eisernen
Krallen foltern und dann ins Meer werfen lied.
I»4I
jun
1 D Maifeiertag, Philippus u. Jakobus, Apostel (R)
2 F Athanasius, Kirchenlehr. Patr. v. Alex, f 373
Ep: Rom 11, 33—36; Ev: Mt 28, 18—20
3 S Kreuzauffindung @
IS 1. S. n. Pfingsten, Dreifaltigkeit (W)
2 M Eugen, B. v. Rom f 657 [SA 4.23 SU 20.;
3 D Klothilde, G. des Frankenk. Chlodewig f b )
4 M Quirin v. Sissek, Kroatien f 309
5 D Fronleichnam
6 F Norbert, Eb. v. Magdeburg f 1134
7 S Gottscbalk, Wendenfürst f 1066
Ep: Jak 1, 17—21; Ev: Job 16, 5—15 (W)
4 S 4. S. nach Ostern, Cantate [SA 5.02 SU 19.57]
5 M Gotthard, Bisch, v. Hildesbeim f 1038
6 D Dietridi, Bisch, v. Minden, Mart. f 880
7 M Stanislaus, Bisch, v. Krakau, Marl, f 1079
8 D Altfried v. Hildesheim f 875
9 F Gregor v. Nazianz, Kirchenlehrer f 374
10 S Antonin v. Florenz f 1459 ^
Ep: 1 Job 3, 13—18; Ev: Lk 14, 16—24 (G)
Ep: Jak 1, 22—27; Ev: Job 16, 23—30 (W)
8 S 2. S. n. Pfingsten [SA 4.19 SU 20.4
9 M Primus und Felician, Brüder, Mt. f 286
10 D Margarete, Königin v. Schottl. f 1093
UM Barnabas, Apostel und Märtyrer
12 D Basilides
13 F Antonius von Padua f 1231
14 S Basilius, Kirchenlehrer, Eb. v. Caesarea f 3'.
11 S 5. S. nach Ostern, Rogate [SA 4.50 SU 20.08]
12 M Pankratius, löjähr Mart. in Rom f 304; Bittag
13 D Servatius, 1. Bi. v. Tongern f 384; Bittag
14 M Bonifacius, M. in Tarsus f um 295; Bittag
Ep: Apg 1, 1—11; Ev: Mk 16, 14—20 (W)
Ep: 1 Petr 5, 6—11; Ev: Lk 15, 1—10 (G)
15 D Christi Himmelfahrt
16 F Ubald v. Gubbio f 1160
17 S Dietmar v. Bremen, Miss, unter, d. Slaven
15 S 3. S. n. Pfingsten [SA 4.17 SU 20 4
16 M Benno, Bisch, v. Meißen f 1106
Ep: 1 Petr 4, 7—11; Ev: Job 15, 26—16, 4 (W)
17 D Tag der deutschen Einheit i
18 M Ephrem der Syrer, Kirchenlehrer f 373
18 S Sonntag nach Christi Himmelfahrt ®
19 M Potentiana, Einsiedlerin in Villanova f 500
20 D Bernardin v. Siena, Volksmissionar f 1444
19 D Gervasius und Protasius, Mart. Mailand f 16
20 F Adalbert von Magdeburg, Bisch, f 981
21 S Albanus, Priester u. Mart. f 460 Mainz
21 M Konstantin, Kaiser f 337
22 D Helena, Kaiserin f 330
23 F Desiderius, Erzbisch, v. Rennes f 611
24 S Vinzenz von Lerin f 450, Pfingstvigil
Ep: Rom 8, 18—23; Ev: Lk 5, 1—11 (G)
22 S 4. S. n. Pfingsten [SA 4.17 SU 20.50
Ep: Apg 2, 1—11; Ev: Job 14, 23—31 (R)
Kircbenopfer Hilfsverein
23 M Edeltraud, Königin f 679
24 D Johannes der Täufer, Vorläufer Jesu |
25 M Wilhelm aus Verzelli f 1142
26 D Vigilius, B. v. Trient, Mart. f 410
27 F Siebenschläfertag
28 S Irenäus v. Lyon, B. u. Mart. f um 202
25 S Pflngstfest [SA 4.31 SU 20.27]
26 M 2. Pfingstfeiertag: Apg 10, 42-48; Job 3, 16-21
27 D Beda, Kirdienlehrer, f 735 >
28 M II. Quatember
29 D Maximin, Bi. v. Trier, Erbauer des Domes
30 F Reinbilde v. Westerkappeln, Westf. f 1262
31 S Petronilla
Ep: 1 Petr 3, 8—15; Ev: Mt 5, 20—24 (G)
29 S 5. S. n. Pfing., Pet. u. Paul [SA 4.20 SU 20.50]
30 M Pauli Gedärfilnis
Gedenktage:
2, 5. 908 starb Remigius von Auxerre; er hat als geschickter
Lehrer das in Auxerre heimisdie irische u. fränki-
sche Wissen für die Nadiwelt in kompilatorischen
Werken zusammengefaßt.
20. 5. 1658 starb Bartholomäus Holzhauser, Stifter der „Welt-
priester vom gemeinsamen Leben".
20. 5. 1832 starb Bisdiof Sailer, Vorkämpfer eines organischen
Katholizismus in Regensburg.
28. 5. 1874 Erste deutsdie alt-kathol. Synode in Bonn.
Gedenktage:
5.6. 708 starb Jakobus, Bisch, v. Edessa, syrischer Sd.i...
steller, als Kxeget und Übersetzer dem hl. Ilierony-
mus vergleidibar.
15. 6. 1937 Prof. A. Kinkel zum Erzbischof v. Utrecht geweiht.
LI
AUGUST
D Theobald, Eb. v. Vienne f 1001 ®
j M Maria Heimsuchung [SA 4.22 SU 20.49]
- D Kornelius
F Ulrich v. Augsburg f 973
S Philomena, griech. Fürstentocht., Marl, f 300
1 F Petri Kettenfeier
2 S Alfons t 1797
Ep: 1 Kor 12, 2—11; Ev: Lk 18, 9—14 (G)
3 S 10. S. n. Pfingsten [SA 4.59 SU 20.16]
Ep: Rom 6, 3—11; Ev: Mk 8, 1—9 (G)
4 M Dominikus f 1221
5 D Oswald, König v. Northumbrien f 642
6 M Verklärung Christi
7 D Kajetan, Neapel f 1547 C
8 F Cyriakus, Diakon in Rom f 304, Mart.
9 S Johannes Vianney, Pfarrer v. Ars f 1859
S 6. S. n. Pfingsten [SA 4.25 SU 20.48]
! M Cyrillus u. Methodius f 875 in Mähren
i D Kilian, Iro-Schotte, 1. Bi. v. Würzburg, f 689
i M Agilolf V. Köln, Mart. f um 750 (g;
1 D Sieben Brüder, Märtyrer f 162
■ F Pius, B. V. Rom, Mart. f 157
S Sigisbert v. Disentis, Schweiz f 636
Ep: 1 Kor 15, 1—10; Ev: Mk 7, 31—37
10 S 11. S. n. Pfingsten [SA 5.10 SU 20.04]
UM Tiburtius
1 Ep: Rom 6, 19—23; Ev: Mi 7, 15—21 (G)
12 D Klara f 1253
13 M Hippolyt, Mart. f 258
S 7. S. n. Pfingsten [SA 4.31 SU 20.43]
M Bonaventura, Kirchenlehrer f 1274
D Heinrich H., Deutscher Kaiser f 1024
M Ruth #
D Alexius, Patriziersohn in Rom f 417
F Bruno von Kärnten f 1045
S Vinzenz von Paul f 1660
14 D Eusebius, Priester f 371
15 F Maria Heimgang #
16 S Joachim
Ep: 2 Kor 3, 4 10; Ev: Lk 10, 23—37
17 S 12. S. n. Pfingsten [SA 5.21 SU 19.51]
18 M Agapitus
19 D Sebald, B. v. Trier f um 600
20 M Bernhard v. Clairvaux, Kreuzzugspred. f 1153
21 D Hartwig, Abt v. Tegernsee f 982 1
Ep: Rom 8, 12—17; Ev: Lk 16, 1—9 (G)
> S 8. S. n. Pfingsten [SA 4.40 SU 20.36]
[ M Praxedis, Jungfr. in Rom f 120
22 F Elmar, Melan b. Lüttich, f um 700
23 S Richhildis aus Hohenwart, By. f HOO
l D Maria Magdalena
) M Apollinaris, B. v. Ravenna, Mart. f um 80 l
Ep: Gal 3, 16—22; Ev: Lk 17, 11—19
l D Christine, Mart. f 300
) F Jakobus, Apostel
3 S Anna
24 S 13. S. n. Pfingsten [SA 5.31 SU 19.37]
25 M Ludwig IX., König v. Frankreich f 1270
26 D Egbert v. Schwarzbach, Franken f 1075
Ep: 1 Kor 10, 6—13; Ev: Lk 19, 41 47 (G)
27 M Gebhard, Bi. v. Konstanz f 955
28 D Augustinus, Kirchenlehrer, B. v. Hippo f 430
29 F Johannes Enthauptung @
30 S Rosa aus Peru f 1617
7 S 9. S. n. Pfingsten [SA 4.49 SU 20.27]
8 M Nazarius und Celsus, Soldaten, Mart. f 67
9 D Martha, Schw. d. Lazarus in Bethanien f 60
Ep: Gal 5, 16—24; Ev: Mt 6, 24—33 (G)
M Abdon und Sennen @
1 D Germanus
31 S 14. S. n. Pfingsten [SA 5.42 SU 19.23]
Gedenktage:
2. 7. 1924 Bisch. Pascheck zum Bischof gewählt.
ö. 7. 1458 starb Bernhard, Markgraf v. Baden, Söldnerführer
und Gesandter im Dienste Kaiser Friedrichs III.
^. 7. 1870 Dogmatisierung der Unfehlbarkeit und bischöfl. All-
gewalt des Papstes.
' T. 408 starb die hL Olympias, Witwe, Diakonissin, Äbtis-
sin; als hervorragende Stütze und Gesinnungsge-
nossin des hl. Johannes Chrysostomus mußte sie
Konstantinopel verlassen.
Gedenktage:
6. 8. 258 starb der hl. Sixtus, Papst seit 256/57. In der Ver-
folgung unter Valerian wurde er beim Gottesdienst
im Coemeterium des Calixtus überfallen und mit
4 Diakonen dort hingerichtet; von Cyprian ein
„guter und friedliebender Bischof" genannt.
9. 8. 1860 starb Ignaz H. v. "Wessenberg.
10. 8. 258 starb der hl. Laurentius, ein Diakon des röm. Bi-
schofs, einer der berühmtesten röm. Blutzeugen,
hochverehrt in der ganzen Kirche.
21. 8. 1953 starb Bischof Erwin Kreuzer.
31. 8. 358 starb der hl. Paulinus, Bischof von Trier; Vor-
kämpfer gegen den Arianismus.
SEPTEMBER
OKTOBER
1 M Ägidius aus Athen, Abt v. St. Gilles, f 725
2 D Stephan v. Ungarn, König f 1038
3 M Mansuetus, B. v. Toul, Irland f um 375
4 D Rosalia v. Palermo f um 1160
5 F Hermina, mit ihrer Schw.Eutyche f 117
1 M Remigius, Bisch, v. Reims f 535
2 D Schutzengelfest [SA 6.33 SU 18.101
3 F Ewald, Miss, im Ruhrgebiet, Mart. f 695
4 S Franz von Assisi f 1226
6 S Magnoald v. St. Gallen, Ap. d. Allgäu f 750 C
Ep: Eph 4, 23—28; Ev: Mt 22, 1—14 (G)
Ep: Gal 5, 25—6, 10; Ev: Lk 7, 11—16 (G)
5 S 19. S. n. Pfingsten; Erntedank
6 M Bruno aus Köln, Grund, v. Chartreuse f 1101
7 D Amalia ^
8 M Brigitta v. Schweden f 1373
9 D Dionysius v. Athen f um 90
10 F Gereon, mit 318 christl. Sold, gemärt, f 304
11 S Burkhard, 1. Bi. v. Würzburg f 754
7 S 15. S. n. Pfingsten [SA 5.53 SU 19.07]
8 M Maria Geburt (W)
9 D Korbinian, 1. Bi. v. Freising f 730
10 M Otger, Miss, bei den Friesen f 713
HD Protus und Hyacinthus
12 F Guido. Küster in Andernach f 1012
13 S Amatus v. Remiremont, Vogesen f um 625 #
Ep: Eph 5, 15—21; Ev: Joh 4, 46—53 (G)
Ep: Eph 3, 13—21; Ev: Lk 14, 1—11 (G)
12 S 20. S. n. Pfingsten [SA 6.51 SU 17.48] #
13 M Edward, König v. England, f 1066
14 D Callistus, Bisch, v. Rom, Mart f 227
15 M Theresia v. Avila f 1582
16 D Hedwig, Herzogin v. Schlesien f 1243
17 F Florentin, B. v. Trier, Mart. f uni 350 m
18 S Lukas, Evangelist w
14 S 16. S. n. Pfingsten, Kreuzerhöhung [SA 6.04
15 M Sieben Schmerzen Mariens SU 18.51]
16 D Cyprian, Bi. v. Carthago, Mart. f 258
17 M III. Quatember
18 D Richardis von Andlau, Elsaß f 893
19 F Januarius, B. v. Benevent f 305
20 S Eustachius, mit Frau u. 2 Söhnen, f 118 1
Ep: Eph 6, 10—17; Ev: Mt 18, 23—35 (G)
Ep: Eph 4, 1—6; Ev: Mt 22, 35—46 (G)
19 S 21. S. n. Pfingsten [SA 7.01 SU 17.33] J
20 M Wendelin, Irischer Königssohn, f 618
21 D Hilarion, Eins. i. d. ägypt. Wüste, f 371
22 M Ingebert, Schotte, Miss, an Mosel u. Nahe f 6öC
23 D Severin, Ap. v. Wien u. Passau f 482 Ä^
24 F Raphael, Erzengel W
25 S Crispin, Miss, in u. um Soissons, Mart. f 28'
21 S 17. S. n. Pfingsten [SA 6.15 SU 18.35]
22 M Emmeran, B. v. Poitiers, Miss. v. Regensb.
23 D Linus, Mart. f um 79
24 M Gerhard, Ap. Ungarns, Mart. f um 1046
25 D Hildegard v. Bingen, Ärztin, Schriftst. f 1179
26 F Rodwin, Trier f 680
27 S Cosmas u. Damian, Zwillingsbr. f um 303 @
Ep: Phil 1, 6—11; Ev: Mt 22, 15—21 (G)
Ep: 1 Kor 1, 4—8; Ev: Mt 9, 1—8 (G)
26 S 22. S. n. Pfingsten [SA 7.12 Sl li
27 M Florentius, Bisch, v. Straßburg f 693
28 D Simon u. Judas Thaddäus, Apostel (H)
29 M Engelhard v. Oxford f 1230
30 D Serapion, Bi. v. Tmuis im Nildelta f um 371
28 S 18. S. n. Pfingsten [SA 6.26 SU 18.19]
29 M Erzengel Michael
30 D Hieronymus, K.-Lehr., übers, d. Bibel, f 420
31 F Wolfgang. B. v. Regcnsl)urg f 994
Gedenktace:
5. 9. 1890 wurde Bischof Joh. Jos. Demmel geboren.
14. 9. 258 starb der hl. Cyprian, Bisch, v. Carthago; Kirchen-
schriflsleller, Märtyrer; hervorragender Seelenhirte
und Bisdiof, der vor allem für die Einheit der
Kirche wirkte.
21. 9. 1558 starb Kaiser Karl V., in „dessen Reich die Sonne
nicht unterging".
23. 9. 1783 wurde geboren Peter von Cornelius, Maler, das
stärkste Talent unter den Nazarenern (gest. 1867).
24. 9. 1889 Utrechter Erklärung der alt-kathol. Bischöfe.
Gedenktage:
5. 10. 1458 wurde geboren der hl. Kasimir, Prinz von !'■
5. 10. 1017 wurde Dr. Otto Steinwarhs in Utrecht zum Hi^
geweiht.
10. 10. 1858 wurde geboren Ottokar Prohäszka. BisrJiof
Sluhlweißenburg; seit 1910 trat er tatkräftig f
Verteilung und Vergebung kiithlichcn Groligrun«!
bcsitzes ein (gestorben 1927).
24. 10. 1948 wurde Dr. Stephan Törok zum Bisdiof gcwnl
IVOYEMBER
DEZEMBEF
Ep: Offb 7, 2—12; Ev: Mt 5, 1—12 (W)
1 M Eligius, B. v. Noyon, Ratg. Dagoberts I. f 65<
1 S Allerheiligen
Ep: Phil 3, 17—4, 3; Ev: Mt 9, 18—26 (G)
2 D Bibiana, Rom f 363 [SA 8.13 SU 16.29
3 M Franz Xaver, Miss. Japan f 1552
4 D Barbara v. Nikomedien, M., Nizäa f 306 (g
5 F Hartward, Bisch, v. Minden f 853
6 S Nikolaus v. Myra f um 350
2 S 23. S. n. Pfingsten [SA 7.25 SU 17.06]
3 M Allerseelen (Schw)
4 D Pirmin, Wanderbischof am Rhein f 735 C
5 M Emmerich, Sohn d. Kö. Stephan I. v. Ungarn
6 D Leonhard, Miss, in Aquitanien f 559
7 F Willibrord, Ap. der Friesen, 1. Bi. v. Utrecht
8 S Gottfried, B. v. Amiens f Hl«
Ep: Rom 15, 4—13; Ev: Mt 11, 2—10 (V)
Kirchenopfer Hilfswerk
7 S 2. Adventsonntag [SA 8.20 SU 16.24
Ep u. Ev vom 5. S. n. Epiphanie;
Ep: Kol 3, 12—17; Ev: Mt 13, 24—30 (G)
8 M Maria Empfängnis
9 D Leokadia, Mart. in Toledo f 305
10 M Meinhard, Ap. v. Livland f 1196 |
9 S 24. S. n. Pfingst.; drittletzt. [SA 7.37 SU 16.54]
10 M Trudwin, fränk. Priester f 695
11 D Martin, B. von Tours f um 400 #
12 M Kunibert, Eb. v. Köln f 663
13 D Didakus, Miss, auf d. kanar. Inseln f 1463
14 F Josaphat, Eb. v. Polosk, Mart. f 1623
15 S Albert, aus Lauingen, Donau, f 1280
11 D Damasus, B. v. Rom f 384
12 F Synesius
13 S Lucia, Mart. in Syrakus f um 303
Ep: Phil 4, 4 7; Ev: Jo 1, 19 28 (V)
14 S 3. Adventsonntag [SA 8.27 SU 16.25
15 M Christiana, Engl. Königstochter, f um 750
16 D Adelheid, Kaiserin, G. Otto I., f 999
17 M IV. Quatember
18 D Maria Erwartung ]
19 F Nemesius, Mart. in Ägypten f 250
20 S Amon, Bisch, in Worms f 874
Ep u. Ev vom 6. S. n. Epiphanie;
Ep: 1 Thess 1, 2—11; Ev: Mt 13, 31—35 (G)
Ib S 25. S. n. Pfingst.; vorletzt. [SA 7.48 SU 16.45]
17 M Gregor, B. v. Neocaesaria f um 270
18 D Gelasius 1
19 M Elisabeth, Landgräfin v. Thüringen f 1231
20 D Brunhilde v. Whitby f 680
21 F Maria Opferung
22 S Caecilia aus Rom, Mart. f um 200
Ep: 1 Kor 4, 1—5; Ev: Lk 3, 1—6 (V)
Ep: Kol 1, 9—14; Ev: Mt 24, 15—35
23 S 26. S. n. Pfingsten; letzter [SA 8.00 SU 16.36]
24 M Chrysogonus, M. in Aquileja f 304
25 D Katharina v. Alexandrien, M. f um 300
26 M Konrad, B. v. Konstanz f 975 ®
27 D Virgilius, Miss, in Kärnten f 784
28 F Gaston, Mönch in der Vendee, Frkr. f um 1009
29 S Saturnin, 1. Bisch, von Toulouse f 250
21 S 4. Adventsonntag [SA 8.33 SU 16.27
22 M Zeno, Bisch, von Verona f um 370
23 D Dagobert, Kö. v. Austrasien, Elsaß f 679
24 M Heiligabend, Weihnachtsvigil
Ep: Tit 2, 11—15; Ev: Lk 2, 1—14 (W)
25 D Weihnachtsfest
26 F 2. Weihnachtstag; Stephanus (R) ^
27 S Johannes, Evangelist f um 100
Ep: Rom 13, 11—14; Ev: Lk 21, 25—33 (V)
Kirchenopfer für den Frauenverband
30 S 1. Adventsonntag [SA 8.10 SU 16.30]
Ep: Gal 4, 1—7; Ev: Lk 2, 33—40 (W)
(iedenktage:
1. 11. in.")! wurde Johannes Josef Demmel in Essen zum Bi-
schof geweiht.
^11. 1.308 slarh Johannes Duns Skolus, Franziskaner, „Dok-
tor suhtilis", ^'ohl der scharfsinnigste Denker des
Mittelalters, Haupt der Franziskanerschule, be-
grahen in Köln.
"11.178.3 wurde geboren Anton Günther, Begründer der
sog. Wiener Theologenschule (gest. 1863).
il.löOP, wurde geboren Andrea Palladio, der größte Bau-
meister venezianischer Kunst. Seine Schriften hat-
,^K ten wirksamen Einlluß auf die Baukunst Europas
'jK^ in allen antikisierenden Architekturbestrebungen.
28 S Sonnt, n. Weihnachten [SA 8.35 SU 16.32
29 M Thomas Becker, Eb. v. Canterbury, M. f 117
30 D Irmina, Äbt. v. Horreum, Trier f 708
31 M Silvester, B. v. Rom, Römer f 335
Gedenktage:
28. 12. 1934 starb Bischof Dr. Georg Moog.
Alt-kath. Kirche (Englische Kirche) in Stuttgart
m
Die Altkatholisdie Kirche in Europa
Jahresbericht
Das Alt-Katholische Bistum in Deutschland im Jahre 1956/57
Das äußerlich Hervorstechendste im Berichtsjahr
ist wohl der eindrucksvolle Fortgang des Ausbaus
und der Ausstattung kirchlicher Gebäude: Mann-
heim konnte sich nach der glanzvollen Einwei-
hung der Schloßkirche wertvoller Geschenke zur
Abrundung der inneren Ausstattung erfreuen. In
Bottrop folgte der Kanzelweihe vom 29. Juli 1956
zu Laetare 1957 die Tabernakelweihe, während
weitere Kirchenfenster in Vorbereitung sind. Köln
konnte durch Entgegenkommen der Lieferfirma
seine neue Elektronenorgel in der Wirkung er-
heblich verbessern. In München half ein statt-
liches Vermächtnis erheblich mit zur Ausstattung
ier Pfarrkirche durch Glasfenster, einer neuen
Decke, besserer Beleuchtung und Heizung. In Frei-
burg/Br. wurde durch zwei sog. „Stockwerks-
3igentumwohnungen" in einem Neubau Ersatz
für das lange fehlende Pfarrhaus geschaffen. In
Frankfurt wächst die altkatholisch-anglikanische
Gemeinschaftskirche St. Willibrord und St. Ghri-
stophorus der für Ende August vorgesehenen Ein-
weihung entgegen. Stuttgart konnte schon am
26. Mai das große Fest der Kircheneinweihung
[lach dem Wiederaufbau der früheren anglika-
nischen Kirche feiern. Damit erhielt diese erst in
Jen letzten Jahrzehnten aus kleinen Anfängen
Bonner Kirche von außen
erwachsene Gemeinde ihren festen Mittelpunkl
im Herzen der Schwabenmetropole. Offenbacl
weihte eine kleinere Elektronenorgel. Karlsruh(
setzte das große Gesamtwerk des Aufbaues dei
Auferstehungskirche fort durch eine wohlklin
gende neue Orgel, deren Beschaffung durch eine
hochherzige Stiftung und große Selbstlosigkei
des Erbauers möglich wurde. In beispielhafte]
Opferbereitschaft hat die Gemeinde Essen an
Tage der Feier des 40jährigen Bestehens dei
Friedenskirche für den neuen Orgelfonds in
Kii-chenopfer DM 1470 am 7. Juli 1956 aufge
bracht und durch hunderte von kleinen Opfern e:
möglich gemacht, daß schon am 14. Juli 1957 di<
stattliche neue Orgel in einem Festgottesdiens
vom Hochw. Herrn Bischof Demmel geweih
werden konnte! Baden-Baden setzte in Verbin
düng mit einem Festakt, an dem sidi Stadt um
Öffentlichkeit beteiligten, in der Reihe der sech:
bisherigen, großartigen Fenster das siebte ein
das unter dem Thema „Dens absconditus" — de:
verborgene Gott — von Harry Mac Lean geschaf
fen ist. Der lange behinderte Bau von St. Cypriai
in Bonn wurde so weit zum Abschluß gebracht
daß der Bischof am 21. Juli 1957 im Rahmei
eines festlich gestalteten Tages die neue Bischofs
kirche und Bonner Pfarrkirche konsekrieren um
das erste Pontifikalamt darin halten konnte. Da
zu kommen all die Verbesserungen an Gebäuden
die nicht unseren Gemeinden gehören, von ihnei
aber benutzt bezw. mitbenutzt werden, wie ii
Bochum, Koblenz und manchen anderen Orten
wo nun vielfach unser Gottesdienst in einem wür
digeren Rahmen gehalten werden kann.
Nach überaus mühevollen Vorarbeiten wurde
im Frühjahr 1957 auch der große Neubau de;
Altersheimes mit Umbau der Kirche in Krefelc
begonnen. Ungeklärt sind noch die Bauprobleme
für Furtwangen, Koblenz, Oberhausen, Saar
brücken, Aachen und Dortmund. Mehr oder weni
ger sorgenvolle Fragen umlagern die ruinenhaf
ten Teile des Kellers der großen früheren Kirche
in Köln, sowie die Besitz- und Benutzungsrechte
von Ladenburg und vor allem Kommingen. Un
geklärte Rechts- und Geldfragen belasten die Ge
meinde Nordstrand. So kann bei aller berechtig
ten Freude über gelöste Baufragen und untei
Schmerzen aller Art gelungene Finanzierunger
im Blick auf das Ganze durchaus nicht von unbe
Schwerter Genugtuung die Rede sein!
Aus der Zahl der Verstorbenen heben sich be-
sonders hervor: Am 16. März 1957 Stud.-Rat
Mathias Pflanzl, stellv. Vorsitzender der Gemeinde
Essen und gewesener stellv. Vorsitzender der Sy-
nodalvertretung, am 7. Juni 1957 Schwester
Bertha Schmid, mit 87 Jahren die Seniorin der
Schwesternsdiaft und langjährige Bonner Ge-
meindeschwester; am 7. August 1957 Schwester
Frieda Klerz, nach über 20 Jahren segensvoller
Wirksamkeit als Gemeindeschwester in Mann-
heim an den Folgen eines Verkehrsunfalles und
am 8. August 1957 Pfarrer Hans Eder in Wies-
baden, wo der 73jährige noch am 2. Juli 1957
sein 40jähriges Ortsjubiläum gefeiert hatte.
Die Priesterweihe erhielten durch den Hochw.
Herrn Bischof Demmel die Diakone Gustav Adolf
Grigat und Ernst- Wilhelm Heese am 24. März
und 12. Mai 1957 in der Bonner Seminarkapelle.
Das silberne Priesterjubiläum feierte Pfarrer
Degen in Zell am 12. April und Pfarrer Eberle
in Rosenheim, am 22. Juli 1957 das 40jährige
Priesterjubiläum der Geistliche Rat Hütwohl in
Essen und ihren 70. Geburtstag Pfr. i. R. Otto
Maria Saenger und Pfr. Josef Kaufmann in
Saarbrücken.
über all diesen mehr lokalen oder persönlichen
Begebenheiten, Sorgen und Leistungen aber steht
das gemeinsame Wohl des Bistums, durch dessen
^Vesen und Auftrag alle Einzelnen und die Gemein-
den an der Einen und Heiligen Kirche teilhaben.
Von dieser Warte aus gesehen erscheinen vor al-
lem jene Dinge wichtig, die die Durchdringung
ier Gemeinden mit frommem, glaubensbewuß-
tem Geist befördern und alles einzelne Leben in
der festen Ordnung katholischer Überlieferung
Gcistl. Rut
Dozent Heinrich Hütwohl
Essen
Bonner Kirche von innen
erhalten. Hier ist der Ort des Bischöflichen Amte.«;
in der Kirche. Aus seinem Wirksamwerden hebt
sich neben aller stillen Arbeit des Sorgens, Ralens
und Helfens und der vielfältigen Auswirkunj^
durch die Firmreisen, Tagungen und Gemeinde
besuche vor allem das Hirtenwort zur Fastenzeil
1957 hervor, das unter dem Titel „Schuld und
Sühne" die katholische Lehre vom Bußsakramenl
zu entfalten unternahm, nachdem im Vor Jahn
die hl. Eucharistie behandelt worden war.
Nicht ohne Bedeutung für das Gesiclit, das da^
ganze Bistum dem Beschauer bietet, war die Her
ausgäbe des Bistumsblattes, des früheren „Volks
blattes", seit dem 1. Januar 1957 als ..Alt-Katho
lische Kirchenzeitung". Die Internationale Alt
katholische Theologenwoche vom 24. bis 30. Sep
tember 1956 in Bonn verstärkte die geistige Ver
bundenheit unter den Geistliclien der verschic
denen Bistümer und vermittelte den Gästen man
eben Einblick in unser eigenes Leben und Wollen
Die sehr wichtige Arbeit des Liturgischen un«
des Rechtsausschusses gehen in der Stille im Blicl-
auf die Bonner Synode 1958 ihren Weg. Die Be
nüihungen um die Verstärkung der Seelsorge
die in weiten Gebieten der Diaspora immer nod
eine große Not darstellt, führten zur Besetzung
von Landau in der Pfalz und Aachen mit einen
am Orte ansässigen Geistlichen. Die Verbindung
mit der Gemeinde des Saargebietes wurde durcli
den Bischofsbesuch bekräftigt.
Bei all diesem kann es dem nüchternen Be-
obachter nicht verborgen bleiben, daß hinsicht-
lich der Zusammenfassung der Gemeinden zu
einer großen, um den Bischof gescharten Familie
noch sehr viel zu tun bleibt! Das Steckenbleiben
des Bistumsgroschens als eines Gradmessers der
„Bistumsgesinnung" spricht eine deutliche Spra-
che. Lnabweisbar steht jedoch vor uns allen die
urchristliche Regel: Einer trage des andern Last,
auf daß wir alle das Gesetz Christi, — das das
Gesetz der Liebe ist — , erfüllen! Teilnahme am
Weltgebetstag der Frauen hier und dort durch
die Frauenvereine im März und an der ökume-
nischen Gebetswoche für die Einheit durch ver-
schiedenartige Gottesdienste, z. T. in Gemeinschaft
mit anderen Kirchen, im Januar, oder auch der
sehr gute Geist auf der badischen Fraueneinkehr-
tagung im Oktober 1956 im Schallstädter Micha-
elsbruderschaftshaus mögen hoffnungsvolle An-
zeichen dafür sein, daß wir unser Christsein
nicht im Rahmen isolierter Gemeindeexistenz sich
erschöpfen lassen wollen. Deshalb war es ein sehr
zeitgemäßer, wenn auch zugleich sehr kühner
Entschluß unseres Bischofs, als er im Mai dieses
Jahres an Stelle des mehr am Rande gelegenen
Tegernseehauses nunmehr in der Mitte der Ge-
meinden auf der Höhe des Odenwaldes bei Hei-
delberg die Gaststätte und Pension „Zum Wei-
ßen Stein" als Haus für Erholung und Tagungen
erwarb. Wir dürfen hoffen, daß hier ein Treff-
punkt aller guten Geister für unser Bistum sich
entwickeln wird und damit dem wahren, inneren
Aufbau der Kirche segensreiche Hilfe wie aus
einer reinen stillen Quelle immer neu zufließe!
Werner Küppers, Bonn
Die Alt'^Katholisdie Kirche in Holland
Den Helder (Holland)
Uis Berichtsjahr war durch zwei Weihen gekenn-
'.eichnet: die der neuen modernen Kirche in Den
Helder am 29. November 1956 und die Weihe des
neuen Priesterseminars in Amersfoort am 28.Mail975.
Die Kirche in Den Helder ersetzte die während
les zweiten Weltkrieges abgebrochene alte und die
lölzerne Notkirche, die zehn Jahre in Gebrauch war.
)ie jetzt mit finanzieller Hilfe des Staates erbaute
Kirche hat im Erdgeschoß eine Anzahl Säle für Un-
orricht und Vereinstätigkeit. — Nach achtjähriger
Tätigkeit der Baukommission konnte nach großen
>pfern der holländischen Kirche in Anwesenheit
on Vertretern der Behörden und der Schwester-
kirchen im Ausland das neue Priesterseminar feier-
lich in Benutzung genommen werden. Im letzten
Jahrbuch konnten wir noch einmal das alte Seminar
zeigen und von seiner ehrwürdigen Geschichte er-
zählen. Der alte Bau erforderte beständig Repara-
turen, war auch in vieler Hinsicht unpraktisch ge-
worden. Der Neubau besteht aus dem Hauptgebäude,
der Kapelle und der Präsidentenwohnung. Seine
Lage in einem anziehenden Stadtviertel unweit vom
Bahnhof ist besonders günstig.
Im Hauptgebäude befinden sich die Unterrichts-
räume für die Gymnasialschüler und die Theologie-
studenten, das Speisezimmer und Wohnzimmer. Zwi-
sdien dem Haupteingang und der Kapelle liegt das
Auditorium mit antiken Möbeln aus dem alten Semi-
nar, bestimmt für größere Versammlungen. Im un-
teren Stock ist die große, aus 20000 Bänden be-
stehende alte Bibliothek und das Archiv unter-
gebracht, alles auf metallenen Gestellen praktisch
aufgestellt. Auf den oberen Stockwerken sind die
Einzelzimmer für die Studenten. Der ganze Bau, der
an 400 000 Gulden gekostet hat, ist wohlgelungen.
Außer diesen beiden großen Ereignissen ist noch
zu berichten die Gründung eines „Central Oud-
Katholiek Boekhuis^. Es ist im Seminar von Amers-
foort untergebracht und dient der Auslieferung der
Bücher. Die Adresse: Koningin Wilhelminalaan 3
Amersfoort.
Kurz vor Weihnachten erschien eine neues kleines
Gebetbuch. Der jetzt 70 Jahre bestehende Onder-
steuningsfonds gab im Frühjahr 1957 ein „Tauf-
büchlein" heraus, das den Eltern bei der Taufe ihrer
Kinder vom Kirchenvorstand ausgehändigt wird.
Es dient dazu, die Daten einzutragen und ist ein
kurzer Leitfaden zum besseren Verstehen dieses
Sakramentes und seiner Zeremonien.
Der Hirtenbrief behandelte die christliche Freiheit
(Gal. 5, 1). Der Bischof von Haarlem, Jakobus van
der Oord, feierte am 11. Februar nach schwerem
Krankenlager seinen 75. Geburtstag. Inzwischen
konnte er in der großen Gemeinde Jimuiden 117
Personen die hl. Firmung spenden. — Am 15. Juni
ds. J. waren es 20 Jahre, seit Erzbischof A. Kinkel
auf den Sitz des hl. Willibrord gerufen wurde.
Das Büro „Apostoleia" leistet jetzt 15 Jahre mis-
sionarische Tätigkeit. Sie feierte dieses dritte Lu-
strum in Utrecht in Anwesenheit vieler Gläubigen,
die in diesem Zeitraum der Kirche beigetreten sind.
Die Theologiestudenten nahmen teil an einer Be-
gegnung mit römisch-katholischen Studenten und
an einem interakademial Kongreß über Liturgie.
Schließlich sei noch eine Ausstellung antiker Para-
mente aus dem Spätmittelalter in Utrecht erwähnt.
H. J. W. Verhey.
Die Christkatholische Kirdie der Sdiweiz
Anläßlich der Synode vom 23./24. Juni in Basel
führte der Synodalprediger aus, daß die Prediger-
kirche „am Totentanz" vor 80 Jahren vom Abbruch
bedroht war. Dank einsichtiger Männer konnte das
ehrwürdige Gotteshaus restauriert und der jungen
diristkatholisdien Gemeinde übergeben werden. In
den letzten Jahren wurden das Äußere und der
Chor der Kirdie fadigemäß überholt. Die Gemeinde
wagt sich bereits an die Renovation des großen Kir-
chenschiffes und bekundet damit ihren unbeugsamen
Lebenswillen in einer Welt, die dem Glauben arg
zusetzt. Der gleiche Wille, das von den Vätern er-
erbte kostbare Gut im Glauben und in den gottes-
dienstlichen Stätten zu erhalten, läßt sich aber auch
in vielen andern Gemeinden des schweizerischen
Bistums feststellen. So führte die Gemeinde Ober-
mumpf- Wallbach, in der Nähe von Säckingen, die
Renovation der Dorfkirche Peter und Paul in Ober-
mumpf durch, sowie die der Kapelle St. Sebastian
in Wallbadi. Rheinfelden rüstet sidi zum Empfang
des internationalen Altkatholiken-Kongresses im
Herbst 1957 und nahm am wertvollen Kirchenschatz
sowie an der Sakristei kostspielige Instandstellungs-
arbeiten vor. Schönenwerd ließ den schönen Kreuz-
gang zwischen Stiftskirche und Pfarrhaus in Ord-
nung bringen. In Burgdorf bei Bern wurde die aus
dem 15. Jahrhundert stammende Bartholomäus-
Kapelle von der Eigentümerin (Bürgergemeinde)
stilvoll restauriert und mit der Altarweihe von den
Christkatholiken wieder in Gebrauch genommen,
nadidem die Gottesdienste daselbst seit etlichen Jah-
ren eingestellt worden waren. Bern selber hat das
prächtige Kirchgemeindehaus an der Kramgasse für
ihre eigenen Zwedte noch besser ausgebaut. Ebenso
erstand Solothurn einen sdiönen Sitz in unmittel-
barer Nähe der Franziskanerkirche und des Rat-
hauses und ist im BegrifiT, aus der erworbenen Lie-
genschaft ein Gemeindezentrum zu schaffen. Am
30. Juni ging ein alter Wunsch in Erfüllung: eine
neue Orgel konnte in der akustisch herrlidien Fran
ziskanerkirche eingeweiht werden. Kleinere Filial
gemeinden und Genossenschaften wie Langentha
und Hägendorf konnten sich mit staatlicher Ge
nehmigung zu eigentlichen Gemeinden konstitu
ieren. Auch die Gemeinde La Chaux-de-Fonds im Jurr
oben setzt die Kapelle wieder instand. Trimbadi bt
Ölten plant den Bau eines neuen Pfarrhauses, da da:
alte an der belebten Durchgangsstraße Ölten — Base
so gelitten hat, daß weitere Renovationen nicht mehi
in Frage kommen. Auch die Gemeinden in Gen
und Zürich stehen vor großen Bauvorhaben, di«
teilweise wie in Zürich an der Augustinerkirche di«
Millionengrenze erreichen werden! Dank der großei
Opferbereitschaft der Gemeindemitglieder und de
vorsorglich zurückgelegten Gelder können alle dies»
Arbeiten durchgeführt werden.
Diesem äußeren Aufbauwillen entspricht aber aud
der Wille, das gottesdienstliche und kirchliche Lebei
zu fördern. Es wurden durchgeführt Kurse für Pa
ramentenpflege, für die Altardiener, stille Einkehr
tage für Geistliche und Laien; das Gebetbüchleii
für die Kinder konnte neu erscheinen und ein Tauf
büdilein will Eltern und Paten Sinn und Bedeutun
des Sakramentes näher bringen. Die Kirchenblätte
für die deutsch- und französischsprechenden Glau
bensgenossen gelangen in alle Haushaltungen uH'
finden weithin Beachtung. Der jährlich erscheinend
Hauskalender findet regen Absatz.
Auch die Gemeindevereine sind rege an der Ai
beit, um den eigenen Bedürfnissen in der Gemeindi
zu dienen, aber auch der Gesamtkirdie wertvolll
Unterstützung zu gewähren. Fräulein Anny Peteu
die ehemalige Bärghüsli-Mutter, durfte ihren 7.N
Geburtstag begehen und erfahren, daß ilir Vei4
chtnis an die Kirche sich weiterhin segensreich
;wirkt. Mit dem Heimgang des Dichters Josef
nhart in Solothurn haben Gemeinde, Kirche und
weitere Öffentlichkeit einen nicht zu ersetzenden
'lust erlitten.
)as christkatholische Hilfswerk unter der Leitung
Bischofs verzeichnete schöne Eingänge an Spen-
i, welche dem christkatholischen Studentenheim
Bern, der Stipendienkasse, der Fakultät, den
ichtlingen und der altkatholischen Mission in Pa-
zufallen. Wieweit sich die Kirche am Fernsehen
eiligen soll, beschäftigte Pastoralkonferenz und
lode. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß keine
:ral-gottesdienstliche Handlungen übertragen wer-
1 sollen, dagegen will man am „Wort zum Sonn-
" und an der allgemeinen Programmgestaltung
twirken.
Kn verschiedenen Orten wurden ökumenische
ttesdienste durchgeführt, an welchen sich auch
sere Kirche beteiligte. Die Beziehungen zu andern
katholischen und romfreien Kirchen wurden vor
em durch den Bischof aufrecht erhalten. Viel zu
len gab die Schaffung eines Laien-Diakonates
d eines Hilfspriesteramtes. Laien sollen weiterhin
r Hilfe in der Seelsorgearbeit des Pfarrers herbei-
zogen werden. Die Synode stimmte auch der Ein-
irung eines Hilfsprieshiedenheit ab! Aber auch inncrhall
römischen Kirche war, wie das Ergebnis der Vorabslimi
erwies, eine gewaltige Opposition. Sie besdiränklc sirh
auf die Bischöfe. In Deutschland stand zuerst wcnigsU-i
Hälflc der Geistlichen auf Seite Döllingers oder synipiiH'i
mit ihm. Wieviel Denkträge und Gleichgültige müHteii
dem im Volk abgezogen werden. In totalitären Inslitni
seien es Staaten oder Kirchengebilde, setzt sidi gcw«'
eine kleine zielbewullte Gruppe dyrch. Der rote General
der Jesuilengeneral, halte allezeit für seine unbodiuMi
gebonheit gegen den ..Heiligen Stuhl" einen belu :
EinllulJ auf die ganze Kirdie (durch den wcilleii V:i\
bcn. — Aber selbst dann, wenn wir als Kalholik« ;
kleine Zahl darstellen — was auch nicht mehr Kraft der I
konnnunion und Freundschaft mit den Anglikanerii und Oi
doxen zutrifft -— kommt es im Reidi Gottes wirklidi au)
Zahl entscheidend an? Die Hl. Schrift weiD es anders. Ein/
Propheten traten auf im Namen Gottes — eine Schar Gi
schlägt die Midianiter. Ein Franziskus, ein Bernhard,
Augustinus wiegen Millionen auf.
mn und die modernen Ergebnisse theolo-
-er Wissenschaft gebunden erachtete. Diesen
nungen wird man nur gerecht, wenn man
uf dem Hintergrund der geistigen Situation
19. und beginnenden 20. Jahrhunderts be-
tet. Wir müssen uns dieser Betrachtung schon
m öffnen, weil wir sonst kaum begreifen,
I im letzte Vertreter dieser Geisteshaltung oft
[ nschaftlich für die Bezeichnung „alt-katho-
" eintreten. Denn gerade diese Richtung, die
.'eise unsere Bistümer zu prägen suchte,
and sich zu gewissen Zeiten als die eigentlich
atholische. Sie hielt sich für berufen, das zu
I 'uden, was die Väter begonnen hatten, als sie
von Rom lösten.
is 19. und 20. Jahrhundert war nicht nur
Jahrhundert der bürgerlich-demokratischen
nzipationsbestrebungen und eines mächtigen
I malen Erwachens. In ihm kamen, beflügelt
K einer humanistisch geprägten Aufklärung^)
i i die historisch-kritische Theologie und die
al-rationalistische Bibelkritik zunächst in den
»rmationskirchen, von hier aus übergreifend
i bis in die römisch-katholische Kirche zur
altung. Nimmt es wunder, daß auch in den
^' inen „freisinniger" Katholiken — diese wa-
E oft Ausgangspunkt alt-katholischer Gemein-
j, — manche sich befanden, denen gewisse na-
Male Ziele und modernistische Gedankengänge
? itiger schienen als die Bindung an die echte
Mition katholischer Wahrheit?^) Die sich gern
j) meiner wohltemperierten Frömmigkeit begnüg-
vieles lediglich als „Brauchtum" betrachte-
was doch zum W^esenhaften katholischen
ibens und christlicher Kirche gehörte. Schließ -
war diese ganze Zeit durch den religiösen
I uidualismus^ ) charakterisiert, der in unserer
he sich stärker als sonstwo behaupten konnte.
I 2 sogenannte „Aufklärungszeit" hat ihre guten, aber audi
II Sd»attenseiten. Die Gottesvorstellung verblaßte (Deismus),
li >enslehren wurden weithin zu Vernunftlehren und ihrer
t osen Kraft beraubt. Mit dem Aberglauben wurde häufig
i der Glaube vertrieben. Einseitige Verstandpllege führte
i Verödung der Herzen und der Religion selbst. — Audi
f waren mandimal zu sehr geneigt, abzusdiaffen und die
i Grenze zu übersdireiten, die der gläubige Mensdi spürt.
\ wenig religiös fruditbar unser Sdirifttum war, beweist
I Fatsadie, daß sie außer weniger Bedeutendem nur ein
-h religiöses Budi hervorbradite: Herzogs, „Gott ist
' < protestantisierende, liberale und modernistisdie Ridi-
i in der alt-kath. Kirdie berief sidi gern auf den Aussprudi
\ Kens: „Was nidit aus Überzeugung gesdiieht, ist Sünde",
I >ussprudi, der kein Freibrief für Subjektivismus in seinem
I \l sein kann! — Gefährlidier war, daß es mandimal den
\ liein haben konnte, als hielte sidi diese Riditung für die
» itlidi alt-katholisdie. Nur daraus wird verständlidi, daß
' ' '. ^"[. Andersdenkende gern herabsah als auf „Nodi-
« iidene", irgendwie dodi nodi „römisdi Gebliebene", und
i diese Richtung die positiven Alt-Katholiken von den
' isselpositionen fernzuhalten sudite.
► nst Moog geht in dem Lexikon „Religion in Gesdiidite
' Gegenwart" (1927) auf den damals vorfindlidien Indivi-
•smus em: „Es zeigten sich neben dem ursprünglichen Be-
weil lange Zeit die bürgerlich-intellektuelle
Schicht überwog und die Zerstreuung vieler Alt-
Katholiken eine regelmäßige und ausreichende
gottesdienstliche, unterrichtliche und seelsorgliche
Betreuung überaus erschwerte. Die führenden
Männer in unseren Bistümern hatten es von
Anfang an nicht leicht, der zunächst stark kämp-
ferisch eingestellten anti-römischen und späteren
Lasvonrombewegung, „die religiöse Direktive"
zu geben, sie wenigstens in ihrem objektiven
Lehrgut im katholischen Glauben zu erhalten
und diese Bistümer nach Überwindung des Zeit-
bedingten, das unseren Kirchenteil oft seltsam
zwielichtig und schillernd erscheinen ließ, zu
einem wirklichen Ansatz einer wahrhaft katho-
lischen Besinnung und somit zu einem Glied und
Werkzeug der Wiederversöhnung der christlichen
Kirchenteile und Teilkirchen zu machen.
Diese eben gekennzeichnete Richtung gab den
Kritikern in der römisch-katholischen Kirche die
Möglichkeit, uns als „Neuprotestanten"^) zu be-
zeichnen. Sie vor allem übersah auch seelsorgliche
Notwendigkeiten, vergriff sich im Ton und trägt
eine Hauptschuld daran, daß die alt-katholische
Kirche trotz eifriger Propaganda, emsiger Samm-
lungsarbeit, großer Anstrengungen im Kirchbau
und innergemeindlicher Betriebsamkeit mehr und
mehr verkümmerte und den Anschluß an die
großen Aufbruchsbewegungen der Kirchen rings-
um so spät gewann. So war die alt-katholische
Kirche in Gefahr, das katholische Erbe auch des
ersten Jahrtausends nicht mehr zu verstehen und
zu nützen.^) Wenn es dennoch gelang, die Bis-
tümer im katholischen Glauben zu erhalten, ja
durch die Zeitenstürme hindurchzuretten, dann
kenntnis mannigfaltige Richtungen neben- und durcheinander.
Man bleibt in der Verneinung des Romanismus stecken und
wird „indifferent". Man deutet die Kirche bildlich und stellt sich
freireligiös oder „protestantisch" ein, ohne letzteres zu sein.
Man ringt sich aus Herzensantrieb zum Protestantismus durch.
Man bleibt „ak", begrüßt . . . die „Hochkirchliche Bewegung"
im Protestantismus . . . und spricht mit Heiler von „evange-
lischer Katholizität". Man beschneidet das katholische Autori-
tätsprinzip in der Verfassung. Man huldigt einer allgemeinen
christlichen Wiedervereinigung, wobei internationalistische Be-
strebungen, pazifistische und sozialistische unterlaufen . . ."
Diesem Individualismus, durdi Neubeitritte verstärkt, fehlte
vielfach durch die Verhältnisse erzwungen (Diaspora) das
Gegengewicht einer regelmäßigen kirchlichen Versorgung. Der
Zeitgeist der Verweltlichung, das neue Weltbild mit seinen
Problemen, Genußsucht, Wohnungselend, Berufstätigkeit der
Frau, das Hasten und Jagen eines technisierten Zeitalters er-
schweren auch heute — und nicht nur bei uns — die wirklidi
religiös tiefe Bildung und das „Sentire cum ecclesia", d. h.
das Leben und Fühlen mit der Kirche.
') Siehe Budiberger, Lexikon für Theologie und Kirche I S. 318.
•) Eine ehrliche Selbstbesinnung hätte sich nicht nur die Frage
vorzulegen, wie die offenkundigen VerkOmmerungserscheinun-
gen bei uns zu erklären wären, also die beunruhigende Not
mangelnden Priester- und Schwesternnachwuchses, der Mangel
an führenden und befähigten Laien mit kirchlicher Gesinnung,
an Jugend, die wachsende Gleichgültigkeit usw. Viel beun-
ruhigender noch ist folgende Frage: Wie kommt es, daß die
alt-kath. Kirche, trotz Anerkennung durch den Staat, trotz
Durchführung aller in der römischen Kirche je erhobenen Re-
formforderungen nicht Millionen um sich sammelte! Warum
verdanken wir das nächst der göttliclien Vor-
sehung, die uns vielleiclit doch noch als Werk-
zeug benutzen will, dem Bischofsamt in der
apostolischen Nachfolge^") und einigen besonne-
nen theologisch klar denkenden Männern, vor
allem auch dem Umstand, daß es in jeder Ge-
meinde unter Hunderten völlig unkirchlich ge-
wordenen Taufscheinchristen einige Männer und
Frauen gab, die sich für die Idee der alten katho-
lischen Kirche aufopferten.
Der Zusammenbruch der nationalistischen,
deutschchristlichen und liberalistischen Idole in
Verbindung mit der Wiedergeburt einer Offen-
barungstheologie (KarlBarth) und einer hodikirch-
lidi gesinnten Bewegung haben zwar in unserer
Kirche gewisse protestantisch-dialektische Ten-
denzen verstärkt, aber, aufs Ganze gesehen, nun
eine neue Lage geschaffen. Wir spüren alle mehr
oder weniger klar, daß die Bistümer der Alt-
Katholiken nach dem Gesetz, nach dem sie an-
getreten waren, weiterschreiten müssen. ^^) An-
getreten aber waren sie, um römische Neuerungen
gefährlicher Art abzuwehren, die altkirchliche
Tradition und Erkenntnisprinzi'pien katholischer
Wahrheitsfindung zu verteidigen und die Kirche
aus dem Geist des Neuen Testamentes und der
Urgemeinde zu erneuern. Dieses Ziel muß uns
künftig den Weg weisen, den wir zu gehen haben.
Darum gehört eine Besinnung auf die Selbst-
bezeichnung im ursprünglichen Sinn ebenso zur
Forderung der Stunde wie die längst fällige Be-
sinnung auf unser rechtes Selbstverständnis als
katholischer Kirche. Sie ist geradezu ein Teil der
Selbsteinkehr, ja dedkt sich weithin mit ihr.
zogen es Männer wie ein Fendt, Prof. Klein usw. aus der Rom-
kirche vor, zu den Protestanten zu konvertieren und Protestan-
ten wie Bergengruen, Sdiarpp, Gertrud von le Fort, usw. nach
Rom zu pilgern statt zu uns zu kommen? Nur, weil sie dort
Geborgenheit in einer Großkirche mit ihren ganz anderen
Möglichkeiten der Publikation usw. finden? Oder materielle
Besserstellung? Alle diese Fragen einmal ganz ehrlich und
gründlich zu untersudien, wäre wirklich vordringlich! Dahin
gehört audi jene Frage: Warum nahm die röm.-kath. Jugend,
die liturgisdie Bewegung, von uns keine Notiz? Verlangt der
moderne Mensch, wenn er schon Kirche sucht, nicht Klarheit,
Entschiedenheit und Gemeinsdiaft?
'•) Unter der successio apostolica, d. h. der lüdcenlosen Nadi-
folge im Bisdiofsamt darf nie nur eine mechanisdie Nachfolge
und formale Weihemitteilung verstanden werden. Solches
wäre eine successio nuda, als solche wertlos. Die Weihe wird
audi nicht nur auf einen Diensttitel, etwa der Verwaltung, ge-
geben. Sie schließt in sich die Pflicht, und zwar als erste, der
Verkündigung der apostolischen Glaubenshinterlage in ihrer
Fülle (Katholizität). Darum muß der zu Weihende electus ver-
trauenswürdig in seinem ganzen Wesen sein, darum auch vor-
her eine Examensabnahme der Grundlehren der apostolischen
Botschaft und die Warnung, das Amt nicht zu ersdileichen.
") In dem Augenblidc, da man mit dem Begriff alt-katholisch
Lehren für vereinbar hielte, die offenkundig und eindeutig der
Lehre der einigen, katholischen Kirche widerstreiten, gäbe es
nur eine Alternative: Entweder müßten die Alt-Katholiken den
Vorwurf einstecken, sie bedienten sich einer Art „doppelter
Buchführung", d. h. sie verstünden die katholische Wahrheit
in gänzlich anderem, bzw. uneigentlichem Sinn — eine fatale
Lage für uns, die wir Gegner jesuitischer Mcntalreservation
(geistlichen Vorbehalts) sind. — Oder — und das wäre immer-
hin ehrlich — man müßte den Namen fahren lassen, bzw.
Nicht nur unsere eigene Vergangenheit, n
die Geschichte anderer Reformbewegungen /
uns die Unumgänglichkeit einer Besinnung
notfalls einer Umsinnung. Wieviele, die eine
Stauratio catholica anstrebten, sclilugen n
kurzer Zeit antinomistisch ins Gegenteil ue
oder huldigten Neuerungen, die folgenschw(
waren als jene, die sie ursprünglich bekämpf
Die gleiche Kirchengeschichte aber lehrt bi:
die jüngste Zeit, daß der inneren Festigung
der äußeren Erstarkung auf die Länge ni«
besser dient als eine klare Konzeption des W
Uns und der Lehre. Nur dann, wenn wir im ^
wendigen einig sind, werden wir als Vertreter
Sana doctrina, der „gesunden Lehre" befäl
sein, als Gesprächspartner sowohl der ökuin
wie der römischen Kirche Ersprießliclies imGt
DöUingers für die Wiederversöhnung der ges]
tenen Christenheit zu leisten. ^^j Schon dar
hofft der Verfasser dieses grundlegenden Beiti
im diesjährigen Jahrbuch, unserer gesani
Kirche hierdurch einen Dienst zu erweisen.
deutlich erklären, alt-katholisch habe mit Katholischer K.
und Lehre nichts mehr zu tun bzw. so wenig oder so viel
liberal-katholisch (eine theosophisch-gnostische Abspliltei
von der alt-kath. Kirche) oder deutsch-katholisch.
") Es sei nur an den geschichtlichen Weg der Reformn;
. kirchen erinnert. Während Luther zunächst nur an ein
Stauratio catholica dachte, haben seine Epigonen Kami
mein zu Lehren umgestaltet, ja sich die größten Freiheitt
laubt und die Einheit im Glauben immer weiter aufgelöst
' Recht ärgert sich z. B. ein Karl Barth über jene, die vergt
daß auch vor Luther schon christliche Kirche da war <
wende 1957, Heft 6). — Am typischsten aber zeigt in der
zeit die deutschkatholische Bewegung diesen radikalen
« schlag. Aus dem Protest Ronges und Czierskis gegen u.n
Reliquien (Trierer Rock) 1844 entstanden, endete diese I
gung schon nach kurzer Zeit als freireligiöse (Licht frei,
unitarische Bewegung, die in ihrer amerikanischen Cr;
seit kurzem auch das Wort christlich aus dem Namen
strichen hat.
Die Spuren schrecken! Jeder Zusatz zu einem Wesensbep
in unserm Fall die Vorwörter „liberal", „römisch", „deut
oder auch „alt" vor katholisch, gefährdet leicht die Klar
des Hauplbegriffs, indem sie ihn vorbelastet, einengt, >i
sogar aufhebt. Wie wäre die Entwicklung wohl abgela
wenn wir einfach „Katholiken" heißen und sein würd«
jenem Sinn, wie er hier erklärt werden wird.
") Ob wir auch Vermittlungsglied einer großen Wicdi-
einigung (im aktiven Sinn) werden, d. h. ob Gott iin*^
gebrauchen will, wissen wir nicht. Jedenfalls vei \
Gott, wenn wir nur uns dabei suditen und nicht iL'
Vorläuferdienste zur Kirche des Glaubens (Credo) iiii>i
Einheit leisten wollten. Auch dann käme es, menschlich
sprechen, noch darauf an, ob uns große Theologen und h'l
dige Gemeinden geschenkt werden. — Im Augenblick wt
unsere Fragen jedenfalls zwisdien Protestanten und t
sehen Katholiken ohne uns verhandelt. Immerhin, mindr^
wird man der Saclie nach unsere Lösungen, Reformen
Argumente nicht ausklammern können. Und immerhin h
wir den einzigen Weg zur wirklichen und daucrh.iflcMi 1
gung vorgemacht: Einigung auf den» Boden des Glaubon.s
noch wahrhaft katholischen, ungeteilten Kirche! Das ist
gerade Gegenteil aller gottwidrigen, daher ungoseniulrn
unfruchtbaren Versuche, eine Einigung auf einem ^^'
Programm, durch faule Kompromisse, menschliche ^ •
düngen oder gar bloßen Brudergefühlcn von uns an--
zu woben. Unser Beispiel betont lilinigkeit im Noi '
relativiert nur jene Lehren sowohl der Reformatio!'
römischen Kirche, die eigenmächtig von Teilkirchen '><!< ■
chenteilen beschlossen wurden. Sie werden damit nichl
nulliert — wer könnte ein tausendjähriges Müluti der B<
für überflüssig erklären, aber wir halten dafür, daß es
Deulungsversuche, mehr oder weniger brauchbare Art'
hypothesen solange sind, bis ein ökumenisches Konzil w
Geist gesprodien hat.
Entfaltung des Begriffs „Katholisch''
Litholisch"^^) wird sowohl als Kennzeichen und
;nschaftswort für etwas Charakteristisches an
Kirche Jesu Christi verwendet wie als Be-
rinung der Kirche selbst bzw. heute bestimm-
Kirchenteile der einen im Glauben erfaßten
•he. Schon dadurch scheint die Klarstellung
icn, was „katholisch" meint, erschwert, ja fast
löglich zu werden. Im Laufe dieser Studie
den wir jedoch nicht nur einsehen, daß und
um dieses Wort schon recht früh zur Be-
lung der Kirche im Gegensatz zu Abspal-
_ II benutzt wurde, vielmehr auch das, daß
; einen tiefen und richtigen Sinn hatte und
II ti hat.
1 der Neuzeit aber wurde das Wort „Katho-
|i d" zu einem umstrittenen Begriff, ja zu einem
^ tyrer, von den einen zwar innig geliebt,^^)
ii anderen mißverstanden, befehdet, ja gehaßt.
Vas wird alles mit diesem Begriff zu-
« imengebracht — und zwar durchaus nicht
von Ignoranten und Böswilligen: Primi-
Ausdrucksformen einer verderbten Volks-
1 gion ebenso wie offenkundige Verirrungen gan-
p Zeitalter christlicher Kirchengeschichte.^^) Zu-
\ls erster prägte Ignatius von Antiochien (f 107) den Satz:
' Christus, da ist die katholische Kirche". (Brief an
rn. 8, 2.) Polykarp, Irenäus und Tertullian gebrauchen
Begriff zur Unterscheidung von Sekten. Von Pacian von
■elona stammt jener bekannte Satz: „Christianus mihi no-
, catholicus vero cognomen", d. h. Christ ist mein Name,
lolik mein Zuname. „Katholisch ist seit dem Nicaenum
s der vier Wesensmerkmale der wahren Kirche. Seit Cy-
n bezeichnet es die rechtgläubige Kirche.
Vie etwa auch das, was „Kirche" aussagt, heute eine Auf-
tung erfährt.
.oldie affektgeladene Vorstellungen sind etwa: Ketzerver-
mung, Inquisition, Kampf gegen Kopernikus, Galiläi, pri-
ve Volksfrömmigkeit, feingesponnene Intrigen, Falschheit.
Ul das hat sich wie Unkraut im Garten der Kirche ge-
len und findet sich heute noch, teilweise sogar als Lehr-
lungen und Bestimmungen in der römischen Kirche,
aber mit wahrem katholischen Glauben nichts zu tun, ja,
so unkatholisch wie nur etwas, weil all das aus engem,
iristlichem Horizont, teilweise als Nachwirkung heidnischer
Stellungen, teils auf Grund grober Mißverständnisse er-
hsen ist.
haben hier die römische Kirche nicht zu verteidigen. Doch
Katholiken, d. h. der Wahrheit, der ganzen Wahrheit ver-
de Menschen müssen wir uns auch hier wenigstens um
'chtes Urteil mühen — und deshalb zugeben, daß 1. Volks-
ßionen immer in Gefahr sind, die reine Idee zu verfälschen,
verderben, also zu entarten und 2. daß die christliche Welt
1 häufig eine unchristliche, nur mit christlichem Firnis
rzogene Welt geblieben ist. Der alte Adam erwacht zudem
1 in jedem, der mit Ernst Christ sein will. Schon Paulus
darum bekannt: „Das Gute, das ich tun möchte, tue ich
it und das Böse, das ich nicht tun möchte, tue ich."
der Tatsache, daß sogar die Offenbarung in ihrer Wirkung
it aus den irdischen Gesetzmäßigkeiten ganz entlassen ist,
also zeitgeschichtliche, psychologische und sittliche Fak-
•n auch in die Kirche der Erscheinung hineinwirken — um
1 diabolus ganz abzusehen — ist zweierlei zu folgern:
>ie Kirche bedarf, soll sie als Heilsinstitution ihr Werk
cait tun, des göttlichen Beistandes (der ihr verheißen ist)
ind ordnender Dienste (Verfassung, Ämter).
>ie Kirche des Erscheinungskörpers bleibt eine semper re-
ormanda, also eine immer zu erneuernde, wobei jeder am
'psten bei sich damit anfängt, bevor er andere kritisiert,
^ur die Kirche als Gesamtheit kann nie zerstört werden,
izw es kann nie vorkommen, daß alle Teile der Kirche
neichzeitig in Irrtum verfallen.
dem nimmt man sich selten die Mühe, zwischen
katholisch und römisch-katholisch klar zu unter-
scheiden, auch in alt-katholischen Kreisen. Bevor
man über konkrete katholische Dinge spricht,
wäre deshalb erst einmal zu prüfen, wovon
man spricht, ob von der Idee, dem Wesen,
der amtlichen Lehre dieses oder jenes Kirchen-
teiles oder von der Wirklichkeit, der Erschei-
nung, die ja niemals die Idee, das Wesen rein
verkörpern wird, auch nicht dort, wo man alle
Vorstellungen chemisch reinigt und korrekt zur
Darstellung bringen will.^^) Das Herz, sagt
Pascal richtig, kennt oft andere Gründe als der
Kopf, wir möchten sogar meinen, es erfaßt alles
überhaupt erst in einer lebendigen Tiefe und
macht es zum persönlichen Besitz, natürlich mit
all den Beschränkungen, die durch die Begrenzt-
heit der individuellen Anlagen gegeben sind. Wenn
man die Vorurteile und Belastungen kennt, die
durch geschichtliches Verhängnis, durch Sünden
der Menschen, auch der Priester und Väter im
Glauben diesem Märtyrer, d. h. dem Begriff „ka-
tholisch" aufgeladen wurden, wird man sich also
kaum wundern dürfen, daß die Forderung, „wir
müßten katholischer werden", das katholische
Prinzip radikalisieren, d. h. wurzelhaft verstehen,
nicht nur mißtrauisch angehört, sondern in 99
von 100 Fällen mißverstanden wird. Etwa dahin,
als wolle man römisch-katholische Lehren oder
Bräuche einführen oder die Kirdie klerikalisieren
oder was immer, wobei „man", sagen wir ruhig,
ebenfalls 99 von Hundert, nicht einmal klar
sagen können, was eigentlich mit „römisch" ge-
meint und bezeichnet werden soll und darf (denn
auch dieses Wort ist ein Prügelknabe für alles
mögliche, so daß man fast das Sprichwort ab-
wandeln möchte: „Was man nicht definieren
kann, das sehe nur als ,römisch' an"). So wurde
der Begriff „katholisch" nicht nur verschieden-
artig gebraucht, er wird auch zum Tummelfeld
für alle denkbaren Antiaffekte, ja zum Popanz.
Und doch bleibt es dabei: Wahre Katholizität
überwindet jede Häresie, jeden Irrtum, jeden Is-
mus. Jeder Ismus übertreibt, jede Irrlehre wird
nicht durch die beigemischte Wahrheit, sondern
durch Einseitigkeit, Vorbetonung, falsche Akzen-
tuierung, also durch Leugnung der Ganzheit Irr-
lehre. Katholisch besagt, um das schon vorweg
zu sagen, das Ganze, das Ganze in Ganzheit und
") Das darf natürlich nicht dazu führen, daß man Mißbräuche
duldet und vulgäre, sensuelle Frömmigkeit fördert, wie es
die röm.-kath. Kirche vielerorts tut (Südamerika, Mexiko, aber
auch in abgeschwächter Form bei uns). Was soll man bei-
spielsweise dazu sagen, daß deutsche Bischöfe, die um die
Fragwürdigkeit vieler Reliquien (Trierer Rock, Schrein der
Hl. Drei Könige usw.) wissen, ihre Ausstellung und Verehrung
mit fadenscheinigen Gründen verteidigen. Zu solchem Sich-
mitschuldigmachen gehören auch viele andere Observanzen,
die jedes tiefere religiöse Empfinden abstoßen (z. B. die Pere-
grinationen der Fatima-Statuen).
in richtiger Ordnung. Zumindesten hat daher der
als Mensch ja auch begrenzte „Katholik" eine
Spürnase, einen Richtungs- und Orientierungs-
sinn auf das Ganze hin, eine letzte Vorsidit vor
gleißnerischen, betörenden Sirenengesängen. Da
nur die volle, runde, ganze Wahrheit uns befreit
— die Wahrheit wird euch freimachen — etwas
Ganzeres, Umfassenderes als das Ganze es aber
nicht geben kann, kann es auch nichts Befreien-
deres und Beglückenderes als das Ganze geben.
Doch wir eilen der Untersuchung weit voraus.
Gehen wir sclirittweise voran.
1). Beginnen wir vor der Sach- und Begriffs-
erklärung mit der wörtlichen Ableitung, dann
heißt katholisdi, abgeleitet von kath holos das,
was dem Ganzen gemäß ist, was geteilt, immer
wieder ein Ganzes bleibt (Beispiel: das Wasser).
So verstanden, bezeichnet das Wort etwas Quali-
tatives. Leider hat man allzuhäufig auch das Wort
im Zusammenhang mit ökumenisch, d. h. über
die bewohnte Erde verbreitet, verstanden. Kath
holen gen, über die ganze Erde verbreitet, war
die ecclesia catholica. Durch diesen Sprachge-
brauch wurde das Quantitativ-Räumliche, die all-
gemeine Verbreitung — ich möchte paradox sa-
gen, unkatholisch vorbetont und herausgestellt.
Wenn man im Gegensatz zu den Irrlehren dann
von der katholisdien Kirche sprach und spricht,
dann stand die Vorstellung im Vordergrund: die
allgemein verbreitete Kirche, die an Zahl alle
übrigen Denominationen entweder in deren Ge-
samtsumme oder im Einzelnen weit übertrifft.^®)
Freilich schwang stets auch das Wissen darum
mit, daß diese „allgemeine" Kirche von Christus
an alle gesandt war und daß sie also einen all-
gemeinen Auftrag hatte, gemäß den Worten ihres
Herrn: „gehet hinaus in alle Welt und verkündet
jeglicher Kreatur das Evangelium" usw. (Matth.
28, 18, 19.) In ihrer moralisch allgemeinen Ver-
breitung*') und Sendung an alle verstanden, sind
also die Begriffe katholisch, ökumenisch und all-
gemein vertauschbare Bezeichnungen.
Eine Erbreiterung, immer noch in der Kate-
gorie der Quantität, erfuhr der Begriff „katho-
lisch" durch Hinzunahme des Raumes der Zeit.
Katholisch war die allgemeine Kirche also nicht
nur deshalb, weil sie tatsächlich aus einem Senf-
körnlein zu einem großen Baum herangewacli-
") Nur für ganz kurze Zeiträume, z.B. für die arianischen Wirren,
traf das auf die katholische Kirche nicht zu. Der Kirchenvater
Hieronymus rief damals aus: „Ingemuit totus orbis et Arianum
se esse miratus", d. h. der Erdkreis seufzte und wunderte
sidi, daß er arianisch geworden sei. Dennoch: der Arianismus
war im Volk weniger verbreitet, viele Bischöfe waren keine
formellen Häretiker und die Wirren dauerten nur kurze Zeit.
") Moralisdie Ausbreitun« meint, daß allüberall sidi Katho-
liken finden, nicht, daß alle Länder ihr angehören fphvsisdie
Katholizität).
sen war, in dessen Zweigen die Vögel des 1
mels (die Völker) wohnten. Sie glich auch ei
Schiff, das umtost von den Wogen zielsicher
Heiligen Gral durch die Stürme der Zeit, vo
an Klippen und Untiefen, den Gestaden e
neuen Zeitalters zutrug. Eine nochmalige rä
liehe Ausweitung erfuhr der Begriff kathol
durch den Glaubensartikel von der „Gemeinsc
der Heiligen". Da die katholische Kirche audi
Seligen und vollendeten Geister (triumphien
Kirche) ebenso wie die noch der Läuterung
dürftigen (leidende Kirche) zur Vollzahl der
ligen redinete, zu der die pilgernde und streite
Kirche berufen und in der Taufe versiegelt >
so weitete sich die Vorstellung der Kirche um
metaphysischen Räume des himiulischen J
salem und des Purgatorium. Wir kennen d
gewaltige Schau, die den orthodoxen Brut
und Schwestern so sehr ans Herz gewachsen
aus vielen Gemälden und aus dem Allerheilii
fest.
2.) Obwohl die raum-zeitliche Erfassung
Kennzeichens und Wesensmerkmals der chri
chen wahren Kirche vom Kirchenvater Augusti
begünstigt, im ganzen Mittelalter vorherrsdite
auch heute noch über Gebühr in der röiiii
katholischen Dogmatik betont wird, sollten
dürfen gerade wir nicht übersehen, daß es ^
auch Befürworter eines qualitativ -spiritw
Verständnisses des Wesensbegriffs der Katho
tat gab. Schon der Zeitgenosse Augustinus', C>
(t 444) hat einer wesenhaft verstandenen Kai
lizität den Weg gebahnt.
C^^rill muß sich offenbar die Frage ges'
haben, warum die Kirche die allgemeine Verl
tung gefunden habe und ob ihr das Merkmal
Katholizität von Hause aus gebühre, aucli in
ner Zeit, als von einer allgemeinen Verbreit
noch keine Rede sein konnte (Urgemeinde). \\
um konnte sich die Kirche Jesu Christi, die sicli
wahre wußte, in gleichartigen Gemeinden ülx
gegen Verfolgung und gegen die Konkiirren/
Irrlehren behaupten? Haben nicht auch aii'
Religionsstifter Missionsbefehle gegeben
wohnt nicht jeder Lehre das Streben inne, Jün
zu gewinnen und die Welt zu erobern I
Cyrill erklärt, zunächst wie Aiiguslinus:
tholiscli wird sie (die Kirche) genannt, weil
auf dem ganzen Erdkreis ausgebreitet ist (siuß
Katholizität)". Dann aber fährt er fort: „weil
allgemein und unablässig alle Menschen die
wissenden Dogmen lehrt . . . weil sie das g;i
. Mensdiengeschlecht, Herrscher und Unterf^'elx
Gelehrte und Ungelehrte zur wahren Gottes^
ehrung anleitet, ...weil sie allgemein heilt und
sund madit alle Arten von Sünden, die mit dem 1
I> der Seele begangen werden und weil sie von
m, was Tugend heißt, jede Art ... in sich be-
t." (Cat. 18)
lan spürt der Cyrill'schen Erklärung noch eine
isse Bemühung an, durch gehäufte Anein-
erreihung der Gaben und Aufgaben den um-
icnden Befähigungsnachweis der inneren Eig-
ig der Kirche zu erbringen, die sie zum Füh-
des Titels „katholische Kirche", Kirche für
, berechtigt. Dennoch leitet sie über zur in-
en, wesenhaft geschauten Katholizität als
md ihrer Expansionsfähigkeit. Negativ er-
t sich aus der Cyrill'schen Umschreibung,
{ Gemeinschaften, die lediglich im Wettlauf
äußeren Ausbreitung siegen würden, ohne
innere Vollmacht zu besitzen, auf das Prädi-
! „Katholisch" keinen Anspruch erheben kön-
i. Und umgekehrt: auch die kleinste Zelle der
) che, auch die in Jerusalem am Pfmgstfest ver-
i (imelte Urgemeinde besitzt bereits die Beschaf-
1 heit der Katholizität.^**) Da sie das Pleroma
< risti besitzt, da Christus ihr Haupt ist, da sie
j 'rharrt im Gebet, im Brotbrechen, in der Ge-
inschaft und Lehre" (Ap. Gesch. 2, 42), hat sie
i»ht nur den Auftrag, die Vollmacht zur all-
neinen Ausbreitung, sie ist potentiell bereits
1 holische Kirche, auch im quantitativen Sinn,
: wie der Same schon den Baum in sich enthält,
t der inneren Befähigung für alle hat sie zu-
pidi auch das unabdingbare innere Recht der
itgemeinen Verkündigung und Ausbreitung, ja
I r Pflicht hierzu.
Diese innere Vollmacht, die der äußeren Be-
tigung gar nicht erst bedarf — obwohl sie sie
I t — wird nun geradezu zum Unterscheidungs-
jrkmal der wahren Kirche von den Pseudokir-
«3a. Hie ist Katholizität — dort Häresie. Katho-
ch ist die Kirche, weil sie die apostolische Übef-
f erung ganz und zu treuen Händen besitzt. So wird
ite Katholizität zur bewahrten und entfalteten
lostolizität, garantiert durch das göttliche Pneu-
las die Kirche in alle Wahrheit '^einführt,
1 aiitiert auch durch das Bischofsamt, das Chri-
is selbst repräsentiert. Wo aber Christus, da
tholische Kirche. (Ignatius von Antiochien.)
Die Katholizität verbliebe auch der Kirche, wenn sie durch
fall oder Ausrottung dezimiert oder in ihrer Ausbreitung
tiindert wäre. — Umgekehrt darf sie niemals aus taktischen
wägungen und menschlichen Rücksichten, etwa um ihre
sbreitung zu erleichtern, die Katholizität ihrer Lehre bzw.
CS Wesens gefährden. Alles, was in sich gut ist, kann die
rche zwar bejahen, vielleicht auch zu Ausdrucksmitteln
listlicher Wahrheit machen. Nie aber darf ihr Wesensgefüge
Jurch verfälscht und verändert werden (siehe Ritenstreit
den asiatischen Missionen, national-kirchliche Tendenzen
Sinn des 3. Reiches, Akkommodation in der Missionierung
r Heiden usw.). Nie darf durch Übernahme philosophischer
sleme, durch Formgebilde fremder Religionen, Verbeugen
n Zeitmeinungen das Eine ins Andere verkehrt und ver-
«lert werden. Diese Forderung erstreckt sich bis in die
radie, die sie ebenso vor Verweltlichung hüten muß wie
"c Ileilszeichen vor Profanierung.
' Die Erläuterung Cyrills verdient unsere Auf-
merksamkeit noch in anderer Hinsicht. Sie betont
auffallend das „pro nobis", das „Für uns" der
Heilszuwendung der Kirche (die, das geht aus dem
ganzen Tenor hervor, von Cyrill als Institution
verstanden wird). Sodann, sie wendet das Heil
zu, das allen nötig ist — gleichgültig, welcher
Volksschicht oder welchem Berufsstand einer an-
gehört, denn die menschliche Natur ist dieselbe
gefallene und heilsbedürftige. Und sie wendet das
zu, und nur das, was ihr selbst nach dem Rat-
schluß Gottes gegeben wurde, was den Menschen
zu wissen nötig ist. Die Gemeinde Jesu schaut
jetzt in statu viatoris, im Stande der Pilgerschaft
Gottes Herrlichkeit nicht unmittelbar, sondern nur
gebrochen. Wie in einem Spiegel wird das Licht
reflektiert, in das unsere Augen nicht hinein-
sehen können, denn „Gott selbst wohnt in einem
unzugänglichen Licht". Auch die katholische
Kirche meint zwar die Fülle der Wahrheit, weist
hin auf den, „der alles in allem ist" und glaubt
diesem Gott mit allen Attributen, die ihm zu-
kommen, aber der ferne Gott ist uns in Zeit und
Raum dieses Äons nur als Menschensohn, in
Knechtsgestalt erschienen, hat sich ins Fleisch ver-
hüllt. Zwar ist er der Eschatos, der zuletzt kam;
in ihm sehen wir den Vater mit, in seinen Gaben
haben wir bereits einen Vorgeschmack des himm-
lischen Jerusalem, aber noch ist es uns verborgen,
was da kommen wird.
3.) Wir bemerkten, Cyrill erweise die alles um-
fassende Befähigung der Kirche, d. h. ihre Katholi-
zität, durch Aufzählung und Aneinanderreihung
der ihr zugeteilten Gaben, die sie zur Erfüllung
ihrer Menschheitsaufgaben befähigte. Obwohl
Cyrill selber nicht expressis verbis, mit ausdrüdc-
lichen Worten die innere Bezogenheit dieser Ga-
ben aufeinander erwähnt, ist dieser Tatbestand
impliziert, d. h. mitgegeben, mitenhalten. Sie kann
überdies aus den beständigen Hinweisen des Apo-
stels Paulus, wie Gott jedem seine besondere Auf-
gabe mit der Gabe zugleich zugewiesen habe, ja
aus dem Begriff der Kirche als eines Organismus,
ja als „Leib Christi" gefolgert werden. Wie die-
ser Leib in Christus schon ein ordnendes Prin-
zip und Haupt hat, so besitzt auch die Kirche
die Fülle der Gaben und Wahrheiten nicht als ein
ungeordnetes Ganzes oder nur als ein mechanisch
wahlloses Nebeneinander (etwa wie die Steine
in einem Steinhaufen), sondern als wohlgeord-
netes Ganze, mag auch zeitweise die Schau dieser
Ordnung verdunkelt worden sein, so daß sie nur
noch transparent sichtbar wurde. Es gibt zentrale
Wahrheiten und andere, die mehr daraus gefol-
gert werden, es gibt unbedingt nötige Forderungen
und solches, was man gerade noch hingehen und
mitlaufen lassen kann, wobei allerdings Paulus
schon richtig meint, er wolle lieber zehn Worte
im Verstand, als tausend „im Geiste" ohne Zu-
sammenhang reden.^*)
Wir brauchen also gar nicht auf philosophische
Gedankengänge oder naturwissenschaftliche Tat-
sachen zurückgreifen, wonach im Begriff der
Ganzheit schon ein ordnendes Prinzip, eine Zu-
ordnung der Teile und eine organisdie Betätigung
mitgegeben sei, so, wie es etwa der vitalistisdien
Naturwissenschaft (Driesch, Bavink) selbstver-
ständlich ist, daß alles Organische eine Entelechie,
eine Art „Seele" in sich hat, die sogar Tiere zur
Ergänzung verlorener Organe befähigt.
Die katholische Kirche besitzt mithin nidit nur
die Fülle der den Menschen zuträglichen Wahr-
heit, sie besitzt sie, wie auch die Heilsgaben, in
einer Ordnung (passive Katholizität) . Sie hat aus
ihrer Fülle allen zu dienen und die Welt heim-
zuholen in die gottgewollte Rangordnung der
Werte, aus der sie durch die Ursünde gefallen
ist. Sie muß mit den empfangenen Talenten wu-
chern, sie sinnvoll anwenden, sich dabei selbst ver-
wirklichend und erbauend (Aktive Katholizität,
bzw. Kirche als Selbstverwirklichung).
Ihrer Aufgabe wird die Kirche um so gerechter
werden, je mehr es ihr gelingt, die Menschen
heilsbegierig zu machen und sie zur ganzen Wahr-
heit und zum ganzen Reichtum der Fülle, die in
Christus offenbar wurde, hinzuführen, damit „sie
die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe Christi
erfassen und immer mehr zum Haupt hinanwach-
sen, das Christus ist. Je mehr ein Glied der Kirche
mit dieser fühlt und lebt, um so mehr wird es,
von ihrer Hand geleitet, Katholik, katholischer
Christ. Es bekommt einen Blidc für die geoffen-
barte Seinswirklichkeit, dadurch aber auch einen
Blidi für die Seinswirklichkeit der Welt über-
haupt, ihrer Mängel, Ihres Sosein und dessen,
was sie nadi Gottes Plan sein sollte. So kann man
in einem abgeschwächten, übertragenen Sinn von
„katholischen Menschen" sprechen. Der Christ,
der in Christus lebt und aus seiner Fülle empfan-
gen hat, besitzt eine christliche Haltung in katho-
lisdier Ganzheit (wenn man den Pleonasmus
[überladenerAusdruck] einmal anwenden darf) .^^)
") Die Offenbarung und folglidi audi die katholisdie Dog-
matik (Glaubenslehre) ist ein Wahrheitsgefüge. Es gibt Grund-
wahrheilen und abgeleitete Wahrheiten, die in den ersten
einschlußweise (implizite) mitgeoffenbart sind. — Ähnliches
gilt von jedem Seinsbereich, dem der Mensch zugeordnet ist.
Die Schöpfung kennt eine Abstufung: unbelebte Materie, Leben-
diges (Pflanze, Tier), Beseeltes (Mensch), reine Geisler (Engel).
Sie kennt die Schöpfung (ab alio) und Gott (a se). Ähnliche Slu-
fungen kennt das Reich der Werte (Ethik), die Ordnungen
des sittlichen Verhaltens usw. Der katholische Glaube umfaßt
alles Sein in der jeweiligen Stufenordnung und in den ent-
sprechenden Relationen. (Vergleiche das Koordinatensystem,
das freilich durdi Zeit und Umstände, d. h. durch die Situation,
seine Starrheit verliert. Nidit die Wertordnung wird durch
die Situationsethik verändert; neue oder andere Werte ver-
langen Berücksiditigung!)
Obwohl aucli der Katholik niemals selbst aus (
Gehäuse seiner individuellen Gegebenheiten
aus, also nicht über seinen Schatten sprin
kann, trägt ihn doch eine immerwährende Si*
sucht, die Wahrheit und Liebe ganz zu erfas;
So bleibt sein Herz gespannt und unruhig, bi
ruht in Gott. Solchen „katholisclien Mensch
ist eine aktive Katholizität in jenem Sinn eij.
als sie jede bewußte Einseitigkeit verabschei
die Welt in ihrer bunten Fülle lieben, in all
Guten einen Abglanz Gottes sehen, so daß ih
alles zu Stufen zu größerer Vollendung wird,
haben den Blick der Liebe, sie betrachten a
auch sub specie aeternitatis, von der höcli.».
Warte aus, sie fragen nicht so sehr, „was kon
danach, sondern ist es recht" — und so gewini
sie die wahre königliche Freiheit, auch die F
heit zum Martyrium. Wir bezeichnen dies
aktive Katholizität (im weiteren Sinn) . Zu die
aktiven Katholizität fühlt sich jeder wirkli
Katholik aufgerufen, weil die Welt der Ort <
Bewährung ist und zu Gott wieder heimgeh
werden will. ^^)
Wo ist die katholische Kirche^^)
Wir haben die Wortableitung und die begrilTli»
Enfaltung dessen, was katholisch meint, uns ^
gegenwärtigt. Nun wissen wir, was alles in v
") Hier erhebt sich die Frage, ob es auch eine natüri
bzw. atheistische Katholizität geben könne, die von d
barung und Gott absieht. Sicherlich gibt es eine auch dem
natürlichen Mensdien mögliche Grundhaltung, die für
weltlichen Seinsbereiche geöffnet und jedem das Seine.
Zukommende zu geben bereit ist, sogar „religiöse Bedürfn
Anderer anerkennt. Dennoch, ohne letzte Verankerung in
muß sich die rechte Werterfassung und Einordnung ßi
legend ändern. Es beginnt jene „Umwertung der Wt;
wie sie folgerichtig denkende Atheisten für sich oder in iii
Philosophie bzw. Politik stets auch vornehmen. Braucht
Bespiele?
") „Radikalisiert" und richtiger angewandt, d. h. ernst
macht haben wir mit der Katholizität als Alt-Kathuli"
darin, daß wir den Wirklichkeiten der Nation, di ;
liehen Natur und redlidier Wissenschaft gerecht
sind. Der Wirkliclikeit des Seinsbereiches a) der Volk' i
Zurückgabe der Autokephalie (d. h. einer relativen ^
digkeit in der Verwaltung, in der Gewährung der m
spräche im Gottesdienst), b) der Individuen (schärfen- l ;
Scheidung des Notwendigen und Freien, d. h. des veri
lidien Dogmas und des theologischen Deutungsversuchs,
lehnung jeder Gewissensgängelung sowie des gesetzlki
Zölibats). So anerkennen wir auch in allen Bereidien in Wa
haftigkeit die endgültigen Ergebnisse wissenschaftlicher ?•
schung. z. B. dadurcli, daß wir die fraus pia, den froin
Trug vieler unechter Beliquien, Legenden usw. ablehne;
Katholischer Haltung ist es eigen, das Ganze in all sti
Werten, Forderungen, berechtigten Ansprüchen |anz sei
und ihnen ganz gerecht werden zu wollen.
Ji). Einige werden dieser Frage ausweidien mit der Erkbn
♦ Loysi's:
^1. „Christus wollte das Reich Gottes und gekommen ist
Kirche."
2. Oder die Kirche ist unsichtbar, ist nur eine Wirklidii
des Glaubens. Nur Gott sind ihre wahren Glieder bekaii
3. Wieder andere erklären: Kirche ist nichts Statisches oc
Institutionelles: „Wo zwei oder drei versammelt ««ind
meinem Namen, da ist Kirche." Wir können hier
wenigen Sätzen auf diese unhaltbaren Meinungen -
Jede dieser Behauptungen verdiente eine eigene Abli.«.-''!"
!)egrifr mitschwingt: raumzeitliche und über-
nliche Expansionsfähigkeit und tatsächliche,
en, Diesseits und Jenseits umspannende Ge-
nsdiaft der Heiligen. Als wesenhaften Grund
diese Ausdehnungsfähigkeit erkannten wir
innere Eignung der Kirche, die als Füllhorn
Wahrheit und aufgerichtetes Heilszeichen he-
gt ist — durch Gott in Christus — alle Völker
ufen, um sich zu scharen, sie in ihrem mütter-
en Schoß neu zu gebären, zu trösten, zu heilen
für das Reich Gottes zuzurüsten. Weil Chri-
. ihr Haupt und der Heilige Geist, der vom
er durch den Sohn ausgeht, die Kirche belebt,
um kann sie die apostolische Glaubenshinter-
) treu verkünden und darum drängt sie die
je Christi, ihr Werk zu tun. Gegenüber den
ehren, den selbst zurechtgemachten Verkün-
mgen, bleibt sich die Kirche, so sie Christus
orsam ist, in ihrem Wesen gleich. 2^)
reilich, die Kirche hat die Einheit nur ein
ppes Jahrtausend einigermaßen bewahrt. Im
iten Jahrtausend kam es zum Bruch mit den
• Patriarchaten des Ostens, im 16. Jahrhundert
dem Norden, im 19. Jahrhundert vollzog sich
Spaltung zwischen denen, die die altkirchliche
fassung und Lehre festhielten und jenen, die
Regierungsform der totalitären Staaten vor-
,'nahmen. Und die Spaltungen haben sich fort-
iizi. Aus den Reformationskirchen entstanden
ligstens ein Dutzend große Konfessionen und
a 400 Denominationen. Alle berufen sich auf
istus, alle behaupten, die volle und ganze
hrheit zu besitzen, auch wenn sie teilweise den
riff katholisch meiden, vielleicht gar hassen,
nerhin, einige Kirchenteile halten an ihm fest,
erhebt sich die Frage, welcher Kirche kann
ite noch die Katholizität, die echte Katholizität
' hristus hat durch die Kirche in diesem Zeitraum uns
' ;> Vorgeschmack des Reiches Gottes gegeben. Mit der An-
( t Christi ist das Reich Gottes bereits angebrochen, ,,im
t imen". Seine Vollendung steht bis zur "Wiederkunft Christi
I
1 ): Die Kirche ist sichtbar, wenngleich ihr Wesen mehr
: sparent als unmittelbar sichtbar ist. Wie Christus sich
i igend legitimierte und doch nur dem Glauben ganz er-
« ibar war und ist, so verhält es sich bei der Kirche. Gerade
Kennzeichen sind Zeichen, die auf ihr Wesen hindeuten.
^ könnte die Kirche als völlig unsichtbare mit der „Stadt
' 1-^ .Berge" verglichen werden. Würde Gott durch eine
l 'lidi in ihrem Wesen unerkennbare Kirche die Menschen
1 t überfordern?
• ''J. ^•^^'' verwirklicht sich Kirche im Zusammensein von
sehen im Gebet. Sie wird aktuos, aktualisiert sich in der
• >ammlung. Aber setzt ein Beten im Namen Jesu nicht
• its eine Haltung, sagen wir es genau, Glaube voraus und
1 JHf dieser Gebetshaltung mit Jesus nicht eine bleibende
Dflichtung zur Fortführung der Gesinnung dieses Gebets
\T^ am Menschen (Beruf, Familie, Volk) ergeben? So
"odi Kirche wohl im Ereignis, in actu besonders sichtbar
; >■ aber sich nicht darin erschöpft; daß sie also doch
: MS durch Glaube — und im Glauben erfahrene Taufe
iiiziert durch jeden Akt auch des heranwachsenden Kin-
konstituiert wird als bleibende Institution!
Diese Diesselbigkeit (Identität) mit sich meint natürlich
^vsenhafte Gleichheit. Die Formen wechseln.
zugesprochen werden. Welche verkündet die
Ganzheit der von Christus geoffenbarten Wahr-
heit. Welche erweist sich als Ausspender der
göttlichen Mysterien in der von Christus gewoll-
ten Vollzahl und Ordnung.
Haben die Kirchen der Reformation Christus
besser verstanden oder jene Kirchen in Ost und
West, die zwar den Namen katholisch irgendwie
führen, vielleicht auch sich durch einen äußeren
Reichtum an Symbolen, kultischen Formen, geist-
lichen Schöpfungen auszeichnen? Dient vielleicht
diesen letztgenannten Kirchenteilen der Name
„katholisch" nur als äußere Klammer, um Un-
vereinbares zusammenzuhalten oder bestenfalls
zu einer künstlichen Scheinsynthese zu bringen?
Hat Harnack recht gehabt, als er den (römischen)
Katholizismus als „complexio oppositorum", d.h.
als Umarmung und Verschlingung der Gegensätze
bezeichnete? Oder gar Heiler, der das Wesen des
(römischen) Katholizismus geradezu zerlegen zu
können glaubte in die Faktoren primitiver Volks-
religion, judaistischer Gesetzesreligion, römischer
Rechtsreligion, hellenistischer Mystik und evan-
gelischer Frömmigkeit? Verlangt die gloria Dei,
die Ehre Gottes nicht das Gegenteil von Ak-
kommodation (Anpassung) an die Volksstruktu-
ren? Muß der Christ sich nicht weigern, das „Gold
der Ägypter", d. h. die Formen- und Gebärden-
sprache der Menschheitsreligionen . zu überneh-
men? Auch dann, wenn solche Anpassung die
missionarische Tätigkeit erleichtern kann! Ver-
langt Gottes Herrschaftsanspruch nicht klare
Scheidung und Entscheidung? Wahrlich, ernste,
in die Tiefe dringende Fragen. Ihre Beantwortung
benötigte ein dickes Buch. Da Harnack und Heiler
ihre Aussagen auf den römischen Katholizismus
beziehen, brauchen wir uns auch nicht ausführ-
lich damit zu beschäftigen. Wir sind überzeugt,
daß viele der Vorwürfe nicht den echten Katholizis-
mus treffen, sondern die katholizistische Ver-
zerrung, den römischen Katholizismus. Das rö-
mische verengt das wahrhaft katholische Prinzip
oder erweitert es unorganisch. Uns und hier geht
es um den echten Katholizismus. Wie wir ihn fin-
den, darüber müssen wir gleich handeln. Nur sei
denen, die den Katholizismus jeder Art unter ihr
Verdikt stellen, geantwortet, daß notwendiger-
weise der geoffenbarte Glaube die Fülle Gottes
nie ohne polare, gegensätzlich gebaute Aussagen
aussprechen kann, denn nur in Gott selbst ereig-
net sich die coincidentia oppositorum (Cusanus),
das Zusammenfallen aller Gegensätze^») Zum
") Fast jede Aussage über göttliche Dinge bedarf einer kom-
plementären, d. h. ergänzenden Aussage, um die Wahrheit
im Gleichgewicht zu halten. Oft — und das verkennen alle
Häretiker — muß die Theologie und auch das Dogma eine
für uns unlösbare Polarität der Aussage in Kauf nehmen (siehe
zweiten, so antworteten wir, läßt sich die Seele
einer Religion, wie Mayer-Pfannholz richtig be-
merkt, nicht durch Zerlegung in ihre histori-
schen Bedingtheiten finden. Eine rein ratio-
nalistische Methode wird sich nie den Weg
ins Heiligtum der christliclien Religion bahnen
können.^^) Drittens wäre als das Entscheidende
zu sagen: Nicht wir sind das Maß aller Dinge,
sondern es hat Gott gefallen, in diesen letz-
ten Tagen uns sich zu offenbaren in seinem
Sohn, nachdem er zuvor auf vielerlei Weise ge-
sprochen hat. (Hebr, 1, 1.) Und diese Offen-
barung oder Selbstmitteilung Gottes berücksichtigt
tausendmal besser die wirkliche Lage des heils-
bedürftigen Menschen, als sich unsere Weisheit
träumen läßt.^®)
Damit aber sind wir an dem Punkt angelangt,
wo die Klärung erfolgen muß, wie katholische
Wahrheit ermittelt wird und was zu ihr gehört.
Echter katholischer Glaube ist bewährte und
entfaltete Apostolizität, also bewahrte Einheit in
rechter Dogmenentfaltung.
1. Eigenart der Offenbarung und ihre Entfaltung.
Die Philosophie entwickelt ihre Systeme aus ein-
fachen Prinzipien. Descartes geht beispielsweise
von seinem Erlebnis aus: „cogito, ergo sum", ich
denke, also bin ich, also gibt es etwas Existieren-
des, ein Sein und so fort. Nicht so der christliche
Glaube. Er gründet nicht auf Vernunftprinzipien,
die der Mensch dem Fortschritt allgemeiner Wis-
senschaft jeweils angleicht. Nicht wir haben zu
befinden, was wir über Gott denken. Nicht der
auch Guardini, Der Gegensatz). Das erweckt leicht den Ein-
druck der. complexio oppositorum. Es gibt natürlich unechte
Gegensätze, Gegensetzungen, ebenso aber auch kraftstrotzende
Einseitigkeiten in verführerischer und blendender Aufmachung,
die dennoch die Wirklichkeit und somit die Wahrheit ver-
fehlen.
") Natürlidi muß die Kirche jede Entartung der Ausdrucks-
formen bekämpfen, nur dürfen wir nidit vergessen, daß jede
lebendige Religion sich leibhaft ausdrückt, Formen verlangt.
Sobald die Form zur bloßen Hülse wird, sobald sie nicht mehr
verstandener Ausdruck des Gemeinten sein kann, wird, von
wenigen Ausnahmen abgesehen, der Hl. Geist neue Formen
wachsen lassen, den Wein der Wahrheit in „neue Schläuche"
füllen. Darum darf man nie bestimmte geschichtlich gewor-
dene Formen, beispielsweise die heute übliche priesterliche
Gewandung, oder das Brauchtum im Kirchenjahr oder Zere-
monien bei der Sakramentcnspendung für unabänderlich oder
für jede Kultur um jeden Preis konservieren wollen. „Das
Alte vergeht, siehe, ich mache alles neu". Nicht eine be-
stimmte Formenwelt an sich ist schon christlich; zur Epiphanie
des Göttlichen gehört nur, daß das Göttliche überhaupt auch
konkret, sichtbar, in Zeichen, im Wort transparent wird, sich
manifestiert wie auch Christus sidi in die Menschengestalt
erniedrigte. Bezüglidi der Formen kann man höchstens sagen:
es gibt gewisse allgemein menschlich verständliche Grund-
gebärden, die sich im Gestaltcnwandel immer wieder behaupten
werden.
") Man vergleiche zum Ganzen auch die Kritik R. Guardinis
(im Vorwort des Heilerschen Budies und im Jahrbuch kath.
Akademiker, Augsburg 1920/21).
Mensch erschafft sich seinen Gott (Feueibii
sondern Gott hat in seiner Güte, aus Liebe i
ungeschuldet uns Menschen durch Selbstmil
lung, also Offenbarung, freilich unter Benutz
menschlicher Offenbarungsträger (Prophet
einen Einblick in sein Wesen und seinen H«
ratschluß mit uns Menschen verstattet.^*)
Diese Offenbarung wird beglaubigt von (
und angenommen auf die Autorität, auf dieWs
haftigkeit und Majestas des sich uns mitteilen
Gottes hin, Sie erging deutlich genug und bi
auch der Vernunft Ansätze genug, um im Glaubt
gehorsam angenommen werden zu können, a
sie ist, vor allem in der Offenbarung in Chris
dem „Gekreuzigten und Auferstandenen", — ,.
Juden ein Ärgernis, den Heiden eine Torh«
(1. Kor. 1, 23) — zugleich dunkel genug, um
Wagnis, die freie Entscheidung des hörenden M
sehen herauszufordern. — Wenn Offenbarung
gangen ist, sind wir ihr in jedem Fall ver|)ll
tet. Daß Offenbarung ergangen ist, wissen vvii
letzter Instanz durch das Zeugnis der Kirche,
verkündet uns den Heilsratschluß Gottes, der du
die üroffenbarung, durch die Geschichte Go
mit dem jüdischen Volk, durch die Prophel
zuletzt aber durch Jesus Christus ausgeni
wurde.^*) Die Kirche aber weiß es von <
vorausgegangenen Christen und zuletzt du
das Zeugnis der Apostel, das wiederum dokun.
tarisch, freilich in einem an sich toten_Wort >
liegt in den Heiligen Büchern des Alten T(
mentes, „soweit es Christum treibet" — und
Neuen Testamentes. Lebendig wird die Scli
durch die vox viva, d. h. durch die leben«
Stimme der dieser apostolischen Glaubenshin
läge verpflichteten Kirche oder Gemeinde .1«
die in ununterbrochener Kontinuität (Verbindii
Zusammenhang) und einmütiger Interpretai
(Auslegung, Verständnis, oder Zusammenkl:
aller Gemeinden) die objektivierte, d. h. sein
lieh fixierte Lehre bezeugte, erklärte, aufln
und fruchtbar machte.
In der Weitergabe, so behauptet die Kii
blieb sich die Lehre mit sicli wesenhaft gl<
Dennodi läßt sich eine gewisse Entwicklung ni
leugnen. Sie erfolgt freilich nicht nach Art pli
sophischer Entwicklung, selbst wenn die an
klareren und systematischen Darstellung der a|
stolischen Lehrhinterlage (depositum (idei ai
stolicae) interessierte Theologie zum Zweck •
") Die Theologie nimmt immer mehr Abschied von dei
fassung, die vor wenigen Jahrzehnten noch vorherrscht«-
sei der Mensch das Maß aller Dinge! Wir haben viei:
zu hören, was Gott uns sagen will.
") In immer klarerer Enthüllung, so daß das Alle Tcst.i
sidi als paidagogos, als Erzieher auf den neuen Bundess«
in Christus erweist.
.irdarbietung, aus Gründen der Verteidigung
1 des Gleichzeitigmachens der Lehre mit den
eiligen Völkern, Kulturen und dem Zeitver-
idnis sich der Fachsprache ihrer Zeit bedient.^^)
Facliausdrücke für sich können höchstens
2r Entwicklung im Sinn der besseren Dar-
ing den Weg bereiten (bergen aber auch große
ahren in sich, weshalb die Kirche den schlich-
Glauben in biblischer Ausdrucksweise höher
:itzt als wissensstolze Gelehrsamkeit) . Dennoch
t es in gewissem Sinn eine legitime Entfaltung
vorgegebenen Glaubenshinterlage. Vinzenz
erin (f 450), jener altkirchliche Theologe,
uns wieder das Auge für die rechte Wahr-
tsündung katholischer Wahrheit geöffnet hat,
wortet darum auf die Frage, ob es in der
isthchen Religion keinen Fortschritt gäbe: „Es
t schon einen und zwar einen sehr großen. —
och so, daß er in Wahrheit ein Fortschritt des
ubens ist, nicht eine Veränderung. Zum Fort-
ritt gehört nämlich, daß eine Sache in sich
)st vertieft, zur Veränderung aber, daß etwas
n Einen ins Andere verkehrt werde. Darum
l wachsen und viel und gewaltig zunehmen die
Kenntnis, die Wissenschaft, die Weisheit so-
hl der Einzelnen wie Aller, des Einzelmen-
en wie der ganzen Kirche nach Alters- luid
tstufen, aber lediglich in seiner Art, nämlich
J'T selben Lehre, demselben Sinn, und dersel-
nslegung'' (s. Sanctorum Patrum opuscula
' ta IX). —
2. Die rechte Lehrermitthing.
■V beschäftigt uns nun nicht das Problem der
« istlichen Verteidigungswissenschaft und Glau-
1 isgrundlegung (Fundamentaltheologie und
. oiogetik^, ob Offenbarung überhaupt ergan-
I 1 sei und ob die Verkündigvmg (das Kerigma)
< ■ Apostel diese überhaupt oder in vollem Um-
' \g enthalte. All das setzen wir hier als geklärt
d angenommen voraus. Es geht uns hier viel-
hr um die Frage, ob sich angesichts der ofTen-
ndigen Vielheit christlicher Teilkirchen luid
' meinschaften feststellen läßt, was die^aposto-
Glaubenshinterlage wirklich enthält und
iJcr Gebrauch philosophischer Termini allerdings wird zur
iematischen Darstellung und Durchdringung des christlichen
ubens den Lehrern und Verteidigern des Glaubens sclion
tizeitig durch die Auseinandersetzungen mit den Irrlehren
Gnosis, der heidnischen Philosophie und zum Zweck
rsiditlicher Lehrdarbietung aufgenötigt. Die Kirche hat
■ie Termini nur als Verdeutlichungshinweis für die gemeinte
he selbst benutzt. Erst das Dogma der Transsubstantiation
der dabei verwandten Terminologie einen quasi dogma-
nen Charakter verliehen. Nominalismus und Universalien-
•it kreisen um die Fragen, ob Begriffe nur Schall und
ich, bloße Namen sind, oder ob eine Realität damit aus-
rüdct wird. Wir möchten uns dahin entscheiden, daß sie
"n Bezug zum Sachverhalt selbst haben (ein fundamen-
i in re).
wie sich das feststellen läßt. Offenbar beziehen
sich ja doch alle Konfessionen auf die apostolische
Verkündigung — oder behaupten gar, nur sie
hätten die Apostolizität in der Lehre, im Kult, im
Kirchenregiment richtig bewahrt, wiederherge-
stellt oder entfaltet bzw. richtig interpretiert und
angewandt. Es geht uns also um die rechten Prin-
zipien der Wahrheitsfindung, um theologische
Erkenntnislehre.
In dieser Lehrermittlungsfrage scheiden sich
die Geister, bzw. die Kirchentümer. Die Refor-
mationskirchen sagen, der Heilige Geist werde
jedem aufrichtig Hörenden, bzw. die Bibel Lesen-
den kund tun, was er glauben und tun muß. Die
Vielheit der Bekenntnisse gerade im protestan-
tischen Raum scheint der römisch-katholischen
Kirche rechtzugeben, wenn sie ein Lehramt der
Kirche fordert. Sie gliedert dieses Lehramt in das
magisterium ordinarium, d. h. in die beständige
Lehre der verordneten Bischöfe in ihrer Verbin-
dung mit dem römischen Bischof, weist aber im-
mer stärker dem römischen Bischof (Papst) allein
die Unfehlbarkeit in Glaubens- und Sittenlehren
in den Kathedralentscheidungen zu (wobei oft
schwer zu sagen ist, wann und wo eine solche
Entscheidung vorliegt) .
Weder dem Protestantismus noch der rö-
mischen Kirche können wir zustimmen. Zwar
betonen auch wir sehr nachdrücklich, daß wir
beim Lesen der Hl. Schrift, die „Zeugnis ablegt
von Christus", um den Hl. Geist bitten müssen
und daß das Forschen in der Schrift in Demut
und Gehorsam einen großen Segen in sich trägt.
Der Hl. Geist ist jedoch der Kirche als solcher
verheißen. Auch widerlegt die Erfahrung die pro-
testantische These. Aber auch die römisch-katho-
lische Kirche kann im Hinblick auf so manche
Fehlentscheidungen römischer Bischöfe in alter
und jüngster Zeit die Entscheidung nicht einem
Einzelnen, und sei er der Bischof von Rom, über-
antworten. In der alten und einigen katholischen
Kirche (ungeteilte Kirche) war es anders. \Veder
der einzelne Christ noch ein einziger Bischof galt
als zuständige letzte Instanz. Katholische Wahr-
heit war vielmehr:
1. „Was immer, überall und von allen geglaubt
wurde'', also, was die allgemeine, die katho-
lische Kirche stets lehrte oder als beständige
Lehre ermittelt werden konnte (magisterium
ordinarium) ;
2. nach dem gleichen Prinzip von Vinzenz von
Lerin wie auch nach dem Vorbild der Apostel
(Apostelkonzil in Jerusalem 49) : was die auf
dem allgemeinen (ökumenischen) Konzil ver-
sammelte Kirche (mit moralischer Einmütig-
keit) als beständige Lehre der Kirche und mit-
hin als apostolische Glaubenshinterlage be-
zeugte.^^)
Damit haben wir ein klares und einfaches
Prüfmittel zur Feststellung dessen, was zur hei-
len christlichen Verkündigung gehört, wenngleich
die Anwendung dieses Kriteriums oft ernste For-
schungsarbeit nötig madit.
Warum glaubte man, hierdurch Klarheit in Fra-
gen der Interpretation der Schrift, richtiger der
Traditionell zu erlangen? Weil die Kirche an ihre
Unzerstörbarkeit und Unfehlbarkeit glaubt (In-
defektibilität und Infallibilität) . Dieser Glaube
beruht darauf, daß Christus als Haupt der Ge-
samtkirche durch den Heiligen Geist, also durch
die göttliche Lebensmacht, die vom Vater durch
den Sohn ausgeht, es nicht zulassen konnte und
durfte, daß die ganze Kirche in allen ihren Teilen
durch Irrtum in ihren Fundamenten erschüttert
werde, also in die Irre geleitet werde statt in die
Wahrheit.^*) Wohl kann der Leuchter des Glau-
") Die Konzilsväter beriefen sich stets auf das Zeugnis der
einmütigen Tradition: „So haben unsere Väter es uns gelehrt
und die empfingen es von ihren Lehrern." Für diesen Prae-
skriptions- oder Traditionsbeweis haben wir schon sehr früh
einen Kronzeugen par excellence, Tertullian: „Was die Apostel
gepredigt haben, d. h. was ihnen Christus geoflenbart hat,
kann nidit anders erwiesen werden, als durch jene Kirchen,
welche die Apostel selbst gegründet haben und denen sie teils
durch das lebendige Wort, teils nachher durch Briefe predig-
ten. Daher ist es klar, daß jede mit jenen ursprünglichen
apostolischen Mutterkirchen im Glauben übereinstimmende
Lehre für Wahrheit zu achten ist, indem sie ohne Zweifel das,
was die Kirche von den Aposteln, die Apostel von Christus,
Christus von Gott empfangen haben, festhält; daß dagegen
jede Lehre, weldie sich wider diese Wahrheit der Kirchen und
Apostel, Christus und Gottes erheben will, für Lüge zu halten
ist" (Tertullian in de praescriptione c. 22). Die Alt-Katholiken
haben bewußt auf diesen Traditionsbeweis zurück gegriffen
(besonders Langen). Sie unterschieden echte Tradition
von unechter, d. h. späteren Traditionen. Gerade Traditionen,
die sich vornehmlich auf päpstliche Entscheidungen berufen,
eignet so gut wie keine Beweiskraft, wenn sie pro domo,
d. h. dem eigenen Interesse dienend begründet werden.
") Die Lehre der Kirche gründet sich auf der „norma nor-
mans", auf den Glaubensquellen, auf dem traditum, d. h. der
überlieferten apostolischen Botschaft, d. h. auf der Schrift als
• der „Tradition im engeren Sinn" (Döllinger) und der die
• Schrift interpretierenden Tradition (Väter, ökumenische Kon-
zilien, allgemeine Lehre der Gesamtkirche), also der Tra-
dition im weiteren Sinn. Die Aufgabe der Theologie ist ledig-
' lieh eine systematisierende, ordnende, erklärende — und vor
allem die „Übersetzung'*, bzw. das Gleichzeitigmachen der ge-
meinten Wahrheit für die Zeitgenossen (ohne jedoch den
göttlidi intendierten Sinn der Botschaft zu verfälschen oder
zu verfehlen). Wie gefahrenvoll diese Aufgabe dennoch bleibt,
erweist die Kirchengesdiichte, die weithin nur als Geschichte
der Interpretation des Zeugnisses der Hl. Schrift verstehbar
wird. Gerade die Preisgabe der katholischen Lehrermittlungs-
verfahren und der episcopalen und konziliaren Verfassung
zu Gunsten eigenmächtiger Interpretationen durch Einzelne
1 (Theologen, Päpste, unökumenische Synoden) hat in einem
ganz großen Umfang zur Spaltung der Kirche und zu oft ganz
entgegengesetzten Parteiungen und theologischen Schulbildun-
1 gen geführt. Daher wird eine verantwortungsbewußte, nur
I der Wahrheit verpfliditete Theologie sich dem Glauben der
ungeteilten Kirche immer wieder nähern müssen, eben weil
deren 2^ugnis den Beistand, die Assistentia des Hl. Geistes
I für sich hat. Es gehört zu den erfreulichsten Tatsachen, daß
die kritisdi-historische Theologie immer mehr diese alte Über-
lieferung zu bestätigen sich gedrungen fühlt und daß auch
eine kirchlich so gebundene Theologie wie jene der römischen
Kirche oft genug, wenn auch überaus vorsichtig, Zugeständ-
nisse im Sinne wirklidi katholischer Gläubigkeit machen muß
. (soweit sie nicht beredtes Schweigen vorzieht).
f ") Teile der Kirche können die volle Kalholizität verlieren
durch Häresie, auch durch falsche Vorbetonungen einzelner
bens von dem einen oder andern Land oder
tum weggerückt werden; daß aber die Wahr
ganz untergehe und nirgends mehr gefuii
werden könne, und zwar in einer immerhin •
drucksvollen Weise ist undenkbar. Denn
allgemein verkündeter Irrlehre würde ja
Kirche, die Pflanzung Gottes, Irrtümer als a
stolische Lehre, d. h. als Offenbarung Gottes i
geben — denn Christus sagt: „Wer euch hö
höret mich" (Luc. 10, 16). Die Offenbarung (
tes wie die Verheißungen Christi, daß der Hei
Geist die Apostel in alle Wahrheit leiten wei
„daß Er selbst (Christus) bei seinen Jüngern b
ben werde bis ans Ende der Tage" (Matth.
20) würden Lügen gestraft.^^) Wohin aber soll
die Gläubigen dann gehen? Wie könnte n
dann noch erfahren, was Gott mit uns besch
sen hat?
, Aus diesen Verheißungen Jesu, aus dem We
der Kirche als „Leib Christi" und der darin
schlossenen Unzerstörbarkeit und Unfehlbar!
der Kirche aber folgern wir: Da die Kirche \
tausend Jahre — nämlich bis zur Spaltung
eine Ost- und Westkirche, nach dem geke
zeichneten Grundsatz der Lehrermittlung geh
delt hat, da 2. diese Verfahrensweise stets, w(
auch oft nach hartem Ringen der Geister,
der Kirche die Einheit und den Frieden herstel -
konnte, und da 3. diese Einheit erst dann e
gültig^*) zerbrach, als die altkirchliche Verfassi
außer Kraft trat und die Westkirche ohne
Ostkirche das alleinige Recht der Entscheidun;
durch ihre 21 Synoden und später durch (
Papst in Anspruch nahm, muß in der Lehrerm
lungspraxis der alten und ungeteilten Kirche
rechte Verfahrensweise erblickt werden.
Wir folgern aber weiter: War der allgeme ,
christliche Glaube, der sich bei vorliegender
wendigkeit aktualisierte in Synoden, u. U. in^
Lehren, durch die das rechte Wert- und Beziehungsgel>f
in Unordnung kommt. Gottes Vorsehung wird aber große T
der Kirche in der Wahrheit erhalten. Bellarmin meint,
genüge eine Kirchenprovinz. Es genügte also sdion dir l'tr
ter Union. Neben ihr aber bezeugen wenigstens dii ":
doxe'und dic/Church of England''einschlioßlich der ant;^
nischen bzw. i)ischöflichcn Bistümer im Empire und l
den unverfälschten katholischen Glauben (wenigstens die l>
kirchliche und mittlere Richtung der lelzleren).
") Wenn der Bauplan eines Domes fehlerhaft ist, Im s, i
in den Berechnungen der Statik, der Tragkraft dos \uh\
Fundamentes usw., ist der ganze Bau gefährdet. Ähnlidics
von der Kirche.
Wenn die apostolische Lehre in ihrer Katholizität. alsv
ihrer Vollständigkeit und rechten Zuordnung verdunkelt^ "
kürzt oder durch menschlichen Fürwitz ergänzt wird^
das redile Erfassen des Ileilswerks Christi gefährdet,
warnt schon der Apostel Paulus so eindringlich vor Lei
die den Ohren kitzeln, sowie vor unnützen Fabeleien]
vielen Worten (1. Tim. 4, 7, ß, 20).
") Wir möchten lieber sagen: vorläufig. Bei Gott ist kein"
unmöglidi, auch niclit die Umkehr der römisrh-kalholif
Theologie und Kirche. Müssen wir darum ihr nicht ,
zuwerfen", in Liebe mit ihr sprechen und audi für ihrej
kehr beten?
sziliaren Tätigkeit der Bruderkirchen, das
te Prüfmittel zur Beurteilung der Lehre,
. ihrer Identität mit der Lehre der Apostel —
it etwa nur der Feststellung der geltenden
re — dann waren und sind bis heute die frei
mit moralischer Einmütigkeit getroffenen
Scheidungen der ökumenischen Konzilien
r in der Form verbesserungsfähig, aber im
enhaften Inhalt unfehlbar und deshalb all-
ein verbindlich — auch heute noch und für
ler.")
US dem gleichen Prinzip der Kraft der Ent-
jidungen, die die allgemeine Kirche im Hei-
i n Geist getroffen hat — folgt aber negativ:
|j sclieidungen, die nur ein Kirchenteil oder eine
i'kirche^^) sowohl im ersten, besonders aber
ie Konzilien produzieren nicht den Inhalt des Dogmas,
r beruht vielmehr auf der Offenbarung Gottes. Unser
be gründet auch nicht auf dem Zeugnis der Kirche bzw.
^ Autorität — trotz des Augustinuswortes „Ego vero
igelio non crederem, nisi me ecclesia commoveret ca-
cae auctoritas", d. h. „ich würde dem Evangelium nicht
Jen, würde mich nicht die Autorität der Kirche dazu be-
■n". Die Zustimmung zu einer Glaubenslehre gründet sich
lehr auf die Autorität des wahrhaftigen, allheiligen und
•uen Gottes, der als Gott mir für die "Wahrheit bürgt. Die
\e kann mir nur sagen, daß ihre Lehren mit jenen der
itel übereinstimmen, so, wie die Apostel nur bezeugen,
sie als Augen- und Ohrenzeugen gesehen und gehört
n. Die Richtigkeit dieses Zeugnisses ist gesichert
lit menschlicher Wahrscheinlichkeit durch den Nachweis
Kontinuität mit den ersten Zeugen oder ursprünglichen
imcnten (Schrift),
lit übernatürlicher Glaubensgewißheit, weil die Kirche als
:e in moralisch einmütigen Entscheidungen Kraft des ver-
enen Beistandes des Hl. Geistes nicht irren kann. Da die
le seit 1054 gespalten ist, können keine verbindlichen
entscheidungen mit unfehlbarem Charakter mehr er-
n, höchstens Weisungen, denen mit kirchlichem Gehorsam
)lgen wäre.
" ±. gebrauche „KirchenteH" und „Teilkirche" in einem
i ifischen Sinn:, Kirchenteil' der einen heiligen katholischen
D apostolischen^ Kirche ist ein Teil, der voll am Wesen
» rhaft kath. Kirche Anteil hat — also die Einheit des
[ bens, der Lehre, des Kirchenregimentes bewahrt hat.
t Kirchen, die am Glauben und Kult der ungeteilten
f» he festhalten, das Bischofsamt und darüber stehend das
!■ '-il bejahen, sind homogene, gleichartige Teile dieser einen
k olischen Kirche, selbst wenn sie um diese Einheit nicht
» en oder sie noch nicht aneinander gewahren. — Eine
I <irche ist für mich jene, die wohl mehr oder minder am
^ en der Kirche teil hat, der aber an der vollen Katholi-
t , sei es in der Lehre, im Amt der Nachfolge usw., es an
e IS gebricht. Sie sind nur teilweise Kirche im Vollsinn
II lolischer Auffassung, mögen sie auch nach herkömm-
I -m Gebrauch oder soziologischer Feststellung Kirchen-
akter besitzen und als Kirche bezeichnet werden.
E's nur eine Kirche gibt (im Vollsinn des Wortes), aber
rare Kirchen auf dieses Kirchesein im Vollsinn Anspruch
ben und auch erheben können, nämlich wenigstens die
odoxe, die alt-katholische und die anglikanische Kirche,
ind diese „Kirchen" nach dem hier angegebenen Sprach-
audi Kirchenteile der einen katholischen Kirche. Sie um-
■n ja schon geographisch und volksmäßig nur bestimmte
*, wenngleich jede für sich die innere Potenz und Be-
I ?ung, alle zu erfassen, haben. Dennoch gehören sie zu-
s tnen und bilden ihrem Wesen nach auch ohne äußere
' '•'' die katholische Kirche. Sie sollten daher folgerichtig
irisdiktionell nicht Aufgaben vorhandener Bistümer
inen. Tatsächlich werden wohl auch die Anglikaner
.uie Anglikaner, sofern es solche gäbe, den Bistümern
I Alt-Katholiken Jurisdiktionen unterstellen und sich in
• »s<*land auf die Pastoration und Sammlung der englisch
' "den beschränken. Ähnlich sollte die, orthodoxe Kirche
■ den Alt-Katholiken zuweisen ufid sidi mit der
"Ig der emigrierten Orthodoxen aus dem Osten ge-
issen. So verslanden, könnten auch Bistümer, die sich
ilig als vollkalliolisch und rechtgläubig betrachten,
lisch als verschiedene Nationalbistümer nebeneinander
i'u gleichen Territorium bestehen, auch wenn sie sich
im 2. Jahrtausend gefällt hat, können, aber müs-
sen nicht das testimonium spiritus sancti, (d. h.
das Zeugnis des Heiligen Geistes) für sich haben.
Soweit solche Entscheidungen vorliegen, sind sie
keinesfalls für die Gesamtkirche und alle Gläubi-
gen als geoffenbarte Lehre oder als rechte Inter-
pretation der Offenbarung anzusehen, wenigstens
solange nicht, bis ein wahrhaft ökumenisches
KonziP^) wieder einmal möglich wird, ein Grund-
satz, den die alte katholische Kirche der Alt-Ka-
tholiken schon je im Einklang mit der orthodoxen
Kirche ausgesprochen hat.
Mit dieser Klarstellung des katholischen Lehr-
ermittlungsverfahrens haben wir den formalen
Weg der Ermittlung der Lehre dargetan. Und
doch ist damit zugleich in einem ganz großen
Umfang auch die Frage nach dem positiven
materialen Inhalt des Glaubens katholischer
Kirche mitenschieden. Denn nur das ist Inhalt
katholischer Lehre und Praxis, was sich durch
diese Mittel der Wahrheitsfindung auch als ka-
tholische Lehre erweisen läßt (Zeugnis der Väter,
der^ sieben ökumenischen Konzilien). Die katho-
lische Kirche des ersten Jahrsausends ist mithin
die allein gültige und allgemein verpflichtende
Interpretin dessen, was notwendiger Lehrbestand
katholischen Glaubens ist. Damals führte die
Kirche weder das Vorwort „alt" noch „rö-
misch". Sie kannte weder einen Jurisdiktions-
primat noch Unfehlbarkeit eines Einzigen,'*") wohl
aber hat sie in allen fundamentalen Lehren über
den dreieinigen Gott, über Jesus Christus, über
das rechte Menschenverständnis Klarheit ge-
schaffen.
als Glieder derselben Kirche anerkennen. Ja, sie sollten dies
sogar auch mehrmals im Jahr durch gemeinsame Veranstal-
tungen und immer durch gemeinsames öffentliches Auftreten
manifestieren. (Siehe hierzu auch meine Ausführungen im
Alt-kath. Volksblatt 1955, 12, S. 130, ferner Auferstehung
1957, 3, S. 16.) <
") Konzilien können in einer Teilkirche gar nicht mehr statt-
haben. Auch nicht in der römisch-katholischen Teilkirche. In
der letzteren wären sie ohnehin nur Staffage oder Attrappe
für die Entscheidung des Papstes, der ein Konzil gar nicht
mehr zu bemühen braucht.
*•) Das Papsttum hatte zwar faktisch die absolute Gewalt in
der Kirche schon 800 Jahre praktiziert, aber nie unbestritten.
Zweimal war die alt-kirchliche Bichtung nahe daran, den
Sieg über die kuriale Partei auch im Abendland wieder zu
erringen: 1. zur Zeit des Konstanz-Basler Konzils 1414 und
2. im 18. "Jahrhundert (Aufhebung des Jesuitenordens, Fe-
^'Tronius, Joseph IL, nationalkirchliche Bewegung). Solange die
päpstlichen Bechte durch Usurpation (d. h. Anmaßung), Deval-
vation (d. h. Verzicht der Bischöfe auf eigene Bechte zugun-
sten Boms) — und Irrtum (Pseudo-Isidorische DekretaUen)
,.erworben", keinen dogmatischen Charakter besaßen, war
Beform, d. h. Wiederherstellung des früheren Zustandes mög-
lich. Der 18. 7. 1870 stellte alle, die die Undefmierbarkeit der
Unfehlbarkeit des römischen Bischofs erkannten, in die letzt-
mögliche Entscheidung: Entweder mußten sie um der äuße-
ren Einheit willen die Wahrheit preisgeben — oder um der
Wahrheit willen die Einheit mit den zustimmenden Bischöfen
verlieren. Eine tragische Entscheidung — und doch, wenn
die kath. Notgemeinschaft sich treu bleibt, der entscheidende
Anfang zur Umkehr — auch Roms! — Man belächelt wohl
unsere Zahl — aber Zahlen bedeuten im Beich Gottes nicht
allesi Und überdies: erst war es nur Utrecht, heute sind es
schon 13 Bistümer, die überdies in Gemeinschaft mit 350
Bischöfen der Anglikaner stehen. Eine für die weitere Ent-
e
3. Folgerungen.
Allen, die bis hierher mitgegangen sind, wird es
ergehen wie einem Wanderer, der im Gebirge er-
lebt, wie plötzlich die Nebel zerreißen und die
ganze Landscliaft im strahlenden Sonnenglast vor
ihnen sich auftut. Wir wissen jetzt, zum wahrhaft
katholischen Glauben gehören nur jene Sätze, die
die ganze ungeteilte Kirche verbindlicli als Glaube
bewahrt und definiert hat, nicht, was spätere
Kirchenteile und Konfessionen eigenmächtig zu-
fügten. Wir sind Katholiken, wenn wir die apo-
stolische Lehre festhalten, wie sie das erste Jahr-
tausend allgemein verstanden und verkündet hat,
natürlich nicht in den zeitbedingten Vorstellungen
und Ausdrucksformen (also in den Vorstellungen
des alten ptolomäischen Weltbildes), sondern in
seinem eigentlich religiös Gemeinten.
Mit dieser Erkenntnis haben wir ein solides und
festes Fundament und ein richtiges Kriterium
für die Ermittlung katholischer Wahrheit er-
rungen.
Aber mehr noch. Zugleichwerdenwir nämlich mit
eine^königlichen Freiheit gegenüber all jenen Leh-
ren, Gesetzen, Formen und Traditionen beschenkt,
die eben nicht allgemeine Lehre der einigen Kirche
waren, die entweder durch unzuständige Ent-
scheidungen inkompetenter Instanzen es niclit
werden konnten oder die in ihrem Ursprung auf
außertheologische Faktoren, einseitige Schulmei-
nungen oder Irrtümern in metaphysischen Vor-
stellungen späterer Zeiten zurückgehen.
Konkret gesprochen — um uns dies an einigen
Beispielen klar zu machen — gehören eben nicht
zur katholischen Einheit, d. h. zur Katholizität
die Lehre von der, Unfehlbarkeit des Papstes und
somit auch nicht jene Entscheidungen der Ver-
gangenheit und aller Zukunft, die nur durch diese
für die römische Kirche nun dogmatisch verbind-
liche Instanz gefällt werden. Diese Lehre ist in
sich unkatholisch, sie beruht nicht auf rechtmäßi-
ger Entfaltung, sondern auf historisch und dog-
mengeschichtlich durchaus nachweisbaren Fak-
toren. Als rechtmäßige Entfaltung auf Grund auch
der neuen Forschungen von Lietzmann, Schmidt,
Cullmann u. a. kann nur dem zugestimmt wer-
den, daß Petrus in seinem Christuszeugnis der
Fels ist und die Kirche als Ganze, soweit sie die-
widdung entscheidende Frage ist es, ob wir die Zeidien der
Zeit verstehen. Sie verlangt von uns formal 1. äußerste Kon-
xentration der vorhandenen Kräfte in allen Bistümern, 2. Her-
anbildung einer Auslese bewußter und positiver Alt-Katho-
liken, 3. theologischen Einsatz im wissenschaftlichen Gespräch
und entsprechende Publikationen, 4. Vorstoß in die Öffent-
lichkeit, aber in ganz positiver Weise. All das aber setzt vor-
aus volle Einheit und Einigkeit in dem Notwendigen des
Glaubens, der Liturgie, der Lehre über das Kirchenrcgiment
und volle positive katholisdie Haltung (Liebe auch zu den
Irrenden und tiefe Frömmigkeit).
' ses Felsenbekenntnis übernimmt, das Schlüs^ \
amt inne hat. Diese ganze Kirche kann u
könnte jederzeit einen Mann aus sich, der dur
aus niclit mit dem Bischof von Rom identisch s
müßte, heraussetzen, der im Auftrag der gam ,
Kirche und ihr in allem verantwortlich eine e i
kutive Leitung inne hätte, um die Kirche n:
außen zu vertreten, die Einheit zu fördern u
bestimmte von der Kirche beschlossene Zeita
gaben mit einem ihm zur Seite stehenden V
waltungsapparat zu erfüllen, und zwar wirkl
als servus servorum, als Knecht der Knecl
• Gottes, wie Gregor I. richtig empfunden hat.
Ein zweites Beispiel für viele. Die^Transsi
stantiationslehre,'^in sich schon wegen ihrer d(
matisch engen Verbindung mit der aristotelisdi
Philosophie fragwürdig, kann höchstens als D(
tungsversuch für die Gegenwartsweise Christi
Abendmahl gelten, niemals als Dogma. Sie w
die Antwort nur einer Teilsynode au^ rein spri
tuelle Auffassungen.'''^ Die einzige Kirche hat
nämlich auf dem 7. ökumenischen Konzil v
Nicaea 787 eine einzige Entscheidung gefällt, ;
sie erklärte, das konsekrierte Brot und der kon^
krierte Wein seien mehr als eine Ikone,'''als (
eikon, d. h. mehr als ein Bild des Herrn. Dan
hat die ungeteilte Kirche lediglich die, Realpri
senz Christi 'bekannt, die auch wir festhaltt
ohne einem bestimmten Deutungsversucli d'
Vorzug zu geben. Die , römisch-katholische,* c
thodoxe und lutherische ^Erklärung sind ni(
mehr als Deutungsversuche. Sie gehören in d
Gebiet der Freiheit. Man kann darüber disputi
ren und die vorgebrachten Gründe wägen — ab
keine Deutung kann sich als amtliche Lehre d
ganzen Kirche ausweisen (hingegen wäre es u
katholisch und nicht mehr vertretbar, im Aben
mahLnur ein Symbol,''ein bloßes Bild Chri
sehen zu 'wollen) .
Aber auch die sola gratia und^ola fides-Leh
. dery.^Reformationskirchen'' (allein durch Gna<
. und Glauben) , vor allem die. reformierte Leh
über die^ Prädestination,^ das muß einmal gai
deutlich herausgestellt werden, haben in ihr-
, konfessionalistischen Zuspitzung weder ein kl
res Fundament in der Hl. Schrift noch in d«
einigen Überlieferung oder in einer von der ga
zen Kirche einmütig angenommenen Erklärun
Am nächsten kommt der Wirklichkeit nodi d
* Erklärung des Tridentinums, die an der menscJ
liehen „Mitwirkung" festhält, aber ziigleiti» v(
der gratia praeveniens, d. h. der zuvorkoinmei
den Gnade spricht. Weder einseitiger Augiislini
' mus noch der Pelagianismus treffen die Botsdm
Christi. Sie gehören zu den Irrlehren. Eine En
Scheidung, die den wirklichen Sachverhalt gai
fe,t, läßt sich nach meiner Überzeugung über-
bot nicht fällen. Wir haben den typischen Fall
s absoluten Mysteriums, dessen polare Wahr-
m von uns in einem Akt gleichzeitig zu be-
len und festzuhalten sind, deren Lösung uns
die Mathematik veranschaulichen kann, wenn
lavon etwa spricht, daß zwei Parallelen sich
j er Unendlichkeit treffen.
Ibstredend kann in einem gewissen Sinn von
K gratia gesprochen werden, nämlich insofern,
|1 ohne Erlösung überhaupt kein Zugang zu
^ möglich wäre. Wir können uns nicht
st erlösen. Aber jede Seite der Hl. Schrift
^ dit davon — auch Paulus, daß ein Angebot
'( iegt, das wir ergreifen müssen, daß eine
5 cke gebaut w urde, die wir betreten sollen, daß
; Mensch sich der Gnade auch widersetzen
) n, daß es eine Sünde der Verstockung (wider
i Hl. Geist) gibt, also auch ein Gericht, also
I 1 ein schuldhaftes Versagen — oder positiv,
i] auch eine irgendwie geartete Mitwirkung,
I nicht nur psychologisch von uns so emp-
iden wird, „wie wenn wir mitwirkten". Die
i 'ift und also auch die ganze einige katholische
l'he kennt eine Art — fürchten wir uns nicht
' dem Wort — Synergismus." Aber besser ist
: iarüber nicht zuviel zu klügeln, sondern die
Gottes zu preisen und uns immer angeru-
t ühlen, ihr zu folgen, in Freiheit zu folgen,
itholisch, weil nur von einem Kirchenteil
1 der Trennung definiert, sind auf Grund des
ji dien Prinzips die^neuen Dogmen der Mario-
p e (siehe des Verfassers Studie: „Ist die leib-
I e Himmelfahrt Mariae ein kath. Dogma"),
i iliches gilt vom Ablaß- und Bußwesen der
^ he, wie es heut in der römischen Kirche ge-
1 dhabt wird, gar nicht zu sprechen von Kir-
!ä izuchtgesetzen (Zölibat usw.), die ja sogar
I 1 röm.-kath. Überzeugung geändert werden
L iien, weil sie Menschensatzungen darstellen.
'ir dann die theologische und kirchliche Arbeit
des zweiten Jahrtausends umsonst?
: e naheliegende Frage. Aus den bisherigen
- legungen scheint sich zu ergeben, daß alles,
^ in den Kirchenteilen seit der Spaltung gedacht
J formuliert worden sei, umsonst geschah.
^ tits wäre verkehrter als diese Annahme. Die
■J alogische Arbeit wäre selbst dann nicht un-
1 /. und vergeblich gewesen, wenn sie alle Be-
< gten zur Überzeugung von der Übervernünf-
J eit und Unlösbarkeit gewisser Mysterien ge-
3 dit haben würde (was offenbar noch lange
' it der Fall zu sein scheint) .")' Theologische
' '^ Gegenstände der Lehre, die das zweite Jahrtausend
'wuhlt und die Kirche gespalten haben, sollen damit nicht
Arbeit steht nie still. Sie muß ja mit immer verfei-
nerten Methoden die Alte Wahrheit als Offenba-
rung, als glaubwürdig dartun, sie zeitgerecht uns
nahebringen, das Ringen um sie uns verdeutli-
chen, sie gegen Zeitmeinungen verderblicher Art
abschirmen und sichern. Sie hat in immer sach-
gerechteren Formulierungen das allgemein Ge-
klärte uns näher zu bringen und tiefere Aspekte
zu eröffnen, ganz im Sinn der Entfaltung, wie sie
uns Vinzenz von Lerin schilderte. Wir dürfen
auch die vielen theologischen Deutungsversuche
nach den vorgebrachten Gründen wägen und
ihnen eine geringere oder größere Wahrscheinlich-
keit zubilligen. Gerade heute aber bleibt der theo-
logischen Wissenschaft in ihren vielen Zweigen
ein Doppeltes aufgegeben:
1. Muß sie die Wahrheit christlichen Glaubens
und christlicher Sittenlehre auf unsere Ver-
hältnisse praktisch anwenden, mit den uns alle
bedrängenden Fragen konfrontieren. Sodann
soll sie sich
2. bemühen, die unerläßliche Vorarbeit für eine
Annäherung der Kirchenteile und Teilkirchen
zu leisten, die zur endlichen Aussöhnung er- *
forderlich ist. Da gilt es, phänomenologisch
den jetzigen Konfessionsstand zu beschreiben
und nach der gleichen Methode aufzuzeigen,
was die apostolische Verkündigung und ihre
kompetente Interpretation durch die einige
Kirche wirklich meint. Schon dies wird alle
Fächer der historischen und systematischen
Theologie bemühen. Die praktische Theologie
wird zeigen können, auf welche bestmögliche
Art sich in zwar mannigfacher aber doch we-
senhaft gleicher Weise sich die einheitliche
Lehre in der Praxis verschiedenartiger Volks-
strukturen ausdrücken kann und soll und
welche Klippen heute die Kirche meiden muß.
Und wieviel Arbeit bleibt der Theologie in der
Auseinandersetzung, sagen wir besser, im ge-
aus dem Glaubensdenken ausgeschaltet bleiben. Aber sie sind
teilweise so schwierig, daß man sie, wie z. B. die Frage der
Prädestination, des Rechtfertigungsprozesses oder der Gegen-
wartsweise Christi im Sakrament am besten als göttliche
Mysterien in den letzten Entscheidungen in Schwebe beläßt,
indem man, wie es die alte Kirche immer tat, die polaren
Wahrheiten bekennt, ohne ihr Ineinander gänzlich aufhellen
zu können. Dennoch waren die Bemühungen um Aufhellung
der Geheimnisse des Rechtfertigungsprozesses, des Mysteriums
der Eucharistie usw. nicht umsonst. Vielleicht wollte die gött-
liche Vorsehung durch die Spaltung der Kirche der Christen-
heit Zeit geben, alle Gesichtspunkte der Klärung „ins Spiel"
zu bringen, um sie so selbst wieder zur Ehrfurcht und einer
Genügsamkeit im Erkennen, einer größeren Duldsamkeit, einer
wirklichen Bruderkirche zurückzuführen. Die Wahrheit ging
nie völlig unter, die Una Sancta liegt im „Modell" vor — wir
sagen dies von unsern Bistümern in aller Demut, und im
Wissen um die Armseligkeit und das Zurückbleiben unserer
sichtbaren Erscheinung hinter dem „Ideal". Mindestens gebührt
unserer Theologie ein Mitverdienst daran, die katholischen
Erkenntnismittel zur Wahrheitsfindung wieder ans Licht ge-
bracht und den Weg zur Aussöhnung durch Rückkehr zur
autokephalen, episkopalen und konziliaren Verfassung der
Kirche gezeigt zu haben.
meinsamen Gespräch und Kontakt mit den vie-
len Fächern der geistesgeschichtlichen und
exakten Wissenschaften aufgegeben. Bei all die-
ser Arbeit ist Wertvolles auch im 2. Jahrtau-
send zutage gefördert worden, auf das man
besonnen zurückgreifen kann und muß. Alles
wahrhaft Gute wird sich dann, wo immer es
sich auch findet, als wahrhaft katholisches
Glaubensgut erweisen. Oft wird sich zeigen, daß
man häufig in verschiedenen Begriffen dasselbe
meinte, daß Spaltungen nicht selten auf zäher
Konservierung bestimmter Frömmigkeitsstile,
zeitbedingter Formen und einer Fülle von Vor-
urteilen beruhen, die mit einer Liebe aufge-
päppelt und aufrecht erhalten werden, die einer
besseren Sache würdig wäre in einer Zeit, die
nach der Verwirklichung des Prinzips der alten
, katholischen Kirche schreit: Im Notwendigen
Einheit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem
' Liebe!
Das Verhältnis der Wesenseigenschaften
der Kirche untereinander.^^)
'i!^~, 1. Schon Pacian von Barcelona (f um 385) erklärte
in seinem ersten Brief an den Novatianer Sym-
pronianus, sein eigentlicher Name sei zwar Christ,
aber wegen der vielen Irrlehren, die nach den
Aposteln ihr Haupt erhoben hätten, sei es nötig,
das apostolische Volk durch einen Zunamen,
durch eine nähere Bezeichnung zu kennzeichnen.
„Durch welchen Zunamen könnte ich sonst mein
Volk erkennen, wenn es nicht als ,katholisch'
bezeichnet würde." Und Cyrill belehrt die Tauf-
bewerber; wenn du einmal als Fremdling in Städte
kommst, frage nicht einfach, wo die Kirche sei,
sondern wo die katholische Kirche sei. Denn
dieses ist der eigentliche Name dieser heiligen
Kirche und unser aller Mutter. (Cat. 18, 16.)
„Katholisch" hat also schon in den ersten Jahr-
hunderten eine weitere Sinngebung erfahren. Seit
• Cyprian (f 258) wird dieser Begriff zur Bezeich-
nung der Rechtgläubigkeit verwandt. Auch heute
wird der Begriff „Katholisch" nicht nur im Sinn
strenger Theologie zur Veranschaulichung eines
Merkmals, einer der Kirche wesentlichen Eigen-
schaft gebraucht. Er meint das Ganze der Lehre,
des Kultes, der Verfassung der Kirchen, die das
Bischofsamt bewahrt haben, also in psysischem
Zusammenhang mit der Urkirche und den Apo-
steln stehen. Das gilt auch von der, römisch-
katholischen Kirche, obwohl wir Glieder der^al-
ten katholischen '^Kirche davon überzeugt sind,
daß — wie gezeigt — die römische Kirche die apo-
**) Hiermit knüpfe ich an meine kritisdien AusführunBcn auf
der letzten Theologenkonferenz an. Siehe auch IKZ IQ.*)?, Nr. 1
Vortrag von Prof. Dr. Küppers.
^ stolische Lehre eigenmächtig und unberechti|l
weise erweitert, teilweise falsch ausgelegt
, gegen die Einheit im Kirchenregiment der Ki
sich verfehlt hat. Dadurch ist die römische Ki
„katholizistisch" oder „römzs c/i" -katholisch
worden. Gerade an ihr bewahrheitet sich, da£
Vorwort römisch (amtlicher Ausdruck) das
tholische verändert und beeinträchtigt, sei e^
durch, daß die Akzente falsch gesetzt oder Zuj
gemacht wurden, die weder in ihre Zuständig
fallen, noch nadi den katholischen Lehren
lungsprinzipien sich als apostolisch (depos
fidei apostolicum) nachweisen lassen.
Auch in unserer Abhandlung ist dem n-
Gebrauchssinn Rechnung getragen, obwohl
sagt werden kann, daß tatsächlich eine wirk
logische Durchführung der prinzipiellen (w(
haften, inneren) Katholizität berechtigterv
eben alles umfaßt, die Menschenwelt (sogai
unvernünftige Welt wegen der Beziehung
Menschenwelt), darüber hinaus die Welt dei
schaffenen Geister, ja den dreieinigen Gott,
weit katholischer Glaube ihn als Gott in
und in seinen Wirkungen nach außen bek(
Katholisch drückt das gesamte Selbstverstän
aus, ist zum Namen der Kirche schleclithin
worden. Daher werden auch alle anderen
sensmerkmale der Kirche, sowie alle sonst
Nota ebenso vom Begriff der Katholizität
schlössen, wie überhaupt alle Aussagen der ]
matik, soweit sie sich auf die apostolisclie (i
benshinterlage' berufen können. Da die Ap<
das Alte Testament, „soweit es Christum treil
nicht angetastet haben, ja sogar lehrten, Gott 1
sich auch den Heiden nicht unbezeugt gela
und es ihnen ins Gewissen gegeben (siehe l
2, 15), gehören auch die logoi spermatikoi.
verstreuten Samenkörner der Urof f enbarung
apostolischen Glauben. Darum hat auch die
tholische Kirche (schon die Kirchenväter)
verschiedenen Stadien ihrer Existenz gespror
die bereits mit der Schaffung des Mensc
geschlechtes begann. Und eine Gertrud vo
' Fort hat in ihren großartigen Hymnen di
Überzeugung der Kirche einen herrlichen (
terischen Ausdruck verliehen.
2. Fragen wir aber nun,wie die Katholizita
besonderes Merkmal sich zu den übrigen Ei
schaffen der Kirche verhalte, dann scheint
eine Schwierigkeit zu ergeben. Hat unsere Ui
sucliiing also nicht sie alle irgendwie ühcrfli
gemacht? Sind nicht alle im Begriff der Katl
zität schon mitgemeint und so mitgesagt, dal
aus diesem Begriff der Ganzheit in rediter <
imng abzuleiten wären?
...Isächlich besteht bei einigen eine solche in-
ji Beziehung, daß man geneigt ist, den schola-
l len Satz: „das Gute, Schöne und Wahre fällt
ottes Wesenheit zusammen", wenigstens bei
en Merkmalen der Kirche anzuwenden. Und
ugbar gehören alle Eigenschaften der Kirche
li v'oUständigkeit, zur Ganzheit, also zur Katho-
i lt. Formal ist die Katholizität also der Ober-
I iir. Fehlte ein Merkmal, so entfiele die Ka-
I zität.
I mnoch können wir die anderen Kennzeichen
I t entbehren. Sie erläutern die Katholizität.
j :eigen ihre vielseitigen Aspekte. Da wir nicht
Gott in einem Nu, also gleichzeitig alles er-
m können, sondern nacheinander (sukzes-
denken, zeigen uns die andern Begriffe das
und Miteinander der wesenhaften Sachver-
\ Es läßt sich also wohl sagen, eine Kirche,
licht zur Einheit strebt, die die Heiligkeit miß-
iet, die die apostolische Wahrheit nicht ver-
let, ist nicht katholisch. Andererseits beruht
i Katholizität der Kirche eben auch umgekehrt
j uf, daß sie die apostolische Lehre bewahrt
1 entfaltet, daß sie zur Heiligkeit hinführt, daß
I.iie Einheit anstrebt. Es lassen sich also sehr
1 gewisse Seiten des katholischen Wesens
hh andere Merkmale erläutern und Beziehun-
( untereinander nachweisen.
Katholizität und Apostolizität.
' Beginnen wir mit der Apostolizität. Sie ist,
[: seh betrachtet, das ursächliche Prinzip der
i lolizität, denn ohne Zeugnis der Apostel gibt
i Leine Katholizität.''^) Wir sagten ja bereits,
katholischer Glaube offenbart, d. h. vorge-
'n ist. Er läßt sich nicht philosophisch kon-
ieren. Alle Christen berufen sich freilich auf
apostolische Verkündigung, aber nicht alle
en ihre Gläubigen die apostolische Verkün-
ing vollständig erfassen. Manche treffen eine
jektive Auslegung — statt sich an die Lehre
ganzen Kirche zu halten; andere behaupten,
Lomme nur auf das zentrale Anliegen der
ift an, wieder andere suchen wesenhafte Be-
(iteile einfach als Mythen, Einschiebsel, durch
.'orische Erklärung, Entmythologisierung oder
•hilologisch-historischer Zerlegung aviszumer-
Aber nur die apostolische Verkündigung
n Anspruch auf Katholizität erheben, die die
ingene Offenbarung, d. h. die apostolische
ibenshinterlage ganz und vollständig bewahrt.
;>s gilt nur logisch, denn wie schon früher hemerkt,
•ludi bereits die Urgemeinde „katholisch", d. h. sie besaß
r Apostolizität zugleich und zwar unmittelbar die Katho-
' 'n der ursprünglichsten Weise (wesenhafte, innere Katho-
uiid potentiell auch die Bestimmung und Anlage zur
iien Ausbreitung (äußere K.).
Die Bewahrung allein jedoch genügt nicht. Die
Kirche ist keine Heilsbibliothek, keine Schatz-
kammer, die ihre Schätze nur Besuchern zeigt und
wissenschaftlich untersuchen läßt. Die Kirche ist
„Ausspenderin der Geheimnisse Gottes", sie will
Leben zeugen, will wie ein gesunder Baum Frucht
tragen. Katholizität ist mithin keine statische An-
gelegenheit, keine äußerlich und legal tradierte
Sache. Es genügt nicht, daß wir korrekt lehren,
peinlich genau zelebrieren, gesetzlich uns an alle
Vorschriften halten. Nur dort, wo das Leben der
Urgemeinde auch in die heutigen Gemeinden
gleichsam eingetragen wird, wo das Heilsge-
schehen sich fortwährend aktualisiert, die Kirche
sich selbst beständig verwirklicht und erbaut zu
einem lebendigen Corpus Christi, wo die Kirche
Leben weckt, da wird die Ganzheit, die Katholi-
zität erlebbar, blutig ernst und konkretisiert. Mit
andern Worten, da kann man spüren, was volles,
ganzes Ernstnehmen bedeutet: die Über-Zeugung
durch den Hl. Geist, das Aufstrahlen der weiteren
Eigenschaft der Kirche, ihrer Heiligkeit wird im
Vollzug der Katholizität spürbar.
Katholizität und Heiligkeit.
4. Zwischen Katholizität und Heiligkeit lassen
sich nun zunächst rein äußerlich einige Analogien
aufweisen. Zunächst im Verhältnis Gott gegen-
über: Wir haben wohl die ganze uns geschenkte
Offenbarung zu bewahren und darzuleben, aber
obschon sie den ganzen Gott intendiert, das heißt
anzielt, ihn mit menschlichen Begriffen auch ganz
erfaßt, bleibt unser Erkennen vordergründig,
kommt nie zu Ende (in diesem Pilgerstand) . Dar-
um sagt schon der Apostel: „unser Wissen ist
Stückwerk". Ähnliches gilt von der Heiligkeit. Sie
ist Geschenk, donum dei. Aber als Geschenk ist
sie wohl göttliche Gabe, ja vielleicht sogar Ein-
wolmung Gottes in uns. Aber doch so, daß wir
dadurch nicht vergottet werden. Die Heiligkeit,
die Gott in sich selbst hat, kann nie von einem
noch so begnadeten Menschen behauptet werden.
Auch die Vorstellung einer Emanation Gottes
kann pantheistischen Irrtümern Vorschub lei-
sten und darf nur zur Veranschaulichung analog
benutzt werden.
Auch im Hinblick auf uns gibt es eine Ähnlich-
keit zwischen Katholizität und Heiligkeit. Die Of-
fenbarung in ihrer Ganzheit überwältigt uns
nicht. Wir haben die Freiheit, sie anzuerkennen
oder abzulehnen. Die Fülle göttlicher Offenba-
rung macht die natürliche Erkenntnis nicht über-
flüssig, sondern ergänzt sie. Ähnlich raubt uns
die Gnade nie die Personwürde. Sie hebt weder
33
Freiheit noch Personalität auf, sie verändert nicht
das natürliche Wesen, sondern steigert es nur.
Wie die Ursache der Offenbarung, also der
Apostolizität und der bewahrten und entfalteten
Apostolizität (Katholizität) „Gott in Christus"
(und fortwirkend „Gott im Heiligen Geist") ist,
so ist auch die Heiligkeit der Kirdie zunächst be-
gründet in Gottes heiligender Gnade, die vom
Haupt der Kirche zufließt, teils unmittelbar im-
mer dann, wo Kirche sich aktualisiert in der Ge-
betsgemeinschaft der vielen oder auch des mit
Christus und der Gemeinschaft geistig vereinten
einzelnen Beters (daher die Widitigkeit des Wor-
tes „unser" im Herrengebet) oder mittelbar in
den Heilsmitteln der Sakramente (um Christi
willen) . Die Heilsmittel bewirken wohl eine Ein-
gliederung in den Leib Christi, aber keine Ver-
wandlung in Christus. Die Einwohnung Gottes
in uns ist vergleichbar jener in Christus: „unver-
mischt und ungetrennt".
Wir haben bisher die Ähnlichkeit beider We-
sensmerkmale der, Katholizität und Heiligkeit
festgestellt, 1. im Verhältnis zu Gottes Wesen, das
weder in der Katholizität, d. h. Ganzheit der Of-
fenbarung den im unzugänglichen Licht wohnen-
den Gott uns völlig nahebringt noch uns die Hei-
ligkeit gibt, die Gott in sich selbst darstellt. Den-
nodi, das war das 2. Ergebnis, ist beider Wirk-
ursadie Gott selbst, näherhin die sich unser er-
barmende Liebe Gottes, die uns Anteil geben will
an seinem eignen Wesen.
3^A^. -i. Es bleibt noch aufzuhellen, wie Katholizität
und Heiligkeit sich zueinander verhalten. Viel-
leicht läßt sich das Verhältnis nach Analogie der
Wechselwirkung von Leib und Seele bestimmen.
Je mehr ein Christ (mit Hilfe der zuvorkommen-
den Gnade Gottes) in die Katholizität, in die Fülle
und den Reichtum der Offenbarung und aller Heils-
güler hineinwädist, sie auf sich bezieht und be-
nutzt, um so mehr wird er „in Christus eine
neue Kreatur". Heiligkeit ist mithin angewandte,
verwirklichte, aktuose Katholizität.
Aber auch umgekehrt gilt: je mehr jemand in
der Gnade Gottes steht und Früchte der Heiligung
aufweist, um so mehr wird er bereit sein, sich
dem ganzen Heilsratschluß Gottes in Wort und
Sakrament zu öffnen. Um so positiver wird
seine Haltung gegenüber aller Offenbarungswirk-
lidikeit. Darum ist der wirkliche Heilige der
ganzheitlichsle, der wertoffenste Mensch, wenig-
stens der Absicht, dem Wollen nach. Daß audi
heiligmäßige Menschen nie ihre Eigenart abstrei-
fen können und nicht einmal sollen, wurde be-
reits betont. Aber gerade das wird zum Prüfstein
echter Heiligkeit, daß sie den Blick öffnet für die
Wertwelt überhaupt und für die Vorzüge, die
andere verkörpern. Wo starke Individualität {[
dere verdrängt und unterdrückt, ist der Dv^
brudi zur vollen Katholizität der Intention ] \
eben nicht erfolgt, womit erst ein u. U. i
niederer Grad von sittlicher Vollkommenheit 1
vielleicht großer menschlicher Vorzüge err»
wäre. Katholisdie Haltung wird somit gera.
zu einem wesenhaften und sidieren Prüfsteii
reiditer sittlicher Volljcommenheit, denn der
gen, wertblinden Fanatikern, Sektierern
Häretikern fehlt jene Liebe, die zur Erfas*
aller Wahrheit und Seinswirklichkeit unerläl
ist. Die Liebe aber ist das Band, ja das W
der Vollkommenheit. Heiligmäßige Mens
werden daher niemals den Irrtum „ausrotl
wohl aber mit deif Waffen des Geistes bekam
— und eine wirklich Christus als Haupt aner
nende Kirche, die katholisch sein will, kann
mals Feuer und Schwefel auf eine Stadt odei
Land herabrufen^^) — sie wird nur in Liebe
wie Christus dahinopfern, sie wird wie eineHc
die Küchlein unter ihre Flügel bergen und ^
mein und das Endgericht Gott überlassen. So
gerade Heiligkeit und Katholizität fast nur
Seiten derselben Sache.
Katholizität und Einheit.
5. Wie verhält sich das Merkmal der Eii
zur Katholizität. Gerade diese beiden Merki
sind unlöslich miteinander verknüpft. Wo
Katholizität auch nur in Nebenfragen verletzt v
wird die Einheit zum mindesten bedroht —
umgekehrt, je mehr die Katholizität Eingan
die gespaltene Christenheit findet, um so ni
kommt sie wieder dem Ideal der Einheit.
Wenn wir beten: ich bekenne eine Kirch(
sagen wir damit, daß Christus nur eine Ki
gewollt und für die Erhaltung dieser Einheil e
einzigen Kirche (mit gleichartigen, also wes
gleichen Teilen) gebetet hat. Wenn wir uns :
besinnen, worin diese Einheit sich erweist
darstellt, dann wäre zu sagen, daß es sidi um
Einheit im Glauben (Lehre), im Gottesdienst
Brotbredien, in der Gemeinschaft und im Dit
(Liebe) handelt (unitas fidei, liturgica et sa
mentorum und regiminis).
") Spaltung wurzelt fast immer in Lieblosigkeit und E
nutz, mindestens in Kurzsichtigkeit. So war es Sünde Piu-
die inständige Bitte Bischof Kettelers zu übersehen um
verhängnisvollen Worte „ex sese" in der Vatik. F.rkl;
einfügen zu lassen. Ks war Sünde Roms, entgegen frül
Gepflogenheit die große Opposition unbeachtet zu l;issei
war Sünde Pius XII., trotz rechtzeitiger und begrün
Mahnungen von römisch-katholischer und evangclisdier '
ein undefinierbares Dogma zu verkünden. Aber, o felix <
— vielleicht sind es Umwege Gottes, um den Glauben
kleinen Zahl zu prüfen und Rom einen Weg zur radikalen
kehr anzubieten? — Die Sünde liegt also meist bei dener
bei den der Wahrheit Verpflichteten die tragische GcwlJ
entscheidung herausfordern, seltener bei denen, die «voi
Tor hinausgehen".
34
i Gott durch Christus nur eine Kirdie mit
Fülle der Gaben ausgestattet hat, muß diese
Christus gewollte eine Kirche also jene
die katholisch ist, d. h. die das OfTenbarungs-
läclitnis (apostolische Glaubenshinterlage)
. und heil bewahrt und darstellt. Wahrhaft
olische Kirche fällt folghch mit der einen
he zusammen.
iese rein logische Folgerung aus dem ganz
en Willen Christi und dem, was wir aus dem
ensbegriff katholisch nun mit Recht nach der
usgegangenen Erörterung erkennen müssen,
, nbestreitbar.
jer nun stehen wir vor der empirisch, d. h.
I hrungsgemäß wahrnehmbaren Vielfalt vieler
; henteile und Teilkirchen. Wir sind diesem
! )lem schon früher begegnet. Und doch brauch-
I wir uns gar nicht auf die Unsichtbarkeit der
I he des Glaubens zurückzuziehen. Die Kirche
I [steine trotz der Spaltung noch recht deutlich
I nnbar. Gerade nach dem, was hier als wesen-
1 katholisch herausgestellt wurde, eignet die
; lolizität und damit die Einheit wenigstens
\ idsätzlich all den Kirchenteilen, die die Fun-
! ente des wahrhaft katholischen Glaubens,
I die apostolische Glaubenshinterlage in der
e rpretation der einen bzw. einigen Kirdie an-
1 nnen. Gerade auf Grund unserer Erkenntnisse
'de ich keine Bedenken tragen, beispielsweise
I n Lutheraner, soweit er mit uns auf dem
i en der ungeteilten Kirche steht, darin als Ka-
I: iken anzuerkennen. Ich müßte ihn nur bitten,
ii Sonderlehren, die er darüber hinaus vertritt,
li eicht mit guten Gründen vertritt und die ihm
b blassen bleiben, als res libera, als freie theo-
i <che Deiitiingsver suche ohne AUgemeinuei-
►. Hichkeit so lange zu betrachten, solange ihnen
i ^l)äteres wahrhaft ökumenisches Konzil diese
^ )indlichkeit nicht gegeben hat. Auch ein über-
|i ter römisch-katholischer Christ ist Katholik,
t i\i er auf dem Boden der ungeteilten Kirche
\ t. Leider wird er nach dem^Vatikanum^per-
>< ich gar nicht mehr in der Lage sein, die im zwei-
1 1 tausend durch Teilsynoden und päpstliche
- riieidungen hinzuergangenen Interpretationen
II Zufügungen apostolischer Lehre als bloße
r ologumena (Deutungsversuche mit dem Ge-
^' if der dafür aufweisbaren Gründe) gelten zu
Täte er dies, wäre er , Alt-Katholik und
sich eo ipso, von selbst von seiner „Kirche"
'ieren (er würde faktisch von der, römi-
/iir katholischen Kirche zurückkehren),
lieh, auch das wird zutreffen: „Viele, die
' n scheinen, sind drinnen und viele die
' n sind (auf Grund Abkunft, Mitgliedschaft
nht Gliedschaft) sind draußen. Denn „Nicht
jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr" ist wirklich
gläubig und dem Heilsratschluß Gottes gehorsam.
Das Urteil darüber steht bei Gott und uns allen
gilt die Mahnung: „Wer steht, sehe zu, daß er
nicht falle".
Welche Folgerungen ergeben sich aus dem Ver-
hältnis zwischen Katholizität und Einheit? Wahre
Katholizität drängt auch zur sichtbaren und äuße-
ren Einheit. Wo immer wesenhafte katholische
Einheit im Glauben, Kult und in der> Ordnung
(Verfassung, Dienstämter) festgehalten wurde,
müssen die wesensgleichen Teile auch die äußere
Einheit verwirklichen. Darum bezeugten sich die
Bruderkirchen im 1. Jahrtausend diese Einheit
durch das herrliche Symbol und Unterpfand der
Einheit, durch die Communio des sakramentalen
Christus (Abendmahlsgemeinschaft) . Und wo im-
mer diese innere Einheit der Katholizität zerbro-
chen war, konnte die Abendmahlsgemeinschaft
nicht realisiert werden.
Aber auch umgekehrt setzt die Katholizität
auch die wesenhafte Einheit in apostolischer
Lehre, Kult und „Kirchenregiment" (Verfassung)
in den zu ihr zählenden Kirchenteilen voraus!
Die Geschichte unserer Bistümer erhärtet aufs
trefflichste diese Beziehung (Relation). Sobald
die Utrechter Kirche nach Vergleich der Lehre
der deutschen Alt-Katholiken deren Katholizität
feststellte, trug sie kein Bedenken, Reinkens zum
katholischen Bischof zu weihen. Auf die gleiche
Weise kam es zur Utrechter Union, zur Auflösung
der Gemeinschaft mit den Mariaviten, zur Sakra-
mentengemeinschaft mit den Anglikanern. Und
nur dieser Weg, nicht die zuerst gewährte Abend-
mahlsgemeinschaft, kann der rechte Weg zur Wie-
dervereinigung der schmerzlich gespaltenen Chri-
stenheit sein.
Uns Katholiken altgläubigen Bekenntnisses be-
rührt es immer seltsamer, daß trotz unserer vol-
len Katholizität, also vollen Ebenbürtigkeit mit
dem ältesten katholischen Kirchenteil, der ortho-
doxen „Kirche" (richtiger hieße es, der ortho-
doxen Bistümer, wenn man sich erinnert, daß es
nur eine Kirche gibt) bis heute seitens der auto-
kephalen orthodoxen Kirchenteile uns die volle
Gemeinschaft nicht zuerkannt wird. Es erhebt sich
wirklich die Frage, ob sich dies seitens der Ortho-
doxen länger verantworten läßt, ob dies im Hin-
blick auf unsere Wesenseinheit nicht zum Ärger-
nis, zur Sünde wider den Hl. Geist und gegen die
brüderliche Liebe wird. Begreift man darüber nicht,
was die Stunde gebeut, welche Stärkung es für
beide wäre, wie dadurch auch die äußere Ka-
tholizität wüchse, welche Rückwirkungen auf die
römische Kirche und die Welt sich ergäbe! Wir
haben als Rest der an altkirchlichem Glauben,
35
Verfassung und Gottesdienst festhaltenden Abend-
länder die Ostkirche niemals gekränkt, wie schon
Michaud betont hat. Möchten bald ernsthafte Ver-
handlungen in Gang kommen. So arm wir auch
an Zahl und geistliclien Krafterweisen augen-
blicklich sein mögen, Gott fragt nie nach der Zahl.
Er, der Einzelnen sein Wort in den Mund ge-
legt hat, daß sie sich nicht fürchten, sondern
Ihn bekennen vor aller Welt! Das Wort brüder-
lidier Gemeinschaft, das ist gewiß, wird nicht
ungesegnet zu allen zurückkommen.^^)
Katholizität und andere
Merkmale der Kirche.
6. Die Theologie spricht außer den vier hier be-
handelten Kennzeichen und Wesenseigenschaften
der Kirchen noch von der Sichtbarkeit der Kirche
und von den unsichtbaren Eigenschaften der
Unfehlbarkeit und Unzerstörbarkeit der Kirche
als solcher.*®) Außerdem kennt sie eine Reihe
von notae oder Notionen. Neuerdings führt man
als Erweis der Heiligkeit (besser der Heilheit,
also doch der Katholizität) noch an: Lehre, Tvult,
^» , Verfassung, ferner das Zeugnis der Verkündi-
-/ gung (Mission), des, Martyriums (Selbsthingabe
in Erfüllung der evangelischen Räte, der Forde-^
rung der Bergpredigt zum Leiden für Christus
evtl. bis zur Selbsthingabe des Lebens) und der
Diakonie (Dienste der Liebe). Auch hierzu ein
Wort.
Die Lehre, die Heilsgüter und Verfassung
(ihr entsprechen die prophetische, priesterliche
und seelsorgerliche [oberhirtliche] Aufgabe und
Tätigkeit der Kirche) und die sich daraus erge-
benden Lebensäußerungen und Bezeugungen ge-
hören zwar zur formellen Katholizität einer Kirche,
zu ihrer Vollständigkeit und Ganzheit — aber die
Aufzählung dieser Lebensäußerungen als solche
besagt noch nichts über die Katholizität, d. h.
Heilheit und Richtigkeit ihres Inhaltes und Voll-
zugs. Auch die Häresien, sogar die säkularisierten
Ersatzreligioneri unserer Tage haben diese „Notio-
nen", oft sogar in höchster formaler Vollendung.
Erst ihre inhaltliche Qualität, d. h. die volle in-
haltliche Übereinstimmung der Lehre mit derapo-
stolisdien Lehre, des Gottesdienstes mit jenem, den
Christus will, der Verfassung, die auf apostolische
Anordnung in ihrer Entfaltung zurückgeht, ma-
chen die Lebenszeugnisse der Mission, des Martyri-
ums, der Diakonie zu vollgültigen Zeugnissen nach
**) Ein Versagen der Gemeinschaft lediglidi aus kirdienpoliti-
schen und taktisdien Geslditspunkten würde dem Gebot Chri-
sti, der Liebe und somit der Heiligkeit der Kirdie ins Ge-
sidit schlagen.
**) Da sie nur dem Glauben gewiß sind, haben sie nidit den
Charakter der Kennzeichen, d. h. Erkennungszeichen.
lichenl
und >1
der Absicht Christi. Erst von ihrer inhaltlichei
thülizität bekommen sie ihre Richtigkeit
macht. Besitzen sie diese inhaltliche Qual
dann freilich fließen die genannten Bestand
der apostolischen Tradition aus dem Heiligu
willen Gottes (nicht unmittelbar aus Gottes
sen), spiegeln im Dogma und Gottesdienst' G<
wesenhafte Heiligkeit (gebrochen) wieder,
dann erweist sich das Dogma als Teilnahmt
der göttlichen Wahrheitsfülle, der^ Gottesdi
als Abbild des himmlischen Dienstes nach .lo
nes, gewähren die, Heilsmittel uns Teilhabe
göttlichen Leben, bzw. an den Krafterwt
Gottes.
^- Ihrerseits drängen diese Gunsterweisungen
tes uns zu dankbarer Weitergabe. Dieses We
geben wird freilich auch nur dann richtig
gesegnet sein, wenn sie erfolgt nicht in unerU-
tetem Eifer, in eigenmächtiger Form,
menschlicher Rechthaberei, sondern aus
Geist, der einst die Apostel getrieben hat: Z
zu werden der Herrlichkeit und der Erban
gen Gottes.
Damit aber stehen wir an dem Punkt iin?
Darlegungen, wo es angebracht ist, noch ein
trotz bereits mehrfacher Hinweise*^) darauf
merksam zu machen, daß wahre^Katholizitä
Heiligkeit einbeschließt und fordert und w
Heiligkeit zur Katholizität hindrängt und sie
lebt. Nur in der gegenseitigen Durchdrini
beider wird die Kirche Kirche Jesu Christi
Glaube im Schauen sich vollendet, da die.,1
nung sich erfüllt im dereinstigen Besitz, abc
Liebe immer währet und allem erst eine 1
Vollendung, eine letzte Heilheit und Kath(
tat verleiht, wird nur jene Kirche wirklicli k:
tische Kirche sein, die um dieses letzte Gehei
weiß und sich darin vollendet.'*^) Mag ui
Lehre noch so rechtgläubig, unser Gottesd
noch so „schön" und mögen unsere Zeug
und Lebensäußerungen noch so richtig orgaiii
") Dem aufmerksamen Leser ist sie nichts Neues mehr
kann es nicht eindringlich genug gesagt werden.
") RalTael hat die Glaubenswirklichkeit, die alle Vc
übertrifft, in seiner Disputa dargestellt. Dieses Gemäld«
verschieden interpretiert: als Darstellung dos Zentralg«
nisses der Altäre, das Gegenstand des Gesprächs der rint;
Kirclie ist; als Manifestierung der triuin|)hieronden r
Offenbart es nicht auch den tiefsten Grund, die causa
plaris und effectiva, die urbildliche und tatsächliche L
sowohl der Katholizität wie der Heiligkeit der Kirdie?
nidit Christus selbst, der im Geheimnis der Iiicarnatio;
Mensdiwerdung, also verhüllt im Fleiscli — und dann ve
unter dem Zeichen des Brotes, den Seinen hieniodin sid
um dann enthüllt mit den durch ihn Vollendeten das Rc
teilen? — Überdies madit die Dis|)uta die Doppelbedf
des Artikels von der Gemeinsdiaft der Heiligen olToiibar
Ciemeinsdiaft der Heiligen meint sowohl jene, dir der h«
Speise teilhaft werden wie jene, die Christus angehörer
Bereiche, die obere und untere Sdiar, die untere im
ben ringend und hoffend, die obere dort im Sciiaurn seil»
in Liebe zum verborgenen und erhöhten Herrn unicrelr
geeint. (Vergleiche audi die großartige Bilderspradi
Offenbarung Johanni).
36
, wo das alles nicht getragen und gespeist
I von der Liebe Christi, von der Lebensmaclit
Heiligen Geistes, der vom Vater durch den
II ausgeht, da läge nur mechanisches Tradie-
äußere Betriebsamkeit, also pseudochrist-
es Tun vor. Darum muß jeder Kirchenteil
jedes Glied der Kirche sich selbst fragen, ob
wirklich glaubt, hofft und vor allem, ob die
>e' Christi sie drängt und belebt. Denn:
v^enn ich mit Engel- und Menschenzungen rede,
ber die Liebe nicht habe,
; ) bin ich nur tönendes Erz
nd eine klingende Schelle
nd wenn ich die Gabe gotterleuchteter
ede habe
nd alle Geheimnisse w^eiß und alle
rkenntnis besitze,
nd wenn ich allen Glauben habe,
) daß ich Berge versetzen kann,
ber die Liebe nicht habe,
I 3 bin ich nichts.
^' nd wenn ich all meine Habe den Armen
l usteile
nd meinen Leib zum Verbrennen hingebe,
her die Liebe nicht habe,
) nützt es mir nichts.
(L Kor. 13)
Literaturhinweise:
Abkürzungen: Ak.V. = Alt-Kath. Volksblatt; Ak.K.Ztg. = Alt-
kath. Kirchenzeitung; W.B. = Willibrordbote; IKZ = Inter-
nat. Kirchl. Zeitschrift.
Zu dem hier behandelten Gesamtthema wären vom Verfasser
P. Pfister folgende ergänzende und erläuternde Aufsätze noch
einzusehen:
Die Aufsatzreihe: „Kennst Du Deine Kirche?" Sie behandelt
die Fragen:
1. Sind wir eine Konfession? Ak.V. 1954, S. 55.
2. Wir sind katholische Kirche. Ak.V. 1954, S. 30.
3. Was heißt katholisch? Ak.V. 1954, S. 67.
4. Sind wir eine nationale, liberale und demokratische
Kirche? Ak.V. 1954, S. 105, 124 u. 132.
5. Wann ist die Altkath. Kirche entstanden? Ak.V. 1954, S. 177.
6. Sind wir Mitglieder oder Glieder der Kirche und Ge-
meinde? Ak.V. 1954, S. 16.
Gemeinschaft der Heiligen. Ak.V. 1954, S. 121.
Zur Wiederbegegnung der Konfessionen. W.B. 1947, S. 14.
Die Reformation als religiöses Anliegen heute. Ak.V. 1952,
S. 13.
Um die Einheit der christlichen Kirche. Ak.V. 1952, S. 52 u. 63.
Klare Fronten. W.B. 1947, S. 33.
Wo steht die Alt-katholische Kirche heute. Ak.V. 1956, S. 57.
Fragen und Gedanken um das Kirchenrecht. Ak.V. 1956, S. 62.
Was sind wir? Ak.K.Ztg. 1957, S. 48 und 371.
Ferner sei verwiesen auf:
Küry Urs, Liberal oder orthodox. Katholik 1947, S. 338, nach-
gedruckt im W.B. 1947, S. 7.
Michaud, E., Was der Altkatholizismus erreicht hat, übersetzt
von Joh. Marschall, Bonn 1897.
Keussen, R., Der altkatholische Kirchengedanke, seine Hem-
mungen und seine Aussichten. IKZ 1926, Heft 2.
Blütenlese aus dem „Commonitorium adversus haereses" des
Kirchenvaters Vinzenz von Lerin, übersetzt von J. Schnierts-
hauer, Ak. Jahrbuch 1953, S. 42.
"M^^- ^./ay^^'^'^^^^p^.-'
.=.^30
ue Oimi in i-,sscn, eingeweiht am 14. 7. 1957
Unsere Kirche würde Christus verraten, wollte sie nur
stimmungsvolle Feiern, religiöse Naturschutzparks
und ein wenig wohltemperierte Sonntagsfrömmigkeit
solchen bieten, die danach verlangen — und den
andern eine Möglichkeit, mit Anstand als „Christ'*
zu existieren und ein „schönes Begräbnis'' sich zu
sichern. Wer so dächte, würde Christus aufs neue
kreuzigen — und eine solche „Kirche" gliche schal
gewordenem Salz. Sie hätte keine Salzkraft und kein
Recht mehr, sich Kirche Jesu Christi zu nennen. Denn
die Offenbarung sagt: Weil du aber lau bist, und
weder kalt noch warm, so werde ich dich ausspeien
aus meinem Munde." (Offb. 3, 16.)
Spurgeon erzählt von einem Manne, der nachts durch
das heftige Bellen seines Hundes geweckt wurde. Der
Hund ließ sich trotz wiederholten und nachdrück-
lichen Beschwichtigens nicht beruhigen. Da griff der
Mann im Jähzorn zu seiner Flinte und schoß den
treuen Wächter tot. „So, jetzt hab' ich endlich Ruhe",
sagte er und legte sich wieder schlafen. Aber am an-
dern Morgen entdeckte er, daß er durch Einbrecher
ausgeraubt worden war. — So kann man es auch mit
dem Gewissen machen, indem man es gewaltsam
unterdrückt.
37
Mährens drei Gemeinden
In memoriam!
Die „Los-von-Rom"-Parole, ursprünglich rein poli-
tischer Natur, wurde sachbedingt und immer inten-
siver zu einem rein kirchlichen Weckruf. Er galt
zuletzt wirklich nur mehr jenen Allzuvielen inner-
halb der austro-römischen Kirche, die mit ihr zer-
fallen, daran nur mehr „tote" Glieder waren. In
ganz Mähren und Schlesien lebten vor 1899 nur
2 altkathol. Familien (Esching und Wambera), der
Gemeinde St. Salvator-Wien kirchlich angehörend.
Zehn Jahre später gab es im Räume „von der March
bis an die Oder" eine Reihe von größeren und klei-
neren Gemeinden, die sich zu zwei Diaspora-Pfarr-
gemeinden, M. Schönberg und Friedland a. M. zu-
sammengeschlossen haben, denen sich als „Dritte im
Bunde" die kleinere Gemeinde Brunn zugesellt hat.
In Mähr. Schönberg wurde über Betreiben
eines „Fähnleins freiheitlich Aufrechter" am 25. 3.
1899 erstmalig altkatholischer Gottesdienst (durch
Pfarrer Schindelar) gefeiert. In einer Versammlung
wurde anschließend dargelegt, was die altkatholische
Kirche sein will und sein soll. Am 15. 8. war dann
Pfarrer Wolf aus Wien gekommen, das hl. Amt in
der abermals dazu freundlichst überlassenen evan-
gelischen Kirche zu feiern und der Abgeordnete der
liberalen Partei, Dr. Bendel, legte in einer Ver-
sammlung Dasein und Bedeutung der altkathol.
Kirche dar. Im Herbst dieses Jahres kam dann ein
junger Geistlicher, Karl Erhart, nach Schönberg,
dessen Freude es war, in allen Orten des Teßtales
und seiner Nadibarschaft die „L.v.R. "Parole zu
verkünden. E. Zvenek, ein Vielerfahrener, eine Zeif
lang auch als Gendarm des Papstes im Vatikan be-
dienstet gewesen, und des öfteren auch der sozial-
demokratische Abgeordnete Freundlich leisteten ihm
dabei Schützenhilfe. „Ganze Täler wenden Rom den
Rücken", schrieb damals ein evangelischer Pfarrer
aus Deutsdiland in der „Wartburg". Als Nieder-
sdilag dieser Bewegung bildeten sich altkath. Ge-
meinsdiaften außerhalb M. Schönbergs, in Reiten-
Auf einer Pfarrerkonferenz wurde zu einem neu-
erschienenen Buch heftig Für und Wider Stellung
genommen. Einer der Pfarrer wandte sich besonders
heftig gegen das Buch, an dem der Beferent viel
Gutes gefunden hatte. Auf die Frage, ob er es denn
gelesen habe, konnte er freilich nur erwidern: „Nicht
mehr als zwei Seiten." Darauf sprach ihm der Amts-
bruder das Becht ab, auf Grund einer so geringen
Kenntnis sich ein Urteil zu erlauben. Aber da war er
an den Unrechten gekommen. „Was?", sagte der
andere, „ — i soll net mitreda dürfal Wenn i in da
Keller nontergeh ond zapf a Fäßle a ond merk, es
ischt Essig, meinet Sie, i mues dees ganze Fäßle aus-
sauf a, um zu merke, was dees isch?"
38
dorf-Weikersdorf, in Wiesenberg und Winkels
vor allem. In Schönberg erhielt die neuerstan.
Kirchengemeinde einen Raum in der sog. Sd
schule als Andachtsstätte zugewiesen, später
schon viele Jahre nimmer benützte, der Stadt ei
Barbara-Kirche. Dieser durfte sich jedoch die
kath. Gemeinde nur zwei Jahre lang erfreuen.
Stadtgemeinde wurde wegen Überlassung d
Kirche an die Altkatholiken ein Prozeß angeh:
den sie in zwei Instanzen gewann, bei der dr
und obersten Instanz aber verlor. Die Altkathol
mußten wieder in die Schloßschule zurück. Dif
meinschaft in Reitendorf hatte sich indessen
„Bethaus" erbaut (1904). Ende Sept. 1907 ist P
vikar Erhart nach Friedland übersiedelt, an <
Stelle trat Pfarrvikar J. Ferge aus Graz. Mit di»
begann eine neue Orientierung: Versammlunger
der Parole „Los von Rom" gab es keine mehr,
kirchliche Leben wurde organisiert. Eine rege
ßige Gottesdienst-Ordnung auch für Reitendorf
allem für Wiesenberg und Winkelsdorf wurde
gelegt, regelmäßiger Religions-Unterricht für
Kinder, auch in der Diaspora sichergestellt, f
orts der Caritas-Dienst organisiert. M. Schön
erbaute sich 1914 Kirche und Pfarrhaus,
Schmuckstück im Stadtbilde. Fünf Jahre späte
stand eine kleine Gemeinde in M. Rothwasser,
prozentig eine „lebende Gemeinde", der zun;
ein in einem Patrizierhause errichteter, nur k
rellen Zwecken dienender Festsaal als Andachtss
diente. Als dann die Erben des Eigentümers d|
Hauses aus dem Festsaal einen Tanzboden i
ten, mußten die um eine Weihestätte Gebracht«
die Erstellung einer eigenen Gottesdienststätte
ken. Drei holländische Gemeinden, Utrecht,
Haag und Rotterdam, halfen ihnen dabei mit
Ertrag je einer Kirchtürsammlung, rund 750(M
Im Spätherbst 1929 wurde das außen einf
innen architektonisch sehr schöne Kirchlein
geweiht. Ein paar Jahre später ist Schönberg
eine kleine Filialgemeinde in Frankstadt-Pi
zugewachsen, die erst in der Schule einen R
dann aber die geräumige Schloßkapelle John-
— dank der Güte der Sdiloßfrau — zur bleibe
Andachtsstätte überlassen bekam, 1932 wurde
Bethaus in Reitendorf ein Presbyterium mit e
kleinen Glockenturm angebaut. Die Gründung
Filialgemeinde in Deutsch-Lisbau, später in Kle ||
hat der Pfarrer abgelehnt, weil er die regelmi
kirchliche Betreuung dieser Orte nicht sicherst!
konnte. Weithin bekannt wurde der „Bergg«
dienst", alle Jahre an einem August-Sonnta}|
Hochwald auf der Paßhöhe „Berggeist", abgeh
zu dem stets Hunderte von beiden Seiten des P
aus dem Teß- und dem Mohratal, gewandert
(Der H, Bischof ist zweimal von Warnsdof]
diesem Berggottesdienst erscliienen,)
Geistlicher Rat Ferge in der Alt-Kath. Pfarrkirche M. Schönberg (vor 1938)
ii- Gemeinde wurde 1912 als Pfarrgemeinde
i itlich anerkannt — bis da war sie Filialgemeinde
c Pfarre St. Salvator-Wien. Zur Pflege der Caritas
fc landen in Schönberg, Reitendorf und Wiesenberg
I uenvereine, je ein Hilfsverein in Weikersdorf
u Plötsch. Ortsgruppen des Internat. Hilfsvereins
^ canden in Schönberg und Reitendorf, in Schön-
I g und Rothwasser Kirchenchöre, die sich ge-
llt 'ntlich auch der Allgemeinheit zur Verfügung
K Iten. Endlich gab es in Schönberg eine Theater-
^ einigung, die sich in den Jahren 33 bis 37 durch
d Pflege der Groß-Märchenspiele (jedesmal bis 90
K wirkende, zumeist Kinder, Darstellung, Ballett-
k st, Ausstattung ausgesucht erstrangig!) weitum
I Nord-Mähren einen Namen bereitet hat. Ihre
^ lösung war die erste bittere Erfahrung nach Auf-
r tung des totalen Regimes anno 1938. Ihr folgten
B ere Schlag auf Schlag: Frauenvereine, die Ju-
g dvereinigung, die Helfervereine, Ortsgruppen der
„ I.V." wurden aufgelöst, aller Vermögen zugun-
i der NS.-Organisation beschlagnahmt. Das in
inberg erscheinende Bistumsblatt wurde („we-
Beleidigung der hohen SS.") auf Befehl des zu-
idigen Ministers in Berlin eingestellt. Die Gottes-
istfeiern in Wiesenberg und Winkelsdorf wur-
„wegen Mangels einer eigenen Kultusstätte"
>oten, zugleich der Religionsunterricht allerorts
urch unmöglich gemacht, daß die Kinder zur
ide, da sie Unterricht erhalten sollten (und an
S Mtagen zur Gottesdienststunde) zum „Dienst"
b »hlen waren. So blieben sie von 1939 bis zur
'Hung ohne Religionsunterricht! Der Pfarrer,
U pensioniert worden ist, mußte, als sich der
wählte Pfarrer, Vogel-Linz, endgültig nach
i>erg zu kommen weigerte, das Pfarramt wie-
<i übernehmen und erlebte dann, nach Wiederauf-
n tung der tschechoslowakischen Republik, eine
einmalige Überrasdiung: er wurde, anscheinend
als einziger aus der Zahl der deutschsprachigen
Pfarrer, ausdrücklich als Pfarrer und Matrikenfüh-
rer (Standesbeamter) wieder anerkannt, nur zur Re-
gisterführung in tschechischer Sprache verpflichtet!
Hatte sich dafür auch die Auflösung der U0ben
Pfarrgemeinde bis zuletzt mit anzusehen. Vom
4. April 1946 bis gegen Ende August hielt das Ab-
transportieren der Bewohner des Teßtales an, von
Sonntag zu Sonntag wurde die Zahl der Andächtigen
in der Kirche sichtlich kleiner, am letzten August-
Sonntag war niemand mehr da, die Gemeinde war
ausgelöscht! Von ihrer Hinterlassenschaft übergab
der Pfarrer, von seinem Bischof schon 1945 zum
kommissarischen Verwalter der Gemeinde bestellt,
die Pfarrkirche, das Pfarrhaus, das Emeritusheim
in M. Schönberg und die Filialkirche in Reitendorf
an die nach Schönberg und Reitendorf zugewan-
derte orthodoxe Gemeinde, die hl. Kreuzkirche in
Rothwasser hat die tschechische Bruderkirdie über-
nommen ...
Friedland a. M. war in Wirklichkeit und von
je und eh ein Kleingemeinden-Bund. Es zählten da-
zu die Gemeinden Römerstadt, Irmsdorf, Berg-
stadt, Merotain, Zechitz, M. Ostrau, Troppau und
Oderberg. Letztere war die größte unter allen, grö-
ßer auch als die in Friedland. In dieser aber hat Pfr.
Erhart die Pfarrkirche gebaut, sie so zur Haupt-
gemeinde erhoben. Als erster Geistlicher amtete
hier W. Hosner, nach ihm R. Tüchler. Ersterer ging
von Friedland nach Olmütz, letzterer nach Ried,
Ober-Österreich. Friedland wurde nun von M. Schön-
berg aus pastoriert, bis zuletzt, 1907, Pfarrvikar Er-
hart selbst nach Friedland übersiedelte. Dem Klein-
gemeinden-Bund hat sich inzwischen auch Olmütz
angeschlossen. Diese Gemeinde hatte seit ihrer
Gründung einen eigenen Geistlichen (Hosner) und
39
berechtigte zunächst zu der Hoffnung, daß sie in die
Reihe der Großgemeinden aufsteigen werde. Diese
Hoffnung wurde bald zunichte gemacht. Nicht von
außen her, von innen her kamen Wachstums-Läh-
mung und Zerfall. Der Geistliche ging nach Brünn,
die Restgemeinde ward der Gemeinde Friedland zu-
geteilt. Pfarrer Erhart als der „Volkspfarrer" weit-
hin bekannt und überall verehrt, ist im Sommer 1035
unerwartet einer heimtückischen Krankheit erlegen.
Bis 1936 wurden die Friedländer wieder von dem
ziemlich entfernten M. Schönberg aus pastoriert,
dann kam als zweiter Pfarrer A. Gruber nach Fried-
land, der hier bis zu seiner Mitte 1946 erfolgten
Emigrierung, von allen geliebt, der Seelsorge oblag.
In den Wirren der Deportation aller Deutschen
sind Friedlands Gemeinden fast spurlos unterge-
gangen. Ihrer Pfarrkirche bemächtigte sich die
tschechoslowakische Nationalkirche. Die Glodce der
Erhartsdien Kirche aber hat der orthodoxe Pfarrer
von M. Schönberg nach da überführen lassen.
Brünn. In den ersten Jahren der „L. v. R. "-Be-
wegung ist diese Gemeinde entstanden, eine Grün-
dung Wiens, das ihr auch in Hosner den ersten Geist-
lichen stellte. Die Gemeindeangehörigen rekrutier-
ten sidi fast ausschließlich aus den sog. bürger-
lichen Kreisen. So war Brünn von Anfang an eine
kleine Gemeinde und ist das bis zuletzt geblieben.
Hosner ist nach W^ien gegangen, Peißl in sein Klo-
ster zurück. Dem nächsten Geistlichen, H. Gütl, ver-
mittelte der Bürgermeister der Stadt eine Anstellung
in der Landwirtschaftlichen Versicherungs-Anstalt.
Die Folge war, daß dem, der Beamter und Pfarrer
in einer Person war, zur Wahrnehmung der Ob-
liegenheiten eines Seelsorgers wenig Zeit gegeben
war. Nach vielen Jahren hat denn auch Gütl als
Pfarrer demissioniert. Die Pastoration der Gemeinde
wurde wieder, wie vor Gütls Amtsantritt dem Pfar-
rer von M. Schönberg übertragen, der inzwischen
in Pfr. Gruber einen Pfarrhelfer erhalten hatte.
Glück aber hatte die Gemeinde Brünn vom Anfang
an in der Suche nach einer Weihestätte. Sie erhielt
kurzerhand das im Alten Rathaus befindliche Ora-
torium, das bis dort röm.-kath. Schulgottesdienst-
Stätte gewesen war, zugewiesen. Diese Andachts-
stätte ging verloren, als nach Proklamierung der
tschediosl. Republik 1918 die Tschechen auch in
Brünn an die Madit gekommen waren. Später er-
hielten die Alt-Katholiken einen sdiönen Schulraum
zur Abhaltung von Gottesdienstfeiern zugewiesen,
vor 1938 schufen sie sich dann eine Notkirch
Hoftrakt eines großen Hauses. — Daß der Seelsi
so fernab seinen Wohnsitz hat und die Tatsache
der letzte ortsansässige Pfarrer auch gleichzeiti
Beamter gewesen ist, ließ allmählich den Geda
reifen, diesen Nöten damit ein Ende zu setzen
dem Vorsitzenden des Kirchenrates, der einmal
ein Semester Theologie studiert hat, nach ent
eilenden Nachstudien die Weihen erteilt werdei
ihn ermächtigen sollten, den Sonntagsgottesd
zu feiern, den Religionsunterricht zu erteilen,
fen und Begräbnisse in Vertretung des zustän(
Pfarrers vorzunehmen. H. Bischof Paschek ents|
den Bitten der Gemeinde, ließ dem Kandidate
absolut nötigen Studien nachholen, nach abgel
Prüfung in Wien die Weihen empfangen un^
klärte ihn dann für „zum Aushilfsdienste zu}.
sen". Daß diese Zulassung statt Segen nur U
schaffen sollte, wurde bald offenbar. Der 1
geistliche beförderte sich zunächst selbander
„Pfarrer", die stille Zustimmung der tscliechi;
Behörden gewann er dadurch, daß er sich im .'
verkehr nur mehr der tschechischen Sprach«
diente ( — den deutschen Pfarrämtern war de
als Amtssprache zugebilligt! — ). Nachdem t
Pfarrer „geworden", führte er die vom Kirche
stand der tschechischen Gemeinde Prag, HanI
forderte, vom Bischof und Synodalrat abgel*
Utraquisierung der altkath. Gemeinden auf e
Faust in Brünn durch und organisierte in der I-
Hand in Hand mit Hanf gehend, ein regelre _
Kesseltreiben gegen den Bischof und den zust
gen Pfarrer, indem er anhaltend Staatspolizei, t
chische Presse und Parlament gegen die Genai
aufputschte. Der Umstand, daß der Mann dam
gen Unregelmäßigkeiten in der Geldgebarunf^
Gericht erscheinen mußte, gab dem Bischof die
lichkeit in die Hand, den eigenartigen Geistl
vom Dienst zu entheben. (Der ließ sich später
orthod. Bischof Samatzy noch einmal ordini
um als orthodoxer Geistlicher im Krematorium
eben aussegnen zu können!) 1939 übernahm
die Betreuung der Gemeinde Brünn, Pfarrer Bi
in Wien war der letzte Seelsorger der Brünnei
im April oder Mai 1946 alle Deutschon Br
Greise und Kinder, Gesunde und Kranke au
Straße Brünn — Wien gegen österreidi ausges'
wurden, da hat auch die altkath. Gemeinde F
zu bestehen aufgehört. Fe
^
CVitc^ so ihr Seine Stimme höret, so verstocket euer Herz ni(
Psalm 95/7J
An
Johannes Chrysostomus (344'-'40?)
Ostkirche verehrt seit dem 10. Jahrhundert
)en Basilius d. Gr. und Gregor von Nazianz
■ lann Chrysostomiis als ökumenischen Lehrer.
i 14. September 1957 sind 1550 Jahre seit des-
Hinscheiden vergangen. Es dürfte daher un-
! m Jahrbucli wohlanstehen, diesem Manne ein
f lichtes Gedenken zu widmen, dem in der West-
I che nur einer als Prediger ebenbürtig gilt, der
i 1 sonst so ungleiche Augustinus.
/. Sein Leben
I n Feldobersten Sekundus in Antiochia (Syrien)
! enkte seine Gattin Anthusa 344 ein Knäblein.
I Eltern nannten es Johannes. Bald starb der
I er. Die fromme Mutter verzichtete auf neue
I irat und widmete sich ganz der Erziehung
j es Kindes. Sie pflanzte in die empfängliche
l le des kleinen Johannes den christlichen Glau-
I i. Später schickte sie ihn auf die Schule des
\ ahmten Rhetors Libanius. Philosophische und
I ologische Vertiefung empfing Johannes von
c 11 Philosophen Andragathius, dem Archiman-
^ ten Diodur und durch Bischof Meletius. Nach
i >chluß seiner Studien eröffnete sich dem jungen
i 1 hochbegabten Manne eine glänzende Lauf-
I »n. Doch er verschmähte sie. Er trachtete nach
it sm unvergänglichen Kranz. Auf die inständige
^ e seiner Mutter, sie doch nicht zum zweitenmal
^' Witwe zu machen, blieb er zwar noch im elter-
I len Haus, führte aber ein zurückgezogenes
1 «en und ließ sich 369 von Bischof Meletius
t fen. Als man ihn vier Jahre später zum Bischof
I ehrte, entzog er sich der ihm angetragenen
^ irde durch die Flucht ins Gebirge bei Antiochia.
/ Einsiedler diente er Gott mit Fasten und Beten,
^ tiefte sich in die Hl. Schrift und lebte von seiner
l ide Arbeit, bis ihn sechs Jahre später eine
I L rankung aus seiner feuchten Höhle zurück in
<i Stadt zwang.
lischof Meletius weihte dort Johannes 381 zum
I kon, dessen Nachfolger Flavius 386 zum Prie-
^ Fast zwölf Jahre durfte Johannes an der
I riarchatskirche zu Antiochia als Prediger wir-
k Er verwaltete sein Amt mit solcher Kraft und
C iibenswärme, daß das Volk ihn bald Chry-
iiius, d. h. Goldmund nannte, ein Name, den
le Nachwelt spätestens vom 6. Jahrhundert
' illgemein beilegte.
^ ist der Alten Krone, wenn sie viel erfahren ha-
'ind ihre Ehre ist, wenn sie Gott fürchten.
Jö. 8.
Der Ruf des gewaltigen Predigers drang auch
nach Konstantinopel. Als dort 397 der Patriarch
Nektarius gestorben war, wurde Chrysostomus
vom Kaiser Arkadius nach Konstantinopel beru-
fen und trotz seines Sträubens von Geistlichkeit
und Volk zum Bischof der Hauptstadt gewählt,
sehr zum Verdruß des Patriarchen Theophilus
von Alexandrien. Zwar mußte Theophilus dem
Antiochener selbst die Hände auflegen, aber als
Chrysostomus durch unerschrockenes Rügen des
Kleiderluxus am Hof und der Mißstände in der
Geistlichkeit und in den Klöstern sich Feinde
machte, stellte sich Theophilus an die Spitze der
Widersacher des im Volk und Adel beliebten Man-
nes. Er selbst bezichtigte Chrysostomus der Irr-
lehre. Doch erreichte er sein Ziel, die Absetzung
und Verbannung des Chrysostomus erst, als sich
die Hofdamen, an ihrer Spitze die Kaiserin Eudo-
xia, durch eine Predigt des Chrysostomus beleidigt
fühlten. Die Gläubigen scharten sich um ihren
Bischof, die Aufregung des Volkes drohte in einen
Aufstand auszuarten. Chrysostomus suchte die
Volksmenge zu beruhigen: „Was soll ich fürchten?
Den Tod? Christus ist mein Leben. Die Verban-
nung? Die Erde ist überall Gottes. Ich verachte
der Welt Schrecken und spotte ihrer Herrlich-
keiten."
Heimlich begab sich Chrysostomus in die Ge-
walt der Obrigkeit, die ihn zu Schiff wegbrachte.
Der sich steigernde Volkszorn, besonders ein plötz-
liches Erdbeben in der Nacht bewogen das Kaiser-
paar, den Verbannten zurückzurufen. Im Triumph-
zug führte das Volk ihren Bischof in seine Kirche.
Dort forderte der Bischof zum Gottvertrauen in
den Wechselfällen des Lebens auf. Der Friede
war nur von kurzer Dauer. Als Eudoxia eine Bild-
säule errichten ließ und Chrysostomus gegen heid-
nische Auswüchse bei dem damit verbundenen
Volksfest auftrat, wurde der Kaiserin hinterbracht,
Chrysostomus habe sie mit der Herodias ver-
glichen. So wurde Johannes Chrysostomus im
Jahre 404, und diesmal endgültig, verbannt. Nach
beschwerlicher Reise an seinem Ziele, der arme-
nischen Grenzstadt Kukusium angelangt, schrieb
er zwei Trostschriften und sandte Glaubensboten
zu den Goten nach Persien. Dies veranlaßte seine
Feinde, die Verbannung nach Pityus am Schwar-
zen Meer zu erwirken. Ende Juni 407 war der
Marsch in Begleitung von zwei Soldaten ange-
treten. Am 14. September brach der Bischof völlig
entkräftet zusammen. In der Kirche des hl. Basi-
liskus in Komena, in der er zuvor genächtigt hatte,
41
legte Ghrysostomus die bestaubten Reisekleider
ab, zog sein Sterbekleid an und entschlief mit den
Worten: „Gott sei gepriesen für alles".
//. Werk und Bedeutung
von Johannes Chrysostomus
Chrysostomus war kein spekulativer Kopf. In der
Glaubenslehre vertrat er die gesunde Lehre, den
allgemeinen, den katholischen Glauben. Die rö-
misch-katholische Dogmatik kann ihn nicht für
sich beanspruchen. Von der Unfehlbarkeit des
römisdien Bischofs wußte er nichts. Ebensowenig
von dessen Jurisdiktionsprimat. In der Marien-
lehre finden sich zuweilen sogar kritische Bemer-
kungen. Jedenfalls blieb er nüchtern.
Chrysostomus Lehre war angewandte Dogmatik
und Sittenlehre. Er war ein Mann der Tat, des
Wortes, des Vorbildes. Als Bischof von Konstan-
tinopel sorgte er für die Armen, baute Spitäler,
trat dem Luxus und der Sittenlosigkeit entgegen.
Von den Dienern Gottes erwartete er ein geist-
liches Leben. Den Günstlingen am Hof war er
ein unbequemer Mahner.
Seine geschichtliche Bedeutung gewann Chry-
sostomus als Prediger. Obwohl er als Antiochener
der nur allegorischen Erklärung der Schrift ab-
hold war, verstand er seine Homilien mit dem
Salz bildhafter Rede zu würzen. Während aber
Augustinus die Zuhörer durch Antithesen und
Wortspiele fesselt und sein Thema logisch ent-
wickelt, bevorzugt Chrysostomus mehr die unter-
haltsame Darstellung und Abschweifungen, wie
sie sich aus dem Augenblick ergaben.
Eine Unmenge Predigten, von Schnellschreibern
festgehalten, sind von Chrysostomus erhalten oder
werden ihm zugeschrieben. Kaum ein Buch des
Alten oder Neuen Testamentes, das er nicht in
Homilien erklärt hätte. Wenn man bedenkt,
er oft täglich zwei Stunden lang predigte, (
läßt sich das Ausharren seiner Zuhörer aus
Lebhaftigkeit der Schilderung, der Anmut
Sprache und der fesselnden Einleitung allein i
erklären. Tatsädilich liegt das Geheimnis sc
Sprachgewalt tiefer. Alle Rhetorik war ihm
ein Mittel. Was er bot, strömte ihm aus dem
zen, aus einer tiefen Überzeugung und aus
langjährigen Vertrautheit der Schrift, die (
den Jahren der Einsamkeit durch die Mediti
der Hl. Schrift erworben hatte. Das Faszinier
seiner Predigt war die Einheit von Wort
Leben. Bewiesen hat Chrysostomus seine t
Zeugung durch die unerschütterliche Treue g
Gott in den Jahren seiner Heimsuchung und
samkeit. Die Kanzel war sein Feld, nicht wt
seine eigene Ehre suchte. Er wollte mit dem «
fangenen Talent, das er in unablässiger Müh«
Meisterschaft entwidcelt hatte, Gott verherrli
und seinen Brüdern dienen. Kann etwas Gröl
von einem Christen gesagt werden?
Paul F. Pfisi
Aus dem literarischen Nachlaß verdienen besondere E
nung die Homilien über den Römerbrief, die Lobreden a
Apostel Paulus, die rhetorisch glänzenden Mahn- und
reden auf die Bildsäulen (sie haben den Kaiser zur Na*
gegen den Antiochenischen Aufstand veranlaßt), die Rec
seiner Wegführung ins Exil, (über die Unüberwindl'
und Einheit der Kirche und die Einheit von Haupt unc
dem). — Von nachhaltiger Wirkung war für die gan;
gende Zeit sein Werk in 6 Büchern über das Pricstertui
wohl er das Fluchtmotiv von Gregor von Nazianz er
hat. — Die sogenannte Chrysostomus-Liturgie stammt
von ihm. Sie gehört späterer Zeit an. — Zusammen!
läßt sich sagen: Von den Schriften des Chrysostomus zel
ganze Nachwelt. Sie sind eine Fundgrube für die Kul
schichte und Theologie. Sie haben die Predigttheorie ui
zetik befruclitet. Auszüge und Blütenlesen aus seinen c;
sehen Erklärungen -und Homilien finden sich in der Pi
literatur bis heute.
Im Abendland wird das Fest des Chrysostomus am 27. J
bei den Griechen am 30. Januar begangen.
James Keller rief im Stadion von Los Angeles den
Hunderttausenden Zuhörern zu: „Vielleicht sagen Sie,
meine Arbeit ist nicht wichtig, sie ist zu unbedeutend"
. . . Da erlosch mit einmal alles Licht der grellen
Scheinwerfer, das noch eben taghell erleuchtete Sta-
dion lag im völligen Dunkel. Nun zündete der Redner
ein Streichholz an; jedermann sah in der Dunkelheit
die winzige Flamme. „Jetzt können Sie die Wichtig-
keit eines einzigen kleinen Lichtes sehen" sagte der
Redner, „aber angenommen, wir zünden alle ein
Lichtlein an!" Allsogleicli entzündete jeder ein Streich-
holz, und alles staunte, wie hell es mit einmal in der
Arena war.
„So du dich bekehrst zu dem Herrn, deinem Gott,
wird er dein Gefängnis wenden und sich deiner er-
barmen." 5. Mose 30, 2. 3
42
„Im wirkliclien Sinn ist die Diaspora geradez
Wesensform der Kirche, nicht etwas Anomales
dem die normale Existenzform der Christen i
Welt. Hier werden die Tugenden der Christe. !
letzten Reife gebracht: die Bereitschaft zur Ta
Verinnerlichung des Glaubens, der Mut zum Bek i
nis. Das Leben in der Diaspora ist ein immei
rendes Bekennen; es zwingt zur Gemeinscha,
bedeutet nicht gegen, sondern für etwas eint
nicht den andern kritisieren, sondern ihm den
nen Glauben vorleben.
Ministerpräsident Hei I
Das ist das erste und höcliste Werk der Liebi
ein Christ tun soll, wenn er gläubig ist un
daß er andere Leute auch herzu zum Glauben b 1
wie er dazu gekommen ist. Martin K^
Erneuerung der Kirdie
nige Gedanken und Vorschläge
Erneuerung nimmt ihren Ausgang von einer
I ikehr (Metanoia). In der Theologie hat die
|i )ernikanische Wende gegenüber dem wissens-
j zen 19. Jahrhundert schon seit einigen Jahr-
i nten begonnen. Allenthalben weiß man wieder,
i ; Kirche keine Einrichtung vom Mensdien her,
\ i unten, also keine bloß moralische Anstalt zur
\ ckung der Ehrfurcht vor dem Gesamtzusam-
ihang der Natur, zur Erziehung zum wohl-
i tändigen Menschen ist. Daß sie auch mehr sein
i ß als nur eine Gemeinschaft solcher, die ein
( lürfnis nach numinosen und mystagogischen
I ern zusammenführt. Gott hat sich uns geoff'en-
f. t'). Er will uns an seinem göttlichen Leben
t nehmen lassen. Nicht wir erschaffen Gott, Gott
k uft uns in sein wunderbares Licht. Nicht Chri-
i ^ hat sich vor uns zu rechtfertigen, vielmehr
« uns vor Christus.
II unserem Bistum brauchen wir uns nur auf
j ursprüngliche alte katholische Verkündigung
1 der zu besinnen. Unsere amtliche Lehre ist in
ttlnung geblieben. Oft wird es genügen, die
^iiibschicht, die sich über manches gelagert hat,
I uwischen. Dann wird der alte Goldglanz wie-
:i zum Vorschein kommen. Wiedergeburt im
r st der einigen Kirche (der ungeteilten Christen-
Nvird uns auch befähigen, die Praxis unserer
II lie von allem noch vorhandenen Minimalismus
i )efreien und den großen Aufgaben, die uns die
'( abverlangt, uns gewachsen zu zeigen.
f on diesen zeitgeforderten Aufgaben möchte
< /woi herausgreifen.
/. Die rechte Zuordnung
der Glieder der Kirche zueinander
wir die Laien aktivieren, müssen wir selbst
i klares Verständnis dafür haben, wie der heile
< lolische Glaube diese Zuordnung der Glieder
t. ht.
barung wird verkündigt — der Glaube kommt vom
"icii. Offenbarung wird Gnade, angenommen — oder der
ensdi verhärtet, versteckt sich (wie Adam und Eva im
iradies). Da der Glaube als Glaube übernatürlich und
rational, d. h. übervernünftig ist, kann er auch nicht rein
itional erfaßt werden. Daher kommen andere seelische
räfte und Zonen ins Spiel: die Intuition, d. h. die Innen-
hau, das Schmecken und Kosten, die Experientia, die Err
nrung die Werterfassung — und das Wagnis. Wir sprin-
II m die Vaterarme Gottes und wissen zuinnerst, daß wir
aus seinen Händen fallen können — oder daß denen,
'>tt lieben, alle Dinge zum Besten gereichen. So kom-
vir der docta ignorantia, der belehrten Unwissenheit
' usaners (Nikolaus von Cusa) nahe — haben wohl
f der Finsternis zu durchwandern und finden uns
wieder gläubig. Das spottet jeder Erklärung.
Der alten Kirche war wie der Urgemeinde die
Kirche kein Rechtskörper, obwohl kirchliches
Recht von allem Anfang an da war. Sie hat die
Ekklesia wesenhaft als Organismus, als „Leib
Christi" verstanden. Christus das Haupt, wir ihm
eingegliedert durch Taufe und Glaube als seine
Glieder. Alle Bilder der Hl. Schrift zeugen dafür:
das Bild vom Rebstock und Rebzweig, vom ehe-
lichen Bund, dem Haus, das auf dem Eckstein
aufruht.
Es gibt in der Kirche auch nur einen wirklichen
Herrn, nämlich Christus — und darum auch nur
eine Christokratie. Wenn wir auch von einer
Hierarchie sprechen, dann bedeutet das archein,
d. h. herrschen nicht, daß die Hierarchen herr-
scherliche Aufgaben zu erfüllen haben. Das würde
dem Wort und Beispiel des Heilandes wider-
sprechen. „Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten
herrschen und die Oberherren Gewalt haben. So
■oll es nicht unter euch sein. Sondern, so jemand
will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener"
(s. Matth. 20, 25 u. 26; Phil. 2,7; Matth. 20,28).
Hierarchie kann deshalb nur die heilige Ordnung
in der Abstufung der Dienste meinen.
Alle Glieder der Kirche — das müssen wir heute
wieder begreifen — sind nun durch die Taufe zum
„königlichen Priestertum" berufen. Es wird in der
Grundurkunde des allgemeinen Priestertums, im
1 . Petrusbrief in herrlichen Worten umschrieben^) .
*) Die „Grundurkunde" des allgemeinen Priestertums bildet
die bekannte Stelle des Petrusbriefes (I. Petr. 2, 5 ff.). Nie-
mand aber hat klarer davon gesprochen als Leo d. Gr.
(t 461) anläßlich des Jahrestages seiner Stuhlbesteigung
(Sermo 4, 1). Danach gibt es nur ein priesterhches Volk,
d. h. das Priestertum ist ein Ganzes, das sich in Stufungen
unterscheidet: „Das Weiheöl," sagte Leo d. Gr., „ist zwar
reichlicher auf die oberen Teile herabgeströmt, aber auch
nicht spärlicher auf die niederen herabgeträufelt."
Allgemeines und besonderes Priestertum haben als Bezeich-
nung zweier richtiger Tatbestände durchaus eine sachliche
Berechtigung. Nur muß man begreifen, daß mit dieser Be-
zeichnung eine Aufgabe des Christen besonders heraus-
gegriffen wird, nämlich die Teilhabe am Opfer Christi, die
eigene Bereitschaft, den Gehorsamsakt Christi im persön-
lichen Opfer mitzuvollziehen 1. bei der Feier der hl. Messe
(sie ist ja die Darstellung des Opfers Christi); 2. in unserm
ganzen Leben, das ja ein Dienen, ein Mitopfern mit Christus
ist. Beide Akte sind allen Christen, den „Nurgetauften"
wie den auch nocli „Ordinierten" aufgegeben. Der „Ordi-
nierte" hat nur den Vollzug der Feier im Namen der Kirche
als Dienstaufgabe vor der Gemeinde und in besonderer
Weise durchzuführen — neben den Diensten der mitwir-
kenden Gemeinde und jedes einzelnen Teilnehmers (geistige
Mitwirkung: die rechte Absicht, die geistigen Akte, durch
die das Einswerden mit der Opfergesinnung Christi zum
Ausdruck kommt, aber auch die äußeren, diese Gesinnung
versichtbarenden Tätigkeiten in der Mitfeier, etwa als Or-
ganist, Sänger, Altardiener, Antwortender, Haltung usw.).
Weil die Tätigkeit des hauptamtlichen Dieners der Ge-
meinde im Gottesdienst gipfelt und am sichtbarsten wird,
darum bürgerte sich für den Ordinierten die Bezeichnung
Priester als generelle Bezeichnung ein. Sie ist aber pars
pro toto, d. h. ein Teil steht für das Ganze. In Analogie
hat man eben dann auch die verantwortliche Mitwirkung
im Baum der Gemeinde als die der Teilhabe an diesem
Priestertum, als „allgemeines Priestertum" charakterisiert.
Luther, wie auch das beginnende 20. Jahrhundert haben
43
Sogar das Amtspriestertum beruht zunächst auf
der Taufe. Ohne sie kann niemand zu besonderen
Diensten in der Kirche ordiniert werden.^)
Die Taufe, die alle Christen zur Mitverantwor-
tung aucli im Raum der Gemeinde bzw. Kirche
beruft und innerlich bevollmächtigt, wird heute
als Kindertaufe*) gespendet. Diese an sich riclitige
Praxis belädt die Eltern mit der besonderen Ver-
antwortung, ihre getauften Kinder christlich zu
erziehen und ihnen dadurch aiicli die Befähigung
zum Dienst in der Gemeinde zu verschaffen. Diese
christliche Erziehung ist mit Entsendung zum
Religionsunterridit nur zum kleineren Teil ver-
wirklicht. Sie verlangt mehr! Sie fordert, daß
unsere F'amilien wieder lernen, mit der Kirche zu
leben, diristlichen Hausbrauch (Tischgebet, Mit-
feier des Kirchenjahres usw.) zu üben und den
Kindern eine häusliche christliche Atmosphäre
und ein eigenes diristliches Beispiel geben.
In der Angefochtenheit und Diasporasituation
unserer Tage und unserer kirchlichen Verhältnisse
haben aber auch die Gemeinden und die Kirchen-
dieses allgemeine Priesterlum besonders betont — Luther,
um das besondere Priestertum zu leugnen, das 20. Jahr-
hundert, um die Laien an ihre Mitverantwortung auch im
Raum der Gemeinden zu erinnern. In Wirklichkeit aber
steht es so:
Durch die Taufe wird man Christ: Damit aber Teilhaber
an dem dreifachen Amt Christi: dem Lehramt, dem Prie-
steramt, dem Hirten- (oder Königs)amt. Jeder Getaufte
hat an diesem dreifachen Amt Christi teil, als Gabe und
Aufgabe. Zwischen einem einfachen Hausvater oder Haus-
mutter und einem Ordinierten besteht kein grundsätzlicher
Unterschied, wohl aber ein Auftragsunterschied im Lehr-
und Hirtenamt. Im Priesteramt insofern freilich, als gewisse
Sakramente, besonders die Eucharistiefeier, eine besondere
Bevollmächtigung zum gültigen Vollzug noch hinzuverlan-
gen. .\ber schon die Tatsache, daß auch ein Nichtordinierter
gültig taufen kann, zeigt eine wirkliche Befähigung des
Laien zu priesterlichen Akten.
Der Ordinierte ist in der Hauptsache vom Laien, also vom
einfadien Christen nur durch besondere Bevollmächtigung
innerhalb des sakramentalen Bereichs und durch anders-
artige Lehr- und Seelsorgsaufträge (auf eine Gemeinde be-
zogene Aufträge) unterschieden. Ein Name, in dem der
gesamte Tatbestand eindeutig und vollständig zum Aus-
druck käme, ist noch nicht gefunden, denn .Pfarrer klingt
zu territorial, obwohl dieser Begriff noch am ehesten das
Gemeinte umschreibt.
') Auch der Priester, der Geistliche hat als Ordinierter für
bestimmte Dienste weiter Anteil am allgemeinen Priester-
tum, so, wie er ja auch die Rechte und Pflichten aller Vor-
stufen zum Priesteramt, also die Aufgaben des Türhüters,
des Altardieners, Lektors, Diakons in sich trägt. Darum
kann man ihn auch aus der Verpflichtung der Laien, des
Laienauftrags auch in der Welt, nicht entlassen. Wenn
unsere Pfarrgeistlichen sich dennoch großer Zurückhaltung
in öffentlichen Diensten befleißigen sollen, dann einmal we-
gen ihrer starken, dienstlichen Inanspruchnahme — eine
kleine arme Kirche muß den Einsatz der ganzen Kraft
hauptamtlich Tätiger erwarten — . Sodann, damit hei der
politischen Zerklüftung einer noch das Vertrauen aller be-
sitzt. — Dennoch können die Geistlichen durch Beispiel
und Vertretung der christlichen Tugenden der Wahrhaftig-
keit, Sadilidikeit, Gerechtigkeit in einem allgemeinen Sinn
eminent politisch — erzieherisch wirken,
*) Die Einführung der Kindertaufe mag mitschuld sein, daß
das Taufbewußtsein weithin fehlt, das urchristliche Tauf-
erlebnis, das den Täufling in den Tod Christi begraben
werden ließ, um wiedergeboren mit Ihm aufzuerstehen, das
die Incorporation in den Leib Christi, in seine Kirche und
die Teilhabe an all seinen Gaben in sich schloß, kann von
uns fast kaum mehr nachgefühlt werden. Nur die Erstkom-
munion hält einen Vergleich aus, wo sie tieffromm erlebt
wird. — Christ hängt mit Chrisma, Salböl zusammen.
leitung eine erhöhte Verantwortung. Wir sei
uns darüber viel mehr Gedanken machen, wa
unsern bescheidenen Verhältnissen vielleicht d
noch geschehen könnte, um unsere Jugend, diel
anwachsende junge Kirche im christlichen G
ben einzuüben, zur christlichen Persönlichkei
bilden, die immer mehr hinanwächst zum Hr
Christi. Hier sei auf manche Vorschläge im Jj
buch 1956, das der Jugend und ihrer christlit
Bildung gewidmet war, hingewiesen.
Bei dem heutigen Mangel an wahrhaft di
lidien Persönlichkeiten in unseren Gemein
werden wir, zumal wir nicht alles auf einmal
können, ganz stark die Heranbildung einer .
lese, einer Elite in den Vordergrund zu sie
haben. Die Zusammensetzung zum Beispiel
Kirchenvorstände darf auf die Dauer weder
Spiel des Zufalls noch dem Ehrgeiz Unbefähi
noch irgendwelchen Einflüssen von außen ü
lassen bleiben^). Nur Männer und Frauen,
edle Sitten schätzen, auch im Umgang mit
ordinierten Dienern der Kirche, und die gh
zeitig kernige echte Frömmigkeit mit reifem G
benswissen verbinden, eignen sich für diese
gaben.
Schon die Bildung einer Elite, erst rechl
Missionsarbeit unter den Entkirchlichten der (
nen Gemeinden wie Außenstehender, erfoi
bei unserer geldlichen und personellen Beengi
Konzentration aller Kräfte^). Nur, wenn j
Geistliche kirchliche Sonderaufgaben zu sc
Dienstobliegenheiten freudig hinzuüberninimt
wenn alle, die über rednerische oder schriftst
rische Begabungen verfügen, einander helfe
auch über die Grenzen des eigenen Bistums
aus — , werden wir in jeder Landeskirche
jährlich mehrere Freizeiten für Schüler, Slu
ten, Mesner, Kirchenräte, Frauen, Gemeindeli
rinnen, Akademiker usw. durdiführen könm
') Nur, wer Christ sein will, kann an der Erbauung (i
meinde mitraten und mittaten, darum eigentlich aur \
Wahlrechte ausüben. Die Taufsdieinchristen schaltci
heut allerdings meist von selbst aus. Es interessie
nicht einmal die Verwendung ihrer Kirchensteuer od«
träge. Dennoch könnte die Zeit wiederkehren, daß
Parteien oder staatliche Einflüsse das kirchlidic Wali
benutzt werden könnte, um auf kaltem Weg die Gen
in die Hand zu bekommen. In soldien Fällen ßenüR
allgemeine Ermahnung, man soll soldie wählen, du
kirchlichen Pflichten vorbildlich erfüllen, nicht mehr.
•) Ich denke beispielsweise daran, daß jeder Amlsbrudi
jährlich ein Thema gründlich durchdenken und als V.
erarbeiten könnte. Wenn auch nur 20 Amtsbrüdor da-
einem gewissen Plan tun würden, könnten im Aus'
10—20 Vorträge den Gemeinden angeboten werden
könnten es dann wieder wagen, audi die früher nll-
übliche öffentliclie Vortragstätigkeit in Aulen, Sil
aufzunehmen. Es ist ja unser derzeitiges Mann hl.
dasein nicht mehr zu verantworten und eine Schm.i
die derzeitige Priestergeneration, die doch Hochschul'
sucht hat!
') Solche Freizeiten, aber auch Tagungen eines zu schaff
Missionsbundes, der Frauen, der Studenten ersdieinen
widitiger als Synoden alten Stiles. Letzlere könnten
44
bisherigen Freizeiten berechtigen zur HofT-
g, daß wir dabei einen Stil entwickeln, der in
katholischer Ganzheit Leib und Seele, Ver-
d und Gemüt, den natürlichen und geistlichen
i seilen anspricht.
ie Taufe bevoUmäclitigt grundsätzlich alle zur
lilfe im Weinberg Gottes, in der Gemeinde,
diesen Diensten müssen wir aufrufen! Vom
fmarkensammeln bis zum Altarschmuck, von
aterspiel bis zur Übernahme von Vorträgen
besonderen Gemeindediensten als Organist,
ter, Kirchenrat ergibt sich eine Fülle von Auf-
en in einer Mannigfaltigkeit, daß kaum je-
id sich davon ausgeschlossen zu betrachten
icht.
3 nach dem von Gott verliehenen Talent ruft
: aber auch getaufte Christen durch eine
liehe Bevollmächtigung oder gar Weihe zu
):ideren Dienstleistungen. Unsere Bistümer
en von Anbeginn daran festgehalten, daß
r dem allgemeinen Priestertum sich besondere
iste erheben, die ihren Träger charakteri-
?n. Diese Dienstämier erlangen ihre Kraft und
Kedit weder aus der Wahl der Gemeinde noch
einem Studium oder natürlicher Befähigung,
werden nicht im eignen Namen, sondern im
len und in der Kraft Christi ausgeübt — und
iemütigen Gehorsam gegen ihn. Wir müßten
ir Mut haben, persönlich an geeignete Ge-
ndeangehörige heranzutreten, wie Christus es
als er seine Apostel berief. Ein amerikanischer
hof hat diese Methode mit Erfolg durchge-
t. Auch heute noch gibt es hochherzige Seelen
all. Das beste Beispiel hierfür sind die Ma-
schwestern bei Darmstadt. Unser Kirchenrecht
e dabei alle Wege offen halten, die vielleicht
lal, etwa bei Wegfall von Staatszuschüssen,
itig für uns werden könnten,
iel zu sehr haben wir bisher versäumt, uns
lern Wiederaufleben altkirchlicher Ämter und
'lern Einsatz der Frauen und Mädchen zu be-
Hier liegen Aufgaben, die wir sehen müssen,
i- kommen auf uns zu!
lerdings, ob es uns gelingt, die „Laien" in
m ganz großen Umfang zu aktivieren und
igend Priester aus eigenen Reihen heran-
m zu können, das wird weniger von unserm
'^ als davon abhängen, ob unsere Kirche
mehr als Heilsgemeinschaft sich versteht
«larstellt.
f. wenigstens aber alle vier bis sechs Jahre einberu-
' rden.
Freizeiten sollten wir viel stärker als bisher Wert
'uf regionale Katholikentage der All-Katholiken. Ge-
' in solcher Xame: Katholikentag der Alt-Katholiken
überall aufhorchen lassen und die Öffentlichkeit von
in Anspruch unterrichten, die katholische Kirche zu
iie den Zusammenhang und Zusammenklang mit der
ii Kirche wahrt.
//. Die Erneuerung der Kirche
als Heilsgemeinschaft
Die Seelsorge muß stets versuchen, das Bild der
neutestamentlichen Gemeinde in zeitgeforderten
Formen in unsere Gemeinden einzutragen. In der
Apostelgeschichte aber lesen wir: „Sie beharrten
einmütig in der Lehre der Apostel, in der Gemein-
schaft, im Brotbrechen und im Gebet." Diese
gemeindeschaffenden Kraftquellen und Lebens-
äußerungen seien hier auf zwei zurückgeführt, in
denen die andern beiden mitenthalten gedacht
werden können: auf Wort und Sakrament. Ver-
kündigung enthält ja immer auch die Lehre, die
confessio als dankerfüllten Lobpreis der Groß-
taten Gottes mit. Die Eucharistie, das Brotbrechen
ist höchster Erweis der Liebensgemeinschaft mit
Christus und untereinander.
Wort und Sakrament bilden in sich keinen
Gegensatz. Sie dürfen nicht gegeneinander aus-
gespielt werden. Das Wort braucht und soll sich
nicht auf die Predigt und Katechese beschränken
(wie auch Predigt noch nicht ohne weiteres und
stets Verkündigung des Gotteswortes ist.
Heiler hat recht: „Jedes Gleichnis kann Aus-
druck des göttlichen Wortes sein. Wort Gottes
ist auch die Liturgie, die aus Schriftworten
gebildet ist, Wort Gottes im weiteren Sinn
ist auch jedes liturgische Symbol: der Altar, das
Kreuz, das Altarbild, die Symbole auf den Para-
menten, das ewige Licht, die Orgel. Alle diese
Symbole sprechen zur Seele oft vernehmlicher
und ergreifender als eine rationalistische und
pietistische Predigt."^) Umgekehrt ist auch das
Sakrament ein verbum visibile, d. h. ein sichtbares
Wort. Es gibt kein Sakrament ohne begleitendes
und deutendes Wort, sonst wäre es Magie.
Bis in protestantisch-liberale Kreise bahnt sich
heute ein neues und vertieftes Sakramentsver-
ständnis an. Einzelne Agenden kennen bereits For-
mulare für eine deutsche Messe. Die Berneuchener
Bewegung und der Alpirsbacher Kreis haben viele
Geistliche zu Mitgliedern oder Freunden. Selbst
die im Protestantismus nur als Amtshandlungen
gewerteten hl. Handlungen der Trauung, Ordi-
nation, sogar die Krankenölung rücken in neue
Aspekte, in die Nähe des Sakramentalen. Wir
haben also Grund, nicht voreilig uns jenen anzu-
passen, die aus veraltetem Ressentiment die Hand-
lungen der Kirche zu wenig als Fortsetzung des
theandrischen, des gottmenschlichen Handelns
würdigen.
Geradezu bestürzend aber in unseren Gemein-
den ist die Passivität, ja ein sich Zieren und Ge-
nieren vor dem Empfang der hl. Kommunion,
*) Heiler, Fr., „Die liturgisch-sakramentalen Erneuerungsbe-
strebungen im Protestantismus", ELK. 1955/6 II, 50.
45
besonders in der Männerwelt, sowie die allgemeine
Wertung des Gottesdienstes als bloße Erbauung
im pietistischen Sinn. Wir alle wissen um die
Schwierigkeiten des regelmäßigen Gottesdienst-
besuches. Daß aber in manchen Gemeinden 80Vo
der Altkatholiken gar nie oder nur bei privaten
Anlässen zum Gottesdienst eilen, offenbart doch
einen Substanzschwund des Glaubens, der, mensch-
licli gesprochen, an eine wirkliche Wiedergeburt
nur hoffen läßt gegen alle Hoffnung.
Wir müssen dennoch auf jede Weise versuchen,
dem zu steuern — und müssen vor allem daran
denken, mit der kleinen treuen Kerngemeinde uns
ein neues Volk zu erobern, dieses aber mit allen
Mitteln vor dem Abgleiten in den Minimalismus,
in die Lauheit und Kälte zu bewahren. Dazu
einige konkrete Anregungen.
/. Wir müssen den Sonntag und Festtag
als Gottestag wieder groß machen!
Sonn- und Feiertage sind nicht einfach freie Tage.
Sie sind zunächst eingesetzt auch als Ruhe- und
Dankzeiten für unsere Seele. Die Versammlung
der Gemeinde zur Verkündigung des Todes des
Herrn, zur Einung mit Christus ist der Haupt-
sinn des Sonn- und Feiertags. Wir legen zwar
keinen Wert auf ein äußeres Kirchengebot, das
kasuistisch die Teilnahme am sonntäglichen Got-
tesdienst regelt, aber das dritte Gebot des Dekalogs
besteht immer noch in Kraf t^) .
Damit diese Sinngebung der Gottestage wieder
neu verstanden und geliebt wird, sollten wir
unsere Gemeinden viel mehr über die Bedeutung,
Geschichte und Formenwelt unserer Liturgie
belehren, die Feier eindringlich und würdig ge-
stalten, die Gegenwart Christi in Wort und Sa-
•) Bezüglich der ethischen Bewertung der Sonntagsheiligung
steht es doch so, daß durch "Wegfall der Kirchengebote, die
ja nur eine klare Ausdeutung des Sabbathgesetzes für Chri-
sten sein wollten, das 3. Gebot nicht außer Kraft gesetzt
wird. Wo seine Befolgung schwierig ist, können (da es sich
um ein positives Gebot handelt) zunächst die bekannten
Ausnahmen: Alter bis zu den Unterscheidungsjahren. Ge-
bredilichkeit und Krankheit, zu weite Wege, unzumutbare
Fahrtkosten, Mangel an Kleidung anerkannt werden. —
Aber wer begriffen hat, daß der „Sabbath" um des Men-
schen Willen geschaffen ist, weil die Menschen Wort und
Sakramente brauchen, daß ferner Kirche nicht am Rund-
funkgerät, sondern in siditbarer Gemeinschaft manifest und
aktuos wird, der wird nicht mehr aus purer Bequemlich-
keit fehlen können!
Denen aber, die trotz guten Willens nicht teilnehmen kön-
nen, hat die Kirdie Unterweisung zu geben, wie sie den-
nodi in geistige Kommunikation treten können (ßeistl. Kom-
munion, Lesen der sonntäglichen Bibcltexte — siehe Jahr-
buch — Opfer in Bistumsbüchse, Lesen der Kirchcnzeltung,
Ilausunterridit für Kinder in Bibel und Kirchengeschidite,
wozu freilidi geeignete Hilfen bereitzustellen wären). —
Wo solches Abgeschniltensein von der Kirche als Not emp-
funden in dieser wahrhaft geistlichen Sehnsucht überbrückt
wird, gewährt der III. Geist in außerordentlicher Weise,
was er sonst bei wirklicher Gemeinschaft gibt. So war es
möglich, daß in Korea, Japan und China nach 20()-jührigem
Katakombendasein katholische Gemeinden ohne Priester
entdeckt werden konnten, die trotz grausamster Verfolgung
und Isolierung sich erhalten hatten. — Wo findet sich ähn-
liche Seelengröße, Treue und Glaube in Europa und in un-
serer alt-katholischen Diaspora heute?
krament groß machen. Wüßten wir um das
heimnis des Glaubens der Eucharistie mehr,wt
die Füße hurtiger, die Leiber gesdiickter im
Vollzug der Feier, in der wir den Gehorsa
ansdiluß an Christi Opfergesinnung suchen
Und vergessen wir auch das nicht: Wer persör
am Gottesdienst nicht teilnehmen kann, gebe
Opfer in die Groschenbüchse, erwecke die S<
sucht nach dem Herrn und nehme in einer Sti
des Gebetes geistlich an der Messe teil.
Gemeinde Christi wird am Altar und von
Kanzel aus gebaut, sie nährt sich von den hl.
kramenten und dem Wort Gottes — oder sie s
innerlich langsam, aber sicher ab.
2. Kommunion in jedem hl. Amt
Fangen wir mit den Erstkommunikanten an
altkirchliche Sitte wieder einzuführen. K
Eucharistiefeier ohne einige freiwillig Mitkoni
nikanten.
3. Vermehrung der Gottesdienste
Zunächst an den Aposteltagen und abgescha
Feiertagen, wo es irgend möglich ist. Haben
Priester schon nicht mehr die Last des Bre
und täglichen Altardienstes, so sollten wir wi
stens die besonderen Feste im altkirchlidien <
begehen. Warum sollte nicht auch das Req;
sich für den Familien- und Freundeskreis
Verstorbenen, evtl. am Abend, wieder einbürg
4. Laiengottesdienste
Die verstreuten Gottesdienststellen können b«
nur alle vier oder acht Wochen derzeit be«
werden. Das führt zur Aushöhlung des Sonii
und seines christlichen Sinnes. Darum: L;
gottesdienste! Sie sind besser als keine Gc^
dienste. Die anglikanische Kirche läßt durdi j
toren oder Diakone oder einfache Laien G( |
dienste halten. Diese sind gut besucht. Den cl
amtlichen Lektoren usw. werden gedruckte
digten für jeden Sonntag zum Vorlesen zuge.-«
Warum zögern wir?
5. Beichtgelegenheit
Die Kirdie, die die Schlüssel der Sündenvergt »I
verloren hat, lädt große Schuld auf sich. Li
hält sie für eine Sdieinkirdie. Der letzte evj
lische Kirchentag hat die in der evangdttf
Kirche fast versunkene Beidite als frelw
Selbstanklage vor einem verschwiegenen G«
dien wieder als eine Seelsorgemöglichkeit fei«
proklamiert. Wir Alt-Katholiken erklären
46
an die private Beichte nie abgeschafft. Wer
nie Gelegenheit gibt, hat sie praktisch he-
gt. Darum müssen die modernen Menschen
Psychiater gehen.
6. Offene Kirchen
er Zeit der Unrast und Wohnungsenge wollen
Menschen im stillen Gebet sammeln. Die
igelischen Kirchen werden geöffnet und viele
rer Kirchen bleiben immer noch geschlossen.
Hieben mit der Kirche und dem Kirchenjahr
buch und Kirchenzeitung bieten gute Hilfen.
Geistlichen müssen die Gemeinde anleiten,
sie diese Hilfsmittel recht benutzt. Das ge-
\_ le kirchliche Brauchtum, also Adventskranz,
: pe, häusliche Weihnachts- und Erstkommu-
i feier aus christlichem Glauben, rechtzeitige
: e für die Kranken und Sterbenden, inneres
ufig fehlt das religiöse Bild in unseren Häusern. Buch-
iweise, sogar in Rundschreiben, können wertvoll wer-
1. — Übrigens, wann erscheint wieder eine Kinderzeit-
rift — notfalls in Verbindung mit den deutschsprechen-
1 Schwesternbistümern?
Erfassen der großen Heilsgeschehnisse sollte wie-
der Eingang finden in unsere Gemeinden und Fa-
milien — oder unsere Arbeit ist umsonst. Unsere
Frauenvereine haben hier ein gewaltiges Arbeits-
feld.io)
Möge Gott uns einen Gideon erwecken mit drei-
hundert Getreuen, auf die Verlaß ist — und unsere
Kirche wird, so Gott sie segnet, erneuert. Warum
unsere Armut, unser Mangel an Priestern, Schwe-
stern, Helfern? Warum die Entfremdung, die
ständigen Verluste in der Diaspora durch Ehe-
schluß, durch Austritte, durch Beiseitestehen? Und
warum übersieht man uns und unser Wirken?
Lebten wir zu sehr von der Peripherie her? Statt
aus der Kraft, die Christus gibt? Lebendige Ge-
meinden, mögen sie auch klein sein, gehen nie
unter. Auf die katholische Kirche, die im Geist der
Urgemeinde und im Glauben der einigen Kirche
sich verwirklicht, wartet die Welt!
Sende aus Deinen Geist, o Gott,
und Du wirst das Angesicht der Welt erneuern
— auch das unseres Bistums! —
nd des Herrn kam über mich: er entführte mich in Verzückung in die Ebene, die voller Toten-
n war — und siehe, es lagen ihrer sehr viele über die ganze Tal-Ebene hin, und alle waren ver-
f) . Da fragte ich mich, können wohl diese Gebeine wieder lebendig werden? Ich antwortete: „Herr,
< Gott, Du weißt es". Hierauf gebot er mir: Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen:
i verdorrten Gebeine, vernehmet das Wort des Herrn! Fürwahr, so hat Gott, der Herr, von die-
I fcbeinen gesagt: Fürwahr, ich will Lebensgeist in euch kommen lassen, daß ihr wieder lebendig^
und will Sehnen an euch schaffen und Fleisch über euch wachsen lassen und euch mit
/'erziehen und euch Lebensgeist einflößen, damit ihr lebendig werdet und erkennet, daß ich
rr bin.''
i'l während ich weissagte, entstand plötzlich ein Rascheln, und die Gebeine fügten sich zusam-
ns an das andere. Als ich nun hinschaute, nahm ich wohl Sehnen an ihnen wahr, und Fleisch
r die gewachsen, und mit Haut waren sie oben überzogen, aber es war noch kein Lebensgeist
IL Da sagte er zu mir: „Richte eine Weissagung an den Lebensgeist, ja weissage, Menschen-
>' und sag zu dem Lebensgeist: So hat der Herr gesprochen: ,0 Geist, komm von den vier Win-
l>ei und hauche diese im Kampf Getöteten an, daß sie wieder lebendig werden!''* Als ich nun
^figte, wie er mir geboten hatte, da kam der Lebensgeist in sie, so daß sie lebendig wurden und
Füße traten, ein gewaltig großes Heer. (Ezechiel 37, 1 — 10.)
47
Besudi In der Mundelfinger Kaplanei
Das Pfarrhaus (Kaplanei) in Mundelfingen
Die Margarethen-Kapelle in Mundelfingen
Mundelfingen? Weiß der Leser überhaupt, daß es
ein solches Dorf gibt? Weiß er, wo es Hegt? Öst-
lich des Hochschwarzwalds dehnt sich eine weite
Hochfläche aus, die „Baar" heißt. Diese Hoch-
fläche ist geradezu von Dörfern übersät. Es sind
rechte, reiche Bauerndörfer, die einst das ganze
badische Land mit Getreide versorgt haben, wes-
wegen auch in der Schule gelehrt wurde, daß die
Baar die Kornkammer Badens sei. Eines dieser
Dörfer ist Mundelfingen. Es liegt abseits des Ver-
kehrs. Seine näcliste Bahnstation ist Döggingen an
der Höllentalbahnstrecke von Freiburg nach Do-
naueschingen. Die nächste Stadt und gleichzeitig
Kreisstadt ist Donaueschingen, das wie Neustadt
im Hochschwarzwald und Villingen vom altkatho-
lischen Pfarramt Mundelfingen pastoriert wird.
Groß ist es nicht, das hochgelegene Dorf. Es zählt
ungefähr siebenhundert Seelen und hat eine Flä-
chenausdehnung von wenig mehr als fünfzehn-
hundert Hektar. Auf einen Einwohner kommen
demnach rund zwei Hektar; das deutet schon
auf die rein landwirtschaftliche Struktur der Ge-
meinde hin.
48
ekoni
verlf
Wir sind mit dem Zug in Döggingen angekoi
und sehen, wo wir den Ort gegen Süden
haben, am Horizont das Ziel unserer Frühw;
rung. In einer starken Stunde wollen wir in
delfingen sein; denn wir haben die Absicht,
den Gottesdienst zu besuchen. Für Mitglieder
Diasporagemeinde bedeutet es nämlich iinnn
besonderes Ereignis, wenn sie einmal in
richtigen altkatholischen Kirdie sein könnei
mit anderen Altkatholiken die Messe erleber
fcn. Also ziehen wir über die baumlose 1
hin, über die der Morgenwind streift. Blüte
und satt liegen die Matten da und warten an
Schnitter, weit im Süden steigen der Budil"
der Eichberg auf, die Höhen um Blumbeix. l
Mundelfingen brodelt aus unsichtbarer Tiel "
l)el hoch, so daß das Dorf aussieht, als wi
von Wolken eingerahmt. Seine Silhouette k-
mit dem Marsch immer näher. Dabei fällt un
daß nicht der Kirchturm am höchsten steht
dern das Türmchen des stolzen Rathauses.
Seinen Namen hat das Dorf wahrscheinli«
einem Edeln Munolf; Siedlung des Muno
I
las Wort. Um 802 wird sie zum erstenmal
.iiit; eine Grafensclienkung überwies es in
m Jahr dem Kloster St. Gallen. Damals wurde
delfmgen von dem heute viel kleineren Asel-
m kirchlich betreut; der heute noch vor-
lene „Totenweg" deutet darauf hin, daß die
torbenen von Mundelfingen in Aselfmgen bei-
tzt wurden. 1225 aber erhält das Dorf eine
16 Kirche, deren Patron St. Gallus war. 1489
ht St. Gallus dem St. Georg,
e altkatholisclie Gemeinde Mundelfmgen wur-
875 gegründet. Ihr örtlicher Führer war der
alige Bürgermeister Heinemann. Am 25. Fe-
ir 1875 wurde den Altkatholiken die St. Mar-
thenkapelle mit der dieser Kapelle eigenen
inde zugewiesen. Da die Kapelle aber zu
1 war, bestanden die Altkatholiken darauf,
Pfarrkirche zu bekommen. Am 15. April 1875
de ihnen die Mitbenützung zugestanden, und
die Römisch-Katholischen nicht gemeinsam
Kirche nützen wollten, bekamen diese die
garethenkapelle. Lange dauerte das jedoch
t; die Römisch-Katholischen Mundelfmgens
•en gewandt genug, viele Altkatholiken zu-
Lzuholen. Ein Satz aus der „Kirchengeschichte
Baar" von Hermann Lauer zeigt deutlich,
das möglich wurde: „In beiden Orten — ge-
nt sind Blumberg und Mundelfingen — bra-
1 rlie Führer der Bewegung bald auffallender-
wirtschaftlich zusammen". Durch Erlaß
i 16. November 1883 wurde die Pfarrkirche
Römisch-Katholischen zurückgegeben, die
atholiken bekamen die Margarethenkapelle
deren Pfründe, die allerdings auch verringert
de.
/ir sind nun im Dorf angekommen. Seine
-ßen sind auffallend breit und sauber. Sauber
en auch die einzelnen Höfe da, das größte
äude, das Rathaus, blinkt geradezu in der
ne. Vor ihm sprudelt das Wasser aus dem
illenengedenkbrunnen. In unmittelbarer Nach-
schaft des Rathauses steht die alte Marga-
enkapelle, die altkathoHsche Kirche,
eit 1451 besteht in Mundelfingen die Mutter-
eskaplanei, die 1695 Margarethenkaplanei ge-
den ist. Das Kirchlein ist älter als die Pfarr-
he, die im Jahre 1750 erbaut wurde. Diese ist
Juwel in der Landschaft und müßte, ihrer
m entsprechend und ihrem künstlerischen Wert
ti eigentlich an die Stelle des Rathauses gesetzt
, damit der vollendete Bau weithin wirken
nte. Kein Geringerer als Peter Thumb hat
erstellt, der Erbauer der Klosterkirchen von
lau und St. Peter im Schwarzwald,
um Margarethenkirchlein gehört die Kaplanei,
altkatholische Pfarrhaus. Es ist ein altes, dick-
maueriges Bauernhaus, über dessen Torbogen die
Jahreszahl 1575 prangt. Die große angebaute
Scheuer, die Stallungen im Erdgeschoß, der große
Obstgarten lassen erkennen, daß einst die Ka-
plane, die hier gewohnt haben, auch Bauern ge-
wesen sein müssen. Zudem gehört zu dem Hof
Bauernland von ungefähr achtzehn Morgen, das
heute natürlich verpachtet ist. Im oberen Stock der
Kaplanei wohnt der freundliche Ortspfarrer. Die
meisten Wände seiner weiträumigen Zimmer sind
von Büchern bedeckt, an den Fenstern leuchten
Blumen. Ein rechtes dörfliches Pfarrhaus! Nur
über eines muß der Pfarrherr klagen: Das Haus
hat wenig Sonne, und im Winter sind die Räume
kaum warm zu kriegen.
Unterdessen ist die Zeit des Gottesdienstes ge-
kommen. Wir gehen dem Klang der Glocke nach
und betreten die Margarethenkapelle. So schmuck-
los das Kirchlein äußerlich ist, im Innern zeigt es
einen typisch bäuerlichen Barockaltar. Er wird
gekrönt von der Gottesmutter, darunter steht der
Ortspatron St. Georg. Die Hauptfigur ist die heilige
Margarethe. Um diese drei Figuren gruppieren
sich die kleinen, naiv geschauten Bildwerke der
vierzehn Nothelfer mit ihren Attributen. Vitus
beispielsweise steht in einem Kessel, mit Baum,
Stab und Jesuskind tritt Christophorus auf, Acha-
tius zeigt den Dornzweig, der Bischof Dionysios
von Paris sieht aus, als sei er durch irgendwelche
Umstände beschädigt worden, sieht man jedoch
genau hin, merkt man, daß sein Haupt nicht ab-
geschlagen wurde, sondern daß er es, wie es die
Legende verlangt, in der Hand trägt.
Die kleingewordene Mundelfinger Gemeinde ist
von ganzem Herzen beim Gottesdienst. Wahr-
scheinlich könnte sich manche große altkatho-
lische Gemeinde ein Beispiel nehmen, wie sie sich
der schönen Liturgie verbunden fühlen müßte.
Eigenartig mutet uns Städter nachher die Liturgie
des Wettersegens an. Die Bauern der Gemeinde,
so sagte uns nachher der Geistliche, verlangen,
daß der Segen der Fluren gebetet werde; sie sind
eben mit Land und Acker und Wiese verbunden.
Nach dem Gottesdienst unterhalten wir uns
noch ein wenig mit einigen Männern und Frauen
der Gemeinde. Ihre hartklingende Sprache, die
schon das schwere Alemannisch der nahen Schweiz
spüren läßt, spricht von harter Bauernarbeit; sie
weiß aber auch von der Zähigkeit der Menschen
zu erzählen, die in diesem Landstrich wohnen.
Nach dem Mittagessen, zu dem uns Pfarrer Hu-
ber eingeladen hat, wandern wir weiter. Hell
leuchtet die Nachmittagssonne über die weiten
Äcker und Felder. Der Feldweg schlängelt sich an
einen Buchenwald hin, mit dem dann der Abfall
49
in die Wutachschlucht beginnt. Ein harter Kampf
ist um deren Erhaltung entbrannt; industrielle
Kreise wollen die Wutach stauen, um Kraft vom
Wasser zu bekommen. Menschen, die das einzig-
artige Naturbild der Schlucht erhalten wollen,
stemmen sicli gegen diese Absicht. Wie wird der
Kampf ausgehen? Wutachschlucht und Gauchach-
schludit zeigen unendlich viele Pflanzen, die sonst
kaum mehr zu finden sind, unendlich viel Inter-
essantes tut sich auf. Und wer die Gelegenheit hat,
dieses Gebiet noch einmal zu sdiauen, der tue es.
Wer weiß, ob das in zehn Jahren noch möglich
sein wird?
Wir wandern durch die enge Gauchaehsdb \
hoch, steigen auf schmalen Stegen über den ]
einmal nach rechts, einmal nach links. Die
der Schlucht gibt kaum die Möglichkeit, daß
seitig des Wassers Wege geführt werden köi
Erst am oberen Ende der Schlucht, die übr
in die Wutachschlucht einmündet, wird es w
Nach letztem, atemfordernden Anstieg ist dii
he erreicht. Wir schauen uns um, sehen Döggi
vor uns und suchen noch einmal Mundelfi
Und wir grüßen hinüber, hinüber auch zu
Bergen, die sich hinter ihm auftun.
F. Otto Wl
Seelsorge für unsere Alten
Die mittlere Lebenserwartung eines Neugeborenen
in der Bundesrepublik beträgt zur Zeit rund 67
Jahre (genau 64,56 für das männliche, 68,48 Jahre
für das weibliche Geschlecht). Seit 1871/81 hat sie
sich also nahezu verdoppelt. Ist diese überaus gün-
stige Statistik auch hauptsächlich dem gewaltigen
Rückgang der Säuglings- und Kleinkindersterblich-
keit zu verdanken, so haben doch alle Altersstufen
daran Anteil. Dies geht eindrucksvoll aus Unter-
suchungen von B. Bodewald*) hervor. Der von ihm
durchgeführte Vergleich der Absterbensordnung er-
gab, daß 1871/81 von 100 000 Lebendgeborenen we-
niger als 75 000 das Ende des ersten Lebensjahres
erreichten, während heute 75 000 das 60. Lebensjahr
erleben. Die Mitte des 40. Lebensjahres erreichten
1949/51 87102 von 100 000, das 65. Lebensjahr 64 999
— aus den Jahrgängen 1871/81 dagegen nur 24 802.
Die Zahlen haben im Zeitraum von nur 80 Jahren
geradezu eine Umkehrung erfahren. Das wirkt sich
auf die Alterspyramide aus. Der Anteil der über
65 Jahre alten beträgt zum erstenmal mehr als lOVo
der Gesamtbevölkerung. Er wird bis 1982 auf 14,5Vo
angewachsen sein. Im Hinblick auf das Ein- bzw.
Zweikindersystem hat das auch wirtschaftliche Fol-
gen. Während 1939 auf jeden nicht mehr Erwerbs-
fähigen noch 9,4 Erwerbsfähige kamen, hat sich
deren Zahl 1953 auf 7 verringert. Bis 1982 werden —
vorausgesetzt, daß die Entwicklung in der gleichen
Kurve verläuft, nur noch 4,5 Personen im erwerbs-
fähigen Alter von 15 — 65 Jahren auf einen Erwerbs-
unfähigen kommen. —
Wie leben die alten Leute?
Die Haushaltszählung 1950 ergab, daß 65"/o der
allen Leute einsam, d. h. ohne Angehörige in unse-
ren Städten lebten, davon 32*/o als Einzelpersonen
und 28*'/o als Ehepaare. Höchstens 5°/o sind in der
Bundesrepublik in Anstalten untergebracht. Minde-
stens ein Fünflei der alten Leute ist pflegebedürftig.
Das sind die nüchternen Tatsachen, deren bevölke-
rungspolitischen und wirtschaftlichen Aspekte hier
unerörtert bleiben, obwohl auch sie beunruhigcnch'
Fragen aufwerfen werden.
*) B. Bodewald in Xrztl. Miltcilungcn 1956, 17, S. 457 f.
Immer hat es alte Leute gegeben. Sie erfreute)
der besonderen Wertschätzung und Fürsorge
Angehörigen wie der Öffentlichkeit. Jetzt aber 1
das Alter einen gegen früher ungemein großen S
dessen Pflege, Fürsorge und Seelsorge dem gj
Volk ganz neue, jedenfalls in diesem Umfang
niemals dagewesene Aufgaben stellt.
Auch wir tun als Kirche gut, uns rechtzeiti;
den Pastoralen Fragen zu befassen. Mit dem ai
begrüßenswerten Bau von Altersheimen allei
das Gesamtproblem nicht gelöst.
In größeren Gemeinden empfiehlt sich gewi
Anlegung einer Sonderkartei der alten Gern«
mitglieder. Auch wird die Predigt und unsere
chenzcitung ganz besonders gerne von unsere
ten gehört und gelesen werden (in Rücksich
das Lesen wäre größerer Druck wenigstens ma
Artikel sehr zu begrüßen). Ebenso wird mai
Älteren dringlich zum Empfang der Hl. Sakrar
einladen. Besondere Veranstaltungen mögen
bei uns hin und wieder freudig Anklang fii
(Gemeinsame Autobusfahrt oder eigne Versamn
der über 70jährigen usw.) Dennoch meint der
lendermann, der nun auch sclion 60 Jahre auf
Buckel hat, es wäre ganz verkehrt, die Alten
zum Objekt der Seelsorge und Fürsorge zu ma
Das Alter ist ein Lebensstand in sieh. Sein schö
Vorredit sollte sein, sich noch niilverantw
für die Gemeinde, Kirche und Zukunft zu fii
Gewiß sollen sie nicht dem vorwärtsdränf;endei
ben im Wege stehen und an ihren Ämtern, etv
K.V., kleben. Hier soll und muß Jugend recht,
nachrücken. Al)er gerade deswegen, weil das
über Ehren läclieln kann, wird es selbstlos der >
dienen, auch im stillen Gehet, in unscheinbaren !
sten mit Nadel und Strickzeug. vermöf,'en<lere
Leute aucli durch materieUe Förderung der \\\
der Kirclie. Geradezu die Krönung ihrer Gemei
arbeit wäre der Dienst, den die Alten fürelna
in Besuch und Aufmunterung ihrer Altersfienc;
tun könnten. — Vergeßl ihr liehen Alten vor i
nicht: Der Kat und das Vertrauen der Alten, diti
liebend allem jungen Lehen zuneigen, wecken l
lördern die Tat der Jungen; denn die Jugend hk
doch insf,'eheim vom Alter erkannt und anerki
werden. P. l'fis
Zeger Bernhard Tan Espen
Von Pfarrer Christian Huber, Aschaffenburg
Bekannt genug'.
Icrholt erschien im letzten Jahrbuch der Na-
1 ies Mannes, von dem man sagen kann: was
[ iheim-Febronius für Deutschland war, das
er für die Niederlande. Im Beitrag „Das
sterseminar zu Amersfoort" nennt ihn mit
hrung der Schlußsatz. In seinem ausgezeich-
rt Aufsatz „Justinus Febronius" spricht Pfr.
er wiederholt von ihm. In der Besprechung
Kirchengeschichte der Altkatholischen Kirche
^ Niederlande von van Kleef wird einiger-
I en bedauert, daß auf sein Leben nicht noch
1 ührlidier eingegangen wurde.
i nd in der Tat: das Leben dieses Mannes hat
ii jeden Altkatholiken eine große vorbildliche
1 grundsätzliche Bedeutung. Jeder sollte daher
( Mann, der so geschichtsbedeutsam auf die
i iliche Entwicklung seines Heimatlandes und
; it dann auch weit darüber hinaus wirkte,
I len: Zeger Bernhard van Espen, den Mann,
( dem der Herausgeber der Brüsseler Ausgabe
rar Werke (1752) als ersten seines Vorwortes
i wuchtigen Satz schreiben konnte: „Gewöhn-
i.en Herausgeber von Werken deren Ver-
;d T in den höchsten Tönen. Mir erspart das
1» Ruf van Espens."
Einer von dazumal?
i^spen trat im kirchlichen Leben seiner Zeit
; eine kirchliche Ordnung ein, die nach unserer
im Glaubensüberzeugung für die rechte kirch-
' ' Entwicklung wesensentscheidend wichtig ist.
l at es mit einem solchen sittlichen Ernst seiner
i >tlichen Lebensführung, daß er dadurch in
p Verdacht kam, ein Jansenist zu sein.^) Und er
•' -^ aus seiner gründlichen Kenntnis der alt-
dien Ordnung, mit der die Entwicklung
!• dewalt des römischen Bischofs zu einem Pri-
päpstlicher Allgewalt unvereinbar ist. Und
lalb galt er für einen „Gallikaner". Der
ikanismus trat ja für jene Selbständigkeit
päpstlichen Allgewalt gegenüber ein, wie sie
1 von van Espen verfochten wurde, und hielt
iJ nackig als gutes Recht der gallikanischen
[i nzösischen) Kirche an ihr fest trotz aller Wi-
(lurch diese Lebensführung allein schien van Espen
' iingon übertriebener Strenge an das christliche Leben
!i. Solche legte man als mit dem Glauben unvereinbar
Bischof von Ypern 1638 gestorbenen Cornelius Jansen
IS) und seinen Anhängern (Jansenisten) zur Last. Die
und ihre Anhänger vertraten jenen strengen Anforde-
4i'fienüber leichtere bis ins Laxe gehende, die man mit
iiben vereinbar fand. Näher auf den Jansenismus hier
»n, würde zu weit führen.
dersprüche der Anhänger der päpstlichen Voll-
gewalt und aller Verurteilungen Roms auf Grund
einer Gewalt, die Rom gar nicht zustand.
Van Espen hat, zielklar von jener Ordnung be-
stimmt, die er gläubig vertrat, in seinem Leben
große Fähigkeiten geoffenbart und entwickelt. Er
bewies ein mit unendlichem Fleiß in harter
Selbstzucht erarbeitetes und mit größter Berufs-
treue wie in höchstem Verantwortungsbewußt-
sein betätigtes und angewandtes Wissen und Kön-
nen. Er ließ sich von keinen, am wenigsten ego-
istischen Interessen leiten, sondern von Wahr-
heits- und Gerechtigkeitssinn. Und vor allem be-
seelte ihn wirklich die Liebe. Aus ihr ist sein
wirklich „demütiger" Wille geboren, zu dienen,
dem Wohle aller zu dienen, sagen wir's gleich,
worauf s entscheidend ankommt: dem Heile zu
dienen. Das tat van Espen mit einer selbstver-
ständlichen Schlichtheit, Arglosigkeit, Lauterkeit,
daß man unwillkürlich an das Wort Christi
denkt: „W^enn ihr nicht werdet wie die Kinder".
Es wird gut sein, anzumerken, daß das im Letz-
ten Sohnhaft -sein dem himmlischen Vater ge-
genüber und Bruderhaft- sein den Brüdern
gegenüber bedeutet. Aus der lebendigen Liebes-
verbundenheit der Gläubigen mit Gott und in Gott
gegenseitig kraft des Sohnesverhältnisses zu Gott
und des Bruderverhältnisses untereinander ergibt
sich auch die rechte liebeslebendige Kraft des Wir-
kens für das Reich Gottes. Darum war van Espen
so gläubig, so stark, so selbstlos und treu. Kein
Mensch kann jeder, auch unserer Zeit, besser zei-
gen, was sie für Menschen braucht, als ein Mensch,
der so ist, wie er. Denke sich nur jeder selbst aus,
wie es wäre, wenn überall in Staat vmd Kirche, in
Wissenschaft, Kunst, Technik usw., überall im
häuslichen, beruflichen, politischen, im ganzen
gesellschaftlichen Leben solche Menschen in wirk-
samer Zahl wirklich „maß -gebend" wären.
Welch ein tatsächlich notwendendes Gemein-
schaftsleben erwüchse da aus den Lebenskräften
der Liebe, aus den Liebeskräften des Lebens, das
da wirksam wäre!
Nicht die Tagesgrößen sind (Zeitnot wendend)
zeitnotwendig, am wenigsten die mit „Eintags-
fliegengehalt", mit dem „modernen Gehalt", den
man heute bewundert und morgen schon verlacht,
der heute alles und morgen schon nichts mehr ist.
Die überzeitlichen, d. h. jene, die aus einer ewi-
gen Substanz Bewahrer bleibender Werte durch
alle und für alle Zeiten sind, die sind im tieferen
Heilssinn nötig, zeitnotwendig, zeitaktuell. Van
Espen gehört zu diesem Typ. Die Jahreszahl
51
(1752 [!], und da war van Espen sdion längst
tot!) in der Einleitung könnte die Nase rümpfen
lassen: „Ach! So einer von anno dazumal! Was
besagt uns der schon?!" So war es vielleicht gut,
mit den obigen Ausführungen der Lebensskizze
etwas vorzugreifen. Schon dieses vorausgenom-
mene Gharakterkurzbild van Espens, das sich als
lebenswahr, wenn auch mit gewissen Wiederho-
lungen bestätigen, aber gerade dadurch auch im-
mer tiefer uns eingraben wird, spricht uns anders
an, als daß wir mit jenem „Ach" reagieren dürf-
ten. Auch nachher ist uns weniger um ein Lebens-
bild zu tun, genau mit allen Einzelheiten in sei-
nem zeitlidien Verlauf gezeidinet. Es handelt sich
vielmehr wenn auch um ein ausführlicher dar-
gestelltes Lebensbild doch mehr, wie eben gesagt,
um ein Charakterbild, das hauptsächlich die We-
senszüge van Espens zeigt, auf die es ankommt.
Das ist besonders wichtig. Denn solch ein Cha-
rakterbild setzt uns zu einem Urteil instand, ob
der Mann, der in ihm ersdieint, Vertrauen ver-
dient, ob er als Mann, als Mensch, als Christ, als
Priester, als Gelehrter, als einer, dessen Schick-
sal es war, auch als geschichtliche Persönlichkeit
in die kirchliche Entwicklung als eine besondere
Wirkkraft miteinbezogen zu werden, Vertrauen
verdient auch für das, was er in seiner geschicht-
lichen Sendung in seinem Bereiche vertrat. In
diesem Sinne und unter diesem Gesichtspunkt sei
das Lebensbild van Espens geboten.
DAS LEBEN DES GROSSEN
KIRCHENREGHTSLEHRERS
Frühe Jugend
Zeger Bernhard van Espen wurde am 9. Juli 1646
in Löwen geboren. Sein Vater Jean van Espen
mit dem Beinamen van Nieuwenhoven war rei-
cher Bürger und Rechtskonsulent in dieser be-
deutenden Universitätsstadt. Seine Mutter Elisa-
beth Zegers entstammte ebenfalls einem alten
niederländischen Geschlecht. Eine Reihe von Ver-
wandten zeichneten sich durch Begabung aus und
bewährten sich in angesehenen staatlichen oder
kirchlichen Stellungen.
Der Vater hatte die Leitung eines großen Gutes.
Mit seiner Familie verbrachte er die meiste Zeit
des Jahres auf diesem Gut. Es lag in der Nähe
von Tenusche. Dort besaßen die Väter des Orato-
riums von Flandern ein Kloster mit einem Kolleg,
einer Mittelschule. Als gute Jugenderzieher waren
die Oratorianer sehr gesdiätzt. Daher gab Jean
van Espen .seinen Sohn in ihre ßildungs- und Er-
ziehungsanstalt. Dem großen Bildungs- und Er-
ziehungserfolg an dem vielversprechenden Jun-
gen kamen dessen hervorragende Begabung und
52
egenl
^lanrf
vorzügliche Charakterveranlagung entgegen
Espen wurde ein vorbildlicher junger Manr
sonders anziehend an ihm war seine allen
meinen abholde seelische Feinheit, seine be
dene Zurückhaltung, sein Lebensernst und
große Herzensgüte. Mit allen verstand er
vertrug er sich. Darum war er auch allg(
sehr beliebt.
Auf diese Studienzeit in Temsche gehen
Freundschaften zurück, die ihn zeitlebem
bedeutenden Mitgliedern des Oratoriums ve
den. Die innige Verbundenheit mit dem Cr:
um zeigte und bewährte sich auch darin, dai
Espen später sein bedeutendster Rechtsbc-
wurde und blieb. Was er dem Oratorium v
und immer blieb, das sagt uns dessen Chr
Sie rühmt ihn als „die Koryphäe (den he
ragendsten) der Freunde des Oratoriums".
Akademisches Studium
Nach Vollendung seiner Gymnasialstudiei
Klosterkolleg in Temsche bezog van Espen
akademischen Studium die Universität s
Vaterstadt Löwen. Die Lebenshaltung der <
gen Studentenschaft war im allgemeinen
gerade vorbildlich für einen jungen Mani
dem Wollen und Streben unseres akademi;
Neubürgers. Er kam immerhin in eine Umgel
die ihm in mancher Beziehung hätte gefäl
werden können. Aber ihm war seine Ben
zum geistlichen Stand klar geworden. Und
Liebe galt der Wissenschaft. Dem Ziel, dasi
damit gestedct war, strebte er beharrlich zu.
nicht damit vereinbar war, wies er unheirrl)!
fester Haltung ab. Seine Zeit gehörte vor i
dem Gebet und dem Studium. Diesem wid
er sich mit solchem Ernst und Eifer, daß e
Abschluß des ersten Teiles seiner akademi*
Ausbildung, des Studiums der Philoso
mit Auszeichnung den akademischen GradJ
„Magisters (Meisters) der freien Künste" |
würden heute sagen: des Doktors der Phl
phie) erlangte.
Nach diesem glänzenden Abschluß seiner ;
losophischen Vorbildung widmete sich van E
sofort dem Studium der Theologie und sp< >
dem der Redite. Dem Kirchenrecht vcrsdiri« •
sein Leben sozusagen ganz und gar. Daß
Lebensführung bei diesem Studium weiterhin
noch gesteigert, seiner Berufsauffassung
sprach, versteht sich nadi der Bewährung s<
Charakterfestigkeit in seinem bisherigen Lei'
gang von selbst. Selbst seine Ferientage un<
holungsstunden benützte er nicht für sidi
gehörten den Armen, die er betnntc «1«n 1>I
4 die er besuchte, den Kindern, die er iinter-
ete. Vor allem — das muß nochmals unter-
; hen werden — war er, eben als innerlicher
I seh, ein großer Beter. Bei seinem Rechts-
t ium zeichnete sich van Espen noch mehr aus
1 jeim Studium der Philosophie. Durch seine
i msführung wie durch seine Studienleistung
» Je er auch der Mann des Vertrauens seiner
e tsbeflissenen Mitstudenten. Seine Aufgabe
? ihnen zu helfen, in den Wissensstoff ihres
i les sich einzuarbeiten und ihn zu ihrem siche-
( Besitz zu machen. Van Espen erfüllte die Auf-
j n jenes Vertrauensamtes aufs beste.
n 12. Juni 1670 stieg er zur akademischen
\ de des Lizentiaten auf. In seiner Demut
r te er aber schließlich auf die Priesterweihe
I ichten. Sein Erzbischof selbst, der seinen
\ t erkannte, ihn schätzte und förderte, mußte
\ ihn umstimmend einwirken und wußte ihn
! i zu bestimmen, sich die Weihe doch geben
i \ssen. Der 27. Mai 1773 war sein Weihetag.
erbüdung zum Forscher und Gelehrten
L'iner Priesterweihe widmete sich van Es-
• weiter mit aller Liebe zur Wissenschaft dem
1 lium und der Forschung. Beim Studium der
^ologie hatte ihm das scholastische System und
I scholastische (in Festlegung auf das mittel-
I liehe Denken erstarrte und spitzfindig ge-
r iene) Betrieb wenig entsprochen.^) Mit beson-
jiim Eifer studierte er nun die Heilige Schrift
II vor allem alles, was das Fach seines Lebens-
K ifes, das Kirchenrecht, betraf. Sachlich von
r cheidender Wichtigkeit war und für ihn per-
c ich entscheidend bedeutsam wurde dabei, daß
I ch nicht lediglich auf das Recht beschränkte,
V es später in der Kirche festgelegt worden war.
l ignete sich vor allem auch ein umfängliches
S sen vom Recht der alten Kirche an. Mit ande-
e Worten: er übersah — wie es auch damals
u 1 allzusehr geschah — nicht die Bedeutung
It Kirchengeschichte mit Rücksicht auf wesens-
^ >\\iie Aufschlüsse, die nur sie allein geben
!> arbeitete auch hier mit dem Fleiß, der
lolastik, Scholastiker, von scola, Schule, Scholastiker also
"'teren Mittelalter) diejenigen, die sich schulmäßig mit
-onschaften, besonders der Philosophie (Weltweisheit)
Iheologie (Wissenschaft von Gott) beschäftigen. Dabei
r allem das philosophische und theologische Lehr-
naßgebend, das der größte Philosoph und Theologe
'lalters, Thomas von Aquin, unter Benützung der
t;lt des großen griechischen Philosophen Aristoteles,
Man bezeichnete diese Lehre geradezu als „die
So bedeutend diese Leistung an sich auch war (und
h Wertvolles bieten kann), so kam es doch zu einer
ntarlung in Begriffserstarrung und Begriflsspalterei,
'■m Gesunden der alten Scholastik nichts zu tun haben.
der „scholastische Betrieb", zumal bei seiner Außer-
•ig des Erfahrungsmäßigen und des Geschichtlichen,
11 etwas Übles. Das läßt uns die Einstellung van Espens
t-'ut verstehen.
Gründliclikeit und Genauigkeit, der Beharrlich-
keit und Gewissenhaftigkeit, die ihn auszeichne-
ten. So entwickelte sich van Espen zu dem, was
er wurde, zu dem berühmten Kirchenrechtler,
berühmt und gerühmt auch als gefeierter und be-
liebter Lehrer und vielgesuchter Rechtsberater.
So kam er aber auch zur objektiven Einsicht, was
in der so vordringlich gewordenen Frage der
päpstlichen Gewalt als unvereinbar mit der maß-
geblichen Ordnung der alten Kirche abzulehnen
war. Und von daher wurde ihm die Haltung, die
er, der Wahrheit und Gerechtigkeit verpflichtet,
einnehmen mußte, Treueanliegen des gläubigen
Katholiken.
Der junge Dozent
auf dem „Lehrstuhl der sechs Wochen'
1674 erhielt der junge Gelehrte einen Lehrstuhl
für Kirchenrecht, den man den „Lehrstuhl der
sechs Wochen" nannte. Er war verbunden mit
einer Pfründe bei St. Peter in Löwen, einem klei-
nen Kanonikat. Als Kanonikus hatte van Espen
lediglich die Pflicht, an allen Sonn- und Festtagen
am Chorgebet in St. Peter teilzunehmen. Als Pro-
fessor hatte er die Aufgabe, während der Ferien-
wochen (daher der Name des Lehrstuhls!) durch
Vorlesungen die Studenten in ihrem Studium zu
fördern, sie so zur guten Verwendung ihrer Fe-
rienzeit zu bringen und sie vor ihrem Mißbrauch
zu bewahren.
Van Espen wäre nicht van Espen gewesen,
hätte er sich seinem bescheidenen Amt nicht mit
aller Liebe gewidmet. Schon davon ging eine an-
ziehende Wirkung aus. Dabei hatte unser junger
Dozent eine besondere Gabe der klaren Darstel-
lung. Er ging auch auf alle Fragen ein, die die
Studenten bewegten. Und solcher gab es damals
in der Zeit der noch nicht restlos unterdrückten
jansenistischen und gallikanischen Bewegung
übergenug. Er ging nicht wie andere den Fragen
„vorsichtig" aus dem Weg, die nun einmal zur
Verhinderung eines Unrechtes durch das neue
abwegige Recht im Gegensatz zum alten, rechten,
behandelt werden mußten. Er scheute sich auch
nicht, auf Mißstände einzugehen. All das behan-
delte er offen und ehrlich, dabei ohne Lieblosig-
keit, weil eben aus Liebe zur Kirche und zum all-
gemeinen Besten, aus Liebe auch zu seinen Hö-
rern. Sie wollte er ja gleicherweise zur rechten
Berufstüchtigkeit für ihre späteren Aufgaben wie
zur rechten Haltung in ihren späteren Ämtern
bilden. Auch damit wollte er über die von ihm
Gebildeten zum öffentlichen Wohl in Staat und
Kirche beitragen. Und dafür gab er nicht bloß
dem Kopf für seine Wissensbedürfnisse, sondern
auch der Seele für ihren Wertbedarf und dem
Leben für seine Anforderungen und Notwendig-
keiten. Deswegen zogen seine Vorlesungen gewal-
tig an. In Löwen blieben daher während der Fe-
rien niclit bloß Studenten des Kirchenrechtes,
sondern auch viele Theologen zurück, um van
Espen zu hören. Ihre Zahl wurde immer größer.
DER BERÜHMTE PROFESSOR
DER BERÜHMTEN UNIVERSITÄT
Im Kolleg Hadrians VI.
Im folgenden Jahre 1675, am 22. Oktober, errang
der bisherige Lizentiat den Grad des Doktors
„utriusque juris" (beider Rechte, des Kirchen-
und Zivilrechtes). Er las nun auch als ordent-
licher Professor der Universität.^)
Etwa 1677 zog er sich in das Kolleg Papst Had-
rians VI. zurück. Diese Lehranstalt war damals
die größte und beste von allen der Universität
Löwen. Das Kolleg hieß nach seinem Stifter, dem
späteren Papst Hadrian VI. Dieser, der letzte
deutsche Papst, selbst ein zu Utrecht geborener
Niederländer, hatte auch in Löwen studiert und
dort als angesehener Professor der Theologie ge-
lehrt. 1507 war er Erzieher des späteren Kaisers
Karl V. geworden. Nach einem großartigen Auf-
stieg kam er 1522 auf den päpstlichen Thron.
Trotz seines heiligmäßigen Lebens wurde er bald
wütend gehaßt. Er ging nämlich mit aller Strenge
gegen die Verweltlichung der Kurie vor, vor allem
auch gegen die Simonie (Ämterhandel) und den
Nepotismus (Verwandtenbevorzugung und -Ver-
sorgung), die sich dort schamlos und unheilvoll
breit gemacht hatten.
Van Espen sah im „Päpstlichen Kolleg", wie
man es kurz nannte, den gegebenen Ort, in aller
Sammlung ganz und gar seiner Selbstheiligung
wie seiner beruflichen Sendung, der wissenschaft-
lichen Arbeit und der Lehrtätigkeit in seinem
Fach, leben zu können. Und er lebte dem, was er
im Kolleg suchte und andrerseits als sein Bestes
auch wieder geben wollte, so, daß er im Lauf des
Vierteljahrhunderts, das er im Haus verbrachte,
durch sein Wirken ein Mann von geschichtlicher
Bedeutung wurde.
Uns interessiert auch hier wieder vor allem
seine Lebensführung. Gerade, weil er eine so viel
angefoditene Persönlichkeit wurde, interessiert
*) Den Nachschlagewerken nacJi ist van Espen ab 1675 Professor
an der Universität. Schulte (vgl. Literaturangabe 15.!) schreibt
S. 705: „. . . 1675 Doktor der Rechte. Professor des canonischen
Rechtes geworden, entfaltete er eine auncrgewöhnlidic Lehr-
tätigkeit, indem er neben den amtlichen Vorlesungen in seiner
Wohnung Privatissima gab, welche vorzugsweise von Doktoren
besucht wurden." Anmerkungsweise fügt Schulte bei: „Nach
Laurent p. 224 n. 2 hat er jährlich nur 6 Wochen in den Ferien
doziert, was ihm 30 Taler eintrug."
uns diese. Die Grundangabe dafür ist in dei
leitung schon ausführlich genug enthalten,
so durcli sein Leben „dozierte", der do
(lehrte) auch in seiner Lehre die Wahrheit,
der ganzen bisherigen Entwicklung van E
können wir nur eine gleiche Weiterentwicl
nur eine Lebensführung erwarten, die de
herigen und zwar in wachsender Vervollk.
nung entspricht. Und so ist es tatsächlich
Espen führte, um geistig frei für seine Au
zu sein, in geradezu klösterlicher Einfachhei
in mönchischer Strenge, aber vom Glaiibei
der Liebe gedrängt, ein Leben der Selbsthcili
um mit jenem lauteren Herzen Gott und >
Mitmenschen in Kirche und Volk dienen zu
nen, das es zur echten Aufbauarbeit am 1
Gottes, zur Verwirklichung der Lebenson
Christi, besonders auch Fehlentwicklung!
kirchlichen Leben gegenüber braucht. Dafii
ihm das „Päpstliche Kolleg" der gegebein
sein ihm von Gott gewährter Himmel auf I
Van Espen, immer bescheiden und allen
den abgeneigt, führte ein Leben freiwilligt
mut. Obwohl er aus reichem Hause slai
wollte er von Reichtümern nichts wissen. Ni
strebte er darnach. Er war zufrieden mit st
schmalen Einkommen. Außer dem schon er\
ten, wenig ertragreichen, bescheidenen Kam
bei St. Peter besaß er nur kurze Zeit eine a
kirchliche Pfründe dazu, ein Kanonikat in .
Artois, das er kurz vor seiner Priesterweii
hielt. Rein aus Liebe zu einem armen Lebei,
zichtete er schon nach fünf Jahren zu Qu
eines Lizentiaten der Theologie darauf, d
— er wurde nachher Professor der Theolof
der Universität von Douai — damit fö
wollte. Alle Einkünfte von seinem Kanoniki
St. Peter und von seiner Professur schenk
den Armen. Im übrigen war er mit dem ihi
gefallenen, auch nicht allzu großen I^rbte j
frieden. Doch auch die Einkünfte daraus tei
mit den Armen. Um ihnen geben zu kö :
sparte er sich sogar manches vom Munde s •
Auch seine Lebenshaltung war einfach ui
scheiden. Er aß wenig und keine erlesene *
richte. Bis zu seinem 77. Lebensjahr trai i
keinen Tropfen Wein. Erst als die Ärzte ii '
teresse seiner Gesundheit unbedingt darauf
gen, ging er etwas von dieser Strenge ab. Br
den und einfach war auch seine Klcichnig.
nicht anders wollte er die Möbel, die er heiv
All die 26 Jahre, die er im Kolleg veibr
hielt er aufs gewissenhafteste die religiöse
nung ein, die im Hause galt. Niemals widi <
von ab. I'2r war überzeugt, daß die Zeit, die <
religiöse Übungen verwandte, für sein Sti
1 1 verloren war. Im Gegenteil! Er wußte, wie
diese Treue für seine Forschung disziplinierte.
; erlebte in der Erfahrung, welch tiefes und
[ es Licht sich gerade aus dem Gebet ihm er-
oß. Er hielt alles vom göttlichen Segen für
e Arbeit. Auch darum, zum drittenmal sei es
•nt, war er ein Beter. Er wurde darin ein Vor-
, für alle. Immer kam er als einer der ersten
1 Beginn der geistlichen Übungen. Und nach
I r Beendigung war er der letzte, der ging.
; für Tag fand er sich frühmorgens fünf Uhr
I er Kapelle ein. Dort blieb er bis sieben Uhr.
I n feierte er die hl. Messe oder diente einem -
eren Priester bei ihr. Von 14.30 — 15 Uhr be-
I htete er in der Kapelle oder im Garten. Jeden
; 11- und Feiertag nahm er pünktlich und voll
I acht nicht als Muß der Pflicht halber, sondern
I dem Herzensbedürfnis des Frommen, aus
, )e zu Anbetung gedrängt, am Chorgebet von
i Peter teil.
r ra Kolleg waren auch jährliche geistliche Ex-
• tien für die Studenten üblich. Van Espen, der
11 1 Pflege des Innenlebens gerade wegen ihrer
, htigkeit auch für die Pflichterfüllung hielt,
' allem vorbildlich bei sich selbst, und der als
^3r und Betrachter aus einem reichen Innen-
t n und durch seine vielen innerlich verarbei-
• li Erfahrungen aus großer Lebensweisheit
V )pfen konnte, war der gegebene Mann für
jl e geistlichen Übungen. Jahr für Jahr hielt er
II guter Exerzitienmeister die Exerzitiensvor-
li e. Die Teilnehmer wurden tief ergriffen, wenn
- seinem Mund die ewigen Wahrheiten ver-
! iiien.
»enkt man an all das, was van Espen, der kör-
p ich kein starker und rüstiger Mann war, bei
d er Lebensweise alles leistete — es wird gleich
I Rede davon sein — so kann man sich nicht
{ iig wundern. Niemand vermutete in dem be-
I« 'idenen Mann beim Blick auf seinen schwachen
h per so außerordentliche Gaben, eine so große
5 le, so viel Geist. Weither kam einmal ein an-
S hener Reisender, um den großen Gelehrten
t -eben, dessen hochgeachteter Name so weithin
b annt geworden war. Als ihm sein Wunsch in
E üllung ging, konnte er kaum glauben, daß das
ache, gebückte Männlein jener berühmte
Am sei, über den — wir dürfen hier schon vor-
- f *'n — die Richter der heiligen Kurie im ewi-
»m zu Gericht saßen.
<vi all seiner Beanspruchung und seinem Mit-
h f'ingezogenwerden in die kirchlichen Kämpfe
d lals, mischte er sich von sich aus niemals in
^ ^''. die ihn nichts angingen. Er lebte beständig
zurückgezogen und behielt immer seine
i-e Lebensweise bei. Wie leicht gewinnt ein
solches Leben etwas „Verabseitigtes", vom Nor-
malen Abweichendes, etwas „Schrulliges". Wie
leicht wird da „Gelahrtheit" zum Gegenteil von
Weisheit! Davon war bei van Espen nichts zu
bemerken. Man wird im Leben dieses tief religö-
sen und ernsten Gelehrten nichts finden können,
was ihn nach dieser Seite unliebenswert macht.
Daß dieses durch seine religiösen Grundsätze
zu wirklich heiligem Dienst streng disziplinierte
Leben weiterhin auch die helfende Nächstenliebe
so in sich einbezog, wie schon erwähnt wurde,
braucht nicht eigens weiter ausgeführt zu werden.
Seine ganze Schaffens- und Leistungskraft ge-
hörte der Forschungsarbeit und der Lehrtätigkeit,
dem gelehrten Beruf, dem van Espen sich geweiht
hatte. Über seine Fähigkeiten, seine Beliebtheit,
seine Leistungen und Erfolge als Lehrer w^äre ge-
steigert das zu sagen, was vom jungen Dozenten
schon gesagt wurde. Auch darüber kann also hier
weggegangen werden.
Kirchenges Chi chtU eher Bahnbrecher
Auf ein besonderes Verdienst van Espens muß in
diesem Zusammenhang hingewiesen werden. Er
erkannte mit anderen bedeutenden Persönlich-
keiten seiner Zeit und schon der letzten Jahrhun-
derte vor ihr die verhängnisvollen Folgen der
Unkenntnis und der Vernachlässigung der Kir-
chengeschichte. Nur dieser dem spätem Kirchen-
recht und der scholastischen Theologie eigentüm-
liche Übelstand macht es erklärlich, wie man eine
spätere kirchliche Ordnung, die doch besonders in
den päpstlichen Allgewaltsansprüchen von der ur-
kirchlichen Ordnung abwich, schon in der aposto-
lischen Zeit grundgelegt, ja von Christus angeord-
net sehen konnte und wie diese geschichtliche Un-
möglichkeit immer mehr zu einer, schließlich von
„allen" angenommenen „Glaubenswahrheit" wer-
den konnte.
Hier sah van Espen ganz klar. Jene Unkennt-
nis mußte zu einer unrichtigen Beurteilung der
Übelstände in der Kirche und in der christlichen
Gesellschaft führen, die eben aus der Durchset-
zung der unberechtigten Ansprüche Roms sich er-
gaben. Jene für Rom vorteilhafte Unkenntnis
mußte den Ansprüchen Roms sogar Vorschub lei-
sten. Je mehr sich diese aber durchsetzten, desto
mehr mußte auch die Mutlosigkeit wachsen, daß
es ihnen gegenüber wieder zur rechten Ordnung
käme. Und das bedeutete auch für solche, die
klar sahen, eine schwere Versuchung, sich zu
Nachgiebigkeiten und Anpassungen bereit zu fin-
den, die sich mit den Interessen der Wahrheit,
den Forderungen der Gerechtigkeit, den Pflichten
der Ehrlichkeit und mit der Notwendigkeit des
R.\
Widerstandes nicht vereinbaren ließen. Ja, eine
solche Nachgiebigkeit bis zur Anerkennung
schließlich einer doch niclit mehr zu ändernden,
aber nun einmal Tatsaclie gewordenen Ordnung
konnte sogar als ein Muß erscheinen, um damit
etwa aus Übeln herauszukommen, die anders doch
nicht mehr überwindbar wären und nur so für die
Zukunft vermeidbar schienen. Und dazu dann die
„Klugen", die ihre Fahne nach dem Wind hängen,
der weht, und die Erfolgsjäger, die sidi dahin
schlagen, wo sich die besseren Aussichten zeigen!
Für den, der für kirdiliche Ordnung in ihrem
guten, aus dem Urkirchlichen schon offenbaren
Ursinn, war, standen die Zeidien der Zeit nicht
gut. Eine mit diesem Sinne unvereinbare, zur All-
gewalt zentralisierte päpstliche Madit hatte schon
längst die Übermacht gewonnen.
Infolge seiner klaren Schau unbewältigt von je-
ner Macht erfaßte van Espen seine Sendung und
erfüllte sie auch ohne Rücksicht auf die Folgen
für ihn selbst. Er wandte alle seine Kraft auf, um
den Sinn für kirchengeschichtliche Forschung zu
wedcen, diese zu beleben und durch sie die alt-
kirchliche Lehre und Ordnung wahr und klar
aufzuzeigen. Er schreibt von sich selbst: „Ich
hatte kaum mit dem Studium (des kanonischen
Redites) begonnen, als ich alsbald auch schon
wahrnahm, daß eine große Zahl von Kanonisten
oder besser gesagt von Dekretalisten'*) wenig im
*) Dekretalien nennt man die Entscheidungen der Päpste in
den Reditssachen, die an sie gelangten. Schließlich wurden die
päpstlichen Erlasse überhaupt so bezeichnet. Dekretalisten sind
dann die Kirchenrechtsgelehrten, die die nachgratianischen
Dekretaliensammlungen wissenschaftlich bearbeiten. Der 1160
gestorbene Kamaldulensermönch Gratian war der erste, der
in der Schule seines Klosters zu Bologna als Magister Kirchen-
recht als Wissenschaft für sich lehrte und (natürlich unter Ver-
wertung der bisherigen Dekretalien) ein großes Handbuch des
Kirchenrechts verfaßte, das (später so genannte) berühmte
Decretum Gratiani. Nidit selten wurden Dekretalien gefälscht.
Das berüditigste Beispiel sind die sogenannten „Pseudoisido-
risdien Dekretalien", Werk eines Fälschers, vielleicht einer
ganzen Fälschergesellschaft, wahrscheinlich im Gebiete der
Diözese Reims aus der Zeit um 850. Diese Fälschung wollte,
was sie schließlich auch erreichte, die Bischöfe unabhängig von
der Gewalt der Metropolitanbischöfe und von den Provinzial-
konzilien machen. Zu dem Zweck steigerte sie gegen diese die
päpstlidie Gewalt möglichst hoch und ließ ihre erfundene, in
der Kirche ursprünglich überhaupt gar nicht vorhandene
päpstliche Allgewalt als apostolisch, ja von Christus herrüh-
rend erscheinen. Da man im Mittelalter irrtümlich den großen
spanischen Kirchenlehrer Isidor von Sevilla (gest. 636) als ihren
Herausgeber ansah, gewann die Sammlung beim damaligen
Fehlen des geschichtlidien Sinnes und jeder geschichtlichen
Kritik ein gewaltiges Ansehen. Sogar in Rom war man anfangs
in der Berufung auf sie sehr zurückhaltend. Aber schon Niko-
laus I., einer der größten Vertreter des römischen (unkalho-
lisdien!) Papalismus, gab sie als altes Recht aus. „Er versteigt
sidi sogar zu der unwahren Behauptung, daß dieses junge
fränkische Fälscherwerk seit alters in den römischen Ar-
chiven aufbewahrt worden sei" und erklärt ihre Dekretalien
der römisdien Bischöfe für rechtsverbindlich (Friedrich Hei-
ler). Was so kirchenreditlich immer mehr maßgebend wurde,
wurde es auch theologisch als „Glaubenslehre" und so kam es zu
jener verhängnisvollen falschen Gleidisetzung von „Papismus"
und Katholizismus, gegen die Franz von Baader gleichberech-
tigt durch die historischen Tatsachen wie durch seine tiefe
Glaubensschau der Kirche als (organischer) „Korporation"
(Körpersdiaft), nicht in negativer Polemik gegen „Rom", son-
dern im wirklichen Interesse der wahren katholischen Kirche,
sich so entsdiiedcn wendet. Döllinger hat vollständig recht mit
seinem Urteil, daß die pseudoisidorisdien Grundsätze in der
Bilde über das kirdiliche Altertum eine A
falsdier Grundsätze aufstellte. Sie behalt
ihnen als wahr geltende Grundsätze bei, d
entweder mit ungenügenden Beweisen od«
unterschobene Werke begründen." (Vgl. da/
im vorjährigen Jahrbuch S. 80, Sp. 2, üli
päpstl. Dekrete [Rechtsentscheidungen] \ii ;
Pseudo-Isidorischen Dekretalien Gesagte!
wie er als kirchenrechtliche Autorität erk; i
daß man ohne ein gleich gründliches kird
schichtliches Wissen nicht zu den richtig,'! i
chenrechtlichen Auffassungen komme, so 1»( i
er sich auch bei seinen Studenten um die
Einsicht, daß die Vernachlässigung der Kii
geschichte ein verhängnisvoll sich auswirk
Hauptfehler sei. Dies mit allem Nachdruck ,
tonen, wurde er nie müde. Was van Esjx i
tritt, erinnert in vielem an das, was aiuti
berühmten und gelehrten Bischof von ^
Bossuet, dem gallikanischen Führer, der di
claratio cleri gallicani (Erklärung des frn
sehen Klerus) verfaßte (gest. 1704), ein
schweres und ernstes Anliegen war.
Der Rechtsberater
Der steigende und sich immer mehr verbrei d
Ruf van Espens machte ihn zu einem von
sten, Bischöfen, Äbten, von kirchlichen,
liehen und kommunalen Instituten vielgcsi
und stark beanspruchten Rechtsberater. I
beim Hinweis auf diese seine wichtige I
ohne weitere Einzelausführungen darülx
das vom flandrischen Oratorium Bemerk i |
Beispiel erinnert. Darüber hinaus hier nui 1
folgende!
Papst Clemens XI. hatte 1702 den Erzbi «i
von Utrecht Peter Codde wegen seiner
nistisdien" Haltung abgesetzt und dafür
Jesuitenfreund) de Cock zum apostolischen ' a
ernannt, der allerdings vom Kapitel Utrecht I
anerkannt und von den Niederlanden nie zuf
sen wurde. Van Espen sprach sich rechtsgut ■
lieh zu Gunsten des Kapitels Utrecht für d
ihm vom Papst abgesprochenes Recht au
zur rechtmäßigen Neubesetzung des erzln
liehen Stuhles die geistliche Gewalt in der Vi
zese auszuüben. Eine Exkommunikation fin
man nidit. Man stand auf dem Standpunk
man sich um eine mit Mißbrauch der päpsll
Tat „die ganze ältere Kirchenverfassung umgestaltet, ein
Kirchenrecht an Stelle des älteren gesetzt" haben. Gerr.
von van Espen selbst gebraudite Stichwort „Dckrclnli i
öffnet uns einen Einblick in eine Entwicklung und «1
Klarwerden über das, worum es ihm bzw. der Ridii
er vertrat, ging, daß hier kein Wort mehr darüber i
welche Seite die wahre kirdiliche Ordnung — ^^'
wcsentlidi, wenn natürlich auch mit einer nowiv ■
geschichtlichen Einbedingtheit — vertrat.
alt zu Unrecht erfolgte nidit zu kümmern
iche. Als das Utrechter Kapitel den aus ähn-
;n Gründen wie Codde abgesetzten Bischof
Babylon Varlet bereit fand, auch ohne Zu-
mung Roms einen rechtmäßig gewählten
ifolger des Utrecliter Erzbischofes zu weihen,
itachtete u. a. auch van Espen wieder zustim-
d das Recht des Utrechter Kapitels, diesen
ifolger zu wählen. Er wurde dann tatsächlich
»7. April 1723 in der Person des Generalvikars
lelius Steenoven gewählt, dieser am 15. Ok-
r 1723 von Varlet geweiht. Steenoven starb
• schon am 3. April 1724. Am 15. Mai des
■hen Jahres wurde Barchman zum Nachfolger
novens gewählt. Geweiht wurde er am
September 1724, wiederum von Varlet. Van
en war um ein Gutachten angegangen wor-
darüber, ob die Bischofsweihe gültig sei,
n sie auch ohne päpstliche Dispens von nur
m und nicht, wie vom Kirchenrecht verlangt,
drei Bischöfen erfolge. Van Espen bejahte
Frage nicht nur, sondern sprach sich auch
*t ganz im Sinne der Utrechter aus. Nun rich-
der päpstliche Internuntius in Brüssel eine
•h werde an Kaiser Karl VI. Dieser gab den
'hl, die Schrift in Brüssel öffentlich zu zer-
en und gegen van Espen einzuschreiten, wenn
virklich als der Verfasser nachgewiesen sei.
I* : die Sache endete, davon nachher!
ier sollten nur ein paar besonders wichtige
\\ -piele von der Rechtsgutachtertätigkeit van
'i ens geboten werden, weil sie zeigen, in welche
t kämpfe van Espen hereingezogen war, wie
il ich er Stellung nahm, wie tapfer er seine
. rzeugungen vertrat, wie unentwegt er gegen
I neue verfälschte für das alte unverfälschte
i hliche Recht eintrat und wie gerade dadurch
» Schicksal endgültig bestimmt wurde.
Die Werke van Espens
ucht seiner unermüdlichen Forscherarbeit
Lehrtätigkeit verdanken wir der fleißigen
' er van Espens vor allem eine große Anzahl
'* Schriften, die sich mit den verschiedensten
n henrechtlichen Fragen beschäftigen. Auch ge-
>c chtswissenschaftlich bemerkenswerte und ver-
li stvolle sind darunter. Es würde den Rahmen
li er Lebensskizze über die Maßen sprengen,
» ite sie die Schriften alle aufführen, gar mit
J> r Würdigung im einzelnen. Wir beschränken
i darauf, das Hauptwerk zu nennen. Es ist dies
Jj .Jus ecclesiasticum Universum" („Das allge-
>i ne Kirchenrecht"), in dem man allgemein eine
JJ Je Leistung van Espens sah und sieht. Es er-
i< on in Löwen 1700. Auch die römisch-katho-
lische „Enciclopedia Cattolica" muß unter An-
erkennung, daß van Espen ein Vorläufer der
modernen systematischen Schulungsmethode sei,
dem Werk hohes Lob spenden. Es habe unleug-
bar wissenschaftlichen Wert, sowohl seinem In-
halt, wie seiner Form, wie seiner Methode nach.
Auch der große Papst Benedikt XIV., selbst ein
bedeutender Gelehrter und hervorragender Kir-
chenrechtler, hat van Espen seine Anerkennung
gezollt und ihn oft zitiert.
Eine zweite Gruppe von Schriften vefdanken
wir dem Umstand, daß vän Espen oft genötigt
war, sich mit Gegnern auseinander zu setzen. Um
welche Gegensätze es sich grundsätzlidi damals
handelte, darauf konnte schon Bezug genommen
werden. Der begrenzte Rahmen dieser Skizze ver-
bietet ein näheres Eingehen darauf. Für uns ist
vor allem wichtig, wie sich van Espen durch die
Schriften, die wir, weil es sich um Auseinander-
setzungen mit seinen Gegnern handelt, seine „po-
lemischen" nennen können, unbewußt selbst cha-
rakterisiert hat. Wir sprechen das am schönsten
mit den Worten eines Dominikaners aus, der ihn
gut kannte. „Nie", so sagt dieser, „konnte van
Espen dazu gebracht werden, seinen Gegnern mit
harten Worten herauszugeben." Das will für die
damalige Zeit, ihre Formen der Polemik, etwas
heißen!
Der Mann, der in kurzer Zeit einen solchen Ruf
erlangt hatte, führte natürlich auch einen Brief-
wechsel. Freilich ist dieser verhältnismäßig klein.
Sein Wirken als Rechtsberater schlug sich weni-
ger in Briefen, als eben in Gutachten, seine son-
stige Arbeit literarisch in seinen Schriften nieder.
Von seinen Briefen seien nur hervorgehoben
solche wie z. B. an Papst Innozenz XII., an rö-
mische Kardinäle, an Kaiser Karl VI., an Prinz
Eugen. Veranlassung der Briefe war vielfach die
Notwendigkeit der Selbstverteidigung.
Große Bedeutung kommt einer weiteren Kate-
gorie seiner Schriften zu, seinen Rechtsgutachten
als Ergebnis seiner Rechtsberatertätigkeit. Das
über diese schon Gesagte macht hier ein weiteres
Eingehen auf diesen Teil seines Schrifttums über-
flüssig.
Zu nennen sind schließlich noch Schriften, die
er zu seiner von seinen Gegnern ihm aufgenötig-
ten Selbstverteidigung schrieb. Der Schluß un-
seres Lebensbildes wird eine kleine Probe davon
bieten.
Ausstrahlende Größe
Auch aus den Schriften van Espens ergibt sich
schön und klar das Bild, das sich schon aus der
Betrachtung seiner Lebensführung und seiner
Lebensleistung sonst bisher ergab. Es steht de-
mütig zwar und bescheiden, aber kraftvoll in
seiner unbeirrbaren Überzeugung und in seinem
festen Glauben wie in seinem liebesgebundenen
Willen, wahrhaft der göttlichen Ordnung allen
zum Wohl zu dienen, ein Mann aus einem Guß
vor uns, der sich ganz dem weihte und unbedingt
dem treu blieb, was ihm klar als wahr, gut und
recht offenbar war.
Wir sehen ein Leben vor uns beständiger, fast
hart anmutender, aber nidit finster aszetisdier
Selbstzucht zu andauernder rechter Haltung und
voll nie versagender Bereitschaft zur Selbstheili-
gung als Quell der in seinem Beruf besonders
wichtigen recliten Leistung, ein Leben mit dauern-
der Anspannung seiner Kräfte in immerwähren-
der Arbeit. Das war auch schwere Belastung. Und
doch machte ihn das nicht reizbar und launisch.
Er blieb immer gleich freundlich, gelassen, see-
lisch heiter. Auch als er mit 65 Jahren erblindete,
blieb er so, wie er war. All die Schicksalsschläge,
die ihn trafen, änderten nichts an seinem Gott-
vertrauen. Auch im Schwersten murrte er nicht.
Er dankte Gott auch dafür. Der ist wirklich groß,
der sich auch in jenen Lebensumständen groß
zeigt, wo Scheingröße unfehlbar zusammenbricht.
Auch den Bannfluch der „Kirche" fürchtete er
nicht mit dem guten Gewissen dessen, der Gott
mehr gehorcht als den Menschen, der als katho-
lischer Christ Gott mehr gehorcht auch als dem
römj.sc/i-katholischen Papst, wenn er in einer fal-
schen Auffassung des Primates als selbstherr-
licher Vollgewalt seinen Aufgabenbereich über-
schreitet, als „römischer Pontifex" (Hoherprie-
ster) die Grenzen überschreitet, die er, im „Pri-
mat" zwar hervorragendster „Funktionär des
Ganzen", aber eben ins Ganze eingeordnet im
Dienste des Ganzen als „servus servorum Dei"
(„Diener der Diener Gottes") einhalten muß, in
jener Weise primus inter pares (erster unter Glei-
chen), wie es sich schon aus der frohen Botschaft
des Herrn selbst unzweideutig versteht.
Von diesem Dienstwillen, wie er ihm an seiner
Stelle im Ganzen zukam, dem Dienstwillen, der
letzthin selbstloser Aufbauwille und darin Liebe
ist, war van Espen erfüllt. Darum stand auch
seine Tür für alle ofi"en, mochten sie nun als
Freunde für ihn oder als seine Feinde gegen ihn
sein. Selbst seine Feinde bewunderten ihn, weil
er mit solch leidenschaftsloser Sachlichkeil, mit
solch taktvoller Höflichkeit, mit solcli aufrichtiger
Güte sogar ihnen begegnete.
Im päpstlichen Kolleg wirkte van Espen mit
den Professoren Van Viane und Huyghens, die es
nacheinander leiteten, in aller Eintracht zusam-
men. Dazu kam noch eine Anzahl ausgezeidmeter
Mitarbeiter. Dieser Kreis wurde eine Art -
bereiter Rat für viele des niederländischen
in all ihren Zweifeln und Schwierigkcilt i
liegen und Nöten. Nicht zum wenigsten dm
Mitwirkung und durch das Ansehen van I
hob sich der Geist des Kollegs und mit ili
religiöse Haltung und die wissenschaftlidu
stungen, damit aber auch die beruflich
stungskraft des dort ausgebildeten Klerus,
es das Vorbild für alle anderen wurde m
ganze Universität Löwen aufs positivste
flußte. Die niederländischen Bischöfe sd
deshalb ihre Priesteramtskandidaten liel)i i
hin, als in ihre eigenen Seminarien, weil >«i
nirgends eine so gute Ausbildung verspriu li
VAN ESPENS SCHICKSAL
ERFÜLLT SICH
So groß das Ansehen und der Ruf van Espe n
folge seines vorbildlichen, weitausstrnli!
Wirkens auch sein mochten, schließlich s<
es ihn doch nicht vor seinem Schicksal. \\ i
teten ja schon an, was zuletzt doch Iv
mußte. Als „Jansenist" und „Gallikanii
er es mit dem maßgebenden System im
allem mit der maßgebenden Macht veid
dem dieses System die unbeschränkte Voll
Allgewalt zulegte, wie sich diese Macht ja )s
damit betraut glaubte.
Einen Vorgeschmack seines Schicksals '
er schon kosten, als er 1702 das ihm so ;
wordene Kolleg Hadrians VI. verlassen r
ohne Rücksicht darauf, daß er dort ein \
Jahrhundert so segensreich gewirkt hatte. 1
sich in sein eigenes Haus zurück und behit
gut als es dort nur möglich war. seine L» i
weise bei.
Am 22. April 1704 kam das Hauptwerk
Lebens, „Das allgemeine Kirchenrecht", ;i
Liste der verbotenen Bücher (Index), ein
das 1713 (und 1732) nochmals erging. Di«
Verurteilung erlebte van Espen nicht mein
auch nicht die Indizierung aller seiner Sd
am 17. Mai 1735. Dem Ansehen seines >
und der Wertschätzung seiner Werke lial>< i
VerUammungsurteile aber wenig gescluuii l
Werke wurden vielfach gesammelt henm
ben. Sein Kirchenrecht z. B. erlebte viele Aul
und wurde in fremde S|)raclien ül)ersetzt V
auch sonst nachwirkte, dafür kann auf Pf'
sters „Febronius" im vorjährigen Jahrbudi
mals hingewiesen werden und vor allem^
es da die Kirche von Utrecht zu nennei
wohl wegen ihres Einklanges mit seinen • i
kirchlichen Anschauungen den großen I i;ii
bder, den „Altkatholiken vor dem Altkatholi-
i ms", so beeindruckte, daß er in einem Brief
, Freiherrn von Stransky (1833) die anders
\ t erklärbare Frage stellte: „Sie kennen doch
. Utrechter Kirche?"
ie Utrechter Kirche: 1725 wurde van Espen
I )endiert, das heißt, es wurde ihm die Aus-
[ iig seines geistlichen Berufes untersagt, weil
i wie schon erwähnt, durch ein Gutachten wie
i ler für das Wahlrecht des Utrechter Domka-
i Is und weiter für die Rechtmäßigkeit der
} he des gegen den Willen Roms geweihten
i bischofs Steenoven eingetreten war. Er wurde
; eich seines Lehrstuhles entsetzt und seiner
i demischen Würden entkleidet. Und das ge-
* ih ihm an der Universität, der er sein ganzes
. en mit solchen Leistungen und zu solcher Er-
> ung ihres eigenen Ansehens geweiht hatte!
thließlich verlangte sein Erzbischof von ihm
1 Unterwerfung, die Anerkennung der anti-
\ ,enistischen Bulle Unigenitus des Papstes
; nens XL und die Unterschrift unter die For-
1 a submissionis (Unterwerfungsformel), die
l'apst Alexander VIT. 1634 zur Abschwö-
jansenistischer Irrtümer" vorgeschrieben
Emigration und Tod im Exil
ließ es für van Espen: entweder — oder,
i» pflichtet durch seinen katholischen Glauben
' "ohte van Espen seinem Gewissen und ging
ins Exil als nachzugeben, obwohl er an
5 er Heimat ungemein hing, die er nie verlas-
I hatte. Über 80 Jahre alt emigrierte der blinde
[ is Ende Februar 1728 vor dem, was ihm
1 litp. Er flüchtete zuerst nach Maastricht, wo er
Uedem sogar seine Arbeit wieder aufnahm.
^ r iiier nicht sicher genug, ging er schließlich
n li Amersfoort im Utrechter Sprengel. Der Erz-
b hof Barchman von Utrecht selbst und Bi-
8' )f Varlet hatten ihn dorthin (schon anfangs
F ruar) aufs dringendste eingeladen, voll Dank-
b keit für alles, was er für Utrecht getan. Mit
B r Liebe wurde er dort empfangen und fand
li Amersfoorter Seminar ein Heim, in dem der
G >t herrschte, der ihn erfüllte, und in dem er so
I« n und arbeiten konnte, wie einst in dem ihm
u (Tgeßlichen Löwener Kolleg Hadrians VI.,
n li dazu im Kreis so mancher alter, hier wieder-
g indener Freunde.
her seine Tage waren nun gezählt. Schon bald
s b der hochbetagte „Bekenner" (so dürfen wir
il wohl nennen), am 2. Oktober 1728, im Semi-
n /u Amersfoort. 82 Jahre, 2 Monate und 23
' • war er alt geworden. In der großen St. Ge-
orgskirche zu Amersfoort, in der Gruft der adeli-
gen Familie de Foeyt am Ghoreingang der Kirche,
fand er ein ehrenvolles Grab. Das dort errichtete
Epitaph bekam die Inschrift:
Zegerus Bernärdus Van Espen
Lovaniensis J.U.Doctor.
S. S. Canonum consultissimus, integerrimusque
interpres, multis lucubrationibus, virtutibus, per-
secutionibus clarus: Patriam maluit in exrema
senectute quam justitiam et veritatem deserere:
(id est Cleri & Archipraesulis Ultrajectini R. C.
defensionem denegare, & famosam Bullam Uni-
genitus admittere) Obiit Amisfurti die 2. Octobris
anno MDCCXXVIII. aetatis suae 83. Ossa excepit
monumentum Illustris Familiae Foeyt.
Zeger Bernhard van Espen
aus Löwen, beider Rechte Doktor
wohlbeschlagenster und unbestechlichster Aus-
leger der heiligen Rechtssätze, berühmt durch
viele lichtvolle Arbeiten, Tugenden, Verfolgungen,
zog er es vor, im höchsten Alter noch lieber die
Heimat als die Wahrheit aufzugeben: (d. h. die
Verteidigung des Utrechter Klerus und Erzbischo-
fes (R.G.?) zu widerrufen und die berüchtigte
Bulle Unigenitus anzuerkennen). Er verschied in
Amersfoort am 2. Tag des Oktobers des Jahres
1728 im 83. seines Lebensalters. Seine Gebeine
nahmen auf das Grabmal der Erlauchten Fami-
lie Foeyt.
Tot und doch lebendig
Wir schließen die Lebensskizze van Espens nicht
mit der Inschrift auf seinem Gedenkstein. Mit
Tod und Grab ist ein Leben nicht zu Ende, auch
hier auf Erden nicht. Im Gegenteil! Gerade das
Leben so mancher, die so endeten wie van Espen,
wirkt erst so recht nach dem „Ende", nach einem
umfassenderen Lebensziel schließlich aus dem
tiefsten Lebensgrund, davon ihr Leben ergrifi'en
und gelenkt war. Es gäbe ein ganzes Buch, wollte
man, und sei es auch nur im wesentlichen und
in dem für uns Altkatholiken in der Frage nach
der wahren Katholizität der einen Kirche Christi
programmatisch Bedeutsamen, weiter verfolgen,
was uns van Espen zu sagen hat noch über das
hinaus, was uns sein Lebensbild zweifellos ein-
drücklich sagt. Wir wollen uns hier mit einem
bescheideneren Ausklang begnügen. Jener weiter
wirkende lebendige Nachklang wird aus inneren
Gründen so wie so nicht ausbleiben. Jedem, der
etwas zu sagen hat, wie van Espen immer noch,
ist sein Tag beschieden, auch nach seinem „Ende".
Wir sagten ja schon und — wir sahen es wohl
auch selbst an dieser bescheidenen Skizze, daß er
keiner ist bloß „von anno dazumal".
Eine SelbstdarsteHung van Espens
als Aus klang
Van Espen hat am Lebensende in einer Redit-
fertigung seiner Flucht (Apologia pro fuga) in
schUchter Aufrichtigkeit Reclienschaft gegeben
über den Geist, der ihn bei seiner Gelehrtenarbeit
und bei der Abfassung seiner Werke erfüllte,
über die Richtlinien, die seine ganze Tätigkeit be-
stimmten. Wir bieten daraus eine Selbstdarstel-
lung van Espens als Kurzrückschau auf sein Le-
ben, schon deshalb auch, weil sie unsere ganze
Lebensskizze zusammenfaßt und zugleich ein
Beispiel bietet, wie er redete und schrieb. Und es
läßt uns dieses Beispiel — ja, wie ein schöner
Ausklang — noch einmal recht klar erleben, wie
er war.
„Ich befleißigte mich", so schreibt er, „die kirch-
liche Rechtsordnung (das Kirchenrecht) in ihren
Quellen, das heißt in den heiligen Konzilien und
den wirklichen Verordnungen der Päpste, der Bi-
schöfe und der christlichen Fürsten zu studieren.
Damit glaubte ich die Durcharbeitung der gelehr-
testen Ausleger und anderer Darsteller von Be-
deutung verbinden zu müssen. Ich hatte keine
Mühe, in diesen Quellenwerken die klarsten Be-
weise dafür zu finden, daß man von jeher den
Bischof von Rom als die leitende und hervor-
ragendste Autorität anerkannt habe, eine Au-
torität nichtsdestoweniger sich sehr
unter scheidend von jene runbeschränk-
ten Gewalt, die seit einigen Jahrhunderten
eine Anzahl von Autoren ihr zuzuschreiben be-
gannen und die allgemein zur Anerkennung zu
bringen die Beamten der römischen Kurie und
ihre Parteigänger alle Kraft aufbieten . . . (Aus-
führung über die unrechtmäßige Beeinträchti-
gung anderer rechtmäßiger Gewalten!) . . . Unter
diesen Umständen glaubte ich, das Nützlidie, was
idi vor allem für mein Vaterland, die Nieder-
lande, tun könne, sei, eine Anzahl von Abhand-
lungen zu veröft*entlichen, in denen man bei
Scheidung des Sicheren vom Unsicheren Aufklä-
rung über die alte und neue Ordnung und Mittel
fände, die eine mit der anderen in Einklang zu
bringen, soweit es möglich ist.
Deshalb gab ich auch nach und nach nicht nur
die große Arbeit über das allgemeine Kirchen-
recht heraus, sondern auch eine Anzahl von Ab-
handlungen und Erörterungen über Teilfragen.
Immer hatte ich, so weit ich es beurteilen kann,
den Trost, zu sehen, daß die öfTentlichkeit damit
nicht unzufrieden war.
Alle, die mich genau kennen, sind imstande,
die Reinheit meiner Absichten bei der Veröfl*ent-
lichung der verschiedenen Werke zu bezeugen.
Und ich kann mit einem Eide versidiern, d
niemals etwas anderes im Auge hatte, nl
dem ölTentlidien Wohl zu nützen, so weit i. i
zu imstande war, und daß ich für meine Ar ,
nie und nimmer irgendeinen zeitlichen Vori
wartete oder zog. Ich muß hinzufügen, d;
mit Gottes Hilfe bei der Ausarbeitung n
Werke immer weit entfernt war von jc(l( ,
fühl des Hasses, der Leidensdiaft und der II i
keit, und daß ich mir nicht allein Mühe i,';i
den Fragen der Lehre oder des Rechtes, d
zu behandeln verpflichtet war, jede Veili
der rechten Grenzen zu vermeiden, sondcn
mich noch bemühte, in meiner Ausdruck
eine solche Mäßigung und einfache Unbct
heit zu bewahren, daß mich niemand je
konnte, ich hätte mit Schärfe geschrieben ti
ehrenrührige, feindselige Ausdrücke verwai
Diese Zurückhaltung und diese Mäßit;ni
trotzdem nicht verhindert, daß die Schrill
denen ich mich begnügte, einfach und Kl
Wahrheiten darzulegen, die mich Gott li;ii
kennen lassen, bei einigen Geistern antjc
haben, die geneigt sind, über alles sich zu ■
sten, was ihren Interessen und dem Wun^
herrschen, den sie haben, einigermaßen h( in
entgegenwirken kann.
Da ich mich in einer Umgebung von Per* »r
solchen Charakters befinde, so ist es keim
erstaunlich, daß meine Werke Widerspnu
fahren haben und daß sie mir häufige Ai
düngen zuzogen."
Ein Abschiedswort van Espens als Schli
Als van Espen das Opfer seiner Haltung g(
den war, als er sich schließlich für die Fludi
seiner Heimat hatte entscheiden müssen, da
es seine Nichte wohlmeinend für angebradii
ihn einzuwirken, er solle doch nachgeben un
durch sein Los erleichtern. Das Zwieges]
zwisdien Onkel und Nichte ist — vor alle
der Antwort des unumstimmbar seiner Glau
pflicht getreuen greisen Gelehrten — so di
teristisch, daß es das Bild von van Espen ei
fend abrundet und darum zum Schluß hier sl
mag. In der Antwort des Onkels an seine N
bietet es ja geradezu ein Absdiiedswort.
„Mein lieber Onkel", so versuchte die N
ihrem alten, ehrwürdigen Onkel zu helfen,
wissen, daß ich weit davon entfernt bin, Sie
zu bewegen, etwas gegen Ihr Gewissen zu
Sehen Sie doch gleichwohl, ob Sie nicht ohii'
einträchtigung der Wahrheit eine Erkläruni
zugeben vermöchten, die Ihre Richter befrie«
und Sie von den Bedrückungen befreien kö
die in Ihrem Alter über Ihre Kraft gehen."
r alte, verfemte Mann besann sich einen
1 nblick und gab dann in seiner abgeklärten
I «ur Antwort:
lören Sie, liebe Nichte. Es ist schon lange her,
1 ich mit allem Ernst den Fall der Utrechter
» tlidikeit prüfe, um dessentwillen ich leide.
( idem icli innigst den Heiligen Geist um seine
: iichtung angerufen, nachdem ich peinlich ge-
} mit den Einwänden der Gegner mich ausein-
I rgesetzt hatte, hat sich in mir mehr und
1 r meine ursprüngliche Überzeugung befestigt.
k er bin ich dermaßen von der Gerechtigkeit
i Tragweite jener Sache überzeugt, daß ich,
f e ich Bedenken, hier mein Zeugnis abzulegen,
I 1 Grund hätte zur Befürchtung, es würde
I 1 auch unser Herr Jesus Christus sich beden-
i mich vor dem höchsten Richterstuhl als
länger anzuerkennen."
Benützte Literatur:
c ichriften des im Lebensbild Dargestellten selbst konnten
• odi flüchtig eingesehen werden „Z. Bemardi Van-Espen,
1 utriusque Doctoris, scripta omnia", tomus l, Lovanii (Lö-
( 1753 (hauptsächlich die Vorrede!). Desgl. „Zegeri Bernardi
8 Ispen presbyteri, J.U.D., SS. canonum in academia Lo-
a :isi professoris jus ecclesiasticum Universum . . .". tomus
, loniae Agrippinae (Köln) (Wilhelm Metternich) 1777.
Pac de Bellegarde), Vie de M. van Espen, Louvain (Li-
■-^sodies) 1767.
Dazu:
1. Abriß der Kirchengeschichte. Zum Gebrauch für den alt-
katholischen Religionsunterricht an höheren Lehranstalten.
4. Auü. Freiburg i. Br. (Willibrord-Buchh.) 1927.
2. Altkatholisches Jahrbuch 1957, Bonn (Verlag des Bistums),
bes. S. 7511. (Pfister, Justinus Febronius).
3. von Baader, Franz von. Sämtliche Werke, herggb. v. Franz
Hofmann, Leipzig (Bethmann) 1851 ff., Bd. 15: Franz von
Baaders Biographie und Briefwechsel, herggb. v. Franz
Hofmann, Leipzig (Bethmann) 1857.
4. The Catholic Enciclopedia, Freiburg (Herder).
5. Ekklesia. Eine Sammlung von Selbstdarstellungen der christ-
lichen Kirchen. Bd. HL Die mitteleuropäischen Länder.
Die Alt-katholische Kirche. Gotha (Klotz) 1935.
6. Enciclopedia Cattolica.
7. Heiler, Friedrich, Altkirchliche Autonomie und päpstliclier
Zentralismus. München (Reinhardt) 1941.
8. Huemer, Josef, Pfarrer in Würzburg, eine handschrifHiclie
Arbeit über van Espen. Von ihm erhielt der Verfasser auch
wertvolle Exzerpte aus den ihm nicht zugänglichen Nacli-
schlagewerken, die unter 4. und 6. aufgeführt sind.
9. Laurent, F., Van Espen. Bruxelles (Lacroix, van Meenen
et Cie), Bruxelles et Leipzig (Schne6), Paris (Bohn6) 1860.
10. Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Aull., Frei"burg
(Herder).
11. Nippold, Fr., Die altkatholische Kirche des Erzbistums Ut-
recht, Heidelberg (Bassermann) 1872.
12. Pastor, Geschichte der Päpste, Bd. 15, 1—7. All., Freiburg
(Herder).
13. Realencyklopedie für protestantische Theologie und Kirche,
Leipzig (Hinrich).
14. Religion in Geschichte und Gegenwart, 2, Aufl., Tübingen
(Mohr).
15. von Schulte, Joh. Friedrich, Die Geschichte der Quellen
und Literatur des Canonischen Rechtes. HL 1. Stuttgart
(Enke) 1880.
16. Supplement zu dem Baselischen allgemeinen Historischen
Lexikon, Basel (Brandmüller Erben) 1742.
17. von Weiß, Joh. Bapt., Weltgeschichte, Bd. 13, 3. Aufl.,
Graz und Leipzig (Styria) 1894.
^otbilUithe Weröung {üf dt-katholisdies Schaffen!
M
Das Pressewerk unseres Bistums
Vorbemerkung
Die Kirche Jesu Christi hat eine universale Aufgabe,
Sie erfüllt sie in Fortführung des prophetischen,
hohepriesterlichen und königlichen Amtes Christi
1. durch Verkündigung des lauteren Wortes Gottes
(Lehramt), 2. durch die Verherrlichung Gottes in
ihren Gottesdiensten, vornehmlich in der Eucha-
ristiefeier (Priesteramt) und endlich durch die rechte
Leitung der Gläubigen (Hirtenamt).
Dient diese ihre Tätigkeit unmittelbar zunächst
ihren eigenen Gläubigen, so wirkt sie doch bereits
auch durch diese ihre Lebensäußerungen auch auf
ihre Umwelt, und zwar um so stärker, je weiter ihr
Einflußbereich ist und je kräftiger das Leben in ihr
selbst pulst. Darüberhinaus aber verlangt der Mis-
sionsbefehl Christi wie die Dankbarkeit für die
empfangene Berufung zum Glauben bewußte Mis-
sion. Eine Kirche, die darauf verzichtete, die selbst-
genügsam nur an sich dächte, ermangelte nicht nur
formal der Katholizität, sie würde dem Auftrag
Christi untreu, sie vergäße eine der Kirche wesens-
gemäße Aufgabe.
Die von der Geschichte uns auferlegte Mission ist
zunächst das Zeugnis von der Rückkehr zum alten
katholischen Glauben der einigen Kirdie des ersten
Jahrtausends. Das haben wir sowohl der römisch-
katholischen Kirche wie den Reformationskirchen
zu bezeugen. Soweit uns Kraft und Menschen ge-
sdienkt werden, haben wir auch die Pflicht, den
Neuheiden in unserm Vaterland und den Heiden,
die noch außer dem Lichtkreis Jesu stehen, die Bot-
schaft von der wahren katholischen Kirche — etwa
im Verein mit den andern katholischen Kirchen des
Ostens und den Anglikanern zuzutragen. Obwohl
unser Glaube von vielen Millionen Menschen geteilt
wird und obwohl das ganze erste Jahrtausend diesen
unseren Glauben einmütig bezeugt, stehen uns zur
Erfüllung des durchaus bejahten Sendungsauftrages
derzeitig nur sehr eng begrenzte Möglichkeiten ofl'en.
Existentiell sind wir als kleine Minderheit nur an
wenigen Orten befähigt, ein vollgültiges Zeugnis im
Sinn der drei Ämter Jesu abzulegen. Die Massen-
bildungsmittel des Rundfunks, Fernsehens stehen
uns nur im Verhältnis unserer Gesamtzahl zur Ver-
fügung. Wie die Dinge liegen, fehlen uns derzeit
auch fähige, gottbegnadete Redner für öfl"entliche
Vorträge, die einst in größerer Zahl uns zur Ver-
fügung standen.
In dieser Lage, das müssen wir ganz nüchtern er-
kennen, steht uns praktisch nur ein Mittel noch zur
allgemeinen Verfügung, wenngleich auch dessen
Möglichkeilen nicht überschätzt werden dürfen. Es
ist die Presse, soweit wir sie uns selbst schaffen.
Die Presse kann und darf das gesprochene Wort
nie ersetzen wollen. „Der Glaube kommt vom Hö-
ren". Dennoch eignet der Presse in ihren vielfälti-
gen Sparten als Buch, Zeilschrift, Broschüre, Flug-
blatt, Rundschreiben, Plakat wenigstens grundsätz-
lidi eine Art Allgegenwart. Das gedruckte Wort kann
weitergereicht, versandt, als Flugschrift in
kästen und Briefen eingelegt, an öfTenllicIun l;
theken aufgelegt, in ferne Länder versandt \\.
Bücher sind Gedankenübermitller. Oft halu i
dier, ja alte Folianten plötzliche Wirkungen li.
gebracht, die vorher gar nicht übersehen \\
konnten. Zehren wir nicht heute noch von \n
entdecktem Geistesgut längst vergangener Ki
und Nationen? Welche gewaltige Wirkuni^
in der ganzen Welt das Buch der Bücher, di.
hervor, die ihrerseits wieder ganze BibliolluK.
Hilfsbüchern und Kommentaren erzeugt hat. 1
fixieren die Gedanken, oft reifes Gedankens
bilden sozusagen das Gedächtnis der Welt. In
kommt das Sprechen gleichsam zum Stehen
Studium ist ohne Bücher nur schwer vorslelll
würde ein grundsätzlicher Verächter des gedi
Wortes, das natürlich oft genug durch Schnn
Schmutzwerke mißbraucht wird (wie alles. \\
kennen), seiner selbst spotten, denn jeder m i
Büchern sein eigenes Wissen in irgendeiner \
Unsere Bewegung hat besonders in den 80 i
bedeutende, freilich auch weniger wertvolle I
und Broschüren hervorgebracht. Sie füllen
Regale. Auch heute muß unsere Kirche die !
fördern. Oft genug ist sie das einzige Tor zni
aber auch das einzige Verbindungsmittel /;
zahlreichen Diasporanen und auch zu den d
gültigen, die unsere Predigt, unser Wort nii
reicht. Mancher fand den Weg zu uns nur dm
gedruckte Wort, das manchmal ganz zufälii
irgendwie zu Gesicht kam. Wir alle haben
eine Not empfunden, als uns plötzlich in den I
Kriegsjahren die Herausgabe jeglicher Druckr
nisse unmöglich gemacht war. Fühlten wir un
wie abgeschnitten und vereinsamt!
Die Presse ist nicht sich Selbstzweck, sit' i
ein Mittel der Verkündigung und des geistij,'« i
tauschs. Das warnt uns vor Überschätzung. 1 i
sere Verhältnisse ist sie freilich, wie wir sali'
besonders nötiges Mittel. Das läßt uns holVi
dem Pressewerk die Aufmerksamkeit gev>
wird, die ihm der Natur der Sache nach znk
Da mir seit je die Pressearbeit am Iler/i .
und ich auch das Pressereferat 6 Jahre iim
möchte ich jetzt für eine interessierte öfl'enlli
und für die Nachwelt meine persönliche Scli!
serer Aufgaben und Sdiwierigkeiten sowie an
das, was ich an Vorschlägen und Anregung'
oder vertrat, hier niederlegen, zu Nutzen (i( i.
meine Arbeit einmal fortsetzen.
I. ORGANISATION
Der amtierende Bischof ist für alles, was im B
geschieht, verantwortlich. Er ist auch der Let
antwortliche für unser gesamtes Pressewes«
weit es amtlichen (Charakter trägt. In seinem Ai
und im Einvernehmen mit ihm obliegt die \
führung über alle einschlägigen Fragen dem
Referenten für das Pressewesen,
II. UNSER VERLAGSWESEN
it nicht für Sonderaiifgaben bestimmte Persön-
eiten beauftragt werden. Der Referent für das
sewesen leitet den Presseausschuß, der aus den
iftleitern der periodisch erscheinenden Presse
rbuch, Kirchenzeitung), sowie vom Referenten
ziehenden weiteren Persönlichkeiten besteht,
r die einzelnen Landeskirchen oder für größere
•nale Gebiete sind mit gleichsinnigen Aufgaben,
iie dem Referenten für das Bistum gestellt sind,
jnlichkeiten beauftragt worden, die ihrerseits
weitere Mitarbeiter für ihr Gebiet bestellen
n.
e Organisation bis in jede Gemeinde hinein
die Voraussetzung einer spürbaren Wirkung.
1 habe dem Pressereferat und Ausschuß und da-
allen regionalen Pressebeauftragten vornehm-
/wei Hauptaufgaben gestellt:
obac'htung und Information der gesamten deut-
it'n Presse, einschließlich der Zeitschriften;
iregungen und Ratschläge für die geistige Linie,
s innere Gesicht der Presse sowie für ihre Ko-
Jinierung, Ausgestaltung und Zielstrebigkeit.
e eigentlich ausführende und verwaltende Tä-
( it dagegen obliegt der Geschäftsstelle, die an
r für sich einen buchhändlerisch und verlegerisch
9 ebildeten, initiativen hauptamtlichen
Verlagsleiter
E besoldete Hilfskräfte dann benötigte, wenn wir
b größere verlegerische Tätigkeit ins Auge fassen
I vor allem den Zugang zu den Sortimenten und
iten Öffentlichkeit gewinnen wollen.
.1 Nveitgeschaute Verlagsarbeit mit einem Ver-
i!| »rogramm laßt sich freilich nur durchführen,
It 1 1. eine getrennte Kassenführung jeden Gewinn
p Pressewerk selbst zufließen läßt, wenn 2. alle
e -chsprachigen Bistümer, möglichst mit Unter-
ti ung anglikanischer Kreise, sich entschlössen,
ii I Zentralverlag zu gründen und in planmäßiger
II mmenarbeit ihre geistige wie materielle Kraft
f Absatzmöglichkeiten koordinierten.
Schau der Organisation, an sich durchaus nicht uto-
nt der Wirklichkeit naturgemäß voraus. Die Gründe
liegen teils in unseren weithin kümmerlichen Verhält-
cils auch in mangelndem Verständnis begründet. Eine
■ inung kann gar nicht von Kräften, die selbst mit
fangreichen Pfarrdienst und anderen Aufgaben mehr
lastet sind, nebenamtlich durchgeführt werden, vor
lang nicht eine gut funktionierende Geschäftsstelle
lieh ebenso tatkräftige Mitarbeiter in den einzelnen
len zur Seite stehen. Die Nachkriegszeit hat auch
I nde Aufgaben wie Sammlung der Gemeinden, Auf-
der Kirchen, Schaffung der Existenzgrundlagen der
n in den Vordergrund gerückt. Devisen, Zoll und
(hwierigkeilen lassen eine großzügige Kooperation
'lern Gründen vorerst nicht zu. Die Mittel stehen
Verfügung, ebensowenig jene Kräfte, die die besten
<T früheren Jahrzehnte, die Lehrbücher usw. neu-
n oder neue Werke schreiben können, ganz abgesehen
noch fehlenden Absatzmarkt.
it ist für die großzügige Durchführung solcher Pläne,
'■n gleichgroßen kirchliclien Gemeinschaften gelungen
iiiclit reif.
'<• gute Schritte sind indes doch gemacht worden.
'T und Zeilschriften werden unter der Geistlichkeit
Maischen Bistümer ausgetauscht. Die getrennte Kassen-
'ler einzelnen Verlagssparten unter sich und von der
'sse ist gebilligt und wird hoffentlich bleibend durch-
Die Gemeinden gewöhnen sich wieder an punktuelle
"g, so daß ein kleines Kapital für Planungen be-
I
gliedert sich derzeit in folgende Verlage:
l.In den Bistums-Verlag:
Ihm obliegt die Herausgabe
a) der kultischen Bücher (Altar- und Gesangbuch, Rituale,
Vesperale, Lektionar, Pontifikale usw.)
b) der vorgeschriebenen Lehrbücher (kleine und große Bi-
bel, Katechismus, Kirchengeschichte, Lehrbuch für höhe-
re Schulen, Lehrbuch für die Hand der Eltern usw.)
c) Amtlicher Seelsorgshilfen, Formblätter, Vordruclce, An-
dachtsbildchen*), Auskunftsblätter usw.
d) der periodischen Bistumsorgane: Amtsblatt, Jahrbuch,
Kirchenzeitung.
2. In die Verlagsbuchhandlung der Willibrordbuch-
handlung für
eigene Werke über Geschichte, Aufgabe, Wesen unserer
Kirche in darstellender und missionarisdier Abzweclcung.
Sie ist zugleich Komniissionsbuchhandlung für die Erschei-
nungen des Bistumsverlags wie auch Versandbuchhandlung
für jedes Buch und jede Zeitsdirift eines anderen Verlags.
Um die ebenfalls bistuniseigene Willibrordbuchhandlung in
ihrer Leistungsfähigkeit zu aktivieren, hat Abr. Müller den
Anfang einer Buchgeineinschaft durch einen „Bücherring"
gemacht. Dieser gewährt den Beziehern, die sich nicht nur
auf Geistliche beschränken sollen, erhebliche Vergünstigun-
gen.O
A. Was geschah im Zeitraum von 1948 an bis jetzt
Wenig im Hinblick auf die Größe der Aufgaben, so-
viel, als es den Beteiligten in Ansehen der gewalti-
gen inneren und äußeren Schwierigkeiten möglich
war. Ich darf bitten, den ersten zusammenfassenden
Bericht, den ich auf der 39. Synode in Karlsruhe 1956
erstattet habe, im Alt-kath. Volksblatt 1956 S. 81
nachlesen zu wollen.
Seit Kriegsende bzw. 1948 wurden herausgebradit:
I. Durch den Bistumsverlag
1. Das Amtsblatt, das nur eine ganz kurze Unterbrechung im
Krieg und in der Nachkriegszeit erfuhr.
2. In Ablösung der 1946 entstandenen beiden Gemeindeblätter
(Alt-Kath. Gemeindeblatt von Pfr. Dietz und Willibrordbote
von Pfr. Pfister) die je eine Auflage von 2500 bis 3500 hatten,
das Alt-Katholische Volksblatt, seit 1957 Alt-Katholische
Kirchenzeitung benannt.
Es trägt seit 1. 1. 1957 das Impressum: Organ des katholi-
schen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland. — Gegr.
1870 als Deutscher Merkur — Alt-katholisches Volksblalt.
Die Ak. Kirclaenzeitung erscheint in Großformat jährlich in
12 Nummern. Sie bringt außerdem eine viermal im Jahr
beigefügte Jugendbeilage. Vornehmlich in den letzten Jahren
hatte unser Bislumsblatt ein sehr hochstehendes Niveau und
ein wahrhaft katholisclies Gepräge im Sinn meines Haupt-
beitrags in diesem Jahrbuch (Seite 17). Leider war es wirt-
schaftlich noch nicht möglich, zur 14tägigen Erscheinungs-
weise überzugehen. Sehr dringlich empfinden wir eine Kin-
der-, Frauen- und Literaturbeilage. Außerordentlich bedaure
ich das fast nidit mehr verantwortbare Fehlen des Inhalts-
verzeichnisses, das die frühereu Jahrgänge so benutzungs-
fähig machte. Bei Verdoppelung der Auflage wäre es mög-
lich, alle Wünsche, die man billigerweise an die Kirchen-
zeitung stellen kann, zu erfüllen. Obwohl der Jahresbezug
mit Zustellgebühr nur 6.60 DM kostet, beziehen manche Ge-
meinden weniger als lO'/o ihrer Seelenzahl!
Das religiöse Bild hat eine große pädagogische Bedeutung
für die Kinderseele. Die Will.-Buchhandlung würde sich
ein Verdienst erwerben, würde sie um eine gute Auslese
des Besten besorgt sein. — Für Firmandenken empfehlen
sich ebenso wie für die Erstkommunion religiöse Bilder,
seien es Bucheinlagen oder einzurahmende Bilder, wenn
man nicht die Überreicliung des Gesangbuchs oder des NT
vorzieht.
*) Die Will.-Buchhandlung sollte auch in der Advents- und
Osterzeit Prospekte eigenen Schrifttums wie guter Literatur
in Gemeindekreise versenden. Das würde vielleicht ihren
Umsatz steigern, es wäre auch ein Seelsorgsdienst.
A.q
3. Das alt-kath. Jahrbuch bzw. Kalender, unter Schriflleilung
^ von Pfr. Pfisler seit dem Wiedererscheinen 1953. Die Auf-
lage beträgt z. Z. 5000, der Preis 2,— DM.
Das Jahrbudi bringt an feststehenden Teilen das Kalenda-
rium als liturgischen Jahresweiser, das Behordenverzeichnis,
das immer mehr auch die mit uns in Sakramentengemein-
schaft stehenden und befreundeten Kirchen anführt, die
Chronik der Bistümer der Utrechter Union und ein Bildwerk
von dokumentarischer Bedeutung.
Bisher behandelte jeder Jahrgang ein Ilauptthema, das
durcli Gedidite, Erzählungen, Sentenzen usw. weilergeführt
wurde. Die Themen der Jahrbücher lauteten:
1953 Die Aufgaben der Laien in der Kirche
1954 Gesangbuch und Liturgie
1955 Die uns befreundeten Kirchen
1956 Unsere Jugendarbeit
1957 Unser Dienst im Raum des Gotteshauses und der Ge-
meinde
• 1958 Erneuerung und Wiedergeburt der Kirche und un-
sere Presseaufgaben.
Die Buchecke brachte ausführliche Besprechungen wichtiger
Erscheinungen aus dem Gebiet der Theologie, Erbauungs-
literatur, schöngeistigem Schrifttum, Kunst, Jugendbuch, der
Welt des Wissens.
Bei der Gestaltung des Jahrbuchs stellte ich mir folgende
Ziele: 1. Das Jahrbuch soll möglichst von Alt-Katholiken
selbst gestaltet werden, evtl. auch durch Mithilfe von Alt-
Katholiken anderer Bistümer; 2. es soll jedem etwas bieten
und möglichst gemeinverständlich sein, ohne jedoch den Le-
sern jede geistige Mitarbeit zu ersparen; 3. es soll ein kirch-
lich-religiöses Jahrbuch sein, in dem eine offene Sprache,
aber ohne Bitterkeit und polemische Absicht gesprochen
wird; 4. das Jahrbuch soll durch und durch aufbauenden,
u. U. aufrüttelnden Charakter tragen; 5. nach Möglichkeit
soll jeder Jahrgang aus einem Guß sein. Diese Leitziele be-
dürfen hin und wieder einer Unterbrechung und Dynamik,
genau wie alles Leben wohl Ziele hat, aber Umwege, Auf-
brüche und Wagnisse keinem gelebten Leben erspart bleiben.
Ein Ziel des Pressereferates war, alle Gemeinden zu über-
zeugen, daß das Jahrbuch, ebenso die Kirchenzeitung, in die
Hand jedes Alt-Katholiken gehöre, wofür verschiedene Wege
vorgcsclilagen wurden und auch gangbar sind. Das Jahrbuch
im besonderen eignet sich als Geschenk, es behält für Seel-
sorger, Gemeinde und den Einzelnen seinen Wert auf Jahr-
zehnte und wird in der jetzigen Gestalt eine Fundgrube für
jedermann sein.
4. Das neue Gebet- und Gesangbuch, zur Ablösung des ver-
griffenen Steinwachs'schen Gesangbuchs und des Notgesang-
budis (ohne Noten).
Herausgegeben in 10 000 Stück 1952. Preis einf. geb. 5,50 DM,
in Saffianleder 10,— DM.
Seine äußere Erscheinung ist handlich, Druck und Notensatz
gut lesbar und gefällig. Pfr. Hinz war an der Gestaltung
wesentlich beteiligt. Das Gesangbuch darf als Fortschritt ge-
wertet werden, wenn auch sehr viele Wünsche im einzelnen
für eine Neuauflage bleiben.
Widitigste Vorschläge hierfür: Vermehrung des Gebetsteils
und der Lieder (bes. Kommunionslieder), kurze Einführung
in die Liturgie (s. Schott), Festtafel des Kirchenjahres,
knappe Darlegung des kath. Glaubens (s. C. Prayerbooc) u.
der Sakramente, Berücksiditigung der bis dahin zu erarbei-
tenden liturg. neuen Formulare.
Ein Liedanhang von wenigstens 12 Liedern wurde vom Re-
ferenten beantragt, um das Gesangbuch jetzt schon zu er-
gänzen.
5. J. Jos. Demmel, Was ist alt-katholisch. 2. Aufl. 1950; 3. Aufl.
19.^)7. vermehrt und verbessert 40 S. 0,75 DM. Je 5000.
6. J. Jos. Demmel, Hirtenbrief Ober das Bußsakranient, 20 Pfg.
7. Paul F. Pfister, Kennst du die alt-kath. Kirche. Flugschrift
0.15 DM. Gesamtauflage 15 000.
II. Durch den Willibrordverlag:
1. PHsler, P. Die Alt-KatholUche Kirche. 0,75 (Vergriffen, siehe
Quellverlag, „Ein Leib — Viele Glieder").
2. Des Hl. Apostels Paulus Botschaft an die Chii-
stenheit heute, 0..30 DM, Kleinformat.
3. .. Wir Alt-Katholiken und das Hl. Jahr, 0,20 DM,
Kleinformat.
4. Dr. O. Steinwachs, Leilladen für den Erstkommunion-Unter-
richt, 0,25 DM.
5. und 6. Febronius und Diakon und Priester, siehe Seite 65.
HI. Durch die Gemeinde Frankfurt bzw. Privat:
1. Pfister, Ist die leibliche Himmelfahrt Mariae ein kath.
Dogma; zuerst in der IKZ erschienen, Sic war
eine der ersten Schriften, die das Thenia wissen-
schaftlich behandelten. In Sonderdruck oiirdi I'fr.
Pfisler zu beziehen (2,— DM).
2. Pfister, Flugsdiriftenreihe: Im Ringen der Zeit
a) Ist das neue Mariendogma katholisdr
b) Wie lebe ich mit meiner Kirche
c) Katholisch ja — Römisch?
d) Zurück zur alten katholischen Wahrii
Die Flugschriften sind in Aufl. von 2-^
schienen.
Preis 5—10 Pfg. je Stück. Massenbezu.
billiger. Wird fortgesetzt.
3. Bader, B. Auferstehung, Katholisches Kirdienblat;
Alt-Katholiken der DDR. 1955—57, 12 N
jährlich. Kleinformat und Kleindruck. ^
tung seit April 1957 Pfr. Fasser, Leipzig
4. Pfister, Aufbau des hl. Amtes, Seelsorgshilfe für
terricht.
5. Pfister, 10 Fragen, 10 Antworten, 0,10 DM, Flu
6. Pfister, SO Jahre Vatikanisches Konzil, 0,10 DM. 1
7. Faltblatt: Die Alt-Kath. Kirche, herausgegeben \
Pfarrgemeinde Frankfurt/M., 0,15 DM.
B. Aufgaben und Pläne
Als nächste Aufgabe zeichnen sich die Herai ib
oder Neuauflage des Altarbuches und der ii
sten Lehr-Bücher ab. Da das Alftirbud
vergriffen ist, will man die Neuausgabe be>
gen. Doch fragt es sidi, ob gerade hierbei iii.
mit Weile zu verbinden sei. Da es noch '
bücher aus dem Jahr 1909 gibt, die die 1'
enthalten, kann man sidi damit noch etli»
gut behelfen, wie das der Verfasser in FiliaL
den ebenfalls tut.
Die durch die Schweiz beschaffte Bibel u
Katechismus haben ebenfalls der ärgsten ^
steuert. Die für die ersten beiden Schuljan
unentbehrliche Kinderbibel wird Pfr. B. Sein
eine Neuauflage neubearbeiten.
Unser Kirdiengescbiditsbudi enthält in 1
Formung alle wesentlichen Daten. Doch \m
einer Ergänzung, die leicht durch Einl;i
zwei bis drei Kapiteln zu beschaffen wärt
es fragt sich, ob die Kirchengeschichte als 1 >
nicht doch wärmer, lebendiger, flüssiger. 1
zu gestalten, d. h. ganz neu zu schaffen wäi
ches gilt für ein Handbudi für die Glauben m
Sittenlebre mit Anhang für Einführung in < I
turgie.
Für die Hand unserer Eltern in der 1 '
wollte man ursprünglich — schon 1947 1
sen — Fernunterrichtsbriefe herausbringen
wäre ein Budi, das manches aus dem neu«
chismus der römisch-katholischen Kirche nu i
zu lernen hätte.
Vorschläge dieser Art hat der Referent b« i
macht — allein, wo sind die Männer un«l
die dazu Zeit, Befähigung und Willen liii
wird auf Anhieb nicht so leicht gelingen -
diegene, jeder Kritik standhaltende Werke 1
langer Arbeit. Gute Arbeit wird aber nie ^"
lasteten Geisllidien in zerfetzten Zeitfcihli
bracht werden können. Der neue römiscJi :^
lediismus hat länger als ein Jahrzehnt vi.
gionspädagogen bescliäftigt, bis er die heutig«
matische, d. h. verkündigende Form hatte.
Ähnliclies gilt auch von der vorgeschlagene ^
gäbe eines für anspruclisvolle Kreise zu sc) "^
den Buches über die Katholische Kirche der ^^
) icn, als Ersatz des vergriffenen Buches aus der
ilung Ekklesia von Dr. S. Schnitze.
e weitere wichtige Aufgabe ist die Schaffung von gedie-
r Kleinschriftenreihen. Ich hatte gehofft, durch Benut-
von Stehsatz aus den Jahrbüchern billigst em Klem-
I tum scliaffen zu können. So liegen aus dem Jahrbuch
; ler in sehr geringer Auflage — zwei Kleinschriften vor,
i g in der Form, die das Angebot der Bücherstände ver-
i n sollten, aber auch für bestimmte Kreise im Brief ver-
1 ir, eine Mission erfüllen könnten; beide waren als An-
] e 'einer Schriftenreihe geplant:
i: Gestalten der (alten) Kath. Kirche Nr. 1
Justinus Febronius: Leben und Werk des Trierer
Weihbischof Joh. Nikolaus v. Hontheim
u-on Paul F. Pflster), 40 S.; 60Pfg., ab 10 Stck. 55Pfg.
II: Im Dienste der Kirche Nr. 1
Diakon und Priester im Dienste der Kirche
von F. Kräling und B. Schöke), 24 S., 25 Pfg.,
;(i St. 20 Pfg.
i Unsicherheit der Absatzmöglichkeit ließ die Auflage sehr
I izen. Obwohl auf Honorar verzichtet wurde, wurde der
1 lungspreis so hoch, daß die Fortsetzung dieser Reihen
b :efährdet wird, falls nicht durch Vermehrung der Bü-
i Otter und der Vortragstätigkeit (mit Verkauf) eine we-
he Absatzsteigerung erhofft werden darf.
? derzeitige Lage wird neuen Planungen-^) nicht
I [ig sein, obwohl es höchste Zeit wäre, eine ganz
) iv aufbauende Literatur^) zu schaffen, an denen
1 e Kirche seit 1870 so arm ist, während das
1 Jahrtausend doch eine imponierende Frucht-
l .^it aufweist.
ihrscheinlich werden aus wirtschaftliclien und
1 ron Rücksichten die Verfasser größerer Werke
hen, andere Verlage^) für ihre Publikatio-
I liier Denkschrift habe ich schon vor 6 Jahren ein „Ver-
H ogramm'' gefordert (mit gut gegliedertem Verlagspro-
ic Gegenüber der buchtechnisch, typographisch und in-
angenügenden Gelegenheitsproduktion der Gründer-
1 sehte ich schon äußerlich einheitlich gestaltete Reihen
;:shilfen, 2. ökumenische Gestalten, 3. Kleinschriften-
Üienst der Kirche, 4. Kleinbuchreihen wissenschaft-
t rter Bücher für das gebildete Publikum, 5. Buch-
i-ologisch-akademischer Lehrbücher und Werke,
■ischriftenreihe habe ich selbst begonnen, desgleidien
f Flugschriften: „Im Ringen der Zeit." — Ohne
s- und Aufklärungsschriften auszuschließen, sollte
s .\ufbauende in den Vordergrund gestellt werden.
chtigste wäre Gründung eines eigenständigen Ver-
.iiibll. (Katholon-Verlag z. B.), der als Zentralverlag
ümer kommissarisch tätig sein könnte, um eine
Grundlage zu haben, der aber sonst freischaffend
Itesten Traditionen des Verlagswesens anpassend,
• Welt als sein Feld ansehen sollte und schon
1 Schaffen mit jener Vorstellung gründlich aufräumte,
wir erst von 1870 oder 1700, statt die katholische
:ie Augustinus, Cyprian, vorher schon Paulus und
1 ihren Säulen und alle umfassend Christus zu ihrem
hätte. Nikolaus von Cusanus, Vinzenz von Lerin,
[5ossuet sollte die Weltöffentlichkeit ebenso interes-
ic einen Peyrefitte oder Wittig. Ein mutiger Anfang
'ichter und Denker kämen allmählich schon auf diesen
I. der alle wahrhaft katholischen Kräfte der Ortho-
I positiven Anglikaner, Alt-Katholiken und Luthe-
!>rechen sollte und könnte und der in dieser Form
t existiert.
-t-n wäre für die Hand des Redners, Geistlichen usw.
inen Vorschlag: „Das wachsende Buch" zu erinnern
Will.-Bote 1949 S. 19). Es sollte ein Vademecum sein,
man sclinell Auskunft, Belege, Zitate, Begründungen,
'•, Literaturangaben bezgl. aller Kontroversfragen fxn-
iinte. Ein solches handliches Buch ersetzte Stöße von
li ritten.
< rdenken es ihnen nicht. Publizität und Honorar kön-
izeit unsere jetzigen Verlage leider nicht gewähr-
C. Beobachtung und Information der Presse
Solange nicht die wichtigsten Zeitschriften plan-
mäßig unter der Geistlichkeit zur Beobachtung auf-
geteilt werden, die ihre Ergebnisse an eine zen-
trale Stelle zu berichten hätten, werden wir über
eine gelegentliche Beobachtung kaum hinaus kom-
men. — Wichtiger dürfte die Bedienung der Zeit-
schriften und Tagespresse mit geeigneten Beiträgen
sein. Persönliche Verbindung zu den Schriftleitun-
gen erreicht manches.^) Eine regelmäßige Informa-
tion sah der gute Vorschlag von Pfr. Lic. Gauthier
in der Schweiz vor. Er dachte an einen Pressedienst
mit zwei Ausgaben, Ausgabe A für die eigene Presse,
Ausgabe B für die öffentliche Presse. Wir unterbrei-
teten diesen Vorschlag erneut der Bischofskonferenz
mit der Bitte, sie möge in jedem Bistum zwei weni-
ger beschäftigte Herren bestellen, die als regelmä-
ßige Mitarbeiter zeichnen und einen Herrn in der
Schweiz oder Holland beauftragen, diese Presse-
dienste herauszubringen, falls die Bischöfe diese
Informationsdienste nicht selbst in die Hand neh-
men wollen (was ich für das Beste hielte).')
Verlagstätigkeit und Pressearbeit können sich
nicht im luftleeren Raum abspielen. Sie bedürfen
nicht nur federgewandter Journalisten, ernsthafter
Arbeit verantwortungsbewußter Theologen und Seel-
sorger, sondern auch eines tragenden Unterbaues,
absatzfördernder Einrichtungen und eines inneren
Mitgehens und Verständnisses des „Kirchenvolkes",
vor allem der Gemeindeleitungen und Pfarrer.
Zunächst muß der Wille zur Förderung geweckt
werden. Dem sollte der
Presse- bzw. jetzt lieber Missionssonnlag
genannte Sonntag im Oktober dienen. Obwohl der
Synodalrat zustimmte, wurde er nur an wenigen
Orten wirklich durchgeführt. Das ist bedauerlich.
Alle „Kirchen" ringsum kennen ihn, führen sogar
Pressewochen, Buchausstellungen, Dichter- und
Leseabende, große Werbeaktionen durch. Seit Jahr-
zehnten wirken große Verbände, Buchgemeinschaf-
ten in der römisch-katholischen wie in evangelischen
Kirchen. Sie haben es verstanden, Pfarr- bzw. Ge-
meindebüchereien einzurichten und den Dichtern
und Schriftstellern aus ihren Reihen einen Namen
zu verschaffen. Es ist mir unerfindlich, was man ge-
gen einen solchen Missionssonntag, der natürlich
auch ein so wichtiges missionarisdies Mittel wie
die Presse mitbehandeln sollte, haben kann. Er will
weder die Liturgie des Sonntags verdrängen noch
die Initiative der Geistlichkeit einschränken. In ei-
nem Rundbrief waren Anregungen für die Ausge-
staltung gegeben, die sich ganz den örtlichen Ver-
hältnissen anpassen kann (Buch-, Schriften-, Bild-
ausstellungen,^) Einführungsvorträge in unsere Li-
*) Lokale Ereignisse werden stets von der Ortspresse gebracht,
manchmal auch geschickt aufgemachte kleine Artikel. — Man
vergesse auch nicht die Adreßbücher und Verkehrsbücher
usw. zu bedienen.
Die H. H. Bischöfe haben 1. Bücher und alle Hilfsmittel,
2. die beste tlbersicht, 3. geht keine Zeit verloren, 4. sind
die Nachrichten authentisdi.
*) Verfasser hat als junger Vikar in Weinheim a. d. Bergstr.
schon eine Woche des Buches mit Buchausstellung und Dich-
terabend (Knies) organisiert.
65
teratur usw.). Auch eine Predigtskizze wurde ver-
sandt. Abr. Sdiöke hat 1955 ebenfalls den Gedanken
im Ak. V. unterstützt. Das Kirchenopfer kann für
örtliche Bedürfnisse (Finanzierung der Schenkungen
an öffentliche Büchereien, Werbung, Bücherbrett,
Aushangkasten, Pfarrbücherei usw.) verwandt wer-
den.
Amtlich vorgeschrieben wurde, daß alle seit 1948
erscheinenden alt-kath. Zeitschriften und Schriften
einschl. Jahrbuch und Amtsblatt in die
GemeindebUdierei oder in das Pfarrarchiv
einzustellen sind.
Interessierte Kreise können auf uns aufmerksam
werden, wenn unsere Gemeinden, Frauenvereine
oder Mäzene die Internat. Kirchl. Zeitschrift,') Jahr-
bücher und Kirchenzeitung in
öffentlichen Bibliotheken
auflegen. Unerläßlich für jede Gemeinde mit eige-
nem Gottes- oder Pfarrhaus ist das
Bücher- oder Sdiriftenbrett (Stand).
Einige Gemeinden berichten von großen Erfolgen.
Mannheim konnte Hunderte von Sdiriften absetzen.
Die neuen Kirchen werden uns hoffentlich eine
reidihaltigere Versorgung mit guten Schriften ab-
verlangen.
Sehr wirksam ergänzt werden die Schriftenstände
durch die
Anschlagtafeln.
In geschickter Aufmachung*«) und allmonatlichem
Wechsel bringen sie nicht nur Gottesdienstordnun-
gen, kirdiliche Nachrichten, Ausschnitte aus Kir-
chenzeitung und Jahrbuch. Sie wedien audi das In-
teresse der Passanten durch den „Kulturspiegel",
durch religiöse Kunstbilder. Mancher wurde erst-
mals durch eine Anschlagtafel auf unsere Kirche
aufmerksam.
Auf die Möglichkeit, bei Vorträgen, Gemeindever-
sammlungen usw. eigene
Yerkaufstisdie
aufzustellen, braucht man nicht mehr hinzuweisen,
seit mein Vorschlag, auch bei Synoden und Tagun-
gen Ausstellungen zu veranstalten, besonders durch
Abr. Sdiöke vorbildlich durchgeführt wurde.
Vor dem Weltkrieg gab es, wenn auch in oft küm-
merlicher Existenzform, in vielen Gemeinden noch
den
Preß- und Sdiriftenverein.
Seine Art hat sich wohl überlebt. Wir brauchen le-
bendige Gruppen oder Kreise, die beherzt und ar-
beitsteilig alle religiös-missionarischen Arbeitsge-
biete in der Gemeinde übernehmen, vornehmlich die
Bedienung des Bücherbretts, der Anschlagtafeln, die
Pressearbeit in der eignen Gemeinde wie die infor-
mative Bedienung der Ortspresse, Plakatierung,
Rundfunkarbeiten usw.
•) Gerade die IKZ bedarf einer weiteren Verbreitung. Jede
Gemeinde in einer Universitätsstadt sollte sie dem Lesesaal
der Universität zur Verfügung stellen. So kommt sie in die
Hand der Studenten.
") Die Bedienung erfordert einige Mühe. Wer in einer Mappe
Karten, Bilder, Ausschnitte sammelt, wird immer Gediege-
nes bieten.
Solche Arbeitsgruppen sollten es sidi zur Ai ^i
madien, auch alle Vorbereitungsarbeiten fii q
tragsabende, Einzelaktionen, Werbung dem 1 ri
vollständig abzunehmen. Unsere Pfarrer 1 t
das Mehrfache an geistiger Arbeit leisten, w
nicht ihre eigenen Propagandachefs sein i.
Diese technisch-vorbereitende Arbeit belavi
Geistlichen oft bis zur letzten Minute auf KO
Inhalts seiner Darbietungen, die mehr Vor)
gen verlangen, als mait gemeinhin anniim
wirklich mehr als ein Wald-, Feld- und \Vi(
trag geboten werden.
Ich komme nach reiflicher Überlegung imm- -f
der auf meinen Vorschlag der Kreise zun
nach einem bedeutenden Mann (oder Frau
Geisteshaltung benannt, zugleich unsere geisti
wurzelung in der Gesamtkirche der offen U
näher bringen. Zu einem Dachverband späf( i
mengefaßt, könnten sie alle Aufgaben, die in
Kirchen die verschiedenartigsten Missions- u
turbünde durchführen, übernehmen. Drei. I
ben, zwölf Leute**), mit einem brennenden !
mit Fähigkeiten, Unternehmungslust, autr
eingespielt, mit verteilten Rollen arbeiten«!
der Kern solcher Kreise sein, um die sich dnn oi
derer mit Jahresbeiträgen und ein Freundesk
solche, die stets eingeladen sein möchten —- !
schließen. Ohne Satzungen und wendig niii'
ser Kreis immer das aufgreifen, was der Au_
verlangt. Der Pfarrer sollte die Seele des
bleiben, aber die andern sollten die technis(
beiten tun (hier käme es nicht in erster I i
auf den Rat und Beschlüsse an, sondern d
bestimmte Aufgaben übernimmt und zu\
durchführt). Ich darf auf meine Vorschläge ii
buch 1956 S. 63 und im Ak. V. 1956, S. 82, s,.
Willibrordboten 1948, S. 19, erinnern.
D. Indirekte Hilfsmittel
Sie treten weniger nach außen in Erscheinui
nen sich aber als überaus nützlich erweis( i
sie richtig organisiert und verwaltet wer<i.
hingebungsvolle stille Arbeit wird nötig sein
schaffen und in Ordnung zu halten. Hier i
Feld für Ruheständler, Ferienarbeit für Sl;
(gegen Vergütung durch das Bistum) oder i
zialisten und Alt-Katholiken vor, die für ihn
gern etwas tun möchten, aber lieber in <i<
wirken. All das, was hier zu erwähnen ist u
geschlagen wurde (bis ins Detail), trägt erst
lieh seine Früchte.
Soldie ungesehenen Arbeiten gibt es schon
Gemeinden. Sie bleiben darum meist unget.n
gehört zunächst die Führung einer
Gemeinde-Chronik*')
oder wenigstens eines
Merkbudies,
") Immer sind es die drei, fünf, sieben, hödistens rw< •
ner, die Geschichte gemacht haben, die die Seele ei ^
wegung sind bzw, waren. ä
") Siehe meine Ausführungen Ober Pfarrchronik uni
debüdierei in Ak. Volksblatt 1934, S. 249.
ßß
i em in übersichtlicher Weise alle für die Ge-
. hte der Gemeinde und für die rasche Orientie-
l des Pfarrers wichtigen Daten, Begebnisse, Per-
1 a, Hinweise auf Aktenstücke festgehalten wer-
e während wichtige Akten sorgfältig der Registra-
I ind
dem Pfarrarchiv
ii lordnen sind.
^ as diese Einrichtungen für die Gemeinde bedeu-
r Jas wären für das Bistum das Bild- und Druck-
ii archiv, das Archiv für Diapositive und Bild-
g er (Schmalfilme), die Zentralbücherei und das
i imsmuseum. Hierzu nur einige Hinweise.
I. Das Druckstockarchiv
) " die kostbaren Druckstöcke^^) zweckmäßig und
l sichtlich geordnet aufbewahren, in einem Ka-
I ; ausweisen und denen bereitstellen, die sie zu
^ ideinem Zweck benötigen. (Der Katalog sollte
I ti ein Verzeichnis aller in den Pfarrarchiven
ij nden Druckstöcke ergänzt werden.*^) Nur des-
a weil auch jetzt schon häufig vorhandene
>) kstöcke entliehen werden konnten, war mir die
5 le Bebilderung der Jahrbücher ohne größere
i vn möglich. ^^) Wie froh werden wir sein, wenn
in einigen Jahren daran denken müssen, ein
r CS Werk anläßlich des hundertjährigen Beste-
« unseres Bistums, reich bebildert, herauszu-
r :?en, wenn uns reichlich brauchbare Druckstöcke
u Verfügung stehen.
II. Das Bildarchiv
2 den Umfang greifbarer Bilddokumente da-
h erweitern, daß die Gemeinden — und das Bis-
— wichtige bildmäßig und technisch gelungene
OS sorgfältig aufbewahren (in Mappen nach
a ijebieten gruppiert), damit jederzeit nötig wer-
B e Druckstöcke darnach angefertigt werden kön-
Mz- B. auch von verstorbenen Geistlichen).*^)
n weiterer Vorschlag ging dahin, sofort von
« n guten neuen Druckstock 25 oder 50 Abzüge
w Kunstdruckpapier machen zu lassen, um etwa
r oder viermal im Jahr die Gemeinden mit je
• T 10 guten Bildern für die Aushangkästen, bzw.
'r In zu bedienen (gegen Erstattung der Ge-
-skosten).
1 Das Archiv für Diapositive und Schmalfilme
* itverständlich kann unser Bistum nicht mit den
^i Serien des Caritasverbandes oder privater Ver-
ei »rganisationen wetteifern. Daran war nie ge-
la t. Wohl aber könnten Gemeindeveranstaltungen
I rden am besten von der Druckerei nach Benutzung
lu-ni schützenden Überzug versehen, sachgemäß ver-
Bild oJ)enauf, nach Sachgebieten (Personen, Gebäude
geordnet aufbewahrt.
ideren Bistümer haben m. W. ebenfalls solche Archive.
!■ 30 — 40 Bildern in den Jahrbüchern mußten nur je
neu angefertigt werden.
\alendermann war an den wenig guten Bildern im
ich 1955, S. 14, unschuldig. Es waren keine besseren
zu bekommen.
belebt werden, wenn wir ein- oder zweimal jährlich
mit Lichtbildern aufwarten könnten, die uns nahe-
liegende Gegenstände durch Lidhtbilder oder Steh-
filme illustrieren. Niemand wird diese Arbeit uns
abnehmen. Unser H. H. Bischof und Weihbischof
haben bereits von Evanston und der Bisdiofsweihe
in Essen solche Diapositive hergestellt und mit Er-
folg gezeigt. Vielleicht fände sich in jeder Landes-
kirche ein Amateur oder Berufsphotograph, der an
die Durchführung folgender Reihen ginge:
1. Bilder aus Geschichte und Gegenwart der Landeskirchen
Baden, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schlesien,
Sudetenland.
2. Bischofsweihe und Bischöfe des deutschen Bistums.
3. Die Christkatholische Kirche der Schweiz, die alt-kath.
Kirche Hollands, Österreichs, die nationalpolnische Kirche
in USA und Polen.
4. Weltweite Beziehungen der AKK.
5. Das Frauenwerk, das Jugendwerk unserer Kirdie (Zeltlager,
Weißer Stein).
6. Gestalten der AKK (Bischöfe, Gelehrte, Denkmäler, Gräber).
7. Unser Schrifttum in Vergangenheit und Gegenwart.
Aus diesen sieben Gruppen könnten mehr als 18 Serien zusam-
mengestellt werden. Ihre Durchführung verlangt einfallsreiche
Gestalter und eingehende Beschäftigung mit den Themen. Be-
gleittexte sollten gegen kleine Vergütung und Erstattung der
Auslagen mitgeliefert werden.
IV. Die Zentralbücherei
Mein diesbezüglicher Antrag wurde bereits auf der
Synode in Frankfurt 1938, der letzten vor dem
IL Weltkrieg, genehmigt. Der Synodalrat hat ihn
neuerdings gutgeheißen. Es fehlen aber offenbar
die Kräfte zur Verwirklichung. Bescheidene Anfänge
sind da. Es handelt sich darum, daß nach der Ver-
nichtung wertvoller Landesbibliotheken (Karlsruhe)
an der Zentrale unseres Bistums eine vollständige
Bücherei mit allen Alt-Katholika und verwandten
Schriften für Studien- und Forschungszwecke zur
Verfügung steht und diese Publikationen nach den
allgemeinen Regeln der öffentlichen Staatsbibliothe-
ken ausgeliehen werden.
V. Das Bischöfliche Museum
Dieser Vorschlag bedeutet nicht, daß wir uns als eine
museale, petrefakte Größe betrachten. Diesen Dienst
wollen wir der römisch-katholischen Kirche nicht
tun. Im Gegenteil, wir wollen einer Zukunft die Er-
innerung an die Vorarbeit für eine durch unser Ver-
harren im alten Glauben ermöglichte Wiederver-
einigung späteren Geschlechtern lebendig erhalten.
Welche Bedeutung ein solches Museum haben
kann, für das in wenigen Jahren genügend Räume
in Bonn bereitstehen werden, das beweisen zwei ver-
gleichbare Einrichtungen: 1. das Utrechter Museum
(s. S. 69) und 2. das evang. Pfarrhausarchiv, das
Pastor Angermann mit Bienenfleiß geschaffen hat
und das ein Ehrenmal für das evangelische Pfarr-
haus darstellt.
Solange noch Männer leben, die die erste Genera-
tion kannten, wäre es an der Zeit, Büsten, Bilder,
Bücher, Gemälde, persönliche Erinnerungsstücke,
Urkunden, Artikel, Briefe zu sammeln, zu ordnen,
damit sie später in Glasvitrinen usw. allgemein zu-
67
gänglich gemacht werden könnten. Es fehlt der
Mann, der dies beginnt. Freilich, ein solches Werk
braucht Jahre.
So manche Geistliche, die keine Pfarrei mehr ver-
sehen können, wären vielleicht froh, wenn sie in
ihren alten Tagen sich noch in irgendeiner Weise für
das Bistum nützlich machen könnten.*') Zu solchen
Arbeiten redinen auch historische Forschungen, zu
denen man Muße braucht. Gerade wir haben hier
noch ein weites Feld zu bestellen. Sollte es nicht ge-
lingen, schon deshalb eine Möglichkeit zu schaffen,
daß deutsche alt-katholische Theologen akadcmi-
sdie Grade erwerben könnten, ohne ein Jahr in
Bern weilen zu müssen? Vielleicht wäre das ein
Anreiz, daß unsere jüngeren Geistlichen sich mit
den Fragen kirchengesdiichtlicher und theologischer
Art befassen, die uns naheliegen und die nach wis-
senschaftlicher Darstellung schreien. Auch das ge-
") Audi Laien können hier manches tun. Übrigens, welcher
Jurist stellt einmal das für uns geltende Staatskirchenrecht
zusammen? Welcher Alt- oder Neuphilologe oder Historiker
würde Stoffe behandeln wie das Konstanzer Konzil, Gerson,
Bossuet, Wessenberg usw. Welcher Geistliche die Bedeutung
eines Reusdi, Schulte usw. abhandeln?
hört im weitesten Sinn zu den Vorarbeiten un ^
Förderung unseres Pressewerkes, das gar nidi ,
fassend genug geschaut werden kann.*^)
Alle unsere Pressearbeit gründet im ,,Budi »^
Bücher«, der Bibel, der Hl. Schrift, ja im ( .,
Logos. Was tun wir für die Verbreitung best, i
beiausgaben in unsern Familien? Welche sollt j;
überhaupt empfehlen? Darüber sollten sachkii j,
Amtsbrüder nachdenken und Handreichungt i „
Anregungen bieten.
Eine große Gefahr liegt in einem Referat. E
ruhigt viele zu wissen, da ist jemand, der dafii
ständig ist. Damit wäre der Sinn des Referat
sein Gegenteil verkehrt. Es kann nur anregen,
gaben aufzeigen und unruhig machen — dami
lieh, von den Gemeinden und ihren Hirten das ;
wird, was wir überhaupt tun können. Auch
Pressearbeit will nur ein Weg zu dem sein, dei
sich sprechen durfte: „Ich bin der Weg, die V
heit, das Leben." Paul F. P
**) Siehe zu diesem Aufsatz auch den Beitrag des Verf;
„Hat die AKK. eine Missionsaufgabe". Willibrordbott
S. 39.
Die Bibel ist treu überliefert
Noch ist die Wissenschaft mit der Auswertung der
geradezu sensationellen Funde am Toten Meer vor
zehn Jahren befaßt, da erreicht uns die Nachricht
von einer neuen Entdeckung einer überaus wertvol-
len Papyrushandsdirift. Als Papyrus Bodmer H,
bzw. Papyrus 66 wird sie einen wichtigen Platz
unter den Bibelhandschriftfunden einnehmen. Denn
einmal stellt sie die drittälteste bisher bekannt-
gewordene Handschrift überhaupt dar; sodann be-
stätigt sie aufs neue, wie wahrheitsgetreu die bib-
lischen Texte durch die Jahrhunderte weitergegeben
worden sind.
Die älteste Handschrift des Neuen Testamentes
ist um das Jahr 125 geschrieben. Sie behandelt aber
nur ein Bruchstück aus dem 18. Kapitel des Johan-
nesevangeliums. Aus dem EnHe des 2. Jahrhunderts
besitzen wir FragiÄente eines Blattes, das Verse aus
dem 16. Kapitel des Matthäusevangeliums enthält.
In beiden Fällen hand^elt es sich nur um winzige
Teile. Der neue Fund dagegen enthält nicht weniger
als die ersten 14 Kapitel des Johannesevangeliums.
Er stellt also die älteste größere Handschrift dar,
die wir kennen. Der Hallenser Theologe Prof. D.
Aland schreibt hierzu dem evangelischen Presse-
dienst:
„Bis auf zwei fehlende Blätter im 6. Kapitel ist
der Text vollständig erhalten. Was uns dies l)edeu-
tet, wird klar, wenn wir bedenken, daß für gewöhn-
lich die im Lauf der Zeit brüchig gewordenen Papy-
rusblätter arg beschädigt sind, während hier ledig-
lidi ab und zu am Rande ein Buchstabe, ganz selten
jedocH eine Silbe fehlt ...Wenn das Evangelium aber —
dessen Heimat wahrscheinlich Kleinasien oder Sy-
rien sein dürfte — um das Jahr 125 bereits in
Ägypten verbreitet war, wie das zuerst gefun
Bruchstück zeigt, so ist anzunehmen, daß di(
Schrift bereits um das Jahr 90 entstanden is
mindestens 30 Jahre für die Verbreitung des T
bis nach Ägypten anzunehmen sind."
Die Frage drängt sich nun auf: Sind die alt'
vollständigen Handschriften des N. T. aus dem
ten Jahrhundert durch den neuen Fund zu bc
tigen? Müssen wir die uns geläufigen Texte gr
legend ändern? Prof. Aland erklärt: „Davon
keine Rede sein. Wie schon die Funde aus dem
ten Jahrhundert und die wenigen Rruchstücki
dem 2. Jahrhundert, so unterstreicht noch eii
und zwar endgültig, unser neuer Papyrus, dai
Überlieferung wahrheitsgetreu war ... In ke
Fall ergibt sich die Notwendigkeit zu Änderui
die irgendwie für die Auslegung ins Gewicht fal
Die handschriftliche Überlieferung des Ncuei
stamentes ging also trotz der Vielzahl ihrer Sl
außerordentlich gewissenhaft vor sich. Alle ami
Schriften aus Dichtung oder Wissenschaft .
frühen Zeit sind uns nicht nur viel spärlicher,
dern auch viel schlechter und ungenauer überli»
Wenn wir bedenken, daß die Handschriften
Neuen Testamentes in der ersten Zeit ausschlie
für den kirchlichen Gebrauch bestininil waren
nur so lange benutzt wurden, bis sie, unhrauc
geworden, durch neue Abschriften ersetzt wo
mußten, ist es uns beinahe ein Wunder, da
frühe Handsdiriften überhaupt erhalten sind. V
wir weiter bedenken, daß die ersten Christen, ^
sie neutestamentliche Texte schrieben oder bei
ten, ja nicht an uns Nachfahren, sondern nur ai
eigene Gegenwart dachten, müssen wir der gni<i
Fügung noch dankbarer sein, die uns jene
len alten Zeugnisse erhielt.
68
Das alt^katholisdie Museum zu lltredit
Innenansicht des alt-katholischen Museums in Utrecht
-;egen die Jahrhundertwende (1894) hat je-
1 der „Oudkatholiek" den Wunsch geäußert:
Ute in irgendeinem Pfarrhause ein Gemach
iien und dort gegen mäßige Zugangspreise
(währende Ausstellung einrichten, wo man
l!)arkeiten und Seltenheiten unserer Kirche
-;en könnte.
I Jemand wußte also, daß die alte katholi-
Kirche in Holland Schätze besaß, welche sehens-
ig waren. Und er konnte solches wissen, weil
'Ac\[ zu Zeit die Inhaber oder Verwalter des
liehen Besitzes mit den besten Dingen an ört-
) Ausstellungen teilnahmen.
>hl war damals weder die Liebe zu, noch die
Inis von den Kunstwerken allgemein. Erst der
"'1,'ründete Pfarrer-Verein Cor Unum et Anima
II Herz und eine Seele) hat angefangen, alte
"ru, Manuskripte und Kuriositäten zu sam-
ohne diese Sachen wissenschaftlich zu ordnen
sie auszustellen. Wie es aber meistens geht, so
iclv auch darm und hier die Sache zugetragen:
id verkaufte um wenig Geld ein kostbares Re-
lium, welches der Staat teuer zurückgekauft
- war der Anfang der Besinnung und der bes-
' rsorgung der kirchlichen Kostbarkeiten. —
dem Wunsch zur Verwirklichung war eine
M recke, und von dem Wunsche, für ein gerin-
Iritlsgeld eine fortwährende Ausstellung zu
imen, ist nichts Wirklichkeit geworden.
Als 1926 der damalige Pfarrer der St.-Gertrud-
Kirche einer Versammlung der Geistlichen die Frage
vorlegte, ob man ein Museum, untergebracht in der
alten, verlassenen Versteckkirche als lebensmöglich
erachtete, fand er allgemeinen Beifall, Dasselbe war
der Fall bei der Verwirklichung der Sache: von der
Landesregierung, von den kirchlichen Behörden, aus
den Kreisen der Kunsthistoriker, von allen Seiten
empfing er Hilfe, guten Rat und Mitwirkung. Die
Arbeit aber war schwer und kostete Zeit. - — Endlich
im Juli 1926 war es möglich, das Museum für kirch-
liche Kunst und Geschichte zu öffnen. Die Eröffnung
geschah durch den Bürgermeister der Stadt: Dr. Ju-
ris J. Fockema Andreae.
Die ehemalige Sankt Gertrud-Kirche war aber leer
und hatte die kirchlichen Möbel verloren. Inzwischen
kam die Amersforter Parochie in den Besitz einer
neuen Kirche, und das Museum erbte den großen
Altar. Der Pfarrer-Verein Cor Unum gab leihweise
seine Gravuren-Sanimlung (16. — 18. Jahrhundert),
die kirchlichen Gemeinden von Utrecht und Rotter-
dam (Paradies) gaben zeitlos schöne Silbersachen
(17. — 18. J.) und was inzwischen der Verein (des
a. k. Museum) selbst erworben hatte, machte mit
dem überreichen Besitze des Utrechter Domkapitels
das neue Museum zu einer Sehenswürdigkeit ersten
Ranges in Utrecht. '
Daß das Museum allgemein geschätzt wurde, geht
hervor aus zwei Beschlüssen des örtlichen Gemeinde-
69
rates, wovon der erste eine Subvention von 1000
Gulden jährlich und der zweite die Ernennung eines
Aufsehers, gemeinsam mit dem Städtischen Zentra-
len Museum zum Inhalt hatte.
Aus Beiträgen der Kirchenmitglieder und Ein-
trittsgeldern werden kaum die Reinigung und die
laufenden Ausgaben bezahlt werden können. So
bleibt das jetzt 30 Jahre alte Museum unser Sorgen-
kind.
Weil die alte Kirche, das Mobiliar, die Schaukästen
auch die Arbeit des Aufbewahrens, Beschreibens,
Katalogisierens usw. laufend Ausgaben erforderten,
ist das Fortbestehen des Museums eine Frage an
sich, wobei sich dann noch die ernstere anfügt: wo-
her man sich einen tüchtigen Direktor holen soll,
wenn der heutige Konservator die Arbeit bald nicht
mehr leisten kann.
Fast möchte ich jetzt den Wegweiser durch das
Museum übersetzen, damit der Leser weiß, welche
Schätze das Museum besitzt. Dann würde er zugleidi
verstehen, daß und warum die Bezeichnung „Ge-
schichtlidie und Kirchliche Kunst" gewählt worden
ist.
Das Tuch, womit die Hl. Kunera gewürgt ist
(4. Jh.), bringt uns mit der vorchristlichen Zeit und
mit S. Willibrord in Berührung, die feine AIIk
St. Bernulf mit dem 11. Jahrhundert, der Zt
Wiederaufbaues der Stadt, die Gewänder des i
von Burgund mit der prachtliebenden Zeit d.
Jahrhunderts.
Die reichen Sammlungen des Pfarrverein-
Unum machen es uns möglich, die Geschieh i
katholischen Kirche in den Niederlanden zu V(
gen von 1560 ab bis heute (1400 Gravuren und
ferstiche), die Gegenstände und Abbildungen
Port-Royal machen uns vertraut mit dem Strei
die Wahrheit und die Freiheit der katholischen
che. — Eine weltberühmte Spitzensammlung bc
uns über die Liebe eines früheren Geschlecht
seine verfolgte Kirche. Und nicht nur, daß
Sachen uns belehren. Der Form und dem V^
nach sind sie entzückend und vermehren u
ästhetischen Genüsse. — Fügen wir hierzu die
len Heiligenbildchen und „Gebetszettelchen"
vielen Kuriositäten, dann wird der Leser wohl
stehen, daß es für eine historische Kirche ein«
Sache zum bescheidenen Stolze sein darf, da
ein Museum besitzt, dessen Name durch die
geht, von Utrecht bis Japan, Süd-Afrika, Mexi(
in aller Herren Länder.
Bischof Engelbertus Lage
1. Wach auf, wach auf, du deutsches Land, du
hast genug geschlafen! Bedenk, was Gott an dich
gewandt, wozu er dich erschaffen! Bedenk, was
Gott dir hat gesandt und dir vertraut sein höch-
stes Pfand; drum magst du wohl aufwachen!
2. Du solltest bringen gute Frucht, so du recht
gläubig wärest, in Lieb und Treu, in Ehr und
Zucht, wie du solchs selbst begehrest, in Gottes
Furcht dich halten fein und suchen Gottes Ehr
allein, daß du niemand beschwerest.
3. Wach auf, Deutschland, ist hohe Zeit, du
wirst sonst übereilet, die Straf dir auf dem Halse
leit, ob sich's gleich jetzt verweilet! Fürwahr die
Axt ist angesetzt und auch zum Hieb sehr scharf
gewetzt. Was gilts, ob sie dein fehlet^
4. Gott warnet täglich für und für, das zeugen
seine Zeichen; denn Gottes Straf ist vor der Tür,
Deutschland, laß dich erweiclien, tu rechte Buße
in der Zeit, weil Gott dir noch sein Gnad anbeut
und tut sein Hand dir reichen.
5. Das helfe Gott uns allen gleich, daß wir von
Sünden lassen, und führe uns zu seinem Reich,
daß wir das Unrecht hassen. Herr Jesu Christc
hilf uns nu und gib uns deinen Geist darzu, daß
wir dein Warnung fassen.
Für den Zeitgenossen
Die Affen sollen dumm sein?
Der Erdsatellit
ikunft hat schon begonnen", könnte man den-
iin man von ernsthaften Versuchen hört, einen
>affen zu schaffen. „Der Gorilla ist in Statur
iistitution der richtige Arbeitsaffe, aber er ist
lim. Der Schimpanse bringt die Intelligenz
gewünschten Arbeitsaffen mit. Da sich aber
1 nügend kräftige Affentypen zur Kreuzung
lassen, ist die Züchtung eines Riesenschim-
fast unmöglich. Die Veredlung seiner geistigen
iz würde mehr als ein halbes Jahrhundert
' Sätze aus dem Bericht eines amerikanischen
ors in Los Angeles. Welche Aussichten, so
t die Bad. Zeitung dazu, eröffnen sich im
r der Vollbeschäftigung. Arbeitsaffen, das
le Lösung. In Gedanken lesen wir schon die
cn künftiger Jahre: Der Deutsche Gewerk-
und erhebt entschiedenen Protest gegen die
1 ht, zur Behebung des Kräftemangels Arbeits-
B zu vermitteln. Die Bundesanstalt für Arbeits-
e ittlung erklärt, von einem Druck der Löhne
ö e gar keine Rede sein, da den anerkannt lei-
U ^sfähigen Arbeitsaffen die gleichen sozialen Be-
il mgen zuerkannt sind wie den bisher beschäf-
ig 1 Arbeitern . . .
merhin, die Anfangserfolge, von denen Prof.
a aly erzählte, sind vielversprechend. Zwei gut
n ierte Gorillas konnten mit Axt und Säge durch-
a achmännisch einen Baum fällen. Nur — als der
Ift .1 stürzte, liefen die Affen davon und sind bis
«1 ; verschollen. Und da behauptet der Professor,
i< lorillas seien dumm? Weil sie davon liefen, als
ie lerkten, daß sie mit der ihnen vom Menschen
u tragenen Verrichtung den Baum absägten, auf
ei sie so gerne sitzen? Wohl dem, der, wenn er
R: echtzeitig erkennt, noch in den Urwald fliehen
Lebensfragen der Zukunft
Wenn dieses Jahrbudi erscheint, umkreist mög-
licherweise schon ein neuer Himmelskörper unsere
alte Erde. Ein neues Kapitel der Weltraumforschung
wird damit aufgeschlagen. Denn dieser Satellit ist
künstlich von Menschenhand geschaffen. Er wird
ein Vorläufer eines Weltraumschiffes sein, das viel-
leicht einmal Wirklichkeit wird. Uralte Träume der
Menschheit gehen jedenfalls ihrer Erfüllung ent-
gegen. Der künstliche Erdsatellit, nur dem sichtbar,
der seinen Standort genau kennt, wird nur ein Ge-
wicht von 10 kg und einen Durchmesser von 50 cm
haben. Mit Hilfe einer 22 m langen Dreistufen-
Rakete wird er so in die obere Atmosphäre ge-
schleudert, daß er, von der Anziehungskraft der Erde
und Sonne bestimmt, die Erde mit einer Geschwin-
digkeit von 28 000 Stundenkilometern in ellipsen-
förmiger Bahn in Abständen von 320 bis 2240 km
von der Erde umkreisen wird. Seine Kon-
struktion muß widerstandsfähig genug sein, um die
Reibungswärme wie die Beschießung durch Meteor-
staub auszuhalten.
Man erhofft durch die Erdsatelliten wertvollste
Aufschlüsse über die Form und das Aussehen der
Erdkugel, über die Dichte der äußeren Atmosphäre,
über Temperaturen, Druck- und Strahlungsverhält-
nisse und meteorische Einwirkungen. Die Erd-
satelliten — es sind zunächst von den U.S.A. zehn
solcher Erdtrabanten geplant — werden durch Mi-
niatur-Radiosender fortlaufende Signale an hodi-
empfmdliche Empfangsstationen senden, die um die
ganze Welt errichtet werden.
Der Bau von Erdtrabanten wurde erst ermöglicht
durch die Entwicklung der Rakete, kleinster In-
strumente (elektronische Geräte wie Miniaturmikro-
phone und -funkgeräte, Sonnenenergie-Batterien,
Transitoren usw.) sowie der sogenannten Elektro-
nengehirne zur Auswertung der vom Erdsatelliten
gesendeten Messungen. r.
' n rechnet R. Schairer die Frage der Ausbil-
iner genügenden Zahl von Ingenieuren. In
u and läuft z. Zt. eine riesige „Produktions-
cl cht". Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl
il t Rußland viermal so viel Ingenieure aus als
^inn der Bundesrepublik, nämlich 670000 gegen
u ,1 000.
1 Itusminister Arno Hennig (Hessen) knüpft an
i« bedenkliche Tatsache die Forderung, alle Be-
er n zu erschließen. „Die Aufgabe verlange nicht
« Fleiß und Hellhörigkeit für die Erfordernisse
e lahres 2000, sie stelle uns auch vor die Not-
n iigkeit, unser ganzes Schulwesen von der Land-
d e bis zur Hochschule neu zu durchdenken mit
ei Ziele, unser geistiges Vermögen lebendig zu
«> en und in die Waagschale unseres Schicksals
u erfen."
„Ach, lieber Herr Pfarrer, ich bin ja ganz enttäuscht,
nur 25 Leute hab ich im Gottesdienst gezählt. Ich
hatte gerade eine alt-katholische Nichte zu Besuch
und wollte sie zu unserem Gemeindegottesdienst füh-
ren. Wir haben doch — wieviel schrieben Sie — an
AOO Mitglieder hier'?" — „Gnädige Frau, darf ich eine
neugierige Frage stellen? Wann waren Sie zum letz-
tenmal im alt-katholischen Gottesdienst?'^ — „Sie
sind ja wirklich naseweis, Herr Pfarrer. Nun, es kann
schon drei Jahre her sein.'' — „Ja, sehen Sie, die
andern Alt-Katholiken haben eben weithin Ihr Ver-
halten zum eignen Vorbild genommen und gedacht,
wenn Frau Y wegbleiben kann, warum sollten wir
es nicht auch können. Das Ergebnis haben Sie nun er-
lebt." — (wahrheitsgetreu berichtet)
71
Arbeit in der Natur heilt
vor allem jene, die sich irgendwelchen Süchten er-
gaben. Das weiß die Trinkerheilstätte Burg-
wald im Odenwaldzu nutzen. Hinter Eber-
stadt liegt friedlich-sorglos dieses Heim, das 36 Män-
nern die Möglichkeit eines neuen freiwilligen Be-
ginnens geben will. Weder Medikamente noch Sprit-
zen werden in Burgwald verabreicht, es kennt auch
keine Riegel und Gitter. Die Insassen sollen in sechs-
monatlichem Aufenthalt unter Leitung eines Haus-
vaters durch vernünftige Arbeitstherapie zwischen
Stall, Hühnern und Feld zur Einsicht gelangen und
die Kraft wieder gewinnen, ganz dem Rauschgift zu
entsagen. Nur völlige Abstinenz, die nach-
her audi die Familie dem „Geretteten" zulieb frei-
willig auf sich nehmen sollte, wenn Dauererfolg
erhofft werden will, kann dem Trinker helfen. Die
ersten 6 Wochen gibt es natürlich keinen Ausgang.
Medizinische Aufklärung und Vorträge, Ausspra-
chen, Andaditen, Lichtbildervorträge und Filme sor-
gen neben einer Bibliothek für Anregung und gei-
stige Erfrischung. Eine Landwirtschaft von 25 Mor-
gen gibt jedem Gelegenheit zur körperlichen Arbeit,
die ihn gesundet und in natürlicher Umgebung auch
heilt. Alle Berufe sind vertreten auf dieser fried-
lichen Insel. Viel Not wird in Burgwald, aber auch
in all den anderen Trinkerheilanstalten überwun-
den, wenn guter Wille beim Patienten und seiner
späteren Umgebung vorhanden ist. Jedes Glas, zu
dem wir einen ehemals trinksüchtigen auffordern
oder einladen, kann der Anfang zum Rückfall wer-
den. Wer möchte sich dessen schuldig machen?
Plakataktion
Evangelische und katholische Männerwerke haben
bisher auf 2500 Bahnhöfen des Bundesgebietes sechs
verschiedene Plakate ausgehängt. „Du darfst mich
nicht teilen" mahnt an das notvolle Schicksal der Kin-
der bei Ehescheidung. „Gott läßt sich nicht in die
Karten schauen" richtet sich gegen abergläu-
bische Schicksalsdeutung. „Du sollst nicht töten" an
die Pflicht der Verkehrsdisziplin. Reklamefirmen
haben sich zur kostenlosen Anbringung an 30000
Litfaßsäulen bereit erklärt.
Laienbesudic
Laien von 60 Gemeinden haben in Oslo und Sta-
vanger in Norwegen 50000 Familien in einer Woche
besucht. Sie luden, meist herzlich empfangen, zu
abendlichen Vorträgen und Aussprachen in der Ge-
meindekirche ein. Die Beteiligung übertraf alle Er-
wartungen. Viele Laien, die sich für die Besuche
zur Verfügung gestellt, waren darüber selbst so be-
glückt, daß sie sich wieder dazu bereitfinden.
Der Lärm
hat sich als Arbeitshindernis ersten Ranges erwie-
sen (was der Kalendermann aus eigener Erfahrung
bestätigen kann). Neun Prozent höhere Gesamt-
leistungen, 29«/o weniger Tippfehler, 37»/o weniger
Ausfall an Arbeitsstunden durch Krankheit,
weniger Personalwechsel, 52«/o weniger Tippf(
bei den Bedienern der Rechenmaschinen — da
das Ergebnis einer Vergleichsuntersuchung, die
Versidierung kürzlich in zwei Büroräumen di
geführt hat. Die Bedingungen waren in beiden
men die gleichen. Der siegreiche Raum war je r
mit schallschluckenden Verkleidungen in Dt ,
und Wänden ausgestattet.
Aber hält der Mensch die Stille aus? Menv
die in eine geräuschlose Zelle eingeschlossen
den, fingen bald an zu singen oder zu sprt
Nach wenigen Stunden drehten sich ihre Gedn
im Kreise und steigerten sich zu wilden Phant;
Von ähnlichen Erfahrungen berichtet eine W
im Schwarzwald, die ein „Mekka der Ruhe
gerichtet und großen Zulauf hat. Aber späte?
nach drei Tagen fährt jeder, der einen Wagen
in die benachbarte Kurstadt und wer keinen
fährt aus der Haut. Die Gäste werden nervös
unzufrieden.
Warum erträgt der Mensch nicht mehr die St
Offenbar, weil er nicht mehr, wie der Mönch es
die Begegnung mit Gott sucht. Alle großen W
nahmen ihren Anfang im stillen Kämmerlein,
tragen wir also deshalb nicht mehr die Stille,
wir zu einem Dialog mit Gott nicht mehr fähig s
^Zehn Gebote" und das moderne Leben
Sie bedürfen einer neuen Vertiefung. Das Verkt
Problem, die moderne Wirtschaft, die erhöhte
antwortung der christlichen Kirchen füreinai
die Zerrissenheit der Familie, die Massenuntei
lungsmittel sollten die Predigen und Katedi
veranlassen, ebenso auch die Ethiker und M«
theologen, die Akzente zu verlagern, die neuen :
lichkeiten der Sünde in Begehen oder Unter
sen aufzuzeigen, das öffentliche Gewissen zu si
fen. Kaum ein Autofahrer — so bezeugen Be
Väter — klage sich an, das Leben anderer d
rücksichtsloses Fahren gefährdet zu haben. Wer
det sich vor seinem Gewissen noch als Wuch
wenn er ein Kleid zum Einkaufspreis von 85
für 170 DM verkauft? Welcher Kinobesitzer m
sich ein Gewissen daraus, in der Vorschau be
gendfreien Filmen die aufreizendsten Szenen
jugendverbotenen Filmen zu zeigen. Und Wahr
ebenso zarte Aufrichtigkeit scheinen dem Ge
oder Andersgläubigen gegenüber oft kaum zu gc
Der Kirchenvater Augustinus versprach einst ei
Mönch ein Pferd, wenn es ihm gelänge, nur füi
Dauer eines Vaterunsers einmal alle AblenkU'
von außen und alle Stimmen von innen zum Seh
gen zu bringen. Freudig ging der Mönch darauf
Sclion nach ein paar Bitten merkte Auguslimis.
der Mönch abgelenkt war. Der Kirchenvater fi
ihn, wodurch die Ablenkung entstanden sei. ^
bei der dritten Bitte", antwortete der Mönch, „di
ich darüber nach, woher ich nun den Sattel hei
men sollte, wenn ich das Pferd gewonnen hätte
Jugenderlnnerungen des Kalendermannes
Behütet
l'rimiztag am 8. Juli 1923 bekam ich einen
lus Amerika, von einer Klosterschwester. Der
war mir unbekannt, aber meine Mutter erin-
sich sofort. „Als du noch im Wickelkissen lagst,
ch die E. S. mit dem Kinderwagen oft ausge-
1." — Wie aber staunte sie, als sie den Brief las.
larin zu lesen war, hatte ihr E. S. stets ver-
i,'en. Jetzt aber, als Schwester Seh. auf irgend-
ri Umwegen gehört hatte, daß ich die Prie-
ihe empfangen würde, hatte es sie gedrängt,
is Geheimnis zu enthüllen. Ich nehme an, um
imit in ihrem frommen Sinn zu sagen: „Schau,
t dich Gott schon als kleines Kind behütet,
du einmal ein Diener des Herrn würdest."
ii4 sie wohl gedacht haben.
> aber berichtete sie mir unter vielen Glück-
hen und Versicherungen ihres fürbittenden
. s? Sie habe mich an einem schönen Frühlings-
it dem Kinderwagen ausgefahren — (das kann
len, denn am 26. März bin ich geboren und
li gabs gewiß schon recht schöne Tage). Mit
. ui andern Mädchen sei sie an der Tauber ent-
\i i gefahren; am hohen Wehr habe sie sich mit dem
}k Ichen geneckt und nicht auf mich geachtet, der
V gen habe dabei einen Stoß bekommen, sei die
V ^se hinabgerollt, immer schneller und schneller,
d 1 hohen Wehr der Tauber zu; starr vor Schreck
h e sie es gesehen, im letzten Augenblick nach-
r nend, habe sie gerade den Wagen noch erwischt
Wie habe ihr das Herz geklopft ... — und
n nachträglich auch ein bissei! —
oft hat Gott seine Hand noch über mich ge-
! im späteren Leben und bis heute! —
Mein erster Verein und meine erste Zeitung
ii iit'inem Schreibtisch bewahre ich eine Mappe auf.
^ trägt die Aufschrift: „Dokumente aus meinem
". Ein solches Dokument sei der Verborgen-
ntrissen und wörtlich hier abgedruckt:
Zeitung Nr. 1
Berichtung von den Missionen
vurze Wiederholung von der Gründung des Vereins
und der Zeitung,
iniges. warum P. Pflster den Verein gegründet hat.
I Mennig hatte ich mir zusammengespart und mir
iiommen, einen
Heiden-Kinder- Verein
imdon. Denn ich las oft, wie es in den Heiden-
' n zuging. Dabei bekam ich Mitleid und wollte
Helfer werden. Aber das ging schwer, denn
i'*!) können so etwas nicht so schnell. Ich hatte
Hoffnung, daß es schon gehen werde.
Eines Tages ging ich mit meinem Freund auf
einen Berg spazieren. Als wir ein Stück gegangen
waren, erzählte ich, was ich tun wollte. Ich sagte:
„Wir könnten auch einen Verein gründen, nämlich
einen Heidenkinder- und einen Tierschutzverein." Gut,
er war damit einverstanden. Anderen Tages war
ich schon anders bedacht. Ich sagte. Tierschutzverein
sei gar nidit nötig. Man könnte im Winter auch die
Vögel füttern und sonst die Tiere in Ruhe lassen,
ohne einen Verein zu gründeji. Damit war er
auch einverstanden. Nach und nach brachten wir
noch einige dazu, und in dem letzten Monat stieg
die Zahl schnell. Jetzt sind es schon 14 Mitglieder.
Wir gründeten eine Zeitung, mit Namen „Berichtung
von den Missionen", Sie kostet in der Woche drei
Pfennig. Dieser Preis ist jede Woche am Samstag
zu bezahlen, wenn sie abgeliefert wird.
Weitere Gesetze werden nicht in der Zeitung, son-
dern in einem weiteren Zettel bekannt gegeben."
Der nächste Beitrag der „Zeitung" hatte die Über-
schrift:
Die Ermordung der belgischen Franziskaner-
Missionare in China
Die Zeitung kam über Nr, 1 nicht hinaus — sie
handschriftlich herzustellen war doch zu beschwer-
lich. Auch reichte der Preis kaum für Feder und
Papier. Aber der Verein blühte vier Jahre. Er zählte
zu seinen Gönnern sogar eine Freifrau auf Schloß
Weihersberg. Das Herz dieser unbekannten Dame,
die dem Verein alljährlich 5 RM schickte, war ge-
rührt worden von einer „Tante", einem Frl. Her-
genröther (verwandt mit dem früh. Kardinal Her-
genröther), die dort Hausdame der Gräfin war. Un-
ser Pfarrer in Wertheim ahnte nichts von dem Ver-
ein, der aus meinem ältesten Bruder, aus meinen
Freunden Hugo Heiler (heute Stadtpfarrer in Ba-
den-Baden), Adolf Albicker (mit 17 Jahren im We-
sten als Kriegsfreiwilliger gefallen) und noch eini-
gen Jungens und Mädchen der Nachbarschaft bestand.
Vier Jahre sandten wir je 18 — 21 DM nach Nagpur
in Indien, denn im „Tauber- und Frankenboten"
wurden um Gaben hierhin gebeten; unter der Bitte
war das Bild eines halbverhungerten Inders zu
sehen. Ein Vierteljahr später erhielt ich stets eine
Dankkarte aus Nagpur. — Wir sammelten auch Stan-
niol und Zigarrenspitzen.
Der erste Verein wurde abgelöst durch den zwei-
ten, den Abstinentenzirkel in Wertheim, der, 1910 ins
Leben gerufen, eine Keimzelle der Quickbornbewe-
gung wurde.
Als ich den ersten Verein gründete, war ich 9
Jahre alt. Niemand hat mich dazu aufgefordert. Die
Missionsblätter, die in unsere Familie kamen, hatten
mir das Herz warm gemacht, ja eine Zeitlang in mir
den Wunsch erweckt, Missionar zu werden. Ich
kam davon ab, als ich las, daß es in den Heiden-
ländern Schlangen gab. Vor denen hatte ich einen
unüberwindlichen Ekel. So bin ich in Deutschland
geblieben.
73
Auf der Fahrt nach Bonn erzählte mir Abr. B. im
Auto folgende Begebenheit, die sich tatsächlich er-
eignet haben soll. Ein anglikanischer Geistliclier, der
bei einer eifrigen Romkatholikin Quartier bezogen,
versuchte dieser biederen Frau klarzumachen, daß
Christus dem Petrus und folglich auch dem Papst
durdiaus nicht alle Gewalten übertragen habe, die
heute vom Papst beansprucht würden. Die Frau
hörte sidi alles ruhig an. Scliließlich aber sagte sie:
Lieber Herr, das, was Sie sagen, das kann aber doch
nidit stimmen. Erst in der letzten Woche habe idi in
meinem Kirdienblatt gelesen, wie der Herr zu Pet-
rus gesagt hat: Tu es Petrus — und dann hat er
es eben auch getan. —
Was einem alles passieren kann! Kommt nach
dem Gottesdienst unangemeldet zu mir in die
Sakristei der Küster und erklärt: „Es soll noch ein
Kind getauft werden." Also schnell alles gerichtet.
An der Kommunionbank stehen einige Leute; ein
Mädchen trägt das Widcelkind, rechts steht die Oma,
wie idi riditig vermute, links der Opa. Ich frage die
Oma: „W^ie soll das Kind denn heißen?" Etwas ver-
wirrt antwortet sie: -Aloisia". Ich taufe also, mit
klarer Stimme rede ich das Kind wiederholt „Aloi-
sia" an, ohne den geringsten Einspruch zu erfahren.
Die Taufe ist beendet, da erklärt ganz verschüchtert
der Opa neben mir: „Herr Pfarrer, es is e Fehler
unterlaufe, des Kind is e Bue und soll heißen Franz."
— (Die Oma hat gemeint, icli frage sie nach ihrem
\amen.)
•«'
Ein Benediktiner und ein Jesuit kommen mitein-
ander — was selten geschieht — ins Gespräch. Der
Benediktiner raucht gern. Er klagt dem Jesuiten, er
habe vom Vater Abt keine Erlaubnis bekommen,
beim Breviergebet rauchen zu dürfen. Fragt der
Jesuit: „Ja, was haben Sie ihn denn gefragt." — „Na
ja, ob ich beim Beten rauchen dürfe. Vater Abt
wiegte bedenklich mit dem Kopf, der Fall sei ihm
nodi nie vorgetragen worden, das verstoße gewiß
gegen alle liturgische und aszetische Regeln." —
„Ich", entgegnet der Jesuit, „hab die Erlaubnis be-
kommen." — „Wie, wieso, was Sie nicht sagen!
Wie haben Sie das gemacht?" — „O, ganz einfach,
ich habe gefragt, ob man beim Rauchen beten dürfe.
Mein Oberer hat darauf geantwortet, beten dürfe
man bei allem, was man tue."
Wieder steht ein Jesuit mit einem Benediktiner zu-
sammen. „Ach, Ihr Benediktiner, mit eurer Liturgie.
Predigen könnt ihr niciit. Da versteht ihr vor lauter
Liturgie niciit viel davon." — In seiner Ordensehre
gekränkt, erbietet sich der Pater, am nächsten Tag
aus dem Stegreif über jeden Text zu predigen, den
ihm der Jesuitenpater beim Betreten der Kirclie zu-
flüstere. Am nächsten Morgen, als der Benedikliner-
pater zum Gottesdienst schreitet, steht der Jesuit im
Gang, flüstert ihm als Text zu: „Was dachte dj
Jesuskind, als es im Stall in der Krippe lag.
Wahrhaftig, ein ungewöhnlicher Text. Doch de
Pater besteigt die Kanzel, schildert die Krippe, da »
Nahen der Hirten, die nächtlidie .\nbetung, di
Heimkehr. Maria und Josef ermüden, schlafen eii
— Das Jesuskind sieht sich allein gelassen mit dei
Ochsen und Esel im Stall — und denkt, „da schai
das ist die ganze Gesellschaft Jesu . . ."
Auch Päpste haben schon manche gute Antwort g.
geben. So einmal der bei uns nicht so sehr belieb
Pius IX. Ihm machte ein Gesandter seinen übliche
Abschiedsbesuch. Der Papst fragte ihn zum Schlu
ob er noch einen besonderen W^unsch habe. D«
Gesandte antwortete: „Oh, mein einziger, aber woP
unerfüllbarer Wunsch wäre der, daß ich von Euc
Heiliger Vater, heilig gesprochen würde!" — Pius I!
läciielte, überlegte kurz und sagte dann: „Sie verge
sen, daß Sie dann zuerst gestorben sein müssen. I
würde also, da ich Ihnen noch ein langes Lebt
wünsche, Sache meines Nachfolgers sein. Belieb«
Sie aber, sich sdieintot zu stellen, dann bin ich <«
fort bereit, Sie scheinheilig zu sprechen."
Überall gibt es solche, die partout alles anders m |
chen. — Geistliche waren beim Superintendanl«
versammelt, weil der Generalsuperintendant sie kc
nen lernen wollte. Alle im schwarzen Rock. Nur d
ego autem contra (Bruder Widerspiel) hatte e
graues Jackettlein an, was den Superintendant«
veranlaßte, dem Generalsuperintendanten schon a
Bahnhof dies beizubiegen. Der schmunzelte blo
Die Vorstellung begann. Mit jedem redete der He
ein freundliches Wort. Als er zu dem Herrn i
grauen Jackett kam, sagte er mit gewinnen«!
Freundlichkeit: „Wohl der Kantor des Ortes?"
Seit jenem Erlebnis, das zum geflügelten Wi i
wurde, soll sich der Herr Amtsbruder nichts Auß« ?
gewöhnliches mehr erlaubt haben.
Der große englische Erweckungsprediger Spurge-
ließ nach seinen Predigten seinen Hut herumgeh«
Ob die Spenden reichlidi oder kärglich waren, st«
dankte er bewegten Herzens. Als eines Tages d
Hut leer zurückkam, betete er: „Ich danke Dir He
daß mir diese Gesellschaft wenigstens meinen H
zurückgf'geben hat."
•»•
Ein anglikanischer Bischof war zu einer .\ben
gesellschaft geladen, bei der die Damen reichli
dekolletiert erschienen waren. Der Hausherr etv
betreten, suchte sich zu entschuldigen. Der Bisd? •
jedoch wehrte freundlich ab: „Madien Sie sich kei
Sorgen darüber! An so etwas bin idi gewöhnt. 1
war ac^t Jahre unter den Wil<I«'n in Afrikn."
76
ann wurde Rom erbaut? „Nachts." — „Ja war-
1," — „Vati hat gesagt, Rom sei nicht an einem
g erbaut worden."
»'olfgang, willst Du nicht auf den ersten Platz
inmen?" — „Nein, da sitzt schon einer."
Tarum kann ein Kamel so schwer durch ein Nadel-
r, d. h. durch ein kleines Stadttor gehen, Nor-
rt?" — „Weil es einen Höcker hat."
eter. gehst Du auch schon in die Schule? Was
ichst Du denn dort?" — „Ich warte, bis sie wie-
r aus ist."
ulich sah ich einen 5jährigen Jungen raudien.
/as, Du kleiner Fratz, rauchst schon?" — „Ja",
b er zur Antwort, „wenn ich in die Schule komme,
rf ich's nimmer."
emder fragt einen Jungen: „Wie kommt man am
»neusten zur Zeil?" Der Junge: „Wenn Sie tüchtig
ifen. Mann."
Ein Kunde verlangt eine Brille. „Kurzsichtig oder
weitsichtig?" „Nein, durchsichtig", antwortet der
Kunde.
Pfarrer fragt: „Welche Sakramente muß man nicht
unbedingt empfangen?" — Brigitte: „Die Firmung
und die Ehe, doch soll man sie nicht ohne Not zu
empfangen unterlassen, wenn sich dazu Gelegenheit
bietet."
Lehrer: „Wie groß war denn das Scherf lein der armen
Witwe?" — Rudi: „Zwölf Mark und 43 Pfennig." —
Lehrer erstaunt: „Wie kommst Du auf diese Sum-
me?" — In der Bibel steht: „Das Scherflein der ar-
men Witwe. Mark 12,43."
„Fritzchen, wie nennt man eine Handlung, bei der
wie auf der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein ver-
wandelt wird?" — „Weißt Du es nicht? Es fängt
auch mit W an." — Nach langem Überlegen: „Eine
Weinhandlung."
„Monika, wann betest Du denn am andächtigsten?"
— „Wenns donnert."
Die Moritat von Uttenhofen
der Schweizer Grenze, eingebettet in das Randen-
:)irge, das sich zwischen der Baar und Schaffhau-
1 wie ein Riegel zwischen den fruchtbaren Land-
leben des Hegau und dem Waldshuter Gebiet bis
900 Meter erhebt, liegt das kleine Dörflein Utten-
fen, neben dem fast geschlossen alt-katholischen
rdhalden.
bleute wie ehedem gehört Uttenhofen zum römisch-
tholischen Kirchspiel Kommingen und da es zu
lem Drittel alt-katholisch ist, auch zur alt-katho-
} dien Pfarrgemeinde Blumberg.
In diesem friedlich gelegenen, windgesdiützten
) rflein, das ein Schulhaus sein eigen nennt, hauste,
• :^ ich Erzählungen aus meiner Blumberger Pfarr-
' t entnehme, vor etwa 80 Jahren ein Schulmei-
rlein. Sein Name ist mir entfallen; doch soll be-
,'ter Lehrer es dick hinter den Ohren gehabt und
: h nicht sonderlich mit seinem Pfarrer, der all-
chentlich von Kommingen droben zum Religions-
i» rricht herunterwanderte, verstanden haben. Ob
'■ dem frommen Pfarrherrn zuwidere freiere
inung die Ursache der Abneigung war, bleibt
!iingestellt. Sicher ist nur, daß der Lehrer, in
ilei Bastelkünsten erfahren, sich gern mit mo-
iitn technischen Erfindungen befaßte. Dies nut-
• 1. hatte er auch von seinem Schulzimmer sich
' Art telefonischer Anlage fabriziert, die ihm
iiibte, auch während der Schulzeit seine Schüler
' schriftlichen Arbeiten zu beschäftigen, indes er
nor lieben Hausfrau ein wenig beim Kochen zu-
I oder einen kräftigenden Imbiß zu sich nehmen
te, ohne die Aufsicht seiner Klasse gänzlich zu
1 achlässigen.
''■r Pfarrer seinerseits deutete diese Anlage in-
sen zum eigenen Nachteil, sich dem frevelnden
-iwohn hingebend, der Lehrer habe es darauf ab-
gesehen, ihn während der Religionsstunde zu belau-
schen, um nicht zu sagen, abzuhören. Wir begreifen,
daß diese nach oben führenden Drähte dem Pfarr-
herrn ordentlich das Gemüt verbitterten und er sich
eines Tages ein Herz nahm, sie kühn durchzu-
schneiden. Da die Schüler ihren Pfarrer nicht ver-
petzten, der Täter aber sich nicht freiwillig meldete,
war dem Verdacht Tür und Tor geöffnet. Wer er-
kühnte sich, sich frevelhaft an den Drähten zu
vergreifen? — Die Indizien für den Übeltäter
verdichteten sich unwiderleglich, als unmittelbar
nach der letzten Religionsstunde die ruchlose Tat
wiederholt ward. Forderte solcher Eingriff — noch
dazu von geistlicher Hand — nicht ihre entspre-
chende Strafe heraus? Sie sollte nicht lange auf sich
warten lassen.
Es vergingen einige Wochen, indes der Lehrer
emsig bastelte. Der Pfarrer schien dem Lehrer das
Handwerk gelegt zu haben, wenigstens hingen die
Drähte zerschnitten von der Decke. Doch was war
das? Sollte der verflixte Schulmeister seine Abhör-
tätigkeit wieder aufgenommen haben? Tatsächlich,
die Leitung war wieder geflickt! „Dir will ich",
dachte der Pfarrer und schnitt kurz entschlossen die
Drähte durch — aber o weh, was er sehen mußte
trieb ihm den Schweiß aus den Poren. Die Haare
sträubten sich ihm, er stürzte ohne Hut, wie vom leib-
haftigen Gottseibeiuns verfolgt, zur Schultüre hin-
aus, an höllisches Blendwerk glaubend. Was war
geschehen? Das pfiffige Lehrerlein hatte ein Trans-
parent gebastelt. Als der Pfarrer den Draht anfaßte,
kam ein Kontakt zustande, ein Pappdeckel fiel her-
unter, mit flammender Schrift las der Pfarrer, zwar
nicht wie weiland der König, der aus den Tempel-
gefäßen getrunken: „gezählt, gewogen und zu leicht
befunden", wohl aber den bekannten Spruch: „Ein
Auge ist, das alles sielit". — Von Stund an hatte der
Lehrer Ruhe vor dem Pfarerr. P. Pfister
77
^Öi^ttn^cv^iQ
Von Otto Gittinger
Der Pfarrer git en Onterricht;
er stoht heut grad an dera Geschieht
von's Samariters Barmherzichkeit.
Er legt se aus, des isclit a Freud,
liegt Sprüdile an, brengt Vers derher,
grad wia's am paßt zu seinra Lehr,
fragt als dermittelscht dean ond ean,
ob's g'wiß dia Kender au verstean,
ond endlich frogt er's Ules Chrischt;
„Jetzt sag du, was barmherzich ischt.''
Der Chrischt sait nenz, weil er nenz woiß.
Was wird de Pfarrer do so bais!
Ond hat trutz der Barmherzigkeit
an onbarmherzichs Wörtle g'sait.
Des goht verbei, au d'Schual goht rom,
der Chrischt macht, daß er weiter komm.
Derheim leit d'Muater ond ischt krank,
schnell schiabt er d'Büachle ontern Bank
ond frogt: „Jetz, Muater, saget au,
oh i Euch net kan ebbes tau."
Er schüttlat d'Kisse, langt Arznei
ond git ar's mit em Löffel ei,
trait Wasser her, zendt's Feuer an
ond kocht z Mittag, so guat er kan.
En Teller Supp brengt er ans Bett,
wenns no der Muater schmecke tat!
Ond wieder frogt er: „Saget au,
ob i Euch net kan ebbes tau?"
„Neu" sait sei Muater, „jetz isch g'nua!
Komm, setz de uf mei Bett her, Bua,
ond sag, wia's en der Schual au goht?
Hascht g'wißt, was mer de g' fraget hot?
Nei? Was? Hoscht net recht acht gean, g'hett
Ha? Chrischtle, schwätz! Was waißscht denn ne
„O", sait er, ond hot d'Auge g' wischt,
„i weiß net, wos ,barmherzich' ischt!"
Ohne midi
„Wissen Sie, Herr Pfarrer, ich kümmere mich um
nidits. Idi gehe meine Wege und will meine Ruhe
haben, Leben und leben lassen. Wozu soll ich mich
für unsere Kirche, Gemeinde, für die gute Presse,
für Mission und was da alles immer genannt wird,
einsetzen. Das mögen andere tun. Die Welt ändern
können wir dodi nicht."
Einige reden so — und einer hat genau das gesagt.
Die meisten handeln danadi. Sie überlassen den
Kampf für Gottes Rechte, für eine diristliche At-
mosphäre, in der unsere Kinder gedeihen können,
für Freude und Wohlergehen den anderen. Wem?
Denen, die es von Berufs wegen tun müssen. Nachher
spredien dieselben aber von Bürokratisierung der
Caritas. Und von den weltfremden Idealisten und
Utopisten. Aber sterben die unter solchem Gerede
nicht aus? — „Während sie aber schliefen, kam der
böse Feind und säte Unkraut . . ." Und dann schrek-
ken die „Ohne midi-Leute" jäh auf, wenn in ihrer
Straße plötzlich ein Lustmord geschieht — wenn die
„Halbstarken" sie belästigen, wenn Lärm, Gestank,
Genußsucht immer toller werden, oder wenn die
Hausbesitzer mit ihren Mietern machen können, was
sie wollen; wenn Streiks, Revolutionen — Kriege
ausbrechen . . . Dann sdiimpft alle Welt über die da
oben, über die Kirche, die Christen, die versagen.
— Unterlassungssünden, meine Damen und Her
die ihr die Ruhe über alles geschätzt habt. Bequ
lichkeit bringt Diktatoren hervor und falsche D
samkeit Unfreiheit. Der Grundsatz „leben und
ben lassen" führt gar leicht dazu, daß die Stärkt
und Rücksichtslosen, jene, die stets auf ihren Voi
bedacht sind, die Schwachen auffressen. Das n(
man dann noch das „Recht des Stärkeren" und 1
renmoral. Wie sagt doch der Herr? „Nicht ein
eine Stunde konntet ihr mit mir waclien! Sdil
nur, sehet, der Verräter naht . . ."
Ihr seid das Salz der Erde.
Wenn aber das Salz schal wird,
womit soll man salzen?
Es taugt zu nichts mehr;
man wirft es hinaus,
und es wird von den Mcnsclien zertreten.
Uir seid das Licht der Welt.
Eine Stadt, die auf einem Berge liegt
kann niclit verborgen bleiben.
Audi zündet man kein Licht an
und stellt es unter den Tisch,
sondern auf den Leucliter,
dann leuchtet es allen im Hause. Malfb
m
5.:
71
Christen sind tröhlidhie Leute
^ >r es nicht glaubt, nehme einmal die Bibel her.
1 e oft lesen wir, fürchtet euch nicht, seid nicht
t östlich besorgt, freuet euch, abermals freut
t h\ Wenn die Christen nichts mehr zu lachen
1 )en, wer soll dann noch lachen? Karl Barth
I int den Humor „eine eminent christliche Sache"
i 1 der Biscliof, der mich geweiht, ein ernster
I nn übrigens (Karl Fritz) hat uns Theologen
c mal gesagt: „Wer einen guten Witz weiß und
i 1 für sich behält, begeht eine Todsünde".
vlan lernt nie aus. Es wird auch gewißlich viele
j Ncr überrasclien, was ich in einem Furchebüch-
1 1 mit dem Titel: „Sermon, ob der Christ etwas
3 lachen habe", las: das mit dem Ostergelächter.
} r risus paschalis oder das Ostergelächter war
< Teil, so steht da zu lesen, des gottesdienstlichen
1 ^tverlaufes an den Ostertagen. Es habe seinen
I sgang genommen vom Text: „Dies ist der Tag,
c 1 der Herr macht; lasset uns freuen und fröh-
1 i sein" oder aus der Lesung von den Emmaus-
j igern, allwo es heißt „Et factum est, dum fabu-
l entur'', — und es geschah, während sie einan-
( erzählten. — Nach der Strenge der Fastenzeit
- und wie streng wurde sie im Mittelalter ge-
1 ten — löste die Kirche selbst den Bann. Die
I ;diger überboten sich mit Einflechten ergötz-
1 ler, ja lustiger Geschichtlein. Ja, man lachte den
1 ifel richtig aus oder erzählte mancherlei Mär-
l 1. Jeder trieb es auf seine Art. So richtete 1506
d Fastenprediger der Marchtaler Klosterkirche
a die in der Kirche anwesenden Männer die Auf -
f dening, derjenige unter ihnen, der Herr in
s lem Hause sei, dürfe vor versammelter Ge-
r inde den Ostergesang „Christ ist erstanden"
n timmen. — Verlegenes Schweigen war die Ant-
Als er die gleiche Frage den Frauen zurief,
v.ioll dagegen prompt und gleichzeitig der
l tnnus aus den Kehlen aller anwesenden Frauen.
"it- wenig die Kirche dem Humor abgeneigt
ind wie rund und voll sie das Leben ansah,
dafür zeugen ja auch die manchmal bis ans Derbe
gehenden Einlagen der geistlichen Spiele in der
Advents- und Weihnachtszeit, die Fratzen und
Wasserspeier an den Domen, so manche Darstel-
lungen des Jüngsten Gerichtes — und für viele
Prediger braucht nur der Name des einen Mannes
genannt werden, der auch in unsern Jahrbüchern
schon sein Wesen getrieben: Abraham a Sancta
Klara, alias Megerlein aus dem badischen Kreen-
heinstetten in der Nähe von Schloß Bronnen, We-
renwag und Wildenstein bei Beuron.
Auch heute noch findet man den Humor mit
Vorliebe unter den Theologen, obwohl sie nicht
selten Zielscheibe des Humors sind. Der echte
Humor ist jedoch nie verletzend wie die beißende
Satire, er ist nicht zynisch. Er vergißt nicht die
Grenzen des Auslandes und hinterläßt keine
Bitterkeit.
Wenn also auch unser so ernstes Jahrbuch der
Fröhlichkeit, dem Schmunzeln und lustigen, drol-
ligen Begebnissen oder Erlebnissen ein Plätzlein
gönnt und immer eingeräumt hat, dann nicht des-
halb, weil das zu einem Kalender seit je gehört
oder weil manche auf diese Ecke es besonders
abgesehen haben. — Da aus dem Kalender nun
in der Hauptsache ja ein Jahrbuch geworden ist,
könnte das schließlich fortbleiben, möchte man-
cher einwenden. Dem ist nicht so: gerade auch in
ernsten Büchern soll der Schalk ein bissei vor-
lugen und dem Teufel eins auf die Nase geben,
wie das unschuldige Kind dem bösen Wolf eins
auf die Schnauze gab, wenn er ihm zu nahe kom-
men wollte. Da aber die Herren Amtsbrüder und
Leser des Jahrbuchs offenbar sehr arm an eigenen
Erlebnissen bisher waren, obwohl sie alle um
Mitarbeit wenigstens für diese Spalte gebeten wa-
ren, hab ich im folgenden einiges aus dem feinen
Büchlein: „Fröhliche Herzen im schwarzen Habit"
aus dem Rufer Verlag entnommen — und anderes,
so wie ich es erzählen hörte, hierhergeschrieben.
t Pfarrer zum Küster gewandt: „Hier schläft ja
d halbe Gemeinde." Der Küster antwortet: „Nein,
1 T Pfarrer, das ist nur so, wenn ein neuer Pfarrer
^ -^nt. Später schläft die andere Hälfte auch."
i Besucher fragte Papst Benedikt XIV., weshalb
d Kirche die Fastenzeit nicht in vier Perioden zu je
z» iTagen auf die vier Jahreszeiten verteilt habe.Bene-
d l antwortete ihm: „Wohl hätte die Kirche das tun
k nen, aber sie erkannte, daß eine solche Ordnung
k leswegs klug sei. Denn sicherlich würden die
N ischen dann viermal im Jahr Karneval feiern,
a r kein einziges Mal fasten".
Der Vater Bodelschwingh, der soviel den Brüdern
von der Landstraße geholfen, wurde einmal von
einigen kirchenfeindlichen Männern in den Straßen-
graben gedrängt. Ohne zu poltern sagte er freund-
lich: „Liebe Brüder, ihr habt mich in den Graben
geworfen, nun helft mir wieder heraus." Sie konn-
ten seinem Wort nicht widerstehen und zogen ihn
wieder aus dem Graben.
Theologiestudent im Examen: „Herr Professor, ich
glaube nur, was ich verstehe." — Professor: „Dann
ist es allerdings begreiflich, daß Sie nichts glauben."
75
Bücher
Eine Vorbemerkung. Unsere Budibesprechungen ent-
halten sich jeder Beckmesserei. Sie verzichten audi
auf wissenschaftliche Durchleuchtung. Für all das
fehlt uns der Platz. Wenn wir also auch Bucherschei-
nungen hier empfehlen, mit denen wir uns nidit in
jedem Satz und Wort identifizieren, so setzen wir
reife Menschen voraus. Jedenfalls kann und soll
jedes hier empfohlene Buch uns anregen, einer Sache
nachzudenken, unsere eigne Meinung zu überprüfen
oder tiefer zu graben. Im übrigen bekennt sich der
Herausgeber des Jahrbuchs zu dem Satz: „Alles,
was wirklich gut ist, ist von Haus aus katholisch",
gehört zum Ganzen, zur vollen runden Wahrheit,
kann uns neue Seiten im Erfassen der vollen Wahr-
heit erblicken lassen.
Vorfragen der Theologie
G. van der Leeuw, Phänomenologie der Religion,
J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen, 1956, 808 S.
brosch. DM 35,—; Lw. DM 39,—.
Das Handbudi der Phänomenologie der Religion liegt in zweiler,
erweiterter Auflage vor. Im Zeitraum von 30 Jahren ist es heran-
gereift zu einem umfassendenWerk. In systematischem Aufbau und
mit einer dem Gegenstand entsprechender Einfühlung bemüht
sich der inzwischen verstorbene Professor der Religions-
geschidite in Groningen, die Fülle religionsgeschichtlicher Be-
funde zu beschreiben und ihre Wurzeln und Zusammenhänge,
häufig unter Berufung auf andere Autoren, darzulegen. Der
Gegenstand bringt es wohl mit sich, daß beständig auf die
verschiedensten Tatsadien aller Religionen Bezug genommen
wird.
Die Religionsphänomenologie ist eine junge Disziplin. Sie
unterscheidet sich von Religionsgeschichte, -Philosophie, Psy-
chologie und Soziologie, obwohl sie viele Beziehungen zu die-
sen hat. In den Epilegommena gibt van der Leeuw über die
Eigenart der Religionsphänomenologie näherhin Auskunft. In
jedem Kapitel ist die einschlägige Literatur angegeben. Beson-
derer Bezug wurde genommen auf den inzwischen ebenfalls
neubearbeiteten „von Chantepie" (Lehrbuch der Religions-
gesdiidite) und die Lesebücher von Berthold und Lehmann-
Haas.
Der I. Teil behandelt das Objekt der Religion, der II. Teil das
Subjekt, der III. Objekt und Subjekt in Wechselwirkung, ein
IV. Teil: Die Welt, der V. Teil: Religionen und Stifter. — Im
Kapitel: „Die christlichen Konfessionen" stehen Sätze, die unser
besonderes Interesse beansprudien: „Erst eine neue Refor-
mation des abendländischen Katholizismus, die weder römisch
noch , protestantisch' wäre, können die Kirche des Abend-
landes zu neuem Leben erwecken. Wirklidi lebendig ist die
nidit-römische Katholizität nur in der anglikanischen Kirche.
.Die diurdi of England' ist wesentlidi katholisch . . . ihr aufs
Praktische gerichteter und synthetisdier Charakter gibt ihr
die Möglidikeit, eine .Brücke Kirche' zwischen den verschie-
denen religiösen Strömungen der Christenheit zu sein."
(S. 747.)
Yicedom, Georg, Die Weltreligionen im Angriff auf
die Christenheit. Chr. Kaiser Verlag, München, 31 S.
Ein wichtiges Heft aus der Reihe „Christliche Existenz heute".
Werden die Weltreligionen synkretistisdi sich mit christlichem
Glaubensgut anreichern, das Wesentliche aber verwerfen? Wie
muß die Missionsarbeit heute geleistet werden, wenn es bald
unmöglidi sein wird, im bisherigen Stil sie von hauptberuf-
lidien Kräften vorantragen zu lassen? Auf solche und andere
Fragen sucht das Heft Antwort zu geben.
Die Aufgabe besteht nicht, wie die menscliliche
Dummheit glaubt, das Christentum vor dem Men-
schen zu rechtfertigen, sondern sich selbst vor dem
Christentum zu rechtfertigen. S. Kierkegaard
Mensdiing, Gustav, Toleranz und Wahrheit in d(
Religion. Quelle und Meyer, Heidelberg, 1955, 196 !
Die Toleranzfrage steht im Vordergrund der Erörterunpt
Im Jahrbuch 1957 wiesen wir auf den Versuch des Jesuit
Ilartmann hin, dieses Problem zu bewältigen. Wir mußt,
feststellen, daß nach gutem Anlauf Ilartmann nur sehr g
wunden die Frage behandelt. Er fiel einfach wieder in d
typisdi römische Denken zurück, das nicht fähig ist, d
Wahrheit auch außerhalb Roms angesichtig zu werden. M
lese unsere vielen Vorbehalte nach.
Menschings Buch behandelt den Gegenstand auf Grund r.
gionswissenschaftlicher Erkenntnisse, nach einem trelllid.
Rückblick auf die Religionsgeschichte. M. untersdieidet ei
numinose Wahrheit von der späteren Lehre. Aber ich sc
nicht, wie der V. die besondere Stellung chrisUicher Off«
barung gegenüber andern religiösen Erlebnissen sichern kai
auch wenn man zugibt, daß allen Religionen gewisse a
gemeine Erkenntnisse zugrundcliegen, vor allem jene, (i
Menschen aus der Unheilsituation (entweder Ichhaftigkeit 0(
Ichsüchtigkeit) zu erlösen. Trotz des Wissens um eine relal
Wahrheit auch anderer Religionen, die als soldie .\dilij
verdienen, gibt es echte Toleranz, die durch Bezeugung i
endgültig in Christus ergangenen Offenbarung die andern ;
diese Höhe hinaufzuheben sich um der Liebe willen gedräi
sieht. Wahrheit ist gestuft, auch im Mythos. Zwischen Bart
radikaler Ablehnung der Menschheitsreligionen und into
ranter Praxis der römischen Kirche gibt es jenen feinen G
echter Ehrfurcht, die das Gute als von Haus aus zur chri
liehen Fülle hinzurechnet, aber ohne Nötigung, Aufdringli'
keit und Überheblichkeit, in Gehorsam gegen Gott, in Li«
zum Menschenbruder, in reifem Urteil über andere Wege
die auch Gottes vorläufige Wege sein können — das Katbol
bezeugt, in dem alle an deren Wege einbeschlossen und hina
gehoben sind in jene Klarheit, die Gottes Selbslmitteilu
schenkt. — Durch diese Ausstellungen soll der Wert des Bud
nicht verkleinert, sondern die Gefahr deutlich gemacht w
den, die eine vom Erlebnis ausgehende Betrachtung ohne d
sen phänomenologische Beschreibung und axiomatische Dur
dringung leicht erliegt.
Rüscli, Ernst Gerhard, Toleranz. Evang. Verlag Z>
likon-Zürich, 1955, 152 S. DM 11,35.
Man spricht selten von der Tugend, die man hat. Es gibt
großes Toleranzgewäsch, auch in unsern Reihen. Meist h:
ich jene als die intolerantesten Menschen kennen gelernt,
dauernd von Toleranz reden. Das Gebot: „Du sollst kc
fremden Götter neben Dir haben", zeigt deutlich, daß es c
religiöse Offenbarung mit einem Wahrheitsanspruch g
Wahr ist niemals „gleich gültig" mit unwahr. Viele benul
ihr Toleranzgerede nur als Feigenblatt dafür, daß ihre
gänzlich unhaltbare Meinung unangefoditen bleibe und sie ur
der Tarnung der Toleranz sich um Entscheidungen drflc'
können. Es ist darum nötig, daß wir uns theologisch mit
vielgesichtigen Frage auseinandersetzen. Wer klar untcrsd
det, lehrt gut. Rüsdi hat einen Beitrag zu der Gcsamtfr
geliefert, der durchdadit werden will.
Die Religion in Geschichte und Gegenwart (RG
herausgegeben von Kurt Galling. J. C. B. Mohr (P:
Siebeck), Tübingen. 1. u. 4. Lieferung. Subskriptio
preis DM 4,20. 3. Auflage.
Ein Zeugnis des Selbstvertrauens und der hohen Wertsd
zung theologischer Arbeit ist das Wagnis der Neuauflage
gediegenen und auf 6 Textbände und einen Registerband
rechneten Handwörterbuchs für Theologie und Rclig><
Wissenschaft, das einmal mehr als 12 000 Spalten umfa-
und völlig neu bearbeitet wird. Es wird dem wisseusdi
lidi Arbeitenden ebenso unerläßlich sein wie es dem in
Praxis Stehenden umfassende Übersicht über den neue
Stand theologischer Arbeit zu vermitteln vermag. In der er
Lieferung fesselt besonders der Beitrag Abendmahl. Die vi
uns vorliegende Lieferung enthält den ausgezeichneten
trag von Prof. Dr. Küppers über „Alt-Katholiken". Schon
Kennwort ist bezeichnend und in jedem Fall besser als
Katholizismus und Alt-katholisdie Kirche. Der Beitrag »st
zer gefaßt als jener in der 2. Auflage, den Ernst Moo«
sorgte, dafür ganz positiv ausgeriditet. Im Literaturnadi
vermißt man manches, was den Außenstehenden interessi«
könnte, doch wurde dafür sdiärfcre Auswahl des bleu
Guten getroffen.
Die Kirche und ihre Lehre
ückiger Felix, Der Ursprung des christlichen Dog-
as. Evangelischer Verlag AG. Zollikon-Zürich, 1955,
6 S. DM 15,20.
de neue These in irgendwelchen Zweigen der "Wissenschaft
d Praxis hat die Gefahr einer Überspitzung in sich, aber
ch jene, als letzter Schrei zu voreilig Zustimmung zu er-
;cken. Zwar verhindert gewöhnlich die Beharrungskraft so-
-tige Erschütterungen im kirchlichen Raum. Dennoch können
I ue Thesen große Anfeclitungen auslösen. Das gilt besonders
n den Werken Albert Schweitzers und Werner Martins. Wir
issen daher F. Flückiger dafür danken, daß er in eine ernste
eologische Auseinandersetzung mit den beiden Genannten
d ihrer einseitig eschatologischen Auffassung des messia-
5chen Werkes Jesu eingetreten ist, die in dem Aufweis gip-
t: „Nach dem neutestamentlichen Zeugnis war das Werk
5U nicht das Gericht, sondern Heilsgeschehen. Darum darf
dl die Glaubensaussage nicht von der spätjüdischen Apo-
lyptik, sondern muß vom Karfreitags- und Ostergescliehen
sgehen.
'»aeologisdies Wörterbuch, begründet von G. Kittel,
rausgegeben von Gerhard Friedrich. Bd. VI Lie-
rung 6/7 u. 8. W. Kohlhammer Verlag Stuttgart.
ibskriptionspreis 9,20 DM bzw. DM 4,60.
ir dürfen auf die Besprechung im vorjährigen Jahrbuch ver-
•isen. Auch diesen beiden neuen Lieferungen eignen die
•rzüge der bisher erschienenen Bände. Dem wichtigen Be-
iß pneuma sind fast 100 Seiten gewidmet. Die 8. Lieferung
• handelt die Begriffe poiein, poimen und polemos.
mmann, Ridiard, Fels der Welt. Katzmann Verlag
ibingen, 1956, 452 S. Lein. DM 22,80.
egen dieses Buches wie um seiner Haltung Rom gegenüber
llen wurde der evang. württembergische Pfarrer in seiner
rohe gemaßregelt. Damit ist natürlich nichts über den Wert
s Buches ausgesagt. Baumann in wenigen Zeilen zu antworten,
nun freilich hier ganz unmöglich. Die Fragen um den
imat bedürfen einer neuen Untersuchung. Die Notwendigkeit
les Zeichens der Einheit der Kirche wurde gerade von uns
t-Kathoüken nie geleugnet. Die Oekumenische Zentrale in
nf beweist, daß eine zentrale Stelle im Auftrag der Kirchen-
le Segen in sich birgt. Aber immer dann, wenn die rechte
dnung gestört wird, wenn das Maß nicht eingehalten und
t Macht mißbraucht wird, und das ist in Rom geschehen,
■rden die Bibelstellen sich eine Untersuchung daraufhin ge-
len lassen müssen, ob sie im Zusammenhang mit anderen
Isachen jenes eindeutige Beweismittel sind, wie es die
mische Kirche und auch Baumann meinen. War Petrus in
m — ist nicht völlig sicherzustellen. Beruht der Anspruch
ms auf göttlichem Willen — wieder fehlen beweiskräftige
.ischenglieder — während die Ansprüche Roms selbst durch
urpation, Devalvation und Fälsdiungen übermäßig über-
eben wurden. — Baumanns Wort ist nicht das letzte in
.'ser Sache. Aber sein Buch fordert uns auf, unsere Argu-
■nte immer wieder nachzuprüfen.
eussi, Karl, Die römische Petrustradition in kri-
icher Sicht. J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen,
55, 77 S. DM 6,60.
r .ar nehmen die meisten Forscher an, daß Petrus in Rom
t »rb und dort sein Grab fand, aber die Schrift des bekannten
nenser Theologen Heussi zeigt doch, daß ein absolut sicherer
chweis kaum durchführbar sein dürfte und große Beden-
n obwalten.
essen, Johannes, Thomas von Aquin und wir. Ernst
nnhardt Verlag München, 1955, 145. S.
ne widitige Schrift. Gibt es eine Philosophia perennis? Es
Jt einen Grundstock an Wahrheiten, die jeder Philosophie
entbehrlich ist. Aber keine philosophische Schule kann sich
; philosophia perennis betrachten, jedenfalls nicht die ari-
Uelisch-scholastische des Thomas von Aquino, deren Abso-
heitsanspruch Hessen den Todesstoß geben will, ohne ge-
sse bleibende Bedeutung derselben zu leugnen. Er sieht sie
der katholischen, d. h. universalen Weite des Geistes, die
e Wahrheitskeime beachtet, im Willen zum System, in der
arheit der Terminologie. Das Büchlein sei jedem Theologen
■ '-hlen.
i^rr, laß mich Dich loben, indem ich leuchte und
rahle auf die Seelen, die um midi her sind. Newman
Peil, Rudolf, Katechetik. Patmosverlag, Düsseldorf,
1955, 256 S. DM 12,80.
Die Vorzüge dieser praktischen Einführung in die katecheti-
sche Glaubensverkündigung sind die stolllich gute Gliederung,
die Berücksichtigung des neuen Katechismus sowie der beson-
deren Schularten, die der Grundschule folgen. Die gegenwär-
tige Rechtslage des Religionsunterrichtes in Deutschland wird
gleichfalls behandelt. Einige, freilich wenige Unterrichtsbei-
spiele erläutern die Theorie.
Noth, Martin, Gesammelte Studien zum Alten Testa-
ment. Chr. Kaiser Verlag München, 1957, 306 S.
Das Buch faßt wissenschaftliche Arbeiten zusammen, die
schwer greifbar sind. Dennoch kreisen sie alle mehr oder
weniger um eine Frage, die heute wieder zentrale Bedeutung
besitzt, um die des Gesetzes im A. und N. Testament. Gerade
hierin spürt man die Bezogenheit der beiden Testamente auf-
einander. Es handelt sich um wissenschaftlidi theologische
Darlegungen eines anerkannten Gelehrten, die fachliches In-
teresse voraussetzen.
Haag, Herbert, Auf den Spuren Jesu. Verlag Haupt
und Katzmann, Tübingen. DM 3,80.
In der Sammlung „Offenes Fenster" erschien dieses im Un-
terricht gut verwendbare Büchlein. In 32 Kupfertiefdruck-
bildem wird uns das Heilige Land dargestellt. In 24 Text-
seiten führt uns H. Haag durch das alte und neue Palästina,
zu Brunnen und Quellen, ins Gebirge, an den Jordangraben,
nach Jerusalem.
Die Kirche und ihre Heilsmittel
Ravensburger Bilderbibel. Neues Testament. Bear-
beitet von J. Weiger. Otto Maier Verlag, Ravensburg,
1957, 96 S. mit vielen mehrfarbigen Offsetabbildun-
gen nach Illustrationen von A. u. M. Provensen.
DM 16,50.
Ein ganz großer Wurf. Man darf Verlag wie Mitarbeiter be-
glückwünschen.
In ihrer Bebilderung erinnert die Bilderbibel an alte Initialen-
malerei und an byzantinische Mosaiken. Die farbenprächtigen
Bilder entzücken und packen Erwachsene ebenso wie Kinder
in ihrer gewaltigen Symbolkraft. Die Übersetzung, auf der
Vulgata aufruhend, war in J. Weiger einem Manne anver-
traut, der durch seine theologischen wie praktischen Fähig-
keiten alle Voraussetzungen für die Textgestalt mitbrachte.
Man möchte dieses kostbare Buch in jedes diristliche Haus
wünschen.
Gilg Otto, Wir rüsten uns zur Taufe.
Unser Pfarrer Dr. Gilg hat uns ein feines Büchlein beschert,
das man gern den Eltern bei der Taufe (oder vorher) in die
Hand drüdcen möchte und das alles, was man über dieses
Sakrament wissen sollte, in ansprechender Weise erklärt. So
denke ich mir unsere Schriftenreihen ausgestattet, wie dies
Büchlein, dessen Verlag und Preis leider nicht kenntlich ge-
macht wurde.
Böhme, Wolfgang, Beichtlehre für evangelische
Christen. Evang. Verlagswerk Stuttgart, 110 S.
DM 6,80.
Der evang. Kirchentag in Frankfurt hat sich 1956 für die frei-
willige Beichte ausgesprochen und dem Frankfurter Studenten-
pfarrer Redit gegeben. Es wird Zeit, daß auch wir allüberall
Gelegenheit zur freiwilligen Beichte wieder bieten. Nicht die
Beichte an sich ist ungut, sondern nur die Entartung der
Beichte in Kasuistik, Gesetzlichkeit, usw. Für viele Fehler in
der römischen Kirche muß der Zölibat haftbar gemacht wer-
den. Andererseits kann wirklich segensreich nur ein reifer,
gütiger und wissender Mensch das Bußsakrament verwalten.
Es hat einen guten Sinn, nicht jedem Neupriester ohne weite-
res das Vertrauen zu schenken, denn für vieles muß man ein-
fach das dritte Jahrzehnt überschritten haben.
Heuer, Hans, Gemeinschaft der Heiligen. Rufer Ver-
lag, Gütersloh, 1955, 160 S. Ganzleinen DM 3,90.
Ein kleines ökumenisches Brevier, das uns mit Kurzbetrach-
tungen geistlicher Väter der ganzen Christenheit bekannt
macht. Es läßt sich in Haus, Gemeinde und Gruppen vielseitig
gebrauchen.
79
Die Kirdie und ihre Ordnung
Sdioeh, Max, Evangelisdies Kirchenrecht und Bib-
lische Weisung. Scientia Verlag Zürich, 1954, 196 S,
Eine lleißige, auch uns ansprechende Untersuchung, die es un-
ternimmt, zwischen Scylla — Sohm, und der Charybdis —
römisches Recht hindurchzusteuern, um, wie Calvin, ein Kir-
chenrecht evangelischer Prägung wieder deutlich zu machen.
Kirchenrecht erscheint nicht nur als die zwei Gruppen von
Regeln nach 1. Kor. 14, 40, daO „alles wohlanständig (decus)
und geordnet (ordo) zugehe", sondern als figura der geistigen
Kirche, die Heilsgemeinde ist. Daraus ergibt sich der Satz:
kirchliche Ordnung ist für die Christen notwendig, aber nicht
zum Heile notwendig. Hier scheiden sich unsere Wege, die
wir auf weite Strecken mit Schocli mitgehen können. Das Amt
des Bisdiofs und das Priestertum ist für den normalen Heils-
weg gottgewollt. Es gibt also ein jus divinum, wenngleich es
enger begrenzt werden muD, als es häufig, etwa im römischen
oder auch im orthodoxen Kirchenteil geschieht. Man wird das
Buch mit Gewinn lesen.
Barth, Karl, Die Ordnung der Gemeinde. Chr. Kaiser
Verlag München, 1955, 85. S.
In unserer Kirche wird erneut um unsere Satzungen und Ord-
nungen gerungen. Das wichtigste bei der Verwirklichung ech-
ter Rechtsordnung in der Kirche ist stets die richtige grund-
sätzliche Einstellung. Zu den Abhandlungen, die man zu Rate
ziehen sollte, gehört das Büchlein von Karl Barth, das eine
dogmatische Grundlegung des Kirchenrechtes — natürlich vom
evangelischen Standpunkt aus — scliaflen will. Alles kirchliche
Recht hat vom christologisch-ekklesiologischen Verständnis
auszugehen. Als solches ist es zunächst ein Dienstrecht, das als
universales, eindeutiges und totales keine freien Bezirke aus-
spart. Seine besondere Beziehung zum Gottesdienst wird her-
ausgestellt. Sodann ist Kirchenrecht lebendiges und vorbild-
liches Recht. Wir spüren, vk^ie durch Karl Barth, aber auch
durch die Notzeit des dritten Reiches eine Neubesinnung des
Grundverständnisses des Kirchenrechtes auch im evangelischen
Raum aufbricht, das sich unserer Auffassung außerordentlich
annähert.
Die Kirche auf dem Weg zur Einigung
Newbigin, Lesslie, Von der Spaltung zur Einheit.
Evang. Missionsverlag, Stuttgart, 1956, 201 S.
DM 8,80.
Der schottische Presbyterianer Newbigin ist einer der 14 Bi-
schöfe der Südindischen Union. Er war führend an dieser
Union beteiligt. Darum muß auch sein Wort in der Frage der
Einigung vernommen werden, auch wenn man nicht in allem
zustimmen kann. Besonders seine Ausführungen über die Mis-
sronsaufgabe verdienen auch unsererseits Beachtung.
Hammersdimidt, Ernst, Grundriß der Konfessions-
kunde. Tyrolia Verlag, München, 1955, 211 S.
DM 9,80.
Wer heute in der Frage der Einigung der Kirchenteile um
ein Urteil bemüht ist, sollte erst einmal die wichtigsten Daten
der Spaltungen kennen. In guter Gliederung und in prägnanter
Kürze gibt Hammerschmidt eine ausgezeichnete Einführung ■
in Entstehung und gegenwärtigen Bestand der verscliiedenen
Konfessionen, in der ausgesprochenen Absicht, die Werte und
Wahrheiten für eine Wiedervereinigung fruchtbar zu machen,
die sich auch auf nichtkatholischer Seite finden. Die Altkatho-
lische Kirche wird sachlich richtig dargestellt. Man merkt in
allem eine sorgfältig Wesentliches von Unwesentlichem glück-
lich unterscheidende Hand. Besonders zu begrüßen ist der
historische Aufbau der Konfessionskunde mit dogmengescliicht-
licher Grundlegung.
.Weber, Wolfgang, Um die Zukunft der Kirche.
Amandus Verlag, Wien, 1954, S. 210.
Das leichtverständliche Büchlein soll in Österreich in der
jüngeren römischen Geistlichkeit Aufsehen erregt haben. Hin-
ter dem Pseudonym soll sich ein erfahrener Priester verber-
gen. — Der Verfasser hofft, daß viele äußere Schalen und
Formen zerbrechen, die, in der römischen Kirche einstweilen
noch zäh festgehalten, doch nur als zeitbedingt der Botschaft
Christi nicht wesensnotwendig eignen. Freilich muß die amt-
liche Kirche erst sich ihrer Selbstzufriedenheit und jeder
falschen Rücksicht auf ihr Ansehen begeben. Die Kirche ist
nicht verklärter, sondern menschlicher Leib auf Erden mit
menschlichen Schwächen, aber Werkzeug göttlicher Liebe, die
sich aller auf menschlich verstehende Art annimmt, die voll
Vertrauen und guten Willens zu ihr kommen.
Peyrefltte Roger, Die Schlüssel von Sankt Peter. 1
man. Stahlberg Verlag Karlsruhe, 1956, 406
DM 16,80.
Versucht Weber in freundlichem Zureden (siehe oben) sc
Kirdie zur nötigen Reform zu bewegen, so hat Peyretitte
Einfall, eine Chronik der hohen römischen Kirche zu schrei!
mit jener ätzenden Schärfe, wie sie einem Franzosen i
einem Scliriftsteller vom Rang eines Peyreütte zur \
fügung steht. Der Figaro sagt sehr treUcnd: „Seine Lü
rieclien nach Editheit." Manchmal ermüdet die absichtli
Eindringlichkeit der gerügten Unbegreiflidikciten, die a
heute noch im „römischen", d. h. päpstlichen Rom die At)
Sphäre bestimmen (Ablaß, Reliquienkult, Werkheiligkeit). Ä
erfährt aus den Indiskretionen des ehemaligen Diploma
mancherlei, was nicht ohne realen Hintergrund sein wi
Daß es in einer Kirche wie der Roms Mensdilidikciten i
und gibt, verführt uns nicht zu Überheblidikcit. Aber das
gar nicht Hauptsache in Peyrefittes Kritik. Weder der f»
sinnige Kardinal Belloro noch der hcroisdie Entschluß
Abbe Mas, der der irdischen Liebe entsagt und in seine Heii
und zu seiner Berufung zurückkehrt, können übersehen las?
daß das Buch die richtigen Pforten zu den Kammern :
geschlossen hat, die der ganzen Christenheit, audi den wad
römischen Christen, wirltliches Ärgernis sind, so schlimm
einst die Inquisition. Darin, was Peyrefltte geißelt, versfinc
sich Rom an Christus, wird der Papst unglaubwürdig
Christ und als Katholik. Und darum hat das Buch Peyrefi
eine Mission. Noch so geistreiche Sprüche können Rom n
entlasten. Es wäre schade, wenn das Buch totgesdiwie
würde. Wo es übertreibt, merkt es der reife Leser schon
Hans Asmussen und Otto Karrer, Trennung u
Einung im Glauben. Evang. Verlagswerk Stultg;
1956, 71 S. DM 4,20.
Zunächst eine negative Bemerkung: Warum immer die ^
beugung vor dem gegenwärtigen Pio XII.? Über ihn als ^
sehen und Christ zu urteilen, können wir Gott überlassen,
Diplomat wird ihn die Geschichte beurteilen, als Theologe
Papst hat er der ökumenischen und katholischen Kirche S'
den zugefügt, den zu reparieren nicht leicht sein wird. D
Ausstellung, die nur einen einzigen Satz Asmussens beti
nur beiläufig, weil der Anlaß sich bot. — Sonst aber stehe
nicht an, dieses Büchlein zu den wichtigsten hier angezeii
Erscheinungen zu rechnen. Es offenbart in allen drei '
trägen eine Weite der Aspekte, daß man hoffen möchte,
werde das ganze ökumenische Gespräch der Folgezeit
fruchten. Insbesondere gilt dies auch für Karrers Ausfüh
gen, mögen wir ihm auch — ebenfalls wie Asmussen -
Einzelheiten widerspredien. Asmussen wäre zu wünsc
daß er auch eine gewisse providenzielle Bedeutung dem
schehen im Ostraum der Erde zuerkennen könnte. — (
wie Karrer habe ich — ohne Kenntnis Geiselmanns und
andern angezogenen Gewährleute — auf der vorletzten
katholischen Theologenkonferenz in Bonn die Überzeug
vertreten, die Hl. Schrift sei zwar suffizient (d. h. sie entl
die apost. Verkündigung), aber bedürfe, weil ihr die pc
cuitas, die volle Klarheit da und dort fehle, der Interp;
tion durch die Gesamtkirche. Andererseits sei sie nichts a
res als erste schriftliche Fixierung des traditum (siehe
meinen Vortrag über das Sakrament der Krankenölung),
mit die Synthese der evangelischen und kalholisdien Pos
vollzogen sein dürfte. — Bei Karrers Vorträgen muß
zwischen den Zeilen zu lesen verstehen. Karrer sollte sidi
den Vorschlägen befreunden, die idi schon vor 20 Ja
äußerte, als ich der römischen Theologie Seile zuwarf, un
Vatikanbeschlüsse von 1870 zu revidieren. Die Fapstfrac
tatsächlich die entscheidende. Mit ihr stehen und fallen
Anstöße, die man an der derzeitigen römisdien Kirche
Recht nehmen kann und muß, angefangen vom Ablaß bis
Zölibat, von der Begünstigung des Jesuitenordens bis zur
dernen Mariologie, von cler Unfruchtbarkeit römisch-kat
scher Theologie bis zum Schattendasein so vieler Wun-i
BLschöfe.
Eine Dame brachte stets Droschkenkutschern S'
tagspredigten von dem berühmten Stöcker. E
nahm sie wiederholt und las sie auch. Eines Sonm
erklärte er, er nehme keine mehr. Als die Dann
ihm reichen will, weicht er aus, läuft weg. Schlief l
legt die I^ame die Predigt in den Wagen und fi
warum er sich so fxeftig weigere, sie zu nehi
„Nee", sagt der Berliner, „wenn ick sie noch lä
lese, muß ick mir ändern -- und das will ick m
aussen, Hans, Rom, Wittenberg, Moskau. Schwa-
iverlag, 161 S. Brosch. DM 3,50.
aktuelles Buch zur großen Kirchenpolitik. Wir nehmen zu
zelheiten hier keine Stellung, möchten aber Asmussen bei-
±ten, dafi gottlob die starren Fronten zwischen den Kir-
1 immer mehr in Bewegung geraten. Die Zuziehung der
lodoxen Kirche zur Ökumene, die in theologischer — nicht
itischer Haltung weitgehend auch unsere Überzeugungen
t, schallt neue Folgerungen auch für das Verhältnis zur
nkirche, der auch wir ebenso, ja mehr verpflichtet sind
die Evangelischen. Mag Asmussen da und dort vielleicht
h seinerseits zu einseitig manches beurteilen, was er sagt,
um seiner intimen Kenntnis, seiner klaren Linienführung
l offenen Sprache willen Anspruch, beachtet zu werden. Viele
ge Bemerkungen und auch berherzigenswerte Anregungen
men alle beteiligten dem Buch entnehmen, so das, daß sie
• aneinander gesündigt haben, daß es Zeit wird, mitein-
ier ehrlich und offen, aber doch brüderlich alles zu be-
edien, was sich an Unrecht zwischen ihnen aufgehäuft hat
und sich zu vergeben, statt Staatsmacht gegeneinander ans-
pielen. Die Fragen an Bom sind auch die unseren.
Die Kirdie in ihrem Dienst
an iliren Gliedern und der Welt
ssauer, Friedrich, Weltmann — Christ? Verlag
s. Kneclit, Carolusdruckerei, Frankfurt/M., 1955,
S. DM 4,20.
1 wirklicher Weltmann — Forscher, Professor — und zu-
ich ein ernster Christ hat dies köstliche, reife Büchlein ge-
rieben. Als Student schon habe ich Dessauer als klugen,
rmherzigen Bedner und Abgeordneten bewundert. Nun
alt ist, fühlt er sich verpflichtet, die vom Leben er-
Iten Weisungen nicht stumm ins Grab mitzunehmen, son-
-n den „Brüdern Unbekannt" weiterzureichen. Die Gedanken
d edel geformt und tief. Sie können vielen Weltmenschen
e wirkliche Hilfe werden.
)m gleichen Verfasser hat der gleiche Verlag her-
sgebracht: Religion im Licht der heutigen Natur-
ssenschaft. 49 S., 1956, DM 3,20.
e Entdeckung eines Naturgesetzes, meint D., wird zur Got-
Äbcgegnung. Wer dies erfuhr, ist vom Nihilismus erlöst.
'nst zur Nieden, Die Gemeinde nach dem Gottes-
enst, 1956, 220 S. br. DM 7,60.
inghans, Manfred, Kirche auf neuen Wegen. 1957,
2 S. DM 7,20.
ide im Ehrenfried Klotz Verlag (Stuttgart) erschienenen Bü-
ir sind von Männern verfaßt, denen ihre praktische Arbeit
> zeitgeforderten Aspekte gewinnen ließ. Die Probleme sind
allen Kirchenteilen ungefähr die nämlidhen. Diese beiden
eher variieren das Thema unseres diesjährigen Jahrbuchs
d ergänzen es in mancher Hinsicht, obgleich sie die evan-
lisdie Gemeinde im Auge haben.
jrost zur Nieden, Sprechstunden mit deinem Ich.
irenfried Klotz Verlag Stuttgart, 1957. DM 5,80.
n gütiges Buch, das uns eine große Klarheit über uns selbst
geben vermag und uns hilft, aus dem Labyrint unserer
hier und Schwächen herauszukommen.
'homerus, Hans, Der unbefangene Christ. Evan-
lisches Verlagswerk, Stuttgart, 1956, 185 S.
M 7,80.
der bekannten Wochenzeitschrift „Christ und Welt" hat
homerus in einer zeitnahen Spradie viele Gegenstände aus
«(Jfogischer Sicht behandelt. Ich finde, alle Beiträge hängen
it dem Thema unseres diesjährigen Jahrbuchs zusammen,
»rum wünsche ich dieses Büchlein auf viele Gabentische.
smussen, Hans, Einübung im Christentum. Ein
aienbrevier. Evang. Verlagswerk, Stuttgart, 1955,
t S.
bot im Sonntagsblatt (von Lilije) eine Auslegung der Gebote.
weckten Widerhall. Nun sind sie einem Bändchen zusam-
engefaßt. Edel in der Sprache, klar in der Fassung.
Guardini, R., Der Dienst am Nächsten in Gefahr.
Werkbund Verlag, Würzburg, 1956, 30 S. DM 2,70.
Der etwas anspruchsvollen Ausstattung entspricht das Gewicht
dessen, was vorgetragen wird. Guardini behandelt die Ge-
schichte der abendländischen Gesellschaft in ihrem Verhältnis
zur Not. Der verweltlichte Mensch will die Not in verkleideter
Selbstsucht ausstreichen — ohne es je zu können. Noch zehrt
die vermeintliche Humanität von christlichen Motiven. Was
wird, wenn sie einmal fehlen? Da doch die Not niemals auf-
hören wird?
Guardini, Romano, Der Heilige in unserer Welt
(1956); Der unvollständige Mensch und die Macht
(1956); Die Kultur als Werk und Gefährdung (1957).
Je Heft DM 2,70.
Derselbe, Universitätspredigten, Heft 7 — 10, je Heft
DM 1,50.
Alle Schriften im Werkbund Verlag, Würzburg.
„Der unvollständige Mensch" sei empfohlen. „Kultur als Werk"
usw. führt diese Gedanken weiter aus . . . „Der Heilige in un-
serer Welt" deckt sich weithin mit unserer eigenen Über-
zeugung. Vorbehalte gelten dem Mißverständnis des allgemei-
nen Priestertums. (Hier bedarf Gu. wie Wittig einer Korrektur.)
Die Predigten sind in ihrem Wert unterschiedlich.
Statt eingehender Besprechung dieser Vorträge und Predigten
einige allgemeine Bemerkungen.
An und für sich bietet Gu. nichts wesenhaft Neues. Seine
Grundgedanken finden sich im Lehrschatz der Kirche, in alten
Betrachtungsbüchern und philosophischer Weisheitslehre, üb-
rigens auch in kulturkritischen Büchern neuerer Zeit. Er hat
ein feines Gespür für den rechten Augenblick und eilt vielen
seiner Glaubensgenossen etwas voraus (obwohl nirgends so viele
Menschen Zeit zur Verfügung haben wie in der röm.-kathol.
Kirche). Wenn Gu. 's Gemeinde heute weite Kreise umfaßt, dann
vornehmlich wegen der Art der Bewältigung seiner Themen
und ihrer Wahl. Gu. geht nicht vom Begriff aus, obwohl er
begrifflich klar unterscheidet. Er schaut die Fragen an, um-
kreist, entfaltet sie, rückt ihnen so auf den Leib, daß er sie
auf ihre einfachen Wurzeln zurückführt. Er packt sie also
auf jene Art an, die dem heutigen komplizierten Menschen
ungewohnt ist. Und er wählt solche Stoffe, die darum ak-
tuell sind, weil der moderne Mensch sie vergißt und miß-
achtet. Stets hat der Angesprochene das Gefühl: du selbst
bist gemeint.
Gu. hat viele kluge Worte gesagt, wenngleich er in Gefahr
schwebt, allzusehr im Unverbindlich-Allgemeinen und Pla-
tonischen stecken zu bleiben. Er sieht die Probleme, gibt auch
Richtungen der Lösung an — und das ist immerhin viel. Und
doch enttäuscht er! Er enttäuscht manchen, der im Burg-
gärtlein von Rothenfels nicht nur kluge Worte, sondern auch
das erlösende Wort zu Fragen erwarten durfte, die Gu.
nicht so sehr als Kulturphilosoph, denn als römisch-katho-
lischer Theologe hätte sprechen sollen. Aber wie er nur ganz
kurze Zeit sich Roman nannte, so ist er ein „Romano" ge-
blieben. Er hat zum Mariendogma geschwiegen — obwohl er
als Theologe um dessen Indefinibilität wissen konnte •— er
hat nicht gewagt, heiße Eisen im Hinblick auf große Ärger-
nisse in der römischen Kirche anzufassen. Heute wird Gu.
mit Ehren überhäuft, die er gewiß so gut, ja mehr als andere
verdient hat (obwohl der Jugend und seinen Verehrern ein
Mitverdienst gebührt). Wir schätzen Gu., wenngleich wir ihn
leise an Matth. 23, 8 erinnern möchten.
Gu. hat stets Wert auf beste buchtedinisdie Ausstattung gelegt.
Sie gibt jedem Wort das volle Gewicht. Dennoch möchten wir
den Verlag fragen, ob diese anspruchsvolle und teure Art
im Blick auf den gedachten und erwünschten Leserkreis
sozial verantwortbar ist.
Weatherhead, Leslie D., In aller Offenheit. Gelenktes
Sexualleben. Zwingli-Verlag, Stuttgart/Zürich, 1956,
232 S. geb. DM 12,90.
Der englische Theologe und Psychologe Weatherhead redet
wirklich in aller Offenheit, aber doch mit Güte — die ihn man-
ches vielleicht ein wenig zu harmlos sehen läßt — und Takt.
Die sachlich-ruhige und doch froh-aufmunternde Art trägt da-
zu bei, daß auch schon jüngere Menschen das Buch mit Gewinn
lesen. Wir wünschen es vor allem in die Hand der Eltern
und Verheirateten. Kleine Vorbehalte mögen hier unvermerkt
bleiben.
Randenborgh, Elisabeth von. Gebeugt zu deiner Spur.
Furche Verlag, 1956, 273 S. DM 8,80.
Die bekannte Schriftstellerin erzählt in diesem Roman die
Wege und Begegnungen im Leben der Fürstin von Gallitzin,
einer bedeutenden Frau des 18. Jahrhunderts. Besonders schil-
dert die V., wie die Fürstin unter dem Einfluß Hamans in der
Demut und im kindlichen Vertrauen auf Gott innerlich wuchs.
81
Aland, Kurt, Kirdiengesdiichte in Lebensbildern.
I. Teil, Die Frühzeit. Verlag Die Kirche, Berlin, 304 S.
DM 7,80.
Wir wissen viel zu wenig von den großen Gestalten der Kirche
aus der kirchlidien Frühzeit. Aland verbindet volkstümliche
Erzählkunst mit eingehendem Wissen. Wer diese 48 Lebens-
bilder liest, weiß mehr von den inneren Spannungen und
Problemen der jungen Kirdie als ihm ein trockener Abriß der
Kirdiengesdiichte bieten kann. Wir sollten daraus vorlesen
oder sogar manchmal an besonderen Festtagen auch einmal
über einen Ignatius von Antiochien, Polykarp, Cyprian, Chry-
sostomus. .\ugustinus predigen.
Barth, Karl, Wolfgang Amadeas Mozart 1756/1956.
Evang. Verlag, Zollikon, 3. AuH. DM 4,80.
Nur ein Satz, der mir aus dem Herzen gesprochen ist: „Wie
es mit der Musik dort steht, wo Sie (Mozart) sich jetzt be-
finden, ahne idi nur in Umrissen. Ich habe die Vermutung
einmal auf die Formel gebracht: ich sei nicht schlechthin
sidier, ob die Engel, wenn sie im Lobe Gottes begriffen sind,
gerade Bach spielen — idi sei aber sicher, daß sie, wenn sie
unter sich sind, Mozart spielen und daß ihnen dann doch auch
der liebe Gott besonders gern zuhört." Eine feine Gabe eines
großen Theologen.
Wer froh ist, ist ein König
Allerlei Sehmunzelei. Mit Bildern von Wolfgang Fei-
ten. Rufer Verlag, Gütersloh, 144 S. Leinen DM 4,80.
Hebel, Gillhof, Rosegger, Steguweit u. a. sind mit kleinen
heiteren und ergötzlichen Geschichten vertreten. Der Groß-
drude deutet darauf hin, daß das Buch wohl für augensdiwache
Menschen bestimmt ist.
Unfreiwilliger Humor. 168 S. DM 3.50.
Alter Witz. 112 S. DM 2,80.
Prof. Kalauers ausgewählte musikalisdie Schriften.
96 S. DM 4,80. Sämtliche im Heimeran Verlag, Mün-
dien erschienen.
Da gerade in unserm Jahrbuch für fröhliche Leute mandierlei
aufgezeidinet ist, sollen auch die drei Büchlein des Heimeran-
verlags hier eine ehrenvolle Erwähnung bekommen. Alles,
worüber wir uns freuen können, erleichtert uns unser Dasein.
Ebenso verdient auch Ernst Heimerans Voriiamenbüchleiii
(144 S., DM 5,80) genannt zu werden. Was bedeutet unser
Vorname — die Antwort gibt das Büchlein, schön gelrennt
nach Masculina et feminina.
Aus der Welt des Wissens
Baudin, Louis, So lebten die Inkas vor dem Unter-
gang des Reiches. 1957, Deutsche Verlagsanstalt Stutt-
gart, 1957, 298 S. DM 13,60.
Kein Dichter hat dieses Volk besungen, die Dokumente sind
widersprudisvoU und dürftig. Und doch ist es dem Autor ge-
lungen, das Leben dieses Volkes und seines sozialistischen
Staates auf dem Andenhochland uns nahezubringen.
Dulles, Foster, Rhea, Amerikas Weg zur Weltmacht
1898 bis 1966. Deutsche Verlagsanstalt, 318 S., 2 Kar-
ten. Leinen DM 16,80.
Das Jahr 1898 war die entscheidende Wende vom Isolationis-
mus zur Weltpolitik.
Von da an ging U.S.A. immer entschlossener in die Weltpolitik
hinein, getrieben von einem Gemisch von Verdienst wie Dienst-
willen. Der Historiker Dulles entrollt mit richtiger Akzent-
verteilung das historische Geschehen, das uns Älteren bekannt
ist. Wertvoll für uns, daß wir das Geschehen mit den Augen
des amerikanischen Betrachters sehen lernen.
Wirsing, GIselher, Die Rückkehr des mondo-mogo,
Afrika von Morgen. Eugen Diederichs Verlag, 1954,
286 S. DM 12,80.
Afrika ein brodelnder, von Fiebern geschüttelter Erdteil. Wird
er dem Zauberer wieder verfallen, kommunistisch werden, seine
Probleme wirtschaftlicher, rassischer, sexueller, sozialer und
religiöser Art meistern? Obwohl manches durch neue Ereig-
nisse überholt scheint, kann das Bestreben des Verfassers, uns
an die wirklichen Realitäten heranzuführen, uns heute noch
den gleidicrv Dienst wie vor drei Jahren leisten. Wer wollte
sich den Blick für die Spannungen und Probleme des schwar-
zen Erdteils nicht von einem Manne schärfen lassen, der aus
lebendiger Ansdiauung dazu imstande ist.
Aus der Vandenhoeck-Reihe (je 2.40 DM) des V«
denhoeck u. Ruprecht Verlags in Göttingen: Mens«
werdung. Das Atomzeitalter und unsere biologist
Zukunft, Weltbild und Glaube im 20. Jahrhundc
Vom Deutsdien Volk zum Deutschen Staat (3,60 D
Fangen wir mit dem letzten Büchlein an. Immer zog das
demütigte Volk neue Kraft aus seiner Geschichte. P. Joadi
scn (u. Leuschner) verfolgt die Bildung des deutsdien Na
nalbewußtseins von den Zeiten der Germanen bis heute,
sere Jugendgruppen sollten es gemeinsam durdiarbeiten.
Heinz Horst Schrey setzt sich mit dem geistigen Brudi aus«
ander, der durch das moderne Wellbild allüberall auftrat \
versucht fünf Antworten. Das Büchlein verlangt scharfes I
denken. — Ähnliches gilt von dem Büdilein des Begründ
der medizinischen Anthropologie Viktor von Weizsäcker,
die Menschenführung unter ihren biologischen und metaph
sehen Voraussetzungen betrachtet. — Eine ungeheure .\ktu
tat besitzt das Büchlein von H. W. Brönstedt über die biob
sehen Probleme, die das .\tomzeitalter uns aufgibt. Je be;
wir das Bisiko kennen, umso mehr können wir uns vor
möglichen Folgen bewahren. Inzwischen sind ja durdi
Mahnrufe Schweitzers, der Kernphysiker und die öfTenlli
Erörterung viele Menschen wach geworden. Was die Al
bombe betrifft, wurde m. E. noch gar zu wenig darauf aufnn
sam gemacht, daß die Atomwaffe außerhalb jedes Völkern
tes und jeder Sittlichkeit steht. Ich möchte meinen, daß r
Erzielung eines Abkommens unter den Mächten, auf die AI
Waffen zu verzichten, alle Staaten die .\tomwaffen 1. dt
ihre Gesetzgebung, 2. durch Erziehungsmaßnahmen an ih
Einwohnern ächten müßten. Darüber hinaus sollten alle
ganisationen der Welt, die Berufsverbände und Gewerksc
ten, die Schulen und Universitäten, die Kirchen und Ven
jeder Art von ihren Mitgliedern einen Eid fordern, ahn
dem, den die Ärzte seit Hippokrates ablegen, des Inhal
weder solche Waffen herzustellen (wozu auch Baketen mit
maren Einsätzen gehören müßten), noch ihre Anwendung zu
den, noch einen Befehl hierzu zu geben oder zu befolgen
jeden, der sich der Ächtung widersetzte, als Verbredier
betrachten und ihn unschädlich zu machen. Völkervemicht
ist ehrlos. Weltvernichtung Wahnsinn. Ehrlose Verbret
und Irrsinnige aber sperrt man ein. Wenn die Völker <
Kriege nicht auszukommen vermeinen, muß alles getan \
den, sie nur mit solchen Waffen zu führen, die Nichtkom
tanten aus dem Spiel lassen.
Romane, Erzählungen, Jugendbücher
Heinrich Willi, Das geduldige Fleisch. Deutsche A
lagsanstalt Stuttgart, Volksausgabe 1957, 407
DM 9,80.
Wer als Soldat den ersten oder zweiten Weltkrieg erlebt
wird sich in ständigen Abwandlungen in diesem Boman
derfinden, der Boman nur in der Gestaltung, nicht in sc
Realistik ist. Nur wer ihr und ihren Problemen standha
kann, soll diesen Kriegsroman lesen. Vom allgemein men
lidien wie christlichen Standpunkt aus sind überdies er
Bedenken anzumelden. Die Häufung gewisser Sdiilderungen
Frauen und andere an Sadismus grenzende Dinge lassen
Frage zu, ob dieser Verfasser das Recht hat, Gott als Si
bezeichnen zu lassen.
HoUatz, Dorothea, Tau und Tränen der Frühe.
schichten um Kinder. Illustriert. Rufer Verlag,
tersloh, 1956, 80 S. DM 4,80.
Ein feines Büchlein, in schöner Sprache, das mandien eine
sonnene Stunde sdienkt.
De Jong, Meindert, Das Rad auf der Schule. 23!
DM 7,20.
O Moran, M., Tapferer kleiner INYO. 168 S.
Finden, Halvor, Jugend überspringt Grenzen. 14
DM 5,20.
Alle drei Bücher sind im Hermann Schaffstein Verlag er»
nen und eignen sich von 10 Jahren an. Das „Rad auf der ^
le" wurde mit dem deutsdien Kindcrbudipreis 1957 ausgez'
net. Auch die beiden anderen Jugendbücher fanden ehr
Anerkennung. Sie lesen sich spannend und bringen durd^
inhaltreiche köstliche Geschichten. Wir können sie als V
naditsgabe für unsere Kinder sehr empfehlen.
Schmid, Alfred, Und der Fngel kam. Berchtold I
ler Verlag, Bern, 1954, 178 S. DM 4,—.
13 Erzählungen für groß und klein, edit volkstümlich, i
geeignet für Belohnungsstunden im Religionsuntericht
für unsere Frauen- Versammlungen.
Verzeichnis der Autonomen Katholischen Kirchen und ihrer wichtigen
Einrichtungen
<ürzungen: Patr. = Patriarch - Pr. = Primas - Mp. = Metropolit - Erzb. = Erzbischof - B. = Bischof - D. = Diözese - Gl. = Glieder
i. = Seine Heiligkeit - S.E. = SeineEminenz oder Excellenz - Pfr. = Pfarrer - Pfv. = Pfarrverweser - x = Geb. Tag - y = Weihe
= Vorsitzender - Obm. = Obmann - KKasse = Kirchenkasse - K. = Küster - O. = Organist - PSKto = Postscheckkonto - ALT-KATH.
KIRCHE = eigene oder zum alleinigen Gebrauch öberlassene Kirche - G. = Gottesdienst
t SELBST. KIRCHENGEMEINDE mit Pfarramtssitz - SELBST. KIRCHENGEMEINDE - Teilgemeinde - Gottesdienststation
Frv. = Frauenvereinvors. - Mwerk = Männerwerk - KChor = Kirchenchor - Jgd. = Jugendbund
e Kirche ist „katholisch", wenn sie durch die apostolische Sukzession ihrer Bischöfe in historischer Kontinuität mit der Einen
iligen Katholischen und Apostolischen Kirche Jesu Christi steht und die Wesenseigentümlichkeiten der Alten Ungeteilten Kirche
; 1. Jahrtausends in ihrem Glaubenszeugnis darstellt. „Autonom" ist eine Katholische Kirche dann, wenn sie nicht dem Juris-
:tionsprimat und dem unfehlbaren Lehramt des römischen Papstes untersteht, sondern in ihrem kirchlichen Verwaltungsleben und
ihrer äußeren Gestaltung selbständig ist. Einige dieser Autonomen Katholischen Kirchen sind durch besondere geschichtliche
iignisse zu Kirchengemeinschaften vereinigt.
I. Die Ait-Katholischen Kirchen der Utrechter Union
[■»Utrechter Union ist eine Gemeinschaft von selbständigen Katholischen Nationalkirchen, die mit dem erzbischöflichen Stuhl von
echt und miteinander in voller kirchlicher Gemeinschaft stehen. Höchstes Organ ist die Bischofskonferenz, deren Präsident der
bischof von Utrecht ist und die alle 2 Jahre sich versammelt.
1. Katholisches Bistum
der Alt-Katholiken in Deutschland
Bischof:
Bischof Johannes Jos. Demmel, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25,
F 22485.
Weihbischof:
Dr. Otto Steinwachs, 17a NeckargemOnd, Peter Schnellbach-
str. 27, F 2218.
Bischöfliches Ordinariat und Verwaltung:
BONN Gregor-Mendel-Str. 25 - 22485 - Kassenverwaltung:
Rendantin Schw. Hilde Görg, PSKto. KÖLN 7741.
Synodalvertretung :
1. V.: Der Bischof. 2. V.: Prof. Berth. Spuler, Hamburg 13,
Mittelweg 90. Ordentl. Mitglieder: Pfr. Heinrich Hütwohl,
Essen, Bernestr. 1 ; Pfr. Paul Pfister, Frankfurt o. M., Varren-
troppstr. 71; Dr. jur. Alfons Amann, Völklingen/Saar, Krepp-
str. 10; Forstmeister Petri, Koblenz, Rheinau 2, Prof. Berth.
Spuler, Hamburg 13, Mittelweg 90 — Außerordentliche Mit-
glieder: Dekan Dr. Franz Buchta, Berlin-Friedenau, Stierstr. 3;
Prof. Dr. Werner Küppers, Bonn, Arndtstr. 23; Adolf Michel,
München 25, Dietramszeller Str. 2/0; Dr. med. Max Sauter,
Stuttgart S, Schickhardtstr. 51; — Ehrenhalber: Prof. Dr.
Walter Petri, Koblenz-Oberwerth, Rheinau 2; — Von Amts-
wegen: Weihbischof Dr. O. Steinwachs, Neckargemünd, Peter-
Schnell bach-Str. 27; Synodalanwalt: Landgerichtsrat Hans
Backes, Bad Godesberg, Klufterstr. 111.
Synodalobergericht:
Präsident: Amtsgerichtsrat Heinz Oeking-Düsseldorf-Lohau-
sen, Niederrheinstr. 20. 2 Räte.
Synodalgericht:
Synodalrichter: Oberregierungsrat Dr. R. Rebsamen, Fulda.
Schöffen: 6 Geistliche, 6 Laien.
Alt.-Icath. Seminar der Universität Bonn.
Universitäts-Hauptgebäude 1. Stock, F 32141. Direktor: Prof.
Dr. theol. Werner Küppers, Bonn, Arndtstr. 23, F 21710.
Lehrauftrag: Systematische Theologie.
Bischofl. Seminar und Konvikt .Johanneum", Bonn, Baum-
schulallee 9. Regens: Prof. Dr. Küppers. Mit der Abhaltung
von Vorlesungen beauftragt: Dozent Pfr. P. Pfister: Praktische
Theologie. Dozent Pfr. H. Hütwohl: Kirchenrecht. Pfr. Lic.
Pursch: Liturgie u. Lit.-Geschichte.
Alt-katholisches Meldeamt:
Pfr. Hans Huber 17b Mundelfingen ü. Donaueschingen.
Allgemeine Pfarrvereinigung:
[• V.: Pfr. Fritz Hermann 14a Stuttgart-Gerlingen, Schiller-
nöhe, Amselweg 44. 2. V.: Pfr. Paul Pfister, Ffm. Kassenver-
waltung: Pfr. M. Rademacher, Bielefeld, Am Steinbrink 47b
(PSKto Dortmund 37230).
a) Südbadische Pfarrkonferenz:
Leiter: Geistl. Rat W. Rosch, Freiburg, Habsburgerstr. 49
b) Rhein-Main-Pfarrkonferenz:
Leiter: Pfr. J. Brinkhues, Heidelberg, Kaiserstr. 5
c) Bayerische Pfarrkonferenz:
Leiter: Pfr. E. Volz, Augsburg-Hochfeld, Hennchstr. 21/2
d) Nordrhein.-westf. Pfarrkonferenz:
Leiter: Pfr. E. Vorfeld, Düsseldorf-Stockum, Uhienweg 6
11. Landessynodalrat der Alt-katholischen Kirche in
Badan-Württemberg :
Präsident: Weihbischof Dr. Otto Steinwachs-Neckargemönd,
Peter-Schnellbach-Str. 27, F 218. — 2. V.: Facharzt Dr. med.
Max Sauter, Stuttgart-S, Schickhardtstr. 51. — Mitglieder:
Pfr. Fritz Hermann, Stuttgart-Gerlingen; Gustav Weßbecher,
Mannheim; Oskar Schäuble, Hohentengen.
12. Badische Alt-katholische Kirchensteuervertretung:
V.: E. Boos, Singen, Worblingerstr. 6.
13. Badische Alt-katholische Landes-Kirchenkasse:
Rechner: Frau Ruth Michelis, Freiburg i. Br., Marienstr. 1,
PSKto Karlsruhe 39048.
14. Landessynodalrat der Alt-katholischen Kirche in Bayern:
Präsident: Dekan Jos. Schniertshauer, München 13, Franz-
Joseph-Str. 20/111, F 338040. — Stellv. V.: C. Geyer, Augsburg,
Georg-Haindlstr. 3; Mitglieder: Pfr. Volz, Augsburg; Leo
Haas, Nürnberg; Dr. H. Krieger, Kaufbeuren; Jos. Miethaner,
Rosenheim, Franz Spohn, Kempten; Prof. ThOrlings, München;
Karl Wipplinger, München.
RechnungsstelTe: Sofie Döbler, München 12, Kazmairstr. 18/111,
F 557240, PSKto: München 45421.
15. Landessynodalrat der Alt-katholischen Kirche in Hessen:
1. V.: Ernst Müller, Offenbach a. M., Landgrafenring 55,
F 85406. 2. V.: Pfr. Hans Eder, Wiesbaden, Dotzheimer-
straße 52. Mitgl.: Pfr. Gerh. Lenz-Frankfurt; Pfr. Paul Pfister-
Frankfurt; W. Forg-Offenbach; Dr. Eugen Frentzel-Frankfurt;
Wilh. Schlitz-Offenbach; Dr. Schwarz-Frankfurt; Rud. Beier-
Assenheim; — Landessynodalkasse: Offenbach a. M. Bank-
konto Stadt. Sparkasse Offenbach, Hauptzweigstelle Kaiser-
str. 27. Nr. 11/7245.
16. Steuerverband der Alt-katholischen Kirche der Pfalz:
V.: Weihbischof Dr. Otto Steinwachs Neckargemünd. PSKto :
Ludwigshafen 26880. Mitglieder: Pfr. J. Kaufmann-Saar-
brücken, Pfr. Dr. H. Roder-Mannheim, Pfr. B. Schöke-Karls-
ruhe, Herr A. Ludwig-Lamprecht, Frau L. Wanger-Franken-
thal.
17. Westfälische Bezirkssynode:
V.: Frdr. Weissohn, Essen, Münstersteinbruch 12. Rechner:
Dr. H. Herbst-Bochum. Schriftf.: Pfr.H. Hütwohl-Essen. Mit-
glieder: Wilh. Bellmann-Essen; Ed. Bartsch-Essen; Alfr. Wer-
ner-Bottrop.
18. Dekanate:
I.Baden-Württemberg u. Pfalz: Weihbischof Dr. Steinwachs,
Neckargemünd, Peter-Schnellbach-Str. 27, F 2218.
2. Bayern: Dekan: J. Schniertshauer, Mönchen 13, Franz-
Joseph-Str. 20, F München 338040.
3. Berlin und DDR: Dekan Dr. Franz Buchta, Berlin-Friede-
nau, Stierstr. 3, F 835223.
83
Gemeinden und Pfarreien
LBADEN-WORHEMBERG
Aalen; (zu Stuttgart) G.: Ev. Johanniskirdie Aalen So. 9.30
V.: Otto Richter, Aalen, Priemelweg 6A — O.: Wilhelm Seidel.
t BADEN-BADEN; G.: SPITALKIRCHE Gernsbadierstr. 37 So. u.
Ftg. 10.00, id. Mi. 20.00 Messe, jd. Do. 20.00 Bibelstunde — Pfr.
u. V.: Josef Lieser (x29.12.01 y8.8.26), Hochstr. 2, F 3391 — KKasse:
Frl. Marg. Schweigert, Stadelh. Str. 6, PSKto Karlsruhe 6310. K.:
Elisabeth Günther — O.: Musiklehrer Alf. Bürck — KChor: Al-
fons Bürck — Frv.: Frau El. Lieser, Hochstr. 2.
t BLUMBE RG; G.: CHRISTUSKIRCHE, So. u. Ftg. 14-tg. wechselnd
8.30 u. 10~3Ö" Pfr. u. V.: Heinrich Schmitt (x27.12.11 yl.3.36],
Hauptstr. 95, F 151 — 2. V.: Architekt Theod. Schmid, Schulstr. 2,
F 281 — KKasse: Inspektor Oswald Liebert, Lerchenweg 2,
Girokto. Bez. Spark. Donaueschingen — K.: Eugen Schmid —
O.: Bauch — Frv.: Frau Hilda Schmid, Zollhaus, Schaffh. Str. 19
— Gem. Schw. : Franziska Cosalter.
Böblingen; (zu Stuttgart) G.: Ev. Gemeindehaus Samstag 17.00 —
V.: Prof. Karl Bangert, Schillerstr. 53.
+ DETTIGHOFEN; G.: ERLÖSERKIRCHE, 14-tg. 8.30, 14-tg. 10.00
Pfr. u. V.: vacat, Dettighofen Ober Waldshut — 2. Y.: Viktor
Frey, Eichberg — KKasse: Alfred Frey, Hinterer Eichberg, PSKto
Karlsruhe 16126 — K.: Karl Schaub jun. — O.: Frau Minnie
Häring — KChor: Dirigent Wilhelm Spitznagel — Frv.: Frau
Minnie Häring — Jgd.: Egon Hartmann, ßernwangen — Gem.
Schw.: Meto Schön.
EPFENHOFEN; (zu Blumberg) G.: NOTKIRCHE, 14-tg. 10.30 —
2. V.: Hugo Gleichauf — KKasse: Hugo Gleichauf, Bez. Spark.
Donaueschingen 70377.
EBlingen; (zu Stuttgart) G.: Hintere Kirche beim ev. Gemeinde-
haus. So. 10.30 — V.: Prof. Dr. Posselt, Eßlingen-Hegensberg,
Gartenstr. 23.
t FREIBURG; G.: St. URSULAKIRCHE, Eisenbahnstr. 50 So. u.
Ftg. 9.30 — f'fr. u. V.: Geistl. Rat W. Rosdi (x26.1.88 y2.8.14),
Ludwigstr. 6, F 6094 — 2. V.: Korn. Rat Hugo Raimann, Reiterstr.
14, F 6502 — KKasse: PSKto Karlsruhe 10958 — K.: M. Gengen-
bacher, Ferd.-Weiß-Str. 16 — O.: Dr. Müller — Frv. Frl. Emilie
Betz, Uhlandstr. 9 — Jgd.: Richard Motsch, Karlstr. 32 — Mwerk:
BBOberrat F. Ganz, Reiterstr. 14.
t FURTWANGEN ; G.: Ev. Kirche, So. u. Ftg. 7.45 (1 So. 10.00).
Pfr. u. V.: Wilhelm Eggert (xl 4.7.03 ylO.3.29), Lindenstr. 8, F 370
— 2. V.: Adolf Volk, Eisenbahnstr. 2 — KKasse: Fritz Hakenjos,
Kirnerstr. 9, Kto. Bez. Spark. Furtwangen Nr. 915 — K.: Emil
Fehrenbach — O.: Gew. Lhr. G. Lohrer — Frv.: Frau Luise
Gutjahr, Schillerstr. 3.
PUTZEN; (zu Blumberg) G.: ERLÖSERKIRCHE, 14-tg. 9.X — 2. V.:
Martin Borna — KKasse: Wilhelm Wild, Sattlermeister, Bez.
Kasse Stühlingen Kto. 8738 — K.: Elsa Wild — O. : Adolf Roth —
Frv.: Frau Walburga Frey.
GUTENBACH; (zu Furtwangen) G.: NOTKIRCHE, So. u. Ftg. 9.30
(1 .So. 8.00) — 2. V.: Primus Scherzinger, Hübschental — KKasse:
Erich Heim, Landstr. 98, Bez. Spark. Furtwangen 4695 — K.:
Gustav Kraus — O.: Lina Hug — Frv.: Frau Lydia Heim,
Landstr. 98.
t HEIDELBERG: G.: ERLÖSERKIRCHE, Plöck 44, So. u. l.Ftg. 10.00
u. sommers Mittw. 20.00 — Pfr. u. V.: Josef Brinkhues (x21.6.13
yl2.2.37), Kaiserstr. 5, F 22307 — 2. V.: Josef Krell, Bergheimer
Str. 26 — KKasse: Adolf Ender, Kaiserstr. 5, PSKto Karlsruhe
13984 — Frv.: Frl. Frieda Saam, Moltkestr. 7.
HOHENTENGEN; (zu Dettighofen) G.: NOTKIRCHE, 14-tg. 10.00
— 2. V : Sägewerkesbes. Oskar Schäuble, Hohentengen Amt
Waldshut — KKasse: Alfred Schäuble, Hohentengen 81 — K.:
Alfred Schäuble — O. : Oskar Baumgartner — Frv.: Frau Anna
Stadler.
t KARLSRUHE; G .; AUFERSTEHUNGSKIRCHE Röntgenstr., So. u.
Ftg. 9.3Ö — P^. u. V.: Benno Schöke (x24.4.12 y8.1.39), Röntgen-
str. 1, F 23394 — 2. V.: RBDir. Hermann Ganz, Schillerstr. 56,
F 21859 — KKasse: Albert Itta, LMarumstr. 41, PSKto Karlsruhe
4627 — K.: Robert Neininger — O.: Gertrud Wesel — Frv.: Elly
Johne, Hirschstr. 106 — Jgd.: Wolfgang Bella, RFranckstr. 32.
KOMMINGEN; (zu Blumberg) G.: PFARRKIRCHE, 14-tg. wech-
selnd 9.00 u. 10.00 — 2. V.: Verwalter Karl Schmid (Tengen 322)
— KKasse: Severin Schmid, Landwirt — Frv.: Frau Elise Schmid
— Gem. Schw.: Lina Sauter.
t KONSTANZ; G.: CHRISTUSKIRCHE, Mönsterplatz, So. u. Ftg.
^.3Ö— Pfr. u. V.: Dr. Jos. Heinsberg (xl.7.01 yl 4.8.24), Schweden-
str. 11, F 3159 — 2. V.: Juwelier Kurt Müller, Kanzleistr. 6, F 4334
— KKasse: Hugo Schätzle, Stephansplatz 47, Kto. Stadt. Spar-
kasse 1884 — Lehrp.: Oberlehrer Hugo Schätzle — O.: Franz
Schmidt, Mainaustr. 32 — Frv.: Frau Johanna Welsch, Lorettosteig
38, F 5424 — Jgd.: Diethelm Heuschen, Mozartstr. 11.
LADENBURG: (zu Heidelberg) G.: SEBASTIANSKIRCHE. So.
Ftg. 8.30 — 2. V.: Eugen Borho, Kurzgewann 17 — Pfarrer
Zehnstr. 21, F Bläß 307 — KKasse: Frau Gretel Borho, Ku
gewann 17, PSKto Karlsruhe 50466 — O.: Käthe Max — Frv.: Fi
Elisabeth Hilgers, Kurzgewann 17.
Lörrach; (zu Zell/Wiesental) G.: Ev.-Iuth. Kapelle, Baumqartn
Str. 27, 2. So. 9.20.
LOnSTEHEN; (zu Singen) G.: HEILIGKREUZKAPELLE, 2. So.
1 Ftg. sommers 9.00, winters 9.30 — 2. V.: El. Meister Johc
Homlicher — KKasse: Zim. Meister Max Würthenberger, Vo
bank Jestetten Kto. 234 — K.: Erich Binkert — O.: Max Würth
berger — Frv.: Frau Marie Güntert, Nack über Lottstetten
Lehrp.: Hauptlehrerin Edith Windler.
Ludwigsburg: (zu Stuttgart) G.: Ev. Gemeindehaus, Sa. 16.00
V.: Frau E. Strecker, Luisenstr. 4.
t MANNHEIM: G.: SCHLOSSKIRCHE Westl. Schloßflügel,
u. Ftg.: Mai-Sept. 9.30, Okt.-April 10.00 Mi. 9.00 — Pfr. u.
Dr. Hugo Roder (x28.4.06 y2.4.34), M 7,2, F 21363 — 2. V.: Stc
kassendir. Robert Weßbecher, HWolfstr. 12 — KKasse: Gu;
Weßbecher, Mühldorfer Str. 5, PSKto KaHsruhe 17784 — Leh,
Frau Hilde Zaruba, Horst Furtwängler — K.: Willi Helml
Kirchenstr. 5 — O.: Frau Emmi Kallenheim — Frv.: Frau 1
Reinbold, Elfenstr. 3 — KChor: Frau Emmi Kallenheim — Mw(
0-lnsp. Erich Kallenheim — Jgd.: Lehrer Horst Furtwängler
Monnheim-Waldhof: (zu Mannheim) G.: ERLÖSERKIRCHE Wc
Str. 117, So. u. Ftg.: Mai-Sept. 9.30, Okt.-April 10.00 — Vit
Paul Fojkar, (x9.7.14 yl9.3.41) Gartenstadt, Waldfrieden
F 59156 — K, : Georg Eberlein, Gartenstadt, Ginsterweg 5
O.: Heinz Schurr — Frv.: Frau Anna Riesinger, Waldstr.
MESSKIRCH; (zu Sauldorf) G.: LIEBFRAUENKIRCHE Meßki
So. u. Ftg. abw. 8.30 u. 10.45 — 2. V.: Inspektor Wilhelm 8
— KKasse: Inspektor Wilhelm Blum, Kto. Sparkasse Meßkird
K.: Schw. Lina Kiebler — O.: Klara Schmid — Frv.: Frl. Mt
Gitschier, Mengenerstr. 42 — KrPflv. : Frau M. Votteler, Apoth
— Schw.: Lina Kiebler u. Hilde Keller, Schnerkingerstr. 4.
t MUNDELFINGEN; G.: MARGARETENKAPELLE jd. So. u.
9.30 — Pfr. u. V.: Hans Huber (xl7.1.89 y25.7.12), Mundelfin
über Donaueschingen — 2. V.: Ernst Grießhaber — KKo
PSKto Karlsruhe 27312 — K.: Hermann Weite — O.: Herü
Heinemann — Frv.: Frau Klara Weite, 22.
OFFENBURG; (zu Baden-Baden) G.: KIRCHE, Offenburg, G
nasiumstr. 7, 1. So. 10.00 — 2. V.: August Schmidt, Wilhelmsti
— KKasse: Frau Josefa Wunderlich, Hauptstr. 52, PSKto Kc
ruhe 75411 — K.: Frau Josefa Wunderlich — O.: Musiklei
Alf. Burk — Frv.: Frau Maria Kreusch, Friedrichstr. 62.
PFORZHEIM ; (zu Stuttgart) G.: Ev. Nordstadtkirche, samsl
sommers 17.00, winters 16.00 — 2. V.: Theo Weh, Maximiliar
130 — KKasse: Friedrich Weimar, Westliche 360, PSKto Karlsr
17942 — O.: Erich Hagenbucher.
Radoifzell; (zu Singen) Obm.: Gew. Schuldir. i. R. Robert C
Obertorstr. 7.
Ravensburg; (zu Konstanz) G.: Ev. Gemeindehaus, 4. So. 9.3
Obm.: Frau Mark, Friedhofstr. 14.
Rheinfelden: (zu Säckingen) G.: Alte Ev. Kirche, am Bahn
14-tg, 9.30 oder 13.30 — K.: Frau H. Haab, Baslerstr. 9.
t SÄCKINGEN; G.: ALT-KATH. KIRCHE, 14-tg. 9.30 - Pfr. u.
Hans Bürke (xl4.8.08 y2.4.38), Schillerstr. 13, F 276 - 2.
Stadtrat Willi Spitznagel, Uhlandstr. 9, F 582 — KKasse: E
Huber, Ob. Flühstr. 24, F 555, PSKto Karlsruhe 37343 — K: I
Frömmel, Flühstr. 7 — Frv.: Frau Berta Huber-Bärmann, Ol
Flühstr. 24.
t SAULDORF; (Amt Meßkirch) G.: NOTKIRCHE, So. u Ftg. c
^.ÖÖ u. 10.15 — Pfr. u. V.: Herbert Wlokas (x4.3.09 y5.4.36),
Meßkirch 367 (Karl Gabele) — 2. V.: Emil Schellinger, Land
— KKasse: Johann Bauer — K.: Walter Matheis ~ O.: Hern"
Schellinger — KChor: Lisa Wlokas — Frv.: Frau Karoline Gc
— KrPflv.: Frau Lisa Wlokas — Jgd.: Otto Matheis.
Schwöbisch-Gmün d; (zu Stuttgart) G.: Ev. Augustinuskit
So. 16.00 — V.: Otto Wick, Marktplatz 13.
SCHWAN IN GEN; (zu Stühlingen) G.: MARTINS-NOTKIR(
14-tg. 8.30 — 2. V.: Landw. Josef Stadler, Schwaninaen,
Bonndorf/Schwarzw. — KKasse: Schmiedem. Erich Stadler,
Bez. Spark. Stühlingen 517 — K, u. O. : Forstwart Anton ßur
t SINGEN: G.: PFARRKIRCHE, Freiheitsstraße 9, So. u.
sommers 9.00, winters 9.30 — Pfr. u. V.: Karl Kuenz (xl
yl9.10.24), Freiheitsstr. 9, F 2515 — 2. V.: Willy Fischer, Sch(
Str. 4 — KKasse: Bilanzbuchh. F. A. Schmid, Finkenschlagwc
F 3362, Kto. Bez. Spark. 3406 — K.: Karlheinr. Kuenz — O.:
rektor Ernst Sanns — KChor: Hauptlehrer i. R. Adolf Kohle
Frv.: Frau Hilde Kohler, Mühlenstr. 3 — Jgd.: Bernd Fe
Alpenstr. 4 — Lehrp.: Konrektor Ernst Sanns, Alpenstr. 13.
JTÜHLINGEN: G.: SEBASTIANS-STADTKIRCHE, 14-tg. sommers
)" winters 9.30 — Pfr. u. V.: Geistl. Rat A. Reinelt (x3.7.87
712) Sophie-Wörth-Stiftung — 2. V.: Julius Würth, Ober-
f'— 'KKasse: Ratschreiber Herm, Buche, Stühlingen, Bez.
irk Stöhlingen Kto. 517 — K. : Hermann Isele — O.: Walter
rmann — Frv. : Frau Luise Nober, Stadtweg.
STUTTGART: G. : AtT-KATH. PFARRKIRCHE, Olgastr.-Katha-
enplatz, bo. u. Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Fritz Herrmann (xl9.9.10
534) Stuttgart-Gerlir.gen, Schillerhöhe, Amselweg 44, F Stadt
352 ausw. 07156352 — 2. V.: Dr. med. Max Sauter, Stuttgart-S,
ickhardtstr. 51 — KKasse: Josef Loch, Leonberg, Haldenstr. 12,
:to Stuttgart 18394 — O.: Wilhelm Reck — Frv.: Frau Ros-
ho Herrmann ü. Pfarramt — Jgd. Dieter Stefezius, Stgt.-
nnstodt, Wiesbadener Str. 12.
NGEN /Oberrhein: (zu Stühlingen) G.: HEILIGKREUZKAPELLE
So u 2. hg. 13.30 — 2. V.: Wilh. Schreiber, Steuer-O-Sekr.,
oeilenstr. 12 — KKasse: Otto Eiselin, Kaufmann, Hauptstr.,
r. Bez. Spark. StOhlingen 517 — K.: Frau Rosa Schumpp —
: Rektor Heinrich Noe.
lingen: (zu Mundelfingen) G.: Ev. Stadtkirche St. Johann,
rberstr., viertelj. — Obm.: Otto Wulst, Saarlandstr. 26.
^Idshut; (zu Säckingen) G.: Ev. Gemeindesaal, Kaiserstr. 95,
tg.: 8.30 — 2. V.: Walter Schirmer, O.-Zoll-Insp., Bergstr. 2 —
.: Frau Anna Kaufmann, Ziegelfeld 1.
alidürn; (zu Heidelberg) G.: Ev. Kirche, zweimonatl. — Obm.:
lu Rosa Solich, Siedlungsstr. 3.
ZEL L Wiesent al: G.: CHRISTUSKIRCHE, Schulstr., 1. 3., 4. u.
So 9 30 — PfiTu. V.: Anton Degen (xl 4.2.05 yl 2.4.31), Gottfr.-
;smann-Str. 7, F 286 — 2. V.: Otto Sütterle, Schopf hei merstraße
KKasse: Hans Faller, Frv.: Frau Helene Degen, Gottfried-
3mann-Str. — Jgd.: Karl Reichert, Schönauer Str.
2. BAYERN
(zu Regensburg) viertelj. Obm: Ing. Walter Quitt,
20.
(zu Nürnberg) G.: Evang. St, Johonniskirche nach Ein-
"V.: Roman Gonska, Kannenstr. 6.
CHAFFENBURG : (zu Würzburg) G.: Pfaffengasse 13, 10.00
o. Jäger-Kaserne US-Chapel 14.30 nach Bekanntgabe i. „Main-
10' — V.: Pfr. Christian Huber, v. Medicusstr. 15.
AUGSBURG: G.: Heiliggeistspitalkirche, Rotes Tor So. u. Ftg.
u. Die. 9.00 - Pfr. u. V.: Emil Volz (xl6.9.1912 yl9.4.1936),
gsburg-Hochfeld, Hennchstr. Tk, F 7210 2. V.: Kaufmann Karl
gier, Holzbachstr, 27a I — KKasse: Fritz Gaudnek, Goggin-
n, P. Henleinstr. 1, F 33545, PSKto München 18226 — O.: Mu-
direktor Christoph Schneider, Völkstr. 1, F 4052 — Frv.: Karo-
a Kugler, Holzbachstr. 27a, F 8769. Adresse des Alt-Kath.
jrramtes Augsburg, Thommstr. 17, F 7210.
mberg: (zu Nürnberg) G.: Evang. Erlöserkirche, letzter So.
00 — V.: Franz Kindermann, Nürnberger Str. 73.
YREUTH: (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Löhehaus, Bismarckstr. 3,
So. 9.00 — V.: Dr. Ed. Scholze, Humboldstr. 7.
rditesgoden: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche 1. So. Jan., Apr.,
li, Okt. 14.00 — Obm.: Anton Sluka, Reichenbachstr. 14.
chloe: (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche, viertelj.
bwrg: (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Salvatorkirche 2. So. 13.45 —
; Jul. Heller, Neue Heimat 14.
ichau: (zu München) ev. Kirche auf Einladung.
>nauwörth: (zu Augsburg) G.: Ev. Kirche zweimtl. — Obm.:
b. Ang, E. Unterseher, Bahnhof,
ding: (zu München) ev. Kirche auf Einladung.
iongen : (zu Nürnberg) G.: 1. So. sommers 9.30 Neustädter
edhofskirche, winters 16.30 Henkestr. 34 geheizt — V.: Dipl.
g. Karl Fischer, Richard-Strauß-Str. 19.
Atelberg: (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Christuskirche 4. So. 8.00
V.: Rudolf Schier, Birkenstr. 6, Frv.: Elsa Geischberg, Neubau,
'ünsteinweg 1.
sising: (zu München) ev. Gemeindesaal auf Einladung.
rstenfeldbruck: (zu München) ev. Kirche auf Einladung.
rth: (zu Nürnberg) G.: Marienstr. 4, 3. So. 9.30 — V.: Wilhelm
2uner, Johannisstr. 9 IV.
ssen: (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche, sechswchtl.
armiseh: (zu Augsburg) G.: viertelj. Ev. Kirche — Obm.: Barth.
2slmeier, Oberau, Triftstr. 26.
gretsried: (zu Mönchen) Kapelle-Omnibushaltestelle auf Ein-
Jung.
"loch: (zu Würzburg) V.: Günter Alfred, Hasloch 65.
^ß^"rt: (zu Würzburg) G.: Evang. -luth. Gemeindesaal, 1. So.
i5 — V.: Karl König, Obere Vorstadt 15.
^^ Saale: (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Evang. Hospitalkirche —
: Hugo Hafran, Weberstr. 23.
Immenstadt: (zu Kempten) G. : Ev.-luth. Kirche 1. So. u. 2. Ftg.
14.00.
Ingofstadt: (zu Regensburg) monatl. — Obm.: Frau Anna Spö-
rer, Flandernkaserne Zim. 185.
Karlstadt/Main: (zu Wörzburg) Ev. Kirche — V.: Frenz Ruppert,
Rathausgasse 142.
t KAUFBEUREN-NEUGABLONZ : G.: CHRISTI HIMMELFAHRTS-
KIRCHE Neugablonz, Fichtenweg, So. u. Ftg. 9.00, Di. 7.15,
Mi. 19.30 — DOMINIKUSKIRCHE Kaufbeuren, Augsburger Str.,
1. u. 3. So. 10.30 — Pfr. Bernhard Bödefeld (xl7.3.13 y29.6.36)
Kaufbeuren-Neugablonz, Fichtenweg 6, F6094 — V.: Arnold
Rösler, Glaswarenerzeuger, Untergermaringen über Kaufbeuren
— 2. V.: Ernst Kießlich, Kaufmann, Neugablonz, Hubertusstr. 27.
— KKasse: Franz Lammel, Neugablonz, Herbststr. 3, PSKto
München 48405 — K. u. O.: Alfred Peter, Oberbeuren, Am Bad-
anger — KChor: Alfred Peter — Frv.: Gisela Neumann, Neu-
gablonz, Waldzeile 7 — Jgd.: Frau Ilse Bödefeld — Kch.: Al-
fred Peter.
t KEMPTEN: G.: FORSTENSAAL der Residenz, Westflügel 2.Stock
%o. u. Ftg. 9.15 — Pfr.: Fritz Kraeling (x6.7.08 yl2.8.34). Lin-
dauer Str. 3, F 3257 — V.: Kaufmann Franz Spohn, Kapellen-
platz 3 — KKasse: Fritz StofFI, Lindauer Str. 3, PSKto München
57513 — K.: Ludw. Oswald, Hirschstr. 11.
Königshofen/Grabfeld ; (zu Wörzburg) V.: Bruno Blaschka, Kro-
nenkeller-Allee 404.
Krumbach/Schwaben: (zu Augsburg) G.: viertelj. Kath.-Apost.-
Kirche — Obm.: K. Simm, Bahnhofstr.
Landshut: (zu Regensburg) G.: Ev.-luth. Stadtkirche 1. So. u.
Ftg. 14.00 — Obm. Gerh. Kindermann, Niedermayerstr. 44b.
Lindau: (zu Kempten) G.: Ev. Stadtkirche vjhrl. 14.00 Uhr.
Marktoberdorf: (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche sechswöchentlich.
Markt Schwaben: (zu Mönchen) ev. Kirche auf Einladung
Memmingen: (zu Kempten) G.: Ev. Kinderlehrkirche 3.So. 14.00 u.
2. Ftg. 10.00 — O.: A. Lindenmayer.
Miesbach: (zu München) ev. Kirche auf Einladung
Mühldor f am Inn: (zu Rosenheim) G.: Ev. Gemeindesaal 3.So.
oder 2, 'Ftg. 11.00 — Obm.: F. Schmidberger, Tögingerstr. 38.
Münchberg: (zu Weidenberg) G.: Ev. Gottesackerkirche. Obm.:
Josef Zanin, Talstraße 12 und FH. Helene Hofmann, Wüsten-
selbitz 65.
t MÜNCHEN : G.: WILLIBRORDKIRCHE, Blumenstr. 36 So. u.
Ftg. 10.00; 5. So. im Sommer 18.00, im Winter 17.00; von Ostern
bis Allerheiligen auch 8.30 — Pfr. u. V.: Dekan Josef Schnierts-
hauer (xl5.9.06 y25.7.33), Franz-Josephstr.. 20/111, F 338040 —
2, V.: Prof. A. Thürlings, Giselastr. 2 — Kasse: Anna Knörrich
bei Döbler, Kazmairstr. 18/111, F 557240, PSKto München 18542 —
O.: Adolf Michel, Dietramszellerstr. 2/0 — Chor: Prof. A. Thür-
lings — Frv.: Frau Tilde Arnold, Platenstr, 4/1 — Männerw.:
Johann Haberkorn, Türkenstr. 104/0, F 338635 — Jgd.: Pfr. Gigl
— Mesner: Max Bernauer, Infanteriestr. 7b/l, F über 65247
' (Bajnok).
Döllingerhaus: (zu Mönchen) G.: KAPELLE im Döllingerhaus,
Türkenstr. 104, 2. u. 4. So. 8.30 — 2. Geistl.: Pfr. Josef Gigl
(X14.4.03 y21 .12.30), Türkenstr. 104/1, F 338433.
Murnau/Staffelsee: (zu Augsburg) viertelj. Obm.: Kaufmann Vik-
tor Klein, Olympiastr., Postfach 64.
Neuburg/Donau: (zu Augsburg) zweimtl. Obm.: Frau Beatrice
Petrak, Rosenstr. C 99,
NEUöniNG: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche 3.So. oder 2.Ftg.
14.00 — 1. V.: Ludw. LippI, Eisenfelden 136, Post Neuötting-
Land 2 — KKasse: Hans Euringer, Ludwigstr. 41.
Neustadt/Aisch; (zu Nürnberg) V.: Edmund Kolberg, Winds-
heim, an der Weed.
Neustadt/Saale : (zu Würzburg) V.: Johann Wellschmidt, Rhön-
str. 8.
Nördlingen: (zu Augsburg) G.: zweimonatl. Ev. St. Georgs-
Sakristei-Kapelle — Obm.: Frau Mimi Peschke, Reutheweg 48.
t NÜRNBERG; G.: Peterskapelle, Kapellenstr. Str. B Linie 2/4,
So. u. Ftg. 9.30 — Pfr. Franz Ewald Fuchs (x26.8.90 y30.6.15),
Regensburger Str. 24/1, F 43111 — V.: Fritz Hillebrand, Erhard-
str. 4 — EV.: Dipl. Ing. Leo Haas, Kapferstr. 4 — KKasse: Dipl.
Ing. Rud. Caser, W. Späthstr. 63, PSKto Nürnberg 46969 — K.:
Fritz Hillebrand, Erhardstr. 4 — O.: Erich Sabitzer, Sudetend.
Str. 4 — KChor: Julie Bloch, Zirndorf, Hauptstr. 2 — Frv.: Anna
Münnichshöfer, Melanchtonstr. 9, F 42969.
Obergünzburg: (zu Kaufbeuren) Ev. Kirche viertelj.
Ochsenfurt: (zu Würzburg) V.: Emil Göller, Zwinger 2.
Pasing: (zu München) G.: ev. Kirche 4. So. 15.00 u. l.Ftg. 11.00.
85
t PASSAU: G.. AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Innstraße, So. und
Ftg. 9.00 — Pfr. u. V.: Franz Billich (x9.1.96 y25.6.22), Ad.-Stifter-
Str. 1, F 6355 — 2. V.: Anton BramI, Schöllnach, Engelfingerstr.
39 — KKasse: Hans Mayer, Rosenauweg 10, Kto 1261 der Bayer.
Hyp.- u. Wachs. -Bank Passau, deren PSKto Mönchen 13611 —
O.: Hans Wendel.
Prien: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche März, Juni, Sept., Dez.
I.So. 15.00 — Obm.: Frau Frieda Elstner, Prien-Ernsdorf Nr. 1.
Prutting ; (zu Rosenheim) G.: Schule 2. So. 9.X — Obm.: Gustav
Langer, 20'/s.
Bad Reichenhall: (zu Rosenheim) G.: Ev. Gemeindesaal, Gabels-
bergerstr. 3, 1. So. (außer Aug.) 10.45 — Obm.: Frau Dir. Strei-
tenfels, Luitpoldstr, 12.
j-REGENSBURG: G.: Kirche im Stadtpark, Prüfeninger Str.
So. u. Ftg. sommers 8.00, winters 14.00 — Pfr. u. V.: Philipp
Elbert (x2.5.07 y6.5.34), Prüfeningerstr. 115/11, F 30702 — 2. V.:
Hans Franke, Arberstr. 16 — KKasse: Franz Strehl, Pfluggasse 1,
PSKto Nürnberg 9898 — Frv. : Irmgard Happach, Anzengruber-
str. 7.
t ROSENHEIM; G.: Ev. Kirche 2. u. 4. So. ü. 1. Ftg. 8.00 —
Pfr. u. V.: Anton Eberle (x3.9.07 yl9.7.31), Pernauerstr. 52, F 1735.
2. V.: Prof. Dr. Hch. Brünner, Prinzregentenstr. 7 — KKasse:
Josef Miethaner, Ahornweg 7, PSKto München 104255 u. Stadt-
spark. Rosenh. 740 — O.: Dr. Brünner u. Frau Eberle — KChor:
Ewald Löhnert, Hubertusstr. 17 — Frv.: Frau Albine Rotter,
Gamsweg 15 — Jgd.: Hans Rossipal, Riedering Nr. 7.
Schweinfurt; (zu Würzburg) 3.So. 8.00 U. S. Chapel, Nieder-
werrnstr. — V.: Maria Beckert, J.-S.-Bach-Str. 10.
Schongau: (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche sechswöch.
Senden/Neu-Ulm: (zu Augsburg) G.: viertelj. — Obm.: Josef
Kaulich, Ay 111 bei Senden.
Starnberg: (zu München) ev. Kirche auf Einladung.
Vilshofen: (zu Passau) G.: Ev. Kirche sechsw. 14.30 — Obm.:
Margarethe Kerschbaum, Schweikiberg 8.
Vohenstrauß; (zu Regensburg) viertelj. O.: Ernst Guba, Dr. Rein-
hardstr. 467.
WALDKRAIBURG: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche 3.So 8.00 oder
2. Ftg. 9.00 — I.V.: Karl Pech, Rosegger Weg 7.
Warmensteinach (zu Weidenberg): G.: Ev. Pfarrkirche — V.:
Bertha Röhsler, Nr. 272.
Weiden: (zu Regensburg) viertelj. O.: Walter Höhn, Erhardstr. 2.
t WEIDENBERG : (zu Nürnberg) G.: Kilchertsaal, 3. So. 9.30 —
Pfarrvikar Karl Koschitz (xl8.8.16 y31. 10.54). Flur 275, F über 302
— V.: Karl Czerny — KKasse: Else Fleischmann, Bayer. Hypo.
Bank Bayreuth Kto 4255 — Jgd.: Horst Posselt — K.: Fr. Klambt.
Weißenhorn: (zu Augsburg) halbjährl. — Obm.: Gerhard Schul-
des, Memminger Str. 34.
Wiesentheid ; (zu Würzburg) V.: Josef Felkel, Prichsenstadt, Kr.
Geroldzhofen.
t WURZBURG : G.: Ev. Kapelle i. Luitpoldkrankenhaus 2.u.4.So.
9.45— Pfr. u. V.: Josef Huemer (x22.1.94 y25.4.20), Seelbergstr. 8,
F 51753 — 2. V.: Pfr. Alois Hofmann, Rothweg — KKasse: Rudolf
Hübel u. Frau Grete Huemer, PSKto Nürnberg 36029 — O. : Frl.
Anna Brönner — Frv.: Frau Grete Huemer.
Zwiesel: (zu Passau) G.: Ev. Kirche sechswtl. 16.00 — Obm.: Karl
Hermann Furche, 31672.
3. HESSEN
Allendorf/Marburg: (Nordhessen-Süd) halbjöhrl. — Obm.: Ri-
chard Heinrich, Allendorf, Niederkleinerstr. 31.
Bad-Hersfeld: (zu Nordhessen-Mitte) G. : etw. monatl. — Obm.:
Frau Auguste Rauer, Hainstr. 14.
Bensheim/Bergstraße: (zu Heidelberg] G.: Ev. Kirche, Bensheim
2-mtl. u. Ftg. — Obm.: Bruno HantI, Bensheim-Auerbach, Blü-
cherstr, 2.
Birkenau/Odenwald: (zu Heidelberg) G.: Ev. Kinderhort, Birke-
nau, Johannisstr. 2-mtl. u. Ftg. — Obm.: Frau Karoline Beitel,
Dr. Joh. Stöhr-Str. 11.
Butzbach: (zu Nordhessen-Süd) monatl. — Obm.: Rudolf Strohal,
Nieder-Weisel, b. Butzbach, Wiesenstr. 6.
DARMSTADT: (zu Offenbach) G.: Ev. Kirche, Darmstadt-Eber-
stadt, 1. So. (außer August) 15.30 — V.: Heinrich Sax, Moos-
bergstr. 34.
Ehrsten: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Obm.: Johann
Johne.
t FRANKFURT: G.: St. WILLIBRORDKIRCHE, Sebastian-Rinz-Str.
/Miquel-Allee, So. u. Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Paul F. Pfister (x26.
3.97 vi .7.23), Vorrentrappstr. 71p, F 773467 — 2. V.: Wilhelm
Hochlenert, Pestalozzistr. 13 — KKasse: Leopold Quitt, Teplitz-
Schönauer Str. 20/11, PSKto Frankfurt 57366 — O.: Frau Maria
Rumpf — Frv.: Frau Theo Pfisfer, Vorrentrappstr. 71p.
Frickhofen: (zu Wetzlar) G.: Kath. Volksschule, 2. u. 4.So. <■.
— Obm.: Emil Wedlich, Hinterstr. 42 — Frv.: Frau Kä
Dicken, Thalheim ü. Limburg.
Friedbera: (zu Nordhessen-Süd) G.: achtwöchentl. — Obm.: F
Herta Schön, Querstr. 4
Fulda: (zu Nordhessen-Mitte) G.: monatl. — Obm.: Frau Aur<
Prock, Bahnhofstr. 5.
Groß-Umstadt: (zu Offenbach) viertel}, ev. Kirche, 15.00 — Ob
Fritz Neumann, Schulstr. 10.
Grünberg: (zu Nordhessen-Süd) G.: etwa Vierteljahr!. — Ob
Dorothea Glaser, Grünberg, Eichendorffstr. 1.
Hadamar: (zu Wetzlar) G. : Evang. Kirche, 2. So. — Obm.: F
Ruth Warkert, Kimmelwiese.
Hanau: (zu Offenbach) G.: Ev. Kirdie Hanau-Kesselstadt, 2
außer August 15.(X) — Obm.: Frau Anna Emmerich, Kronp
zenstr. 18.
Hundshausen: (zu Nordhessen-Mitte) jöhrl. G.
Bad Hombur g v. d. Höhe: (zu Frankfurt) G.: Orthodoxe Kit
im Kurpark, 4".So. u. l.Ftg. 15.00.
Immenhausen: (zu Nordhessen-Nord) G.: etwa monatl. — O
Frau Anna Fechtner, Obere Bahnstr. 32.
Kassel: (zu Nordhessen-Nord) G.: monatl., Auskunft: Ev. Kü
Bernhard Preßler, Lutherplatz 6.
Klein-Karben: (zu Nordhessen-Süd) G.: achtwöchentl. — Ob
Frau Erika Häusler, Peter-Geibel-Str. 15.
Meimbressen: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Ob
Richard Hentschel.
Mudersbach: (zu Wetzlar) G.: Evang. Betsaal, 3. So. 9.X
Obm.: Johann Setlatschek, Altenkirchen/Wetzlar 91.
Niedermeiser: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Ol:
Frau Anna Hackenberg.
Niedershausen: (zu Wetzlar) G.: Evang. Kirche, 1. So. lO.OC
Obm.: Viktor Schiebel, Alter Hof.
t NORDHESSEN ; Pfr. u. V.: Gerhard Lenz (x9.2.05 y26.3
Frankfurt, Schumannstr. 52 — KKasse: AKDiasporapfa. Ni
hessen PSKto Ffm. 36161 — Gemeinde Nord: 2. V.: Karl Emr
Grebenstein, Bahnhofstr. 38 — Gemeinde Mitte: 2. V.: Karl K
zel, Rotenburg/Fulda, Hochmahle PI. 6 — Gemeinde Süd: 2.
Rudolf Strohal, Niederweisel, Wiesenstr. 6.
Oberrosbach: (zu Nordhessen-Süd) G.: etwa vierteljährl.
Obm.: Frau Emmi Briza.
Oberursel: (zu Frankfurt) G.: Ev. Gemeindesaal (Kirche), 1
u. 2. Ftg. 13.30 — Obm.: Max Hofmann, Oberhöchststadt i.
Waidsiedlung 18 — EV.: Anton Kessler, Oberursel, Feldbergstr
t OFFENBACH; G.: CHRISTUSKIRCHE, Bismarckstr. 105, So
1. Ftg. 9.30— Pfr. u. V.: Josef Girke (x7.8.14 y7.1.40), Bismarcl
105, F 82812 - 2. V.: Wilh. Priester, Waldstr. 95 - KKass.
O. : Lehrer Ernst Müller, Landgrafenring 55 — K. : Adolf Werv
— O.: Lehrer Ernst Müller.
Ottrau: (zu Nordhessen-Mitte) jährl.
Rotenburg/Fulda: (zu Nordhessen-Mitte) G.: etw. monatl.
Obm.: Karl Menzel, Hochmahle PI. 6.
•{•WETZLAR: G.: Untere Pfarrkirche, 3.So. 15.00 — Pfr. u.
Josef Dicken (xl4.11.91 y26.4.13), Thalheim ü. Limburg, Lc
Gasse 2 — 2. V.: Max Müller, Altenberger Str. 34 — KKo
Johann Sedlatschek, Altenkirchen/Wetzlar — Frv.: Frau E
Müller, Altenberger Str. 34.
f WIESBADEN: G.: FRIEDENSKIRCHE, Schwalbacher Str. 60
3. u. 5. So. u. 1. Ftg. 10.15 — 2. V.: Adamant Rohm, Tau
Straße 22 — KKasse: Heinrich Beiz, Adlerstr. 93, Kto. N
Spark. 157 — K.: E. Mondrion — O. : E. Kroener — Frv.: A. E
Dotzheimer Str. 52.
Zwergen: (zu Nordhessen-Nord) G.: vierteljährl. — Obm.: !
Maria Tanzer.
4. RHEINLAND-PFALZ
FRANKENTHAL; (zu Mannheim) G.: Ev. Apostel kirche, 4.
14.30 — 2. V.: Frau Lisel Wanger, Wingerstr. 9a.
HESSLOCH: (zu Wiesbaden) G.: CHRISTUSKIRCHE, 2. So
27.12. u. Karfreitag u. 2. Pfmgsttag 9.45 — 2. V.: Fritz G(
Bahnhofstr. 15 — KKasse: Fritz Hahn, Dalbergstr., F Westh
105, Kto. Spar-Darl. Kasse Heßloch — K.: A. Gordt — O.: F
rieh Spieß.
KAISERSLAU TERN^ (zu Landau) G.: Lutherkirche am Ril
berge 1. u. 3. So. 14.00 u. 2. Ftg. 10.30 — 2. V. : Heinrich Bä<
Glockenstr. 31 — KKasse: Frau Liesel Marczeski, Bienenstr 1
O.: Rudolf Maas, Kottweiler, Hauptstr. 26.
KOBLENZ: (zu Bonn) G.: Evang. Martinistift, Kurfürstenstr
mtl. So. 10.00 — 2. V.: Prof. Dr. Walter Petri, Koblenz-C
werth, Rheinau 2 — KKasse: Prof. Petri, Kto. 1070 Südd. i
Koblenz.
LANDAU : G.: KATHARINENKAPELLE Stadthausgasse, jeden
. u. Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Benedikt Bader (xl 0.7.06 y29.6.31)
olfsweg 16 — 2. V.: Alfred Ludwig, Lambrecht, Hauptstr. 35
KKasse: Frau Klara Wingerter, Stirtspassage, PSKto Ludwigs-
ifen 19216 — O.: Ol. Kern.
dwigshafen-Rheingonheim (zu Mannheim) Obm.: Frau Käthe
jfer, Rheingönheim, Wifhelmstr. 4 — KKasse: Frau Käthe
hreier, Mundenheim, Nadlerweg 12, PSKto Ludwigshafen 3491.
>ll/Mosel: (zu Koblenz) Obm.: Hans Burum, Hauptstr. Schloß.
/VEIBRUCKEN: (zZ. zu Saarbrücken) G.: Karlskirche, Karlstraße
' Vereinbarung, 2. V.: Xaver Mack, Zweibrücken, Schillerstr. 20.
5. SAARLAND^
SAARBRÜCKEN: G.: Stadtmission Ebenezer, Schillerstr. 20, So.
Ftg. 10.00 — Pfr. u. V.: Josef Kaufmann (x7.12.86 yl 3.7.1 3),
roßherzog-Friedrich-Str. 131, F 62286 — 2. V.: Anton Kalmes,
jdweiler. Im Allment 20 — KKasse: Rudolf Hoffmann, Heim-
jrten 5, PSKto 4948 — O.: Alois Gehring.
6. NORDRHEIN-WESTFALEN
AACHEN: G.: Ev. Kapeile Luisenhospital, Boxgraben 99, 2. u.
So. 11.30 — Pfv.: Andr. Müller-Misgeld (x26.3.12 y30.3.52),
iedrichstr. 29-33/111 — V.: B. B. Sekr. Phil. Urlichs, Ecken-
Brg 6B — EV.: Prof. Dr. W. Eilender, Arthur Kampfstr. —
<asse: Heribert Bonnie, Im Gillesbachtal 87, PSKto Köln 44261
K.: Matthias Gilles, Elsaßpl. 1 — O.: Fritz Kreitz.
BIELEFELD : G.: Kath. Kirche, Schulstr. 12, So. u. Ftg. 15.00 —
r. u. V.: Max Rademacher (x5.2.11 yl 2.1 1.50), Am Steinbrinck
'b — 2. V.: Robert Walter, Patthorst 20 ü. Steinhagen —
<asse: Bielefeld am Steinbrinck 47b, P. : Hannover 8577 — O.:
laus Jakoby, Münster, Elsässerstr. 58.
3CHUM: (zu Hagen) G.: Heim der Innern Mission, Mühlen-
r. 27, monatl. So. 10.00 — 2. V.: Robert Keining, Akademie-
r. 23 — KKasse. Dr. Ing. H. Herbst, Bochum, OverhofFstr. 3,
\o 5192 Stadt. Spark. Bochum.
BONN: G.: St. CYPRIANS-PFARRKIRCHE, Koblenzer Str. 61,
D. u. Ftg. Mai-Sept. 9.30, Okt.-April 10.00 — SEMINARKAPELLE,
numschulallee 9, Mittw. 19.15 Abendmesse, Samst. 15.30 Vesper,
DEUTSCHHERREN-KAPELLE im Alten Friedhof 1. Mittw. 9.00
jelenamt — Pfr. u. V.: Prof. Dr. Werner Küppers (xl .11.05
>8.1.29), Arndtstr. 23, F 21710 — Vikar: Ernst W. Heese (xl2.12.31
2.5.57), Bcumschulalle 9, F 35912 — 2. V.: Dr. Ing. Alexander
uilleaume, Siebengebirgstr. 38 — KKasse: Herm. Neußer
jKto Köln 26685 — K.: Hermann Roth — O.: Paul Kömpel —
y.: Schw. Hilde Görg, Gregor-Mendel-Str. 25 — Jgd.: Horst
Jckel — Gem. Schw.: Schw. Anna Kutz, Baumschulallee 11 —
;hrp.: Edith Müller u. Johanna Becker.
BOTTROPj G.: PFARRKIRCHE, Kreuzkamp, jd. So. u. Ftg. 9.00
-Pfr. u. V.: Lic. theol. Kurt Pursch (xl 1.1.1 4 yl 9.6.43), BrOnerstr.
5, F 2748 — 2. V.: Ernst Blecher, Scharnhölzstr. 41a F 2452 —
Kasse: Alfred Werner, Horsterstr. 143, Dtsch. Bank, Bottrop
PSKto Dortmund 13892 — K.: Stanislaus Majchrzak, Rhein-
ahlstr. 20 — O.: Frau Hulda Macal — Kinderchor: Frau Hulda
local — Singkr.: Fr. Johanna Plafky — Frv.: Frau Franziska
Dllak, Krümmerstr. 29 — Jgd.: Alfred Werner.
attrop-Eigen: (zu Bottrop) G.: Kapelle der ev. Gemeinschaft,
<dowstraße 38, jd. So. 7.45 außer Ftg. — Obm.: Frau Franziska
3llak, Krümmerstr. 29.
DORTMUND: G.: Trinitatiskirche, Eintrachtstr. 53, 1. u. 3. So.
1. Ftg. sommers 17, winters 16.00 — Pfr. u. V.: Theodor Dietz
21.5.96 yl 5.8.25), W. Crüwellstr. 11, F 23950 Thöne — 2. V.:
erb. Schubert, Dipl.-Ing., D.-Hörde, Hermann-Str. 127, F 42924
- KKasse: Wilh. Breddemann, Alsenstr. 95, PSKto Dortmund
'003 — K.: Elisabeth Ostermann, Inselstr. 25 — O.: Alfons
\ayer, D.-Hörde, Goystr. 16 — Frv.: Frau Anita Dietz; W. CrO-
■ellstr. 11 — Jgd.: Walburga May, D.-Berghofen, Kolbstr. 28 —
»ememdehelferin: Frau M. Breddemann, Alsenstr. 95 — Lehr,:
I. Klara Schubert, Ostermärschstr. 83.
DUSSELDORF: G.; Christuskirche, Rotterdamer Str. 2. u. 4. So.
M und Hauskapelle, Graf-Adolf-Str. 56, 1. u. 3. 9.30 — Pfr. u.
: Ernst Vorfeld (xl 4.2.01 y9.8.31), D.-Stockum, Uhlenweg 6,
431957 — 2. V.: Amtsgerichtsrat H. Oeking, D.-Lohausen,
iiederrheinstr. 20, F 43938 — KKasse: Rolf Schrön, D.-Stockum,
'onghoferstr. 34, PSKto Köln 43231 — O. : Zöllner, Planetenstr. 4.
uisburg: (zu Düsseldorf) G.: Ev. Gemeindehaus der Paulus-
■rdie, Duisburg-Hochfeld, 3. u. 5. So. 10.15 — Obm.: Frau Wess-
'tzer, Keetmanstr. 16.
JSSEN: G.: FRIEDENSKIRCHE am Steelertor, So. u. Ftg. 10.00
- Pfr. u. V.: Geistl. Rat Heinrich Hütwohl (x21.3.93 yl7.8.17),
ernestr 1, F 23763-2. V.: P. Stoffel, Isenbergstr. 12 - KKasse:
Ise Bellmann, Windmühlenstr. 17, PSKto Essen 2852 — K.: Karl
'Ottlicher — O.: Else Erb — Singkreis: A. Ebbecken, Steele,
Aettenstr. 7 — Frv. : L. Hütwohl, Bernestr. 1; M. Schneider, Essen,
.ernstr. 12 — Jgd.: K. Helm. Weissohn, Münstersteinbruch 12
- Gem. Helf.: Else Erb, Hofringstr. 43.
Gladbeck: (zu Bottrop) G.: Ev. Christuskirche, Humboldstr.
(Konfirmandensaal) 2. So. 15.00 — Frv.: Klara Normann, Agnes-
str. 31 .
t HAGEN: G.: AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Elfriedenhöhe, 14-tg.
So. 9.00 — Pfr. u. V.: Gustav Hüdig (xl.3.08 y24.2.34), Mollstr. 3
— 2. V.: Dr. H. Oberstadt, Friedensstr. 105b, F 2621 — KKasse:
Marg. Quitter, Hochstr. 58, PSKto Dortmund 24777 — O.: FH.
Matthias, Wildestr. — Frv.: Frau Hedwig Hüdig, Mollstr. 3.
Höxter: (zu Bielefeld) Obm.: Franz Meise, Paul-Wiegand-Str. 6.
Homberg: (zu Krefeld) G.: Ev. Gemeindehaus, Homberg-Hoch-
heide, Kreuzstr. 20, I.So. 10.00 — Obm.: Paul Knoblich, Hoch-
heide, Schlägelstr. 20.
Kamen; (zu Dortmund) G.: Kleine Lutherkirche, sommers 10.00,
winters 14.00, jeden 2. u. 4. So. u. 2. Ftg. — Obm.: Bergmann
Karl Brauner, Sommerweg 30 — K.: Max Schmidt, Lindgherstr. 3
— O. : Alfons Meyer, Dortmund.
t KÖLN ; G.: AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Jülicher Str. 28, So. u.
Ftg. 10.00 — Pfr. u. V.: Wilhelm Korstick (x3.8.13 y3.3.38). Jülicher
Str. 28, F 232120 — 2. V.: Oskar Häusler, K.-Lindenthal, Momm-
senstr. 166 — KKasse: Josef Reinarz, PSKto Köln 24214 — K.:
Ludw. Ebert — O.: Karl Kessel — KChor: H. May, Dir. Karl
Kessel — Frv.: Frau Hella Korstick u. Frau Käthe Richards —
Kassier: Frau Gudula Jung — Mwerk: Josef Reinarz — Jgd.:
Dieter Arleff.
Köln-Mühlheim: (zu Köln) G.: Ev. Kirche, Adamstr., I.So. 14.00.
Köln-Riehl: (zu Köln) G.: Ev. Kapelle der Heimstätten, 2. So.
14.00.
t KREFELD; G. : CHRISTUSKIRCHE, Dreikönigenstr. 54, 1. So.
17.30, 3. So. 9.00, sonst 10.00 — Pfr. u. V.: Werner Schmidt
(xl 4.3.08 y28.2.36), Dreikönigenstr. 52, F 22152 — 2. V.: Dr. med.
Kurt Huenges, Schönwasserstr. 34 — KKasse: Eduard Seiler,
Hülserstr. 279, PSKto Köln 16338, Kreissparkasse Kto. 1113.
MUNSTER/Westf .; (zu Bielefeld) G.: St. Johannes-Kapelle, Berg-
str., 2. So. 10.30 u. letzter Freitag 18.15 — 2. V.: Joh. Pet. Zapp,
Gremmendorf, Birkenheide 8 — KKasse: Lothar Hehn, Weseler-
str. 48, PSKto Dortmund 21830 — Gem. Helf.: Anneliese Schulte,
Lönsstr. 3 — O.: Klaus Jakoby, Elsässer Str. 58.
OBERHAUSEN; (zu Essen) G.: EMMANUELKAPELLE, Grenzstr.
226, 14-tg. 15.00 u. 2. Ftg. 9.00 — 2. V.: Leopold Neumann,
H.-Albertz-Str. 67 — KKasse: W. Steffen, Grenzstr. 99.
Oldenburg (zu Bielefeld): G.: Friedenskirche der Methodisten
Ofenerstr.
Rheinbach: (zu Bonn) G.: Evang. Kirche, mtl. So. Mai-Sept. 7.00,
Okt.-April 15.00 — Obm.: Paul Eiselt, Fachschullehrer i. R.,
Tombergerstr. 15.
Rheydt/Möndien-Gladbach ; (zu Krefeld) G.: Ev. Schwesternhaus,
Rheydt, Wilhelm-Strauß-Str. 18, 3.So. 11.00 — Obm.: Andreas
Holl, Rheydt, Bolksbuscherstr. 60.
Wahn; (zu Köln) G.: Ev. Kapelle, Magazinstr., an ollen Ftg.
14.00.
Weeze; (zu Krefeld) G.: Saal des Kath. Gemeindehauses, Kirch-
platz, letzter So. 15.00.
WITTEN ; (zu Hagen) G.: Alt-luth. Kirche, Lutherstr. 8, mtl. So.
8.15 — 2. V.: Jos. Schröder, Bochum-Langendreer, Hauptstr. 305
— KKasse: Komm.: Pfr. Hüdig, Hagen, Mollstr. 3 u. J. Schröder.
PSKto Dortmund 11034 — O.: W. Heikamp, Bahnhofijr. 17 —
Frv.: Frau H. Hüdig, Hagen, Mollstr. 3.
7. NIEDERSACHSEN, HAMBURG, SCHLESWIG-HOLSTEIN
Braunschweig: (zu Hannover) G.: Kapelle, Ägidienstr. 11, 4. So.
14.30 — Obm.: Wilhelm Strecker, Maibaumstr. 4.
Flensburg (zu Nordstrand): Obm.: Dipl. Ing. Franz Adam, Schüt-
zenkuhle 19b, F 2160/2140.
Gifhorn (zu Hannover) Obm.: Gewerbeoberlehrer Herbert HofF-
mann, Eysselheideweg 24a.
Göttingen; (zu Hannover) G.: Ev. Kirche, Merkelstr. 50.
HAMBU RG; (zu Hannover) G.: Ev. Christuskirche, (U-BahnHSt.)
2 mtl. 3. So. — 2. V.: Architekt Eugen Spenner, Haynstr. 28,
F 483688 — Schriftf.: Prof. B. Spuler, Mittelweg 90 — KKasse:
PSKto Hamburg 147523.
Hameln: (zu Hannover) G.: Ev. Evangelisten-Kapelle.
t HANNOVER: G.: Anglikanische St. GEORGSKIRCHE, Böckler-
ailee, 1. So. u. 1. Ftg. 15.00 — Pfr. u. V. Edgar Nickel (x5.6.29
yl .11.52) Kestnerstr. 6, F 23826, PSKto Hannover 174008 — 2.: Dipl.
Hdlslehr. Bernhard Richter, Linsingerstr. 58.
Harburg: (zu Hamburg) G.: Ev. Dreifaltigkeitskirche, Höhler-
wiete, 2 mtl. 3. So.
Kiel: (zu Nordstrand) Obm.: Gertrud Günther, Hanssenstr. 12.
+ NORDSTRAND: G.: THERESIENKIRCHE, So. u. Ftg. 9.30 —
Pfr. u. V.: Karl Heinz Droese (x9.5.12 yl 3.8.33), Nordstrand ö.
Husum F Nordstrand 409 — 2. V.: Fritz Clausen, Nordstrand-
Langerdeich — KKasse: Kto. Spar- u. Darlehenskasse Nordsirand
— K.: Bruno Clausen — O.: Gretel Droese.
87
TRAPPENKAMP: (zu Nordstrand) G.: Schule, mtl. So. 9.30 —
2. V.: Fabrikant Erwin Friedrich, Trappenkamp Ob. Neumünster,
F Bornhöved 191 — K.: Paul Wollmann — Frv.: Frau Emmy
Holay.
Wolfsburg: (zu Hannover) Obm.: Erich Schwarz, Meisenweg 5.
8. BERLIN, BRANDENBURG und MECKLENBURG
t BERLIN : G.: Dänische Kirche SW 11, Stresemonnstr. 57c, So. u.
ftg. lO.OÖ"— Pfr. u. V.: Dekan Dr. Franz Buchta (xl5.9.87 y21.6.13),
Bln-Friedenau, Stierstr. 3, F 835223 — 2. V.: Konstantin Kalla,
Bin W 15, Xantener Str. 21 — KKIasse: Bln-Friedenäu, Stier-
str. 3, PSKto 9189, Bln-West-Bkto: Delbrück Schickler u. C,
Berlin W 30, Rankestr. 13, KNr. 220 — O.: Frau Lisa-Lotte
FistI, Bln-Friedenau, Maßmannstr. 10 — Frv.: Frau Johanna
Buchs, Bln-Friedenau, Handjerystr. 91/92 — Jgd,: Jürgen Buchs,
Bln-Friedenau, Handjerystr. 91/92.
Schwerin: (zu Berlin) G.: Ev. .Schelfkirche", viertelj. So. 14.00
— Obm.: Hermann J. Richter, Crivitz, Trammerstr. 30 — O. :
Frau Marg. Steinert, Rehna, Bülower Str. 55.
WEISSWASSER: (zu Berlin) G.: Kapelle itn Hause Masseck, mtl.
So. 9.30 — V. u. O.: Georg Massedc, Bautzener Str. 48 — Frv.:
Frau Ella Masseck.
9. SACHSEN-ANHALT-NORD
t BLANKENBUR G: G.: Georgenhofkirche Blankenburg, 1. u.
3. So. 8.15 — Ffr. u. V.: Alfred Fasser (xll.1.04 y26.2.56), Rübe-
länderstr. 8, F 541 — 2. V.: Heinrich Kienel, Katharinenstr. 25 —
KKasse: Bank f. Handel/Gewerbe 2520 — O.: Frau Uhlmann.
Bollenstedt: (zu Blankenburg) G.: Ev. Schloßkapelle, 4. So. 17.30
— V.: Albert Pfeifer, W.-Pieck-Allee 60.
DitfurI: (zu Blankenburg) G.: Ev. Gemeindehaus, 4. So. 10.00 —
V.: Wilhelm Czerny, Kirchhof 17.
Hasselfelde: (zu Blankenburg) G. : Ev. Gemeindehaus, 1. So.
15.00 — V.: Rudolf Bartel, Neue Straße 15.
Ilsenburg: (zu Blankenburg) G. : Ev. Gemeindehaus 2. So. 10.00.
Quedlinburg : (zu Blankenburg) G. : Ev. Aegidiikirche, 4, So. 15.00
— V.: Ida Wundrak, M. Schwantestr. 21.
Thole (Hon); (zu Blankenburg) G.: Ev. Pfarrkirche, zweimtl.
3. So. 15.00 — V.: H. Rößler, Neinstedt, Thalestr. 15.
Veckenstedl: (zu Blankenburg) G.: Ev. Pfarrkirche — V.: Roman
Simm, Nr. 85.
Wernigerode: (zu Blankenburg) G.: Georgiikapelle 2. So. 15.00
— V.: Rudolf Habich, Burgstr. 43.
10. SACHSEN-ANHALT-SDD.
Delitzsch: (zu Leipzig) G.: H. Schröterhaus, 1. So. 13.30 — V.:
Heinrich Scholz, Fr.-Naumann-Str. 24.
Holle o. d. Saale: (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Gertraudenkapelle,
Am Markt 8, achtwöchentl. So. 10.00.
Kothen: (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Hospitalkapelle, Friedenstr. 11,
ochtwöchentl. So. 15.45 — V.: Max Schnabel, Holzmarkt 7.
Zeitz : (zu Leipzig) G. : Ev.-Iuth. Gemeindesaal, Rahnestr. 1,
achtwöchentl. So. 10.00 — V.: Gerda Stölzel, Badstübenervor-
stodt 6a.
11. THÜRINGEN
Erfurt: ( zu Leipzig) G.: Lutherkirche, Stalinallee, achtwöchtl.
So. 15.00 — V.: Rudolf Lösel, Spielbergstr. 15/11.
Gera: (zu Leipzig) G.: Ev. St. Michael-Kirche, Gera-Pforten,
achtwöchtl. So. 15.00 — V.: Walter John, Gero-Süd, Thälmonn-
$tr. 41.
Gotha : (zu Leipzig) G. : Ev.luth. Gemeindesaal, Jüdenstr. 27,
achtwöchtl. So. 10.30 — V.: Josef Landebeck, Schlichte Str. 7.
Jene: (zu Leipzig) G. : Schillerkirche, achtwöchtl. samstags
15.x — V.: Anton Grohmann, Jahnstr. 15.
Meuselwitz: (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Stadtkirche, achtwöchtl.
So. 14.30 — V.: Johanna Vater, Zipsendorf, Zeitzer Str. 3.
Mühlhausen : G.: nach Verabr. im Gem. Saal Bebelstr. 66 —
V. : Frau Prof. Siegmüller, Leninstr. 29,
Neustadt a. d. Orla: (zu Leipzig) G, : Ev.-Iuth. Hospitalkirche,
achtwöchtl. So. 14.00 — V.: Emil Slawitschek, Burgwitz 5.
12. SACHSEN
Dresden : (zu Leipzig) G.: D. -Loschwitz Friedh. -Kapelle (winters
Gemeindesaal Grundstr. 36), achtwöchentl. So. 10.30 — V.: Hans
W. Lehnert, A 27, Eisenstuckstr. 42.
Ebersbach : (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Stadtkirche achtwöchtl. S
1 5.00 — V. : Reinhold Kögler, Hempelstr. 56.
Eibau-Walddorf : (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Kirche Eibau, cc
wöchtl. So. 15.00 — V.: Oskar Richter, Walddorf, Südstr. :
Görlitz: (zu Leipzig) G.: Peterskirche, achtwöchtl. So. 15.00
V. : Anna Santrock, Gutenbergstr. 7.
GroBsdiöna u: (zu Leipzig) G. : Ev.-Iuth. Stadtkirche, achtwöd"
So. 15.00 — V.: Emmy Johne, Neuschönauer Str. 13.
+ LEIPZIG : G.: Gemeindesaal, Goldschmidtstr. 14, 1. So. 9.00
Pfarramt: Leipzig S 3, Hardenbergstr. 18, F 36000 — 2. V.: Hc
Niklowitz, W31, Calvisiusstr. 20a, Alt-kath. Pfarramt, PSK
Leipzig 53116 u. Stadt-Kreissparkasse Leipzig Kto. 5975.
Mittweida: ( zu Leipzig) G.: Altfriedhofkapelle, achtwöchtl. *
14.30 — V.: Adolf Nitsche, Am Markt 16.
Seifhennersdorf: (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Kreuzkirche, ac
wöchtl. So. 15.00 — V.: Fritz Richter, Rumburgerstr. 82.
Werdau : (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Gemeindesaal, Uferstr.
achtwöchtl. So. 9.00 — V.: Karl Grohmann, Brüderstr. 10.
Zittau: (zu Leipzig) G.: Ev.-Iuth. Weberkirche, achtwöchtl. J
15.00 — V.: Ing. Eduard Knispel, Neusalzerstr. 24.
Alt-Katholische Vereine, Verbände
und sonstige Einrichtungen
1. Internationale Alt-Katholikenkongresse
Internationale alt-katholische Arbeitsgemeinschaft,
Deutsche Gruppe
Leiter: Geistl. Rat Pfr. W. Rosch, Freiburg, Ludwigsstr. 6. (
Schäftsführer: Pfr. Karl Kuenz, Singen/Hw. Beisitzer: Pfr. /
ton Degen, Zell/Wiesental. Der Jahresbeitrag für die fördernc
Mitglieder beträgt mindestens DM 4. — (Gemeinden und V
eine DM 10. — ). Konto-Nr. 1866 bei der Bez. Sparkasse Sine
unter dem Titel «Internationale Altkatholikenkongresse', PS!
der Bez. Sparkasse Singen a. Htw., Karlsruhe 2387.
2. Willibrordbund
Der Bund dient der Förderung freundschaftlicher Beziehunc
zwischen den alt-katholischen und den anglikanischen Kirch
Der Jahresbeitrag beträgt DM 5. — . Geschäftsführer für die dt
sehe Abteilung ist Pfr. Benno Schöke, Karlsruhe, Röntgenstr.
PSKto Karlsruhe 4627 (alt-kath. KKasse).
3. Alt-Katholische Presse-Arbeit
Mit der Wahrnehmung aller überörtlichen Pressearbeit in i
außerhalb unserer Kirche wurden besonders beauftragt:
Bayern: Dek. Schniertshauer. Für Baden: Geistl. Rat Rosch.
Hessen: Pfr. Pfister. Für Nordrhein/Westf.: Pfr. Hütwohl.
Hamburg und Schleswig und Oldenburg: Univ. -Prof. Dr. Spu
Für Berlin: Dekan Dr. Buchta. Für DDR: Pfr. Fasser.
4. Alt-Katholische Bildstelle
Sie gliedert sich in Bild-, Lichtbild-, Film- und Druckstock-Ard
Verwaltung: Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25. Die Bildstelle samn
und ordnet Bilder, die für die Alt-katholische Kirche und i
Gemeinden Bedeutung haben. Bildreihen, Lichtbildserien i
Schmalfilme werden geg. Erstattung d. Selbstkosten ausgelieh
5. Alt-Katholisches Museum
Es sammelt solche Dokumente und Erinnerungsstücke, die
den Aufbau eines späteren Museums Verwendung finden k
nen. Auskunft: Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25.
6. Alt-Katholisches Hilfswerk
Leitung: B. J. J. Demmel; Gesch. -Fhr.: Schw. Hilde Görg, So
Gregor-Mendel-Str. 25; Bankkonto: Rheinisch-Westfälisdie B(
Filiale Bonn. Die Bank hat PSKto Köln 4155.
7. Alt-Katholisches Schwesternhaus Bonn
1. Haus für alt-kath. Krankenschwestern, Bonn, Baumschulol
9—13. Vorsitzender des Kuratoriums Prof. Dr. W. Kupp«
Bonn, Arndtstr. 23, F 21710.
2. Krankenpflegestationen in: Bonn, Mannheim, Meßkirch-S(
dorf, Dettighofen, Kommingen.
8. Alt-Katholischer Hilfsverein
Der Verein will überall helfen, wo die Hilfe der Gesamtkir
notwendig wird. Die Gemeinden führen die Pfingstkollekte
ihn ob. Einzelmitglieder zahlen jährlich einen Minde$tb«it
von DM 1.—. Die Synode von Heidelberg 1951 hat den drinfi
den Wunsch ausgesprochen, für jedes großjährige Mitglied $<
von den Gemeinden DM 1.— jährlich an den Verein abgefi
werden.
Kommiss. Vorsitzender: Pfr. G. Hüdig, Hagen/Wf., Mollrtr.
Geschäftsführer: Pfr. K. Kuenz, Singen; Beisitzer: Frau R.
chelis, Frl. Alberti.
Geschäftsstelle Singen/Htw., Freiheitsstr. 9. PSKto Karlsr'
20333 und Kto. Bez. Sparkasse Singen/Htw. 46879.
9. Witwen- und Waisenkasse alt-katholischer Geistlicher
e Kasse hat den Zweck, in Zusammenarbeit mit den kirchl.
hörden die Versorgung der Pfarrhinterbliebenen zu ergän-
n. Sie besteht aus Mitgliedern (nur Geistliche, Jahresbeitrag
;!' 40._), Förderern und Gönnern. Vorsitzender ist von Amts
■qen der Bischof. Geschäftsstelle: Bonn, Gregor-Mendel-Str.
Rechner: Schwester Hilde Görg, PSKto Karlsruhe 7386.
10. Bund alt-katholischer Jugend Deutschlands
• Alfred Werner, Bottrop/V\/estf., Horsterstr. 143. Kto. 24042
•i der Dtsch. Bank V/est, Essen, deren PSKto Essen 2000.
ndesiugendpfarrer: a) Baden: Stpfr. Benno Schöke, Karlsruhe,
ntgenstr. 1 — b) Bayern: Stadtpfr. Boedefeld, Kaufbeuren-
jugablonz, Fichtenweg 6. . ,„,-
Hessen: Pfrv. Josef Gierke, Offenbach, Bismarckstr. 105 —
Nordrhein-Westfalen: Pfr. Lic. Kurt Pursch, Bottrop, Bröner-
. 13.
n. Bund Freier alt-kath. Schwestern und Fürsorgerinnen
)m. V.: Schwester Hilde Görg, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25
12. Verband alt-katholischer Frauenvereine Deutschlands
?r Verband verfolgt den Zweck, zwischen den einzelnen
auenvereinen eine Verbindung herzustellen und sie einander
iherzubringen, sie in ihrer Tätigkeit anzuregen und durch
3chselseitige Hilfe zu fördern, ihre gemeinsamen Belange nach
ißen hin zu vertreten. Ordentliche Mitglieder sind Frauen-
reine (Beih-ag vorl. —.30 DM je Frv.-Mitglied); Einzelpersonen
innen außerordentliche Mitglieder werden (Beitrag DM 2.— )•
\z: Freiburg i. Br., Marienstr. 1 (PSKto 6414 Karlsruhe, Giro.
30 öffentliche Sparkasse Freiburg i. Br.).
V.: Frau Ruth Michelis, Freiburg i. Br., Marienstr. 1, F3426.
chnerin: Frau Frieda Klumpp, Freiburg i. Br., Ad.-Stifter-Str.
übriger Vorstand: Fräulein Emilie Betz, Freiburg i. Br., Uh-
ndstr. 9; Frau Tily Demmel, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25; Frau
ly Johne, Karlsruhe, Hirschstr. 106; Frau Therese Pfister, Frank-
rt ü.M., Varrentrappstr. 71; Frau Karoline Kugler, Augsburg,
olzbochstr. 27a.
* * *
13. Freizeitenhaus am Weißen Stein bei Heidelberg
.lefon Heidelberg 22707. Eigentum des ait-kath. Bistums. Ge-
häftsführung: Alt-Kathol. Pfarramt Heidelberg, Kaiserstr. 5.
Geistliche im Ruhestand
r. Clemens Feldman (x25.3.85 yl 5.8.1 4), Freiburg, Schwarzwald-
-. 17 — Geistl. Rat Paul Heuschen (x22.1 .82 yl2.6.04) Konstanz,
3cherstr. 16 — Pfr. Hans Hinz (xl5.8.88 yl5.8.16) Lauthental/
3rz, Bergapotheke — Pfr. Otto M. Saenger (x25.12.86 yl5.10.33),
•stetten/Oberrhein Baden — Pfr. Josef Spieler (xl .10.84 y9.7.11),
issau Ort 7 II — Pfr. Dr. Jos. M. Weeber (xlO.8.81 y29.6.08),
ürnberg, Unschlittplatz 1 — Prof. Dr. Johannes Zeimet (xl9.8.90
.8.14), Karlsruhe, Beethovenstr. 8.
Alt-Katholische Buchhandlungen und Bezugsstellen
der Schriften
Butschland: WILLIBRORD-BUCHHANDLUNG, Aachen, Friedrich-
r. 29/3311! r., PSKto Karlsruhe 34384 — Schweiz: CHRISTKATH.
IHRIFTENLAGER, Schönenwerd, Riedbrunnenstr. 3 — Nieder-
nde: CENTRAAL OUD-KATHOLIEK BOEKHUIS Amersfoort, Ko-
ngin Wilhelminalaan 3 Giro: 5744.
Alt-Katholische Zeitschriften
ternationale Kirchliche Zeitschrift, Bern. Erscheint vierteljähr-
±. Preis DM 16. — . Bezug durch die Willibrordbuchhandlung,
achen Friedrichstr. 29/33, PSKto Karlsruhe 34384.
mtliches alt-katholisches Kirchenblatt, Bonn, Bischöfl. Kanzlei.
ihrlich DM 5.—.
It-Kotholische Kirchenzeitung (früh. Alt-Kath. Volksblatt). Im
Jth. Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland Gesch. Stelle:
:^chen, Friedrichstr. 29/33, monatlich, Bezugspreis vjhrl. 1.65
Porto, PSKto Köln 17908.
Auferstehung", Kirchenblatt für die Alt-Katholiken in der Deut-
hen Demokratischen Republik, monatl. durch Alt-Kath. Pfarr-
■nt Leipzig S3, Hardenbergstr. 18.
er Alt-Katholik, Bistumsblatt der Alt-Kath. Kirche Österreichs,
scheint 2monatlich. Jahresgebühr S 12. Wien 1, Schottenring
71/2/12.
|iristkatholisches Kirchenblatt. Schweizerisches christkatholisches
ochenblatt. Jährl. 9 Fr. Expedition Fritz Pochon-Jent AG, Bern,
!>nbijoustraße 6.
tirisHtatholische Jugend, monatl. Bezug jährlich 3 Fr. Man-
ed Ziegler, Solothurn, Roßmarktplatz.
e Oud-Katholiek, Weekblad voor de Oud-Katholieke von Ne-
;rland. Administratie: Graaf Florisstraat 63, Rotterdam eil.
■ Sillon, Organe Catholique — Chretien Mensuel de Longue
ancaise Administration: Alf. Burkle 27. av. Pietet — de Roche-
ont, Geneve.
2. Alt-Kath.-Kirche der Niederlande
1. Bischöfe:
a) Erzbischof von Utrecht: Dr. Andreas Rinkel, Utrecht,
Emmalaan 8.
b) Bischof von Haarlem: Jacobus van der Oord, Haarlem,
Charlotte de Bourbonlaan 2
c) Bischof von Deventer: Engelbertus Lagerwey, Utrecht,
Drift 5 bis.
Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam, C, II, Graaf Florisstraat 63.
2. Metropolitankapitel von Utrecht
Präsident: Erzbischof Dr. A. Rinkel.
Dekan: Prof. B. A. van Kleef.
Sekretär: Erzpriester Pfr. Th. Moleman, VoorstraatllB, Dordrecht.
Mitglieder: Pfr. Erzpriester G. A. Smit (arcarius); Erzpriester Pfr.
Joh. A. Roeseling; Prof. Dr. P. J. Mdan; Prof. M. A. Zwart;
Seminar-Präsident: Prof. P. J. Jans; Pfr. J. A. J. van Zanten.
Ehrenmitglieder: Bischof E. Lagerwey; Alt-Pfr. Prof. C. Wijker.
3. Bischöflicher Rat
Präsident: Prof. P. J. Jans, Amersfoort.
Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam, C. II, Graaf Floris-
straat 63.
Mitglieder: Pfr. Erzpr. G. A. Smit; Pfr. Mr. J. W. Key; Dr. A. J.
van de Ven; Ir F. J. Heyligers; Th. M. Hovius; D. de Rooy;
Ir J. H. Giskes; A. F. C. Nieuwenhuyzen.
4. Generale Thesaurie
Thesaurier-General: D. de Rooy.
Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam.
5. Erzbischöfliches Seminar Amersfoort
Präsident: Prof. P. J. Jans, Koningin Wilhelminalaan 3,
Amersfoort.
Professoren: P. J. Jans, M. Kok, Dr. P. J. Maan, M. A. Zwart.
Lektor: C. Toi.
6. Gemeinden und Geistfiche
Erzbistum Utrecht
Amersfoort: Pfr. Prof. M. Kok, 't Zand 15; em. Pfr. Prof. C.
Wijker; Prof. P. J. Jans; J. Visser.
Arnheim: Pfr. M. J. Aarents, Adolf van Nieuwenaarlaan 3a.
Culemborg: Pfr. J. A. J. van Zanten, Varkensmarkt 20.
Delft: Pfr. J. C. M. Keman, Bagijnhof 25.
Dordrecht: Pfr. Erzpr. Th. Moleman, Voorstraat 118.
Gouda: Pfr. T. Horstman, Gouwe 113.
Haag: Pfr. Erzpr. Joh. A. Roeseling, Juffrouw Idastraat 13A.
Hilversum: Pfr. Erzpriester G. A. Smit, Melkpad 14. em. Pfr. Prof.
B. A. van Kleef.
Leiden: Pfr. A. J. Glazemaker, Zoeterwoudsesingel 50.
Oudewater: Pfr. T. Horstman (Gouda).
Rotterdam: Pfr. H. D. Raymaekers, Nobelstraat 24; Pfr. G. A.
van Kleef, Nieuwe Binnenweg 23.
Schiedam: Pfr. C. P. van den Berg, Dam 30.
Schoonhoven: Pfr. T. Horstmann (Gouda).
Utrecht: Pfr. Prof. Dr. P. J. Maan, Willemsplantsoen 3; Pfr. Th.
Bakker, Bemuurde Weerd O. Z. 55; Pfr. Prof. M. A. Zwart,
Achter Ciarenburg 6; em. Pfr. F. T. van der Steen. em. Pfr. G.
P. Giskes.
Bistum Haarlem
Aalsmeer: Pfr. IJ. R. H. J. Roosjen, Oosteinderweg 392.
Alkmaar: Pfr. A. R. Heyligers, Kastanjelaan 12.
Amsterdam: Pfr. C. Toi, Ruysdaelstr. 37.
Egmond aan Zee: Pfr. D. N. de Rijk, Voorstraat 110; Vikar G.
J. Blom, Voorstraat 110.
Enkhuizen: Pfr. A. R. Heyligers (Alkmaar).
Haarlem: Pfr. mr. J. W. Key, Kinderhuissingel 78; em. Pfr. A.
H. Guddee (Heemstede).
Helder: Pfr. E. Wijker, Timorlaan 87.
Krommenie: Pfr. H. J. Verhey, Noorder Hoofdstraat 131.
IJmuiden: Pfr. Dekan C. F. Nieuwenhuyzen, Koningin Wilhel-
minakade 38A.
Zaandam: Pfr. A. Zwart, Papenpad 12.
3. Christkath. Kirche der Schweiz
Bischof:
Dr. Urs Küry, Bern, Willadingweg 39, F (031) 43679, PSKto III
25448.
Büro der Synode:
Präs. Pfr. L. Affolter, Solothurn.
Vicepräs.: A. Hager, Zürich.
Sekretär: Pfr. Paul Heinz, Schaffhausen.
Synodalrat:
Präs.: Univ.-Prof. Dr. Leo Weber, Feldmeilen (Zürich), Teien-
straße 32.
Vicepräs.: vakat.
Sekretär: Pfr. Hugo Flury, Möhlin.
Mitglieder: Bischof Dr. Urs Küry (von Amts wegen); Dr. Char-
les Studer, Fürsprech, Solothurn; Werner Moll-Gerny, Luzern;
Pfr. Paul Richterich, Biel; Pfr. Arnold Moll, Basel; Hans Hohler,
Ölten; E. Bommer, St.-Gallen; Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy;
Dr. Max Gisi, Zürich.
Finanzverwalter: Pfr. Paul Richterich, Biel.
89
Theologische Fakultät an der Universität Bern:
Ordentliche Professoren: Dr. Ernst Gougler, Dohlioweg 5; Dr.
Albert Emil Rüthy, Muristr. 6e. Außerordentl. Professor: Bischof
Dr. Urs Küry, Bern; Pfr. Dr. W. Frei, Basel.
Gemeinden mit ihren Pfarrern und Kirchen:
Aarau: Pfr. Josef Höflinger, Adelbändli 2. Stadtkirche, 10 Uhr.
Allschwil: Pfr. Otto Moll, Schönenbuchstr. 8. Pfarrkirche St. Peter
u. Paul, 8.30 Uhr.
Basel: Pfr. Arnold Moll, St. Johannes-Vorstadt 27. — Pfarrer
Walter Frei, Klingentalgraben 37.
Bern: Pfr. Kurt Stalder, Rabbentalsh-oße 55. 2. Pfr. Alfred Jobin,
Spitalackerstraße 59. Peter- u. Pauls-Kirche, 9 Uhr.
Biel: Pfr. Paul Richterich, Dufourstr. 105. Pfarrkirche, 9.15 Uhr.
Binningen: Pfr. Otto Moll, Allschwil. Kirche an d. Kernmatt-
str. 2, 10.15 Uhr.
Boden, Brugg usw.: Pfr. Werner Seiler, Mägden.
Chaux-de-Fonds: Pfr. J. B. Couzi, rue de la Chapelle 5. Egiise,
rue de la Chapelle 7, 8 Uhr und 9.45 Uhr.
Chene: Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy, Kapelle von Chene-
Bourg.
Genf: Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy, Egiise St. Germain,
rue des Oranges, 10.30 Uhr.
Grenchen: Pfr. Otto Strub, Däderizstraße 61. Pfarrkirche St. Peter
und Paul, 9 Uhr.
St. Gahen: Pfr. J. Feldmeier, Dufourstr. 77. Christuskirche,
9.15 Uhr.
Hägendorf u. Umgebung: alt Pfr. Gabriel Herrle, Hägendorf.
St. Immer: Pfr. Dr. M. Gorce. Pfarrk. St. Peter u. Paul, 9.45 Uhr.
Kaiseraugst: Pfr. Gottfried Konrad, Pfarrhaus. Pfarrkirche St.
Gallus, 8.30 und 20 Uhr.
Lancy-Carouge: Pfr, Leon Gauthier, Grand Lancy, Egiise de
Sainte Trinite, 9 Uhr.
Laufen: Pfr. Otto Gschwind, Allmendweg. Pfarrkirche zu St.
Katharinen, 9 Uhr.
le Locie: Pfr. J.-B. Couzi, Chaux-de-Fonds. Chapelle St. Jean,
9.30 Uhr.
Lausanne: Pfr. Paul Richterich, Biel. 3.So. im Monat Englische
Kirche 8.50 und 14.30 Uhr.
Luzern: Pfr. Dr. Otto Gilg, Museggstr. 15. Christuskirche, 9 Uhr.
Mägden: Pfr. Werner Seiler. Pfarrkirche, 9.X Uhr.
Möhlin: Pfr. Hugo Flury, Pfarrhaus. Pfarrkirche St. Leodegor,
9 und 20 Uhr.
Neuchatel u. Umgebung: Pfr. J.-B. Couzi, Chaux-de-Fonds.
2. u. 4.So. 19 Uhr, Chapelle des Valanzines.
Niedergösgen: Pfr. C. Robert, Schönenwerd. Christkath. Kirche,
I.So, im Monat 8.30 Uhr.
Obermumpf-Wallbach: Pfr. Willi Schwarz, Wallbach, Pfarrhaus.
Kirche in Wallbach und Obermumpf, abwechselnd 9 u. 20 Uhr.
Olsberg: Pfr. Gottfried Konrad, Kaiseraugst. Pfarrkirche, jeden
2.So., 10.15 Uhr.
Ölten: Pfr. F. Ackermann, Kirchgasse 15. Stadtkirche St. Martin,
9 Uhr.
Rheinfelden: Pfr. Hans Frei, Pfarrhaus. Stadtkirche St. Martin,
9 Uhr.
Schaffhausen: Pfr. Paul Heinz, Beckengäßchen 29. Münsterka-
pelle bei der Schillerg locke, 9 Uhr.
Schönenwerd: Pfr. Georges Robert, Pfarrh. Stiftskirche, 8.30 Uhr.
Solothurn: Pfr. Lothar Äff olter, Kapuzinerstr. 6. Christkath. Kirche
am Rathaus, 9.15 Uhr.
Starrkirch-Dulliken: Pfr. Martin Heinz, Pfarrhaus. Pfarrkirche,
9 und 20 Uhr.
Thun: Von Bern aus pastoriert.
Jeden 2.So. im Monat 9.30 Uhr in der Kirche Göttibach.
Trimbach: Pfr. Dr. J. Waldmeier, Pfarrhaus. Kirche, 9 Uhr.
Wegenstetten-Hellikon-Zuzgen: Pfr. Bruno Stalder, Hellikon.
Pfarrkirchen in Hellikon und Zuzgen abwechselnd 9 Uhr.
WInterthur: Pfr. Paul Heinz, Schaffhausen. Kapelle a. d. Möhle-
str., 1. u. 3. So. im Monat.
Zürich: Pfr. Hans Gschwind, Augustinerhof 8; Pfr. Max Heinz,
Rötelstr. 63; Ptr. Max Willimann, Elisabethenstr. 20. Kirchen:
Augustinerkirche und Elisabethenkirche 9 Uhr. Christuskirche in
Oriikon I.So, im Monat 10.30 Uhr sonst 9.15 Uhr.
4. Alt-Kath.-Kirche in Osterreich
Bischof: Dr. Stefan Török.
Synodalrat:
Präsident: Berufsschuldirektor Ing. E. Nasinski; Dipl. Ing. M.
Amthor, Assistent der österreichischen Bundesbahnen i. R. H.
Goily, Rechtsanwalt Dr. W. Gostgeb, Senatsratspräsident Hofrat
Dr. H. Liedermonn, J. Mann, Pfarrer L. Poulitschke, Pfarrer K.
Schaposser, Professor F. Stoffenberger, Pfarrer Hofrat Dr. J.
Werner.
Referenten :
Geistl. Rat H. Bernauer, Dr. M. Kocska, Dr. E. Kreuzeder, Vikar
E. Kreuzeder, Univ. Prof. a. D. Dr. E. Mudrok, Pfarrer L. W.
Reichl.
Bisehöfl. Kanzlei: Wien I, Schottenring 17/1/2/12.
Pfarrämter:
Wien-Innen: Pfarrer L. W. Reidil; Wien I., Wipplingerstr. 8.
Wien-Landstraße: Pfarrer Geistlicher Rat H. Bernauer; Wien III.,
Eslorngasse 10.
Wien-Favoriten: Pfarrer F. Bittner, mit der administrativ
Leitung betraut: Seelsorgehelferin Dr. E. Kreuzeder; Wien
Eckertgasse 18a.
Wien-West: Mit der Seelsorge betraut: Hilfsvikar T. Marecc
Wien XV., Benedikt Schellingerg. 1.
Wien-Nordwest: Pfarrverweser: Personalpfarrer C. Czeip(
Wien XVI., Lindauerg. 11.
Wien-Brigittenau: Wird von der kirchlichen Oberbehörde I
treut. Wien XX., Dammstraße 7.
Graz: Mit der Seelsorge betraut: Personalpfarrer K. Spull<
Graz, Kernstockg. 1.
Klagenfurt: Mit der Seelsorge betraut: Lehrvikar N. Humm
Klagenfurt, Kempfstr. 12/1/3.
Krems/D.: Pfarrer K. Schaposser; Krems/D., St. Willibrc
kapelle, Steinertor.
St. Polten: Pfarrer K. Schaposser; St. Polten, Wienerstr. 41.
Linz/D.: Mit der Seelsorge betraut: Personalpfarrer L, P<
litschke; Linz, Prunerstift, Fabrikstr. 10.
Ried/1.: Wird von der kirchlichen Oberbehörde betreut; Ried
Bahnhofstr. 17.
Salzburg: Mit der Seelsorge betraut: Lehrvikar K. H. M(
Salzburg, Mirabellschloß.
'~' 5. Die Alt-Katholische Kirche
in der Tschechoslowakei
(Nur noch Reste des ehemals deutschen Bistums WarnsdoH
1 Bistumsverweser in Warnsdorf, 17 Gem. mit 10 Geistlich
6. Die Katholische Nationalkirche in Polen
Landes-B.: Julian Pekala, Sekr.: B. Professor E. Kriegelewi
Sitz: Warschau/Polen, Ul. Wilcza 31,
Kathedrale: Warschau, Schwolegerstraße 4.
7. Die Polnische Katholische Nationalkirche
in Amerika
a) Zentrol-D.: Pr.-B. Leon Grochowski, Scranton, Pa.
E. Locust St., USA.
b) Ost.-D.: B. Joseph Soltysiak, Manchester, N.H., 635 Un
St., USA.
c) D. von Buffoio-Pittsburgh: B. Thaddeus Zielinski, Buffclo
N. Y., Sobieski St. 182, USA.
d) West-D.: B. Joseph Kardas, Chicago 47, IM., 2019 W.
Charleston St.
II. Die Anglikanische Kirchengemeinschaft
Die anglikanischen Kirchen sind ,eine Gemeinschaft innerh
der Einen Heiligen Katholischen und Apostolischen Kirche je
rechtmäßig konstitutierten Diözesen, Provinzen, oder regionc
Kirchen, die mit dem erzbischöflichen Stuhl von Canterbury
kirchlicher Gemeinschaft stehen' (Lambeth-Konferenz 1930). ,1
se Kirchen bewahren die apostolische Lehre und Ordnung >
sind als integrale Teile der Universalen Kirche unabhängig
ihrer Selbstverwaltung. Wir betonen abermals die Tatsache, <
die Kirchen der Anglikanischen Kirdiengemeinschaft kathol
sind im Sinne der englischen Reformation. Sie sind katholi
aber reformiert, sie sind reformiert, aber katholisch. Die ^
körperung dieses Charakters ist das Book of Common Prc
(Liturgiebuch)' (Lambeth-Konferenz-Bericht 1948).
Die Anglikanische Kirchengemeinschaft (= die Anglikani«
Kirche) umfaßt gegenwärtig 15 selbständige Landeskirchen
insgesamt 332 Diözesen und Missionsbistümern in allen Erdtei
Sie zählen weit über 40 Millionen Mitglieder in allen Ras:
die von 464 katholischen Bischöfen und vielen tausend Pries'
betreut werden.
Alle 10 Jahre versammeln sich die anglikanischen Bischöfe
London zur sogenannten Lambeth-Konferenz, deren Prösic
der Erzbischof von Canterbury ist. 1958 findet die nächste $1
Wir geben einen Oberblick über die Statistik und wich
Adressen dieser Kirchen. Die Anglikanische Kirche steht ja
der Alt-Katholischen Kirche in voller Interkommunion. Das
deutet u. a., daß die vielen tausend anglikanischen Gemein
in aller Welt den Alt-Katholiken, die in dem betreffenden
keine eigene Gemeinde haben, ein volles kirchliches Heii
recht bieten (und umgekehrt).
1. Die Kirche von England (Mutterkirdie)
21 Millionen Gl. in England - 2 Kirchenprov. mit 43 D. in (
land - 21 Missions-D. in Europa, Nord- u. Südamerika, Asien
Afrika - Insgesamt 140 B. u. etwa 35000 Priester.
Primas: The Most Rev. and Rt. Hon. Geoffrey Fisher, Erzbj
Canterbury, Pr. v. Ganz England u. Mp., Lambeth Palace, I'
don/England, S.E.l u. Old Palace, Canterbury/England.
Nord- u. Mittel-Europa: Bischof von Fulham R. N. Coote, Chu
House, Deons Yard, London SW 1.
Süd-Europa: Bischof v. Gibraltar F. W. T. Craske, 35. G
Peter Str., London SW 1.
Jiliches Außenamt (an das alle Korrespondenz zu richten
Church of England Council on Foreign Relations, General
retory Canon H, M. Waddams, Palace Court, 222, Lambeth
,d, London/England, S. E. 1.
2. Die Kirche in Wales
000 Gl. - 6 D. - 6 B. - Primas: The Most Rev. John Morgan,
3., Bishop's House, The Green, LIandafF, Wales/Großbri-
nien.
I| 3. Die Bischöfliche Kirdie in Schottland
IbiQQO Gl. - 7 D. - 7 B. - Primus: The Most Rev. Thomas Hannay,
in St. Brides Rectory, Onich, Inverness-shire/Schottland.
M 4. Die Kirche von Irland
I 000 Gl. - 14 D. - 14 B. - Primas: The Most Rev. John A. F.
jgg, Erzb, v. Armagh, Pr. v. Ganz Irland u. Mp., The Palace,
nogh, Nordirland.
II 5. Die Bisdiöfliche Kirche in den USA
I 4d23 Gl. - 103 D. u. Missionsb. - 129 B. - 7700 Geistliche.
■nas: The Most Rev. Henry Knox Sherrill, Presiding Bishop,
Forth Ave., New York/USA 10, N. Y. Für die europäischen
rreien: The Right Rev. Nash of Massachusetts. Kirchliches
Benamt: (an das alte Korrespondenzen zu richten sind) The
tional Council of the Episcopal Church, Church Missions
use, 281 Fourth Avenue, New York 10, N. Y., USA.
6. Die Anglikanische Kirche von Kanada
»000 Gl. - 28 D. - 33 B. - Primas: The Most Rev. Walter
fer Barfoot, Erzb, v. Rupertsland u. Pr. v. Ganz Kanada,
od House, Trinity Hall, Winnipeg, Manitoba, Canada.
7. Die Kirchenprovinz Westindien
: »000 Gl. - 8 D. - 8 B. - Primas: The Most Rev. Alan John
I ight, B. v. Guiana, Erzb. v. Westindien u. Mp., Austin House,
i orgetown 1, Demerara, British Guiana.
I' 8. Die Kirche von Indien, Pakistan, Burma und Ceylon
lOOO Gl. - 16 D. - 20 B. - Primas: The Most Rev. Arabindo Nath
kerjee, B. v. Kalkutta u. Mp. v. Indien, Pakistan, Burma u.
/Ion, The Bishop's House, 51, Chowringhee Rd., Caicutta 16,
iien.
9. Die Heilige Katholische Kirche in Japan
j (Nippon Seikokwai)
knOOO Gl. - 10 D. - 11 B. - Primas: The Most Rev. Michael Hin-
U:e Yashiro, Präsidierender B., 5, 3-chome, Nakayamate-dori,
fhJta-ku, Kobe-shi, Japan.
10. Die Heilige Katholische Kirche in China
(Chung Hua Scheng Kung Hui)
000 Gl. - 15 D. - 19 B. - Primas: The Rt. Rev. Chen Chien-tsun
jsidierender B., Wankan (früher Anking), China.
11. Die Kirchenprovinz Südafrika
14000 Gl. - 14 D. - 15 B. - Primas: The Most Rev. Joost de
jnk, Erzb. v. Kapstadt u. Mp., Bishopscourt, Claremont, Cape-
vn, Südafrika.
12. Die Kirchenprovinz Westafrika
00000 Gl. - 9 D. - 12 B. - Primas: The Most Rev. James Law-
ice Cecil Horstead, B. v. Sierra Leone u. Erzb. der Kirchen-
ov. Westafrika u. Mp., Bishopscourt, Freetown, Sierra Leone,
estofrika.
13. Die Kirchenprovinz Zentralafrika
00000 Gl. - 4 D. - 4 B. - Primas: The Most Rev. Edward Francis
get, Erzb. der Prov. Zentralafrika, Bishop's Mount, P. O.
X 7, Salisbury, Südrhodesien, Afrika.
14. Die Kirche in Australien und Tasmanien
■00000 Gl. - 25 D, - 33 B. - Primas: The Most Rev. Howard West
Ivinton Mowll, Pr. in Australien u. Tasmanien, Erzb. v. Sydney
Mp. der Prov. Neu-Südwales, Bishopscourt, EdgeclifF, Sydney,
S. W., Australia.
15. Die Kirchenprovinz Neuseeland.
5000 Gl. - 9 D. - 12 B. - Primas: The Most Rev. Reginald
;rbert Owen, B. v. Wellington, Pr. u. Erzb. v. Neuseeland,
Shopscourt, Wellington, Neuseeland.
III.
Die Orthodoxe Kirchengemeinschaft
e Orthodoxe Kirchengemeinschaft ist eine Vereinigung selb-
3ndiger katholischer Nationalkirchen. Als Fortsetzung der
ten, ungeteilten Kirche des 1. Jahrtausends sind die ortho-
;xen Kirchen einig im alten katholischen Glauben, im liturgi-
nen Leben, in der Grundverfassung und im Schicksal, sind aber
äi in Ihrem kirchlichen Verwaltungsleben und in ihrer äußeren
estoltung.
e Orthodoxe Kirchengemeinschaft umfaßt gegenwärtig 15 selb-
andige Nationalkirchen vor allem in Eurasien mit etwa 150
iiiionen Gl. Daneben gibt es noch Hunderte Diaspora-Ge-
einaen in den übrigen eurasischen Ländern, sowie in Amerika,
^riko und Australien.
Zur Orthodoxen Kirchengemeinschaft kann man quch die 5 alten
Orientalischen Nationalkirchen zählen, die sich in den ersten
Jahrhunderten von der Großkirche trennten, heute aber in
Dogma und Ritus im wesentlichen mit den orthodoxen Kirchen
übereinstimmen. Sie zählen zusammen etwa 13500000 Gl.
Höchstes Organ ist die pan-orthodoxe Bischofsversammlung, die
aber aus politischen Gründen schon lange nicht mehr zusammen-
getreten ist. Ihr Präsident ist der Oekumenische Patriarch von
Konstantinopel.
Zwischen der Orthodoxen und Alt-Katholischen Kirche besteht
volle Glaubenseinheit und ,es bleibt nur eine bloße Frage der
Form und eines entsprechenden Zeitpunktes, um die volle Ver-
einigung der beiden Kirchen zu vollziehen. Schon stehen die
beiden Kirchen in herzlichsten Beziehungen und arbeiten zu-
sammen in voller Harmonie Oberall auf dem oekumenischen
Boden" (Professor Zankow, Sofia).
1. Oekumenisches Patriarchat von Konstantinopel
225000 Gl. - Darüber hinaus unterstehen dem Oekumenischen
Patriarchen Jurisdiktionen noch zahlreiche Gemeinden in aller
Welt, darunter ein Exarchat für West- und Mitteleuropa und ein
Exarchat für den Stillen und Atlantischen Ozean (Amerika).
Oberhaupt: S. H. Athenagoras I., Erzb. v. Konstantinopel u.
Oekumenischer Patriarch, Phanar, Istambul, Türkei.
2. Patriarchat Alexandrien
150000 Gl. - In ganz Afrika 117 Kirchen mit 115 Geistlichen,
9 Mp., 2 Hilfs-B., 4 Klöster. Oberhaupt: S. H. Christophoros II.,
Patr. V. Alexandrien u. Ganz Ägypten, Griech.-Orth. Patriarchat
Alexandria, Ägypten.
3. Patriarchat Antiochien
250000 Gl. - Oberhaupt: S. H. Alexander IM., Patr. v. Antiochien,
Damaskus, Syrien.
4. Patriarchat Jerusalem
100000 Gl. - Oberhaupt: S. H. Benedictos I., Patr. v. Jerusalem,
Altstadt, Jerusalem, Jordanien.
5. Patriarchat Moskau (Gebiet der UdSSR)
120000000 Gl. - 80 D, und 25000 Gemeinden - 80 B. und 35000
Geistliche - 100 Klöster - In diese Zahlen eingeschlossen sind
neben der Russisch-Orthodoxen Kirche auch die nationalen
orthodoxen Kirchen der Ukraine, von WeIß-Ruthenien (Weiß-
Rußland) und von Estland, Lettland und Litauen. Der Juris-
diktion des Moskauer Patriarchen unterstehen ferner Missions-
kirchen in China, Japan, Korea, Israel und Holland, sowie ein
Exarchat von orthodoxen Russen in Westeuropa und ein Ex-
archat in Amerika - Oberhaupt: S. H. Alexej, Patr. v. Moskau
u. Ganz Rußland, 5, Tschisty, Moskau 5, UdSSR.
6. Patriarchat Serbien (Jugoslawien)
7500000 Gl. - 24 D. mit 3700 Kirchen - 2 500 Geistl. - 180 Klöster.
Oberhaupt: S. H. Vinzenz (Vikentije), Patr, der Serb. Orth.
Kirche, Belgrad, Jugoslawien.
7. Patriarchat Rumänien
14000000 Gl. - 10 D. mit über 10000 Kirchen - 12000 Geistliche -
über 200 Klöster u. Einsiedeleien - Oberhaupt: S. H. Justinian,
Patr. V. Rumänien, Bukarest, Rumänien.
8. Patriarchat Bulgarien
6000000 Gl. - 11 B. mit 2940 Kirchen - 9 Mp., 7 B. u. 3000 andere
Geistliche - 100 Klöster - Oberhaupt: S. H. Kyrill, Patr. v. Bul-
garien, Sofia, Bulgarien.
9. Die Kirche von Griechenland
7500000 Gl. - 67 D., ferner 9 D. auf Kreta u. 4 D. im Zwölfinsel-
gebiet mit 6774 Kirchen - 7150 Geistliche - 259 Klöster - Ober-
haupt: vacat, Erzb. v. Athen u. Pr. v. Ganz Griechenland,
Athen, Griechenland.
10. Die Kirche von Polen
350000 Gl. -40.- Oberhaupt: S. E. Makarius, Mp, v. Warschau
u. Ganz Polen, Warschau, Polen.
11. Die Kirche der Tschechoslowakei
300000 Gl. -40.- Oberhaupt: S. E. Johann, Mp. v. Prag u. der
Ganzen Tschechoslowakei, Prag, Tschechoslowakei.
12. Die Kirche von Finnland
80000 Gl. - Oberhaupt: S. E. Herman Aava, Erzb, v. Karelien u.
Ganz Finnland, Kupio, Finnland.
13. Die Kirche von Cypern
400000 Gl. - Oberhaupt: S. E. Makarios III., Mp. v. Cypern,
Nikosia, Cypern.
14. Die Kirche von Albanien
160000 Gl, - Oberhaupt: S, E. Paissi, Erzb. v. Albanien, Tirana,
Albanien.
15. Das Katholikat von Georgien
2000000 Gl. - Oberhaupt: S. H. Melchisedek III., Kotholikos
(Patr.) V. Ganz Georgien, Urbni, Georgien, UdSSR.
16. Die Armenisch-Apostolisch-Orthodoxe Kirche
(Armenisch-Gregorianische Kirche)
3000000 Gl. In Armenien, Indien, Syrien, Libanon, Cypern,
Großbritannien, Nord- und Südamerika u. auf dem Balkon.
Oberhaupt: S. H. Vazgen I., Kotholikos u, Patr. Aller Armenier,
Etschmiadzin, Armenien, UdSSR.
Q1
17. Das Syrisch-Jakobitische Patriarchat von Antiochien und die
Syrische Orthodoxe Kirche der Thomaschristen in Indien
500000 Gl. in Mesopotamien, Kurdistan und Südindien - Ober-
haupt: vacat, Patr. v. Antiodiien, Homs, Syrien.
18. Die Koptische Kirche
2 500000 Gl. in Ägypten und Südafrika. Oberhaupt: S. H. Amba
Jussab II., Patr. der Koptischen Kirche, Kairo, Ägypten.
19. Die Aethiopische Kirche
6800000 Gl. in Abessinien - Oberhaupt: S. E. Basileios, Pr. der
Aethiopischen Kirche u. Abbuna, Addis Abeba, Aethiopien.
20. Die Assyrische (Nestorianische) Kirche
75000 Gl. im Irak, Syrien, Persien und Amerika - Oberhaupt:
S. H. Eschai Mar Schimun XXIII., Patr. des Ostens u. der Assyrier
CXIX, Mar Addai Cathedral Church of the East, Turlock, Cali-
fornien, USA.
IV. Die übrigen Autonomen Katholischen Kirchen
Es sind eigengeprägte Nationalkirchen, die gültig in apostoli-
scher Sukzession stehende Bischöfe und Priester haben, iedoch
untereinander und mit den vorstehenden Kirchengemeinsaioften
in nur loser oder gar keiner Verbindung stehen.
1. Der Alt-Katholische Kirchenbund in Jugoslawien
(Strebt Wiedervereinigung mit der Utrechter Union an)
Drei nationale Bistümer:
o) Die Alt-Katholische Kirche in NR Serbien
Bischof: Milan Dobrovoljac, Beograd (Belgrad)
b) Die Kroatische National-Katholische Kirche
Bischof: Vladimir Kos, Bistumsverweser und Weihbischof,
Zagreb (Agram)
c) Die Slowenische Alt-Katholische Kirche
Bischof: Dr. Radovan Jost, Ljubljana (Laibach)
2. Die Alt-Katholische Kirche der Mariaviten in Polen
und in Ungarn
(Steht mit der Poln. Kath. Nationalkirche der Utrechter Union
in brüderlichen Beziehungen).
60000 Gl. - 6 B. - 40 Ordens- u. 12 Weltpriester, welche die
Gemeinden leiten - 400 Ordensschwestern, die vor allem im
Mutterhaus in Plock/Polen leben und karitativ tätig sind.
Genera Ibischof: Pruchniewski, Plock/Polen, Mariaviten-Kloster,
Dobschinerstraße 27.
3. Die Philippinische Unabhängige Katholische Kirche
Eine katholische Kirche, die sich 1902 von der Römischen Kirche
trennte. Erst 1948 empfing sie durch Bischöfe der anglikanisch-
bischöflichen Kirche der USA die apostolische Sukzession, nach-
dem ihre Katholizität anerkannt worden war.
2 500000 Gl. - 22 B. und 600 Priester - Oberster Bischof: S. E.
Isabelo de los Reyes, Manila, Philippinen.
4. Die Spanische Reformierte Bischöfliche Kirche und
die Katholische, Apostolische, Evangelische Kirche von Portugal
Beide Kirchen lösten sich im vorigen Jahrhundert von Rom und
stellten sich bei Wahrung ihrer Unabhängigkeit unter die
Obhut der Anglikanischen Kirche, durch die sie auch die aposto-
lische Sukzession erhielten. Beide Kirchen sind an Zahl sehr klein.
Bischof: Santos Martin Molina, Madrid, Spanien.
5. Die Schwedische Kirche
Die .Schwedische Kirche' ist jene .rechte, alte, katholische
Kirche, die durch die^Reformation in jenem Land gereinigt und
bewahrt worden ist (Bischof Bo Giertz, Göteborg). Bis auf den
heutigen Tag hat sie die apostolische Sukzession bewahrt.
Etwa 5000000 GL, umfaßt eine Erz-D., 12 D. und 2549 Pfarr-
gemeinden, die von 13 B. und 2777 Priestern betreut werden.
Primas: Y. T. Brilioth, Erzb. v. Uppsala u. Pr. v. Schweden,
Uppsala, Schweden.
Korrespondenzen, die katholische Erneuerungsbewegung in
Schweden betreffend, können gerichtet werden an; Dr. Gunnar
Rosendol, Pforrer an St. Peter, St. Petri Kyrkan, Osby, Schweden.
V. Wichtige internationale Institutionen
1. Die Gesellschaft des hl. Willibrord
sucht die freundlichen Beziehungen zwischen der Anglikanisc
Kirchengemeinschaft und den Alt-Katholischen Kirchen zu
dem und zu vertiefen.
Unter dem Patronate der Erzbischöfe von Canterbury
Utrecht.
Präsident: B. Montgomery-Campbell Fulham-Paloce London
Gesch. Fhr.: der B. von Fulham.
Sekretär: Rev. J. A. Burley The Vicarage Walthamstow, St.
terintheforest London E 17.
Jugendsekretär: C. J. Witten 66. Haywards Rd. Haywards He
Engl.
(NB. über die deutsche Abteilung, den Willibrordbund si
unter 1/1.)
2. Internationale Liga für Apostolischen Glauben unjl
Kirchenverfassung (ILAFO)
Die ILAFO wurde 1950 von Vertretern der Anglikanischen, Seh
dischen und Alt-Katholischen Kirche gegründet. Ihr Zweck
1. Die Verständigung zwischen katholisch gesinnten Christen
schiedener Kirchen zu fördern zur gegenseitigen Unterstütz
und Ermutigung, treu den Glauben und die Verfassung
Apostolischen Kirche aufrecht zu erhalten, und 2. es den .
gliedern dieser Kirchen zu ermöglichen, vereintes Zeugnis
ökumenischen Tagungen abzulegen, um für die Wieder
einigung aller Christen auf der Grundlage des Glaubens
der Verfassung der Apostolischen Kirche zu wirken.
Ehrenpräsident: The Most Rev. Thomas Hannay, Pr. der Ar
konischen Kirche in Schottland, St. Bride's Rectory, On
Inverness-shire, Schottland. Vertreter für Deutschland: I
Pursch, alt-katholischer Pfarrer in Bottropp, Brünerstr. 13. Kor
pondent für Deutschland: Drobnitzky, evangelischer Pfor
Münster in Westfalen.
3. Orthodox-Anglikanischer Freundschaftsbund
Zweck: Gegenseitigen Kontakt und Verbindungen zu ermöglic
für Orthodoxe und Anglikaner.
Ehrenpräsidenten: Metropolit Leonty, Erzb. Michael, B. Nie
und B. Scaife. Sekretär: Rev. E. R. Hardy, 46 Mansfield
New Haven, Conn., USA.
4. Bruderschaft des hl. Jakobus von Jerusalem
Eine Organisation für Mitglieder der Anglikanischen, Or
doxen, Alt-Katholischen und verwandter Kirchen, um das
stehen zwischen einzelnen Mitgliedern dieser Kirchen zu förc
durch gemeinsames Gebet, Korrespondenz und örtliche \
Sammlungen. Jedes Mitglied erhält vierteljährlich die Zeitsd
„Ekklesia Nika'.
Internationale Schirmherren: Der Patriarch von Jerusalem (or
dox) und der anglikanische Bischof von Jerusalem. Deifts<
Sekretär: Otto Maria Saenger, alt-kath. Pfarrer, Jestef
Baden, Deutschland.
5. Katholisch-Evangelische Liga
Dieser Bund wurde ins Leben gerufen, um denjenigen <
Gemeinschaft zu bieten, die an persönlicher Evangeliso
jener Leute interessiert sind, die keiner Kirche angehören,
treten können diesem Bund Mitglieder aus der Anglikanisd
Alt-Katholischen oder Orthodoxen Kirche. Die Liga gibt <
Vierteljahreszeitschrift heraus ,Catholic Evangelican'.
Präsident: Richard A. Sullivant. Sekretär: Herbert J. M
waring, 54 Weston Ave., Wollaston 70, Mass., USA.
6. Anglikanisch-Katholische Aktion
(The Church Union)
Größter anglikanischer Bund mit dem Zweck; den Glauben
das Leben der Katholischen Kirche aufrecht zu erhalten und
katholischen Charakter der Anglikanischen Kirche zu bewol
und lebendig darzustellen. Ihr Motto: .Der ganze Glaube
die ganze Welt!' Mehrere Zeitschriften.
Exekutiv-Direktor in Amerika: The Rev. Canon Albert J. duE
Executive Director of The American Church Union, 347 Mod
Ave., New York 17, N. Y., USA.
Zum Geleit
vielseitig auch die Titel der Beiträge, sie dienen diesmal all dem einen großen und entscheidenden Ziel der Er-
ckung unseres Kirchenteiles und seiner Erneuerung aus der Tiefe echter Katholizität . Auf
' die Gläubigen und Gemeinden zurückfinden zur ersten Liebe.
ernste und große Ziele ins Auge gefaßt werden, geht es ohne tiefschürfende Denkarbeit nicht ab. Wir müssen
h hierin wieder den Mut finden, im kirchlidoen Jahrbuch, der einzigen repräsentativen Buchgabe unseres Bistums,
Elite unserer kirchlich interessierten Männer und Frauen, theologisch relevante und durchdachte Studien zu
'en, zumal, wenn sie von solcher Bedeutung für die Zukunft unserer Gemeinschaft sind, wie jener Beitrag -
•n dieser ist gemeint — über die Katholizität, die Frucht jahrelangen Nachdenkens des Schriftleiters. Dieser Bei-
l möchte ein Echo wecken und aufgeschlossene Leser finden weit über unsere Bistümer hinaus. Die ganze Kirche
damit angesprochen.
allen übrigen Beiträgen jedoch findet der Leser allgemeinverständliche, anregende, ja sogar entspannende Kost.
ge uns das neue Jahr dem Vollalter Christi näher bringen!
Der Du die Zeit in Händen hast. Nun von Dir selbst in Jesu Christ,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last die Mitte fest gewiesen ist,
und wandle sie in Segen! führ uns dem Ziel entgegen. (Jochen Klepper)
Dies wünscht Franz Paul P fister, Pfarrer in Frankfurt/ Main.
Wir haben zu danken
•nehmlich dem holländischen Bistum für Bereit- Ausgabe behilflich waren; ferner dem Ruf er- Verlag
llung von Bildern und Druckstöcken, sowie allen
tarbeitern und Freunden, die uns bei der neuen
Gütersloh und dem Bechtle- Verlag, Esslingen für
Erlaubnis zur Entnahme heiterer Anekdoten.
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Ist die leibl. Himmelfahrt Mariae ein Dogma? von Pfar-
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Interkommunion — Grundlagen, Inhalt, Folgerungen von
Erzb. Rinkel. 24 S. kart 1.20
Schuld und SQhne — Sakrament der Buße — von Bischof
Demniel. 12 S. geh —.25
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Die Lehre der Kirche im Leben der Gläubigen von Prof.
Jans. 12 S. kartoniert — .30
Chrisikatholischei- Katechismus. 84 S. Halbl./Karton . . 1.20
Leitfaden für den Erstkommunionsunterricht von Weihb.
Sleinwachs. 32 S. kart — .25
Diakon und Priester im Dienste der Kirche von Pfr.
Kräling/Schöke. 16 S. geh —.25
m
Die Willensfreiheit als rel.-phil. Grundproblem von Dr.
Rud. Keussen. 224 S. brosch 3..
Schönheit der kath. Kirche in ihrem Kultus (antiquar.)
von Pfarrer Schirmer. 68 S. brosch — '
Aus der Gescfaidite der Kirdie:
Bilder aus der Alten Kirche von Dr. O. Gilg. 80 S. 8 Bil-
der brosch 1.!
Justinus Febronius (Weihb. Job. N. v. Hontheim) von
Pfarrer Pfister. 40 S. geh -
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Ignaz Hch. von Wesscnberg (antiquarisch) von Pfarrer
Schirmer. 72 S. 2 Bilder brosch. — .i
Hilarius von Poitiers (1864 antiquarisch) von Bischof
Reinkens. 360 S. brosch 3
Die Alt-Katliolisclie Kirdie:
Was ist alt-katholisch? von Bischof Demmel. 40 S. kart. —
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Konfession und Ökumene von Bischof U. Küry. 16 S. geh. — .
Alt-Katholizismus und Protestantismus von Pfr. Kopp.
46 S. brosch — .
Christkatholizismus und Protestantismus von Pfr. O.
Gilg. 28 S. kart. — .
Die alt-katholische Bewegung in 50 Fragen von Pfr.
Kopp. 199 S. brosch. 1.
Der Alt-Katholizismus in Deutsehland von Pfr. Kopp.
. 148 S. brosch — .
Joh. Friedrich als Führer der altkath. Bewegung von -
Pfr. Hacker. 25 S. geh — .
Episkopat des Corn. J. B. Wuytiers von Utrecht von
Prof. Maan. Mit Bildern Halbl. 7.
Bischof Eduard Herzog, Lebensbild von Pfr. Herzog
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Bischof Adolf Küry zum Gedächtnis 1.
In englischer Sprache:
The Old Catholic Movement its origin & history von
C. B. Moss DD gebunden 12.
Alt-Katholisdie Zeitsdiriften:
Alt-Katholisches Jahrbuch 1958 2.
1957 1.
Alt-Kath. Kalender u. Jahrbuch 1955 —
1954 — .
1953 — .
Kalenderpack (1957/6/5/4/3) nur gesarat 4
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Alt^Katholisdies Jahrbudi
1959
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LEBEN JESU IN PALÄSTINA,
SCHLESIEN UND ANDERSWO
Durchgesehen und eingeleitet von
J. Chr. Hampe
400 Seiten, Leinen, DM 9.80, erschienen in der
Reihe DER SIEBENSTERN
In einer preiswerten Volksausgabe ist dieses
gewiditige Werk neu erschienen. Das Leben,
wie es in Palästina geschah, begleitet gleich-
nishaft das Leben des Dichters von seinen
Knabenj ahren auf dem Dorf bis zur Priester-
weihe. „Die beste christliche Selbstbio-
graphie" (Adolf Schlatter).
EUGEN SALZER-VERLAG
HEILBRONN A.N.
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Und sie fanden das Kind
Weihnachtsgesdiichten
80 Seiten, DM 2.80, mit farbigem Sdiutzum-
sdilag, Band 58 der Reihe „Salzers Volksbücher".
Der Erzähler hat das Wunder der Heiligen
Nacht aus innerstem Herzen erlebt. Jede
der adit Geschichten, die in der schlesischen
Heimat spielen, ist ein Zeugnis dieses Er-
lebens: warm, eindringlich und beglückend.
Die Erzählungen eignen sich besonders zum
Vorlesen.
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>
Schon von außen
kann man eine Wohnung beurteilen,
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Kirdilidies Jahrbudi
für die dcutsdien Alt-'Katholikeii
1959
7nit Jahresweiser und Verzeichnis der Autonomen Katholischen Kirchen
und ihrer wichtigen Einrichtungen
Im Auftrag des katholischen Bistums Bonn
der Alt-Katholiken Deutschlands
Herausgegehen von Pfarrer Paul Franz Pfister
Frankfurt a. M.
Verlag des Bistums Bonn • Gregor-Mendel-Straße 2$
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not meinem 23otet
un6 DOC feinen Engeln.
Offbg. Johanni
Inhaltsübersicht
lendarium, Fr. Kraeling 4
r Bericht
ronik des Bistums Bonn, Prof. Dr. W. Küppers 11
s den Schwesterkirchen, nach Angaben von H.
f. W. Verhey, Paul Heinz, Dr. Kreuzeder . . 17
r XVII. Internationale Alt-Katholikenkongreß
n Rheinfelden, P. F. Pfister 19
iträge zu unsepem Selbslversländnis
sere Aufgabe, Paul F. Pfister 24
ihrhaftigkeit - Sachlichkeit, Paul F. Pfister . 26
IS sagt die Kirchengeschichte zu dem Anspruch
1er Päpste . . . Paul F. Pfister 27
prian von Karthago, DDr. E. Hammerschmidt 33
iiode so oder so? Gustav Hüdig 35
1 Gespräch über die alte katholische Kirche,
^aul F. Pfister 41
nn . . . Prof. Dr. W. Küppers 44
larbeiler Gottes
s neue Bildfenster der Pfarrkirche in München
3ekan J. Schniertshauer 58
(arbeitende Gemeinde, P. Pfister 59
innerungen eines Ministranten, F. O. Wulst . 61
• Kirche stirbt, wenn sie nicht missioniert,
^ Pfister 62
te Bibelausgaben und Hilfsbücher,
/om Herausgeber 63
Die Ehefragen, P. Pfister 65
Astrologie, Von P. Pfister 66
Freizeit, Von P. Pfister 69
Für Jeden etwas
Die St. Gotthardbahn 68
Der Alte Fritz erzieht zur Toleranz 70
Kirdie und Staat in der Bundesrepublik ... 74
Vom „Hundertjährigen Kalender und vom
Wettermachen, P. Pfister 76
Herbstlied, Benno Schöke 72
Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut wiegen,
Gottfried Wolters 73
Wer jetzig Zeiten leben will 85
Jahr des Herrn, Siegfried Goes 87
Ergötzliches 77
Meisterrätsel 77
Allzeit fröhlich 79
Bücher, Paul F. Pfister 80
Zwiesprache, Vom Kalendermann 86
Verzeichnis der wichtigen Einrichtungen der alt-
kath. Kirchen 88
Sinnsprüche, Gedichte, Anekdoten, Kurzgeschich-
ten, Rätsel und Humoristisches hat der Schrift-
leiter bereitgestellt.
Anzeigen 97
Erläuterung zum Kalendarium
Auf- und Untergangszeiten der Sonne sind in Mitteleuro-
sdier Zeit angegeben; sie gelten genau für Köln, den zen-
gelegenen Ort Westdeutschlands. Für weiter entfernt ge-
rne Orte können diese Zeiten um größere Beträge ab-
dien.
Zeit- und Festrechnung 1959
Jahr 1959 ist ein Gemeinjahr von 365 Tagen.
Septuagesima
Aschermittwoch
Karfreitag
Ostern
Himmelfahrt
Pfingsten
Fronleichnam
Erntedankfest
Büß- und Bettag
1. Advent
25. Januar
11. Februar
27. März
29. März
7. Mai
17. Mai
28. Mai
4. Oktober
18. November
29. November
Jahreszeiten 1959
hlings-Tagundnachtgleichf
»mersonnenwende
bst-Tagundnachtgleidie
itersonnenwende
21. März
22. Juni
23. September
22. Dezember
9.55 Uhr MEZ
4.50 Uhr MEZ
20.09 Uhr MEZ
15.35 Uhr MEZ
Gesetzliche Feiertage in den Bundesländern
jahrslag: in allen Bundesländern.
t der Erscheinung des Herrn (6. Januar): nur in Baden-
'ürttemberg und in Bayern,
freitag: in allen Bundesländern,
^rmontag: in allen Bundesländern,
fai: in allen Bundesländern.
isti Himmelfahrt: in allen Bundesländern,
gstmontag: in allen Bundesländern.
luni („Tag der deutschen Einheit"): in allen Bundesländern.
j nleidinam: nur in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-
1 estfalen und Bheinland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen,
{ amburg und Niedersachsen; in Bayern nur in Gemeinden
't überwiegend röm.-kath. Bevölkerung.
'•'ligen: in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen u.
iland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen,
lersachsen, Schleswig-Holstein. In Bayern: in Gemeinden
u überwiegend röm.-kath. Bevölkerung.
■ und Bettag: in allen Bundesländern; in Bayern aber nur
Gemeinden mit überwiegend evangelischer Bevölkerung.
Das Friedensfest (8. August) ist nur im Stadtkreis Augsburg
gesetzlicher Feiertag.
Der 1. und 2. Weihnachtstag sind gesetzliche Feiertage in allen
Bundesländern.
Die Sonne tritt in das Sternbild
Steinbock
am 19. Januar
Wassermann
„ 16. Februar
Fische
„ 12. März
Widder
„ 18. April
Stier
„ 14. Mai
Zwillinge
„ 21. Juni
Krebs
„ 20. Juli
Löwe
„ 10. August
Jungfrau
„ 16. September
Waage
„ 31. Oktober
Skorpion
„ 23. November
Schütze
„ 18. Dezember
Die Tierkreis-Zeichen sind nicht gleichbedeutend mit
den Tierkreis-Bildern. Es gibt am Himmel zwölf Tierkreis-
zeichen; sie tragen zwar die gleichen Namen wie die Tierkreis-
bilder, jedes Zeichen liegt aber am Sternhimmel ein Stück
westlich von dem Bild gleichen Namens. Da die Sonne in ihrer
scheinbaren Jahresbewegung um die Erde von Westen nach
Osten fortschreitet, durchläuft sie ein bestimmtes Tierkreis-
bild im Durchschnitt etwa einen Monat später als das Tier-
kreiszeichen gleichen Namens.
Zahl der Sonntage nach Erscheinung des Herrn:
Zahl der Sonntage nach Pfingsten:
Gedenktage 1959 ohne Tagesdatum
309
1009
1009
1209
1409
1859
wurde geboren der hl. Pamphilius, Märtyrer, Vorsteher
der Theologenschule von Cäsarea in Palästina, großer
Verehrer des Origines.
Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem durch die
Sarazenen.
Grundsteinlegung des Mainzer Domes durch Erzbischof
Willigis.
Die Urregel des hl. Franz von Assisi.
Gründung der Universität Leipzig.
Darwins Werk „Die Entstehung der Arten".
Anselm Schott, Benediktiner in Beuron, veröffentlicht
sein lateinisch-deutsches „Meßbuch der heiligen Kirche".
Idi lasse Dich nicht,
Du segnest mich denn.
1. Mos. 32. 21
Er ist unser Friede.
Eph. 2, 14
3anuat
Ich und mein Haus
wollen dem Herrn dienen.
Jos. 24, 15
Alle eure Dinge
lasset in der Liebe gesdiehenl
1. Kor. 16, 14
\tkmt
Ep: 2 Petr 1, 13—19; Ev: Mark 13, 31—37 (W)
1 D Neujahr; Kirchlich: Beschneidung des Herrn
2 F Name Jesu [SA 8.27 SU 16.23] C
3 S Genoveva, Jungfr., f 512
Ep: 1 Joh 3, 19—24; Ev: Lk 4, 16—21 (W)
4 S Sonntag nach Neujahr
5 M Vigiltag
Ep: Is 60, 1—6; Ev: Mt 2, 1—12 (W)
6 D Ersdieinung des Herrn
7 M Widiikind, Herzog f 807
8 D Severin, Abt f 482
9 F Adrian, Abt f 710
10 S Agatho, Bisch, f 682
[SA 8.27 SU i6.30]
Ep: 1 Kor 1, 20—31: Ev: Joh 1, 29—34 (G)
11 S 1. nadi Ersdi. d. Herrn [SA 8.24 SU 16.36]
12 M Ernst; Erna
13 D Hilarius von Poitiers f 367
14 M Gottfried, Graf f 1127
15 D Paulus, Einsiedler f 341, Thebais, Ägypten
16 F Marzellus, Bisch. Mart. f 309 ^
17 S Antonius, Abt f 356 „Vater der Mönche", Äg.
Ep: Böm 1, 14—22; Ev: Joh 1, 35—51 (G)
[SA 8.19 SU 16.47]
18 S 2. nach Ersch. d. Herrn
19 M Dagobert, Bisch, f 1013
20 D Fabian u. Sebastian, Mart.
21 M Agnes, Jungfr. Mart. f 304
22 D Vinzenz, Mart. f 304^
23 F Raimund, Miss, f 1275
24 S Timotheus, Bisch. M^.rt. f 97
Ep: Rom 5, 1—11; Ev: Lk 6, 10—35 (V)
25 S Septuagesima [SA 8.11 SU 16.58]
26 M Polykarp, Bisch. Mart. f 155
27 D Johannes Chrysostomus, Bisch, f 407
28 M Karl; Manfred
29 D Franz von Sales
30 F Adelgunde, Äbtissin f 684
31 S Vigilius ^
(jedrnktaite:
4. 1. 1896 starb Bischof Rcinkcns.
6. 1. 1884 starb Gregor Mendel, Augustiner, Begründer der
Vererbungswissenschaft.
10. 1. 1890 starb Ignaz von DöUinger.
12. 1. 1906 starb Bischof Weber.
Ep: Jak 3, 13—18; Ev: Lk 10, 38—42 (V)
1 S Sexagesima [SA 8.10 SU 1
2 M Darstellung Jesu (Maria Lichtmeß)
3 D Blasius, B. von Sebaste in Armenien f 31
4 M Rhabanus Maurus, Bisch, von Mainz f 85
5 D Agatha, Mart. f 281 Catania (Sizilien)
6 F Romuald, Abt, Italien f 1027
7 S Joh. V. Matha
Ep: 2 Thess 3, 1—5; Ev: Mk 8, 31—38 (V;
8 S Quinquagesima (Esto mihi) [SA 8.00 SU 1
9 M Cyrill v, Alexandrien, Bisch, f 444
10 D Scholastika, Schvv. des hl. Benedikt
11 M Aschermittwoch
12 D Eulalia v. Merida (Spanien), Mart. f 304
13 F Kastor, Priester f 350 b. Garden, Mosel
14 S Valentin, Bisch. Mt. f 269; Bruno B. Mt. f
Ep: Gal 5, 13—18; Ev: Mt 6, 16—18 (V)
15 S 1. Fastensonntag (Invokavit) [SA7.44 SUl
16 M Onesimus, Bisch. Mart. f 95
17 D Bonosus, Bisch. Trier f 381
18 M I. Quatember j
19 D Leontius, Bisch, f 1109 j
20 F Eucherius, Bisch, v. Lyon f 450
21 S Felix, Bisch. V. Rom, Mart. f 274
Ep: Jak 1, 2—8; Ev: Mt 6, 5—8 (V)
[Si'
SU 17.iJ
22 S 2. Fastensonntag (Reminiscere)
23 M Peter Damian, Bisch, f 1072
24 D Matthias, Apostel f um 65
25 M Walburga v. Heidenheim f 779
26 D Mechthild, Äbtissin f 1154
27 F Nestor, Mart. in Gaza f 362
28 S Leander, Sevilla f 600
(jfdeiiktagp:
3. 2. 1809 wurde geboren Felix Mendelssohn-Bartholdy
Komponist.
9. 2. 1834 wurde geboren Franz Xaver Witt, Vorkämp
liturgisdie Bindung der Kirclicnmusik.
14. 2. 1009 starb in Braunsberg der hl. Bruno von Qi i
Miss, der PreuIJen.
14. 2. 1915 starb Adolf Thürlings, Gestalter der Alt-
Liturgie.
Ihr sollt heilig sein,
denn ich bin heilig,
der Herr, Euer Gott.
3. Mos. 19, 2
Nahet euch zu Gott,
so naht Er sich zu euch.
Jak. 4, 8
mm
Gott legt uns eine Last auf,
aber Er hilft uns auch.
Ps. 31, 16
So besteht nun in der Freiheit,
zu der uns Christus befreit hat.
Gal. 5, 1
^0\
Ep: Jak 2, 14—17; Ev: Mt 6, 1—4 (V)
S 3. Faslensonntag (Oculi) [SA 7.19 SU 18.11]
M Simplizius, Bisch, f 483 C
D Kunigunde, Kaiserin f 1039
M Casimir, poln. Prinz f 1484
D Hinkmar v. Reims f 967; Friedrich
F Fridolin v. Säckingen, Miss, f 540
S Thomas v. Aquin f 1274
Ep: 1 Joh 2, 15—17; Ev: Lk 7, 36—50 (V)
S 4. Fastensonnlag (Lätare) [SA 7.04 SU 18.23]
M Vierzig Märtyrer #
D Christoph
M Walter
D Gregor d. Große f 604
F Rüdiger
S Longinus, Mari, f um 60
Ep: 1 Petr 1, 17—26; Ev: Joh 11, 47—54 (V)
*S 5. Fastensonntag (Passionssonntag - Judika)
'M Cyriacus, Patriarch f 606 [SA 6.49 SU 18.35]
D Patrik, Miss, f 464 Irland 1
M Cyrill v. Jerusalem f 386
D Josefstag
F Joachim; Irmgard v. Zülphen f 1090
S Benedikt von Nursia, Ordensstifter f 542
Ep: Hebr 12, 1—4; Ev: Joh 12, 12—19 (R u. V)
S Palmsonntag (Palmarum) [SA 6.33 SU 18.47]
M Otto; Eberhard
D Gabriel, Erzengel @
M Maria Verkündigung
D Gründonnerstag (1 Kor 11, 20-32; Joh 13, 1-15)
F Karfreitag (Oseas 6, 1-6; 2 Mos 12, 1-11; Joh
S Karsamstag 18, 1-40, u. 19, 1-42)
Osternachtfeier: Ep: Kol 3, 1-4; Ev: Mt 28, 1-7
■'S Osterfest (1 Kor 15, 20—23; Mk 16, 1—7) (W)
M 2. Osterfeiertag [SA 6.17 SU 18.58]
D Balbina, Rom f 130 f
Gedenktage:
1. 1459 wurde geboren Hadrian VI., der letzte deutsche
Papst.
5. 659 starb die hl. Gertrud, Äbtissin von Nivelles, Toch-
ter Pippins d. Ä.
5. 1459 wurde geboren Maximilian I., deutscher Kaiser,
Förderer von Kunst u. Wissenschaft.
5. 809 starb der hl. Ludger, Missionar, der erste Bischof
von Münster.
5. 1924 starb Bischof Eduard Herzog (Schweiz).
1 M Walarich, Abt v. Leukone, Frkr. f um 622
2 D Theodosia, Mart. Caesarea f 308
3 F Richard; Gandulf
4 S Isidor; Kunigunde
Ep: Kol 3, 1—4; Ev: Joh 21, 1—17 (W)
Kirchenopfer für Schv^esternhaus
5 S Weißer Sonntag (Quasi modo geniti) [SA 6.01
6 M Notker der Stammler f 912 SU 19.10]
7 D Hermann Josef
8 M Albert, Patriarch v. Jerusalem f 1214 #
9 D Waltraud, Gräfin in Flandern f 686
10 F Paternus, Mönch, Paderborn f 1058
11 S Leo d. Gr. f 461 Rom
Ep: 1 Joh 3, 11—19; Ev: Joh 15, 9—17 (W)
12 S 2. S. n. Ostern (Misericordias Domini)
13 M Hermenegild, Gotenprinz, Mart. f 584 [SA 5.46
14 D Justinus, Philos. Mart. f um 166 SU 19.21]
15 M Anastasia, Mart. 3
16 D Lambert, Bisch, v. Maastricht, Mart. f um 705
17 F Anicetus, P. u. Mart. f 166
18 S Ursmar, Ap. v. Flandern f 713
Ep: Jak 5, 7—11; Ev: Joh 15, 18—25 (W)
Kirchenopfer für die Jugendarbeit
19 S
20 M
21 D
22 M
23 D
24 F
25 S
3. S. n. Ostern (Jubilate) [SA 5.31 SU 19.33]
Viktor; Adelher; Theotimus
Anselm v. Canterbury, Erzbisch, f 1109
Cajus, Bisch, u. Mart. f 296 ®
Georg, Hauptmann im Heere Diokletians, f 303
Fidelis von Sigmaringen f 1622
Markus, Evangelist
Ep: Phil 2, 1—4; Ev: Joh 17, 1—10 (W)
26 S 4. S. n. Ostern (Cantate) [SA 5.17 SU 19.44]
27 M Tertullian
28 D Vitalis, B. v. Salzburg, Ap. in Tirol f um 730
29 M Robert; Hugo von Cluny C
30 D Katharina von Siena f 1380 Rom
Gedenktage:
18.4.
21.4.
27. 4.
359 starb Gratian, weström. Kaiser, wichtiger Förde-
rer des Christentums.
1109 starb der hl. Anselm, Erzbisch, v. Canterbury, der
„Vater der Scholastik".
909? starb Tutilo, Mönch in St. Gallen, Künstler, Dich-
ter, Musiker. Sein mit verteilten Rollen gesungener
Weihnaclatstropus Hodie cantandus est nobis puer
ist der Ausgangspunkt der Weihnachtsspiele.
28. 4. 1109 starb der hl. Hugo, Abt von Cluny, der das Kloster
nach innen und außen auf die Höhe seines mona-
stischen Ideals hob.
Es ist ein köstlich Ding,
dem Herren danken.
Ps. 92, 2
Wir sind Gottes Mitarbeiter.
1. Kor. 3. 9
Wolil dem Volk, des Gott der Herr
Ps. 144, 15
Man muß Gott mehr gehorchen
als den Menschen.
Apg. 5, 29 t
3unl
1 F Maifeiertag
2 S Athanasius, Palr, v,
Alexandrien t 373
Ep: Jak 5, 16—20; Ev: Mt 6, 9—13 (W)
3 S 5. S. n. Ostern (Rogate) [SA 5.04 SU 19.55]
4 M Monika, f 387 Ostia
5 D Gotthard v. Hildesheim f 1038
6 M Dietrich v. Minden, Mart. f 880
7 D Cliristi Himmelf. (Hebr 9, 24-28; Lk 24, 44-53)
8 F Altfried, Bisch, f 874
9 S Gregor von Nazianz f um 390
Ep: Eph 1, 15—23; Ev: Job 12, 2^—32 (W)
10 S Stg. n. Chr. Himmelfahrt [SA 4.52 SU 20.06]
11 M Gandulf; Waidebert
12 D Pankratius; Domitilla
13 M Servatius
14 D Bonifatius, Mart. f 4. Jhdt.
15 F Sophie 5
16 S Ubald; Johannes Nepomuk
Ep: Apg 2, 1—11; Ev: Job 14, 15—21 (R)
Kirdienopfer Hilfsverein
17 S Pfingsten [SA 4.41 SU 20.16]
18 M 2. Pfingstfeiertag (R)
Pudentiana, Villanova f 500
II. Quatember
Ehrenfried; Theophil
Rita; Renate @
Desiderius, Erzbisdi. v. Rennes f 611
Ep: 1 Job 1, 1—7; Ev: Job 3, 1—15 (W)
19
D ]
20
M
21
D ]
22
F ]
23 S ]
24 S 1. S. n. Pfingsten (Dreifaltigkeit) [SA 4.32
25 M Urban, Bisch. Mart. f 230 SU 20.26]
26 D Alwin; Regintrud
27 M Beda f 735; Bruno v. Würzburg
28 D Fronleldinam
29 F Maximin, Bi. v. Trier, Erbauer des Domes ^
30 S Johanna d'Arc
Ep: Hebr 12, 7—11; Ev: Mt 11, 25—30 (G)
31 S 2. S. n. Pfingsten
[SA 4.25 SU 20.35]
Gedenktage:
28. 5. 1874 Erste deutsdie alt-kathol. Synode in Bonn.
28. 5. 1884 starb Wilhelm Achtcrmann, Bildhauer.
31. 5. 1809 starb Josel Haydn, genialer Komponist; auf Haydn
und die Wiener Klassiker gründet sidi die Musik-
kultur des 19. u. 20. Jhdts.
1 M Regina; Eneko; Alto
2 D Eugen f 657
3 M Chlothilde f 545
4 D Quirin von Sissek, Kroatien f 309
5 F Bonifatius-Winfried f 754 Friesland
6 S Norbert von Xanten
Ep: 1 Kor 1, 26—31; Ev: Mt 9, 9—13 (G)
7 S 3. S. n. Pfingsten [SA 4.20 SU 20
8 M Medardas
9 D Primus u. Felician f um 303
10 M Margarita, Königin f 1093 Schottland
HD Barnabas, Apostel
12 F Sigo; Basilides
13 S Antonius von Padua; Otwin
Ep: Jak 1, 9—12; Ev: Lk 16, 19—31 (G)
14 S 4. S. n. Pfingsten [SA 4.17 SU 20.47
15 M Vitus, Modestus u. Kreszentia, Mart.
16 D Benno, Bisch, von Meissen f 1106
17 M Rambold, f 1001 Regensburg
18 D Ephrem der Syrer, Diakon f 373 Edessa
19 F Gervasius u. Protasius, Mart. Mailand f
20 S Adalbert von Magdeburg, Bisch, f 981
Ep: Rom 5, 12—17; Ev: Lk 12, 13—21 (G
21 S 5. S. n. Pfingsten [SA 4.17 SU 2<
22 M Paulinus, Bisch, f 431 Italien
23 1) Edeltraud, Königin f 679
24 M Johannes der Täufer, Vorläufer Jesu
25 1) Wilhelm, Abt f 1042 Italien
26 F Johannes u. Paulus, Mart. f 362 Rom
27 S „Siebenschläfertag"
Ep: Rom 3, 23—26; Ev: Lk 15, 11—32 (G)
28 S 6. S. n. Pfingsten [SA 4.19 SU 2
29 M Fest der Apostel Petrus u. Paulus
HO 1) Pauli (lediichtnis: Adolf: Theobald
Gedenktage:
2. 6. 959 starb der hl. Odo, ICrzbisch. von Canlerbury,
eines dänisdien WikinRs.
15. 6. 1937 Prof. Dr. Andreas Rinkel zum Erzbischof v<
redil geweiht.
Gerechtigkeit erhöht ein Volk,
die Sünde ist der Leute Verderben.
Spr. 14, 34
Wer nicht mit mir ist,
der ist wider mich.
Luk. 11, 23
3ali
Ich habe dich bei deinem
Namen gerufen, du bist mein.
Jes. 43, 1
Werde wach und stärke das andere,
das sterben will.
Offbg. 3, 2
aiuguft
I Alberich; Alma
) Maria Heimsuchung
' Otto; German; Heliodor
Ulrich von Augsburg f 973
i:p: 1 Job 2, 1—6; Ev: Lk 9, 52—62 (G)
7. S. n. Pfingsten [SA 4.21 SU 20.50]
1 Goar •
•: ) Cyrillus (f 869 Rom) u. Metbodius f 885 Mähr.
[ Kilian f 689; Totnan
) Veronika; Gottfried
Sieben Brüder f 162 Rom, Mart.
Pius, Bisch. Mart. f 1^5 Rom
Ep: Eph 5, 8—17; Ev: Mt 5, 13—19 (G)
8. S. n. Pfingsten [SA 4.24 SU 20.48]
[ Anaclet, P. u. M. f 155 Rom 3
) Bonaventura, Bisch, f 1274 Frankreich
i I Heinrich, Kaiser f 1024 Deutschland
' ) Irmgard; Elvira
Alexius t 417 Rom
I Arnold; Arnulf; Friedrich
Ep: 1 Job 3, 1—7; Ev: Job 15, 1—8 (G)
9. S. n. Pfingsten [SA 4.30 SU 20.44]
I Waldemar @
) Praxedes, 2. Jbdt. Rom
I Maria Magdalena
> Apollinaris, Bisch, u. Mart. f 75 Italien
' Christine, Mart. f 300
Jakobus, Apostel
Ep: Phil 3, 7—14; Ev: Mt 13, 44—52 (G)
10. S. n. Pfingsten [SA 4.38 SU 20.37]
I Pantaleon, Mart. f 305 Kleinasien C
) Nazarius u. Gefährten, Mart. f 68 Mailand
I Martha, Schw. d. Lazarus in Bethanien f 60
) Abdon und Sennen, Mart. f 250 Rom
Godefried; Firmus
Gedenktage:
1509 wurde geboren Jean Calvin, Reformator.
1924 Bisch. Paschek zum Bischof gewählt.
1870 Dogmatisierung der Unfehlbarkeit u. bischöflichen
Allgewalt des Papstes.
459 starb der hl. Simon der Säulensteher, Asket.
1 S Petri Kettenfeier
Ep: Hebr 10, 35—39; Ev: Lk 12, 35—40 (G)
[SA 4.56 SU 20.20]
2 S 11. S. n. Pfingsten
3 M Lydia; Gaufried
4 D Dominikus f 1221 Italien
5 M Oswald, König v. Northumbrien f 642
6 D Verklärung Christi
7 F Kajetan, Neapel f 1547
8 S Cyriakus, Mart. f 309 Rom
Ep: Eph 6, 1—8; Ev: Mt 25, 14—30 (G)
9
S
10
M
11
D
12
M
13
D
14
F
15
S
12. S. n. Pfingsten [SA 5.08 SU 20.06]
Laurentius, Diakon Mart. f 258 Rom
Tiburtius u. Susanna f 304 Mart. |>
Klara, Jgfr. f 1253 Assisi
Hippolyt u. Cassian Mart. f 235/304
Eusebius, Priester f 371
Maria Heimgang
Ep: 1 Tim 6, 6—12; Ev: Mt 19, 16—30 (G)
13. S. n. Pfingsten [SA 5.19 SU 19.53]
Hyazinthus f 1257 Polen
Agapitus, Mart. f um 275 Italien @
Sebaldus, Bisch, v. Trier f um 600
Bernhard von Clairveaux, Abt f 1153
Hartwig, Abt v. Tegernsee f 982
Timotheus und Gefährten
Ep: 2 Kor 1, 3—7; Ev: Lk 14, 25—33 (G)
23 S 14. S. n. Pfingsten [SA 5.30 SU 19.40]
24 M Bartholomäus, Apostel
25 D Ludwig, König v. Frankreich f 1270 Tunis
26 M Zephyrin, P. u. Mart. f 217 Rom f
27 D Gebhard, Bisch, v. Konstanz f 955
28 F Augustinus, Bisch, v. Hippo f 430
29 S Sabina; Meinker
Ep: 1 Kor 6, 4—10; Ev: Mt 10, 28—33 (G)
16
S
17
M
18
D
19
M
20
D
21
F
22
S
30 S 15. S. n. Pfingsten
31 M Paulinus von Trier
[SA 5.40 SU 19.25]
Gedenktage:
9. 8. 1860 starb Ignaz von Wessenberg.
20. 8. 1953 starb Bischof Erwin Kreuzer.
Du sollst den Herrn, deinen Gott,
lieben von ganzem Herzen.
5. Mos. 6, 5
Denen, die Gott lieben,
gereichen alle Dinge zum Besten.
Rom. 8. 18
^0ptßIt1Ö0t
Der Allmächtige beugt das Redit nit
Iliob34, 12
Was der Mensch sät, wird er erntei
Gal. 6. 7
Mokt
1 D Ägidius, Abt f um 725 Frankreich
2 M Stephan, König f 1038 Ungarn
3 D Mansuetus, Bisch, f um 375 Irland
4 F Rosalia; Irmgard; Ida
5 S Hermina u. Schwester Eutyche f um 117
Ep: Eph 4, 29—32; Ev: Mt 18, 15—22 (G)
[SA 5.51 SU 19.09]
13 S
14
M
15
D
16
M
17
D
18
F
19
S
6 S 16. S. n. Pfingsten
7 M Bertin; Herkulanus
8 D Maria Geburt
9 M Gorgonius, Marl, f 303; Korb. v. Freising t730
10 D Otger, Miss, bei den Friesen f 713
11 F Protus u. Hyacinthus M. f 257
12 S Guido, Küster in Andernach f 1012
Ep: 1 Kor 6, 16—20; Ev: Job 2, 13—22 (G)
17. S. n. Pfingsten [SA 6.02 SU 18.54]
Kreuzerhöhung
Sieben Schmerzen Mariens
III. Quatember
Hildegard; Badurad ®
Richardis; Irene
Januarius u. Gefährten Marl, um 305
Ep: 1 Kor 15, 34—44; Ev: Joh 11, 1—45 (G)
20 S 18. S. n. Pfingsten [SA 6.13 SU 18.3g]
21 M Matthäus, Apostel und Evangelist
22 D Emmeram, B. v. Poitiers, Miss. v. Regensburg
23 M Linus, Marl, f um 79
24 D Gerhard, Ap. Ungarns, Mart. f um 1046
25 F Hildegard v. Bingen, Ärztin, Schriftst. f 1179
26 S Rodwin, Trier f 680 ^
Ep: 1 Joh 5, 9—20; Ev: Joh 12, 44—50 (G)
27 S 19. S. n. Pfingsten [SA 6.24 SU 18.22]
28 M Wenzeslaus, König u. Mart. f 929
29 D Michaelstag
30 M Hieronymus, Übers, d. Bibel f 420
Gedenktage:
1. 9. 1159 starb Hadrian IV., der einzige englische Papst.
5. 9. 1890 wurde Bischof Johannes Josef Demmel geboren.
24. 9. 1889 Utrecfater Erklärung der alt-kathol. Bischöfe.
1 D Remigius, Bisch, v. Reims f 535
2 F Schutzengelfest [SA 6.32 SU 18.11]
3 S Ewald, Miss, im Ruhrgebiet, Mart. f 695
Ep: 1 Petr 5, 1—5; Ev: Mt 23, 1—12 (G)
4 S 20. S. n. Pfingsten (Erntedank)
5 M Placidus, Mart. f 543
6 D Bruno, Grund, v. Chartreuse f 1101
7 M Amalie; Gerwig
8 D Birgitta v. Schweden f 1373
9 F Ingrid; Günther; Meinolf
10 S Gereon, Mart. f 304
Ep: 1 Petr 4, 12—19; Ev: Mt 20, 20—28 (G
11 S 21. S. n. Pfingsten [SA 6.47 SU 17
12 M Maximilian, Bisch, f 300
13 D Eduard, König, f 1066 England
14 M Callixt, Bisch u. Mart. f 222 Rom
15 D Theresia von Avila f 1582 Spanien
16 F Hedwig, Herzogin von Schlesien f 1243
17 S Florentin, Bisch. Mart. f um 350 Trier
Ep: 2 Kor 9, 6—11; Ev: Mk 12, 41—44 (0
18 S 22. S. n. Pfingsten [SA 6.59 SU 17
19 M Theofried; Frieda
20 D Wendelin, f 618 Irland
21 M Hilarion, Eins, f 371 Ägypten
22 D Ingebert, Schotte, Miss, an Mosel u. Nahe f
23 F Severin, Ap. v. Wien u. Passau f 482
24 S Erzengel Raphael
Ep: Hebr 6, 4-^; Ev: Mt 21, 33-^4 (G)
25 S 23. S. n. Pfingsten [SA 7.10 SU 17
26 M Evarist, Mart. f 10«>
27 D Florentius, Bisch, v. Straßburg f 693
28 M Simon u. Judas Thaddäus, Apostel
29 D Narzissus; Baldus; Dodo
30 F Scrapion. Bisch, v. Tmuis, Ägypt. f 370
31 S Wolfgang, B. v. Regensburg f 994
Gedenktage:
5. 10. 1947 Weihbisdiof Dr. Otto Steinwaclis in Ulredit
Bischof geweiht.
24. 10. 1948 Dr. Stephan Török zum Bischof der alt-ka
Kirche Osterreidis geweiht.
i
ilFz
Zeit stehet in Deinen Händen.
Ps. 31, 16
laben hier keine bleibende Stätte,
)ndern die Zukünftige suchen wir.
Hebr. 13, 14
aoD0niö0t
über die, die da wohnen
im finstern Lande, scheinet es hell.
Jes. 9, 2
Jesus Christus, gestern, heute
und in Ewigkeit.
Hebr. 13, 8
tm^tt
Ep: Rom 2, 1—11; Ev: Joh 3, 22—30 (G)
Lit. V. 4. S. n. Ersch.
24. S. n. Pf.; Allerheiligen [SA 7.23 SU 17.09]
ff Allerseelen
» Hubert; Pirmin, Gründer der Reichenau f 753
I Emmerich; Sohn d. Kö. Stephan I. v. Ungarn
) Leonhard, Miss, in Aquitanien f 559
' Eleonore; Erlafried J>
Willibrord, Ap. d. Friesen, 1. Bi. v. Utrecht
Ep: Rom 2, 12—16; Ev: Joh 4, 5—26 (G)
Lit. V, 5. S. n. Ersch.
25. S. n. Pfingsten [SA 7.35 SU 16.56]
I Theodor
) Adelhelm; Trudwin f 695 Franken
I Martin, Bisch, f um 400 Frankreich
^ ) Kunibert, Bisch f 663 Köln
' Adalbert; Volkwin
Josaphat, f 1623; Alberich
Ep: Rom 3, 19—26; Ev: Joh 7, 33—39 (G)
Liturgie vom 6. S. n. Ersch.
26. S.n. Pf. (Volkstrauertag) [SA 7.46 SU 16.46]
I Otmar von St. Gallen; Gertrud @
> Gregor d. Wundertäter f um 270 Kleinasien
I Odo von Cluny; Bußtag
) Elisabeth v. Thüringen f 1231
' Brunhilde f 680
Maria Opferung; Kolumban
Ep: Kol 1, 9—14; Ev: Mt 25, 1—13 (G)
27. S. n. Pfingsten; letzter S. n. Pfst.
I Clemens L, P. u. Mart. f 101 C
> Chrysogonus, Mart. in Aquileja f 304
I Katharina v. Alexandrien, Mart. f um 300
> Virgilius, Miss, in Kärnten f 784
Gaston, Mönch i. d. Vendee, Frankr. f um 1009
Saturnin, Mart. f 3. Jhdt.
Ep: Jer 31, 31—34; Ev: Lk 1, 67—79 (V)
Kirchenopfer für den Frauenverband
1. Advent
I Andreas, Apostel
[SA 8.09 SU 16.31]
Gedenktage:
1951 wurde Johannes Josef Demmel in Essen zum
Bischof geweiht.
759 starb der hl. Otmar, erster Abt von St. Gallen.
1 D Eligius, Bisch, f 659 Frankreich
2 M Bibiana, Jgfr. Mart. f 363 Rom
3 D Franz Xaver, Miss., Apostel Indiens f 1552
4 F Barbara t306 Kleinas.; Chrysologus t450 Ital.
5 S Sabbas, Abt f 532 Jerusalem
Ep: 2 Petr 1, 2—11; Ev: Lk 13, 18—27 (V)
Kirchenopfer Hilfsw^erk
6 S
2. Advent; Nikolaus f um 350 Kleinas.
7 M
Ambrosius, Bisch, f 397 Mailand
8 D
Maria Empfängnis [SA 8.17 SU 16.28]
^
9 M
Leokadia, Mart. in Toledo f 305
10 D
Meinhard, Ap. v. Livland f 1196
11 F
Damasus, P. u. Mart. f 384 Rom
12 S
Alexander; Epimachas; Vicelin
Ep: Hebr 12, 18—25; Ev: Joh 3, 25—36 (V)
13 S
3. Advent [SA 8.26 SU 16.
25]
14 M
Berthold v. Regensburg; Volkwin
15 D
Christiana, Königstochter f um 750 England
16 M
IV. Quatember
(r)
17 D
Sturmius, Miss, der Sachsen f 779
18 F
Maria Erwartung
19 S
Nemesius, Mart. in Ägypten f 250
Ep: 2 Kor 4, 3—6; Ev: Joh 5, 33—39 (V)
20 S
4. Advent [SA 8.32 SU 16.
27]
21 M
Thomas, Apostel
22 D
Jutta; Zeno von Verona f 370
23 M
Dagobert f 679
C
24 D
Heiliger Abend
Ep: Hebr 1, 1—12; Ev: Joh 1, 1—14 (W)
25 F
1. Weihnaehtslag
26 S
2. Weihnaehtstag
Ep: 2 Petr 1, 10—15; Ev: Mt 2, 13—23 (W)
27 S Sonntag n. Weihnachten [SA 8.35 SU 16.31]
28 M Johannes, Apostel und Evangelist
29 D Thomas v. Canterbury, Mart. f 1170 ©
30 M Irmina, Äbt. f 708 Trier
31 D Silvester, Bisch, f 335 Rom
Gedenktage:
1. 12. 1709 starb Abraham a Santa Clara, Augustiner, Kan-
zelredner und Volksschriftsteller, großer Bußpre-
diger mit rücksichtslosem Freimut u. unerschöpf-
licher Phantasie, der unerreichte Meister des
Wortspiels, „der Vater der neueren Humoristen"
(Jean Paul).
28. 12. 1934 starb Bischof Dr. Georg Moog.
g.af^ g.,t
Zum siebtenmal kommt das „Kirchliche Jahrbuch''
des katholischen Bistums Bonn zu Euch allen, zu
den Bischöfen der Utrechter Union und der be-
freundeten anglikanischen und orthodoxen Kir-
chen, zu Behörden und kritischen Lesern, zu allen
altkatholischen Seelsorgern Europas, zu Männern
und Frauen unserer eigenen Gemeinden von Nord-
strand und Hamburg bis zum schwäbischen Meer.
Jedesmal haben sich Mitarbeiter und Schriftleiter
redlich Mühe gegeben, ein besonderes Glöcklein
zu ziehen, aber alle sieben Glocken klingen doch
zusammen zu einem harmonischen Geläute. Blät-
tert die sieben Jahrgänge durch: Ihr werdet ge-
wahren, daß sie nichts anderes wollten als uns zu
Christus zu rufen! Sie alle dienen der Erweckung
der „ersten Liebe'', der Klärung unserer Aufga-
ben, der Erneuerung unseres Glaubens, der Ver-
tiefung unserer Katholizität. Die schwere Fracht
einiger Beiträge dienten dem genauso wie die
vielen Kurzgeschichtlein, Anekdoten, Erzählungen
und die Goldkörner der Schriftworte und Weis-
heit.
Manch einer mag den oder jenen Beitrag etwas
hochgegriffen gefunden haben — und der Schrift-
leiter darf gestehen, daß auch einige nicht nur für
erbauliche Stunden geschrieben waren, sondern
Stellung nehmen wollten zu Fragen, die heute,
wie die Frage der Katholizität, breite Kreise gerade
unserer evangelischen Mitchristen beschäftigen.
Indes wird auch der einfache Leser, so er sich in
wiederholtem Lesen bemühte, gerade von schwe-
rer Kost reich genährt worden sein. Wir essen ja
auch nicht immer nur Schleim-Süpplein und Brei,
sondern auch Linsenmus und Sauerkraut mit
Spätzle — und wer es nötig hat, trinkt einSchnäp.^-
lein oder Wermuth darauf. Leider geht es noch
über unsere Kraft, sowohl einen gemütswarmen
„Volkskalender" wie ein sich den auch uns
drängenden kirchlichen Zeitproblemen und Auf
ben stellendes „Kirchliches Jahrbuch" von gei
gem Gehalt und Format zu schaffen. Darum n
der Schriftleiter wohl immer an beides dem
und mal gibt es eine Schlagseite mehr nach die
oder nach jener Richtung.
Nachdem nun die heilige Zahl der sieben Na
kriegsjahrgänge voll ist, nimmt der Schriftle
auf eigenen Wunsch Abschied von der Lesei
meinde. Er hat gern als Jahrbuchschriftle
gewirkt. Jetzt braucht die eigene wachsende
meinde die ganze Kraft. Aber er kann getrost
Arbeit in die Hand eines Jüngeren legen, d<
der bewährte Schriftleiter unserer Kirchenzeitu
Pfarrer Benno Schöke in Karlsruhe, wird
Schifflein des Jahrbuchs künftig auf Bitten
scheidenden Steuermannes steuern. Bleibt g
„Siebenjährigen" , der ja auch in sein siebtes Jo
zehnt bereits eingestiegen ist, nur noch die A
gäbe, allen Mitarbeitern, allen, die Geduld
dem Herausgeber hatten, allen, die sich für
Verbreitung des Jahrbuchs einsetzten und a
denen, die es lasen und immer wieder lesen, ht
lieh zu danken. Nicht zuletzt auch dem Mandri
ohne vielfältige Mithilfe des Herrn Herbert D
hätte das Jahrbuch nie so billig und fein .
präsentieren können.
Mögen auch die künftigen Jahrgänge Zeu<
vom Sein und Wollen der alten katholischen i
che im Herzen Europas ablegen. Möge der h
seine Kirche und alle Völker der Erde segnen i
beschützen.
Behüt Gott!
Paul Franz Pfister, Frankfurt am M
Wir haben zu danken
unseren Schwesterbistümern sowie dem Archiv für deutsche Ilei iialpflcge, der Bonner Rundschau und dem Boiuur (uner
Zeiger für frcundlidie Überlassung von Druckstöcken. Dank schulden wir auch den Lichlbildncrn. vorab Herrn Horst Reinl
in Frankfurt/M für die schönen kostenlosen Aufnahmen der Frankfurier Kirche, Herrn Dienger für die Vorlage der Kird
Stuttgart sowie all den Amtsbrüdern und deren Helfern, die uis Fotos ihrer Gotteshäuser überließen, nach denen Herr ^
München, die schönen neuen Strichzeichnungen im Kalendarium anfertigen konnte.
Das Gedicht zum Jahresl)eginn wurde aus Siegfried Goes „Dem Tag entgegen" mit gütiger Erlaubnis des Quellverlags, di»
Zählung vom Alten Fritz dem Buch des Rufer- Verlags in Gütersloh „Fröhl. Herzen unter dem Habit" entnommen. UrsprOn
findet es sich in „Friedrich H, König von Preußen, 1712-1786, der Große, genannt der alte Fritz."
Abr Kraeling besorgte wie stets die Angaben des Kalendariums. Um das Behördenverzeichnis haben sich gemüht Abr Müllei
Hauptlehrer W. Krahl. Die Hätselieiste und die der berühmten Masken (s. Seite 77 und 7«.)) zeichnete Karin Midielis. Sowei
kannt, wurden Verfasser und Lichtbildner jeweils angegel>en. Bsonderen Dank verdient auch Alu \V. Sdimidl iiiul Abr S(
für Vermittlung von Anzeigen.
„Saarbrücken" aus dem Deikeverlag. Konstanz, sei ein Gruß an die Glaul)ensgenossen an der Saar.
10
DER BERICHT
Das deutsdie Bistum Bonn
Juli i957 - Juli 1958
einmal soll in diesem Jahresrückblick der
loht über den Fortgang des Bauprogramms
Anfang machen. Tatsächlich haben ja Bauten
r Natur nach „grundlegende" Bedeutung und
leich treten sie nach außen am deutlichsten
Erscheinung.
•en eindrucksvollen Anfang machte im Be-
tszeitraum die Doppelweihe der Frankfurter
atholisch-anglikanischen Gemeinschaftskirche
^Villibrord/St. Christophorus am 24, und 25.
ust 1957, Nach übergroßen Mühen um Bau-
z und Finanzierung ist hier unter Leitung von
rrer Paul Pfister ein Werk geschaffen worden,
der opferbereiten Frankfurter Gemeinde eine
ne feste Heimat gibt und zugleich die enge
bindung mit der anglikanischen Kirche deut-
macht, durch deren Spenden vor allem der
Bau in dieser Form errichtet werden konnte: Er
besitzt neben dem Kirchenraum für 200 bis 300
Personen die in den Vereinigten Staaten allgemein
üblichen Nebenräume im Souterrain: Pfarrbüro,
Versammlungs- und Unterrichtsräume und die
Teeküche. Weitere Pläne zielen auf den Bau von
Pfarrhäusern in unmittelbarer Nähe der Kirche,
Ebenfalls im August konnte der Pfarrer in Frei-
burg in das neue „Pfarrhaus" einziehen, das in
zwei Stockwerken eines Neubaus besteht, die nach
dem neuen Recht des Stockwerkseigentums der
Gemeinde gehören. In sehr glücklicher Weise ist
es auch gelungen, in der schwierigen, das konfes-
sionelle Verhältnis belastenden Komminger Kir-
chenfrage eine Lösung zu finden: Der Freiburger
römisch-katholische Stiftungsrat hat sich ver-
pflichtet, als „Ehrengabe" an den Neubau einer
Saal mit Bühne der St. Willbrordkirche in Frankfurt/Main Photo Horst Reinhardt
11
altkatholischen Kirche in Kommingen bei über
DM 100 000 Gesamtkosten seinerseits DM 40 000 zu
leisten, um so die alte Pfarrkirche wieder für den
Gebrauch der römisch-katholischen Gemeinde zu-
rückzugewinnen. Die Grundsteinlegung für die
neue Kirche erfolgte am 27. April 1958. In der
gleichen Zeit renovierte die mit Kommingen
durch das gemeinsame Pfarramt verbundene Ge-
meinde Blumberg unter vorbildliclien eigenen
Opfern ihre Kirclie in Blumberg. In der Bonner
St. Cyprianskirche konnte nach der Einweihung
der Taufstein mit einer künstlerisch gestalteten
Taufschale versehen, zwei wertvolle Buntglasfen-
ster von Harry Mac Lean in der Taufkapelle und
Vorhalle und das „Bischofsfenster" über der Em-
pore eingesetzt sowie die für den Winter uner-
läßliclie Heizung eingebaut werden. Die tagsüber
stets geöffnete Kirche hat schon ungezählte Besu-
cher und der Schriftenstand regen Absatz gefun-
den.
In Furtwangen wurden Planung und Finan-
zierung für den Neubau von Kirche und Pfarr-
haus wesentlich gefördert. In Koblenz nimmt der
Plan eines Neubaus von Kapelle und Pfarrwoh-
nung bestimmtere Formen an, nachdem die Stadt
Taufkapclle der St. Willibronikirclic rmiikfui
rhülo Horst Hcinliardl
Altar und ^Vand-Tabernakel St. Willibrürd-Kirdic
Frankfurt/Main
Photo Horst Reinhardt
Koblenz ein wertvolles Grundstück zum Umtau
für das nicht wieder für uns bebaubare Tri
mergrundstück angeboten hat.
Kaufbeuren-Neugablonz beging am 8. Septem
1957 unter großer Beteiligung der Gemeinde
in die Öffentlichkeit hinein das Fest der Glock
weihe, gewissermaßen als den sichtbaren
Schluß von Gemeindegründung, Pfarrhaus- i
Kirchenneubau.
Die Gemeinde Mannheim will auf dem Gelä
neben der Willibrordkirche in Mannheim-W:
hof einen größeren Wohnbau erricliten, der
Möglichkeit der Aufnahme altkatholischer Fa
lien bietet.
In Dortmund konnte das Kirchenproblem ä
lieh wie schon früher in Berlin durch die verli
liehe Mitbenutzung einer durch die altlutherij-
Gemeinde nicht allsonntäglich benutzten Kii
auf längere Sicht gelöst werden.
In Köln stellt sich das stattlidie Pfarrh
nunmehr in hellem, neuem Verputz sehr ans)
chend dar.
Das größte und im Blick auf den Gesamtj
noch nicht abgeschlossene Bauvorhaben im
tum war jedoch der^l'mbaii der Kref ekler Kii
in Verbindung mit dem Neubau eines stattli(
Altersheimes durch die dortige Gemeinde, d
|)raktisch durch den WeitblicJc, die Tatk
und den praktischen Sinn der Pfiirrers ^^>l
12
•nidt, worüber an anderer Stelle dieses Jahr-
les ausführlicher berichtet wird. So vorteilhaft
Umbau der Kirche sich darstellt, so stattlich
anschließende Heimbau sich ausnimmt, so
e Möglichkeiten beides für die kirchliche Tätig-
bietet und so eindrucksvoll die weiteren Aus-
pläne sind, das Entscheidende bei dem ganzen
rk ist doch die alles tragende Idee eines alt-
lolischen Sozialwerkes im Mittelpunkt der
imten Gemeindearbeit. Hier gewinnt eine
e, ganz bestimmte Sicht von den Aufgaben und
jlichkeiten einer modernen Großstadtgemeinde
talt.
»as Freizeitenhaus „Am Weißen Stein" bei
delberg konnte die Anlauf Schwierigkeiten dank
unermüdlichen und umsichtigen Tätigkeit
Pfarrer J. Brinkhues als Geschäftsführer und
er Frau überwinden. Um voll das leisten zu
-nen, was von einem derartigen, zentralen
rk der Kirche erwartet werden darf, sind noch
! Reihe von Investitionen vor allem für die
zung notwendig, für welche vor allem in ver-
irtem Maße auf innerkirchliche Spenden und
^günstige Darlehen gerechnet werden muß.
ndsätzlich hat das erste Jahr bewiesen, daß
Wahl des Ortes sich bewährt hat und daß das
ekt ausreichende wirtschaftliche Möglichkeiten
et, um nicht auf die Dauer die Kirche belasten
Tiüssen.
rblickt man am Schluß dieses „Bauberichtes"
■-.lüi'uren
Kaulbeuren
Alt-Katholische Willibrord-Kirche in München
Photo Seiffert, München
den Stand der Baufragen, so ist zu sagen, daß
die Liste der Aufgaben nur noch wenige Positio-
nen aufweist. Dabei muß man noch unterscheiden
zwischen grundsätzlich gelösten aber noch nicht
erledigten Aufgaben und dem problematischen
Rest: Zur ersten Gruppe darf man wohl rechnen
den Bau der Kirche in Kommingen, die weiteren
Etappen des Heimbaues in Krefeld mit einem ab-
schließenden Pfarrhausbau, Kirche und Pfarr-
haus in Furtwangen, den Wiederaufbau der Kir-
che in Saarbrücken durch die Stadt und die Fer-
tigstellung der Bischofs- und Pfarrkirche in Bonn
mit einer dazugehörenden kleinen Wohnung, Sa-
kristeiausbau, Glocken, Orgel etc. Zum „Rest"
scheinen uns zu gehören Kirchenbau in Aachen,
Kapellen- und Pfarrhausbau in Koblenz, Kapel-
lenbau in Oberhausen, die Lösung der Kirchen-
frage in Düsseldorf und die Modernisierung des
alten Gebäudes des Bonner Schwesternhauses.
Vergleicht man diese Liste, zu der gewiß noch eine
Reihe von „Bauwünschen" hinzugefügt werden
könnten, mit dem was noch vor etwa fünf Jahren
oder gar 1945 fast wie eine drohende Wand vor
dem Auge der Verantwortlichen stand, so darf
man wohl zuversichtlich auch die Lösung der ver-
bliebenen Probleme erwarten!
13
Pfarrer Hans Eder, Wiesbaden f
Photo Willi Heep, Wiesbaden
Folgender Namen gedenken wir ehrend aus der
Reihe der Verstorbenen, weil sie sich in besonderer
Weise um das Ganze unserer Kirche verdient ge-
macht haben: Am 8. August in Wiesbaden Pfarrer
Hans Eder, kurz nachdem er noch im Amte ste-
hend das 40jährige Ortsjubiläum hatte feiern
können; am 19, September die Ruhestandsgeist-
lichen Hans Hinz, früher langjähriger Pfarrer in
Dortmund und noch heute bei vielen in den
Randgemeinden aus seiner dortigen Tätigkeit un-
vergessen, und der Geistliche Rat und langjährige
Pfarrer von Konstanz Paul Keuschen (Bild im
Jahrbuch 1956, S. 30) ; am 23. September der Stu-
dienrat i. R. und ehemalige Seelsorger der Ge-
meinde Hamburg Hans Katzenmeyer, der sich be-
sonders durch seine wissenschaftlichen Arbeiten
in der IKZ ausgezeichnet hat; am 26. Dezember
1957 Kirchenmusikdirektor Hermann Knierer in
Karlsruhe, der sich große Verdienste um das Kir-
dienlied im altkatholisdien Gottesdienst durch die
Mitwirkung am Gesangbuch von 1924 erworben
hat; am 14. Februar 1958 Pfr. i. R. Christian Hu-
ber, der aus Gesundheitsgründen in unserer Kirche
kein Amt übernehmen konnte, aber in vorbild-
licher Anteilnahme mit ihrem Leben verbunden
war; am 11. März 1958 der langjährige 2. Vor-
sitzende der Bonner Gemeinde und zeitweilige
Angehörige der Synodalvertretung, Dr. Ing. Alex-
ander Guilleaume, der mit 65 Jahren auf einer
Ferienrei.se in Luxor/Ägypten an den Folgen
eines Sturzes im Sandsturm gänzlich unerwartet
verstarb. Ihm ist ganz wesentlich das Gelingen des
Wiederaufbaus in der Gemeinde Bonn nach d
Kriege und besonders der Kirchenbau von St. t
prian zu verdanken!
Im August verließ der frühere Bischof der }
nischen Mariawitenkirche, Clemens Feidma
der 12 Jahre als Pfarrer im Blumberg gedient i
dann in Freiburg im Ruhestand gelebt ha
Deutschland und damit unsere Kirche, die i
Zuflucht gewährt hatte, um wieder in seine }
mat nach Plozk zurückzukehren.
In Bonn erhielt am Pfingstmontag, den 26.]
1958, der Diakon Wolfgang Hollweg als er?
Neupriester die Weihen in der Bischofskirche,
am 1. Juni seine Tätigkeit als Vikar in Mund
zu beginnen.
Folgende Ereignisse erscheinen aus dem F
des kirchlichen Lebens der besonderen Erw
nung wert: Eine leider nur geringe Zahl Juge
lieber aus den Gemeinden des Bistums nahm
der alle vier Jahre stattfindenen Ligatagung
katholischer und anglikanischer Jugend in Wo
schouten/Holland teil. So gewiß in einer erV
liehen Anzahl von Gemeinden Jugendarbeit
trieben wird, so gewiß ist in ihrer Zusamm
fassung und gegenseitigen Förderung im gan
Bistum noch vieles zu tun. Der 17. Internatior
Altkatholikenkongreß vom 19. bis 23. Septem
in Rheinfelden/Schweiz fand nicht die Beteilig
aus Deutschland, die dieser so überaus wichtig
alle altkatholischen Bistümer mit ihren kirchlic
Freunden vereinigenden Veranstaltung zukonn
Das 25jährige Bestehen der altkatholischen-ans
kanischen Interkommunion wurde am 1. Septi
her sehr eindrucksvoll in Berlin und am 10.
vember 1957 mit einem ungewöhnlich stark
suchten Gottesdienst in der neuen Bischofs- i
Pfarr-Kirche in Bonn unter großer Kommuni
beteiligung gefeiert. Vom 21. bis 23. Okto
kamen im Trintiy-Haus in Köln-Marienburg e
25 altkatholische und anglikanische Geistli
zu gemeinsamen Einkehr- und Studientagen
sammen. Die oekumenische Gebetswoche für
Einheit der Kirche vom 18. bis 25. Januar wii
unter Beteiligung der altkatholischen Gemei
wie in früheren Jahren wieder in München i
zum erstenmal in Bonn auf Anregung der all
tholischen Gemeinde in Bcmn mit zwei Got
diensten begangen, von denen der erste in St.
prian stattfand, während der altkatholische P
rer im zweiten Gottesdienst in der Universil
kirche die Predigt hielt. Pfarrer Rademacher
hielt zu dieser Woche eine Einladung nach Löv
In festlicher Weise beging die Gemeinde Ka
ruhe das 80jährige Jubiläum ihres Bestehens.
Weltgebetstag der Frauen wurde in vielen
meinden auf Anregung des Frauenverbandes
14
en, am eindrücklichsten wohl in Frankfurt in
r gemeinsamen Gebetsstunde der altkatholi-
n und anglikanischen Frauen. Die Ansätze zu
m eigenen Gebetstag altkatholischer Frauen
Willibrordstag am 7. November konnten in
eni Jahr noch nicht recht durchdringen, da
Beschluß erst im September von der Liga alt-
lolischer Frauenverbände in Rheinfelden ge-
worden war. In Aachen bemüht sich die alt-
lolische Gemeinde in eindrucksvoller Weise
die große Zahl orthodoxer Studierender der
mischen Hochschule. Die gottesdienstliche Zu-
menfassung von zwei Gemeinden, die noch
le offizielle Sakramentsgemeinschaft haben,
zweifellos ein Pionierdienst, der hoffentlich
l durch kirchliche Vereinbarungen auf eine
erhafte Grundlage gestellt werden kann. Ähn-
i Aufgaben gäbe es wohl noch an anderen
len in den altkatholischen Gemeinden. In
:rop feierte am 15. Juni die Gemeinde das Ju-
um ihres 25jährigen Bestehens, geschart um
zur Firmung anwesenden Bischof, nachdem
mter der sorgfältigen Leitung ihres Pfarrers
theol. Kurt Pursch in den letzten Jahren ihre
•he wesentlich hatte verschönern können. Diese
•r aufsehenerregenden Kämpfen entstandene
leinde hat durch den Weg ihrer positiv kirch-
m Entwicklung eindeutig die kirchenbildende
üift der altkatholischen Bewegung entgegen
manchem vorschnellen Aburteilen von außen be-
wiesen. Aufs Ganze des Bistums gesehen wird
man sagen müssen, daß noch immer die innere
Belebung und vor allem deren wirksame Zusam-
menfassung und das nur sehr geringe zahlen-
mäßige Wachstum schmerzlich hinter den hocher-
freulichen und offenkundigen Zeichen äußerer
Festigung, w ie sie vor allem die verschiedenen Bau-
ten zeigen, zurückbleibt. Erneut hat der bischöf-
liche Hirtenbrief zum Jahresanfang 1958 auf die
schwachen Stellen und auf die dringenden Auf-
gaben des kirchlichen Lebens hingewiesen. Doch
gerade weil kein selbstgefälliges Sichbegnügen mit
dem Bestehenden, längst Gewohnten und schein-
bar Gesicherten für das gegenwärtige Leben und
Empfinden altkatholischer Christen in Deutsch-
land kennzeichnend ist, darf man im Blick auf
manche noch verborgenen Regungen und Bewe-
gungen den Satz wiederholen, den schon 1924
Friedrich Heiler in seinem Nachruf für Bischof
Eduard Herzog in Bern, den Gegner glaubten als
„sterbenden Bischof einer sterbenden Kirche"
bezeichnen zu können, geprägt hat: „Manche An-
zeichen weisen darauf hin, daß der Altkatholizis-
mus in einer inneren Erneuerung begriffen ist."
Es gilt, durch Wachsein und Beten, durch Treue,
Eifer und Hingabe diese innere Erneuerung aus
der Kraft des Heiligen Geistes zum Durchbruch
kommen zu lassen! Werner Küppers, Bonn
Das ^^Dreikönigenhaus^^ in Krefeld -^
ein beispielhafter Ansatz zum Wiederaufbau einer zerschlagenen Gemeinde.
t erst seit gestern machen sich die besten Gei-
in den verschiedenen Kirchen ernste Gedanken
die praktischen Möglichkeiten der überlieferten
rrgemeinde" in der modernen Großstadtwelt und
en Diasporaverhältnissen, in denen die alten pa-
chalischen Methoden den kirchlichen Aufgaben
l mehr gerecht werden können. Man spricht von
neuen Bedeutung der Diakonie und Mission, von
igemeinde, Gemeindezentrum, Bruderschaften
manchen beweglichen Formen der Verkündigung
Seelsorge. Auch in den altkatholischen Gemein-
wurden, zumal unter dem besonderen Druck
Zerstörung nach dem Kriege, alle diese Fragen
hen und besprochen. Fast immer aber mußte
sich bei dem mit überraschendem Erfolg durch-
hrten „Wiederaufbau" doch im ganzen gesehen
eine Wiederherstellung des früher Gegebenen
(iränken, wobei manches verbessert, vor allem
Zahl der Gemeinderäume vermehrt und eine
e Anzahl von Autos in den Dienst der Seelsorge
?Ilt werden konnte.
id nun stehen wir im Fall der Gemeinde Krefeld,
Jnter der Last wohl aller Nöte, die altkatholi-
sches Gemeindeleben treffen können, fast zu erlie-
gen drohte, vor der Tatsache eines Wiederaufbaus,
der von einer neuen Idee getragen ist! Hier wird
nämlich der Versuch gemacht, nicht nur das Frühere
moderner, praktischer und vielleicht auch schöner
wiederherzustellen, sondern hier wurde ein über-
konfessionelles, soziales Werk buchstäblich und
sichtbar mitten in die Gemeinde hineingestellt und
mit ihrem Leben organisch verbunden. Die kirchliche
Gemeinschaft wird dadurch sozusagen zum barmher-
zigen Samariter erklärt an Vereinsamten, Alten und
Kranken aber auch zum Leuchtturm für die Ver-
irrten, für die Suchenden und Jugendlichen in der
Stadt. Bekenntnis, Anbetung und soziale Tat rücken
damit schon äußerlich sichtbar zusammen und lassen
dem von der Straße her Eintretenden ihr lebendig-
organisches Zusammengehören deutlich werden. Die
Gemeinde tritt damit grundsätzlich aus der lähmen-
den Isolierung und Winkelexistenz heraus. Sie lebt
nun nicht mehr einfach für sich, sondern sie ist durch
ihre Dienstleistung mit der Öffentlichkeit verbun-
den. Zugleich wird sie selbst dadurch gestärkt und
indem das Herz gekräftigt wird, kann es auch den
15
entfernteren Gliedern die Impulse erteilen und jene
Dienste besser leisten, die sie nötig haben.
Dies also ist die Idee, die Werner Schmidt, den
neuen Pfarrer der Gemeinde Krefeld, einer unserer
ältesten und angesehendsten Gemeinden, beseelte,
als er vor 8 Jahren dort die Arbeit unter Ruinen auf-
nahm. Sehr bald wurde die kriegszerstörte Kirche
wieder eingerichtet und an der Kirchenmauer ein
Nolpfarrhaus fast mit den eigenen Händen des Pfar-
rers für Pfarramt und Familie errichtet, doch wider-
stand der Pfarrer dem naheliegenden Gedanken an
den Wiederaufbau des völlig zerstörten Pfarrhauses
zum normalen Wohnhaus wie einer Versuchung des
Bösen, sehr zur Verwunderung, ja eigentlich zum
Ärger vieler, die es gut mit ihm, seiner Familie und
der Gemeinde meinten. Stattdessen wurden spekulativ
anmutende Grundstücksverhandlungen und weitrei-
chende Kreditverhandlungen eingeleitet, die zwar
den Eingeweihten sehr schnell die Bedeutung der
Planung zeigten, aber doch auch manches Kopf-
schütteln besorgter Freunde und kritisches Achsel-
zucken der Fernerstehenden hervorriefen. Jahrelang
zog alles sich hin und damit auch die gedrückte
Lage der Gemeinde und die bedrückende, räum-
liche Enge in der Pfarr-Notwohnung. Und dann
war es 1957 endlidi so weit, daß an der Dreikönig-
straße vor den erstaunten Augen der Öffentlichkeit
der lebhafte Betrieb einer modernen Großbaustelle
sich zu entfalten begann und als im Frühjahr 1958
Baugerüste, Maschinen und Zäune zu verschwinden
begannen, erhob sich immer deutlicher und ein-
drucksvoller die fertige, erste Etappe des noch um-
fassenderen Gesamtwerkes: Das Dreikönigenhaus in
Verbindung mit der umgestalteten Pfarrkirche als
Kernstück des „Altkatholisdien Sozialwerkes Kre-
feld", ein vierstöckiges Altersheim für mehr als
90 Insassen mit schönen Aufenthalts- und Leseräu-
men, mit Lift, Baikonen und Terrasse, einem urge-
mütlichen Speisesaal und einer vorbildlichen Kran-
kenpflegestation! In überaus geschickter Weise ist
der Bau mit der alten Pfarrkirche verbunden, in
deren unterem Teil durch das Einziehen einer Decke,
die nun den Boden der wärmer und stimmungsvoller
gewordenen Kirche bildet, ein großer Saal ausge-
baut wird. Dieser dient nicht nur dem Heim
Festsaal und der Pfarrgemeinde als Gemeindes
sondern ist auch für verschiedene öfi"entliche, be
ders jugendbildende Zwecke im Stadtzentrum
stimmt und wäre schließlich bestens in der L
übergemeindlichen Tagungen unserer Kirche
Begegnungen mit der holländischen Schwesterki
eine geeignete Stätte zu bieten, zumal in Verbind
mit der Kirche und — nicht zu unterschätzen —
sehr leistungsfähigen, modernen Großküche
Dreikönigenhauses.
Weitere Etappen des Gesamtwerkes sind im \
den. Der nächste Schritt ist das Personalhaus, in
sen 1. Stock, wiederum als Dienst der kirclili«
an einer weiteren Gemeinschaft, ein vorbildlich
gerichtetes Zentrum für Vereinsamte, Alleinstehc
und Alte aus der Stadt geschaffen werden soll,
Einrichtung, die an anderen Orten, wenn auch bi
wohl kaum in solcher Anlehnung an ein kirchli
Werk, schon ihre Bewährungsprobe abgelegt ha
Und so steht der Bau nun heute da: hochau
richtet als ein Wahrzeichen nicht nur für den Ui
nehmungsgeist und die planende Umsicht des F
rers der Gemeinde und seiner Helfer und Mitai
ter, nicht nur als Zeichen des Lebenswillen
Kirchgemeinde, sondern als das wohigeformle W
zeug einer weitausgreifenden Stärkung ihres t
nen Lebens, vor allem jedoch als eine Stätte
dienenden Liebe, in der die Nachfolge Christi
praktisch entfalten kann!
Eines aber ist klar: Der Bau allein und seine h
vollkommene technische Einrichtung können im
nur den Rahmen bieten und die Voraussetzui
schaffen für den entscheidenden Einsatz von ?
sehen, die dieses Werkzeug in die Hand nehi
Schon hat sich eine kleine Schar williger und bi
sterter Menschen im Hause zusammengefunden
sollte wo immer möglich ganz aus Mitgliedern
altkatholischen Kirche bestehen können, sie s
aber vor allem wachsen und so Gott will das
felder Dreikönigenhaus zum Vorbild und Ausga
punkt neuer ähnlicher Werke werden lassen.
Wer-ner Küppers^ 1
FߩHLICHGN
CeBeR-HAT
QOTT'ÜeB
1A
Aus den SdiwesterkirAen
rem Bischofssitz am nächsten liegen die Nieder-
e mit dem ältesten alt-katholischen Bistum, dem
Utrecht, das einst der hl. Willibrord gegriin-
hat. Dieses altehrwürdige Bistum führt den
nvorsitz im Kranze der übrigen Schwesterkir-
Schade, daß nicht in deutscher Sprache eine
re Geschichte dieses Erzbistums mit den Bistü-
1 Haarlem und Deventer etwa in der Art des
les von Nippold vorliegt. Auch bei uns sollte
mehr von den holländischen Glaubensgeschwi-
i wissen. Wann wird uns Holland einen Kurz-
i bescheren; wann wird es allgemeinere Sitte
len, die Nachbarbistümer, da die Welt immer
ler wird, in organisierten Fahrten zu besuchen?
is zurückliegende Berichtsjahr brachte in der
erländischen alt-katholischen Kirche keine sehr
tigen Ereignisse. Der Seminar- Neubau hat
1 Erwartungen entsprochen (siehe Bild). Mit ihm
die Bautätigkeit einen Abschluß, wenngleich in
terdam die Errichtung einer zweiten Kirche vor-
itet werden muß. Die Gemeinde Hilversum
le durch den Brand des Chorraumes seiner statt-
n Kirche schwer betroffen, wobei mit dem Altar
viel Kirchensilber und Gewandung verloren
. Mit der Wiederherstellung wurde tatkräftig
nnen.
tn großer Bedeutung ist die Herausgabe einer
)ändigen D o g m a t i k , ein Ergebnis jahrelanger
it von Erzbischof Dr. A. Kinkel. Der Oud-
lolik erschien seit 1885 in der 2000. Nummer,
rer Moleman waltet 25 Jahre als Redaktor dieser
henzeitung.
sdiof Jakobus van der Oord in Haarlem
te am 28. Mai sein goldenes Priesterjubiläum,
ster und Gemeinden ehrten ihn durch ein vene-
sches Glasmosaik für seine Kathedralkirche,
ei verdiente Geistliche wurden in die ewige Hei-
abberufen; Pfarrer A. H. Guddee im Alter von
ahren, Pfarrer H. J. Verhey in Krommenie, 71
e alt, und im hohen Alter von 85 Jahren Alt-
inarpräsident Prof. C. Wijker. Pfarrer Roeseling
in den Ruhestand, während Neupriester J. Visser
A, J. Rinkel, sowie Vikar Blom die Lücken auf-
«n.
e christkatholische Kirche der Schweiz hat der
chter Union den Dienst geleistet, vom 18. — 22.
ember den 17. Internationalen Alt-Ka-
likenkongreß vorzüglich zu organisieren.
16 besonderer Bericht.) Ihm ging eine Theologen-
ng voraus. Rheinfelden und sein rühriger Pfar-
lans Frei bleiben bei allen Teilnehmern in bester
nerung. — Solothurn kam durch Erwerb und
gen Umbau einer alten Liegenschaft inmitten
Stadt zu einem stilvollen Gemeinde- und Pfarr-
. Kurz zuvor konnte eine neue Orgel eingeweiht
im Juni 1958 die Synode in Solothurn beher-
t werden.
e Gemeinde Zürich faßte den großzügigen Be-
iß des völligen Umbaues der Augustinerkirche.
Jacobus van der Oord
Bischof von Haarlem
Das neu erstehende Gotteshaus dürfte zu einer der
schönsten Gottesdienststätten in Zürich gehören,
wenn es wieder der Benutzung offen steht.
Auch in den französisch sprechenden Gemeinden
herrscht reges Leben. Die Gemeinde im Jurahochtal,
La Chaud-de-Fonds, 994 m ü. M., wo weltbe-
kannte Uhren fabriziert werden, konnte ihr völlig
neu restauriertes Gotteshaus und die neue Orgel
wieder in Gebrauch nehmen.
Die Revision der liturgischen Bücher sowie des
Gebet- und Gesangbuches wurde in die Wege geleitet.
Die französische Kirchenzeitung Sil Ion brachte eine
festliche Nummer zum 50. Jahr ihres Erscheinens
heraus. Das christkatholische Kinderfürsorgeamt än-
derte seine Satzungen zeitgemäß.
Die drei Landeskirchen schufen in der Schweizer
Ausstellung für Frauenarbeit, Saffa 1958, gemeinsam
einen gottesdienstlichen Raum, der inmitten des
Ausstellungsrummels zu stiller Einkehr einlud. Der
Besinnung dienten ebenfalls die Einkehrtage im
„Sonnehof" ob Gelterkinden, die dem Bedürfnis des
modernen Menschen entgegenkommen. — Die c h r i s t-
kath. Akademiker aller Richtungen trafen sich
in der Bäderstadt Baden bei Zürich zu ernster Arbeit
und persönlichem Kontakt.
Durch den Amtsrücktritt von Pfr. Georges Robert
« » ü ![ V »
Das neue Priesterseminar in Amersfoort (Gesanitansiclilj
in Sdiönenwerd, der Schuhmetropole Bally, mußte
eine neue Besetzung mit Pfr- M. Heinz aus Starrkirch
-vorgenommen werden. Dadurch wurde der auch in
der Schweiz herrschende Pfarrermangel fühlbar.
Der hodiverdiente Organist und Chordirigent
Bruno Straumann trat in der Gemeinde Basel
zurück. An seine Stelle wurde Hans Bieli in Ölten
gewählt.
Das Bistum erlitt einige schwere Verluste. Ein
großer Freundeskreis wurde durch das Ableben der
Gründerin des Berghuesli und langjährigen Berg-
huesli-Mutter Frl. Anny Peter in Trauer versetzt.
Was die Heimgegangene für ihre Kirdie und für
die Töchter- und Frauenvereine geleistet hat, läßt
sich kaum beschreiben. Diese gütige Frau wird un-
vergessen bleiben (siehe Bild im Jahrbuch 1953 S.31).
Bern verlor durch den Tod des Stadtpräsidenten
Otto Steiger ein wertvolles Glied. 38 Jahre ver-
sah er das Fürsorgewesen der Bundesstadt, das als
vorbildlich galt. Seit 1952 kam die oberste Leitung
der Stadt Bern hinzu. Viele Jahre war er auch Prä-
sident der theologischen Prüfungskommission an der
christkatholischen Fakultät der Universität Bern. Der
überlast der Arbeit erlag Otto Steiger im Februar
1958.
Die Gemeinde Ölten verlor in Direktor Walter
K a m b e r ein eifriges Glied der Kirche. Seine irdische
Arbeit galt der weltberühmten Schuhfabrik Bally,
viel Kraft und Zeit opferte er der Gemeinde Ölten
und der Kirche.
Rheinfelden betrauert Frau K. Bröchin-Kletti.
Sie hat die Wiederherstellung des vielbewunderten
Kirchenschatzes zu St. Martin ermöglicht.
Wie Generalvikar Dr. Werner berichtet, stand
die alt-katholische Kirche Osterreidis im Jahr 1957
unter dem Zeichen der 80. Wiederkehr der staatli-
dien Anerkennung. Sie wurde unter Beteiligung des
Bundespräsidenten Dr. Schärf und anderer Behör-
den- und Kirchenvertreter in einem Festgottesdienst
gebührend begangen.
In Wien-Innen konnte ein schönes Jugendheim
in Betrieb genommen werden, das auch zentralkirdi-
lichen Aufgaben dient. Durch Weihe eines Priesters
und Erteilung der niederen Weihen an weitere
Kandidaten erhofft man eine Milderung des 1
stermangels. Leider erlitt das Bistum einen schm
liehen Verlust durch den Tod von Pfr. Bittner,
am 2. März 1958 in die Ewigkeit heimberufen wu
Ein erstmaliger Kurs für Laienhelfer verlie
erfolgreich, daß hinfort solche Veranstaltungen
ständige Einrichtung geplant sind.
Die Beziehungen zu den Schwesterkirchen wui
durch Entsendung einer starken Gruppe zur Ii
nationalen Jugendligakonferenz, durch Besudle
Bischofs Dr. U. Küry und des Primas Bischof L. «
chowski, endlich durch zahlreiche Beteiligung ö;
reichischer Altkatholiken am Kongreß in Rheh
den vertieft. Der Weltgebetstag vereinigte Hund
von Frauen aller Bekenntnisse in der altehrwi:
gen alt-katholischen Salvatorkirche,
Am letzten Internationalen Alt-Katholikenkonj
nahmen auch drei Delegierte des Alt-Katholis«
Kirchenbundes in Jugoslawien teil. Die zur glei«
Zeit tagende Bischofskonferenz der Utrediter U)
beschloß, daß jene Kirchen die Urkunden von
Wahl und gültigen Weihe ihrer Bischöfe wie ;
ihre kirchlichen Bücher vorlegen sollten. Dies is
zwischen geschehen. Nach 25 Jahren der Trenr
und nach der den neuen politischen Gegebenht
angepaßten organisatorischen Neugestaltung der
katholisdien Kirche in Jugoslawien bilden die
kleinen Bistümer, nämlich die serbisdie, kroali
und slovenisdie Altkalholisdie Kirche den Alt-Ka
lischen Kirdienbund in Jugoslawien und geh«
gliedhaft zur Utrediter Union.
Wie die Erfahrung zeigt, sind wir mandin»
eignen Bistum bedrückt, weil es bei uns nicht i
vorwärts gehen will. Demgegenüber sollten wii
denken, daß unsere Kirche sich innerlich abk
aber audi, in weiteren Aspekten gesehen, doch
Vorsehung Gottes dankbar sein darf. Die l^tre«
Union der Alt-Katholisdien Kirdien wurde 1
also vor 70 Jahren, durch die 5 Bisdiöfe der
nationalen Kirchen der Niederlande, Deutschl;
und der Schweiz gebildet. Nadi knapp 70 Jahren
faßt sie 8 katholisdie Nationalkirdien (HoH
ifi
schland, Sdiweiz, Österreich, Tschechoslowakei,
n, Amerika [polnische Kirche] und Jugoslawien)
14 Bistümern und 20 Bischöfen, über 600 Ge-
;den, 350 katholischen Priestern und ungefähr
00 Gliedern. Ansätze finden sich u. a. auch in
ikreich. Alle bekennen sich zu der Utrechter Er-
mg als verpflichtender Glaubensgrundlage. Alle
halten fest an der Lehre, den Sakramenten, der Ge-
meinschaft und Verfassung des ersten Jahrtausends
der ungeteilten Kirche und setzen sich ein für die
Wiedervereinigung aller Christen in der Einen, Hei-
ligen, Katholischen und Apostolischen Kirche des
Herrn Jesus Christus.
Der XYIL Internationale Alt^^Katholikenkongrefi
in Rheinf elden
19. bis 23. September 1957
DIE AUFGABEN DER KONGRESSE
die vergangene und zukünftige Kongreßarbeit
Jischof Dr Urs Küry einen dankenswerten Über-
gegeben, der uns die hohe Bedeutung der aus
Arbeit unserer Kirche gar nicht mehr wegzu-
enden Internationalen Altkatholischen Kongresse
bringt. Wir lehnen uns an seine Ausführungen
n allem Anbeginn eignete den Kongressen Inter-
nalität, obgleich den ersten Kongressen in Mün-
1871, Köln 1872 und Konstanz 1873 sieben
che Tagungen folgten (Freiburg 1874, Breslau
Mainz 1877, Baden-Baden 1880, Krefeld 1884,
^Iberg 1888).
iihrend den drei ersten Kongressen die Schaffung
• eignen Organisation aufgegeben war, die deut-
. Tagungen der Festigung der altkatholischen
gung dienten, stellten sich die folgenden, seit
Abschluß der Utrechter Union 1889 wieder be-
international gestalteten Kongresse eine dop-
Aufgabe: Sie suchten
die gemeinsamen Prinzipien altkatholischer
ichkeit zu verdeutlichen und noch weiter auszu-
n und sie dienten
ler Absicht, vom gewonnenen gemeinsamen Bo-
us eine Annäherung, und, wenn möglich, Union
!en anglikanischen und der orthodoxen Kirche
)ahnen. Von Bedeutung für die Unionsbemühun-
A^aren insbesondere die Kongresse nach dem
1 Weltkrieg, deren indirekte Ergebnisse der Ab-
i der Sakramentengemeinschaft mit der angli-
dien Kirchengemeinschaft und eine vorläufige
ung mit einer orthodoxen Unionskommission
hre 1931 waren.
i den Bonner Beratungen 1931 war diese letzte
be der Kongresse insofern erfüllt, als die Unions-
ndlungen nicht mehr Sache der Kongresse selbst,
rn an die Bischöfe und deren theologische Be-
übergegangen war.
wischen erforderte die innerhalb der altkatho-
n Kirche eingetretene Wandlung — sie hatte
izwischen konsolidiert und (nach außen hin) den
kter einer „Konfession" gewonnen — eine stär-
Jeratung der sich aus dem innerkirchlichen Auf-
bau und Leben ergebenden Fragen. Gerade diese er-
forderten eine stärkere Zuziehung auch der Laien,
die erstmals in München 1953 spürbar wurde. Zugleich
traten in das Blickfeld der Altkatholiken die zu-
nächst ungewohnten Probleme der hauptsächlich von
Kirchen der Reformation getragenen Ökumene. Das
nötigte die altkatholische Kirche und naturgemäß
die Kongresse, die ja gleichsam wie ein Seismograph
die inneren Schwingungen und äußeren Ereignisse
in Kirche und Welt dokumentieren, sich ,in einem
Maß mit protestantischer Theologie und Kirchlichkeit
auseinanderzusetzen, wie das unsern Vätern noch un-
bekannt gewesen war. Andererseits hat sich auch das
Verhältnis zur römischkatholischen Kirche merklich
geändert; hat diese sich doch bei all ihren neueren
Fehlentwicklungen in der Theologie wie auf dem Ge-
biete des liturgischen Lebens in erheblichem Maße den
Positionen genähert, die die Besten unserer Väter ein-
genommen haben. Dieser neueren Entwicklung ist auch
in den Kongressen Rechnung getragen und die alte
rein negative Haltung aufgegeben worden."
Die zukünftigen Kongresse sollten sein, so wünschte
Bischof Küry,
1. nach wie vor Organ unserer intern-altkatho-
lischen Einheit und Zusammenarbeit,
2. Plattform für das gesamt-altkatholische Gespräch
mit der Ökumene, insbesondere mit dem Protestan-
tismus und dem römischen Katholizismus, aber auch
mit den orthodoxen und den anglikanischen Kirchen,
ein Gespräch, das auch, wenn bereits eine kirchenamt-
liche Einigung besteht, auf der theologischen Ebene
fortgesetzt werden muß.
3. eine ausstrahlende Kundgebung der Lebenskraft
unseres altkatholischen Glaubens.
RH EIN FELDEN 1957
Wenn nun auch hier in unserm Jahrbuch vom letzten,
überaus gelungenen Rheinfeldener Kongreß gehandelt
wird, obwohl die Kirchenzeitungen darüber schon be-
richtet haben, so geschieht dies, weil das Jahrbuch
an so wichtigen Ereignissen unseres gesamtkirch-
lichen Lebens nie vorübergehen darf. Es würde sich
nicht nur seiner Aufgabe, auch Spiegelbild des kirch-
Alt-Kalholischc Kirche St. Martin, Rheinfelden/Schweiz
Photo Eidenlenz, Basel
liehen Lebens zu sein entziehen, sondern auch der
Pflidit, die Anregungen des Kongresses weiterzugeben.
Diesesmal aber darf das Jahrbuch besonders freudig
von diesem Kongreß beriditen, denn er faßte das
zusammen, was seit sieben Jahren das Hauptanliegen
dieses Jahrbuches war: Die Erweckung unserer Laien
zu kirchlicher Mitgestaltung und christlichem Le-
benszeugnis.
DER RUF AN DIE LAIEN
Er ging diesmal von Laien selbst aus. Vornehmlich
Laien behandelten in Referat, Diskussion und Schluß-
anträgen den „Dienst und Auftrag der Laien" in der
Familie, in der Gemeinde, in der Welt. Wir müssen
uns begnügen, die vom Kongreß entgegengenommeneu
A. Thesen und Anträ^^e
hier wiederzugeben und alle Gemeinden zu bitten, auf
jede Weise sich damit zu befassen.
1. Gruppe:
Auftrag und DienKt der Laien In der Familie
Thesen von Franz liiette, Bern.
1. Die Kirdie ist keine Institution zur Versdiönerung
und Vertiefung unseres Lebens. Ihre Holschaft stellt
die Gemeinde, Ehe und Familie immer vor neue
und letzte Entscheidungen.
2. Alle Glieder der Kirche stehen unter dem ar
Apostel ergangenen Auftrag, in die Welt zu g(
zu taufen, zu lehren und Gottes Willen zu
In Welt, Kirche und Haus soll die Erlösun
Christi verkündet werden, die uns aus der Fin
nis in sein Licht geführt hat.
3. Unsere Gebetsnot und viele Sorgen in Gemei
und Haus lassen erkennen, wie schwach i
Glaube und wie wir in dauerndem Ungeho
leben.
4. Nur eine Erwedcung durch Gott könnte dazu
ren, daß das in Christus fleischgewordene '
in unsern Gemeinden mehr Gestalt, Leben
Zeugniskraft erhalten könnte. Nur betende
meinde führt zur betenden Familie.
5. Die Familie ist ebenfalls Gemeinde, steht i
dem gleichen Auftrag und in gleiclier Schul«
die Gemeinde. Sie ist berufen, durch eine chrisi
Lebensgestaltung und religiöse Kindererzio
Verkünderin und siclitbares Zeichen des G<
reiclies in dieser Welt und in dieser Zeit zu s«
6. Die modernen Lebensverhältnisse, innere un<
ßere Schwierigkeiten sind keine Entscluildigun
den fehlenden christliclien Sinn in der Faniili«
das vielerorts verscliüttete Gebetsleben.
7. Besinnen wir uns in christliclier V^eranlwor
ob wir nicht durch in liiblisclier Sicht geführt
spräclie über alle Fragen des Lebens, der K
und der Familie, die Pflege des geistlichen L
nd des Tischgebets, kurze Gebetszeiten nach den
(ahlzeiten und gelegentliche Hausandachten zur
-ligiösen Erstarkung der Familie und damit der
emeinde beitragen könnten.
as Gebet ist ein Akt des Glaubens und des Gehor-
ims. Religiöses Leben, eine betende Familie kön-
en nicht einfach „gemacht" werden.
ennoch sollten wir versuchen, das Familiengebet
ieder einzuführen, auch wenn uns vielleicht nie
ie ganze Gnade des Betenkönnens zuteil wird.
„Bittet und ihr werdet empfangen.
Klopfet an, so wird euch aufgetan."
Anträge
ie Fragen einer christlichen Lebensgestaltung und
es häuslichen Gebetslebens sind in den nächsten
Jahren in allen alt-katholischen Gemeinden in
—2 Elternabenden zu besprechen,
ür das Gebet und für eine Erziehung zum Gebet
)11 durch die kirchliche Presse, durch Broschüren,
urch die Predigt und den Unterricht mehr als bis
ahin gewirkt werden.
Is Gebetshilfe ist die Herausgabe eines Gebet-
üchleins für die Familie, das alle Formen des
rivaten und häuslichen Betens, einen kurzen Ab-
ß unserer Glaubens- und Sakramentenlehre ent-
alten sollte, zu prüfen. (Siehe Kongreßbericht
iünchen.)
1 allen Kirchen sollen Gebets- und Besinnungstage
ngeführt werden.
2. Gruppe:
iiftrag und Dienst der Laien in der Gemeinde
hesen von Pfarrer Arnold Moll, Basel (leicht ge-
ürzt).
er Laie ist nach dem Verständnis der Hl. Schrift
eineswegs der „Nichtf achmann" oder das ein-
iche Gemeindemitglied im Gegensatz zu den Amts-
ägern der Kirche oder gar das zu leitende und zu
ihrende Kirchenglied, er ist vielmehr das Voll-
ied des „laos", des Gottesvolkes des Neuen Bun-
is, und als solches gehört er zum „auserwählten
esdilecht, zum königlichen Priestertum, zum hei-
gen Volk {= laos!)" (vgl. 1. Petr. 2, 9) und hat
s solches die Aufgabe, die „herrlichen Taten des-
'n zu verkünden, der uns aus der Finsternis be-
tifen hat zu seinem wundervollen Licht". Er steht
'undsätzlich in der gleichen Verantwortung vor
ixa Herrn der Kirche wie der berufene Amtsträ-
^r und hat den gleichen Zeugendienst. Es ergeht
irum der Ruf an unsere Laien, ihr priesterliches
mt auch praktisch auszuüben und sich in den
•ienst der Gemeinde zu stellen,
ieser Ruf zur Mitarbeit am Aufbau der Gemeinde
•geht heute um so dringlicher an die Laien, als
ie Gemeinde heute in mannigfacher Weise ange-
>diten ist und der Gegensatz zwischen Kirche und
^elt immer größere Ausmaße annimmt. Man
)richt heute allenthalben von der „Stunde der
aien" und will damit andeuten, daß eine bloße
Pfarrer-Kirche" ihren Dienst nicht mehr erfüllen
mn und es der planmäßigen und aktiven Mitar-
nt der Laien bedarf.
3. Da von echter Verantwortung nur dort gesprochen
werden kann, wo es wirkliches Antworten gibt,
muß auch der Dienst der Laien auf das Wort der
Hl. Schrift ausgerichtet bleiben. Nach i. Xoi-. 12
(vgl. auch Rom. 12, 3 — 8) gibt der lebendige Herr
jedem seiner Glieder Gaben, die es in seinem Na-
men und Auftrag, in seinem Dienst zum Aufbau
seiner Gemeinde zu gebrauchen und einzusetzen
hat. Kein wirkliches Glied der Gemeinde Jesu Chri-
sti kann also am aktiven Aufbau der Gemeinde
unbeteiligt bleiben.
4. Die Situation der heutigen Kirchgemeinden ist nun
aber dadurch gekennzeichnet, daß sich nur ein ver-
schwindend kleiner Teil der Gemeinde, die soge-
nannte Kerngemeinde, dieser Aufgabe unterzieht
und sich aktiv am inneren Aufbau der Gemeinde
beteiligt. Diese Kerntruppe muß ausgerüstet und
eingesetzt werden. Die entscheidende und erste
Aufgabe aller Seelsorge- und Gemeindearbeit aber
besteht nun darin, aus der Riesenschar der bloßen
Partizipanten neue, wirkliche und überzeugte Glie-
der der Gemeinde zu gewinnen. Im richtigen Geiste
geführte Gemeindevereine können dabei wichtige
Dienste leisten. Auf eine innere Evangelisation
unserer Gemeinden kann nicht mehr länger ver-
zichtet werden.
5. Es versteht sich von selbst, daß jede Dienstlei-
stung in der Gemeinde in der gliedlichen Demut
geschehen muß (vgl. I. Kor. 12, Joh. 13, 34). Jedes
eigenmächtige und unbrüderliche Vorgehen, das
sich dem Ganzen der Gemeinde nicht einordnet,
bedeutet ein Attentat gegen die Einheit und den
Frieden dieser Gemeinde. Aus diesem Grunde soll
der Einsatz der Laien nur in Zusammenarbeit mit
den berufenen Hirten und Lehrern erfolgen.
Anträge
1. Es ist dringend notwendig, den Gemeinden die Be-
deutung des allgemeinen Priestertums aller Gläu-
bigen in der Verkündigung und in Aussprachen
wieder nahezubringen und die Konsequenzen auf-
zuzeigen, die ein solcher Stand für die Glieder der
Gemeinde mit sich bringt.
2. Im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung und
Notwendigkeit einer inneren Missionierung auch
unserer Gemeinden mögen sich die Pastoralkonfe-
renzen oder — wie dies in Holland geschieht —
besondere Arbeitskreise von Geistlichen und Laien
in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen
Bischof mit allen damit zusammenhängenden Fra-
gen auseinandersetzen. Wünschbar ist die Schaf-
fung einer Zentralstelle in jeder Landeskirche
(oder die Angliederung einer solchen an eine be-
reits bestehende Institution), die den Pfarrämtern,
Kirchenbehörden und Gemeindepflegen in allen
Fragen der inneren Mission auf Wunsch mit Rat
und Tat behilflich sein könnte.
3. Gruppe:
Auftrag und Dienst der Laien in der Welt
Thesen: Prof. Zwart, Utrecht.
Alt-Katholische Bischofs-Konferenz in llhciiifoUlfn
Von links nach rechts: Pfr. Lic. L6on Gauthier, bischöflicher Vikar (Schweiz), Bischof L. Grochowski, Primas
der polnisch-katholischen Kirche der USA, Weihbisdiof Dr. G. Steinwachs, (Deutschland), Engelbertus
Lagerwey, Bischof von Deventer (Holland), Dr. Andreas Rinkel, Erzbischof von Utrecht, Bischof Dr. Urs Küry
(Schweiz), Bischof J. J. Demmel, Hofrat Dr. J. Werner. Generalvikar und Vertreter des österreichischen Bischofs.
Photo Heinzer, Rheinfelden
1. Hat inmitten der andern Kirchen unsere Kirche
eigentlich Existenzberechtigung?
2. Wenn ja, ist das Bestehen dieser Kirche an sich
schon genug oder gehört auch die Mission (äußere,
innere und Randmission) zu ihrem Aufgabenkreis?
3. Soll diese Aufgabe nötigenfalls auch in ökumeni-
sdiem Zusammenhang erfüllt werden?
4. Welche näheren Erklärungen sind anläßlich dieses
Referats noch erwünscht?
5. Lassen sich noch andere Wege finden, diese Mission
(äußere, innere und Randmission) tatkräftig zu
fördern?
Anträge
1. Es wird den zuständigen Behörden der altkatholi-
schen Kirchen empfohlen, zu prüfen, wie der Ge-
danke der Heidenmission in unseren Gemeinden,
insbesondere unter der heranwachsenden Jugend,
stärker betont werden kann.
2. Es wird den zuständigen Behörden der altkatholi-
sdhen Kirchen empfohlen, zu prüfen, ob eine eigene
altkatholische Heidenmission ins Leben gerufen
werden kann oder ob eine aktive Beteiligung an
der Mi.ssion in der Weise möglich ist, daß alljähr-
lich für ein anglikanisches Missionswerk gesam-
melt oder wenigstens ein Kirdienopfer bestimmt
wird.
3. Damit die altkatholisdie Kirdie unter Andersgläu-
bigen besser bekannt wird, wird empfohlen, zu
diesem Zweck in jedem Lande nach dem Vor
der holländischen „Apostoleia" eine Zentrais
zu schafTen (oder einer bereits bestehenden i
liehen Institution anzuschließen). Die einze
Zentralstellen sind gehalten, die Verbindung u
sidi aufzunehmen zum Zwecke gegenseitigen
fahrungsaustausches und allfälliger gemeinsa
Aktionen.
4. Der Kongreß ist von der Wichtigkeit der altka
lischen Mission in Frankreich überzeugt und m
es sich zur Aufgabe, der Bischofskonferenz bei
sem Werk behilflich zu sein (Antrag Pfarre
Gauthier).
B. Die großen Vorträge
wolle man im Kongreßbericlit selbst nachlesen,
einige Sätze seien hier festgehalten, unsere kirdii
Nähe zur orthodoxen Kirche rückte stets diese
würdige alte Kirche in das Blickfeld der Altkatholi
Emigration einer beträchtlichen Zahl orthod
Christen und namhafter Theologen wie auch der
Spruch des östliclien Bolscliewismus .Heilslehre
sein, machen eine tieferschürfende Information
die gegenwärtige Lage der ortliodoxen Kirchen
aktuell. Prof. Dr. Spuler unterzog sicli dieser .\uf;
unter dem besonderen Gesichtswinkel des Verhäl
.ses der orthodoxen Kirche zur (Ökumene, zur a
kanischen und allkatholisdien Kirche. Seine Aus
rungen gipfelten in der Erkenntnis, daß die Or
e trotz aller Verfolgungen ihre Einheit bewahrt
i und nach wie vor die geistige Grundlage Ost-
»pas geblieben sei. — In einer sehr wohltuend
;eschlossenen Weise handelte Pfarrer Max Heinz,
dl, über „die Una Sancta Bewegung und wir Alt-
loliken". Wir Altkatholiken sollten, so forderte
Redner, doch bei aller Nüchternheit verstehen,
es hier um ein ernsthaftes Anliegen und Bemü-
geht und daß die gesamte ökumenische Bewegung
Ter Tage an der Kirche von Rom nicht ohne tief-
enden Zwang zur Neubesinnung geblieben sei. —
pflichten dem Vortrag insofern bei, als wir glau-
daß auch wir zur eingehenden Beschäftigung so-
1 mit den Unterscheidungslehren wie mit dem
:en der Katholizität mehr denn je aufgerufen sind.
•s nicht gerade unsere Aufgabe, der römischen wie
evangelischen Kirchen zur rechten Katholizität
erhelfen — nachdem wir sie selbst wieder gefun-
und auch im kirchlichen Leben bewähren!? —
i Holländern aber gebührt das Verdienst, uns für
^rn eignen Weg wichtige Hinweise gegeben zu
3n. Ich meine die Ausführungen des Erzbischofs
A. Rinke! und des Prof. Zwart. Ersterer hatte den
. Kritik an Evanston zu üben, aber auch zu vor-
tigem Abwarten in der Frage der südindischen
gungsversuche zu raten, denn „es könnte nicht
;eschlossen sein, daß Gott diesen oder jenen Weg
Kirchen zeigt". Und Prof. Zwart, der den Auf-
und Dienst an der Welt auf die Missionsaufgabe
Ter Kirche auf die Mission an Heiden und Neu-
t n konzentriert hat.
C. Rückblick und Ausblick
XVII. Kongreß fand in einem kleinen Rhein-
tdien von geschichtlicher und als Bäderstadt auch
laher Bedeutung statt. Dank seiner geographi-
n Lage, seiner Ausstattung mit großen Sälen und
n Gasthäusern und seiner Kleinheit war es der
ideale Treffpunkt für den Kongreß. Ohne kirchen-
amtlichen Charakter erwies er sich durch seine Stu-
dientagung mit Anglikanern, seine öffentlichen Kon-
ferenzen und Kundgebungen, nicht zuletzt durch die
festlichen Gottesdienste und gemeinschaftlichen Kom-
munionen der miteinander verbundenen und befreun-
deten Gläubigen wirklich als eine offene Tür für alle
jene, die Sehnsucht nach der einen, heiligen, katho-
lischen und apostolischen Kirche im Herzen tragen.
Laien, Geistliche und Bischöfe waren froh und brü-
derlich miteinander vereint, gleich, ob sie aus USA
oder festländischen Ländern kamen, ob sie franzö-
sisch, englisch oder deutsch sprachen. Die vorberei-
tende organisatorische und geistige Arbeit war so gut
vom Ortspfarrer Hans Frei mit seinem Komitee und
von den verschiedenen Ausschüssen des Kongresses
geleistet, daß man von dieser Arbeit gar nichts spürte
— ein hohes Lob! Dank der reichen Abwechslung der
Veranstaltungen, des guten Wetters, der geistigen
Höhenlage, aber auch der erhebenden und einmal
Massen von Glaubensgenossen am Schlußsonntag zu-
sammenführenden öffentlichen Kundgebungen klingt
der Kongreß harmonisch und freundlich noch lange
nach in den Herzen aller, die dabei waren. Der Kon-
greß selbst hat begonnen, seine eignen Anregungen
in Männer- und Frauenversammlungen^) (Redner A.
O. Konrad und Frau Thea Pfister) — und später in
Predigten und in festlicher Großkundgebung ins Volk
und in die Öffentlichkeit zu tragen. Unsere Aufgabe
ist uns damit gewiesen — nämlich, daß wir uns eben-
so seinen Anregungen und Anträgen öffnen — im
Dienste der „Einen und ganzen Kirche Jesu Christi".
') Die Anregung der Sprecherin, die wiederbelebte Liga der
altkath. Frauenverbände möchte alljährlich die Frauen am St.
Willibrordstag zu einer Gebets- und Opferstunde für die mis-
sionarischen Anliegen unserer Kirche aufrufen, fand allgemeine
Zustimmung. Die Bischöfe wurden um ihre Genehmigung ge-
beten. Damit hat auch die Liga als solche ein Aufgabengebiet
ergriffen, das christliche Frauen auch in anderen Kirchen
längst angepackt haben.
BRIEFMARKEN
^m gewöhnlichen Sterblichen wird es immer un-
llicher, alle Briefmarken der Welt zu sammeln,
in gibt es mehr als 160 000 verschiedene Marken,
^r Tag bringt neue Serien. Zünftige Sammler be-
änken sich daher schon längst auf einen Konti-
1 oder ein Land, oder gar nur einen Zeitabschnitt,
iche bevorzugen den Zeitabschnitt von 1840-1870,
die Briefmarken auf Papier übertragene, durch
Staat quittierte Münzen, also Postwertzeichen
en.
iingst wurde aus ihnen die Visitenkarte des Staates
einer Neigung zur Reklame und zum Plakatstil.
große Zahl der Sonder- und Wohlfahrtsmarken
,'t eher von Geldbedarf und Repräsentationsbe-
"nis als von Reichtum. Den Vogel schießen dabei
Zwergländer wie Liechtenstein, San Marino und
laco ab, die ihren Staatshaushalt fast nur aus dem
)s der Briefmarken bestreiten. Die Schweizer zei-
gen sich auch darin als wohlerzogene Staatsbürger,
daß sie je Kopf zehnmal soviel Wohlfahrtsmarken
kaufen wie der Bundesrepublikaner. Obwohl von je-
dem Deutschen nur eine Wohlfahrtsbriefmarke im
Jahresdurchschnitt gekauft wird, fließt daraus den
Wohlfahrtsaufgaben und Verbänden doch alljährlich
rund eine Million DM zu. — Jeder Alt-Katholik sollte
daraus lernen, daß viele Wenig doch etwas erbringen.
Darum stelle jeder zu Hause nicht nur eine Bistums-
groschenbüchse für die Pfennige und Groschen auf,
er sammle, auch wenn er sonst kein Sammler ist, in
einer Schachtel die mit fingerbreitem Rand ausge-
schnittenen Marken und gebe sie seinem Pfarramt
oder schicke sie in größerer Menge an den H. H. Bi-
schof Demmel nach Bonn, Gregor-Mendel-Straße 25.
Wer sich die Mühe macht, die Marken wenigstens
grob nach Wohlfahrts- und Sondermarken, in- und
ausländischen zu sortieren, erhöht die Freude des
H. H. Bischofs. r.
Ein Brief
Lieber Freund!
Ju^lAr.X^ff
Sie stellen sich und uns die Frage, ob es wirk-
lich noch einen Sinn habe, sich für die alt-katho-
lische Kirclie und ihre Ziele einzusetzen. Würde
nicht der allüberall zu beobachtende Zug zur
Einheit, zum Zurückstellen kleiner Unter-
scliiedlichkeiten des Stils und der Lehre es recht-
fertigen, in einem größeren Ganzen aufzugehen?
Sie erinnern an die Kleinheit, um nicht zu sagen
häufig feststellbare Kümmerlichkeit unserer Ver-
hältnisse und Einrichtungen, an die anwachsende
Diaspora und Atomisierung unserer Kirche. Ich
wüßte ja selbst aus eigener Erfahrung, wie un-
möglich es sei, den Gläubigen, vorab der Jugend,
so und mit solchen Veranstaltungen zu dienen,
wie es die Großkirchen immerhin noch könnten.
Die weiten Wege, das Entbehren der Geborgenheit
und auch einmal des Untertauchenkönnens in
einer großen Masse, das der Gläubige, besonders
der Einsame, hin und wieder brauche, profilierte
Bücher, überragende Persönlichkeiten, öffentliche
Vorträge in Aulen und großen Sälen, von denen
die Zeitungen berichteten und die Stadtgespräch
würden, das alles müsse der alt-katholische Christ
entbehren, obwohl auch er danach hungere. Sie
verweisen schließlich auf das Ausbleiben eines
wirklichen Erfolges seit 80 Jahren, an manche
subjektivistischen Strömungen, die der altkatho-
lisdien Bewegung zu Zeiten etwas Schillerndes
aufpräge, an den zwar langsamen, aber stetigen
Rückgang der alten Gemeinden, der nur müh-
selig und durch opfervollen Höchsteinsatz be-
wirkte kleine Erfolge oder Höhepunkte kirchli-
dien Lebens verdeckt würde. So bitten Sie mich
allen Ernstes — und sogar unter Berufung auf
einen unserer früheren Bischöfe — zu erwägen,
ob unsere großen Theologen der 70er und 80er
Jahre des 19. Jahrhunderts nicht besser im Ver-
band der römisch-katholischen Kirche wie die
Jansenisten und einige Modernisten geblieben
wären, um diese von innen her zu reformieren.
Die römische Kirche, so geben Sie zu bedenken,
werde durch die fortwährenden Abspaltungen dy-
namischer Geister immer starrer und schließlich
zu einer echten Reform immer unfähiger;
Ausgegliederten würden, wie gerade unser Beis
beweise, nur zu einer Auffangstation Unzufrit
ner und allmählich zur isolierten oder ausgegl
ten Institution, einem Satelliten, der die Gr
kirche umkreise, von ihr zehre, aber in eige
Unfruchtbarkeit und Kleingeisterei jede schö]
rische Kraft allmählich verliere. Sie könnten
soziologisch und auch an Anzeichen unseres 1
chenkörpers beweisen, wollten das aber, um n
wehe zu tun oder mißverstanden zu werden,
ber mündlich belegen.
Lieber Freund! Ich danke Ihnen für Ihre Ofll
heit. Ich glaube, es gibt unter uns keinen wac
Priester oder Gläubigen, der sich nicht in äh
eben Gedankengängen oft schon ertappt hü
Man kann Ihnen nicht einmal in allem wi(
sprechen, wenngleich sich natürlich vieles entf
nen ließe. Aber Sie kennen ja das Positive ebe
genau wie ich und haben alles bereits in I
Überlegungen einbezogen. W^ozu also offene
ren einrennen! Die Zeit und die uns gestellte ^
gäbe ist überdies viel zu gewaltig, um die gro
Gesichtspunkte in kleinlicher Gegenrede zu
reden, /a, wir müssen wieder lernen, in gro
geistigen Zusammenhängen zu denken. Wir k<
men nur weiter, wenn wir 1. ganz nüchtern
sere Lage sehen wie sie ist. Dann aber mü>
wir 2. wieder unseren kirchengeschichtlic
Standort in den Blick bekommen, nicht bloß
der Beruhigung eines angefochtenen Gewis>
willen, mehr noch, damit wir uns innerlich
wärmen und zurüsten für die Aufgabe, die
durch die aus der Geschichte weithin erkennl
Vorsehung gestellt bleibt!
Um was ging es den Männern, die damals A
gegen Altar stellten, gedrungen von ihrem
wissen? Nicht um eine neue Kirche, etwa •
Kirche wohltemperierter Frömmigkeit, die ei
leichteren Weg zum Himmelreich zu zeigen
erkühnte! Schon gar niclit ging es ihnen
Feuerbestattung, die wir ja niclit propagic
sondern nur dulden! Niclit um Geringachtung
ehelichen Bandes, nicht einmal um Zölibat <
Ohrenbeichte, wenngleich hier Korrekturen
dezu aufdrängten! Es ging, genau wie bei den
m Mariendogmen, um. das Gewissen, gewiß, —
• bitte, übersehen wir das doch nicht, um das
er Wahrheit gefangene Gewissen! Aber es
ihnen doch um etwas mehr! Mancher katho-
\\e Gelehrte hat damals innerlich auf Seite
ingers gestanden — und das „Opfer des Ver-
des" auf sich genommen, sein Gewissen be-
dchtigt, ohne für die neuen Lehren einzutre-
— man hat sie unbehelligt gelassen, wenn sie
schwiegen. Sie haben mit der Wahrheit und
Gewissen aus Liebe zur Einheit der Kirche
n Kompromiß geschlossen, den ihnen die rö-
?he Kirche nie verdacht hat. Ging es also den
inern, einem Reusch, DöUinger usw. wirklich
• um ihr Gewissen, nur um die Bezeugung der
hrheit? Dann hätten sie sich ehrenvoll emeri-
'n lassen können. Nein, lieber Freund, es ging
•n um die Kirche, um deren gefährdete Katho-
ät und ApostoUzität. Und es ging ihnen um die
derversöhnung mit den Reformationskirchen
der Orthodoxen Kirche, die sie durch die dog-
isch nun auch freigegebene weitere Unifor-
"ung, Zentralisierung und durch den päpst-
m Absolutismus innerhalb der katholischen
•he entscheidend bedroht sahen. Also letzten
es ging es diesen Männern eben um die E i n -
t der Kirche, für die sie in der Weiterexistenz
unverfälschten katholischen Kirche, und sei
«1 einer Notgemeinschaft, einen Weg offen hal-
i wollten, der allen die Kirche Liebenden einen
' / zur Einheit zeigt.
3hen Sie, lieber Freund: Die Wahrheit steht
eh. Sie ist unabhängig von der Masse, von der
ht,^ vom politischen' Einfluß, der hinter ihr
t. Sie kann jederzeit mit Urgewalt wieder
'hbrechen, wenn diese Wahrheit richtig ver-
m und — was hundertmal nötiger ist — rich-
n lebendigen Gemeinden und Bistümern, mö-
sie auch klein sein — verkörpert wird.
merhalb der gesamtkatholischen Kirche ha-
unsere Vorfahren tausend Jahre ihren Kampf
I n eine Fehlentwicklung gekämpft, bis sie vor
I Mternative am 18. 7. 1870 sich gestellt sahen:
I vatholischen Glauben weiterverharren, unter
) ern und Unbill — oder ihm absagen und bei
t Masse und den Fleischtöpfen verbleiben. Sie
' „vor das Tor" mit Christus hinausgegangen.
I wurde unsere Kirche „Kirche unter dem
I Jz". Sie sollte dadurch von allen unlauteren
l nenten oder Beimischungen, vom Liberalis-
mus, dem Geist ungesunder Aufklärung, der Ver-
suchung, politische Konjunkturen zu nutzen, be-
freit und geläutert werden, um dann, wenn auch
nur in kleinen Beispielen zu zeigen, wie Einheit
in Mannigfaltigkeit, Gesetz mit Freiheit, Liebe mit
Recht, Freihei t mit Gebundenheit in Christus sich
vereinen.
Dazu sind freilich nur Männer und Frauen
und Jugend gerufen, die aus dem Glauben leben,
denen diese Hochziele etwas bedeuten, die bei
aller persönlichen Sündhaftigkeit, die unser aller
Los bis zur Sterbestunde bleibt, doch bestrebt
bleiben, dieser Kirche der wahren Katholizität zu
dienen, sich für sie hinzuopfern, in ihren Gemein-
den dies Bild aufleuchten zu lassen und sich dafür
offen zu halten, ohne Rücksicht auf Beifall oder
Bekämpfung. Das einzige, was not tut, ist, daß wir
treu erfunden werden. Daß wir nicht um ein Lin-
senmus unser Erbe verschleudern; daß wir ziel-
bewußt, klug, aber auch einfältig durch unsere
Existenz, durch unser Sein und durch unser Wir-
ken Zeugnis ablegen mit der Kraft, die uns ver-
blieben ist, mit den Mitteln, die die Zeit uns nahe-
legt, stets bereit zum Dienen und ohne zu fordern!
Dabei wissen wir uns im Ziel und im Glauben
mit vielen verbunden, mit der einigen Kirche des
ersten Jahrtausends, mit vielen Bischöfen und Gei-
stesmännern des zweiten Jahrtausends, mit der
orthodoxen' Kirche, mit den Anglokatholiken der
anglikanischen Kirchengemeinschaft, mit vielen
Katholiken in der römischen Kirche.
Als im wahren katholischen Glauben beharrend
bildet die alte katholische Kirche zugleich die
Vorhut der wahren Una Sancta-Bewegung einer
neu zu erringenden Einheit der Kirche auf dem
Boden echter Katholizität. Als solche hat sie es
nicht leicht. Sie muß wie >Vinkelried der Wahr-
heit eine Gasse bahnen, wie. Paulus mehr arbei-
ten als andere, wie Petrus den Herrn bekennen
und die Brüder stärken, wie Johannes Liebe kün-
den und üben. Tut sie das, wird ihr Wort nicht
leer zurückkommen. Sehen Sie, lieber Freund,
darum müssen wir an unserer Aufgabe bleiben,
trotz unserer Schwachheit. Klammern wir uns in
aller Demut an das Wort, daß Gott „auch in den
Schwachen mächtig ist", sogar mit Vorliebe, damit
sie sich nur ihrer Schwachheit rühmen können
und Gott die Ehre geben müssen.
So grüße ich Sie und alle, die die Fülle Christi
bejahen und bereit sind, ihre Seele an sie zu ver-
lieren. Ihr Paul F. Pfister.
Das sind die Weisen
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die im Irrtum verharren —
Das sind die Narren.
Wenn du recht schwer betrübt bist
und du meinst, kein Mensch könne dich trösten,
so tue jemand etwas Gutes, und gleich
wird's besser sein. Rosegger
^'
Wahrhaftigkeit - Sadilidikeit
Der frühlinghafte Aufbrndi der Jugend um die
Jahrhundertwende im Wandervogel, der Frei-
deutschen Jugend, dem Quickborn und so man-
clien anderen Bünden wurde von Spießern als ju-
gendliclie Romantik verspottet, ihr Wesen in der
Zupfgeige, dem Scliillerkragen, ihr Verdienst in
der Wiedererweckung des Volksliedes, Volkstan-
zes und einer neuen Geselligkeit gesehen. Wer so
urteilt, vergißt das Entsclieidende, das diese Ge-
neration geprägt hat und von allen Erfolgsjägern,
Neunmalklugen und „Realisten" unterscheidet:
die innere Wahrhaftigkeit. Mit sicherem Gefühl
hat die Jugend damals jenes Streben zur Grund-
lage ihres Denkens und Handelns erwählt, das
überhaupt nur Grundlage jeder Erneuerung, ja
jedes menschenwürdigen Daseins sein kann.
Jede Tugend, überhaupt jedes Werk baut auf
Erkenntnis auf. Aber nur jene Erkenntnis, die
der Saclie, der Wirklichkeit, der Wahrheit gerecht
wird, die alles so einordnet, wie es die Sache eben
verlangt, wird ein Werk gelingen lassen. Der
Statiker, der die unabänderlidien Gesetze der
Spannung, der Druckverhältnisse außer acht läßt
oder die Tragfähigkeit des Materials nicht berück-
sichtigt, verschuldet den Einsturz der Brücke oder
des Gebäudes. Der Mathematiker, der falsch rech-
net, wird ein unrichtiges Resultat vorlegen. Der
Geschäftsmann, der den Marktverhältnissen nicht
Rechnung trägt, verspekuliert sich. Aber auch
jener, der sich selbst falsch beurteilt, sich belügt,
wird nie mit sich ins Reine kommen, denn j
Selbsterneuerung hat die unbestechliche Seil
erkenntnis zur Voraussetzung.
Wahrhaftigkeit ist dasselbe etwa wie Sachl
keit und verwandt der Gerechtigkeit. Nur da
wenn wir uns bezwingen, richtig hinzusehen, 1
zuhören, ja den gegebenen Wirklichkeiten
radezu zu gehorchen, indem wir Eigenwüns«
Phantastereien und Begehren zurückstellen, v
den wir dem Sachverhalt uns nähern, damit a
der Wahrheit, wenn Wahrheit Übereinstimm
mit dem Sadiverhalt ist.
Zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit gehe
also ebenso wie zur Gerechtigkeit Mut, geis
Disziplin, Selbstverleugnung und Ehrfurcht. N
zuletzt eine gehörige Anstrengung. Was sehe
aber die Menschen mehr als diese Tugem
zumal Wahrhaftigkeit uns zwingt, so mam
liebgewonnenen Meinung und Selbsttäuschung
Laufpaß zu geben und ernstlich an unserer e
nen Erneuerung zu arbeiten?! Andererseits: j
es eine schönere Haltung als jene, die nur
Wahrheit sich verpflichtet w^eiß? Sie allein v
uns freimachen — von Sklavendienst, von Triel
von der Lüge. Sie allein entfernt uns grundsätz
vom Diabolus, dem „Vater der Lüge" — sie al
macht uns freilich auch einsam — stellt uns fi
dafür in die Nähe Gottes. Denn wer aus Gott
boren ist, liebt die Wahrheit, liebt das Ganze.
Paul F. Pfi
Die Katholiken, die im Glauben der alten und unge-
teilten Kirche verharren und darum „Alt-Katholiken''
genannt werden, haben nicht den Ehrgeiz, eine Son-
derspielart christliclier Kirche oder ein okulierter
Zweig am Baum der Kirche zu sein, so wenig sie sich
einbilden, erst 1870 „entstanden'' zu sein. Würden sie
letzteres zugeben, so zögen sie selbst den Boden un-
ter ihren Füßen weg. Sie wären eine Denomination
unter Hunderten und gäben ihr Erstgeburtsredü hin
für ein Linsenmus.
Die katholischen Bistumer der Alt-Katholiken, im
bisdiö fliehen Amt, in Glauben und Gläubigen naht-
und bruchlos mit der wahren Mutterkirche, nämlich
der ungeteilten und apostolischen Kirche verbunden,
rufen mit Paulus den „Petrus" zur Ordnung. Sic be-
schwören den römischen Patriarchen und Bischof mit
dessen Vorgänger aus dem 6". Jahrhundert. Gregor d.
Gr., die Beanspruchung eines unfehlbaren Universal-
bischofsamtes „als Unrecht gegen die Gesamtkirche,
ja als Gotteslästerung" zu verwerfen und als Bruder
mit allen wahrhaft katholischen Christen das Brot
des Lebens und der Liebe zu brechen.
Paul /'. Pflster
Papsttum und Hierar cliie gaben — wider Wille)
durch unerleuchtete Beschlüsse am 18. Juli 1870
an der altkirchlichen Verfassung und am Glauben
ungeteilten Kirclie festhaltenden Katholiken die
mächtigung, in eigenen katholischen Bistümern
terzubestehen und innerhalb der Westkirche die
tholische Kirche zu repräsentieren, so lange, bis
römische Hierarchie ihr Unrecht einsieht. Gott
durch seine gütige Vorsehung im Utrechter Erzbis
die Erhaltung seiner Kirche vorbereitet. Die kati
sdien Bistümer dürfen nie ermüden, den schist)
sehen Bischöfen der römischen Kirche den Weg
Versöhnung zu zeigen und sich selbst für sie offe
halten.
Das katholische, gutgläubige und nur irregclc
Volk hat aber ein Becht darauf, zu erfahren, daf
biblische, gemeinchristliche und geschidxtliche W
heit bei der kleingewordenen Herde ist. Dies Zev
wird der kleinen Herde freilich nur dann abgei
men, wenn sie sich auszeichnet durch warmhei
Frömmigkeit, Fühlen mit der Kirche und klare,
heitliche Verkündigung aus ursprunghaft katholis
Glaubenstiefe. Paul F. Pf
Was sagt die Kirchengeschichte
zu dem Ansprach der Päpste, Universalbischöfe der ganzen Kirche
Jesu Christi zu sein?
Von Paul F. Pfister, Frankfurt/ M
CP^
i 7
•emerkung: Der Verfasser kann hier schon aus Raumgrün-
nur einen Durchblick durch die Kirchengeschichte unter
besonderen Aspekt dieses Themas geben. Er will die Leser
gen, die einzelnen Entwicklungsphasen genauer zu stu-
.>n.
e neue Literatur sowie das ökumenische Gespräch zwingen
-euer Beschäftigung mit diesen Fragen. So dankbar wir
ren großen Theologen des 19. Jahrhunderts für ihre Werke
müssen, die heute noch nicht überholt sind, so wenig
en sie für uns ein Ruhekissen sein. Wenn jeder unserer
ibrüder sich auch nur für je ein Jahrhundert Spezialkennt-
• aneignete, könnte ein team von Fachleuten das Werk
ffen, das unsere Kirche als Beitrag zum Gespräch der
stenheit vorlegen müßte.
Das erste Jahrtausend
stlicher Kirchengeschichte^) weiß nichts da-
— so wenig wie Petrus für seine eigene Per-
— daß in und durch den Bischof von Rom,
1 späteren Patriarchen des Abendlandes, Pe-
i unfehlbar spreche, oder daß der römische
:hof als Stellvertreter Christi im Sinn eines die
ze Kirche absolutistisch leitenden Universal-
hofs nach Christi Willen gesetzt sei. Dagegen
ß es davon, daß der römische Bischof sehr
1 schon eine geachtete Stellung einnahm und
I auch vom Konzil von Nicaea 325 der Ehren-
I rang neben Byzanz als Erster unter Gleichen
\ (eräumt wurde, eine Stellung, die bekanntlich
\i altkatholischerseits in diesem Umfang nie
ritten worden ist. —
in Durchblick durch das erste Jahrtausend gibt
marisch etwa folgendes Bild: Die Führung, Jeru-
msVar zunächst unbestritten. Doch verschon sich
der Entfaltung der Missionstätigkeit und dem
strömen der „Heidenchristen" in die Kirche schon
tt bald der Schw^erpunkt nach Kleinasien und nadi
1. Über die Uranfänge der Gemeinde Rom wissen
wenig.Wahrscheinlich war diese durch ein christli-
Ehepaar ins Leben getreten.^Paulus kam durch
e Berufung an den Kaiser als Gefangener nach
). Er lebte dort in freier Haft, vielleicht sogar
.veise unbehindert. Unter Nero erlitt er in Rom
Martyrium. Ob Petrus^selbst in Rom war, ist um-
ten. Doch neigt man heute allgemeiner zur An-
tne, daß er in Rom ebenfalls das Martyrium er-
Die Todesart ist unbekannt — Kreuzigung mit
Kopf nach unten ist eine Legende. Sehr früh
den in Rom zwar Grab- oder Mahnmale der bei-
Apostel verehrt. Die neuen Grabungen unter
e biblischen Stellen, vornehmlich, Matth. 16, 18, bedürfen
" besonderen Studie. Hier sei nur bemerkt, daß die Väter
■rsten vier christlichen Jahrhunderle diese Stellen anders
anden als die heutige römische Theologie.
Pius XII. unter der Peterskirche sind aber den Nach-
weis, daß diese Kirche über dem Grabmal Petri er-
baut sei, schuldig geblieben.''
Daß die römische Gemeinde schon recht früh
durch Zahl, Heldenmut und Eifer sich auszeichnete,
wissen wir schon von^Paulus. Wir wissen auch, daß
ihr auch schon bald Vornehme angehörten, Kreise
des Hofes und der kaiserlichen Leibwache, und daß
die Verfolgung gerade auch in Rom nicht wenige
Opfer forderte. Die Vorortstellung jedoch verdankte
Rom nach Zerstörung Jerusalems'^^der Tatsache, daß
es Reichshauptstadt in geopolitisch günstiger Lage
war. Daß dieser Umstand für seine Geltung auch der
Kirche bewußt blieb, ergibt sich eindeutig aus dem
späteren Anspruch., Neuroms, d. h, Konstantinopels.
Es verlangte geradezu die gleiche Vorzugsstellung,
weil es nun auch Reichshauptstadt geworden sei, denn
Rom habe aus eben diesem Grund seinen Vorrang
erhalten.
Naturgemäß strömten in dieser Weltstadt auch
Christen aus allen Provinzen und Patriarchaten zu-
sammen. Sie besuchten die Gräber der Apostelfürsten
und der Märtyrer. Durch den beständigen persönli-
chen Gedankenaustausch dieser Besucher auch mit
Gemeinde und Vorstehern blieb in Rom die aposto-
lische Tradition besonders lebendig. Deshalb konnte
Irenäus^) (2. Jahrhundert) bemerken, wenn man den
Glauben der katholischen Kirche feststellen wolle,
könne man sich nach der Tradition richten, „welche
die sehr große, uralte und allen bekannte, von den
beiden ruhmreichsten Aposteln Petrus und Paulus zu
Rom gegründete^) und aufgebaute Kirche besitze".
So erspare man sich das weitläufige Nachforschen bei
allen apostolischen Kirchen.
Die Lage und Bedeutung der Stadt prädestinierte
natürlich auch die römische Gemeinde dazu, eine her-
vorragende Rolle zu spielen. Die dortigen Christen
müßten vom genius loci nicht ergriffen gewesen sein,
hätten sie als praktische Römer mit politischer Be-
gabung nicht auch die ihnen förmlich zuwachsende
Rolle übernommen. Tatsächlich erwies sich Rom
nicht nur als eine freigiebige Gemeinde — von
Ignatius deshalb schon Ende des 1. Jahrhunderts als
Vorort (oder Vorsitzende) des Liebesbundes ge-
rühmt,*) sie versuchte auch Einfluß auf andere Kir-
chenteile zu nehmen. Nicht immer gebeten, erteilte
sie benachbarten Bischöfen Ratschläge, ja, Rom such-
te, gewiß auch aus einer Verantwortlichkeit für das
ä) adv. haer. III. 3.
^) Hierin irrt Irenäus.
*) Wohlgemerkt, die Gemeinde, nicht der Bischof wird so be-
zeichnet.
Ganze heraus, die jeder Christ für den anderen trägt.
y Vorschriften zu machen. Dabei stießen die römischen
^. Bischöfe freilich auf erheblichen Widerstand. Dieser
Widerstand wäre unmöglich gewesen, hätte die da-
malige Kirche etwas davon gewußt, daß der römische
Bischof als Stellvertreter Christi oder auch nur in der
Amtsvollmacht Petri sprechen durfte. So sclilossen
sich beispielsweise die Kleinasiaten dem römischen
Braucli des Osterfesttermins nicht an. Es kam dar-
über zum Osterfeststreit. Auch die Nordafrikaner un-
ter Cyprion traten gegen die Einmischung Victor I.
in der Frage auf, ob die von Ketzern gespendete Taufe
gültig oder ungültig sei. Das will um so mehr beachtet
werden, als damals das benachbarte Rom durchaus
als Appellationsinstanz für Nordafrika angesehen
werden konnte. Cyprian erklärt 256 in gezielter Schär-
fe: „Keiner von uns hat sich zum Bischof der Bischöfe
eingesetzt, keiner zwingt mit dem Terrorismus eines
Tyrannen seine Kollegen zum unweigerlidien Gehor-
sam, da ja ein jeder Bischof vermöge seiner freien
Wahl und Gewalt das Recht der eigenen Entsdiei-
dung hat." Damit lehnte Cyprian einen Übergriff
Victor I. über dessen Metropolitanbezirk hinaus ab.
Die Nordafrikaner haben später zwar in der Sadie
nachgegeben, aber sie haben sich nicht dem Papst,
sondern dem Konzilspruch von Nicaea' gebeugt. Durch
ihr Verhalten haben sie der ganzen katholischen Kir-
che den großen Dienst erwiesen, als Baugesetz der
Kirche Christi die Bruderliebe und Gemeinschaft auf-
gezeigt zu haben — im Einklang übrigens mit dem
Apostelkonzil in Jerusalem im Jahre 49. Wie dort
nicht ein Einziger entschied, sondern die Brüder mit
den Aposteln gemeinsam berieten und sich verstän-
digten, so entschieden ganz allgemein in der alten
Kirch^ Synoden, GeneralkonziUen, letztinstanzlich das
^ ökumenisclie Konzil, wobei letzteres gewöhnlich von
den Kaisern zur Wahrung der Glaubenseinheit im
Reiche einberufen wurde. Aufgabe dieser, Konzilien
war es, die apostolische Überlieferung der^Kirchen-
bistümer'zu ermitteln. Dem diente der Nachweis, daß
der bei ihnen vorfmdliche Glaube auf die Väter zu-
rüdigehe, die es von deren Lehrern, zurück bis zu
Aposlelschülern und Aposteln, jene es aber von Chri-
stus so gehört hätten.
Die im rechten Glauben stehenden »^Bischöfe und
Patriarchen bezeugten sich ihre Gemeinschaft durch
gegenseitigen Austausch der Beschlüsse ihrer, Syno-
den oder Generalkonzilien, durch Entsendung von
Legaten und durch das höchste Symbol der Einheit,
durch die Kommuniongemeinscliaft. Verweigerung
der Kommunion (Exkommunikation) sollte den ir-
renden Bruder zur Besinnung veranlassen oder die
eigene Herde vor Ansteckung durch Irrlehre (Haere-
sie) bewahren.
I Während ursprünglich mit papa viele Bischöfe, so-
gar Kloslervorsleher'), angeredet wurden, legte man
erst^Ende des 5. Jahrhunderts^^diese Bezeichnung dem
römischen Bischof allein bei. um ilin als Rangersten
herauszulicben.
*) Die Anglikancr reden heule noch ihre Geistlichen mit
„father" an.
Wie unbefangen man dennoch damals den „1
sten" gegenübertrat, beweist die ^A'erurteilung^
- Papstes Vigilius im Dreikapitelstreit und des Hc
*i rius I. (625 — 638), der nur einen Willen in Chri.
annahm (Monotheletismus). Vigilius wurde auf <
Konzil zu Konstantinopel 553 und Honorius auf (
6. Allgemeinen Konzil 680 verurteilt. Bis ins 11. J:
hundert mußten die nachfolgenden Päpste die^"*
urteilung des Honorius scliriftlich bestätigen.
überblicken wir die Gesamtlage im 1. Jahrtaus«
so finden wir folgende Rechtslage vor: In den
meinden amtieren schon Ende des L Jahrhund
an der Spitze eines Presbyteriums (Priester- t
, Ältestenkollegium)^ßisc/iö/e.^Die Bistümer einer i
vinz haben ihre Berufungsinstanz in dem^Metn
Uten (Erzbischof). Mehrere Provinzen bilden ein
'^triarclmt.'\JnteT den^^ fünf Patriarchaten Jerusal
• Antiochia, Alexandria, Rom und Konstantinopel
hen sich Hom und Konstantinopel 'imRan^ fast gh
^^ Rom genießt einen geschichtlich begründeten Eh
, Vorzug, den es allerdings bei jeder sich bietenden
, legenheit auszuweiten bemüht war. Aber gerade
! ses Bestreben stößt auf Widerstand und führt
' immer zu innerkirchlichen Kämpfen. Um seinen
benbuhler, Konstantinopel in der Demut zu erhal
konnte ein Gregor I. (t604) noch erklären, die
anspruchung eines Universalbischofsamtes sei goi
lästerlich.^)
Im letzten Drittel des 1. Jahrtausends versteh
„Rom,''durch kluge Politik seiner Bischöfe in den \
ren der Völkerwanderung und infolge der,^ Verl
tung der nordafrikanischen Kirche durch die, Vai
len^in seiner Position stark gefestigt, seinen Ein
mächtig auszudehnen. Die Verflechtung eigener H;
machtpolitik mit dem aufsteigenden Geschlecht
Pippinen und dem Frankenkaiser Karl d. Gr. j^l
stantinische Schenkungen, Kirchenstaat,', Kaiser
nung) und, die bis nach England und Skandina
sich ausdehnende Missionstätigkeif) steigerte die
deutung Roms unermeßlich, während zur glei«
Zeit das, oströmische Kaisertum sowie die vier
liehen Patriarchate durch das Vordringen des^I>
geschwächt wurden. Diese historiscli bedingte
Wicklung mehrte einerseits das Selbstbewußtsein
abendländischen Patriarclien, erhöhte aber audi
Reizbarkeit des^ Rivalen in Byzanz? Schließlich
die, Entfremdung so groß'^geworden, daß es, zi
wegen Photius,vorübergehend,'^^ dann unter Mit
Caerularius im Jahre^l054'4Midgüllig zum Bruch
sehen dem^ römisch-abendländisclien und den,
, liehen Patriarchaten'liam, ein Schisma, das nocJi h
. fortdauert.")
•) „Die Annahme eines Universalhischofs ist cirie .\usR'
^ der Kiteikcit, ein verruchles Honinnon «cKcn die (icbole
tes, «egen das ICvanKeliun», gfjji'M die Kirdicngesdiiditt
die Kirdienverfassun«, gegen die Würde aller übrigen Bisi
ein Unrecht gegen die Gesanitkirdie, ja eine Golleslästc
.Mit dem Fall des Kinen würde sonst die ganze Kirdie ii
nienstürzen." „Papst" Gregor der Grolle (t604) in Kp. VI
') Nach dem Prinzip der Filiation bleiben die Tochtergröi
gen von der Mutterkirche abhängig und ihr unterstellt.
\ *) Siehe hierzu P. Pfister, Die orthodoxe Kirdie, JahrbuA
S. Jl (T.
28
as zweite Jahrtausend
STwir die Entwicklung der Papstmacht und
stidee im IL Jahrtausend sehr vereinfachend
rblicken, lassen sich
len zwei Aiifgipfehingen päpstlicher Führungs-
nacht, und zwar
i einer tatsächlichen
) einer grundsätzlich-dogmatisch verankerten
gegenüberstellen
;wei mächtige, beinahe erfolgreiche Versuche,
liese Macht zu begrenzen und auf ihr Maß zu-
ückzuführen.
hrend aber dem Machtstreben der Päpste im
gehenden Mittelalter ein Paroli durch die re-
matorischen Bewegungen,' den erwachenden
ionalismus der sich bildenden europäischen
olutistischen Staaten und durch das Gewissen
ligstens eines kleinen Teils der Kirche J Altka-
liken) geboten wurde — scheiterten die Ver-
lie, die altkirchliche Verfassung wieder herzu-
len, paradoxer Weise durch die Reformation
l durch die französische Revolution, bzw. deren
gewirkungen, also durch zwei überbordende
suche, die kirchliche Verfassung grundstür-
d zu ändern, die dann einen um so stärkeren^
•kfall bzw. Gegenschlag auslösen.
etrachten wir diese Entwicklung etwas genauer,
ie an Führung gewöhnten jungen germanischen
ker liebten den schwertgewaltigen Apostel Petrus,
! Vorliebe, die. Rom förderte und aus der es Nut-
zog. Die Bischöfe des Westens und Nordens, z.B.
ti^Willibrord und Bonifatius, fanden zudem gegen
Großen des Landes nur Schutz und Rückhalt bei
1^ Patriarchen von Rom, das, vom vergangenen
nz noch zehrend, inzwischen, wie wir sahen, selbst
' gewaltige Macht erworben hatte. Der einst starke
fluß der frühkeltischen Mission Irlands wie auch
Einflüsse des Ostens in Gallien traten zurück. Da
nand im Westen Rom den Rang streitig machte,
te das Selbstbewußtsein der Päpste wie auch die
idienz der Bischöfe und die Verehrung des Volkes
lem heran, was wir im Hochmittelalter denn auch
finden; die anerkannte und[ beanspruchte Supre-
ie des römischen Bischofs über das Abendland,
1. über die dem westlichen Menschen damals be- .
nte Welt. Dem Papst stand als Gegenpol schließ-
nur der Kaiser gegenüber. „Papst und Kaiser"
lete das große Thema der Auseinandersetzung und
tiger Kämpfe, bis beide sich in die Macht teilten. .
■och Hinkmar von Reims (845 — 82) war Niko-
> I. (858 — 67), einer starken Persönlichkeit auf der
ledra Roms — entgegen — und für die altepis-
(ile Selbständigkeit der Bischöfe eingetreten. Das
ulum obscurum sah dann das päpstliche Rom in
ster Erniedrigung. Der Frühling der cluniazensi-
m Reformbewegung, der sich mit dem Ausbau des
lischen Rechts auf dem L, IL und III. Lateranense
^9, 1179, 1215) verband, erhob das Papsttum unter
kraftvollen Päpsten wie Gregor VII. (1073—85), In-
nozenz III. (1198—1216) und schließlich Bonifaz VIII.
(l_29-l— 1303) zu jenem Gipfel tatsächlicher Macht,
wie ihn seitdem das Papsttum nie wieder erreicht hat.
/. Mittelalterliche Papstherrschaft
Der ersten Aufgipfelung der Machtentfaltung des
Papsttums im Hochmittelalter unter Gregor VII., In-
nozenz III. und Bonifaz VIII. wurde bereits gedacht.
Ebenso gewisser politischer und psychologischer Vor-
aussetzungen. (Petrusvorliebe, Führerprinzip der
Germanen, Verbindung des eigenen Aufstiegs mit dem
der Frankenkönige und Kaiser.) Noch aber bedurfte
das Papsttum in seinem Anspruch, daß jedermann
dem Papst unterworfen sein müsse und dieser sowohl
das geistliche wie das weltliche Schwert — letzteres
im Dienst der Kirche — führe, einer ausreichenden
Begründung. Diese lieferte der damals und auch heute
einflußreichste Fürst der Gottesgelehrsamkeit: Tho-
mas von Aquin (1225 — 74). Wohl im guten Glauben
und in bester Absicht, beeindruckt durch die Lehre
des neuentdeckten Aristoteles, der zur Bevorzugung ^
der Monarchie neigte, sowie durch die damals nicht
als Fälschung erkannten pseudo-isidorisclien Dekre- »
talien^) getäusclit, trat Thomas mit theologischen Ar-
gumenten und seinem Ansehen für die immer unver-
hüllter sich hervorwagenden imperialen Ansprüche
des abendländischen Patriarchen oder Papstes ein. Da-
durch waren die vom Osten abgeschnittenen Verfech-
ter der konziliaren und episcopalen Verfassung für
kurze Zeit überspielt. Zudem überschattete das nun
in den Vordergrund rückende Thema , Kaiser und
Papst alles andere. Zwar mischten sich in die daraus
entbrennenden Kämpfe auch Abneigung gegen Wel-
sche und das Papsttum, dennoch muß zugegeben wer-
den, daß die über die Alpen ziehenden Kaiser sich als
Schutzherren der Kirche fühlten, die als hervorra-
gende Glieder der Kirche, trotz ihrer Abweisung welt-
licher Oberherrschaftsansprüche der Päpste das reli-
giöse Papsttum als gottgewollte Größe, anerkannt
haben.
//. Der erste Sieg alt-kirchlicher Verfassung
Ob alle Bistümer des Westens sich dem „Papst" bzw.
dem Patriarchen des Abendlandes unterstellten, in-
wieweit es auch hier noch autonome bzw. gar auto-
kephale^") Gebiete gab, sei hier unerörtert. Jedenfalls
dauerte die faktische Herrschaf t der Päpste im Westen
nicht länger als knapp 200 Jahre. Denn schon zog^;,^.
eine neue Geistesrichtung herauf, der Nominaiis-' ^
mus.^^y'Man versteht darunter jene philosophische
") Siehe Erklärung dieser Fälschungen im Jahrbuch 1958, S. 50,
Anmerkung, sowie., Jahrbuch 1957,''''S. 80. '
"*) Autonome Bistümer sind selbständig, bedürfen aber der An-
erkennung durch die Metropoliten; autokephal sind Kirchen-
teile, die keine Vorordnung durch andere Kirchenteile, sondern
nur das allgemeine Konzil über sich anerkennen.
") Es sei erinnert an bedeutende Vertreter dieser Richtung,
den Franziskaner Occam, A^arsilius von Padua, Ubertino da
Casale, die.-Beformkonzilien 'von Pisa, Konstanz. Schon vorher
haben Philipp IV., Kanzler Nogaret, der Jurist Peter Flok,
Dubois, Johann von Paris auf Grund naturrechtlicher Ideen die
Rechte der Laien gegen Bonifaz VIII. geltend gemacht. Zum
Ganzen siehe Paul Honigseim „Die soziologische Bedeutung der
nominalistischen Philosophie" im II. Bd. Erinnerungsgabe für
Max Weber, München 1923.
29
Meinung, die die AllgemeinbegrifTe (Universalia) als
bloße Konstruktionen des Denkens betrachtet, im Ge-
gensatz zu den realia, den wirklichen konkreten Ein-
zeldingen. Obwohl auch kleinere Einheiten wie Bis-
tümer, Pfarreien, Länder, Stämme usw. Universalia
im kleinen Format darstellen, gewannen diese doch
gegenüber den großen Universalien, also auch gegen-
über dem Universalbischof, als überschaubare, siclit-
bare Größen eine wachsende Aufwertung. Zum No-
minalismus gesellte sich der H umanismus.*DieseT ver-
mittelte mit Kenntnis der alten Sprachen auch eine
größere Vertrautheit mit der V'erfassung der alten
Kirche und mit den Kirchenvätern. Zwar gelang es
Rom, die Not der Griechen ausnutzend, wenige Jahre
vor dem Fall Konstantinopels in Ferrara-Florenz
(1438 — 49) in Unionskonferenzen die Griechen zur
Anerkennung des Primats des römischen Patriarchen
zu veranlassen — eine Zustimmung, die von den
Griechen selbst nie ratifiziert worden ist; aber zu-
gleich erinnerte man sich im Abendland wieder der
Vorordnung des Konzils über den Papst, als man sich
y^ der Not dreier gleichzeitig regierender und einander
exkommunizierender Päpste gegenübersah. Die von
' Rom als^Konzil anerkannte Konstanzer Synode (1414
bis 1418) hat — vorübergehend ;; — die altkirchliclie
Verfassung wieder zur Geltung gebracht — die drei
Päpste haben sich, wenn auch widerwillig genug, der
Absetzung durch das Konzil gebeugt.
///. Die altkatholische Bewegung wird mattgesetzt
durch Reformation — Gegenreformation
Freilich, nur eine kurze Zeit fanden die Thesen des
berühmten Kardinals Peter DWilly und des Kanzlers
der Pariser Sorbonne Jehan Gerson allgemeine Zu-
stnnmung. Zwar kam es nach Mißlingen der Reform
der Kirche, „an Haupt und Gliedern" zum schärfsten
' Angriff auf das Papsttum durch Luther — aber ge-
rade die Reformation hat, wider Willen und para-
doxerweise, das Papsttum wieder in den Sattel geho-
ben. Denn die Alternativentscheidung: Für oder ge-
gen den Papst, für oder gegen die Reformationsthe-
sen enthielt zugleich die Entscheidung für Einheit
oder Spaltung der Kirche.
Die mittlere, recht eigentlich altkatholische Rich-
' tung, von Erasmus und Kardinälen, sogar von Kaiser
und Fürsten und vielen F'rommen vertreten bzw. be-
günstigt, zählte nicht mit, weil sie zur Alternativ-
Enlscheidung genötigt, für die Einheit eintrat, also
als Eigenrichtung kaum mehr sich zur Geltung brin-
gen geschweige durchsetzen konnte. Die mittlere
Richtung wollte, wie heute wieder allgemein be-
kannt, die deutschen gravamina berüdisichtigt wis-
sen, sie war geneigt, die Muttersprache im Gottes-
dienst, die Priesterehe und den Laienkelcli zuzu-
gestehen, den Bischöfen mehr Rechte einzuräu-
men und sie bekämpfte die Abgaben nach Rom.
Vor allem aber schrie sie förmlich nach einem
Konzil. Von diesem, nicht vom Papsttum erwartete
sie Heilung der von keiner Seile geleugneten Gebre-
chen der Kirche, aber auch Versöhnung von Katho
liken und Evangelischen sowie (Ordnung der Zu-
ständigkeiten. Das war altkatholisch, attkirchlich ge-
dacht. Aber ihr Rufen war vergeblich — denn
Auszug der nordischen Völker hatte diese wahrl
altkirchliclie Richtung geschwächt. Im Kampf zäl
nur die extremen, zu allem entschlossenen R
tungen. So hat tragischerweise die Reformation
Mißerfolg der damaligen Altkatholiken mitversc)
det und der nun einsetzenden Gegenreformation ui
' Führung der Jesuiten das Feld freigegeben. Die
suitisclie Richtung aber erhoffte sicli die Bewahr
der katholischen Restkirche vor weiterer Zerspli
rung und ihren neuen Aufschwung von einer stra,
Konzentration aller Kräfte unter Leitung eines al
' lutistischen Papsttums. DasTridentinum (1545 — 1{
hat zwar sich den Wünschen des Jesuitengene
Lainez versagt und dem Papst nicht die Unfehlbar
zugesprochen, aber es hat die gewünschten Zi
Ständnisse verweigert.
IV, Neuer Auf Schwung des alt-kirchlichen Denk
Die Geschichte erweist, daß jedes Prinzip bei ein
tiger Anwendung eine Gegenbewegung hervorruft,
ließ nicht allzulange auf sich warten. Die i)hilosoj
sehen Geistesströmungen, die auf Erfahrungswis
i (Empirismus) aufbauten, führten zur Aufklürungs
und entfesselten die Geister. Auf allen Gebieten su«
man sich zu emanzipieren. Noch während die kath
sehe Restkirche ihren Triumph in der Gegenrefon
tion, durch die ihr weite Gebiete zurückgewon
waren, im Barock auskostete, erwuchsen in ihi
eigenen Schoß Widerstände, die zwar nicht die e«
Katholizität, wohl aber das absolutistisclie kuriale
stem geradezu in Frage stellten. In Frankreich wa
• • es der Gallikanismus und Jansenismus, in denübri
• Ländern der sogenannte Febronianismus, allübe
eine Abneigung gegen das ultramontane System,
verkörpert wird durch den modernen Orden der
' cietas Jesu. Schon recht früh (1682) gelang es
„erstgeborenen Tochter der Kirche, Frankreich,
' fünf gallikanischen Freiheiten zu erringen. Sie mj
ten die französische Kirche weithin vom Papst 1
allerdings vom Staat um so abhängiger. Vom galli
nischen Kirclienrecht inspiriert, untersuchten, gesti
auf alte Quellen des Kirchenreclits, vornehmlich
' Espen (tl728) und von ihm beeinflußt, der Tri»
' Weihbischof Nikolaus von Hontheim (Febronius)
die wirklichen Rechte des Papstes. Besonders ^
' bronius" brachte 1762 in einem für uns redif trockei
damals aber wie ein zündender Blitz einsehlagen
Buch Licht in die Verwirrung, die in das Kirchenn
/ durch Fälscluingen durch (iratian und durch
' Rechtsschule von Bologna hineingetragen war. '
Trierer Weihbischof wies nadi. daß ein großer '
der von den Pä|)Sten beans|)ruehten (iewallen du
Rechtsverzichte und Gewalten-Übertragung durch
Bischöfe (Devalvation), ein anderer durch die Ps?
' do-Isidorischen Dekretalien und ein weiterer du
Anmaßung (Usurpation) aufgekommen sind und
reclitmäßig vom Papst ausgeübt werden. Die öff«
lichkt'it horchte auf. Katholisdie Staaten und '
narchen (z. B. Joseph H. von Österreich), aber a
I '*) .Siehe P. Pflstcr. Nikolaus von Hontheim (Febronius), V
• l>rord-Budihandlung.
.^0
rheinischen geistlichen Kurfürsten, unterstützt
Primas von Deutschland, dem Salzburger Fürst-
lof, zogen praktische Folgerungen. Von den
rbonenhöfen und dem allgemeinen Unwillen ge-
ngen, sah sich sogar der Papst (Clemens XIV.)
nlaßt, den mächtigsten Verteidiger des Papst-
s, den Jesuitenorden 1773 aufzuheben. Wieder
en der Zeitpunkt nicht fern, da die altkirchliche
'assung sich in der katholischen Kirche siegreich
•hsetzte und dadurch die wichtigste Vorausset-
^ eines versöhnenden Gesprächs mit den Kirchen
Reformation'geschafTen wurde,
tid wieder kam es anders!
Dogmatischer Sieg des totalitären Papsttums
einst die^Reformation die mittlere Richtung, die
Einheit einer freilich zu erneuernden Kirche retten
te, entscheidend geschwächt und das Vordringen
kurial-zentralistischen Richtung begünstigt hatte
hne es zu wollen — , so kam dieser wiederum die
zösische Revolution — gegen ihren Willen — zu
e. Sie zerstörte wie ein Reif in der Frühlingsnacht
Knospen einer Kirchenverfassungsreform. Ge-
.tet durch die Ausschreitungen der Revolution,
^end für ihre Zukunft, verbündeten sich Thron
Altar gegen alle aufgeschlossen und vorwärts
igenden Kräfte in der katholischen Restkirche zu-
iten eines , omnipotenten Papsttums als des an-
idi sichersten Hortes auch der bürgerlichen Ord-
' und Ruhe. Die .Metternich'sche Restauration,
lantik und Unfehlbarkeitserklärung laufen zwar
verschiedenen Ebenen ab, aber drängen in die
he Richtung. In dem Augenblick, als des Papstes
lieber Thron ins Wanken kam,^ wurde seine, wn-
:chränkte geistliche Autorität dogmatisch ver-
Tt — bevor die aufblühende kritisch-historische
ile durch Abklärung des geschichtlichen Ablaufs
erhindern und die alt-kirchliche Richtung er-
sammeln' konnte.
e Bischöfe haben zwar versucht, das Dogi
stiicher Unfehlbarkeit und Allgewalt 1870
ma
Allgewalf !87Ö zu
lindern oder abzuschwächen — aber Angst vor
I ^m Schisma^ieß die Oppositionsbischöfe dem
I nder gegebenen Versprechen, gemeinsam zu
dein, untreu werden. Immer hat der eine, der
' Macht und Regierungsapparat verfügt, es
iter, sich gegenüber einer vielfältig zusammen-
» tzten Opposition durchzusetzen. Rom versteht
r>terhaft das divide et impera, teile und herr-
. Ihm stehen diplomatische Erfahrung, die
st der Menschenbehandlung sowie fanatisierte
:te zur Verfügung. Dennoch hatte Rom wohl
I n mit dem,zu allem entschlossenen Widerstand
l scher Professoren gerechnet, die als professo-
i idei, Bekenner des Glaubens, unter dem Druck
s Wissens und Gewissens dem, konziliarepis-
I ilen Prinzip treu blieben. Diese sich durch
' n und einige Gemeinden''verstärkende Oppo-
n trat nicht aus der katholischen Kirche aus,
lern sammelte sich in Bistümern der Altkatho-
liken. Dieser Rest der alt-kirchlich Gesinnten des
letzten Jahrtausends war nun zwar dezimiert,
aber erstmals institutionell gesammelt. Damit war
eine in kontinuierlichem Zusammenhang und in-
nerem Zusammenklang mit der ungeteilten Kirche
stehende Basis für jene Kräfte gegeben, die für
ein organisches Verständnis der Kirche, für eine
ungebrochene Katholizität mit christo-zentrischer
Haltung eintraten.
Die Notgemeinschaft der Alt-Katholiken hat den
Zusammenhang mit der ungeteilten Kirche ideell
und personell gewahrt.^^) Denn wie dieser knappe
Durchblick aufzeigen konnte, gab es auch im
Abendland immer Männer, Bischöfe, Theologen,
ganze Schulen und Geistesströmungen, bald als
Stille im Lande lebend, bald wie ein Sturmes-
t brausen sich offenbarend, zweimal sogar nach der
, Siegespalme greifend, die der, Fehlentwicklung
des Kirchenrechts, der zum Absolutismus tendie-
renden Kirchenleitung*'' entgegentraten, sich stüt-
zend auf jeweils sich in ihrer Zeit naheliegende
Beweismittel, zurückgeschlagen und doch nicht be-
siegt bis heute.,17231)zw.^^l870'\onnten diese Alt-
katholiken durch eine fast ans Wunderbare gren-
zende Fügung Gottes auch die ^postalische Amts-
nachfolge sich sichern, die sie vorher in all jenen
Bischöfen besaßen, die an den^^ altepiskopalen
^echten'und der Vor-Ordnung des Konzils festhiel-
ten. Auch solche Bischöfe gab es immer, auf den
;^ef ormsynoden,'''auf dem^Tridentinum,\m Rhein.^
Es ist also ein folgenschwerer Irrtum, die erzwun-
gene' Konstituierung für sich und unabhängig von
römischer Zustimmung bestehender Bistümer als
ein Neuentstehen der „Altkatholischen Kirche" zu
betrachtend^), da es sie doch im 1. Jahrtausend
") Es ist darum falsch, von Vorläufer-Bewegungen der Alt-Katho-
lischen Kirche zu reden. Wer so redet, sägt den Ast ab, auf dem
er sitzt und degradiert die Alt-Katholische Kirche ganz im Sinn
der ultramontanen römischen Denkweise zur Sekte! Nein, die
ganze Geschichte der Kirche ist unsere Geschichte. Niemals ist
der Strom abgerissen. Nicht nur die apostolische Nachfolge ist
entscheidend — sie v äre wertlos ohne die Kontinuität der
Lehre, des Lebens! Jedes Zeitalter hatte natürlich seine be-
sonderen Probleme, an denen es seinen Glauben be' ähren
mußte, und seine besonderen Erkenntnismittel. Aber die Hal-
tung ^'■ar die grundgleiche. Und wer will behaupten, daß die
katholische Kirdie im Mittelalter oder im 17. und 18. Jahrhun-
dert die,_^arianischen'''und^5äpstlichen Dogmen genereir^ver-
trat? Es "aren hef'ig umrittene Lehrmeinun^n. Die Dome
des Mittelalters sind von unseren Vorfahren geschaffen und die
Mehrheit der römischen Laien und Leutpriester sind heute
noch nur irrig Belehrte! Es wird Zeit, daß unsere Theologen
• davon Kenntnis nehmen, auch Rev. Moss!
") Siehe Anmerkung "). Wie sehr diese, sogar durch alt-ka-
tholische Bischöfe manchmal geäußerte falsche Meinung sich
< eingev ach<:en hat, erfuhr der Verfasser, als er in „Ein Leib —
, Viele Glieder" den Beitrag über die alt-katholische Kirche
schrieb. Der Herausgeber war um keinen Preis dazu zu be^e-
gen, ein kurzes Vor" ort vorausgehen zu lassen, das den Zu-
r sammenhang mit der alten Kirche dartat. Wir sind für viele
i Protestanten eben erst 1870 „entstanden", und für die römisch-
katholische Theologie ein Petrefakt aus einer kirchengeschicht-
lich überwundenen Epoche. Das ist falsch, falsch, falsch. Wir
« sind der Rest der episkopalkonziliaren Richtung, die früher in
f possessione "ar und aucli im IL Jahrtausend beinahe zweimal
Allgemeingeltung in der ganzen katholischen Kirche zurück-
' gc'onnen hat, ^'•ie dieser Aufsatz bündig nach 'eist. Darum
ist es eine Torheit, — und in diesen Jahrbüchern bewußt über-
31
als einige Kirche gab und da sie im Osten bis heute
fortbesteht und nun auch im Abendland die Zeug-
nisse für das altbischöfliclie und bruderkirchliche
Kirchenverständnis unübersehbar zahlreich sind.
Noch ist die Zahl der bewußten (Alt-) Katholiken
klein — wenn man nur die in den katholischen
Bistümern der Altkatholiken erfaßten Katholiken
zählt — immerhin wurden aus drei inzwischen
vierzehn Bistümer mit einer halben Million See-
len. — In Wirklichkeit gehören, vielleicht ohne es
klar zu wissen, der Absicht nach viele Christen in
anderen Bekenntnissen zu ihnen. Das ökumeni-
sche Gespräch erweist überdies immer stärker die
Reformation und Gegenreformation als zwei Be-
wegungen, die trotz ihrer Gegensätzlichkeit als
These (Satz) und Antithese (Gegensatz), als Kri-
tik und Selbstkritik auf dem Wege sind, die ver-
lorene echte KathoUzität in neuer Synthese wieder-
wunden, wenn wir nur meinen, erst die Bischöfe seit Reinkens
oder meinetwegen Steenhoven seien „alt-katholische" Bischöfe.
Schon die Bezeichnung „alt"-katholisch ist hier falsch, denn es
handelt sich um entweder katholische Bischöfe oder Haeresi-
arehen. Das Schisma ist 1870 hzw. 1723 entstanden, nicht die
Kirche; die römische Kirche hat sich endgültig in ihrer Dog-
matik auf eine Fehlentwicklung festgelegt, sich selbst gefesselt,
gewiß in einer löblichen Absicht, aber im Gegensatz zur alten
Kirdie, zum Willen Christi, zum wahren Heil der Kirche.
Damm hätte unser Kirchenteil, selbst wenn er Millionen Men-
schen gewänne, in dem .\ugenblick ausgespielt und wäre ver-
worfen, hätte seine Daseinsbereditigung radikal verloren, in-
dem er das wahrhaft katholische Erbe verluderte, wenn er
sich irgendwelchen Zeitmeinungen in die Arme werfen würde.
Gerade weil wir dieser Gefahr sehr ausgesetzt sind, müssen
wir auf gründliche Ausbildung unserer Theologen, auf klare
Konzeption unseres Denkens größten Wert legen. Nur dann
wird auch die ökumenische Bewegung von uns etwas haben
und eine Einigung mit der Orthodoxie doch einmal möglich
— und später wieder mit den sich umkehrenden Katholiken,
die heute ultramontan geführt sind.
zugewinnen^^)^ ^jjg jj^ Herzen der altkircli
denkenden und glaubenden Katholiken je un-
ersehnt, erfleht und als kostbares Kleinod a
bewahrt worden ist. Der gescliichtliche Auf
der katholischen Bistümer der Alt-Katholi
kann freilidi nur dann erfüllt werden, wenn
diese kleine Schar nicht durch Zeitkonjunktu
staatliche Einflüsse oder theologische Strömui
von ihrem klaren katholischen Bekenntnis um
mit von ihrem soliden Fundament abbringen 1
das für sie der archimedische Punkt ist, auf .
stehend, sie die nur scheinbar gesicherten Ans
che des römischen Papsttums aus den Angeln
ben kann — wenn die Zeit erfüllt ist und Go
vorgesehen hat. Und sollten auch diese Bistü
wider alles Erwarten dem Untergang geweiht 5
wie es so viele falsch belehrte römisch-katholi
Hierarchen vielleicht wünschen, es treten d
V andere an ihre Stelle: die orthodoxe Kirche,'
*theraner, die die KathoUzität wieder zurüc
•winnen^oder gar ein „Papa angelicus" oder
geistesgewaltiger Kirchenlehrer innerhalb dei
mischen Kirche selbst — denn die Wahrheit
in sich, sie ist unabhängig von den gebrechli«
Vertretern — und die Zeit der^Gegenreforma
ist abgelaufen, die Zeit der Synthese ist im K
men.
' ") Hoffnungen hierfür sind z. B. Bücher wie .Vsmussen,
» tholizität" und Asmussen, „Sakramente'' (siehe Buchedt«
» dem Buch „KathoUzität" sei besonders auf Stählins Be
„Katholizität, Protestantismus, Katholizismus" hingewiese
gerade dieser Beitrag oben Gesagtes verdeutlicht.
•iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiil
„Unsere Stärke liegt vorläufig einzig und allein in der
Sache selbst, die wir vertreten. Ist sie gut, so darf der
größere oder geringere Erfolg nicht in Betracht kom-
men. Denn eine gute Sache muß mit der Zeit auch be-
deutenden äußeren Erfolg haben, wenn sie nur von
treuen Händen beschützt und getragen wird."
Bischof Dr. Ed. Herzog, Hirtenbrief 1890
Nach diesem leidensvollen Jahrtausend (des Kampfes
gegen den Islam) leuchteten auf im Sclioß des west-
lichen Christentums die Strahlen des alten Katholizis-
mus! Das sind Geschehnisse von größter historischer
Bedeutung. So wie die Orthodoxie sich auch an dem
Alt-Katholizismus im Westen bewahrheitet, so be-
wahrheitet sich auch der Alt-Katholizismus an der
Orthodoxie im Osten . . . Ich glaube innig und fest
an die Zukunft der Orthodoxie, weil ich auch an den
Alt-Katholizismus im Westen glaube. Ich glaube end-
lich aucli so fest und innig an die Vereinigung der
beiden Kirchen . . ."
(Prof. Dr. y.nnknin von Sofia 1925 in Bern.)
„Es wird auch in aller Zukunft so bleiben, daß
nicht das erwählt, was vor der Welt glänzt. In
Martgrium des Alt-Katholizismus, durch welche
wohl die persönliche Überzeugung gestählt, wi(
religiöse Gemeinschaft befestigt wird, ist darum
gleiche Segen inbegriffen für den katholischen
für den evangelisdien Teil unseres Volkes. — V
Ihre Bewegung nichts weiter anstrebte, als eine
tionalkirche in der Art des Gallikanismus, so
sie in der Tat, was die Weisen des Tages ihr vor>
fang an nachzusagen versuchten, ein totgeboi
Kind. Denn was wäre das anderes als eine neue 1
jenes Staatskirchentums, das sich in all seinen
men ausgelebt hat und unrettbar dem Niederg
entgegengeht." Prof. Dr. Sippold
„Der Alt-Katholizismus ist kein bloßer Protest (,
die neuen D<)(pnen des Vatikans und speziell <j
die päpstliche l'nfehlbarkcit, sondern er ist die I
kehr zu dem wahren Katholizismus der alten, (
und ungeteilten Kirche . . . und ein Mahnruf ar
christlichen Gemeinscliaften zur Einigung auf
christlichem drunde." (.\lt-Katholikenkon</reß ■
32
Cyprian toh Karihago
(200/10 — 258)
3 der markantesten Persönlichkeiten des kirch-
m Altertums war der Bischof Cyprian von
thago, der sidi besonders um die Festigung
katholischen KirchenbegrifYs verdient gemacht
Die nachfolgende Skizze soll das Wichtigste
seinem Leben und den Hauptzug seines Wir-
s darlegen.
1. LEBEN
scius Caecilius Cyprianus^) wurde zwischen
und 210 (wahrscheinlich) zu Karthago (in
dafrika) als Sohn reicher, aber nicht vorneh-
heidnischer Eltern geboren. Zunächst wandte
ich dem Beruf eines Rhetors zu, in dem er
m und Anerkennung erntete. Um 246 wurde
urch den Priester Caecilianus (oder Caecilius)
das Christentum gewonnen. Bald darauf er-
te seine Aufnahme in den Klerus, und schon
e 248 oder Anfang 249 wurde er zum Bischof
Karthago und zum Metropoliten des prokon-
rischen Afrika gewählt. In dieser verantwor-
(svollen Stellung hat er durch zehn Jahre hin-
•h eine unermüdliche und erfolgreiche Tätig-
entfaltet. Als unter dem römischen Kaiser
lus (249 — 251) durch das Edikt von 250 die
3 allgemeine, durch Staatsgesetz angeordnete
isten Verfolgung eingeleitet wurde (die sog.
sch-valerianische Verfolgung), entfloh Cypri-
nd hielt sich in der Nähe der Stadt verborgen;
seinem Versteck aus blieb er (vor allem durch
e Briefe) in enger Verbindung mit seiner Ge-
ide.
i dieser Verfolgung waren viele Christen dem
ck erlegen und hatten sich (zumindest äußer-
unter Verleugnung ihres Glaubens zum heid-
lien Opferdienst bekannt. Die Wiederauf nah-
dieser sog. „lapsi" (d. h. Gefallenen) führte
arthago zu einem Schisma (Kirchenspaltung) .
' Gruppe, an deren Spitze der Diakon Felicis-
is stand, warf Cyprian zu große Strenge vor.
wurde in der Person des Fortunatus ein Ge-
)ischof aufgestellt, doch blieb das Schisma
3 weitere Bedeutung.
lieh in der furchtbaren Pestzeit (252 — 254)
I es sich Cyprian als ein wahrer Hirte; er organi-
i e den Krankendienst seiner Gemeinde, wobei
-iur allgemeinen Orientierung kann eingesehen werden:
irdenhewer, Patrologie, Freiburg i. Br *1901, 167—175; B.
t'r, Patrologie, Freiburg i. Br. '1951, 142—151; K. Heussi,
>endiuni der Kirchengeschichte, Tübingen "1957, 86 f.; W.
cwenich. Die Geschichte der Kirche, Witten *1954, 74—76;
i'oakes Jackson, Ilislorv of the Christian Church from the
•st Times to A. D. 461, Cambridge M902, 261—265.
er auch seine heidnischen Mitbürger in seine Für-
sorge miteinbezog.
Mit der Zunahme der Irrlehren mußte auch die
Frage beantwortet werden, ob die von den Ketzern
gespendete Taufe (sog. Ketzertaufe) gültig sei
oder nicht. Unter dem Vorsitz Cyprians entschie-
den sich drei Synoden zu Karthago 255 und Früh-
jahr und 1. Sept. 256 für die ältere Anschauung
(die auch von Tertullian und Klemens von Ale-
xandrien vertreten worden war) , daß die Ketzer-
taufe ungültig sei und zur katholischen Kirche
übertretende Ketzer noch einmal zu taufen seien.
Obwohl sich der Bischof von Rom Stephanus L
(254 — 257) für die Gültigkeit dieser Taufen aus-
sprach, verharrte Cyprian bei seiner Auffassung.
Der Nachfolger des Stephanus Xystus II. (257
bis 258) lenkte ein: Nordafrika taufte auch wei-
terhin die übertretenden Ketzer noch einmal.
In der valerianischen Verfolgung wurde Cy-
prian zunächst (257) verbannt und dann am 14.
Sept. 258 nahe bei Karthago enthauptet.^) Das
Abendland feiert sein Gedächtnis am 16. Sept.
2. WERK UND BEDEUTUNG
Cyprians Bedeutung liegt nicht so sehr auf dem
Gebiet der spekulativen Theologie, als vielmehr
darin, daß er den altkirchlichen Standpunkt klar
herausgearbeitet und entschieden vertreten hat.
Wir besitzen von ihm eine ganze Reihe von Schrif-
ten^), die im Altertum und Mittelalter sehr viel
gelesen wurden. In seinen Gedanken ist Cyprian
vielfach von TertulHan (160? — nach 220) beein-
flußt, den er als den „Meister" verehrte. Doch ist
der Stil seiner Werke leichter verständlich als der
Tertullians.
Eines der Hauptanliegen Cyprians war die
Sicherung und Verteidigung der katholischen
Lehre von der Kirche.*) Die Einheit der Kirche
2) In der späteren Zeit wurde seine Gestalt mit der des le-
gendären Zauberers und Märtyrers Cyprian von Antiochien
verwoben.
3) Zu nennen sind hauptsächlich „Über die Einheit der Kirche",
„t!ber die Gefallenen", „Über das Verhalten der Jungfrauen",
„Über Neid und Eifersucht" (ein Seitenstück zu Tertullians
„Über die Geduld"), „Über die Sterblichkeit" (eine Trostschrift
in der Pestzeit), „Über Werk und Almosen" und besonders die
Sammlung von Briefen (65 aus Cyprians Feder), die eine über-
aus wertvolle Quelle für Kirchen- und Zeitgeschichte dar-
stellen.
1) Besonders in der Schrift „Über die Einheit der Kirche".
Zur Diskussion über Cyprians Stellung vgl. besonders H. Koch,
Cyprian und der römische Primat, Leipzig 1910; Cathedra Pe-
tri. Gießen 1930; E. Altendorf, Einheit und Heiligkeit der Kirche
(Untersuchungen zur Entwicklung des altchristlichen Kirchen-
begriffs im Abendland von Tertullian bis zu den antidonatisti-
schen Schriften Augustins), Berlin und Leipzig 1932 (weitere
Literatur bei Altaner 1951).
33
sieht Cyprian dadurch erreicht, daß sich jeder an
seinen Bischof anschließt. Die Bischöfe, die Hüter
der kirchlichen Einheit, sind ihrerseits durch
das „Gesetz unzertrennlicher Liebe und Eintracht"
miteinander verbunden. Sie sind das Fundament,
auf dem sich der Bau der Kirche erhebt. Christus
hat zuerst einem, dem Petrus, die apostolische
Gewalt übertragen; er wurde dadurch das Sym-
bol und der Typus der Einheit. In Petrus wurde
das „eine Bischofsamt" (unus episcopatus) er-
richtet, an dem dann später (Jo 20, 21 f.) alle an-
deren Apostel Anteil erhielten. Der Vorantritt des
Petrus ist daher ein chronologischer, insofern er
als erster die Vollmacliten übertragen erhielt, die
später auch den anderen Aposteln übertragen
wurden. Jeder Bischof ist deshalb im vollen Sinne
Nadif olger des Apostels Petrus; der Bischof von
Rom ist nur Nachfolger im römischen Bischofs-
amt, ohne besondere Vorrechte. Petrus ist der
geschichtliche Ausgangspunkt der einen, bischöf-
lich verfaßten, katholischen Kirche, aber in der
Autorität und Amtsgewalt stehen alle Bischöfe
einander gleichberechtigt gegenüber.
Wiederholt sagt Cyprian, daß die Gemeinschaft
mit dem römischen Bischof gleichbedeutend sei
mit der Gemeinschaft der Kirche. Das gilt aber
nach seiner Auffassung (und nach katholischer
Lehre) von der Gemeinsdiaft mit jedem anderen
rechtmäßigen katholischen Bischof auch (solange
er im katholischen Glauben verharrt) . Aus dieser
Äußerung läßt sich daher keine besondere Be-
tonung eines rechtlichen Vorranges des Bischofs
von Rom ableiten.
Man kann infolgedessen auch nicht ohne wei-
teres behaupten, Cyprian sei „auf dem Wege zur
Lehre vom Primat" gewesen.^) Wenn man seine
Gedanken folgerichtig zu Ende denkt, gelangt man
zu einer episkopalischen Verfassung, die der lei-
tenden Idee der orthodoxen, orientalischen, angli-
5) H. Straubinger, Lehrbuch der Fundamentaltheologie, Pa-
derborn 1936, 217.
kanischen und alt-katholischen Bistümer (mite
und zeitbedingten Abweichungen von untergei
neter Bedeutung) entspricht.^)
Es kann hier nicht auf all das eingegangen >
den, mit dem sich Cyprian schriftstellerisch
schäftigte. Ich möchte aber doch nodi auf :
bekannte Sätze Cyprians hinweisen: „Außer
der Kirche gibt es kein Heil" und „Der kann
nicht zum Vater haben, der die Kirche nicht
Mutter hat". Diese Sätze sind zu unseren Ze
(ebenso wie zu denen Cyprians) geeignet, die ^
sehen auf die universale Bedeutung der katl
sehen Kirche für das Heil des Einzelnen und
ganzen Menschheitsfamilie hinzuweisen.
In Cyprians Schriften ist die Wahrheit von
Kirche in besonderer Weise zum Ausdruck geV
men, wobei er die rechte Ordnung in der Vei
sung dieser Kirche durchaus zu wahren wi
Deshalb ist er auch für die (alt-) katholische T
logie von besonderer Bedeutung^), zugleich
eine dauernde Mahnung für die (alt-)katholis
Bistümer, sich nicht als Winkelkirchlein abzu
dern und abzukapseln, sondern in der Erkeni
der eigenen Katholizität die — gewiß nicht h
ten — Pflichten anzuerkennen und zu erfü
die das Bewußtsein, die legitime katholische
che des europäischen Festlandes zu sein, aufei
DDr. E. Hammerschmidt, B. Litt. (Ox
6) Aufschlußreich für seine Anschauung ist z. B. fol
Stelle in einem seiner Briefe: „ . . .. auch Petrus, den der
als ersten auserkor und auf den er seine Kirche baut«
keinen übermütigen Anspruch erhoben oder stolze Anm
gezeigt, als nachmals Paulus mit ihm über die Frage dt
schneidung rechtete. Er hat nicht gesagt, er habe den Vo
(Primat), und die Neulinge und Späteren müßten ihm i.
chen; ... So gab er uns ohne Zweifel ein Beispiel der Ein
und Geduld, damit wir nicht hartnäckig an unserer Mt
festhalten, sondern vielmehr alles uns zu eigen machen
uns nur jemals unsere Brüder und Amtsgenossen zu Nui
Frommen vorbringen, vorausgesetzt, daß es vernünftii
richtig ist." (Quellenbuch zur Kirchengeschichte I/II, I
fürt a. M. 1955, 24).
^) Die (alt-)katholische Theologie hängt natürlich nidi
Cyprian allein ab, sondern stützt sich auf die gesamt«
Väterwelt. Aber in Cyprian haben gewisse Gedanken eii
sonders klare Formulierung gefunden.
WW WWWW WW WW WWWWWW WW WWWWVWX Va\V VVyVVNVVVA^O'VVVVVVVV VVVV VVVV VVVVVVVVVVVA'VVVVVVVV\^A^'VVVVVVVVV\VVV\VV vv^
„Das gestehe ich wohl, daß Petrus unter den anderen
Aposteln der erste an der Zahl gewesen und er den
Vorzug der Ehre, aber nicht der Vollmacht habe: sie
sind auf gleiche Art gewählt und haben auch die
gleiche Gewalt empfangen. Eben dieses halte icli vom
römischen Papste, daß er die vornehmste Ehre haben
solle, ohne der anderen gleiche Gewalt zu kränken."
(Martin Luther)
„Freiheit ist nicht Ungebundenheit, nicht jene fa
Autoritätslosigkeit und Selbständigkeit des a
klärten, leeren Menschen, sondern tiefste Gebui
heit an Gott und damit an den Menschen Chri
Jesus. Sie ist Vollzug des Gehorsams, sie ist Di>
sie ist nidit das letzterdings doch geizige, selbst,
tige Bei-sidi- selber Sein des stoischen Weisen,
dern das Bei-dem-andern-Sein in der Liebe.''
(Prof. Dr. E. Gaui
34
„Der Geist ist es, der lebendig macht".
Von Pfarrer Gustav Hüdig, Hagen.
die Zahl der Jünger wuchs, beschwerten sich die griechisch
chendon von ihnen bei den aramäisch Sprechenden dar-
, daß ihre Witwen bei der täglichen Speisezuteilung über-
n würden. Da beriefen die Zwölf die ganze Gemeinde und
dien: „ . . .Liebe Brüder, wählt i h r aus eurer Mitte sieben
aer, die von gutem Ruf, die voll des Heiligen Geistes und
iheit sind, damit wir sie für diese Dienstleistung bestel-
.." Dieser Vorschlag fand allgemeinen Beifall und die
leinde v.ählte..." (Apostegesch. 6,1 ff.)
er Heilige Geist und w i r haben es für gut befunden. Euch
2 Last aufzuerlegen." (Apostelgesch. 15, 28.)
in ein Alt-Katholik sagt: Wir haben einen Kir-
ivorstand, eine Gemeindeversammlung, beim hl.
: die Muttersprache, wir haben einen Bischof als
;en unserer Seelen, v^ir lassen all unsere Gedan-
um Christus kreisen, w^ir haben an unserem
•ster den Freund und Berater und nicht den
diwürdigen Herren", dann benennt er damit
ge, die das Große und Ganze ausmachen so gut
das Kleine und Einzelne. Noch nicht genannt ist
it aber eine Gruppe anderer Tatsadien, welche
bdingbar ebenfalls zur Alt-katholischen Kirche
iren. Es mag sein, daß manche von uns sie nicht
len Hauptbeweggründen ihrer Zugehörigkeit zu
rechnen. Die Väter unserer alt-katholischen
egung jedenfalls haben sie als Tatsachen erster
nung genommen und gerade auch von ihnen sich
ihrem Tun leiten lassen. Sie taten es, weil sie
ußt den Willen Jesu dabei verwirklichen und
sie die Tradition der Apostel, wie eingangs ge-
dert, und die der ersten Jahrhunderte wieder
lehmen wollten.
ese Tatsachen sind: Das Recht der freien Mei-
^säußerung von Bischof, Priestern und Laien.
Recht der Laien, auch der Frauen, an der Ver-
ung der Kirche teilzuhaben. Die gegenseitige
lenschaf tsablage von Bischof und Synodalen. Die
gkeit der Synode, i^irchliche Gesetze zu geben,
väterliche, aber nicht alleinherrscherliche Ver-
lis des Bischofs zu seinem Kirchenvolli.
ese Tatsachen — Rechte und Pflichten enthal-
— sind von Anfang an schriftlich sehr genau
ergelegt worden. Man kann die Besorgtheit un-
• Väter gerade um diese Angelegenheiten noch
en, wenn man die „Kirchlichen Ordnungen und
Jngen für die deutschen Alt-Katholiken" durch-
Fachleute sprechen von Verfassungsangelegen-
n; aber sie sind von so hohem Belange wie die
diweigende oder ausdrückliche Ordnung in einer
ilie, in einer Stadt und in einem Lande,
den Satzungen für die Synoden des Bistums
uns das Haus, in dem unsere geistliche Woh-
ist, besonders faßbar; und wenn wir sie ver-
dien mit dem „Recht" jener Kirche, von der wir
le auch um dieser Ordnung willen Distanz neh-
mußten, werden wir sehen, wes Geistes Kind
ist und welche „Luft" in jeder weht. Mit Recht
ht man vom Geist der Gesetze. Man kann näm-
lich aus ihnen ablesen, wieviel vom Geiste Jesu
darin enthalten ist, trotz aller menschlichen Unzu-
länglichkeiten.
In der Synode ereignet es sich, daß Bischof, Prie-
sterschaft und Gemeindevertreter nach Anrufung des
Heiligen Geistes sich zu verantwortlichen Beratun-
gen versammeln, um mit ihren natürlichen und geist-
lichen Gaben dem Wohl des gesamten Bistums zu
dienen.
Im folgenden werden wir jeweils zuerst die Gesetze der alt-
katholischen und der römisch-katholischen Verfassung neben-
einanderstellen und dann anschließend Geist und Absicht der
betreffenden Verfassung kurz kennzeidinen.
1. Wie oft findet eine Bistums-Synode statt?
Wir Alt-Katholiken haben zwei Arten von Bistums-
synoden: die „ordentliche", die alle zwei Jahre, und
die „außerordentliche", die bei besonderen Anlässen
einberufen wird, z. B. wenn die Wahl eines Bischofs
notwendig geworden ist^).
Für die römisch-katholische Kirche verlangt noch
das Konzil von Trient (1545 — 1563) eine jährliche
Bistumssynode. Nach dem seit 1918 in Kraft getrete-
nen neuen Kirchengesetzbuch (Codex Juris Canonici)
wird verlangt, daß sie wenigstens alle 10 Jahre ge-
halten wird^).
Das sind die Vorschriften. Wie sieht die Durch-
führung aus?
Nehmen wir unsere alt-katholische Kirche nur
einmal die beiden letzten Jahrzehnte: mit Ausnahme
der Jahre des zweiten Weltkriegs, der sie unmöglich
machte, wurden Synoden gehalten in den Jahren
1935, 1936, 1937, 1939, 1947, 1949, 1951, 1954 und 1956.
Für die Römische Kirche sei als Beispiel das Bis-
tum Osnabrück zitiert: 1628, 1920 (also 292 Jahre
keine), die nächste 1950 (also erst nach 30 Jahren)!
Ferner das Bistum Limburg: es wurde 1827 ge-
gründet; erst nach 93 Jahren, im Jahre 1920 wurde
die erste Bistumssynode gehalten; die nächste fand
erst 1951, also 31 Jahre danach, statt. Ähnliches gilt
von anderen Bistümern.
Geist der Gesetze: Aus Gesetz und Praxis der röm.-
kath. Kirche geht auf jeden Fall hervor, daß die Mit-
wirkung der Synoden, und damit der Gemeinden,
der Laien und der Priester, an der Gesamtleitung
des Bistums bewußt immer mehr zurückgedrängt
worden ist zugunsten des persönlichen Leitungsein-
flusses des einzelnen Bischofs.
Das nennt man absolute, autoritäre und — je nach
Weise der Durchführung — diktatorische Tendenz.
2. Wo findet die Bistumssynode statt?
Nach alt-katholischer Ordnung abwechselnd einmal
am Bischofssitz und einmal an einem anderen ge-
Kirchliche Ordnungen und Satzungen für die Deutschen Alt-
Katholiken I § 20 Abs. 1 und 4 und II § 1 und § 3 Abs. 4 (weiter-
hin abgekürzt mit KOS).
*) Codex Juris Canonici Can. 356 §1 (weiterhin abgekürzt mit
CjJC).
35
eigneten Ort des Bistums'). Demgemäß wechselte der
Ort in unserem Bistum während der beiden letzten
Jahrzehnte zwischen Bonn und Frankfurt, Heidel-
berg und Karlsruhe.
Nur am Bischofssitz allein darf nach römischem
Gesetz die Bistumssynode gehalten werden, es sei
denn ein wichtiger Grund vorhanden für eine andere
WahH).
Geist der Gesetze: Während die alt-katholische Lö-
sung das Zusammenwirken von Bischof und Einzel-
gemeinden darstellt, betont die römische Art die un-
umschränkte Leitungsgewalt ihres Bischofs.
3. Wer beruft die Bistumssynode ein?
Sowohl nach alt-katholischer wie nach römischer
Ordnung der Bischof, solange er im Amte ist; nach
Erledigung des Bischofssitzes beruft nach alt-katho-
lischer Ordnung die Synodalvertretung die Synode
ein^); nach römischer Ordnung ruht jedoch jedes
Einberufungsrecht bis zur Einsetzung des neuen
Bischofs*).
Geist des Gesetzes: Bei beiden kommt in gleicher
Weise zum Ausdruck, daß der im Auftrage Gottes
gesetzte Hirte die Herde zusammenruft.
4. Wer soll zur Bistumssynode i^ommen?
Nach alt-katholischer Ordnung: Bischof und Weih-
bischof, die Synodalvertretung (die aus vier weiteren
Geistlichen und sieben Laien besteht), jeder zu Recht
im Amt befindliche Geistliche des Bistums, die Laien-
Abgeordneten der Gemeinden').
Aus je 300 Mitgliedern einer Gemeinde nämlich wird ein Ab-
geordneter gewählt und gesandt, sei es Mann oder Frau*).
Nach bisherigem Brauch ist, wer ohne eigentlichen Auftrag
am Ort der Synode weilt, als Gast zugelassen; z. B. Referenten
für Fachangelegenheiten, Mitglieder der örtlichen Gemeinde,
Angehörige der Synodalen usw.
Nach römisch-katholischer Ordnung: Bischof und
Weihbisdiof, die höhere amtierende Geistlichkeit
des Bistums, die Dechanten, die Äbte und Ordens-
obern im Bistum, und aus jedem Dekanat (d.i. aus
etwa 25 — 30 Geistlichen) ein Vertreter der Pfarrer.
Vertreter der Hilfsgeistlichen zu laden, steht im Er-
messen des Bischofs, er ist nicht verpflichtet sie zu
laden"). Dem Ermessen allein des Bischofs ist es
auch überlassen, ob er Berater für spezielle Fragen
lädt oder nicht; und wenn, dann nur für den betref-
fenden Teil der Synode^").
Grundsätzlich bleiben ausgeschlossen: alle Frauen,
alle Laien, alle Gäste. Es gibt keine Laien-Vertreter
der Gemeinden; auch muß nicht jede einzelne Ge-
meinde vertreten sein.
») KOS I S 20 Abs. 2
*) CJC Can. 357 § 2
*) KOS I S 20 Abs. 1 — Nadi bisheriger alt-katbolisdier Praxis
wird die Einbenifungsurkunde vom Bisdiof und der Synodal-
vertretung zusammen unterzeichnet.
•) CJC Can. 357 g 1
*) KOS I § 21 (und ergänzender Beschluß der Synode von Bonn-
Plittersdorf vom 28. IV. 1954)
•) KOS I § 21 Abs. 1
•) CJC Can. 358 § 1 und 2
") CJC Can. 36011
Geist der Gesetze: Die alt-katholische Verfassi
steht auf dem Standpunkt, daß, wie in alten Zeit
im Gewissen klare und geistig gereifte Laien in
Bistumsleitung mit hineingehören; die römisch-
tholisclie Verfassung macht die Leitung des Bisti
ausschließlich zu einer Angelegenheit der Geistl
keit, obleich das Schicksal aller Bistumsangehöri
von ihr betrofl"en wird.
5. Welche Rechte und Pflichten hat der Synoden-T;
nehmer (Synodale)?
Man muß im Auge behalten, daß für den Alt-Kat
liken eine Bistumssynode keine Kundgebung ist,
der vor seiner Kirche noch vor der öfl"entlichl
Eine Synode ist zunächst dazu da, die ihr zu
lende Arbeit zu tun. Darum wird vorausges»
daß jeder Synodale kurz und bündig, wohlüber
und verantwortungsbewußt nur das Notwendige
gen wird. Entsprechend sind die Vorschriften: J«
Gemeindevertreter und jeder Geistliche hat das R(
zu jedem allgemeinen und besonderen Beratu
gegenständ sich persönlich und in aller Freiheit e
mal zu äußern; er kann dazu bis zu zehn Mim
Zeit in Anspruch nehmen; das Wort dazu wird
vom Leiter der Synode gegeben. Ein willkürli
Hin- und Wider-Reden bleibt ausgeschlossen,
schof, Vorsitzender der Synode und Fachrefere
können jedoch jederzeit zu Rate gezogen wei
und sprechen"). Das ist die notwendige Ergän>
bzw. Voraussetzung für eine gedeihliche Arbeit. ^
dem Tode eines Bischofs haben die Synodalen
Pflicht einen neuen Bischof zu wählen. Von Syi
zu Synode haben sie zu wählen die Synodalve
tung, das Synodalgericht, die Kirchlichen Arbeil.s
Schüsse und Kommissionen und die Prüfer der j
tumsfinanzen^^).
Die Allein-Führerschaft des römisch-katholisi
Bischofs zeigt gerade bei diesem Punkte ihre be^
tenden Folgerungen: keiner der Synodenteilnel'
hat einen Anspruch darauf, sich zu äußern. J* <
Meinung darf jemand nur sagen, wenn der Bis
ihn bzw. alle dazu aufgefordert hat. Wahlen zu
bestehenden Gremien des Bistums gibt es kein'.
gibt nur Ernennungen durch den Bischof). Da.»
auch für die Bistumsfinanzen (auf die Wichlij
dieses Punktes kommen wir nocli später).
Geist der Gesetze: Es fällt sofort auf, daß in de
misch-kalholisclien Kirclie sogar die eigene Geisl
keit weitgehend ausgeschaltet ist. Sie ist dort 1
licli „Gehilfe" des Bischofs. Dessen Stelhing ab»
nur vergleichbar mit der eines absolut herrsche
Monarclien; eines väterlichen im günstigen Fallt
Alt-kalholischerseits besteht nicht der gerii
Zweifel darüber, daß allein der Bischof der Hir
Herde (Christi ist; jedoch wird die Herde nich
stumme oder nur dirigierte angesehen; auße
weilj man viel zu gut, daß wegen der menschl
Schwächen Bischof, Geistliche und Laien sicli g« ^
«•) KOS II. §32— II
«) KOS I ,^ 29
") CJC Can. 360 §1
Ikig helfen und ermahnen müssen, notfalls warnen
«inen; man weiß auch, daß es nicht genügt, wenn,
; in der römischen Kirche, ein Bischof nur alle
(hf Jahre gegenüber dem Papst Rechenschaft ab-
egen hat^*) und er im übrigen „nur Gott und sei-
n Gewissen" verantwortlich ist. Wohin dies in
römischen Verfassung führt, zeigt die Tatsache,
f J Papst Pius IX. gelegentlich des Vatikanischen
nzils vor Petenten sagte: „Die Tradition — das bin
!"; und daß andererseits Papst Pius X. in jedem
ide bzw. Bistum geheim gehaltene Personen aus
stlichkeit und Orden bestimmte, welche die Bi-
öfe, die Geistlichkeit und die Vorgänge des kirch-
len Lebens zu beobachten und darüber geheimen
icht an den Papst zu geben hatten.
Welche Themen können auf der Synode bespro-
chen werden?
^ römisch-katholische Kirchengesetzbuch be-
rankt den Bereich der Themen ausdrücklich auf
e, „welche die besonderen Nöte und Nutzen des
■rus und des Kirchenvolks nur des eigenen Bistums
reffen"^^). Alle anderen Themen, also auch solche,
(che das eigene Bistum als Glied innerhalb der
izen Kirche angehen, bleiben dem Papst oder
em allgemeinen Konzil vorbehalten, das aber
•h wieder nur — nach römisch-katholischem Ge-
ibuch — der Papst allein einberuft, leitet und be-
tigt.
)ie alt-katholische Ordnung läßt alle Themen zu,
:die direkt oder indirekt das ganze Leben der
che betreffen, natürlich auf der Grundlage des
cenntnisses der ungeteilten, d. h. der einen heili-
Kirche. Ausgenommen sind jene Angelegenhei-
. für die das Synodalgericht zuständig ist.
st der Gesetze: Der alt-katholischen Synode ist
ium Auftrag gemacht, ob sie will oder nicht, ihre
?nen Bistumsangelegenheiten nicht nur für sich
•in zu ordnen, sondern stets im Hinblick auf die
edschaft in der ganzen Kirche.
)ie römisch-katholische Synode „darf" nur auf
e regionalen Angelegenheiten die Augen richten,
i damit wird sie automatisch in all den Angele-
heiten ihrer „ganzen" Kirche zur Befehlsemp-
gerin gemacht; sie darf also nur noch beraten,
welchem Wege die empfangenen Weisungen
abgeführt werden.
-ide haben je eine verschiedene Gefahr in sich: alt-katholl-
rseits, daß man zu Vielerlei ins Programm setzt und daß
zu wenig Anregung und Korrektur von Nachbarbistümern
immt; römisch-katholischerseits, daß man es bei Unter-
iigkeit und Durchführung bewenden läßt und die Beseelung
»leibt.
>V!e geht die Vorbereitung der Themen vor sieh?
katholische Vorbereitungsmethode: jede Gemein-
jeder Geistliche, jede Bezirks- und Landessynode,
Synodalvertretung und die Bischöfe, sie alle kön-
ihre Gedanken vorbringen und sollen es; das
chieht in Form von Anträgen, Anfragen, Vorschlä-
Klagen. Der Ordnung halber müssen dafür be-
-JC Can. 340—342
:JC Can. 356 § 1
stimmte Termine eingehalten werden. Vieles davon
klärt sich schon bei der Vor-Bearbeitung. Was davon
aber auf der Synode zur Behandlung kommt, muß
alles einer gemeinsamen Beratung und Ab-
stimmung aller Synodalen unterstellt werden.
Zwecks Vorberatung sind möglichst vier Wochen
vorher alle Vorlagen den Abgeordneten bzw. den Ge-
meinden zuzustellen. Diese Vorschrift ist verbindlich.
So kann jeder vorher darüber gründlich nachdenken,
sprechen und beten.
Wichtige Vorlagen werden durch besondere Aus-
schüsse vorbereitet und je nach dem Stoff den Pfar-
rerkonferenzen zugeleitet zur kritischen Sichtung.
Römisch-katholische Vorbereitungsmethode: zwar
können auch für eine römisch-katholische Synode
alle Mitglieder des Bistums, der Geistlichkeit, der
Laien und die Gemeinden ihre Anträge, Anfragen,
Gesuche, Klagen usw. vorbringen, aber ausschließ-
lich beim Bischof. Dieser selbst entscheidet, was da-
von auf der Synode ganz oder teilweise vorgebracht
werden darf. Die Mitglieder der vorbereitenden Kom-
missionen werden nie von der Synode gewählt, son-
dern allein vom Bischof ernannt. Der Synode vor-
ausgehende Beratungen und Vorentscheidungen
dürfen nur im Benehmen mit dem Bischof gesche-
hen^^). Später legt zwar eine Kommission im Namen
des Bischofs ihren Bericht der Synode vor, er darf
aber durch die Beratungen der Synode, soweit der Bi-
schof solche zuläßt, nur in Nebensächlichem noch
abgeändert werden. Was als nebensächlich gilt, ent-
scheidet wieder nur der Bischof. Die Teilnehmer
einer römisch-katholischen Synode erfahren auch
nicht vor ihrer ersten Zusammenkunft, was auf dem
Programm steht"). Die vorherbestimmten Themen
zu ändern, zu erweitern oder eines ganz abzusetzen
ist keinesfalls mehr möglich.
Geist der Gesetze: Die alt-katholische Weise — sie ist
die alt-christliche — bedeutet Würde und Freiheit
des Christen innerhalb seiner Kirche, seines Bistums.
Die römisch-katholische Weise fällt auf durch die
beständige Wiederkehr der Worte „nur", „lediglich",
„ausschließlich", „allein" usw. und immer zuungun-
sten aller außer dem Bischof.
8. Wer gibt die Gesetze?
Auf römisch-katholischer Seite geht es weiter mit
„nur": nur der Bischof selbst kann dem Bistum auf
der Synode Gesetze geben^^). Den Rat — aber auch
nicht mehr! — seiner nächsten Mitarbeiter und höch-
sten Untergebenen, der Domkapitulare, muß er sich
allerdings einholen. Und für sehr viele und sehr ge-
nau festgelegte Angelegenheiten muß er vorher die
Genehmigung des Papstes erfragen.
Für alt-katholische Bistümer ist die Synode die ge-
setzgebende Instanz. Wichtig ist dabei, daß schon
bestehende Gesetze nicht anders als durch eine Zwei-
drittel-Mehrheit aller Synodalen geändert oder auf-
gehoben werden können. Um bei schwerwiegenden
Entscheidungen die Stimme der Minorität zu achten —
") CJC Can. 361
") CJC Can. 360 § 2
*») CJC Can. 362
37
es könnte ja durchaus sein, daß auch sie Recht hat —
ist es ihr möglich gemacht, die Zeit der abschließen-
den Entscheidung um zwei Jahre, bis zur nächsten
Synode, zu verlängern. Überhaupt ist die Synode nur
beschlußfähig, wenn zwei Drittel aller anerkannten
Mitglieder anwesend sind*').
Geist der Gesetze: Hier werden die unterschiedlichen
Auffassungen über die Weisungen Christi nicht nur
deutlich, sondern unleugbar gegensätzlich: beiden
gemeinsam bleibt, daß der Bischof der Hirte der
Herde Christi ist, daß er Nachfolger im Amt der Apo-
stel ist und in dessen geistlicher Macht und Gewalt.
Wir aber sehen im Bischof, im Priester und in den
Laien zusammen das Priestertum des Neuen
Bundes, die einen als Träger des sakramentalen
Priesteramtes, die anderen als Träger des allgemei-
nen Priestertums der Christenheit. Hingegen wird in
der römisch-katholischen Kirche das Gleichnis Jesu
vom Hirt und der Herde dahin ausgelegt, daß nur
einer im Vollsinne Priester und Träger des Heiligen
Geistes sei, nämlich der Bischof. Die anderen sind die
Herde, denen nichts anderes zukommt, als sich leiten
zu lassen. .
9. Gibt es eine Rediensdiaft voreinander?
Der Bischof als Hirt und Vater des alt-katholischen
Bistums erhält von jeder Gemeinde jährlich durch
die Pfarrgeistlichkeit eine Rechenschaft über die
Seelsorgearbeit, über den inneren Zustand der Ge-
meinden, über ihre Tugenden und Untugenden, über
ihr Hab und Gut. Selbst formt sich der Bischof er-
gänzend oder korrigierend zu diesen Beriditen ein
Bild über die Gemeinden durch seine regelmäßigen
Besuche in ihnen. Er faßt alles zu einem Gesamtbe-
richt über den Zustand des Bistums zusammen und
legt ihn der Synode vor. Auch seine eigene Arbeit,
sein Lob und seinen Tadel, seine Erfolge und Mißer-
folge fehlen dabei nicht. Es geht um einen unge-
sdiminkten Zustandsbericht, wie vor den Augen
Gottes.
Auf der römisch-katholischen Synode ist nicht weni-
ger als für uns auch derselbe allwissende Gott der-
jenige, dem die Rechenschaft abgelegt wird. Aber sie
gesdiieht in so vollends anderer Weise: nur die Geist-
lichen geben Rechenschaft von ihrer Arbeit, nicht
aber der Bischof. Er legt die von ihm zu leistende
Rechenschaft dem Papst ab. Je nadi Umständen und
Entfernungen zwischen Bischofsitz und Rom begibt
er sich alle ein bis zehn Jahre zum Papst zu einem
Gespräch unter vier Augen*"), oder auch für ein zu-
sätzlidies Gesprädi zu einem der Ressort-Kardinäle.
Als Bischof des Bistums Rom steht der Papst mit der
Rechenschaftsablegung über sein Bistum Gott allein
gegenüber, keinem Menschen; ebenso steht er vor
Gott allein mit seiner Rechenschaft über alle Bistü-
mer der römisdi-katholischen Kirche und über sein
Papstamt — das Kardinalskollegium kann ihm nur
Rat geben. Hier wird offenbar, wie alles daran hängt,
daß er als Bischof von Rom und als Bischof seiner
Bischöfe ein „guter" ist. Wenn die römischen Katho-
») KOS I § 33 und II § 46 und 47 und II 89
*•) CJC Can. 341 S 1
38
liken so viel und inständig um einen „guten" Pa
beten, womit sie auch die Erhaltung des jeweili,
Papstes im Guten meinen, dann geschieht das
ganz und gar berechtigter Sorge; hier liegt ja
große Lücke und Schwäche in der römisch-kath
sehen Verfassung. Selbst nach römisch-katholisc
Lehre betrifft für ihn der Beistand des Heiligen (
stes nur die lehramtliche Seite, nicht die sittliche
Das Ganze ist ein so heißes Eisen, daß niem:
innerhalb der römischen Kirche daran auch nur
rühren wagt, es sei denn in besorgtem Gebete.
Geist der Gesetze: Wir denken daran, wenn
Rechenschaft voreinander ablegen, daß Jesus die .'
nigen Freunde nennt^*) und daß wir Hausgenos
Gottes sind. Die römischen Katholiken denken da
an das Wort Jesu zu Petrus, und geben ihm da
schon eine ganz bestimmte Auslegung: „Dir gebe
die Schlüssel des Himmelreichs"*^).
Und wieder stehen beide Anschauungen nicht
beneinander, sondern gegeneinander!
Was Jesus wohl dazu sagen würde, wenn er hc
zu uns käme . . . . ?
10. Wird über die Geldverwaltung Rechensdiaft
geben?
Geld beruhigt nicht nur, es bringt auch immer
Sorgen und Arbeit. Den einen leitet es an zum Gu
tun, den anderen zur Selbstsucht. Jesus sagt: „l
kann nicht Gott zugleich und dem Mammon >
nen*3). Und: „Wenn ihr untreu wäret mit dem i
sehen Geld und Gut, wer würde euch dann ein
die himmlischen Güter geben wollen?"; und
Evangelist fügt wohlüberlegt hinzu: „Das hÖi
auch die Pharisäer, die aber geldhungrig waren i
verhöhnten ihn deshalb"**), denn sie glaubten
des miteinander vereinbaren zu können.
Im rechten christlichen Geiste muß also auch
der Synode mit dem Gelde umgegangen werden. V
Gut und Geld des Bistums werden die Lebensun^
halte der Bischöfe, Priester und Diakone bestrit
das Priesterseminar unterhalten; soziale Verpfl
tungen (Pensionen, Witwen- u. Waisenrenten U9
getragen; Kirchen, Pfarrhäuser, Heime gebaut '
unterhalten; Gottesdienste ermöglicht, Religions
terricht gehalten, Seelsorge und Missionierung
tragen; Schrifttum gedruckt, Hilfswerkarbeit au;
führt, und so vieles andere noch. Über all dies (
muß vorausgeplant und abgerechnet werden; und
müssen es tun als getreue Verwalter Gottes. (
wird einmal darüber genaue Reclienschaft ford
wie über all die anderen Dinge des Lebens.
Deshalb gibt es im Bistum auch eine eigene l
senverwaltung und ein Finanzreferat. Man wü
vielleicht kaum erwarten, daß ein Unterscliied
steht zwischen der Verwaltung des Geldes auf
katholischer und auf römischkatholisdier SA
Und doch: bis dahin geht der andersartige Geist
Gesetze und Verfassungen! Jeder Kenner der
") Johannes 15, 14 f.
«) Matthäus 16, 19
»») Matthäus 6, 24
") Lukas 16, 11—14
I
ichte und der Verfassungen wird bestätigen, daß
,'ar nicht anders sein kann.
alt-katholische Verfassung: die Synodalvertre-
g, welche die für allgemeine kirchliche Zwecke be-
imten Vermögen verwaltet, legt darüber der Sy-
le Rechnung ab^^). Ferner legt sie der Synode
in Voranschlag der allgemeinen Kirchenbedürf-
ie vor^^)- Die Synodalen wählen Bevollmächtigte
Rechnungsprüfung der Bischöflichen Kassenver-
tung^^). Diesen Bevollmächtigten ist spätestens
zehn Tage vor dem Beginn der Synode die abge-
ossene Rechnung über die genannten Vermögen
samt Belegen vorzulegen. Der von den Bevoll-
iitigten verfaßte und unterzeichnete Beridit ist
Synode in ihrer ersten Sitzung von ihnen Vorzü-
gen. Auf ihren Antrag hin erteilt dann die Synode
Synodalvertretung die Entlastung. Die geprüfte
hnung hat anschließend bis zum Sdiluß der Sy-
e den Teilnehmern zur Einsichtnahme ofTenzu-
en").
1 der römisch-katholischen Kirche ist der Papst
alleinige und höchste Verwalter und Verteiler
s kirchlidien Vermögens. (Eine Eigentümerschaft
Papstes wird nicht behauptet; über die Frage,
der Eigentümer alles Kirchenvermögens sei, be-
ten ein gutes Dutzend verschiedener Theorien).
Bischof ist im Bistum seine regionale Handys).
Verwaltung des Bistumsvermögens unterliegt
schließlich der bischöflichen Kontrolle, zu deren
chführung er bestimmte Verwaltungs-Konsilien
etzt. Eine Rechenschaft gegenüber der öffent-
keit seines Kirchenvolkes und seiner Geistlich-
ist er nicht verpflichtet abzulegen. Deshalb ge-
eht sie auch nie; sie wird der betreffenden päpst-
in Behörde (Camera Apostolica) gegeben. Wenn
1 durch Verträge mit manchen Staaten Offenle-
g der kirchlichen Vermögensverwaltung einiger
ümer vereinbart ist, so geschieht dies jedoch nur
: genau bestimmte Teile des Bistumsvermögens,
{. soldie, die durdi Kirchensteuereingang ent-
en. Die gelegentliche Veröffentlichung in kirch-
m Amtsblättern über eingegangene Gelder und
!n Verwendung sind niemals Teil einer öffent-
gemachten Finanz- und Vermögensverwaltung,
1 lern dienen lediglich zum Ansporn von Spendern
I Sammlern. Das Kapitel von der Verwaltung des
1 les und Besitzes eines Bistums steht darum nie-
» 5 auf dem Programm einer römisch-katholischen
3 umssynode.
ie Bedenklichkeiten in einer absolutistischen Ver-
t ung werden stets an der Spitze am deutlichsten:
- Bischof von Rom, das ist: der Papst, legt natür-
I seine Finanzrechenschaft ebenfalls der päpstli-
8 i Finanzbehörde ab, was in diesem Falle besagen
» : sich selbst! Von den Geldern, welche dem
> etlichen Stuhl zur Verfügung stehen, hat der
' >t aber „nur Gott allein" Rechenschaft zu geben.
^ natürlich nicht ausschließt, daß eine geordnete
0SI§19
)S I § 28
^S I § 27e und II § 48 und 49
'C Can 1518—1528
Buchführung vorhanden ist; was aber einschließt,
daß die letztliche Zweckbestimmung der Gelder dem
Papst alleine zusteht und er allein davon weiß^").
Geist der Gesetze: In Kreisen von Politikern und
Verfassungsrechtlern sagt man vom Staat: Die Dik-
tatur beginnt stets dann, wenn eine Regierung an-
fängt, ihre Geldverwaltung den Augen der Öffent-
lichkeit zu entziehen. Die Geschichte der Staaten und
Völker bestätigt unbeschränkbar diese Wahrheit.
Von der Kirche gilt Entsprechendes. Sorgenvoll ist es
aber dann für jeden, sehen zu müssen und hinneh-
men zu sollen, daß die bei der Geldverwaltung all-
zeit mögliche und begonnene Diktatur durch kirch-
liche Gesetze und Verordnungen in der römisch-ka-
tholischen Kirche zum Dauerzustand gemacht ist.
Ergebnis unserer Vergleiche
Viele unter den römisch-katholischen Christen sind
der Meinung: Was nicht römisch ist läuft sich von
selbst tot, man braucht nur gewähren zu lassen. „Sie
nehmen manches Krumme an dem Weg, den
Rom gegangen ist, leicht in Kauf angesichts der
ungeheuren Wichtigkeit, die dem päpstlichen Zen-
tralismus heute für den Fortbestand unserer Kultur-
welt zukommt, sofern keine Unberufenen das Spiri-
tuelle dem bloß Politischen zu opfern sich unterfan-
gen" schreibt Georg Beck im „Hochland" (Oktober
1948) ; ausdrücklich zählt er sich selbst zu diesen.
Der Gegenpol dazu ist die bischöfliche-synodale
Verfassung, wie die alt-katholischen Bistümer sie
besitzen. Was sie über die Bistumssynode bestimmt,
zeigt ihren hohen Wert und Vorrang. Wir wissen,
daß sie nicht ein Produkt der Kirchengeschichte ist,
und sie darum auch nicht „mandies Krumme" in
Kauf zu nehmen genötigt ist, sondern der Tradition
der Apostelzeiten entspricht. Die Apostel mußten
doch besser als alle anderen und späteren wissen,
was dem Willen und den Absichten Jesu gemäß war!
Diese synodale Verfassung müssen wir nun nicht
bloß besitzen, sondern sie in ihrem Wert und Vor-
rang auch erkennen, wertschätzen und recht ge-
brauchen.
Recht gebrauchen — das setzt voraus, daß wir neben
den Priestern auch Laien haben, welche wissend,
weise, von kerniger Frömmigkeit und gerechten
Sinnes sind; welche die Glaubenslehre und Geschichte
der Kirdie Gottes kennen; nicht zuletzt auch unsere
Verfassung. Wir müssen solche Laien fördern und —
heranbilden!
Recht gebrauchen — das verlangt auch, daß unter
^') In jüngerer Zeit hat der Vatikan sich zum Teilhaber an ver-
schiedenen Unternehmungen der privaten und öffentlichen
Hand Italiens gemacht, auf direkte oder indirekte Weise (Ban-
ken, Versicherungsgesellschaften, Gas-, "Wasser-, Elektrizitäts-
und Telefongesellschaften). Es ist bemerkenswert, daß gewisse
Personennamen, die im Generalstab der vatikanischen Finanz
verzeichnet sind, ebenfalls als Verwaltungsräte der wichtigsten
italienischen Wirtschaftsgesellschaften vorkommen. Das Ziel
solchen Finanzverhaltens ist es, der Unabhängigkeit des Papst-
tums eine gesicherte materielle Grundlage zu geben. Stimmen
der Kritik, auch von eigener Seite, sind in letzter Zeit gegen
starke Verflechtung mit dem beweglichen Kapital lebhafter ge-
worden. — Eine völlige Offenlegung der Besitzverhältnisse
und Beteiligungen usw. usw. erfolgt natürlich nicht. — Nähe-
res brachte die Frankfurter Allgemeine Zeitung in Nr. 42 vom
19. 2. 1958 S. 2.
39
allen Synodalen jener Ton herrscht, den St. Paulus
im 1, Brief an Timotheus folgendermaßen beschreibt
(5,1 ff): „Auf einen bejahrteren Mann fahr nicht mit
harten Worten los, sondern sprich zu ihm als wäre
er dein Vater; jüngere Männer behandle wie Brüder;
ältere Frauen wie Mütter; jüngere Frauen, mit aller
Zurückhaltung, wie Schwestern.
Recht gebrauchen — das setzt auch voraus, daß
man untereinander brüderlichen und taktvollen Gei-
stes ist. Darüber hat vor zwei Jahren einer der Uns-
rigen im Jahrbuch geschrieben (wobei sinngemäß
statt des Wortes Gemeinde hier das Wort Synode ge-
setzt wird): „Ob eine Synode in Ordnung ist, ob die
Synodalen als treue Verwalter, also segensreich,
walten, hängt entscheidend davon ab, ob Ehrsucht,
Rechthaberei, Empfindsamkeit, taktloses Hervorkeh-
ren eitler Besserwisserei durch den Geist Christi
überwunden werden und ob alle wie Brüder fein
miteinander umgehen. Christus hat den Jüngern
Füße, nicht „den Kopf" gewaschen. Er hat sie s
Freunde genannt."
Recht gebrauchen — damit ist endlich auch
meint, daß alle Synodalen danach jagen
Herz und eine Seele" zu werden! Woher allein d
Einheit und Einigkeit kommen wird, die mai
nicht machen kann, sagt uns der Kirchenv
Cyrill von Jerusalem (17. Katechese an die T
linge) : „So mächtig ließen die Glaubt
die Gnade des Heiligen Geistes, die
durch die zwölf Apostel erhalten hatten, in s
wirken, daß sie ein Herz und eine Seele war
Die alt-katholische synodale Verfassung ist u
wertvoller Besitz; möchten wir sie nutzen wie
kluge und eifrige Verwalter im Gleichnisse Jesu,
sie nicht brach liegen lassen, zum Unmute un*
Herrn und Meisters!
CCCC<WOCCCC(W(^CCCCOCCCC<W0COCO0CCO0OCCCO(WC0CCC0<WC0000W D 0CCCW00CCCC<>(^OCCCC<)<KCCCC0CWCCCCCCC0CCO<^>CC<^CCC0^
„Im Bewußtsein unserer religiösen Pflichten halten
wir fest an dem alten katholischen Glauben, wie er
in Schrift und Tradition bezeugt ist, sowie am alten
katholischen Kultus.
Wir betrachten uns deshalb als vollberechtigte
Glieder der katholischen Kirche und lassen uns weder
aus der Kirchengemeinschaft noch aus der durch diese
Gemeinschaft uns erwachsenen kirchlichen und bür-
gerlichen Rechten verdrängen. — Von dem Stand-
punkt des Glaubensbekenntnisses aus, wie es noch in
dem sogen. Tridentinischen Symbolum erhalten ist,
verwerfen wir die unter dem Pontifikate Pias' IX. im
Widerspruch mit der Lehre der Kirche und dem vom
Apostelkonzil an befolgten Grundsätzen zustande ge-
brachten Dogmen, insbesondere das Dogma von dem
,unfehlbaren Lehramte' und von der ,höchsten or-
dentlichen und unmittelbaren Jurisdiktion' des Pap-
stes. — Wir halten fest an der alten Verfassung der
Kirche. Wir verwerfen jeden Versuch, die Bischöfe
aus der unmittelbaren und selbständigen Leitung der
Einzelkirchen zu verdrängen . . . Wir erklären, daß
. . . nur im Einklang mit der Heiligen Schrift und der
alten kirchliclien Tradition, wie sie niedergelegt ist
in den anerkannten Vätern und Konzilien, Glaubens-
sätze definiert werden können. Wir erstreben unter
Mitwirkung der theologischen und canonistisclien
Wissenschaft eine Reform in der Kirclie, welclie im
Geiste der alten Kirche die heutigen Gebrechen und
Mißbrauche heben und insbesondere die berechtigten
Wünsche des katholischen Volkes auf verfassungs-
mäßig geregelte Teilnahme an den kirchlichen Ange-
legenheiten erfüllen werde, wobei, unbeschadet der
kirchliclien Einheit in der Lehre die nationalen An-
schauungen und Bedürfnisse Berücksichtigung finden
können." (1. Alt-Kath. Kongreß München, Sept. 1S7])
„Viele schlössen sich der Bewegung an, die g
jedes Kirdientum protestieren wollten. Sie sind
ausgeschieden, und heute sind wir wenige nbei
läutert, denn wir sind eine Kirche ohne politis
und materiellen Hintergrund, eine Kirche, die
dem Ideal der Reinheit und Wahrheit strebt,
darum werden wir im Zeitalter des Nützlichkei
dankens auch noch wenige vorerst bleiben."
(Dr. E. Zirngibl. Mnm
„Das Losungswort der alt-katholischen Kirche ist
kann nur sein: das Evangelium Christi. Dieses
sie in seiner vollen Reinheit und seinem ganzen
fange nach, wenn möglich allen Menschen unaui
bar in Geist und Herz einsenken, damit alle gelai
zur ,Erkenntnis des einzig wahren Gottes und da
den er gesandt hat', und damit sie in dieser ErkA
nis das ewige Leben haben."
(Bischof Dr. Th. Weber, Synode -
„Sein (des Alt-Katholizismus) recht eigentliches
risma besteht (viel mehr) darin, daß er durch
durch katholisch ist: katholisch in dem alten, k
liehen Sinne des Wortes, wie Irenäus und Cy,
ihn geprägt haben. Alle seine Führer gehörten
nnhmslos zu den strenggläubigen Katholiken,
aus ungemisdü katholischer Bevölkerung herv ^
gangen. An eine Nachahmung der protestanti: i
Kirchenreform haben sie niemals gedacht. Sonst
ten die von Döllinger geleiteten ünionskonfen f
gewiß nicht ein Bindeglied werden können zwv
den Orientalen und der angloamerikanischen
copdlkirche." Prof. Dr. Mppnld
CC<^<WC^C<<(^0<^<WCCCCCCCCCCW>C<<<CCOO«^^OCC<WC<W<^ D C<W(WO<WC<^OCC<K)CCCO<<<OCCCCCCC0CCCWC0CCCOOC(
1
Ein Gespräch über die alte katholisdie Kirdie
Die alt-katholische Kirche, Herr Pfarrer, ist doch
1870 bzw. 1723 entstanden?
Meinen Sie wirklich?
Nun ja, nach dem Vatikanum, das die Unfehlbar-
keit des Papstes verkündete, unterwarfen sich et-
liche Professoren, besonders in den deutschspra-
chigen Ländern, diesem Entscheid der katholi-
schen Kirche nicht. Sie und einige tausend Laien
bildeten eigene Bistümer und trennten sich damit
von der katholischen Kirche.
Wollen Sie damit sagen, daß die Verneinung der
Vatikanlehren im Widerspruch zur Hl. Schrift,
zur kirchlichen Überlieferung und zur Vernunft
stehe — oder daß die dem Papst gehorsamen Ka-
tholiken, also die „römischen" Katholiken die
wahre katholische Kirche allein und ausschließlich
bilden bzw. fortsetzen? Daß der Glaube an die
Unfehlbarkeit und den Jurisdiktionsprimat des
römischen Bischofs unaufgebbar zur Katholizität,
zum katholisdien Wesen der Kirche gehöre?
Möglicherweise ist die alt-katholische Position in
dieser Frage die richtigere — als evangelischer
Christ muß ich ihnen darin sogar beipflichten.
Aber schließlich bejaht der Katholik doch das
Autoritätsprinzip, muß sich also der Mehrheit und
hinfort dem Willen des Einen fügen?
Der rechtmäßigen Autorität, ja. Aber war das Va-
tikanum überhaupt in der Lage, ein verbindliches
und rechtmäßiges Urteil zu fällen?
Soviel ich weiß, hat sich damals die übergroße
Mehrheit für die Unfehlbarkeit entschieden.
Bei der Schlußabstimmung, gewiß! Aber in der
Vorabstimmung war die Opposition doch so groß,
daß von den Oppositionsbischöfen die Hälfte aller
Katholiken vertreten wurde. Abgesehen von den
übrigen Mängeln der Synode, also der Beschrän-
kung der Freiheit, der Eilfertigkeit der Verhand-
lungen, ungenügender wissenschaftlicher Abklä-
rung und anderer Gebrechen konnte nach früheren
Gepflogenheiten eine so weittragende Entschei-
dung angesichts einer so bedeutenden Opposition
; von dieser Synode gar nicht getroffen werden.
I Sie sprechen von der Synode? War es für die Ka-
\ tholiken kein Konzil?
i Nein, sehen Sie, da liegt der Hase im Pfeffer. Der
Versammlung fehlte von vornherein die ökumeni-
zität. Anglikaner und Orthodoxe fehlten, ganz ab-
gesehen von den Reformationskirchen. Seit der
Trennung der Ost- und Westkirche 1054 kann man
höchstens von Generalkonzilien jeder Kirchen-
Hälfte oder nach dem Auszug der nordischen Völ-
ker aus der Westkirche nur noch von Synoden
sprechen, die nicht mehr imstande sind, glaubens-
verbindliche Entscheidungen zu treffen. Nach dem
Einladungstext sollte sich das Vatikanum ja auch
nur mit Fragen der Praxis beschäftigen.
K. Dann müßte man also wohl von einem Schisma
sprechen, das innerhalb der katholischen West-
kirche entstand? Altkatholiken, der Zahl nach klein
— aber Zahlen entscheiden ja nichts über die
Wahrheit — standen den Rom-Katholiken gegen-
über, die die Infallibilität bejahten oder wenig-
stens schwiegen?
Pf. Ja, lieber Herr K., dies dürfte der Wirklichkeit
entsprechen. Die Trennung war schmerzlich. Es
ist ein furchtbares Unglück, „Altar gegen Altar"
stellen zu müssen, zumal für solche, die ihre Kir-
che lieben und jede Spaltung als ein Zerreißen
des ungenähten Rockes Christi, als Zerstückelung
des einen Leibes Christi betrachten.
K. Verehrter Herr Pfarrer, Sie werden vielleicht mei-
ne jetzige Frage aus dem Munde eines Protestan-
ten, dessen Väter ebenfalls sich gedrungen sahen,
sich von der Kirche zu trennen, kaum verstehen.
Und doch stelle idi sie, weil ich als Protestant
unter der Zerrissenheit der Kirche leide — vor
allem im Blick auf die Aufgabe der Kirche in einer
neuheidnisch werdenden Völkerwelt. Verliert nicht
jede gespaltene Kirche ihre Glaubwürdigkeit bei
ihren Kindern und den Draußenstehenden? —
Konnte nicht die Entscheidung des Vatikanums
um der Einheit willen ertragen werden? Wäre es
nicht klüger gewesen, innerhalb der Kirche einen
Mißbrauch der Unfehlbarkeit zu verhindern, durch
theologische Darlegungen und Werke usw?
Pf. Ihre Frage ist verständlich und wie Sie, dachte
mancher, der sich „löblich" unterwarf. Die Erfah-
rung aber spricht dagegen. Die Erfahrung mit
totalitär regierten Staaten, auch jene mit der
nun seit 1870 totalitär regierten römisch-katho-
lischen Kirche. Der L November 195C beweist
es. Die Bitten, die Vorstellungen einzelner Bischöfe
und namhafter Gelehrten werden von der intran-
sigenten Richtung übersehen. Hat nicht der greise,
hochangesehene Univ. Professor Altaner warnend
und noch rechtzeitig seine Stimme erhoben und
nachgewiesen — vor dem 1. Nov. 1950 — . daß die
leibliche Himmelfahrt Mariae indefinibel ist? Ha-
ben nicht sogar Ihre Glaubensgenossen gutachtlich
sich geäußert — bitte vorher? Entweder besitzt
Rom gar nicht die ihm von Ahnungslosen zuge-
schriebene Behutsamkeit — es wird sehr vieles
unüberlegt und eilfertig in Rom gemacht — oder
man sündigt vermessentlich im Vertrauen auf den
angenommenen Beistand des Hl. Geistes, der aber
in jedem Fall voraussetzt, daß man selber alles zur
Aufhellung Nötige tut, was man kann. Die Hier-
archie weiß, daß das gläubige Volk sich um Lehr-
und um Verfassungsfragen wenig kümmert. Das
war früher anders. Die christologischen Kämpfe
im 3. und 4, Jahrhundert waren in den klein-
asiatischen Hafenstädten sogar das Gespräch von
Marktfrauen. Die heutige Indifferenz der Massen
wie die Fügsamkeit der Bischöfe gehörten zum Be-
41
trüblichsten der Gegenwart. Um so mehr obliegt
die Pflicht der Wachsamkeit jenen Männern, die
als Kirchenrechtler oder als Gottesgelehrte (Pro-
fessores fidei) sich der Wahrheit und der Kirche
gleichermaßen verbunden fühlen. Der gläubige
Katholik kann es ertragen, wenn die Frömmig-
keit pietistisch vulgarisiert wird, wenn Mißgrifl'e
in der Verwaltung geschehen, wenn Päpste und
Bischöfe öfl'entliches Ärgernis durch einen sündi-
gen Lebenswandel geben — aber sie müssen wie
Paulus der Hierarchie ins Angesicht widerstehen,
wenn die ausgewogene kirchliche Verfassung in
ein totalitäres Regiment eines Einzigen verkehrt
wird und damit eine einseitige Richtung Blanko-
vollmacht für alle Zukunft bekommt, Sie sollten
das eigentlich aus der jüngsten deutschen Vergan-
genheit wohl begreifen!
K. Sie meinen also, die Unfehlbarkeitserklärung und
die universalbischöflidie Gewalt seien mit der
Diktatur und deren üblen Folgen in einem Staat
vergleichbar? Könnte aber nicht auch ein erleuch-
teter Gottesmann seine Vollmacht zum Segen der
Kirche gebraudien, ihr eine innere Geschlossen-
heit geben und die Kirche zu einer festgefügten
Kampfgemeinschaft gegen die Mächte der Finster-
nis formen? Gerade wir Protestanten spüren ja,
wohin Willkür und Subjektivismus unserer Pro-
fessoren, Theologen, ja jeder einzelnen Kirchen-
leitung und jedes Pfarrers geführt haben, nämlich
zur Auflösung der Glaubenssubstanz und zu heil-
losem Wirrwarr. Nach Ablehnung des einen
Papstes haben wir doch tausend Päpstlein be-
kommen.
Pf . Die Möglichkeit einer solchen Entwicklung ist nicht
von der Hand zu weisen, obgleich ja Gott in den
Bischöfen die Männer gesetzt hat, die allein und
in ihrer Gesamtheit über die Lauterkeit der Lehre
wachen. Die alte Kirche des 1. Jahrtausends ist
jedenfalls, wenn auch oft erst nach schweren gei-
stigen Kämpfen, mit dem konziliaren und bischöf-
lichen Prinzip gut gefahren. Die Einheit wurde —
im großen und ganzen — bewahrt oder wieder
gewonnen. Die anglikanische Kirdie ist zudem ein
Beispiel dafür, daß die Verantwortung wächst mit
einer maßvollen Freiheit. Schließlich braucht eine
Kirdie nur ein klares festes Fundament, eine gute
Ordnung und den Geist der Liebe, um jene Ein-
heit zu wahren, die für der Seelen Heil und Selig-
keit erforderlich ist — sie braucht aber auch jene
Freiheit, die ihre Glieder und ihre Leitung immer
wieder veranlassen, sich als stets zu reformierende
Kirche unter das Evangelium und unter den Ruf
des Heiligen Geistes zu stellen, der in und durch
Veränderungen der Verhältnisse die Kirche zu be-
stimmten Zeit-Aufgaben ruft. Freilich, entschei-
dend bleibt, ob die autokratische Verfassung von
Christus gewollt war.
K. Die römische Kirche behauptet es. Sie verweist
auf die Matthäus-Stelle von dem Felsenmann Pe-
trus, dem die Schlüssel des Himmelreiches über-
geben seien und der die Lämmer und Sdiafe wei-
den und die Brüder stärken solle. Freilich, ich
m
1 zu cm
der t
erinnere mich, daß diese Worte ja auch
Aposteln gesprochen worden sind und der
eine Anspielung auf den von Petrus bekan
Glauben an Christus, den lebendigen Sohn Co
war.
Pf. Sie haben recht. Übrigens müssen sogar i
röm.-katholischer Auslegung bei mißverstäi
eben Schriftstellen die Väteraussagen gehört -
den. Sie bekunden in ihrer Mehrheit, was j
Augustus ganz klar betont, daß die Kirche r
auf den Menschen Petrus, sondern auf den
ihm bekannten Glauben an Christus gegrü
sei. Ich verweise Sie auf das Buch unseres l
■^ Langen: „Das Vatikanische Dogma in seinem
hältnis zum NT und der exegetischen Übe
ferung", Bonn 1871 — 76, das bis heute wis
schaftlich unwiderlegt ist.
K. Dann befänden sich also die Altkatholiken :
biblisch in einer guten Lage. Die Bibelstellen I
nen, wie ich sehe, kaum für ein unfehlbares Pr
tum geltend gemacht werden: Die Geschichte
Erfahrung sprechen deutlidi gegen die Be
mächtigung eines einzigen Menschen mit eine
ungeheueren Geistesgabe; wahrscheinlich wei
Sie mir auch nachweisen können, daß die Ki
der ersten fünf Jahrhunderte ein Papsttum
heutigen Sinn nicht gehabt hat. Nur sehe ich i
recht, wie die Lehr- und Glaubenseinheit
Kirche ohne ein Lehramt auf die Dauer gew
werden kann. Bei aller nötigen Kritik gegen
der päpstlichen Lehrautorität bin ich doch gen
den Befürwortern der lehramtlichen Autorität
Papstes wenigstens das eine zuzugestehen, dal
glaubten, der Kirche damit eine erhöhte Sichei
zu geben, ihre Kraft in einem Punkt gleichsai
sammeln und das Schifi'lein der Kirche, in höd
Verantwortlichkeit von einem geleitet, sidi
durch die Zeitenstürme zu steuern.
Pf. Ich freue mich, daß Sie den Vertretern der Uni
barkeit und des Jurisdiktionsprimats eine
Absicht unterstellen. Nur so kommt das Gesp
unter Christen weiter. Ich habe stets daruntei
litten, — und es war für mich ein kleiner Be
gegen die Unfehlbarkeit des Papstes — daß
Päpste früher mit so ungeheuerlichen Flui
mit Feuer und Schwert gegen die bösen Ketzer
gingen, deren Gefährlichkeit ich damit nicht
leugnet haben mödite. Ja, im Grunde wollten
gar die Patres der Societas Jesu wirklich das /
für die Kirdie und die Welt. Aber auch wir
katholiken! Die Trennung, das Schisma zwis-
Rom und Altkatholiken hat zwei Wurzeln:
Liebe zur Kirdie und den Ausspruch des Gewiss
wenigstens was die Grundhaltung der Hauj
teiligten anbelangt. Nun gilt es, in aller Riilu
Tragkraft der Argumente hüben und drüben
zuwägen. Dabei muß idi Sie allerdings auf
Tatsache aufmerksam madien: es wird sehr sd
sein, mit römisch-katlioli.sdien Vertretern zu ei
wirklichen echten Gespräch zu kommen — e;
denn unter vier Augen und unter dem Siegel!
Verschwiegenheit. Denn solange der röniisdii
42
holische Opponent, an Gehorsam, Modernisteneid
ind das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes
ebunden, dem Papst gehorcht, kann er die amt-
iche Lehre — bei aller menschlichen Zuvorkom-
iienheit und Gewandtheit — nie aufgeben, er muß
lie Augen vor Tatsachen und bündigen Argumen-
en verschließen, ja eher bereit sein, das Opfer
eines Verstandes, seiner besseren Einsicht zu
»ringen, — während Sie und ich bereit sind, die
iründe objektiv zu wägen.
)as, nichts anderes macht die Aussicht auf eine
v'irkliche Einigung so schwer.
{eugt sich der Altkatholik nicht auch der OfTen-
•arung? Ist er nicht auch bereit, zu glauben, d. h.
ler Dinge, die Gott verheißen hat, gewiß zu sein,
uch wenn man sie nicht sieht?
)och, auch wir sind bereit, Gott zu glauben, auch
venu wir nicht sehen und nicht restlos begreifen,
iber einmal findet der Glaube dort seine Grenze,
,0 offenkundige Tatsachen den Glauben unmöglich
i.iachen. Glaube ist wohl übervernünftig, nie aber
vidervernünftig. — Sodann, und damit stoßen wir
uf das Entscheidende, wodurch wir uns von dem
lUslegungs- oder Lehrermittlungsprinzip sowohl
er. römischen wie der. protestantischen Auffassung
nterscheiden, aber mit der ungeteilten Kirche über-
instimmen: Wir halten weder jeden einzelnen
Christen noch einen einzigen Bischof für befugt,
ür alle verbindliche Entscheidungen zu treffen.
)enn der Heilige Geist ist der Kirche als solcher
erheißen. Was allgemein festgehalten oder auf
Pf
einem ökumenischen Konzil einmütig als apostoli-
sche Glaubenshinterlage verkündet wurde, das und
nur das hat mit Gewißheit den verheißenen Bei-
stand des Heiligen Geistes für sich.
So wußte es die Kirche im ganzen ersten Jahr-
tausend. Sie hat danach gehandelt auf den sieben^
ökumenischen Konzilien. Weil wir (Alt-) Katholiken
das festhalten, was die Kirche, die ganze Kirche
einmütig lehrte, besdiloß und festhält, darum kön-
nen wir bloße synodale Entscheidungen zwar prü-
fen und nach ihren Gründen wägen — ebenso wie
Lehrmeinungen Einzelner, aber sie erlangen erst
Verbindlichkeit durch Zustimmung der ganzen
Kirche als solcher. Die Gleichsetzung von Papst
und Kirche betrachten wir als eine Vermessenheit,
ebenso wie bloßes Herrschenwollen und eigen-
mächtiges Lastenauflegen. Daraus spricht nicht der
Geist Christi. Verstehen Sie jetzt, lieber Freund,
worum es uns Altkatholiken geht, wenn wir an
der altkirchlichen, bruderkirchlichen Verfassung
festhalten, wenn wir dem römischen Bischof wohl
einen Primat "der Ehre und des Dienens, aber nicht
mehr zuerkennen. Und warum wir das Konzil als
Appellationsinstanz und dem Papst vor- und über-
geordnet zurückverlangen?
Denken Sie einmal darüber nach.
Haben Sie Dank! Nun ist mir doch manches klarer
geworden.
Beten wir füreinander und für die Kirche Christi!
Daß wir alle eins werden in Ihm!
Auf Wiedersehen! Paul F. Pfister
■
43
Altes Bonner Stadtsiegel
Fast wie Wallensteins Charakterbild nach dem
Schillerwort „von der Parteien Haß und Gunst
verzerrt" schwanken Schätzung und Einschätzung
von Bonn im Bewußtsein der Deutschen in der
Gegenwart und etwas davon spielt sogar hinein
in die Gedanken und Empfindungen der Kirchen-
mitglieder im „Katholischen Bistum der Alt-Ka-
tholiken in Deutschland", dessen verfassungsmä-
ßiger Sitz seit fast 90 Jahren in dieser Stadt sich
befindet. Fehlt doch dieser Stadt jener gewisse,
gesicherte Ruf, wie ihn die großen Weltzentren
ganz unerschütterlich besitzen oder wie er auch
kleineren Orten etwa als ausgesprochene „Uni-
versitätsstadt", als berühmter Kurort, als Indu-
striezentrum, als Hafen- und Handelsstadt, als
typische „Residenzstadt" oder als neuzeitliche
„Landeshauptstadt" eigen sein kann.
Was aber war und was ist nun eigentlich Bonn,
das mit seinen 140000 Einwohnern ganz offiziell
eine „Großstadt" ist und mit seiner zweitausend-
jährigen Geschichte zu den ältesten deutschen
Städten gehört? Hängt das Besondere dieser
Stadt vielleicht damit zusammen, daß sie in kein
Sdiema paßt und gerade darum in einer über-
rasdienden Weise geeignet war, so seltsame Funk-
tionen zu übernehmen wie diese, nach 1870 den
Sitz des alt-katholischen Bischofs für ganz Deutsch-
land und nach 1945 provisorische deutsche Haupt-
stadt im Zustand des gespaltenen Reiches zu
werden? Wird vielleicht darin etwas deutlich vom
großen Bruchstück- und Zeichencharakter des
menschlichen Lebens, indem hier einer Stadt eine
Rolle zufällt, die ihren sichtbar besser vorberei-
teten Schwestern entgeht? Nun i^^f «**« mImt nicht
Die alt-katholische Bischofsstadt
und ihre Gemeinde 1870-1958
so, als ob Bonn keine Geschichte hätte und
früher Bedeutsames in ihren Mauern sich j
spielt hätte. Wahrscheinlich schon vor der Rö
zeit ein Stammeszentrum mit wichtiger Kults
auf dem „Heiligen Berg", dem heutigen Ki
berg, am Schnittpunkt einer wichtigen Ost-V
Straße mit dem am linken Ufer entlanglaufe
nord-südlichen Rheinuferweg, wird der Ort
Standquartier römischer Legionen, die für
vierhundert Jahre die Wacht am Rhein bezic
Früh schon dringt in dieser Zeit das Christel
bis nach Bonn vor und seine Hauptkirche,
hochromanische Münster, ist zwei Märtyrer!
dritten Jahrhunderts, Cassius und Florei
geweiht. Das über ihren Gebeinen erric
Stift wird geradezu der Kristallisationsp
der neuen, nach dem Verfall der römis
Herrschaft entstehenden fränkischen Gauh;
Stadt, an die sich nach und nach zum Rhein
zum verlassenen Römerlager hin die Händler .
anschließt. Entscheidend für die Geschichten
Stadt wird jedoch die Tatsache, daß schoj
13. Jahrhundert der mächtige Erzbischof
Köln sich mit der aufstrebenden Bürgerschaf i
ner Bischofsstadt verfeindet, so daß er fünf .'
hunderte hindurch jeweils nur einmal zur In
nisation und dann wieder im Sarge zur Beiset (
zu seiner Domkirche kommen konnte. Der
ernde Sitz jedoch dieses für das gesamte ni
rheinisclie Gebiet bis nacli den Niederlanden
so bedeutsamen Kirchenfürsten und Landesh«
wurde bis zur Zeit Napoleons unser Bonn! 1
Aufgabe hat Bonn manchen Glanz, aber
manchen tiefen Fall durch die kriegerischen
Wicklungen gebraclit, in die Kurköln hine i
zogen wurde. Vor allem wurde für Bonn der
bau zur starken Festung am Rhein mehrmal*
Verhängnis. Daher kommt es auch, daß va'A
seinen Mauern, mit Ausnahme weniger mit
terlicher Kirchen und des schönen Rathausc
dem IS. Jahrhundert, sogul wie keine histori-
Bürgerbauten von Bedeutung erhalten findet i
44.
Das Kurfiuslenschlolj — jol/l Lnueisitat
3e Glanzzeit für die Stadt jedoch war das 18.
rhundert, in dem Kurfürst Clemens August
dem Hause Witteisbach seine Residenz durch
Schloßbauten und die üppige Hofhaltung zum
bewunderten rheinischen Versailles erhob,
ugleich wurde die Stadt in jener Zeit im Ge-
satz zum hochkonservativen Köln ein Zen-
11 fortschrittlichen Zeitgeistes, als deren Pflege-
te der letzte Kurfürst Max Franz, der Sohn
ia Theresias, 1783 die erste Bonner Universi-
begründete. Gerade um dieser freieren Ge-
haltung willen wählte dann auch die preußi-
3 Regierung nach 1815 Bonn vor Köln zum Sitz
seine neue rheinische Universität, die nach
Plänen Wilhelms von Humbold als Schwester-
versität von Breslau und Berlin am 18. Okto-
1818 begründet wurde und aus der Hand Kö-
Friedrich Wilhelms HI. die beiden kurfürst-
hen Schlösser in Bonn und Poppeisdorf mit
n Gärten als Morgengabe erhielt. So wurde
in für 100 Jahre eine bevorzugte königliche
versitäts- und Garnisonstadt und im Laufe
späteren 19. Jahrhunderts eine beliebte Rent-
stadt und bevorzugter Wohnsitz der Millionäre
dem sich immer kräftiger entwickelnden In-
triegebiet der Ruhr, dem damals so unfreund-
en „Kohlenpott". Gerade in dieser Eigenschaft
' r wurde Bonn besonders empfindlich durch die
' i Weltkriege und ihre Nachwirkungen betrof-
Es schien ihr fast nur noch der Reiz ihrer
i ;e geblieben zu sein, deren besondere Eigen-
ilichkeit Ernst Moritz Arndt wohl mit Recht
i in sah, daß hier die weiten norddeutschen
Ebenen und die romantische Welt der Mittelge-
birge in einmaliger Harmonie, verbunden durch
den mächtigen Strom, sich durchdringen. Wäh-
rend die finanzielle Kraft des großen Industrie-
landes Nordrhein-Westfalen in der Nachfolge des
aufgelösten und versunkenen Preußen die Univer-
sität großzügig wieder aufbaute, fiel der armge-
wordenen und zur Hälfte kriegszerstörten Stadt
Würde und Bürde der westdeutschen Bundes-
hauptstadt in den Schoß, und sie mußte sich bisher
ohne wesentliche Mithilfe des Bundes bemühen,
ihren neuen Aufgaben leidlich gerecht zu werden-
Was nun das „alt-katholische Bonn" anbelangt,
so hängt seine Geschichte und Bedeutung ganz
wesentlich mit der Geschichte der Bonner Univer-
sität zusammen. Weil man in Berlin die innere
Ablehnung der preußischen, auf Toleranz und
Ausgleich gerichteten Kulturpolitik durch die ka-
tholischen Rheinlande fürchtete, begründete man
die neue Universität nicht in Köln, sondern in dem
für aufgeschlossener geltenden Bonn. Und gerade
die beiden theologischen Fakultäten sollten dabei
mithelfen, den Geist der Toleranz und des Aus-
gleiches in den neuen Provinzen heimisch zu ma-
chen. Gewissermaßen als Krönung dieses Versu-
ches ist die ernsthafte Bemühung der preußischen
Regierung um die Besetzung des Kölner Erzbis-
tums durch den milden und weitblickenden Jo-
hann Michael Sailer anzusehen, die dann aller-
dings doch nicht zustande kam. Dafür wurde
unter Erzbischof Spiegel der Professor der Dog-
matik Georg Hermes das Haupt der neuen Bon-
ner katholisch-theologischen Fakultät. Sein ener-
45
gisdier, klarer Geist rang um einen Ausgleich
der überlieferten Offenbarungswahrheit mit dem
Geist der neuen Zeit und gewann bis in die länd-
liche Seelsorgsgeistlichkeit hinein eine große Zahl
begeisterter und kirchlich eifriger Anhänger. Man
kann diese Bewegung, soweit sie sich im Kirchen-
volk auswirkte, durdiaus mit der Belebung ver-
gleichen, die in Süddeutschland und der Schweiz
von Sailer und Wessenberg in die praktisdie
Pfarrseelsorge ausströmte. Doch schon um 1840
werden Hermes und seine Anhänger von Rom
verurteilt. Die Zukunft gehört einer von den Theo-
logen des Jesuitenordens geführten Kirche. Lang-
sam und in wiederholten, z. T. scharfen Krisen
muß auch der preußische Staat mit seiner Kultur-
politik sich damit abfinden. Zunächst allerdings
herrsclit in Bonn noch ein Mittelzustand. Die Bon-
ner Theologen Dieringer, Hilgers, Keusch und
später der junge, hochbegabte Langen und mit
ihnen Peter Knoodt an der philosophischen Fa-
kultät folgen den Bahnen DöUingers in München
und denken teilweise auch in der Weise des
Wiener Religionsphilosophen Anton Günther. Sie
fassen ihre Gedanken zu den Fragen der Kirche
in ihrer Zeit zusammen in dem von Reusch her-
ausgegebenen „Bonner Literaturblatt". Im fort-
schrittlich gesinnten katholischen Bürgertum der
rheinischen Städte aber blickt man auf diese Fa-
kultät als einen Hort gegen das, was in der Spra-
che der Zeit „Obskurantismus" und „Ultramon-
tanismus" heißt, ohne deshalb sich von der über-
ti Pr4
lieferten Kirche und ihrer im römischen
gesiclierten Einheit lösen zu wollen. Hier liegt
Grund, warum das neue Dogma der päpstli«
Unfehlbarkeit vom 18. Juli 1870 in und um B
eine lebhafte Ablehnung fand, warum aber
gleich auch wieder nur ein kleiner Bruchteil j
Opponenten sidi zur Bonner alt-katholisdien
meinde zusammenfand. Noch heute liegen
Bonner Pfarrarchiv die Originaluntersdirifter
262 selbständigen altkatholischen Männer, d
Zusammenstehn die preußische Regierung
anlaßte, am 18./20. XI. 1874 die alt-kathoH
Parodiie als für die Kreise Bonn-Stadt, B(
Land, Rheinbach, Siegkreis und Ahrweiler en
tet, anzuerkennen. Infolge der erwähnten Be
tung der Universität w^ar es in hohem Grade
„Honoratiorengemeinde" und diese Tatsache
ihre breitere Entfaltung zweifellos mehr behin
als erleichtert. Ihr erster Pfarrer war der
testamentliche Professor Franz Heinrich Rei
der nach dem Rücktritt Dieringers und dem 1
von Hilgers der Führer der antivatikanis(
Majorität in der kath. theol. Fakultät war un
mancher Hinsicht für die erste Generation
Alt-Katholiken eine ähnlidie Aufgabe erfüllt
wie sein Oxforder alttestamentlicher Kollege Pi
in den Anfängen der katholischen Wiedt
weckung der Kirche von England nach der 1
Version Newmans und dem Tode Froude's: i
rechts und links wahrte er die Verbindung
neuen kirchlichen Organisation mit dem Geist
Marktplatz und Alles Rathaus
4ft
Bundeshaus
Ordnung der alten und ungeteilten Kirche!
1 nur dadurch konnte es geschehen, daß die
e Bewegung nicht den Weg aller Abspaltungen
;, d. h. daß sie sich nicht in der Opposition
krampfte oder in Einseitigkeiten verlor.
Is Stätte des Gottesdienstes diente in den Jah-
1873 — 77 die Universitätskirche, die frühere
loßkirche der kurfürstlichen Residenz, die
lig Friedrich Wilhelm III. bei der Gründung
Universität der evangelischen Gemeinde und
evangelischen Fakultät zugleich zum dauern-
Gebrauch zugesprochen hatte.
»och nicht nur die Pfarrgemeinde hängt in
r Entstehung deutlich mit der Bonner Uni-
I >ität zusammen. Auch die Wahl des Bischofs
I . seines dauernden Amtssitzes hängt sozusagen
! gleichen Faden: Schon 1872 ließ der Prager
[ :henrechtslehrer Prof. Dr. Friedrich von
i iilte sich nach Bonn versetzen. Er wurde der
! Opfer nicht nur der so wichtigen Notrechts-
1 tiung der Kirche in ihrer „Synodal- und Ge-
) ndeordnung", sondern er war auch als jahr-
t ntelanger stellvertretender Vorsitzender der
5 odalvertretung von seinem stattlichen Haus in
I Lennestraße aus der eigentliche Organisator
i kirchlichen Aufbaus. Er führte die entschei-
i den Verhandlungen mit den Regierungen, die
i Anerkennung des ersten Bischofs führten und
S ISO geht auf ihn die Entscheidung zurück, in
I n den Sitz des Bischofs zu begründen, damit
i er hier in Verbindung mit der Universität die
I ologenausbildung leiten könne. Und so ent
»' d jene eigenartige und bis heute für jeden
B hof nicht leichte Lage, daß er seinen Sitz in
^ r der kleineren Gemeinden hat und in keiner
unmittelbaren Verbindung mit den Gebieten steht,
die eine größere Dichte alt-katholischen Gemein-
delebens aufweisen. So war und ist er wesentlich
„Missionsbischof" in strategisch bedeutsamer Po-
sition, und dies um so mehr, als sich um seinen
Sitz nie in bürokratischer Hinsicht die Verwal-
tung des Bistums verdichtet hat, sondern bis
heute im Zeichen der sogenannten Landessyno-
den eine gewisse Dezentralisierung der kirchli-
chen Verwaltung sich ergeben und erhalten hat.
Diese ganze Lage hat auch das Bonner Kirchen-
problem erheblich belastet und seine Lösung er-
schwert. Hätte der Bischof von Anfang an in einer
der großen Gemeinden seinen Sitz genommen,
so wäre ihm Besitz oder Nutzung einer größeren,
repräsentativen Kirche wohl nie streitig gemacht
worden. Nun aber ergab sich eine Geschichte, die
in ihrem Verlauf so recht die notvolle und doch
immer wieder gnädig geführte Wanderung dieser
kirchlichen Gemeinschaft durch drei bis vier Ge-
nerationen widerspiegelt:
1877 stellte der preußische Staat die zum Uni-
versitätsvermögen gehörende Gymnasial- oder Je-
suitenkirche an der Bonngasse, eine stattliche,
nicht übergroße Barockkirche zur Verfügung. Da-
bei behielt er sich ein zweijähriges Kündigungs-
recht vor, das jedoch nur wirksam werden konnte,
„sofern den Alt-Katholiken ein anderes würdiges
und genügend großes Gotteshaus zur Verfügung
stehen würde". Da sich die römisch-katholische
Münstergemeinde nie mit dem Verlust der Jesu-
itenkirche für ihre Schulmessen abfinden wollte,
ließen von 1922 an die Versuche nicht mehr nach,
die Alt-Katholiken aus ihrem Gotteshaus zu ver-
drängen, obgleich inzwischen die Zahl der höheren
47
Auswärtiges Amt
Schüler in Bonn so zunahm, daß diese Kirche für
die römisch-katholischen Schulmessen praktisch
nicht mehr in Frage kommen konnte. Sie ist dann
auch in neuester Zeit zur katholischen Universi-
tätskirche als Gegenstück zur evangelischen
Schloßkirche erhoben worden. Nach schwierigen
Verhandlungen wurde endlich 1932 eine annehm-
bare Lösung der Bonner Kirchenfrage gefunden:
Der Staat gab der Gemeinde eine Summe als Ab-
findung, mit der diese bis 1934 die „Friedens-
kirche" an der Koblenzer Straße auf eigenem
Grund und Boden errichten konnte. In der Ge-
meinde kam es zu lebhaften Auseinandersetzun-
gen zwischen denen, die zugleich mit dem Kir-
chenbau ein Gemeindezentrum mit Pfarrwohnung
und Gemeinderäumen schaffen wollten, und je-
nen, die in der Errichtung der Kirche an einer
der Hauptstraßen der Stadt das erste Erfordernis
sahen. Leider fehlte damals das Geld, um beide
Anliegen mitcinMndcr zu verbinden. Die Entscliei-
4
düng fiel für die repräsentative Lösung, wa:
Blick auf die Bedeutung der Kirche als Biscl
kirche auch heute noch bejaht werden kann.
Doch neben dem Bischofssitz, dem Ort
Theologenausbildung und der Pfarrgeme
steht noch ein viertes kirchliches Institut mit
ner besonderen, an Bonn gebundenen Geschi<
Das „Haus für altkath. Krankenschweslt
Schon die ersten Anfänge des alt-katholis
Lebens in Bonn sahen hier in Amalie von
saulx, der damaligen Oberschwester des gr<
städtischen Johannesh()si)itals, ein ergreife
Vorbild besten katholischen Schwesterngei
Wegen ihrer geistigen Verbindung mit den le
den Persönlichkeiten der sich bildenden Bo
altkatholischen (iemeinde wurde „Schwester A
sline", wie sie im Orden der BorroinäeriM
hieß, wie eine (iefangene von den MitschwCM
isoliert, von Bonn entfernt und nach ihrem
versucht, die Bestattung ohne kirchliche 1"
48
Das romantische Bonn — Blick vom alten Zoll
steckt durchzuführen. Bischof Reinkens hat
edlen Frau in der Schrift „Amalie von Las-
ix, eine Bekennerin", ein bleibendes Denkmal
?tzt. Nicht allzulange darnach erwachte in der
we des Professors Gerhard vom Rath, Frau
efine vom Rath, geb. Bouvier, der lebhafte
n für die Mithilfe der Frau im kirchlichen
en. Sie ließ sich selbst in Kaiserswerth eine
bildung im Diakonissendienst geben und stellte
(ler größere Teile ihres großen Wohnhauses
der Baumschulallee 9 — 13 und ihres sehr be-
htlichen Vermögens für diese Arbeit zur Ver-
ung. Aus dem Armen- und Krankenpflege-
rin und dem Verein zur Pflege alt-katholischer
isenkinder wurde 1896 das Haus für Alt-kath.
nkenschwestern, dessen Statuten die königliche
rkennung des Hauses als einer juristischen
son unter einem besonderen Kuratorium er-
ten. Das Bonner Haus wurde zum Mutterhaus
die Schwestern auf den verschiedenen im Bis-
i entstehenden Gemeindekrankenpflegestatio-
, während zugleich im Hause in Bonn neben
\ T größeren Zahl von Waisenkindern ein alt-
I lolischer Kindergarten unterhalten wurde. Es
! mg der starken Persönlichkeit von Frau Jose-
i vom Rath, die schon 1913 am 17. Oktober
I starb, ihren Schwestern eine geistige Prägung
t ermitteln, die noch heute nicht völlig verblaßt
^ wenn auch diese Schwesternschaft seither
k »en leichten Weg gehabt hat. Das Psalmwort
t enet dem Herrn mit Freuden", das sie auf die
t ernen Kreuze der Schwestern schreiben ließ,
zeigt die Haltung an, aus der heraus hier alle
Arbeit am Nächsten verstanden wurde. Und ge-
rade darin lebt etwas weiter vom Geist jener er-
sten „Bonner Schwester", der ehrwürdigen Amalie
von Lassaulx, deren Lebensweg im Widerstand
gegen die typische Ordenserziehung ihrer Zeit die
Bedeutung der Heiligung der natürlichen Art und
ihrer Anlagen in vorbildlicher Weise zeigt und
die zeitlebens ein natürlicher, fröhlicher Mensch
geblieben war. Zugleich aber hatte Frau vom Rath
und ihre großzügige Gebefreudigkeit eine weitere
sehr erhebliche Bedeutung für das alt-katholische
Bonn: Einerseits übergab Frau vom Rath schon
1892 Prof. von Schulte eine sehr beträchtliche
Summe zum Erwerb des Hauses Lennestr. 30,
das als das „Johanneum" zugleich Gemeindehaus
der Pfarrei und Sitz des Bischöflichen Seminar-
Konviktes wurde, und das schließlich nach wech-
selvoller Geschichte mithelfen sollte, in neuerstan-
dener Form über den Ausbau . zum modernen
Bürohaus die zerstörte Bischofs- und Pfarrkirche
wieder aufzubauen. Andererseits wurde das testa-
mentarische Vermächtnis von Frau vom Rath, das
alte Schwesternhaus an der Baumschulallee, nach
der Zerstörung der Pfarrkirche und des Johanne-
ums sozusagen zur Fliehburg für die Bonner
kirchlichen Belange: Hier war das Bischöfliche
Seminar mit den Resten der Bibliothek des Jo-
hanneums untergebracht, hier wohnte die Ge-
meindeschwester, hier konnten Gemeindegottes-
dienst und Religionsunterricht abgehalten und die
Tätigkeit der Gemeindevereine wieder aufgenom-
49
Gymnasialkirdie an der Bonngasse, 1878—1034
men werden, hier fand das Bischöfliche Archiv
eine Zeitlang Unterkunft und schließlich wohnte
hier auch Bischof Erwin Kreuzer während seiner
Coadjutierung von 1950 his zu seinem Tode.
Doch mit all diesem sind wir der eigentlichen
Geschichte in manchen Punkten weit vorausgeeilt.
Dennoch mögen diese Durchblidce geholfen ha-
50
ben, den Raum abzustecken, den das „alt-katl
sehe Bonn" einnimmt, und den zu wahren uni
gestalten auch heute noch die Aufgabe ist.
Wenn wir nun nochmals dem Gang der
schichte seit den siebziger Jahren des vergangi
Jahrhunderts folgen, so wollen wir dies an H
der Ereignisse tun, die das Leben der Pfai
meinde besonders bestimmt haben und w(
dabei die Ereignisse in den übrigen drei B«
chen des „alt-katholischen Bonn" jeweils an i
Stelle erwähnen. Der erste Abschnitt dieser
schichte ist die Zeit, da das Pfarramt durch l
Keusch verwaltet wurde. Es ist klar, daß bei
hochgelehrten Art und der großen sonstigen
anspruchung von Professor Keusch in di
Jahren eine die Gemeinde erweiternde und in
lieh gestaltende Seelsorge kaum geübt wei
konnte. Es kann uns deshalb nicht verwum
zu hören, daß die alt-katholischen Gottesdic
besuchcr wegen ihrer oft recht bescheidenen ;
beim Verlassen der evangelischen Schloßki
vor den wie zwei Wände sich am Eingang d
genden evangelischen Gottesdienstbesuchern,
ren einzige Kirche in Bonn damals die Sdi
kirche war, sich wie Spießrutenläufer vorkai
So wurde es in jeder Hinsicht als ein großer 1-
schritt empfunden, als 1877 die alleinige Be
zung der Gymnasialkirche an der Bonngasse
Staate eingeräumt wurde. Zugleich stand d;
auch dem Bischof eine überaus würdige S
für sein besonderes Wirken zur Verfügung, v
auch der hochbarocke sog. „Jesuitenstil"
Schmuck der Altäre diese Stätte nicht gerade
besonders sinnvollen Ort alt-katholischen liti-
schen Lebens erscheinen lassen konnte, dai
gerade zur ursprünglichen Schlichtheit der L
gie zurückgewandt ist.
Noch eine Episode fällt in die Zeit dieser«
fange, die eine bleibende Nachwirkung bis h^
gewonnen hat: Am 7. Febr. 1874 verstarb der
ganzem Herzen der alt-katholischen Bewei
zugetane Professor der i)raktischen Theo
und Seelsorger am Johanneshospital, Bern
Josef Hilgers. Die römisch-katholisclie Geist
keit erklärte sich entschieden gegen die ort
liehe Aussegnung der Leiche des Verstorbem
der im Eigentum der Stadt Bonn stehenden
pelle auf dem Alten Bonner Friedhof an der B '
heimer Straße. Im Falle der Vornahme der
Segnung durch einen alt-katholischen Geistiii
könne kein römisch-katholischer Geistliche
Zukunft diese Kapelle zur Vornahme von k
liehen Handlungen betreten. Trotzdem voi
mit dem Einverständnis des Rates der Stad
schof Reinkens die kirchliche Handlung. Bis
Beschädigung der Kapelle im letzten Kriot?
die römisch-katholische Geistlichkeit an ihre
lärung. Seither finden auf diesem Friedhof
noch selten Beisetzungen statt, und man ist
er wiederhergestellten Kapelle, die eine Kost-
keit rheinischer Frühgotik aus der alten
.tschordenskommende Ramersdorf bei Bonn
großzügiger geworden. Die alt-katholische
leinde jedoch hält noch jetzt regelmäßig an
m ersten Mittwoch der Monate Mai bis Ok-
r und am Allerseelentag in dieser Kapelle ein
enamt. Seit einigen Jahren schließt sich an
Allerseelengottesdienst ein Gräberbesuch der
leinde an, wobei folgende der Gemeinde teure
her mit jeweiliger „Statio" besucht werden:
•hof Dr. Josef Hubert Reinkens, Josefme vom
h und Prof. Dr. Friedrich Mülhaupt, Bischof
Weber und Generalvikar Professor Dr. Peter
•odt. Das Grab von Prof. Reusch befindet sich
dem Bonner Nordfriedhof und dasjenige von
f. von Schulte in Meran, während Bischof
f Demmel auf dem Poppelsdorfer Friedhof,
•hof Dr. Georg Moog auf dem Kessenicher und
hof Erwin Kreuzer in Kempten im Allgäu
esetzt sind.
ie erste Periode des Bonner Gemeindelebens
oß 1878 mit der Amtsniederlegung von Prof.
■seh als Pfarrer der Gemeinde infolge des
•hlusses der V. Synode, den Zölibatzwang in
alt-katholischen Kirche aufzuheben. Mit einer
:en Reihe angesehener Persönlichkeiten der
n Jahre erblickte Prof. Reusch in diesem Be-
i.iß einen Durchbruch revolutionären Geistes,
Jieser Gemeinschaft nach ihrem Notrecht nicht
ände. Es war nicht so sehr die prinzipielle
hung des Zölibates als die verschiedene Anf-
ang von den Aufgaben und Möglichkeiten
s „Katholischen Bistums der Alt-Katholiken",
Reusch und andere mit ihm zu dem Protest
I mmten. Reusch ist bis zu seinem Tode Mit-
[ I der Gemeinde geblieben und hat auch seine
esungen für die alt-katholischen Studierenden
Tändert gehalten. Sehr schmerzlich w^ar dar-
hinaus für die Gemeinde Bonn der Verlust
r Reihe angesehener Mitglieder, die sich meist
er zur römisch-katholischen Kirche zurück-
tlten, darunter auch der anfänglich bei der
eindebegründung führend beteiligte erste
nvorsitzende der Gemeinde Dr. Bettendorf.
T Nachfolger von Prof. Reusch wurde Josef
mel, der schon als junger Theologe sich der
iie angeschlossen hatte und von Bischof Rein-
zum Priester geweiht worden war. Seine
vsamkeit als Bonner Pfarrer ist in der älteren
ration noch heute unvergessen. Unverheiratet
mit keinem weiteren Amte belastet, konnte
ine ganze Kraft der Gemeinde und ihrer
Schloßkirche, 1872—78
Konsolidierung widmen. In seiner geistig hochge-
bildeten, gediegenen und vornehmen Art wurde
er zum ausgeprägten Vertreter der konservativ
bürgerlichen Bonner Gemeinde des „wilhelmini-
schen Zeitalters". In seiner Zeit begann die Ge-
meinde ein ansehnliches Pfarrfondvermögen aus
Zuwendungen anzusammeln, das später den Infla-
tionen zum Opfer fiel. Bischof Reinkens begrün-
dete zusammen mit der vom Rath'schen Stiftung
des „Johanneums" die Bischöfliche Seminar-Kon-
viktstiftung und mietete in dem der Gemeinde ge-
hörenden Gebäude die nötigen Räume für sein
Seminar mit der Wohnung des Regens. Ebenfalls
in der Zeit von Pfarrer Josef Demmel entstand
das Schwesternwerk der Frau Josefine vom Rath,
während der Besitz der Kirche an der Bonngasse
51
Franz Heinrich Reusch, Pfarrer 1872—1878
Photo Sachsse, Bonn
noch unangefochten blieb. In der Kapelle des
Johanneums, das durch verschiedene Zuwendun-
gen über eine sehr ansehnliche Bibliothek ver-
fügte, fanden regelmäßig die Bonner Bistumssy-
noden statt. Bischof Theodor Weber erwarb für
das Bistum das für damalige Verhältnisse an-
sehnliche Haus an der Schumannstr. 49, während
der erste Bischof in einem eigenen Hause an der
Koblenzer Straße gewohnt hatte, das aber schon
lange nicht mehr besteht. So konnte Pfarrer
Demmel, als er 1906 zum dritten alt-katholischen
Bischof erwählt wurde, mit Dankbarkeit und
Befriedigung auf sein eigentliches Lebenswerk,
die Konsolidierung der Gemeinde Bonn, zurück-
blicken. Leider war seine Gesundheit damals
schon untergraben, so daß er im neuen Amt nicht
mehr Wesentliches wirken konnte.
Der dritte Pfarrer von Bonn wurde 1906 Fried-
rich Mülhaupt, der schon früh aus der südbadi-
schen Gemeinde Bühl mit seiner Schwester Po-
tentia, die später alt-katholische Schwester wurde,
durch Frau vom Rath nach Bonn gekommen war,
hier seine Ausbildung bis zur Priesterweihe er-
hielt und in einer Nichte von Frau vom Rath,
Else Bouvier, seine Lebensgefährtin fand. So war
es natürlich, daß dem jungen Pfarrer, der zugleich
einen Lehrauftrag als Professor am Bischöflichen
Seminar für Systematische Theologie und Dog-
mengescliichte erhalten hatte, die Herzen der Bon-
ner Gemeinde sich rasch zuwandten. Dabei ent-
wickelte sich in der äußerlich unbeschwerten „gu-
ten, alten Zeit" bis zum Ausbruch des ersten Welt-
krieges ein Gemeindeleben, das seinen lebendig-
sten Ausdruck in einer gewissen Blüte des
einslebens fand. Hier waren es besonders
Kirchenchor und der Frauenverein, deren G
ligkeit im Gemeindeleben bestimmend war. I
hat der Frauenverein sich auch besondere
dicnste um die Paramentenanfertigung für
Gemeinden des Bistums aus „alt-katholisc
Krefelder Paramentenseide verdient gemacht.
Pfarrer wurde durch die langen Jahre seines
kens zum hochgeschätzten Hausfreund in der
milien und zur angesehenen Persönlichkeit ii
Öffentlichkeit der Stadt. Nach dem frühen '
von Bischof Josef Demmel im Jahre 1911 w
Dr. Georg Moog der vierte Bischof der Kirche
der erste, der verheiratet war. Hatte Bonn s
vorher mehr oder weniger die Bischöfe ge.«
so war nun vollends Bischof Moog ein Kim
Bonner Gemeinde. Einer Bonner Familie entj;
mend, hatte er seine Schulzeit und sein Stu«
in Bonn absolviert, um aus dem Krefelder P
amt nach Bonn zurückzukehren. Die bald dar
über Deutschland hereinbrechende Kriej.
schien zunächst am Leben der Kirche nicht
zu ändern. Und doch, wie anders sah alles
als nach den schweren Kriegsjahren fast
schwerere „Friedensjahre" folgten! Vermö
Verluste und Besatzung lasteten nicht nui
der Gemeinde, sondern sie veränderten aucl '
Bild des Lebens in den Familien. Das vor
Kriege so wohlklingende Wort von Boni
der Studenten- und Rentnerstadt wurde nun
Zeichen der Unruhe und der Not. Und fÜL
„alt-katholische Bonn" machte der jähe Vc
.loscf Dcnimcl, Pfarrer 1878— liMMi
Pholo Sachssc, Honn
Fncduuskirdic, lU31~lüll
sverlust nach der Periode einer gewissen ruhi-
Saturiertheit in der zahlenmäßigen Schwäche
Tatsache erschreckend deutlich, daß Stillstand
edem Falle Rückgang bedeutet! Die Schwestern
ßten den Kindergarten und die Waisenarbeit
geben und lebten nun fast wie in einem Mu-
ni bis auf die weitergehende Gemeindeschwe-
nstation dahin. Das Johanneum wurde 1923
blossen und auf dreißig Jahre an die Stadt
■ in als Städtische- und Universitätskinderklinik
mietet, was tiefe Bestürzung und leidenschaft-
e Proteste im ganzen Bistum hervorrief. Dazu
uen die schon erwähnten Versuche, der Ge-
inde die Kirche zu nehmen, wobei zuerst sogar
Vorschlag gewagt wurde, die Gottesdienste
inten ja in der Kapelle auf dem Alten Friedhof
tfinden, die nicht heizbar ist, keine Möglichkeit
eine Orgel bietet, nur ein bescheidenes Glöck-
! i besitzt, keine Sakristei hat und kaum dreißig
i sonen Gelegenheit zum Sitzen bietet! So ist es
i ständlich, welche Genugtuung für Pfarrer und
neinde das wohlgelungene Werk des Kirchen-
is an der Koblenzer Straße in den dreißiger
iren gewährte. Die Friedenskirche wurde zum
hrzeichen für den Bestand der Gemeinde. Und
dann in den ersten Jahren eine ganze Reihe
I Beitritten erfolgte, zog wieder neues Leben
lie Gemeinde ein. I^eider war es dem alternden
1 durch ein schweres Leiden behinderten Pfar-
nicht mehr möglich, die verschiedenen Geister
er einen Hut zu bringen, und so wurden seine
ten Jahre erheblich belastet durch Unstimmig-
^en zwischen „alten" und „jungen" Gemeinde-
gliedern, wobei nicht so sehr die Lebensjahre
rechnen sind. Inzwischen war nach dem Tode
I Bischof Dr. Moog 1935 Erwin Kreuzer, schon
ge der tatkräftige zweite Mann im Bistum, als
chof von Freiburg nach Bonn gekommen und
er sich aus sachlichen Gründen für manche
Anliegen der „Jungen" ebenfalls einsetzte, wurde
die Lage nicht besser. Bischof Kreuzer setzte sich
auch energisch für eine Belebung der Schwestern-
schaft als Vorsitzender ihres Kuratoriums und
für eine neue Gestaltung des Bischöflichen Semi-
nars ein. Er zog Professor Dr. Rudolf Keussen
von Karlsruhe wieder nach Bonn an das Bischöf-
liche Seminar und neben Professor und Pfarrer
Mülhaupt an die Universität, wo er in der philo-
sophischen Fakultät religionsphilosophische Vor-
lesungen hielt. Zugleich eröffnete er in einem Teil
des Schwesternhauses wieder das 1923 geschlos-
sene Konvikt als „Alt-katholisches Theologen-
heim", das von Frl. Gertrud Moog, der Tochter
des Bischofs, geleitet wurde.
Nach einem einjährigen Krankheitsurlaub, wäh-
rend dessen Pfarrer Ludwig Paulitschke die Ver-
tretung im Pfarramt übernahm, wurde am 24.
Juli 1938 Professor Dr. Werner Küppers, dessen
Großvater schon zu den Unterzeichnern der Kö-
nigswinterer Protestadresse gegen das Vatikanum
gehört hatte und dessen Vater in Bonn sein theo-
logisches Studium absolviert und als letzter Prie-
steramtskandidat die Weihen von Bischof Rein-
kens Hand in Bonn empfangen hatte, von Biel
und Bern in der Schweiz her kommend der vierte
Pfarrer von Bonn. Mochten die äußeren Verhält-
nisse wieder geordnet erscheinen, unheilvoll la-
steten die großen Spannungen jener Jahre über
allem und als kaum der neue Pfarrer sich zu-
rechtzufinden und zum erstenmal im ganzen
nördlichen Teil des Bistums sich eines Autos als
Seelsorgehelfer zu bedienen begann, brach die
Katastrophe des neuen Krieges herein. Vom Som-
mer 1941 bis zum August 1945 war der Pfarrer
als Dolmetscher für französische Sprache einge-
zogen. Die Vertretung unter den immer trostloser
werdenden Verhältnissen hatte zunächst der über
70jährige Pfarrer i. R. Carl Bermer und zuletzt
nach dessen Ausscheiden Prof. Rudolf Keussen,
der selbst mit seiner Frau am 27. Dezember 1944
durch Bomben im Luftschutzkeller seines Hauses
den Tod fand. Die „Friedenskirche" war schon
am 18. Oktober 1944 ein Opfer des schwersten
AngrifTes des Krieges auf die Bonner Innenstadt
geworden. Der Gottesdienst wurde notdürftig in
der höchst bescheidenen Kapelle des Schwestern-
hauses aufrecht erhalten. Das Johanneum wurde
im Laufe des Winters ebenfalls zur Ruine. Im
Januar verließen auf Anweisung des Bischofs die
Schwestern Bonn, Studenten gab es nicht mehr,
der Bischof selbst ging nach Kempten im Allgäu,
von wo er erst im Spätherbst 1945 zurückkehren
konnte. Monate hindurch vermochte der nächst-
wohnende altkatholische Pfarrer, Helmut Miche-
lis in Köln, Bonn nicht zu erreichen, bis er nach
53
slfenl
Je wi^
Friedrich Mülhaupt, Pfarrer 190G— 1938
Pholo Bleibtreu, Bonn
dem Zusammenbruch im Juli 1945 den ersten
Gottesdienst wieder im Schwesternhaus halten
konnte. So bot alles bei der Rückkehr des Pfarrers
nach Bonn Mitte August 1945 ein trostloses Bild,
das sich allerdings mit der Rückkehr der fast voll-
ständig evakuierten Gemeindemitglieder in die
Stadt und die Umgebung schnell zu ändern be-
gann. Jeder der die Gottesdienste der ersten Zeil
nach dem Kriege unter den dürftigsten Verhält-
nissen mitgemacht hat, erinnert sich noch gerne
an die Freude und Wärme, die sie ausstrahlten.
Am Palmsonntag 1946 erfolgte die Einweihung
der neuen Seminarkapelle im Schwesternhaus
nach Umgestaltung der Räume des früheren Kin-
dergartens im Souterrain zum großen Garten hin.
Zur Unterstützung des Bischofs zog Prof. Dr. Jo-
hannes Zeimet nach Bonn. Zur neuen Sammlung
der Gemeinde wurde der Plan entworfen, die
Ruine des Johanneums als Gemeindezentrum mit
Pfarrwohnung und Seminar-Konvikt auszubauen.
Im Blick auf diesen Plan beseitigte eine Arbeits-
gruppe der Gemeinde, der sich auch der Pfarrer
und der in der Leitung der Gemeinde in diesen
Jahren in großer Umsicht und Treue sich bewäh-
rende stellvertretende Vorsitzende des Kirchen -
Vorstandes, Dr. Ing. Alexander Guilleaume, an-
schlössen, 200 cbm Trümmermasse aus dem Ge-
bäude. Doch wies dann das Angebot des Bundes
Verkehrsministeriums, an dieser Stelle ein Büro-
gebäude für seine Zwecke zu errichten, einen an
deren Weg. Der für die Bundesregierung durch-
54
geführte Aufbau konnte indirekt mithelfenj
zerstörte Kirche an der Koblenzer Straße
aufzubauen, was nach langen Mühen zur f(
chen Einweihung von St. Cyprian am 21. Juli
führte. Der neue Name für diese Kirche w
bewußt gewählt, um damit die Verbundenheil
der alten und ungeteilten Kirche zum Ausd
zu bringen. Gilt doch noch heute der Märtj
l)ischof von Carthago, dessen Todestag am
September 1958 genau 1 700 Jahre zurücklief,
der ganzen Kirche in Ost und West als großer l
ger und Kirchenlehrer. Er hat durch seine Sc
ten und seine Persönlichkeit dem katholis
Bewußtsein bleibend die Bedeutung des Biscl
amtes eingeprägt. Die Einheit der Kirche erk
er in dem brüderlichen Bund der unterei
der rechtlich gleichgestellten Bischöfe begrüi
Unter der künstlerischen Leitung des Dussel
fer Architekten Professor Otto Firle, eines gc
tigen Bonners, hat die neue Kirche gegenübei
ersten an dieser Stelle sehr an Kraft und sak
Würde gewonnen und verspricht, besonders d
die Glasfensterkunst des Heidelberger Mei
dieses Faches, Harr}' Mc Lean, ein hervorru
des Beispiel neuzeitlichen Kirchenbaus zu
den. Und so stehen denn wieder in Bonn
her drei Gottesdienststätten zur regelmäßigen
lutzung zur Verfügung: die Pfarrkirche, die
ninarkapelle und die Kapelle auf dem Alten
edhof, während darüberhinaus im freundlich
Hang des Venusberges gelegenen neuen Bi-
öflichen Hause an der Gregor-Mendel-Straße 25
I die Bischöfliche Hauskapelle befindet, nach-
nder neue Bischof Johannes Josef Demmel 1955
großer Umsicht und Energie nach dem Ver-
if des veralteten und reparaturbedürftigen
uses an der Schumannstraße den würdigen
i praktischen Neubau errichten konnte. Hier
d nun neben der Bischöflichen Wohnung und
falls zwei weiteren kleineren Dienstwohnun-
i die Kanzleiräume, das Archiv und ein schöner
?ungsraum sehr gut untergebracht,
.eider konnte der Pfarrer sich nach dem Kriege
?en der Belastung mit dem Lehramt und an-
en kirchlichen Aufgaben der Gemeinde immer
• mit geteilter Kraft widmen. Dazu wurde er
t in der letzten Zeit durch wechselnde Vikare,
ihm nur mit großen Unterbrechungen gegeben
rden konnten, geringfügig entlastet, bis seit Juni
.7 durch Vikar Ernst Wilhelm Heese eine fühl-
e Entlastung eingetretenist. Viel Arbeit w^ar seit
II Kriege mit der Leitung des Schwesternhauses
bunden, nicht nur in Bonn selbst und in derBe-
1 mng der weitabgelegenen Schwesternstationen,
I ch Besuchsreisen, Korrespondenz und eine
|,ize Reihe von Schwesterntagungen, sondern
I -h durch das weitgehend erfolglose aber doch
I agliche Bemühen um den Nachwuchs der
I westernschaft, besonders aber durch die Auf-
•e der Wiederinstandsetzung, des Umbaus und
Verwaltung des Hauses in Bonn selbst. War
s Haus doch nicht nur in seiner Einrichtung und
>stattung völlig veraltert, dazu aufs Schwerste
geraubt und vielfach beschädigt, ohne Ver-
gen und zunächst auch ohne Einkünfte und
einer Anzahl von fremden Zwangsmietern
etzt. Erst nach und nach gelang eine gewisse
Inung, die aber trotz allem noch heute nicht
l befriedigen kann und jedenfalls keine sinn-
le Verwertung dieses großen Komplexes in
»stiger Lage mit dem schönen und großen
len darstellt. Nachdem verschiedene Planun-
für ein Altersheim, für eine Klinik und der-
chen sich nicht durchsetzen ließen, steht nun
Kuratorium vor der Möglichkeit, das ganze
)äude vielleicht zu einem Studentenheim für
a 30 — 40 Studenten auszubauen, in dem so-
^1 die Pfarrgemeinde Anteil an der Kapelle
1 die Nutzung der Gemeinderäume im Souter-
1 behielte, wie auch das Bischöfliche Konvikt
der Kapelle und seinen Bibliotheksräumen
3 passende, räumlich ausreichende Unterbrin-
St. Cyprian seit 1957
Photo Sachsse, Bonn
gung behalten würde. Noch ist es jedoch nicht
sicher, ob die Finanzierung des großen Umbaus
und Ausbaus gelingen wird. Die neuen Räume
würden überdies zugleich auch der Gemeinde
einen zweiten größeren Gemeindesaal bringen
und der Kirche die Möglichkeit verschaffen. Stu-
dierenden aus ausländischen, befreundeten Kir-
chen, besonders also anglikanischen und ost-
kirchlichen Theologen, eine Heimstätte an der
Universität Bonn in Verbindung mit dem Alt-
katholischen Seminar der Universität zu bieten.
Das Universitätsseminar selbst hat ebenfalls seit
seiner Begründung durch Beschluß des preußi-
schen Abgeordnetenhauses im Jahre 1902 eine
bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht: Zu-
nächst wurde es eingerichtet mit einem abseits
gelegenen Seminarraum und dem seltsamen Titel
„Philosophisch-propädeutisches Seminar zur Her-
anbildung altkatholischer Theologen" mit einem
planmäßigen außerordentlichen Professor und
einem planmäßigen Assistenten und befand sich
im Verband der philosophischen Fakultät. Der
erste Professor war Dr. Leopold Karl Goetz und
der erste und einzige Assistent Dr. Rudolf Keus-
sen. Die Assistentenstelle wurde schon bald ein-
gezogen, die Professur als planmäßiges Extra-
ordinariat seit dem Tode von Prof. Goetz im
Jahre 1931 aus „Ersparnisgründen" nicht mehr
besetzt, so daß sie praktisch nicht mehr zur Ver-
fügung steht. Alle Bemühungen besonders von
Bischof Kreuzer zu ihrer Wiederbesetzung blieben
unter wechselnden Regierungen erfolglos. Die ver-
55
WcM-ncr Küppers, Pfarrer seit 1938
Photo Bleibtreu, Bonn
schiedenen seither an die Professoren Rudolf
Keussen, Friedrich Mülhaupt und Werner Küp-
pers erteilten Lehraufträge erfolgten alle „außer-
planmäßig" und erst in allerletzter Zeit hat sich
die Stellung des letztgenannten als außerplan-
mäßiger Professor und Direktor des Seminars
durch die Verleihung einer sogenannten „Diäten-
dozentur" einigermaßen gefestigt. Der Name des
Seminars wurde schon 1935 zum „Altkatholischen
Seminar" verbessert. Beim Wiederaufbau der
Universität konnte die glücklicherweise fast voll-
ständig erhaltene Bibliothek in einem besonders
günstig gelegenen Raum im ersten Stock des
Hauptgebäudes neu aufgestellt werden und
schließlich wurde in der neuen Verfassung der
Universität das Seminar aus dem Verband der
philosophischen Fakultät, in dem es zweifellos
einen Fremdkörper bildete, herausgenommen und
dem Senat und Rektor unmittelbar unterstellt.
Ein weiterer erheblicher Teil der Aufgaben, die
auf „Bonn" nach 1945 ungewollt zukamen, hängt
mit der weltweiten Welle der oekumenischen Be-
ziehungen zusammen, die .schon sehr bald nach
dem Ende des Krieges das offizielle Zentrum der
Kirche in der verschiedensten Weise berührten.
Angefangen von Besuchen von Funktionären der
Besatzungsmacht über Besuche des Bischofs von
Fulham oder anglikanischer Reisegrupi)en bis zur
Beteiligung an der neu entstehenden Arbeitsge-
meinschaft christlicher Kirchen in Deutschland und
zur offiziellen Teilnahme an den großen Weltkon-
ferenzen des Oekumenischen Rates der Kirche
Amsterdam und Evanston ergab sich aus der
im Sinne der altkatholischen Kirche liegender
sitiven Teilnahme an der Oekumenischen Bi
gung eine Fülle von Fragen und Stellungnahi
von Besuchen, Besprechungen, von Literatii
wältigung und Reisen.
Hatten doch schon in den Jahren 1874
1875 in Bonn jene bedeutsamen ersten Uni
konferenzen unter Döllingers und Reu.schs
tung stattgefunden, die noch heute ein
wärt.sgerichtetes Zeichen für alle kirchlichen
heitsbemühungen darstellen und jedenfalls
das altkatholische Verständnis einer kirchliJ
Wiedervereinigung maßgebend bleiben. Und !
derum war es in Bonn, wo im Juli und Okt
des Jahres 1931 die beiden Konferenzen zur 1
Stellung der Möglichkeit der „Interkommuni
bzw. der „Kirchlichen Gemeinschaft" zwis
alt-katholischer Kirche und anglikanischer Ki
einerseits und zwischen der alt-katholischen Ki
und der orthodoxen Kirche andererseits j
fanden. Sehr schnell führte bekanntlich im ei
Punkt diese Feststellung von Bonn zum off
len Abschluß der alt-katholisch-anglikanis
Interkommunion, während im zweiten Punk
heute die formalen und sachlichen Hemmu
immer noch nicht soweit überwunden we
konnten, daß Wirklichkeit werden kann,
schon 1874/75 in erreichbare Nähe gerückt sc
und seither immer wieder als in höchstem >
wünschbar und mit gutem Grunde als mö
erklärt worden ist: Die volle kirchliche Ge
Schaft zwischen den verschiedenen Bistümerr
Utrechter Union und der großen Gemeinst
der Orthodoxen Kirchen in aller Welt!
Wir sahen am Anfang dieses Berichtes im 1^
auf die eigenartige Geschichte der Stadt B
wie diese in ihrem Torsocharakter auf eine
ausstehende, weit über die Interessen und
■J^. 'S'
sm|
Blick iuif (l:.s Biscliuflichc Il;nis, li.
ikeiten der Stadt selbst hinausgreifende Voll-
lung hinzuweisen scheint. Und wir meinen,
) das „Alt-Katholische Bonn" in eigentümlicher
ise über sich selbst hinausweist. Wechselnd
i von schweren Rückschlägen belastet ist bei-
Geschichte, gering sind die greifbaren Ver-
klichungen und noch geringer sind „Macht"
1 „Einfluß" unter den großen Mächten der
t. Und doch sind hier Zeichen und Ansätze
endig, die auf Möglichkeiten und Notwendig-
ten hinweisen, von denen die Zukunft auch
■ großen Mächte abhängig ist. So wenig die
itsche und damit die europäische Frage durch
mn" gelöst ist, so wenig ist durch das „alt-
holische Bonn" die große Kirchenfrage der ge-
iinten Christenheit in Deutschland und in aller
^It gelöst. Und doch wird gerade hier in be-
iderer Weise deutlich, was zur Lösung der
Ige und zur Überwindung der Not fehlt. Und
nn wir den Vergleich auch durchaus nicht ins
litische ausziehen w^ollen, das können wir doch
die kirchliche Frage sagen: Es muß wohl ein
t-katholisches Bonn" geben, solange weder die
Westtrennung des großen Schismas von 1054
h die große Spaltung im Gefolge der Refor-
Seminarkapelle, seit 1946
mation des 16. Jahrhunderts überwunden ist. Es
muß diesen Ort mit seinen altkatholischen kirch-
lichen Einrichtungen und Positionen geben, um
auf den einzigen wirklich heilenden Weg zur Wie-
dervereinigung hinzuweisen, der in der Heimkehr
zur Alten Kirche der Vorzeit liegt.
Werner Küppers
Noahtaube- Taufschale in St. Cyprian, von Viktor Eichler
57
MEit a.]:*b eit ex*
DAS NEUE BILDFENSTER
der Pfarrkirche in Mündien
Das neue Bildfenster in unserer Pfarrkirche St. Willi-
brord in München stellt in leuchtenden Farben die
Hauptereignisse aus der Heils- und Erlösungsge-
sdiichte des Gottessohnes dar.
In der Mitte des Bildes unter der Kreuzigungsgruppe
tritt der Erzengel Gabriel von Gott gesandt in das
Haus der Jungfrau Maria von Nazareth und spricht
zu ihr: „Sei gegrüßt. Gnadenvolle. Der Herr ist mit
dir. Du bist gesegnet unter den Frauen. Fürchte dich
nicht. Du hast Gnade gefunden bei Gott. Du wirst
einen Sohn bekommen. Den wird man den Sohn des
Hödisten nennen. Der Heilige Geist wird über dich
kommen und die Kraft des Allerhöchsten wird dich
überschatten. Darum wird auch dein Kind ,Sohn Got-
tes' heißen." Maria spridit: „Siehe, ich bin eine Magd
des Herrn! Mir geschehe nadi deinem Wort."
(Lc 1,26-38)
„Und das Wort ist Mensdi geworden und hat unter
uns gewohnt." (Job 1,14) Das Weihnachtsgeheimnis
sehen Sie links unten dargestellt. Maria hält den Got-
tessohn im Arm. Josef, der Gemahl Marias und Pfle-
gevater Jesu (mit dem Stab) steht dabei. Christus, das
Heil der sündigen Welt ist da, der allen Menschen
guten Willens Frieden und Erlösung bringt. (Lc 2)
Wäre Christus nicht geboren, wir wären ewiglich ver-
loren. Über Maria und Jesus sehen Sie als Vertreter
der Magier aus dem Morgenland einen der drei Kö-
nige, der ein Gefäß mit kostbarer Myrrhe als Ge-
schenk darbringt. (Mt 2)
Das leitet über zur Erlösungstat Jesu am Kreuz in
der Mitte des Bildes. Durch seinen Tod am Kreuz sind
wir geheilt. „Wir beten dich an, Christus, und preisen
didi, denn durch dein heilig Kreuz hast du die Welt
erlöst." (Karfreitagsliturgie Seile 133.) Bei dem Kreuze
standen Maria, seine Mutter, und der Jünger Johan-
nes. „Frau, hier ist dein Sohn. Sohn, hier ist deine
Mutter!" (Job 19,16-37)
Wohl ist Christus am Kreuz gestorben. Wäre er aber
nur gestorben und begraben worden, dann wäre er
nicht mehr gewesen, als ein sterblicher Mensch. Am
dritten Tag ist er jedodi als Sieger über Tod und Grab
glorreich zu neuem, ewigem Leben erstanden. Die
Wächter sind bestürzt. Sie sehen es redits unten.
Frauen kommen zum Grab und sehen (in der Mitte un-
ten) einen Engel dasitzen. Der sagt: „Ihr sucht J
von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist nicht mehrl
Er ist auferstanden, wie er vorausgesagt hat. Er
euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn
dersehen." (Mt 18.1-10; Mc 16,1-8) Durch das \A
der der Auferstehung hat Christus seine Gottheit
zeugt und die Erlösung der Menschheit besiegelt. '
begründet sagt darum der hl. Paulus: „Ist Chri
nicht auferstanden, dann ist umsonst unsere Prc
und umsonst euer Glaube." (1 Kor 15, 14 u. 17)
Zur Rechten und Linken der Kreuzigungsgruppe
hen zwei Engel und halten Symbole in den Hän
Der linke Engel hält die Lanze. „Einer der Sold
öffnet Jesu Seite und sogleich floß Blut und Wa
heraus." (Joh 19,34) Jesus war also nicht scheii
sondern wirklich tot. Der rechte Engel hält das Kr
das Zeichen der Erlösung. Ein Ruf an uns: „In die
Zeichen wirst du Sieger sein!" (Eusebius: Vita C(
1, 28 L)
In den Vierungen darüber blasen zwei Engel in
Posaunen. Sie künden aller Welt: Der Gottessohi
Mensch geworden, als Erlöser gestorben und siegr
von den Toten auferstanden! Sie rufen die Mens«
von allen Himmelsrichtungen zusammen, Chri»
dem Herrn der Kirche, freudig zu dienen. „Die H
Schaft dieser Welt ist unserm Herrn und seinem
salbten zuteil geworden. Er wird regieren von E
keit zu Ewigkeit." (Ofi'b 11,15)
Drum „kommt herbei, laßt uns dem Herrn f
locken, laßt uns jubeln dem Horte unseres He
Laßt uns mit freudigem Danke vor sein Antlitz Ir
und mit Psalmen seinem Namen ein Loblied sin
Denn der Herr ist ein großer Gott und ein gr<
König über alle Welten. Kommt herbei, wir betei
und fallen nieder vor dem Herren, der das All
schaffen hat. Denn er ist der Herr unser Vater
wir alle sind sein V^olk und die Herde seiner Wei
(Psalm 95; Ges. B. Sr 145)
über dem ganzen W^erk schwebt in Gestalt
Taube der Heilige Geist. Er ist „der Geist Gottes"
Kraft, die das Leben in der Schöpfung bewirkt
das übernatürliche Leben in der Seele begründet.'
tes Heiliger Geist wirkt in den Sakramenten se
Kirche.
Nun befindet sicli das neue Hildfenster über
Altar, dem Opfertisch, der Pfarrkirche, auf dem
Meßopfer als das bleibende (iedächtiiis und rlie r;
58
rslellung und Vergegenwärtigung des geschichtlich
• einmal vollzogenen Kreuzesopfers in sakranienta-
Weise gegenwärtig gestellt wird. (Siehe Utrechter
därung vom 24. 9. 1889 u. Bartmann: Grundriß
Dogm., Herder 1931. S. 200.)
Vuf dem Altar vollzieht sich die Feier des hl.
endmahles. Wir haben weithin vergessen, daß die
m Väter und Liturgien — die östlichen und west-
^en — den Heiligen Geist als den eigentlichen Kon-
rator beim heiligen Amt ansehen. Nun verstehen
•.\lt-Katholiken, warum der Priester bei der Wand-
ig laut, klar, deutlich und feierlich die Worte der
iklese spricht: „Sende uns also, wir bitten dich
nütig. deinen Heiligen Geist, den Spender alles
^>ens und aller Heiligung, und laß diese Gaben der
le geweihet werden zu himmlischen, verklärten,
stigen Opfergaben, auf daß das Brot, das wir bre-
•n, sei die Gemeinschaft des Leibes des Herrn und
• Kelch, den wir segnen, die Gemeinschaft des BIu-
unseres Herrn Jesus Christus." (Ordnung der hl.
sse, S. 16)
vlöge das von Künstlerhand für die alt-katholische
irrkirche in München geschaffene Werk uns immer
hr ermuntern, uns am Altar zum Mahl der Liebe
vereinen, „um zu verkünden den Tod des Herrn,
er wiederkommt!" (1 Kor 11,26; Ordn. der hl.
sse S. 15)
Dekan Josef Schniertshauer
Mitarbeitende Gemeinde
L
>. einem Mauerblümchendasein werden wir Alt-
[ tholiken vielerorts nur dann heraustreten, wenn
I ?, die noch einen Funken Liebe zu ihrer Gemeinde
1 Kirche haben, ganz anders als bisher sich für
e Kirche und Gemeinde in praktischer Mitarbeit
setzen. Voran gehen müssen die Kirchenräte.
1 Kirchenrat, der nicht in der Gemeinde mit
i nd anlegt, verfehlt seine Aufgabe. Schon die
; irdilichen Ordnungen" schreiben solche Dienste
•: nämlich in der Armenfürsorge und in der
dnung des Gottesdienstes. — Unser jet-
er H. H. Bischof hat seinen Synodalrat umgeformt,
i s Beratern wurden Mitarbeiter. Dies gilt wenig-
: ns für die geistlichen Synodalräte. Der eine hat
y Finanzreferat, ein zweiter die Seminar-
i rwaltung und das „Auswärtige Amt", der dritte
\ > Pressereferat usw. So sollte auch jeder Kir-
\: nrat ein besonderes Referat in der Gemeinde
f Tnehmen. Solche Referate können beispielsweise
'■ gende Sachgebiete umfassen:
|! . Hilfswerk und Armenpflege (wozu noch zu rech-
nen wären die Erledigung fürsorgerischer Arbei-
ten wie Jugendfürsorge, Jugendvormundschaft,
Gefangenenfürsorge usw.)
2. Pressereferat: Dieser Referent hätte sich beson-
ders zu kümmern um Unterrichtung der lokalen
und kirchlichen Presse, um Organisation und
Verteilung der Jahrbücher und der Kirchenzei-
tung, um Bücherstand und Aushängekästen.
3. Frauenarbeit: Am besten eignete sich hierzu ein
aktives Vorstandsmitglied des Frauenvereins,
4. Jugendwerk: Hier müßte ein Vertreter der Ju-
gend alle Anliegen der Jugendgemeindearbeit
wahrnehmen.
5. Finanzreferat (Obsorge für die kirchlichen Ge-
bäude und des Kirchenvermögens.)
6. Vortragswesen und Gemeindeveranstaltungen
7. Missionswesen (Werbung in W^ort und Schrift.)
Für die Gemeindereferate werden erfahrene,
vorgebildete oder in besonderen Kursen zu schulende
Männer und Frauen benötigt. Sollte sich der Kirchen-
vostand aus Personen zusammensetzen, die zu diesen
Aufgaben zu alt, ungeeignet oder zu ihrer Übernah-
me nicht gewillt wären, müßte man Männer und
Frauen direkt aus der Gemeinde hierfür ge-
winnen. Jeder Referent wird gut tun, sich selbst
einen Stab von Mitarbeitern heranzuholen,
59
und mit diesen gemeinsam die vielfälligen Aufgaben
initiativ zu lösen, — immer natürlich in Fühlung-
nahme mit dem Pfarrer als dem letztverantwort-
lidien Ma^in der Gemeinde.
II.
Überall, audi in der Gemeinde und Kirdie, arbeitet
man sich von unten nach oben, d. h. man steigt von
einer Bewährung in eine neue auf. Mit ganz un-
scheinbaren Diensten fängt es an, etwa mit Lieder-
tafelbedienen, mit Altardienst, mit Theaterspielen.
Wichtigster Vorbereitungsdienst für verantwortungs-
volle Gemeindeaufgaben aber bleibt die Obmann-
schaft in einem Gemeindebezirk. Wer es versteht,
die Glaubensgenossen eines Bezirkes treu zu besu-
chen, richtig zu behandeln, den Pfarrer zuverlässig
über alles Nötige zu informieren, die kirchlich perio-
dische Presse (Jahrbuch, Kirdienzeitung) zu ver-
breiten und das Briefkastenapostolat seines
Bezirks zu verwalten, trägt das Zeug in sich, auch im
Kirchenvorstand oder in anderen kirchlichen Gre-
mien und Diensten neue und höhere Verantwortung
hinzu zu übernehmen. Entscheidend für eine
segensreiche Wirksamkeit ist dabei die religiöse
Grundeinstellung. Wer nur sich sucht, nicht die Ehre
Christi und das wahre Wohl der Gemeinde, wird ver-
sagen. Er wird den riditigen Ton im Umgang mit
den Glaubensgenossen und mit dem Pfarrer nicht
finden. Nur selbstloser Einsatz in fröhlicher, nicht mie-
sepetriger, auch nicht frömmelnder Weise vollbracht,
lockert die Menschen auf und macht sie empfänglich.
III.
Warum kehren manche Geistliche — übrigens in
allen Kirchen — oft resigniert zum Einmannsystem
zurück? Weil sie mit ihren Helfern ungute Erfah-
rungen madien. In kleinen oder räumlich zerstreuten
Gemeinden ist es oft schwer, geeignete Kräfte zu
finden. Manche der Helfer überheben sich, entwickeln
sich zu Kritikastern, fördern Parteiwesen, arbeiten
gar gegen den Pfarrer oder verlangen beständige
Beachtung oder Aufmerksamkeiten, so daß schließ-
lidi der Dienst am Helferkreis mehr Ar-
beit erfordert als die Arbeit selbst, die von
Helfern durchgeführt wird. Diese Erfahrungen
jeder schon gemacht hat, beweisen jedoch n
gegen die Richtigkeit und gegen die wachsende
wendigkeit einer mitarbeitenden Gemeir
Sie bestätigen nur, daß 1. der Kreis derer, die hc
noch sich für kirchliche Dienste finden und b
lassen, sehr klein ist und man nicht mehr '
lerisch sein kann, und 2. daß jede, auch die kle
kirchliche Arbeit genau wie die des Priesters
gewisse natürliche Bildung, Feinfühlij
und Herzenstakt sowie echte religiöse kirch
Haltung in so hohem Maß voraussetzt, wie sie
fach weithin fehlen. — Es rächt sich eben, dal
Altkatholiken und die Kirchenleitung — übri
ganz im Gegensatz zu ihren eigenen Prinzipien
den letzten 80 Jahren so gut wie alles versäum
ben, um geeignete Laien planmäßig herai
bilden, geistlich zu fördern, zu sc hu
und zusammenzuführen. Es rächt sich, daß wir 1
uns gemäßen religiösen Einkehrwoehen halten,
die kirchliche Tradition vielfach abgerissen w
und eine zu negative und „aufgeklärte" Einstel
begünstigt vom Zeitgeist an der Substanz d
lieber Frömmigkeit und häuslicher Erziehung gez
ja sie in vielen Familien geradezu auf gez«
haben. Das V'ersäumte in wenigen Jahren na«
holen wird nicht leicht sein. Nie aber isl e
spät! Am Nullpunkt geht es wieder :
wärts! Wir mußten so ohnmächtig werden
in Demut wieder von neuem zu beginnen. Hi
briefe und Aufsätze allein tun es freilich nicht,
müssen mit Freizeiten, Schulung und Laienei;
ernsthaft und allenthalben beginnen. Sofort,
erst nächstes Jahr! Wenn die Alten versagen,
uns mit den Jungen anfangen. Wenn und wo abt^
eigenen Gemeindeglieder taub bleiben, müssen
den Versuch machen, ein neues Volk uns wie
lus zu „zeugen" — oder unterzugehen. Eine ai
Alternative gibt es nicht. Das Reich G
kommt nicht zu Halben; es leidet Gewalt und nu
die alles tun, was in ihrer Macht steht, werde]
segnet.
Jesus Christus, Du guter Hirte,
erwecke in Deinen Botschaftern, in den Bischöfen
und Priestern, in Vorstehern, Kirchenältesten
und in allen, die Verantwortung tragen —
Liebe zu Deiner heiligen Kirche!
Laß sie nicht denken:
an sorgloses Guthaben,
an ihre Hechte,
an die Ehre vor den Menschen,
sondern an Deine Ehre und an das Heil der Seelen,
die ihnen anbefohlen sind,
überwinde durch Deine allmächtige Gnade
Ohnmacht, Selbstsucht und Pharisäismus —
uer scheuche l 'nglauben und Trägheit der Herzen —
und gib uns allen die Kraft der Treue und Hingabe.
Amen!
60
Erinnerungen eines Ministranten
F. Otlo Wulst, Villingen/Schw., Saarlandstraße 26
In der alten Furtwanger Notkirche
m ich in einer Kirche bin und der Messe folge
die Hantierungen der Ministranten sehe, denke
mit Wehmut an die Zeit, in der ich mit meinem
alkameraden Karl auch am Altar wirken durfte,
war eigentlich eine schwere Zeit; denn als wir
le jung waren, war Kriegszeit. Und deshalb habe
immer noch den Klang in den Ohren, der mir
It, wenn ich das Gehen der heutigen Meßbuben
e. Der Klang kam von den Holzschuhen, die wir
,'en mußten, weil Leder ein zu seltener Artikel
•orden war. Und auf dem Steinboden der alten
twanger Notkirche gab es immer ein Klipp und
Klapp, selbst wenn wir, weil uns die Mütter dazu
lahnt hatten, so leise wie möglich auftraten. Bu-
füße sind nun einmal keine Schleicherfüße. Mei-
is, wenn Winterzeit war, die auf dem Hochschwarz-
d immer eine kalte Zeit ist, waren wir auch dick
mummt; die Ministrantenröckchen standen dann
t vom Körper weg. Wie oft war damals der Meß-
n und noch öfter das Wasser gefroren; die Kirche
inte nicht geheizt werden, nicht etwa weil kein
n da war, sondern weil die Kohlen nicht geliefert
den konnten.
dilimm war es, wenn zur Winterszeit eine Be-
.igung war. Auf dem hochgelegenen Furtwanger
edhof pfiff der eisige Wind. Und der Weg zum
tesacker war meistens glatt, so daß die Ministran-
stets Angst hatten, der Schlitten mit dem Sarg des
en müßte rückwärts rutschen. Und da Pfarrer und
)en als erste hinter dem Totenschlitten gehen muß-
. malten sich die Meßdiener immer mit Grauen
, was wohl wäre, wenn der Sarg abrutschen würde.
>otzdem — die Erinnerung an das Schwere wird
1 der an das Heitere überschattet. Was können
•h so ein paar Buben alles anstellen! Einmal war
der Schule Religionsprüfung. Das war damals eine
r feierliche Angelegenheit, weil der ganze Kirchen-
iieinderat eingeladen war. Und da wurde nun die
schichte vom Linsengericht durchgenommen. Der
irrherr wollte den jungen Menschen klar machen,
s der Begriff „Erstgeborener" bedeute. Die Schwarz-
Ider kennen solch ein Wort in ihrer Mundart nicht;
ist den Kleinen sicher auch heute noch eine etwas
verständliche und vielleicht ein wenig „geschwol-
e" Sache. Also, fragte der Geistliche, wieviel Kin-
• seid Ihr denn daheim. Als Antwort kam, daß ich
nn bin. Wer also bist Du, wollte der Geistliche
isen und hoffte, daß „der Erstgeborene" gesagt
rde. Fehlgedacht! „Ich bin der Otto!" Das war
ine Meinung.
Us einmal eine Pfarrkonferenz war und die Geist-
ikeit in der Wirtschaft meines Großvaters versam-
It war, sah ich neugierig und ein wenig wunder-
ig zu. In die Stille, die der Ansprache des Herrn
chofs gefolgt war, klang die Frage des damaligen
irrers Kreuzer, ob ich denn auch einmal Pfarrer
werden wolle. In die Ruhe hinein tönte dann nach
kurzer Überlegung die Antwort: „Nein — Bischof!"
Bischof Moog soll sich über diese „Kühnheit" am
meisten gefreut haben. Mir selbst war allerdings das
laute Lachen der Tafelrunde unverständlich.
Als ich vor einiger Zeit einmal nach Gütenbach ge-
kommen war und mich in der dortigen Kirche um-
gesehen hatte, fand ich letzte Reste aus der Furtwan-
ger Kirche. Mir war es, als müßten mir die Tränen
kommen. Das große Bild von der Himmelfahrt Chri-
sti bildet den alten Furtwangern etwas von der Hei-
mat. Es gehörte zu den schönen und traurigen Tagen.
Und wenn wir heute an dem Platz vorbeigehen, auf
dem die Kirche gestanden hat, denken wir mit Weh-
mut an verschwundene Zeiten. Mußte denn die Kirche
fallen? Gewiß, man kann denen keinen Vorwurf
machen, die es zugelassen haben, daß der Abbruch
durchgeführt wurde, ohne daß vorher ein neuer
Bau erstellt worden war. Die Kräfte, die die Furt-
wanger Gemeinde heimatlos machen wollten, waren
stärker als die, welche diesen Bestrebungen entgegen-
wirkten. Dabei war doch der Vertrag einwandfrei so
aufgestellt worden, daß die Kirche hätte bestehen
bleiben müssen. Im Jahr 1911 hatte das damalige
Großherzogliche Ministerium der Justiz, des Kultus
und Unterrichts bestimmt, daß der östliche Teil der
Notkirche den Altkatholiken zum alleinigen Gebrauch
zugewiesen wurde; dafür mußten sie auf die Mitbe-
nutzung der Stadtkirche verzichten. Als Eigentümer
der Notkirche war das erzbischöfliche Domkapitel in
Freiburg benannt worden. Der dritte und hier wich-
tigste Punkt des Vertrags bestimmte, daß die Bau-
pflicht zur Notkirche der römisch-katholischen Kir-
chengemeinde auferlegt war, wofür den Altkatholiken
der Mitgenuß am örtlichen katholischen Kirchenver-
mögen entzogen blieb. Und trotzdem mußte die Kirche
wegen Baufälligkeit abgerissen werden! Seither nimmt
die Furtwanger Gemeinde die Gastfreundschaft der
Evangelischen in Anspruch, wie sie es schon einmal
tun mußte. Das war in der Zeit, als die Altkatholiken
die Stadtkirche ay3gegeben haben. Am 8. Juni 1911
übernahmen sie die Römisch-Katholischen, für den
1. November des gleichen Jahres war der Einzug der
Altkatholiken in die Notkirche festgelegt worden. In
der Zwischenzeit stand ihnen die Friedhofkapelle zur
Verfügung, die aber, hochgelegen und windig und
kalt, manchen Gottesdienstbesuchern zu beschwerlich
zu erreichen gewesen wäre. In der evangelischen
Kirche war damals gastfreundliche Unterkunft. Die
war um so nötiger, als es doch noch bis zum April
1912 dauerte, bis die Notkirche bezogen werden
konnte.
Damals amtierte in Furtwangen Pfarrer Franz, der
später nach Säckingen umsiedelte. Er war ein großer
Musiker vor dem Herrn und galt viel im gesellschaft-
lichen Leben der Industriestadt des Hochschwarz-
walds, die von Nachbargemeinden gern mit dem
Spottnamen „Klein-Paris" bedacht wurde.
61
Während der Kriegsjahre wirkte Pfarrer Arnold,
der dann nach der Pfalz umsiedelte. Unter ihm lernte
ich das Gehen am Altar. Der Geistliche war nicht
immer ein bequemer Herr, und der Kirchenrat soll
manchmal mit ihm zu tun gehabt haben. Das hat uns
Meßbuben allerdings kaum berührt. Wir taten, was
zu tun war. Leider fehlte uns das Verständnis für
Kunst, weswegen wir. allerdings ohne Erfolg, maulten,
daß so viele Abendgottesdienste durcligeführt wurden;
es waren feine Kirclienkonzerte, die immer einen vol-
len Kirchenraum brachten. Die altkatholische Lehrerin
von Furtwangen, die auch Arnold hieß aber mit dem
Pfarrherrn nicht verwandt war. leitete den Kirchen-
chor und sang selbst mit einer großartigen Altstimme.
Ihr halfen andere Lehrerinnen; an ihre Namen wer-
den sich vielleicht noch Schulkameraden erinnern: das
Fräulein Heibig und das Fräulein Furken. Die Kol-
lekte aus den Kirchenkonzerten wurde regelmäßig
dem Roten Kreuz für die Verwundeten zugedacht. Für
das Rote Kreuz arbeitete auch der damals sehr rege
Frauenverein. Die Frauen nähten und strickten und
schickten Pakete.
Lange Zeit war dann die Pfarrei verweist. Die
Gottesdienste wurden aushilfsweise gehalten. Das
bedeutete für die Ministranten immer eine gewisse
Umstellung. Aber die Geistlichen, die damals in Furt-
wangen eingesprungen waren, sind feine Menschen
gewesen. So erinnere ich mich des Professors Keußen.
Dann kam für eine kurze Zeit Pfarrer Eder in die
rauhe Gegend des Schwarzwalds. Ihm folgte unser
jetziger Bischof, unter dem die Gemeinde einen spür-
baren .Aufschwung bekam. Wir Ministranten haben
ihm bloß einen Kummer bereitet; keiner wollte Pfar-
rer werden. Und ich glaube, daß wnr ihn darum heute
noch um Verzeihung bitten müssen. Von der Ge-
schichte der Furtwanger Gemeide ist zu berichten, daß
m
3 im ,1
etrete ^
sie im Jahrl873 gegründet wurde. Sie ist also
1958 in ihr fünfundsiebzigstes Lebensjahr getrete
Zum Gottesdienst gehörte stets auch der Kire
diener, der Mesner. Es ist ein gutes Zeichen,
seit meinem Gedanken dort die Dynastie der Feh
bach von „Raben", einer Höhe drei Kilometer o
halb der Stadt, herrscht; auch heute noch läutet e
die Glocken und hilft dem Pfarrer. Zwischendi
während der Kriegszeit wirkten andere Männer,
denke voller Trauer an meinen Freund „Robbis".
ein unglückliches Ende nehmen mußte, der aber
Winterkälte und Sommerhitze stets zur Stelle
Der Robert Burger, wie sein richtiger Name war
eine Art von Furtwanger Original gewesen. Er
zwar gern ins Glas geschaut, nie aber sich am >
wein vergrifTen oder den Beginn des Gottesdiei
versäumt. Ein Original besonderer Prägung ist i
seiner Vorgänger gewesen; er nannte sich „Cav(
und w^urde seiner körperlichen Kleinheit wegen
vourli" gerufen. Von ihm gehen heute noch, d;
doch schon bald fünfzig Jahre lang unter dem R;
ruht, nette Geschichten um. Pfarrer Franz, unter
er amtierte, hat sie einmal gesammelt; in einem v
Jahrgang des Kalenders sind die Geschichten um
Cavourli zu lesen.
Der Platz, an dem die Altkalholische Kirche
Furtwangen gestanden hat, ist heute noch unbel
In seiner Nähe ist die neue Uhrenmacherschule en
tet worden, der das Uhrenmuseum angeschlossen
das zu den Sehenswürdigkeiten des Schwarzw
zählt. Vielleicht kommt doch noch einmal der Tag.
den Furtwangern das Kirchlein beschert, das sie
sehnen. Ich glaube, sie würden sich am meisten dari
freuen, wenn ihr einstiger Pfarrer, Bischof Dem
sie einweihen könnte.
Die Kirche stirbt, wenn sie nidit missioniert.
Die Kirdie hat ihren Marsdibefehl von Christus,
ihrem Herrn: „Gehet hinaus in alle Welt und pre-
diget das Evangelium allen V'ölkern und taufet sie!"
Dieser universale Auftrag muß erfüllt werden
L an den neu lieranwadisenden (je.sehlechtern in un-
seren eigenen Gemeinden,
2. an den absterbenden Gliedern der Gemeinde, den
Randkatholiken, den Nur-Registrierten, den Tauf-
schein-Christen,
3. an den Neuheiden in unserem Vaterland.
Arbeit in Fülle! Doch das genügt nidit! Gehet zu
allen Völkern! Wir haben auch
4. Boten zu senden zu den Heidenvölkern, die Chri-
stus nicht oder ungenügend kennen. Wir müssen
es tun,
a)weil Christus will, daß seine Kirche in alU>n Län-
dern Zeugen habe!
b) weil das Prinzip der Katholizitüt es fordert,
eine Kirche, die die volle Wahrheil hat, sie ji
anderen bringt, aus Liebe zur Wahrheit, aus L
zum N'ichsten,
c) weil eine Kirche, die niclit missioniert, erst:
erkaltet, sich verengt, vom Hütenden Leben
schnürt und endlich stirbt — eine missioniert
Kirche aber aufblüht.
Geschenkte Wahrheit und Gnade verlangen Bf
gung und Weitergabe!
Das ausgestreute Wort kehrt nielit leer zurück!
Wellkirche, (l:is heißt Kirche für alle Welt ha
wir zu werden, deshalb Weltmisslon!
Fehlt uns der Wille zur Mission, zur Eroben
dann sind wir eine Kirdie von Leuten, die
„erste Liebe" verloren haben. Fangen wir aber
Missionsgeist in unseren Gemeinden zu erwecl
dann kann uns Gott, der sein Werk nidit ohne
Mensdieii tun will, noch zu etwas gebraiuhon.
r»o
Gute Bibelausgaben und Hilf sbiidier
r ist es ein Märchen, erst^JLuther „"habe die Bibel
r der Bank vorgezogen". Auch vor.Luther gab es
zwei Dutzend deutsche Bibelübersetzungen. Aber
ler hat „dem Volk aufs Maul geschaut". Er war
»ewaltiger Gottesmann, ein Bibelgelehrter und ein
ster des Wortes. Dank seiner schöpferischen
ichgewalt schenkte er dem deutschen Volk eine
rsetzung, die die deutsche Schriftsprache begrün-
und die dem Leser nicht bloß ins Ohr, sondern
Herz drang. Die Betonung der Schrift als einziger
bensquelle im Protestantismus begünstigte sodann
1 die besonders eindringliche Beschäftigung mit
Hl. Schrift. Viele schlichte evangelische Christen
1 täglich im .Losungsbüchlein, bzw. nach einem
iftleseplan in der Hl. Schrift oder besuchen eigene
■Istunden. Kein evangelischer .Kirchentag, aber
i keine evangelische Sitzung ist denkbar, ohne daß
)r ernste Bibelarbeit oft eine halbe oder ganze
ide lang geleistet wird. Man beruft hierzu die
tigsten Männer — oder auch Frauen, die das
l Gottes ausdeuten und zum eignen Leben und
in die rechte Beziehung zu setzen bemüht sind.
1 Gegensatz hierzu verboten die Päpste lange
das private Bibellesen oder erschwerten es un-
g. Das einfache Volk kennt in der Regel nur
s Biblische Geschichte und die Auswahlstücke, die
iottesdienst verlesen werden. Obwohl die Geist-
ceit im Brevier allwöchentlich die Psalmen ab-
t, desgleichen viele Schriftstellen, sind heute noch
römisch-katholischen Geistlichen infolge des la-
schen Breviers ihren evangelischen Amtsbrüdern
er Kenntnis der Schrift unterlegen. Auch die Pre-
geht viel zu wenig von der Hl. Schrift aus. Es
Tt sich das in neuester Zeit durch die amtlich nun
rderte Bibelbewegung langsam, aber die Bibelbe-
jng findet in der Masse des gläubigen Volkes
t das Echo, das die Hierarchie nun selbst ihr
e wünscht.
im Unterschied von den Anglikanern, die wenig-
s bei regelmäßigem Gottesdienstbesuch innerhalb
s Jahres alle wesentlichen Teile des Alten und
•n Testamentes hören, hat die planmäßige Bibel-
it in der alt-katholischen Kirche nur an wenigen
n eingesetzt. Und auch da sammelt sie nur kleinste
se um sich. Wir haben in dieser Hinsicht bei wei-
noch nicht das ungute Erbe der Verhältnisse in
,'esamtkatholischen Kirche überwunden. Der Alt-
lolik Watterich hat zwar eine Übersetzung des
geschahen. Der große Druck ermöglicht beson-
alten Leuten das Lesen. Aber sie bedarf der
•arbeitung und dürfte wohl auch vergriffen sein,
(^■uerer Zeit bemüht sich der liturgische Ausschuß
SchafTung einer dritten und vierten Perikopen-
'. so daß innerhalb vier Jahre doch ein sehr we-
icher Teil der Hl. Schrift der Gemeinde, soweit
um Gottesdienste kommt, vertraut werden kann.
Ilen die Gläubigen ein inneres Verhältnis zur
1 gewinnen, dann müssen wir ihnen gute und bil-
Bibelausgaben empfehlen. Schon den Erstkom-
munikanten könnte eine Bibel geschenkt werden. Die
Frankfurter Gemeinde hat häufig den Brautleuten
eine Traubibel als Gabe der Gemeinde ausgehändigt.
An guten und sehr preiswerten Bibeln ist neuer-
dings kein Mangel mehr. Seit 1812, also bald 150
Jahre, hat sich die Privilegierte Württ. Bibelanstalt
in Stuttgart auf evangelischer Seite besonders um die
Verbreitung guter Lutherbibelausgaben in jeder Grö-
ße, Ausstattung und Preislage hochverdient gemacht.
Der derzeitige Bibelkatalog umfaßt schon 140 Seiten.
Neuerdings gibt sie auch andere Übersetzungen her-
aus, so die textgetreue Menge-Bibel, die Schlachter-
Thimme- und Albrecht-Bibel. Wir möchten die^^tutt-
garter Jugend- und Familienbibel^) als Hausbibel und
Einführung ins Bibellesen besonders empfehlen, zu-
mal die Jugend für manches, besonders im A.T., noch
nicht reif genug ist. Diese Bibel bietet eine gediegene
Auslese. Kernsprüche sind fettgedruckt. Anmerkun-
gen und Überleitungen erleichtern das Lesen.
Wer eine vollständige Gesamtausgabe bevorzugt,
sei auf die eben neu erschienene Stuttgarter Antiqua
Taschenbibel-) hingewiesen. Sie bringt den von der
EKD revidierten Text von 1912 fürs A.T. und von
1956 fürs N.T. Die Drucktypen sind vornehm und
gut lesbar.
Das Westentaschentestament^) ermöglicht bei einem
Umfang von 6,5/10 cm und nur 80 Gramm Gewicht
ein beständiges Mitführen. Die Preise variieren je
nach Einband und Ausstattung.
Die römisch-katholischen Ver/ag'e überbieten sich
geradezu in neuester Zeit in der Herausgabe äußerst
preiswerter und praktischer Neuer Testamente. Es
erscheint geradezu unglaubhaft, daß z. B. der Patt-
loch-Verlag eine Volksausgabe^) zum Preis von nur
1.50 DM und der Herderverlag eine Taschenbuchaus-
gabe^) mit 334 Dünndruckseiten mit klarem Schrift-
bild und flexiblem Einband für 1.90 DM herausbrin-
gen konnte.
Drucktechnisch eines der schönsten N.T., deswegen
auch als Geschenk vorzüglich geeignet, ist die von
0. Karrer im Ars Sacra Verlag, München besorgte
N.T.^). In verbesserter Auflage 1953 erschienen darf
diese Ausgabe als wahres Juwel bezeichnet werden.
Die Riessler-Storr-BiheV) darf wohl als die beste
katholische Gesamtbibelausgabe angesprochen wer-
den. Die Ausstattung ist vorzüglich, der Druck könnte
etwas farbkräftiger sein. Textproben ergaben eine
dem biblischen Wort wie dem heutigen Leser gerecht-
werdende Übersetzung. Bildtafeln und Karten be-
reichern das auch äußerlich handliche und gefällige
Bibelwerk.
Fast wichtiger als Bibelausgaben wären^gute Kom-
mentare und Einführung sbücher, die für den einfa-
chen Leser geschrieben sind. Ich kenne aus neuester
Zeit kaum welche, die wirklich allgemein empfohlen
werden könnten, während natürlich an wissenschaft-
lichen Büchern kein Mangel herrscht. Wer einmal mit
einem Gelehrten in die Schächte des Gotteswortes ein-
fahren und sich mit dem ganzen wissenschaftlichen
Apparat vertraut machen möchte — und zwar an
63
einem leichteren Stoff, der sei auf die Erklärung der
Gleichnisse des Göttinger Professors Joachim Jere-
mias verwiesen®). Den gleichen Gegenstand behandelt
der gottbegnadete Prediger Prof. Helmut Thielicke.
Schon die Bezeichnung der Gleichnisse aXs^Bilderbuch
Gottes^) läßt ahnen, wie Thielicke seine Aufgabe löst.
Daß es ihm aber nicht nur um eine erbauliche Rede
zu tun ist, daß er das ganze Wissen für seine Zeitge-
nossen fruchtbar zu machen versteht, das beweist
schon die Tatsache, daß seine^Predigten aus Ham-
burgs Jakobi Kirche in den größeren „Michel" ver-
legt werden mußten und Tausende den Predigten
lauschen.
Die Heilige Schrift zu illustrieren, d. h. zu erleuch-
ten, war schon immer das Bestreben kunstverständi-
ger Christen, angefangen von den Kritzeleien in den
Katakomben bis zur^biblia pauperum, d. h. den Ge-
mälden und Symbolen an den Wänden der Gottes-
häuser. Nodi heute sind wir stark beeindruckt von
den alten Fresken des Mittelalters. Herder hat es ge-
wagt, in einer ganz neuen Art eine Bilderbihel vorzu-
legen, die manchen ungewohnt erscheint, aber gerade
in jüngster Zeit der kirchlichen Kunst mächtige Im-
pulse gegeben hat. Gemeint ist die Bilderbibel Richard
Seewalds^^) .' Der Künstler versucht in größter Spar-
samkeit der Ausdrucksmittel das Wesentliche der bib-
lischen Begebenheiten aufleuchten zu lassen. Nicht
jedes Bild befriedigt, aber sie alle beeindrucken durch
ihre Eindringlichkeit und herbe Aussage.
Während Kindern der Mittel- und Oberstufe der
biblische Text möglichst in der ursprünglichen Schlicht-
heit vermittelt werden sollte, wird den Jüngsten das
Lehen Jesu in spannender und ausschmückender
Weise nahezubringen sein. Schon immer wird ein
geschiditer Katechet die biblischen Erzählungen durch
Sdiilderung der Umwelt ausgestaltet haben. Während
Scharrelmann das biblische Geschehen unzulässi
Gegenwartsgeschehen schilderte, erzählt A. Oui
Armstrong^^) in der Vergangenheit. Diese Er
weise hat ihr Gutes, aber auch ihre Gefahren,
sollte man die neue Methode versuchen und erpn
Man hat schon mit Recht gesagt, die Bibel
man auf den Knien lesen. Jedenfalls nie ohnt
mut und Einfalt — und nie ohne Bitte um Erl«
tung durch den Heiligen Geist, dem sie ihr D
verdankt. — Und nun: Nimm und lies!
Paul F. P
1. Stuttgarter Jugend- und Familienbibel, zur Einführu
Bibellesen. Nach der deutschen Übersetzung D. Martin Lu
Priv. Württ. Bibelanstalt, Stuttgart; Kleinoktav-Form
nach Einband usw. 4.60 — 5.90 DSI (es gibt davon aud
Ausgabe in Großoktav mit größerer Schrift, in der Pn
von 8.20 — 21.50 DM).
2. Stuttgarter Antiqua Taschenbibel, ebenda. A. T. 1
NT 338 S. Preise zwischen 3.90 — 18.50 DM.
3. Westentaschentestament mit Psalmen, ebenda. Preis
sehen 2.60 — 10.— DM.
4. Das NT, übersetzt von Prof. Dr. Joh. Kürzii
Paul Pattloch Verlag, Aschaffenburg; 365 S. Kleinformat
ausgäbe, 1.50 DM.
5. Herders NT. Dünndruckausgabe, 1.90 DM. Herder-\
Freiburg i. Br.
6. NT. übersetzt und erklärt von Otto Karrer, ^
Ars Sacra^AIünchen (Jos. Müller); 820 S. Dünndrudcj
Leinen, 9.S0 DM.
7. Storr-Rießler Bibel, Matthias Grünewald Verlag :
1958, 1532 S., IX. Aufl. 74-84.Tausend. 24.50 DM.
8. Jeremias Joachim, Die Gleichnisse Jesu, 4. ncubearl
Aufl. 1956, Vandenhoeck und Rupprecht, Göttingen; 2
brosch., 7.80 DM.
9. Thielicke Helmut, Das Bilderbuch Gottes, Reden ab
Gleichnisse Jesu, Quell Verlag, Stuttgart; 1957, 320 S
10. Seewalds Bilderbibel. 100 Bilder mit Texten aus d
und NT^ Herder- Verlag, Quartformat, 212 S., geb. in 1
22.— DM, Engl. Broschur 18.50 DM.
11. Oursler-Armstrong, Die Gesdiichte vom Leben Jes
Farbbildern und vielen Illustrationen.^.^erder- Verlag
äb^
14.M
bürg i. Br. 1957. 235 S.. 9.80 DM.
64
Die Ehefragen
häftigen Volk und Verantwortliche in unseren
3n außerordentlich. Die Ehescheidungen sind seit
Krieg zwar zurückgegangen, ihre Zahl ist den-
1 überaus groß. Die Leidtragenden sind die Kin-
Audi uns Altkatholiken macht die Frage der
sdieidung nicht geringe Kopfschmerzen. Wir hal-
an der Sakramentalität der kirchlich geschlosse-
Ehe und an ihrer Unauflöslichkeit grundsätzlich
Das neue Personenrecht für unsere Geistlichen
it notfalls wohl eine Trennung von Tisch und
, verbietet aber jedem Mitglied der Geistlichkeit
Scheidung oder die Heirat einer Geschiedenen.
1 erfolglosem Versöhnungsversuch, so sieht ein
?r Entwurf eines „Ehe-Schiedsgerichtes" vor,
1 unter ganz bestimmten Voraussetzungen der
tliche selbst im Amt belassen werden, wenn er
'.icht auf die Eingehung einer neuen Ehe leistet,
^r Kirchliches Recht will damit wenigstens im
slerstand das Hochbild der christlichen Ehe rein-
llen und den Gläubigen vor Augen führen, selbst
n eine noch ausstehende sachliche Abklärung der
ung des Neuen Testamentes zur Erkenntnis käme,
eine Scheidung trotz grundsätzlicher Unauflös-
.eit der Ehe nicht in jedem Falle ausgeschlossen
I leint.
•genüber der Leichtfertigkeit und dem Eiltempo,
I ?m manche Ehen geschlossen, aber oft auch eben-
I hnell wieder geschieden werden, sollten wir über-
I 1, ob eine kirchliche Eheunterweisung nicht doch
! er zur Aufgabe der Geistlichen gehöre. Die Groß-
! len kennen schon seit längerem Bräuteschulen,
[ <gespräche, Eheberatungsstellen. In der römisch-
; olischen Kirche wird wenigstens einmal im Jahr
! Volk durch einen Ehehirtenbrief eingehend über
t Wesen christlicher Ehe belehrt, wenngleich in
i' Weise, die wir nicht unbesehen übernehmen
iten. Eine Eheanbahnungsstelle unseres Bistums
'ider nach einem kurzen Versuch wieder einge-
\ en. Man hat nie erfahren, ob sie wirklich bzw.
i greich in Anspruch genommen wurde.
! fehlen uns Belehrungsblätter, die man den Braut-
\ n in die Hand geben könnte und die von einer
^ itsgemeinschaft unserer Seelsorger zu schaffen
rn.
I uerdings wurde evangelischerseits der Vorschlag
ji dreijährigen Ehescheidungssperre für die ersten
II Ehejahre gemacht. Jedenfalls sollte der Schei-
I slustige bedenken, daß er doch kaum gänzlich
f seinem Ehepartner loskommt, wenigstens nicht
fe ziell. Und alternde Männer, die nach einer jun-
e Frau verlangen, mögen sich an das gute Wort
■ lern wertvollen Film „Die Frau im Morgenrock"
|f ern, daß man 20 Jahre gemeinsamen Lebens
h t einfach in den Koffer packen kann".
> ' beiden großen Kirchen haben Kundgebungen
16 1 die
I Mischehe
' utbart. Die evangelische Warnung weist auf die
■ ulere Lage hin, die für den Evangelischen durch
das römische Kirchenrecht bei röm.-katholischer
Trauung (Kindererziehung) sich ergibt. Die römisch-
katholische, sehr eindringlich gehaltene Mahnung
übersieht, daß viele Ehen gleichen Bekenntnisses
heutzutage ja oft schlimmer als Mischehen sind,
dann nämlich, wenn der eine Teil gleichgültig oder
praktisch ungläubig ist. Sie übersieht ferner, daß
bei wirklich gläubigen Partnern verschiedenen Be-
kenntnisses doch das gemeinsame Glaubensfunda-
ment so breit und stark sein kann, daß beide hier-
durch für die Verschiedenartigkeit religiöser Aus-
drucksformen Duldsamkeit, ja Aufgeschlossenheit
besitzen werden.
Wir erblicken die Hauptgefahr der Mischehe in der
religiös-kirchlichen Gleichgültigkeit, die oft beide Ehe-
partner sowohl vor wie auch in der Ehe beweisen
und die dazu führt, daß die Einschulung in den Reli-
gionsunterricht eines bestimmten Bekenntnisses meist
nach rein äußerlichen Gesichtspunkten getroffen wird.
Gerade unsere Gläubigen sollten es leicht haben, die
Treue zur alten katholischen Kirche zu wahren, weil
die alt-katholische Kirche ja die Vereinigung der ge-
trennten Kirchen schon in sich selbst dadurch voll-
zogen hat, daß sie an das allen Gemeinsame anknüpft
und daß sie alle jene echten Reformen für sich be-
reits durchgeführt hnsch frei
I' Arbeitsfron — aber wofrr? Wird die gewonnene
' zeit auch wirklich zur Erneuerung der Volks-
i l und zur Menschwerdung jedes Einzelnen ver-
let werden? Oder wird sich die Kulturindustrie
■r Freizeit bemächtigen? Fast muß man befürch-
- hoffentlich nur für eine kurze Übergangszeit
laß hektischer Vergnügungsrummel, Sozialtouris-
und Unterwelt die freie Zeit so beschlagnahmen,
der Sonntag noch mehr als bisher, statt Gottes-
Ruhetag zu sein, einfach nur „freier Tag" ist —
daü der Montag noch mehr Bläue bekommt — als
1. Gott ist auch der Herr der Straße und der
Öffentlichkeit! Du bist ihm stets verantwortlich.
2. Dulde keinen Aberglauben, rufe vielmehr Gott
an vor jeder Fahrt! Weder Maskottchen, noch
Fluchen und Schelten helfen Dir wirklich.
3. Keine Sonntagsfahrt ohne Sonntagsgottes-
dienst! „Sonntag ist's in allen Landen!" Das
Kraftfahrzeug bringt uns aus der Vereinsa-
mung, aus der Diaspora schnell zu unseren
Glaubensgeschwistern.
4. Entfliehe nicht Deiner Familie mit dem Motor!
Nimm sie mit oder verabrede mit Deinen Kin-
dern ein Treffen (Sternfahrt).
5. Schütze und liebe das Leben der Mitmenschen
und Tiere!
6. Sei Ritter der Landstraße!
7. Achte das Vorfahrtsrecht der anderen und die
Schutzgebote des Verkehrs!
8. Stehe immer zur Wahrheit! Verabscheue Fah-
rerflucht und falsche Aussage.
9. Habe Ehrfurcht vor dem Ruf und der Ehre
derer, die Du mitnimmst!
10. Bringe die Mitfahrenden sicher an ihr Ziel!
GEBET EINES KRAFTFAHRERS
VOR DER FAHRT
Gott mein Vater
halte Deine schützende Hand über alle, die sich mir
anvertrauen und denen ich begegne.
Gib mir ein wachsames Auge, eine sichere Hand
und ruhige Nerven.
Erfülle mich mit Verantwortlichkeit
und Pflichtbewußtsein —
und bewahre meine Sinne und Kräfte
auf daß niemand Schaden nehme durch mich. Amen.
Ausruhtag von Sport, Reisen und Ruhelosigkeit. Na-
türlich auch das: daß der Geldbeutel noch leerer wird
und die Ansprüche an das Leben — damit natürlich
auch die Lohnkämpfe, noch mehr anwachsen. — In
Wahrheit wird Freizeit aber nur dort zum Segen, wo
man sich selbst aus der Zerstreuung und Erschöpfung
zurückzunehmen lernt in die eigentlichen Wertbe-
reiche des vollen Menschentums.
Wir geben die Losung aus: Das Wochenend gehöre
den privaten, häuslichen und staatsbürgerlichen Auf-
gaben, dem Garten, dem Schreibtisch, dem Sport, dem
Basteln, dem Ausflug — der Sonntag aber dem Kirch-
gang, dem Gebet, dem Besuch der Kranken und Nach-
barn, dem Gang zum Gottesacker, der Hausmusik,
dem guten Buch, der Familie und der inneren Samm-
lung, also den Verabredungen mit unserem Ich und
der Gemeinschaft mit Gott!
69
IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII2
I ^^püt ^ebeti ttvoci9 I
iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii
Der Alte Fritz erzieht zur Toleranz!
Der Alte Fritz war gewiß kein besonders fleißiger
Kirchgänger, und doch hat er einmal die grauen
Wetterwolken mit viel Humor verscheucht, die sich
über dem Haupt eines jungen Theologen aus Ungarn
zusammenziehen wollten.
Eines Tages begegnete der König in seinem Park
zu Sanssouci einem jungen Manne von fremdartigem
Aussehen, dessen Äußeres ihm auffiel. Er ging auf
den Fremden zu und fragte, wer er sei. Der Fremde
erkannte den König sofort und erwiderte ehrerbietig:
„Majestät, ich stamme aus Ungarn und bin in Frank-
furt a. O. gewesen, wo ich Theologie studiert habe.
Jetzt wollte ich noch, vor meiner Heimkehr ins Va-
terhaus, Berlin, Potsdam und Sanssouci kennenler-
nen und bin außerordentlidi glücklich, daß ich den
hohen Sdiutzherrn unserer Religion einmal von An-
gesicht sdiauen darf." — „Er ist also Protestant!" —
„Ja, Majestät." — „Hat Er denn auch alles ordentlich
betrachtet?" Der junge Mann bejahte, und es knüpfte
sich daran ein längeres eingehendes Gespräch, in
dessen Verlauf der König in dem jungen reformierten
Theologen, dessen Name Hedhessi war, einen sehr
tüchtigen, unterrichteten und gewandten Mann fand,
welcher ihm in seiner Art so gut gefiel, daß er ihm
sagte: „Weiß Er was? Bleibe Er in meinem Lande,
idi will für Ihn sorgen, hört Er?" Der ungarische
Kandidat sagte darauf: „Die Huld Ew. Majestät ist
mir ebenso überraschend wie unverdient, allein ich
darf dieselbe doch nicht annehmen. Bei unseren ge-
ringen evangelischen Gemeinden in Ungarn gibt es
viel Mangel an geistlichen Kräften; auch bin ich nur
deshalb ins Ausland zum Studium gegangen, um
nachher meinem Vaterlande desto besser in unseren
armen Gemeinden dienen zu können. Sodann erwar-
tet auch schon mein bejahrter Vater, welcher eben-
falls Pfarrer ist, meine Hilfe zu Hause. Majestät wer-
den verstehen, daß ich unter solchen Umständen die
Ehre von Ew. Majestät huldvollem Anerbieten ab-
lehnen muß." Der König sah das ein. „Das ist fatal",
sagte er. „Hör Er, bitte Er sich eine Gnade von mir
aus." Der Ungar versicherte, daß er alles habe, was
er brauche, und in dem einzigen, was ihm notwen-
dig wäre, könne Se. Majestät ihm doch kaum helfen.
Diese Bemerkung interessierte den Alten Fritz. „Was
ist denn das?" — „Theologische, evangelische Bü-
cher", war die Antwort. „Da will ich Ihm wohl hel-
fen", sagte der König. „Schreibe Er mir nur eine
Liste auf von solchen Büchern, die Er für sein Amt
braudit." — „Majestät", sagte der Kandidat, „das
würde mir nichts helfen. Ich habe mir bereits in
Frankfurt und Berlin verschiedene philosoph
und theologische Bücher gekauft; aber die sir
cherlich in Wien verboten und werden mir bei
ner Ankunft daselbst weggenommen werden,
dort geschieht die Durchsicht aller Bücher durc
Jesuiten, und die Zensur ist außerordentlich str
Der Alte Fritz dachte einen Augenblick nach,
fuhr er rasch auf: „Nehme Er Seine Bücher in G
Namen mit, kauf Er auch noch für zehn Dul
dazu, was Er braucht, und was Er denkt, daß
Wien am allerverbotensten sein könnte, und wj
durchaus wegnehmen wollen. Versteht Er mich? \
sie Ihm dann in Wien die Bücher wegnehmen W(
so sage Er nur, der König von Preußen habe sie
geschenkt. Darum werden die Herren Patres
Väter der Gesellsdiaft Jesu) sich wohl nicht
kümmern, sondern die Bücher dort behalten,
schadet aber nichts. Laß Er sich die Bücher nur
nehmen; gehe Er aber gleich zu meinem Gesai
und lasse sich bei ihm melden. Dem muß E
ganze Geschichte erzählen und alles, was ich Ihi
sagt habe. Hernach gehe Er in den vornehmsten
hof und lebe Er redit kostbar. Merke Er wob
darf nicht unter einem Dukaten täglich verzeil
In dem Gasthof bleibe Er so lange, bis man
Seine Bücher selbst wiederbringt. Für das alles
Er mich nur sorgen." Eilig ging der König, nad
er so ausführlich mit dem ungarischen Kandii
der Theologie gesprochen hatte, in sein Schlo
rück, kam aber schon nach wenig Minuten ^
heraus und brachte einen langen Zettel mit
welchen er mit seiner Handschrift geschrieben 1
„Bon pour rester ä Vienne aux d^pens de moi.
derik." Merkwürdigerweise unterzeichnete der }
König seinen Namen stets so. Zum Absdiied sag!
König wieder: „So, nun hat Er meinen Namen
Papier braucht Er in Wien nur meinem Gesai
zu zeigen. Und verlaß Er sich darauf, Er kriegt
Bücher wieder. Aber vergesse Er nicht, in Wier
zu leben. Alle Tage einen Dukaten, hört Er's
ich sag's Ihm." Der Kandidat wollte noch be?
dene Einwendungen machen, allein der König st
die Unterredung ab mit den Worten: „Nun kl
wohl. Verlaß Er sich nur auf mich, ich will Ihm
nur zu den Büchern, sondern auch zu einer P
verhelfen. Nun reise Er in Gottes Namen und sd*
Er mir einmal. Hört Er's? Adieu!"
Damit war diese merkwürdige Unterredun
Ende, und Hedhessi, der ungarische KandidU
Gnaden entlassen. Er war natürlidi durch diese {
-rredung mit dem großen König aufs tiefste be-
i, voller Dank, aber auch voller Zweifel, wie es
aufen würde. Er kaufte sich noch die Bücher,
ihm für das fernere Studium in seiner Heimat
sendig schienen, und reiste ab. Wie er es vor-
gesagt hatte, so geschah es. Bereits an der Grenze
den alle seine Bücher versiegelt, und wie er sie
Vien an der Zensur abholen wollte, wurde ihm
ärt, sie seien samt und sonders als ketzerische
iften konfisziert. Er stellte den Bücherzensoren
daß sie ein persönliches Geschenk Seiner Maje-
des Königs von Preußen seien und daß derselbe
aufgetragen habe, das zu betonen. Aber die
ren Jesuiten erwiderten: „Hier in Österreich
seht bekanntlich die Kaiserin Maria Theresia;
geht uns in Wien der König von Preußen an?
hat genug in seinem eigenen Lande zu tun und
icht seine Nase nicht in fremde zu stecken."
lem Auftrag gemäß ging nun Hedhessi zum preu-
hen Gesandten, erzählte getreulich seine Unter-
mg mit dem Könige und gab das von demselben
tfangene Schreiben ab. Der Gesandte war aber
'its über alles auf das genaueste informiert durch
ruktionen aus Berlin, rief einen seiner Diener,
ite ihn mit dem ungarischen Kandidaten in den
en Gasthof Wiens und ließ zugleich den Wirt
. tändigen, daß dieser Gast auf Kosten der preu-
hen Gesandtschaft verpflegt werden sollte. Nun,
war ja nicht das schlimmste, was dem jungen
me passieren konnte. Er ließ sich's wohl sein
benützte seine Zeit, um die Kunstschätze und
liotheken seiner Hauptstadt gründlich zu stu-
en. Der Gesandte aber schickte einen ausführ-
en Bericht über diesen Vorfall nach Berlin,
a traf eines schönen Tages in Breslau der Imme-
befehl Sr. Majestät des Königs sowohl bei dem
iverneur wie bei dem Minister von Münchon ein,
Inhalts, daß sofort eine Kommission, gebildet
einem Stabsoffizier, einem Kriegsrat, einigen
erbeamten und Soldaten, sich nach dem dortigen
iitenkollegium begeben sollte, um die Bibliothek
versiegeln. Vor jede Tür ward eine Schildwache
teilt. An jedem Morgen mußte ein Ofl'izier und ein
nmerkalkulator sorgfältige Revision halten, ob
Siegel auch unversehrt geblieben seien. Für diese
tiewaltung erhielt jeder der Herren Visitatoren
m Taler am Tag, die sechs Soldaten für drei Ablö-
gen ebenfalls zusammen zwei Taler pro Tag und
Kommission dreißig Taler für die Versiegelung.
' diese Ausgaben mußte das Jesuitenkollegium
ahlen. Man kann sich das Entsetzen der frommen
res vorstellen, als auf einmal wie ein Blitz aus
term Himmel diese große Kommission mit dem
nediatbefehl des Königs bei ihnen erschien und
i reichhaltige Bibliothek versiegelte. Sie hatten
r noch besonderen Anlaß zum Erschrecken. Denn
bestimmten Büchern der Bibliothek war ja die
respondenz mit den Jesuitenpatres in Wien ver-
gen. Ließ erst der König die Bibliothek unter-
hen, so würden diese Schriften ihm in die Hände
en, und dann wäre es mit ihrer Existenz in dem
ußischen Staate, wo gerade der Alte Fritz sie bis-
her geschützt hatte, zu Ende gewesen. Und keiner
wußte, woher dieser Streich kam und welche Ur-
sache er hatte. Vergebens rieten sie hin und her und
zerbrachen sich den Kopf, womit sie wohl die Gnade
des Königs verscherzt hätten und was gerade die
Versiegelung der Bibliothek bedeute. Hatte er viel-
leicht schon Wind von ihren heimlichen Umtrieben
bekommen? Die Bestürzung war allgemein, und die
Sdiildwachen mit ihrer bärbeißigen Erscheinung
verstanden keinen Spaß, wenn jemand sich der ver-
schlossenen Pforte zu nähern versuchte. Alles Nach-
fragen und alle Schritte bei dem Minister und dem
Gouverneur waren auch vergeblich, weil diese in der
Tat nichts zu berichten vermochten. Sie konnten nur
erklären, es sei also der Wille des Königs Friedrich,
welcher ihnen aber über die Ursache dieses sie selbst
überraschenden Befehls nichts mitgeteilt habe.
So blieb denn den Jesuiten nichts andres übrig,
als eine Deputation aus ihrer Mitte nach Potsdam
zum König zu senden. Sie wählten dazu zwei ehr-
würdige Patres aus, die der Alte Fritz von früher her
kannte und immer gern leiden mochte. Die Deputation
reiste nach der Residenz, erbat Audienz, aber vergeb-
lich. Sie setzten alle Hebel in Bewegung, aber sie
wurden nicht vorgelassen, sondern von einem Ter-
min zum andern vertröstet. Es blieb ihnen nichts
übrig, als vier volle Wochen in Geduld auszuharren,
bis sie endlich vorgelassen wurden. Als sie zur Au-
dienz kamen, empfing sie der Alte Fritz gar gnädig,
fragte nach ihrem Befinden, redete mit ihnen von
vielen gleichgültigen Dingen und schnupfte eifrig
dazu, so daß sie eine ganze Weile ihre Angelegenheit
durchaus nicht vorbringen konnten und wie auf
glühenden Kohlen standen. Endlich konnten sie den
Augenblick einer kleinen Pause benutzen, um mit
Herzklopfen und ganz untertänigst anzufragen, wo-
durch sie eigentlich das Unglück gehabt hätten, die
Gnade Seiner Majestät zu verlieren. „Ach so", sagte
der König, als ob er sich erst daran erinnern müßte,
„Sie fragen wegen der Versiegelung Ihrer Bibliothek.
Ganz recht, der Befehl dazu ist von mir ausgegangen.
Allein die Antwort darauf müssen Sie sich von mei-
nem Gesandten in Wien geben lassen. Wider Euch
habe ich nichts. Adieu, Messieurs! Ich lasse mich
Ihren Herren Konfratres, den Herren Kommissaren
der Bücherrevisionskommission in Wien, empfehlen.
Adieu!"
Damit war die Audienz zu Ende, und die schlauen
Jesuiten waren um nidits klüger als vor fünf oder
sechs Wochen, es waren ihnen im Gegenteil noch
neue Rätsel aufgegeben worden, die mit den Ange-
legenheiten ihres Ordens in Wien in Zusammenhang
stehen mußten. So eilten sie mit ihren Neuigkeiten
mit schnellen Postpferden nach Breslau, wo man
sie all die Wochen hindurch mit großer Ungeduld er-
wartet hatte. Denn die Bibliothek blieb noch immer
wie früher verschlossen und verwahrt; die Schild-
wachen behüteten treulich die Eingänge, die beiden
Beamten visitierten täglich gewissenhaft. Als sich
nun das Kollegium versammelt und den genauen
Bericht der Deputierten entgegengenommen hatte,
hieß es auch von den gelehrten Professoren und
71
dem klugen Rektor: „Da steh ich nun, ich armer Tor,
und bin so dumm wie je zuvor!" Nur das eine war
klar, man müsse eine neue Deputation zur Ergrün-
dung des Rätsels nach Wien senden. Natürlich nahm
man dieselben beiden Abgesandten dazu, welche nun,
als sie nach Wien und zum preußischen Gesandten
kamen, wo sie keine vier Wochen auf eine Audienz
zu warten hatten, demselben alles mitteilten, was
ihnen in Breslau geschehen sei und was ihnen der
König selbst in der Potsdamer Audienz mitgeteilt habe.
Da Majestät sie direkt an den Herrn Gesandten verwie-
sen habe, so bäten sie nun dringend um Erklärung
und Aufschluß. „Ja, den genauen Zusammenhang
dieser Angelegenheit, meine Herren", sagte der Ge-
sandte, „verstehe ich auch nicht ganz. Hier befindet
sich auf Kosten der Gesandtschaft ein junger Mann
in einem Gasthof in Wien, ein Kandidat der evan-
gelischen Theologie aus Ungarn. Derselbe hat sich
bei mir beschwert, daß Ihre Herren Konfratres, die
Jesuiten, welche hier die Zensur ausüben und zur
Bücherrevisonskommission gehören, einen Kasten
mit Büchern weggenommen haben, obwohl dieselben
ein Privatgeschenk Sr. Majestät des Königs von Preu-
ßen waren. Mir scheint, daß Seine Majestät über
diese Rücksichtslosigkeit sehr ungehalten ist, und
mich deucht, mit vollem Recht."
Den Patres, denen, während der Gesandte gespro-
dien, schon allmählich die Wahrheit zu dämmern be-
gonnen hatte, fiel es nun wie Sdiuppen von den Au-
gen. Sofort eilte die Deputation zu ihren Ordensge-
nossen, den Bücherrevisionskommissarien, und teilte
ihnen den ganzen Fall mit. Als diese nun erfuhren,
was sie für eine Dummheit begangen hatten und wie-
viel dabei für ihren ganzen Orden auf dem Spiel
stand, gaben sie natürlich die Bücher schleunigst her-
aus. Es dauerte keine Stunde, da hatte mein ungari-
scher Kandidat sein sämtliches Eigentum wieder im
Besitz. Sie ersdiienen mit dem jungen Mann beim
Gesandten, damit derselbe dort bestätige, daß ihm
sein Eigentum unverkürzt ausgeliefert sei. „Ganz
wohl, meine Herren", sagte der Gesandte, ich werde
es nach Berlin berichten. Allein hier ist die Sache
noch keineswegs beendigt. Sie müssen auch noch, auf
Befehl meines Monarchen, die Gasthofrechnung J
jungen Mannes berichtigen." Was blieb ihnen
deres übrig? Die Zehrungskosten im Gasthof
Hedhessi beliefen sich auf 96 Dukaten, und
Wiener Jesuiten mußten sich wohl oder übel
Zahlung dieser Summe mit saurer Miene bequei i
Darauf stellte ihnen der Gesandte nicht nur die (
tung der Gasthofredinung, sondern auch noch
Bescheinigung zu, des Inhalts, daß der junge U
alle seine Bücher zurückerhalten habe, und mit
sen Attesten versehen, eilte die Deputation nach I ^
lau zurück und von dort nach Potsdam zum Köi
Dieses Mal brauchten sie nicht lange auf eine
dienz zu warten. Sie wurden sofort vorgelassen
überreichten dem Könige die mitgebrachten Seh
stücke. Kaum hatte derselbe die durchgesehen
ließ er sofort einen Befehl an seinen Minister
den Gouverneur von Breslau abgehen, daß die
bliothek der Jesuitenuniversität wieder entsiegelt
den sollte. Darauf entließ er sie mit der Versichei
seiner besonderen Gnade. Aber ganz charakteris
ist das eigenhändige Schreiben, welches der
Fritz zugleich an den Rektor des Jesuitenkollegi '
sandte, in welchem er nochmals persönlich den ]
vent seiner Gnade versicherte und folgende Wari |
beifügte: „Ihr werdet Eure Herren Konfratre i
Wien und das Personal des dortigen Konsistorii \
warnen, daß sie an dem Kandidaten Hedhessi k
Rache üben, ich werde mich fleißig nach dem W
sein dieses Menschen erkundigen. Bekommt er i
die beste Pfarre in Ungarn, oder er oder die Se
werden koujoniert oder chikaniert, so müßt Ihr
Euer Kloster dafür stehen, da halte ich micli
Euch." Diese Ermahnung hat auch ihre gute F
gehabt. Hedhessi erhielt eine gute Pfarrstelle,
hat ihn in keiner Weise deshalb später gequält,
wir wissen, daß er wenigstens noch im Jahre
am Leben war. Die Kosten der Visitation, obwoh
ermäßigt waren, beliefen sich noch auf 134 T;
Die Einzelheiten dieses köstlichen Humorstückd
des Alten Fritz verdanken wir dem Prior des Jt
tenklosters in Breslau, mit Namen Zephichal,
chen der König persönlich kannte und schätzte.
Herbstlied
Der Tag bleibt weiß in Schleiern
und will nicht auferstehen.
Bäume und Sträucher feiern
tTH Glühen ihr Untergehen.
Nun ruhen im Dämmern die Felder
nach ihrer hohen Zeit.
Umwoben sind Wiesen und Wälder
vom Hauche der Ewigkeit.
Es ist nicht Sterben und Ende^
was sich im Geheimnis erfüllt.
Schon öffnen zur Saat sich die Hände,
die Sehnsucht ist wieder gestillt.
Benno Schöke
72
Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut wiegen
Weise und Satz : Gottfried Wolters
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Er- de an- schmie- gen, wiegt ei- ne Mut-ter ihr Kin - de-lein.
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p^^f^
Er- de an- schmie - gen, wiegt ei - ne Mut-ter ihr Kin- de-lein.
2. Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut kosen,
fallen Blüten ins Fenster hinein,
Nelken, Magriten, Gelbveiglein und Rosen,
kost eine Mutter ihr Kindelein,
3, Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut nähren,
dringet das Land in die Kammer hinein,
Trauben und Äpfel und Blumen und Ähren,
nährt eine Mutter ihr Kindelein.
Gottfried Wolters
Zu diesem Satz kann nach Belieben eine Dudelsack-Quinte vom Cello )' „ ■
auch von andern Instrumenten gespielt werden, ^^
Mit Erlaubnis des Verlages P. J. Tonger, Rodenkirchen/Rhein.
oder von der Viola
oder
73
Kirdie und Staat in der Bundesrepublik
Das Grundgesetz sdiützt die Freiheit des Glaubens, des
Gewissens und des Bekenntnisses. Es sichert die un-
gestörte Ausübung der Religion. Niemand muß seine
religiöse Überzeugung offenbaren.
Die Beziehungen zwischen Kirche und Staat wer-
den durch Gesetz, Vertrag (Konkordat) oder Her-
kommen bestimmt.
Die Kirchen sind öffentlich-rechtliche Körperschaf-
ten. Sie erheben mit Hilfe des Staates Steuern und
haben Anspruch auf staatliche Leistungen als Aus-
gleich für Kirchengut, das durch die „Säkularisation"
am Anfang des 19. Jahrhunderts enteignet wurde.
Die Kirchen ihrerseits bejahen grundsätzlich den
Staat. Die Bischöfe leisten auf die Verfassung einen
Eid. Bei schweren Übergriffen des Staates muß jedoch
der Christ „Gott mehr gehorchen als den Menschen".
Religionsunterricht ist anerkanntes Lehrfach. 12 Uni-
versitäten der Bundesrepublik unterhalten theologi-
sche Fakultäten; daneben bestehen zahlreiche Tl
logische Hochschulen, Akademien und Seminare.
Kirchen sind unbehindert im Vereinsleben, in soi
caritativer Arbeit und im Geltendmachen der chi
liehen Sittenlehre in den öffentlichen Institutio
der Presse, des Filmes und Funks. Die Kirchen b(
ligen sich seit 1945 in steigendem Maß an der Vo
bildungsarbeit, am Wohnungsbau und an der sozi;
Befriedung. Ihre sozialen und caritativen Einridi
gen beschäftigen etwa 200 000 Menschen haupta
lieh neben 700 000 ehrenamtlichen Helfern. Sie ;
nach dem Staat der größte Arbeitgeber.
Auch die alt-katholische Kirche ist als Kirche in
meisten Bundesländern anerkannt. Für sie gelten
gleichen Grundsätze wie für die beiden großen
chen und ihr sind nach dem Maß ihrer Kraft
Möglichkeiten die gleichen Aufgaben gestellt. Sie k
ihnen freilich nur gerecht werden, wenn sich alle
Glieder dieser Verpflichtung bewußt sind und sie f
dig übernehmen.
Weisheiten des Herrn Georg Christoph Liditenberg Wie verkündigen wir der jungen Kirche die HeilsbotscJ
Der neue kerj'gmatische Katechismus der römisch-katholis
Kirche in Deutschland hat es nötig gemacht, den Kated
hierfür geeignete Hilfsmittel an die Hand zu geben. Wir n
ten auf die zwei wichtigsten aufmerksam machen.
Zunächst interessieren die Referate') eines Katechetenku
auf dem maßgeblich beteiligte Männer über die Entstehun
schichte, den Aufbau, die theologischen Schwerpunkte um
methodische Behandlung des neuen Katechismus berid
Wir sollten uns mit diesen Darlegungen vertraut machen
vor wir uns an die fällige Neugestaltung unseres Katechi. ,
begeben. ^
Eine wertvolle Arbeitshilfe für die Hand des Kated 1
stellen die beiden Bände dar: Handbuch zum katbolif "
Katechismus^). Es wurde von dem .\rbeitskreis gestaltet.
in allen Phasen des Werdens des neuen Katecliisnius
gebend beteiligt war. Dieser stellt den Katecheten tatsäc
vor eine ganz andere Aufgabe als die Erteilung bloß
mäßig aufgebauter Unterrichtsstunden. Demgegenüber
gesehen werden, daß der Katechet an der Sendung der K'
teilhat — daher missio canonica — und daß er es daruri
seine Aufgabe betrachten muß, den lebendigen Gott in si|
Heilstaten zu verkünden. Inhalt der Katechese muß es de?
sein, das Heilsgeschehen, in dessen Mittelpunkt Christus sj
so der jungen Kirche nahezubringen, daß diese Wirklir
die jungen Christen mit heiligem Leben erfüllt.
W^ir möcliten die Gemeinden bitten, diese beiden bil
Bücher auf Gemeindekosten anzuschaffen, damit unseren (
liehen und Lehrern ein Rüstzeug in die Hand gegeben w«
kann, das wir selber in diesem Umfang nicht schaffen köij
solange die deutschsprach. Bistümer sich nicht zu geineinsil
Arbeit aufraffen. Diese sollen freilich die Impulse der
dietischen Besinnung erst in sich aufnehmen und vcrarh
Solange unsere hierzu befähigten Geistlichen aber über'
sind, hat es noch gute Weile. Überflüssig zu betonen,
manche Lehrstücke mit Vorsicht und nur nach den n(
Änderungen gebraucht werden können.
Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten.
Die Neigung der Menschen, kleine Dinge für wichtig
zu halten, hat sehr viel Großes hervorgebracht.
Wer in sich selbst verliebt ist, hat wenigstens bei sei-
ner Liebe den Vorteil, daß er nicht viele Nebenbuhler
erhalten wird.
Es ist sonderbar, daß nur außerordentliche Menschen
die Entdeckungen machen, die nachher so leicht und
simpel erscheinen.
Einer zeugt den Gedanken, der andere hebt ihn aus
der Taufe, der dritte zeugt Kinder mit ihm, der vierte
besucht ihn am Sterbebette, und der fünf te begräbt ihn.
Man sagt, jemand bekleidet ein Amt, wenn er von
dem Amte bekleidet wird.
Die meisten Menschen leben mehr nach der Mode
als nach der Vernunft.
Wir leben in einer Welt, worin ein Narr viele Nar-
ren, aber ein weiser Mann nur wenige Weise macht.
Es ist gewiß ein sicheres Zeichen, daß man besser
geworden ist, wenn man Schulden so gern bezahlt, als
man Geld einnimmt.
Es ist unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein
Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu
versengen.
Es gibt wirklich sehr viele Menschen, die bloß lesen,
damit sie nicht denken dürfen.
Das Buch hatte die Wirkung, die gemeiniglidi gute
Büclier haben: es machte die Einfältigen einfältiger,
die Klugen klüger, und die übrigen Tausende blieben
ungeändert.
Dil
wlj
"J
rb|
»Einführung in den neuen Katechismus". Referate des
chetischen Kurses zu München vom 16. — 18. Juni 1955. Hr
gegeben von Dr. Hubert Fischer. 108 Seiten, kart. DM
') Handbuch zum Katholischen Katechismus, hernu :?<-
von Franz Schreibmayr und Klemens Tilmann, unli ; ^'
kung von Hubert Fischer und Jan Wiggcrs. .Mit Bciti'-'
Albert Burkart zu den Bildern. .3 Bämle in fi Halbb.ii
Band I/l. Halbband, 228 Seiten, kart. DM 9.20. 2. Halbl
(Lehrstück 22— 2J) 280 Seiten, D.M 10.—. Herder Verlag.
Wer dieSdiafe um der Wolle willen liebt, ist keim
.Spricht
Ein kleines Geschenk ist besser als ein großes
sprechen.
7J.
^cktUHff!
Alt-katholische Kraftfahrer und Radfahrer!
verabredet Sternfahrten zu den alt-katholi-
schen Gemeinden und in die Diaspora! Besucht
deren Gottesdienste (siehe Gemeindeverzeichnis
mit Zeitangaben in diesem Buch!)
Ihr heiligt dadurch den Sonntag, stärkt die Brü-
der und Schwestern, ermuntert die vereinsamten
Pfarrer, die sich über den Besuch freuen. Zugleich
lernt ihr unsere Gotteshäuser, Geistlichen und Ge-
meinden kennen.
Gemeinden
macht Busfahrten zu anderen Gemeinden. Bringt
eure Chöre mit, verabredet Treffen.
KircheinBewegung! Das ist schon ein Anfang!
In Frankfurt seid ihr im Gottesdienst immer
willkommen!
I Kampf gegen Verkehrsunfälle und für Erhöhung der
' kehrssicherheit erfordert die Kenntnis der Verkehrszeichen.
■ tz aller Auf klärungsmaßnahmen ist sie oft noch erschreckend
I ng. Unser Schaubild zeigt einige der international gelten-
I Verkehrszeichen. Davon bedeuten ^ : Doppelkurve nach
I s beginnend. : Gefährhches Gefälle 1:10 0: Beweg-
i i Brücke. Q : Kinder-Schule oder Spielplatz in der Nähe.
I : Pannenhilfe zur Bezeichnung einer in der Nähe liegenden
kstätte. Q : Abbiegen nach links verboten. Q : Einfahrt
)0ten für Fahrzeuge mit über 2,4 Tonnen Achsdruck.
: „Ende des Vorrangs" — zeigt das Ende einer Vorrang-
ße an. Q : Ende der Geschwindigkeitsbeschränkung, (bp)
! russisches Märchen erzählt: Als der alte König
1 Ende nahen fühlte, forderte er die Menschen
1 les Landes auf, ihm drei Fragen zu beantworten.
Idier ist 1. der wichtigste Ort auf der Welt? 2. Die
I htigste Tat in der Welt? 3. Der wichtigste Mensch
• der Welt?
ielehrte und Ungelehrte brachten ihm Antwort.
' ne befriedigte den König. Nun blieb ihm nur noch
* Eremit im Walde. Von ihm erhielt er schließlich
' Antwort: „Der wichtigste Ort ist immer der, an
'l n Du Dich gerade befindest, die wichtigste Tat,
} Du im Augenblick zu tun vorhast, und der wich-
}■ ite Mensch der, der Dir gerade gegenübersteht und
} h braucht." Diese Antwort fand der König weise
I / richtete seine letzten Lebenstage darnach ein.
Wo bleibt unser Geld?
Das Volkseinkommen 1956
betrug 138,8 Milliarden DM
m
Privater
Verbrauch
Investitionen
Liill/0[DÖÖM
|1W%
Vater
Staat
Exportüberschuss
Der Anteil der Selbständigen
und der Arbeitnehmer
A k
ii.k
66,6%
138.8
MriOM
65.3%
126.2
Mrd.DM
75
Yom hundertjährigen Kalender
und Yom Wettermadien
Eine kleine Plauderei
Unser Kalendarium verzichtet bewußt auf den in
bäuerlichen Kreisen beliebten „Hundertjährigen Ka-
lender". Warum? Nun einmal ist der Hundertjährige
gar kein hundertjähriger. Wir werden den Irrtum
aufhellen. Sodann gibt es keine turnusmäßige Wie-
derkehr des gleichen Wetters. Und schließlich hat uns
die moderne Wetterforschung belehrt, daß eine auch
nur einigermaßen sichere Voraussage auf große Zeit-
räume gänzlich unmöglich ist. — Der „Hundertjäh-
rige" Kalender geht zurück auf Wetterbeobachtungen,
die Abt Mauritius Knauer (1612-64) vom Turm seines
Klosters Langheim gemacht und aufgezeichnet hat,
nicht ohne dabei auch Angaben beizumischen über
die Zeitrechnung, die monatliche Folge der Arbeiten
in Feld, Garten, Weinberg und im Haus. Diese Auf-
zeichnungen wurden auch als praktischer Ratgeber,
sozusagen als Handbudi benutzt und wiederholt ab-
geschrieben. Etwa 45 Jahre später, im Jahr 1701, ge-
langte der thüringische Arzt Christoph von Hellwig
in den Besitz einer solchen Handschrift. Aus der irr-
tümlichen Annahme, die Aufzeichnungen seien hun-
dert Jahre alt, gestaltete er daraus ein Volksbuch,
das als „Hundertjähriger Kalender" sich bald großer
Beliebtheit erfreute und bis in die jüngste Zeit immer
wieder neu aufgelegt wurde.
Wahrscheinlich haben die nützlichen und prakti-
schen Anweisungen dem „Hundertjährigen" am mei-
sten zu seinem Ansehen verholfen. Nicht wenig frei-
lich trug dazu auch die damals wie heute weit ver-
breitete falsche Meinung von den wetterbestimmen-
den Planeten bei. Nahm man doch wenigstens zur
Zeit Knauers allgemein an, die Gestirne Sonne,
Mond, aber auch die damals bekannten fünf Pla-
neten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn seien
die Wetterregenten, d. h., sie bestimmten in regel-
mäßigen Ablösungen den Witterungscharakter.
Schließlich kam hinzu das Bedürfnis aller wetter-
abhängigen Berufe, also besonders der Landleute,
das Wetter möglichst lange vorausberedinen zu
können. Wir wissen heute, daß dies nicht einmal
dem sehr verfeinerten Beobachtungsdienst der vie-
len Wetterstationen und ihrer organisierten Zusam-
menarbeit möglich ist.
Für kürzere Zeiträume mag jedoch den alten, auf
vieler Erfahrung und Beobachtung beruhenden „Bau-
ernregeln" eine gewisse Bedeutung zukommen. .Sie
knüpfen meist an sogenannte „/.os/M(/e" an oder beru-
fen sich auf das Verhalten der Vögel, des Fuchses, der
Bienen usw. Lostage kannte man 84 im Jahr. Einige
der heute noch bekannten Los-, Lur- oder Bauern-
tage, an denen das gerade herrschende Wetter Sclilüs-
se für die weitere Wetterentwicklung zulassen, sind
z. B. der Lichtmeßtag am 2. Februar („Lst's an Licht-
meß hell und klar, gibt's ein gutes Erntejahr |. die
„Eisheiligen" im Mai. der St. Urbanstag (25. Mail,
der Johannistag (24. Juni), besonders der Siel
schläfertag (27. Juni) und andere. Der Kalenderm
kennt freilich nur eine unfehlbare Regel: „Kräht
Hahn auf dem Mist, so ändert sich das Wetter — (
es bleibt wie's ist". Inzwischen hat, wie bemerkt,
Wettervoraussage doch wesentliche Fortschritte
macht. Man kann, wie der Untergang der „Pai
wieder uns allen in Erinnerung brachte, Hurril
und Unwetter voraussagen, sogar ihren wahrsche
eben Verlauf oder Weg, und Schiffe und Flugzt
frühzeitig warnen. Manchmal irrt freilich auch
amiliche Wetterdienst. Deshalb wenden sich S(
Vereine, etwa vor Sportwettkämpfen, bei unkl;
Auskünften der amtlichen Wettermacher auch sc
einmal an Wetterpropheten. Tatsächlich gibt es >
sehen von besonderer Sensibilität, die oft erstaunl
W^etterprognosen geben. Im Schwabenland soll
solcher Wetterprophet solches Aufsehen erregt hal
daß Wettermacher vom Fach ihn aufgesucht hat
Als sie vergeblich in dessen Wohnung nach Ins
menten ausspähten, soll besagter Prophet sein
heimnis lüftend erklärt haben, er prophezeie im
das genaue Gegenteil der amtlichen Wettervorl
sage. — Der Kalendermann verbürgt sich für
Wahrheit dieser bissigen Saga nicht, verläßt sich j
nicht selten wie viele andere Zeitgenossen auf sei
wetterempfindlichen „Bruder Esel". — Daß das V
ter oft schon Tage vorher sich auf Leib und S
vieler Menschen auswirkt, wird durch die medizini
meteorologische Versuchs- und Beratungsstelle in
nigstein i. Ts. erhärtet. Der jetzige Leiter Reg.
Dr. Fr. Becker hat seit etwa 30 Jahren zusammen
Prof. de Rudder die Wechselbeziehungen zwisc
Wetter und Gesundheit beobachtet. Diese biokli
tische Forschung zog bisher ganz unbekannte elek
magnetische Impulsstrahlen, erdniagnetische Stör
gen und die Radioaktivität der Luft in ihre Erk
düng ein, deren Ergebnisse sie in besonderen Red
Schaftsberichten der Ärzteschaft zur Verfügung st
Biotropes Wetter gehört bereits zu den geläiili
Bezeichnungen für lebensfeindlich sich auswirke
Wetterstörungen. Die Wetteranalyse erweist sich
mit jetzt .schon als wertvolle Krankenhilfe; sie erk
manche Störungen der seelischen und körptTlic
Sphäre und veranlaßt beispielsweise Operationen
wetterungünstiger Zeit möglichst zu verschieben. \
leicht wird sie einst auch warnen müssen vor Wet
beeinflussungen, die die Mensdien selbst durch
plosionen, durch Versdimutzung der Luft und v
kürliche EingrifTe in den Kreislauf naturhafter \
gänge vornehmen und unter denen künftige
.schlechter wohl nodi stärker als unsere jetzt lelje
Generation leiden werden, wenn die MenscJien n
audi hier wieder zur Vernunft und zur Natur zuri
kehren.
7A
Ersten Beten und Singen erklingt;
s Zweite betet, das Ganze singt.
G. Th. Fechner
Rat, o Lieber
An der Tiber
Schlummert mein Gebein.
Hell erwacht ich,
Freuden bracht ich,
Später dir am Rhein.
Hohe Würden,
Schwere Bürden,
Gab ich an dem Main.
J. P. Hebel
lim mir ein Nu, — so bleib ich ein Nu.
^ Schleiermacher
besten Freunde, die wir haben,
kommen nur mit Schmerzen an,
1 was sie uns für Weh getan,
fast so groß als ihre Gaben,
d wenn sie wieder Abschied nehmen,
ß man zu Schmerzen sich bequemen. Goethe
Getrennt mir heilig — vereint abscheulich.
Schleiermacher
Wie heißt das Ding, das Wenige schätzen?
Doch zierts des größten Kaisers Hand;
Es ist gemacht, um zu verletzen;
Am Nächsten ist's dem Schwert verwandt.
Kein Blut vergißt's und macht doch tausend Wunden,
Niemand beraubt's und macht doch reich;
Es hat den Erdkreis überwunden.
Es macht das Leben sanft und gleich.
Die ältesten Städte hat's erbaut;
Doch niemals hat es Krieg entzündet,
Und Heil dem Volk, das ihm vertraut.
Schiller
Ein Bruder ist's von vielen Brüdern,
In allem ihnen völlig gleich.
Ein nötig Glied von vielen Gliedern,
In eines großen Vaters Reich;
Jedoch erblickt man ihn nur selten.
Fast, wie ein eingeschobnes Kind;
Die andern lassen ihn nur gelten
Da, wo sie unvermögend sind.
Verfertigt ist's vor langer Zeit,
Doch mehrenteils gemacht erst heut.
Höchst schätzbar ist es seinem Herrn,
Und dennoch hütet's niemand gern.
Goethe
G. A. Bürger
yira:c>tz.licU
CS
- Chinesen sagen:
! freundliches Wort hält drei Winter warm.
nn du Wasser trinkst, denk an die Quelle.
• Araber sagen:
! Kamel bleibt ein Kamel, auch wenn es mit Edel-
'nen beladen ist.
lere dich nicht, daß der Rosenstrauch Dornen trägt,
'dem freue dich, daß der Dornenstrauch Rosen
lt.
Deutschen sagen:
kleiner Hase bringt den größten Hund außer Atem.
ging alles viel besser, wenn man mehr ginge.
TRIFTIGER GRUND
A Pfarra haut a Priedi g'halten,
döi war su prächtig und su schöi,
daß allna, döi daß s' g'häiert hob'n
des Wasser tout in Augna stöih.
Ner grod a Bauer is drin g'wösn,
der häiert s' ah, es röihrt'n niet,
und ob öiz alli Leut glei greina,
grod er allah, er greint nit miet.
Dös sieht a Herr. Er tout'n froug'n:
„Worum, mei Freind, habt ihr allah
nit grina?" — „Dös will i ihn sog'n:
i bin halt as 'ra andern Gmah!"
Job. W
Marx
77
Blick auf SaarbrUdien
Holzschnitt von Raginiund Rcimesch, Deike- Verlag, Konstanz
78
CiS^=^
große Erweckungsprediger John Wesley mußte
; 1 manchen Zeitgenossen viel Spott hinnehmen,
len er ein unbequemer Mahner war. Als er eines
. ges auf einem schmalen Weg in Gedanken ver-
iken dahin wanderte, kam ihm ein Lord entgegen,
• ihm nicht grün war, blieb vor ihm stehen und
(te barsch: „Ich gehe keinem Narren aus dem
'ge!"
'sley trat gelassen zur Seite, zog seinen Hut undent-
jnele liebenswürdig: „Aber ich tue das gern" und
zte seinen Weg fort.
rl Gerok, seit 1868 Prälat und Oberhofprediger in
ittgart ging spazieren, als ein heftiger Regenschauer
1 entlud. Er spannte seinen Schirm auf und setzte
nen Weg fort. Da erblickte er eine ihm unbekannte
me, die dem Regen schutzlos ausgesetzt war. Hilfs-
eit bot er ihr an, unter seinen Schirm zu treten und
der Regen anhielt, geleitete er sie anregend plau-
nd vor ihr Haus und fragte dann:
rf ichs wagen
:h dem Namen Sie zu fragen?
.' Dame besann sich kurz und antwortete:
s der Frage kann ich sehn,
l Sie nicht zur Oper gehn;
die erste Sängerin,
ermann bekannt ich bin.
n ist's wohl an mir zu fragen,
i ich bitte mir zu sagen,
r mir unterm Schirm soeben
ig das Geleit gegeben.
)rauf Gerok freundlich zurückgab:
s der Frage kann ich sehn,
i Sie nie zur Kirche gehn;
der Kirche kennt man mich,
«an der Herr Prälat bin ich.
1 mecklenburgischer Landgeistlicher wurde zum
Iglied der theologischen Prüfungskommission in
stock ernannt. Wlihrend seines Aufenthaltes in
stock mietete er als sparsamer Mann statt eines
telzimmers eine Studentenbude, was auch keine
iwierigkeit machte, da die Prüfung in die Univer-
itsferien fiel. Mit dem Zimmer zufrieden, mietete
im folgenden Jahr dasselbe wieder. Da er sehr
rtkarg war, erfuhr die Wirtin von ihm nicht viel-
hr, als daß er examenshalber sich in Rostock auf-
Ite. Als er nach einigen Tagen sich verabschiedete
d sagte: „Also, auf Wiedersehen dann im nächsten
ir!", faßte sich die Frau ein Herz und sagte teil-
limsvoU:" Ach, lieber Herr, ich meine, wo sie schon
er sind und es zweimal versucht haben, wollen Sie
nicht lieber aufgeben, das Examen noch ein drittes-
I zu versuchen?"
Der Oberhofprediger Emil Frommel wollte bei einer
Schulinspektion den Kindern auf den bekannten
Bibelspruch helfen: „Gott widerstehet den Hoff arti-
gen, den Demütigen aber gibt er Gnade." Vergeblich.
Da sagte er ihnen den Anfang: „Gott widersteht den
Hof" . . . Sofort meldet sich ein Kind: „Gott widersteht
den Hof Predigern, aber den Demütigen gibt er Gnade."
Ein Pastor war sehr alt geworden. Der Oberhirt
suchte ihm in aller Liebe klar zu machen, daß es Zeit
sei, das Amt niederzulegen. Unentwegt aber meinte
der Pastor: „Nein, ich kann und darf es nicht." —
„Warum denn in aller Welt?" fragte der General-
superintendant. — „Ja, der Herr bedarf noch meiner."
„Lieber Bruder", schloß der Oberhirt die Unterredung,
„in der Bibel steht nur einmal, daß der Herr eines
bedurfte, und das war — eines Esels" (Matth. 21, 3).
DRUCKFEHLER
finden sich nidit nur im Jahrbuch, auch sonstwo.
Waren da in alten Blättern folgende Berichtigungen
zu lesen:
Nicht an den Lastern, sondern an den Lasten des
Staates sollen wir teilnehmen.
Die Forschungsreisenden bevorzugten nicht die sünd-
liche, sondern die südliche Erdkugel.
Der Besitzer will seine Güter im nächsten Jahr nicht
versaufen, sondern verkaufen.
G'SPASSIGES
Schutzmann: „Ihre Lampe brennt nicht. Da müssen
Sie absteigen und ihr Rad schieben."
Poldi: „Das hab ich auch schon probiert, aber sie
brennt auch dann nicht."
*
„Sagen's amal, Graf, wann fährt der letzte Zug nach
Budapest?"
„No Durchlaucht", sagt Bobby beruhigend, „das wer-
den wir wohl beide nicht mehr erleben."
Straßenbahnführer in München, einen Gemüsehändler,
der ihm mit seinem Karren im Weg ist, beschimpfend:
„Kohnst d'net aussa foarn aus'm Gleis mit deiner
Krautscheesn?"
Gemüsehändler: „i scho, oba du net!"
*
„Hast Du zum Chef gesagt, ich sei ein Idiot?"
„Nein. Er wußte es bereits."
79
Bücher
^
Wir machen hier auf wertvolle Bücher aufmerk
sam, ohne uns mit jedem Wort oder Satz durch
Empfehlung oder Hinweis einverstanden zu er-
klären. Wir setzen daher reife Leser voraus. Die
Bücher sollen und wollen uns zum Nachdenken
anregen.
Die Kirche auf dem Weg zur Einigung
Lampartner, Helmut, Und ihr Netz zerriß; Das Budi
der Großkirdien, Quell Verlag Stuttgart, 1957 455 S. DM 19.50.
Im Jahrbudi 1956 durften wir sdion auf die ersten beiden
Bände dieser wohlgelungenen Kirchenkunde für die Gemeinde
aufmerksam machen, auf das Sektenbucfa von Hütten (schon
4. Auflage), auf das Freikirchenbuch .Viele Glieder — Ein
Leib*, in dem auch die Alt-katholische Kirche — leider zu
kurz — vertreten ist. Nun reiht sich der^ritte Band an, der
die an. Zahl großen, mit dem Staat irgendwie verbundenen
Kircheh von geschichtlicher Tiefe, nämlich die^ömisch-katholi-
sche, orthodoxe, anglikanische, lutherische, reformierte, sowie
den Typ der unierten Kirchen in Selbstdarstellungen eingehend
behandelt. Der neue Band weitet uns den Blick für den Reich-
tum Christi und läßt uns die Eigenart der uns umgebenden
Kirchen, so verstehen, wie diese selbst verstanden zu werden
wünschen. Er gibt uns auch die nötigen Unterlagen, um uns
an den ökumenischen 'Gespräch innerlich zu beteiligen. Von
dem großen Ernst, mit dem jede Kirche dem Auftrag des
gleichen Herrn gerecht zu werden sucht und von der wesen-
haften Einheit trotz tiefgreifender Unterschiede wird der Leser
doch angerührt, ja beglückt sein. Ganz besonders verweisen
wir auf den^sehr feinen Beitrag von Prof. L. Zander über die
orthodoxe Kirche und den von Bischof St. Neill über die Angli-
kanischen Kirchen, in dem der Verfasser auch auf die Inter-
kommunion mit der Alt-katholischen Kirche hingewiesen hat.
Konrad Algermissen, Konfessionskunde. 7. vollständig neu be-
arbeitete Auflage. Verlag Bonifacius Druckerei, Paderborn.
1957. 948 S. Lw. DM 38.—.
Algermissen nennt seit der 4. Auflage sein allmählich zu einem
voluminösen Band herangewachsenes und in 20 00 Exemplaren
schon verbreitetes Werk nicht mehr Sekten-, sondern Konles-
sionskunde. Man könnte daran mancherlei kritische Vorbe-
merkungen anknüpfen. Jedenfalls unterscheidet sich A." Werk
in seiner Anlage sowohl von evangelischen konfessionskund-
lichen Werken wie auch von neueren römisch-katholischen. A.
befolgt nicht die historische Methode wie Hammerschmidt,
auch nicht die deskriptive und phänomenologische wie Stake-
maier, obwohl diese Betrachtungsweisen nicht völlig fehlen.
Er vermeidet in seiner vornehmen Zurückhaltung aber auch
profilierte Kontroverstheologie, die im heutigen Stadium der
ökumenischen Bewegung nach der fast abgeschlossenen Be-
standsaufnahme der möglichen und historischen Standpunkte in
Lehre und Leben christlicher Gebilde und Kirchen doch am
nötigsten ist. Gegenüber all diesen Arbeitsweisen konfessions-
kundlicher und kontroverstheologischer Bemühungen bevorzugt
A. die komparative Methode, indem er an der römisch-katholi-
schen Ekklesiologie und Lehre alle anderen Kirchenteile und
christlichen Denominationen mißt. Da A. vornehmlich für den
römisch-katholischen Interessentenkreis schreibt, beabsichtigt er
gewiß, diesen Lesern die ihn im Glauben an die r.-k. Kirche
festigenden Kriterien zur Beurteilung anderer Aufassungen an
die Hand zu geben, nebenbei natürlich auch den Suchenden die
eigene Kirche als die alleingottgewollte zu manifestieren. Dar-
um vornehmlich widmet A. zwei Hauptteile von fast der
Hälfte des Umfangs des ganzen Buches seiner eigenen Kirche
— und beurteilt alles eben im Lichte seiner eigenen Glaubens-
überzeugung.
Dennoch können wir diesem Werk unsere Anerkennung nicht
versagen. Es zeugt von jahrzehntelanger eingehender Beschäf-
tigung mit dem fast unübersehbaren Gegenstand. A. schöpft
dabei nicht nur aus der Literatur, sondern auch aus eigener
Anschauung, etwa durch Besuch der Gottesdienste anderer
Konfessionen. Mit Recht fordert er auch die Beachtung nicht
nur der Lehre, sondern auch der Lebensäußerungen anderer
Bekenntnisse. Seine Erlebnisse veranlassen den Verfasser, von
der gerade in römisch-katholischen Kreisen oftmals anzutref-
fenden lieblosen Art des Herabblickens und pharisäischer
Selbstgerechtigkeit abzurücken und sich vornehmer Sachlichkeit
zu befleißigen. Allgemeine Verständlichkeit, die man bei wis-
senschaftlidien evangelischen Werken oftmals schmerzlich ver-
mißt, gute Gliederung und treffliche Auswahl der Literaturan-
gaben sind weitere Vorzüge des Buches. Allerdings merkt man
auch diesem Werk die marianische Ausrichtung der römi
Kirche stark an. Bedauerlich, daß E. Hammerscfamidts a
zeichneter Grundriß der Konfessionskunde nicht erwähnt
Die altkatholiscfae Kirche findet in A. einen Beurteiler, de
mit Gerechtigkeit sachlich begegnet, wenngleich im Einz
manches ein wenig zurechtzurücken wäre. Die Einordnung
altkatholischen Kirche unter die Freikirchen ist unzutre
Die Kritik bezüglich zu leichtfertiger Erteilung der Bis«
weihen an Unwürdige ist gegenüber der Vergangenheit
bracht, heute rennt sie offene Türen ein, da die Bischof
ferenz beschlossen hat, niemand ohne Herde und nur be
mutiger Zustimmung der alt-kath. Bischöfe neue Bische
weihen. Bezüglich des Alters der alt-katholischen Kirch
A. besonders auf die grundlegenden Beiträge in diesem
buch verwiesen. Die Zahl der Anglikaner S. 763 dürft
niedrig, die der Romkatholiken zu hoch gegriffen sein,
was besagen im Grunde Zahlen? A. hält selbst nicht vie
von. Wir stellen mit Genugtuung fest, daß A. die nei
Veröffentlichungen seit 1948, besonders auch unser Jahr
öfter herangezogen hat.
Zusammenfassend kann gesagt werden, A.s Buch gehö
den Standardwerken einer ökumenischen Bücherei.
Kantzenbach, Friedrich Wilhelm, Das Ringen um die Einhei
Kirche im Jahrhundert der Reformation. Evangelisches Vei
werk, Stuttgart, 1957, 260 S. DM 11.50.
Die Einigungsbewegung war mit der Spaltung geboren. S
stets mit wahrer Reform verbunden. Das gilt für die P
mationszeit so gut wie für die Zeit der Bildung selbstän
Bistümer der Alt-Katholiken nach dem Vatikanum. K. k
uns Männer friedliebender Gesinnung nahe, von Erasmus
Rotterdam bis Georg Calixt, aus dem Lager der Reform
wie der alten Kirche. Sie muten uns in ihrer Gedankenfül
nicht fremd an. Die Beurteilung, die K. jedoch vornimmt,
sieht, daß gerade von der ältesten Tradition aus, also
Schrift, sich die konfessionalistisch zugespitzte Rechtfertigt
lehre eine Überprüfung gefallen lassen muß, daß fernei
Symbole der wahrhaft ökumenischen Konzilien, soweit sif
beschlossen und von der ganzen Kirche angenommen wc
sind, auch das Zeugnis des göttlichen Pneumas haben; fe
daß ein Consensus der ungeteilten Kirche ja nur jene '.
Übereinstimmung meint, wie sie in der alten Kirche ver
wurde, in der offenbar das Notwendige die Kirche einte, i;
aber legitim Platz hatte, was ungeklärt oder Geheimnis
Wer daran wieder anknüpfen will, wie die Alt-Katholiken
des 16. Jahrhunderts so gut wie heut, vertritt die übe
gung, daß die Kirche keine freischwebende Ideenlehre
sondern auf Kontinuität aufruht. Er will ihr diese ebenso
dererlangen wie den freien Spielraum für echtes Wach^
Vieles kann überdies, wie freiwilliges Mönchstum, als Lob
Gottes und seiner schenkenden Gnade im Leben der K
recht verstanden werden, was lehrhaft und gesetzlich ai
prägt bedenklich wird. — K. schärft den Blidc, auch die
Kirche kritisch zu betrachten. Manche Kirchenväter haben
nur Gold, sondern auch Stoppeln und Stroh auf das Fi
ment gelegt.
Die Kirdie und ilire Lehre
Werner, Martin, Die Entstehung des christlichen Dogmas, I
mann Verlag, Tübingen, 753 S. 1953 35.— DM.
Man wird dieses wissenschaftliche Werk erst ganz verst«
wenn die angekündigte Dogmatik des Verfassers vorliegt
sammenfassend kann man sagen: Werner stellt die 1
auf, die ganze Dogmatik sei ein Produkt der nötig geword
Enteschatologisierung. Die nahe Wiederkunft Christi blieb
Die Kirche mußte sich daher in der Welt heimisch machen
verstand sich nun als sakramentale Heilanstalt. Das Buch
Probleme auf, die die Fachtheologie wird aufgreifen raüss«
Tillich, Paul, Systematische Theologie, Band I. Evanqeli^
Verlagswerk, Stuttgart, 2. Aufl. 1956. 352 S. 19.80 DM.
Im Gegensatz zu Küng geht es Tillich nicht um die Frager
Rechtfertigung, sondern um Antworten des modernen *
sehen, der eine neue Mitte sucht. Obwohl in Deutschlam^
heimatet und in der protestantischen Theologie neben
großen Systematikern Barth, Brunner und Althaus eine geac^
Stellung einnehmend, wurde er doch befruchtet auch vom
ken und Fragen im amerikanischen Raum. Er ist dem altk
liehen und lutherschen Erbe verpflichtet, aber auch der h
risch-kritischen Theologie, die in ihren echten Fragen
nicht ihre letzte gültige Antwort gefunden hat. W.e In
wir zu ihm stehen werden, wir können diesen bedeute!
Denker nicht übergehen und werden nicht ohne Gewinn
mit ihm beschäftigen. Um Tillich aber besser verstehei
SO
inen, darf auf eine Einführung in Tillichs Denken verwiesen
-den! die im gleichen Verlag aus der Feder von Christoph
;in 1957 erschienen ist. Sie gilt dem Philosophen und Theo-
en Paul Tillidi.
igstorf, K. H., Die Auferstehung Jesu. Luther Verlag, Wit-
1952 103 S. DM 4.80.
le straudieln über der leiblichen Auferstehung Jesu. Rengs-
! bemüht sich, in eingehender Befragung der Verkündigung
1 des zugrundeliegenden Glaubens der Apostel und der Ur-
iieinde den Nachweis zu erbringen, daß das christliche Ge-
indebewußtsein an die Selbstoffenbarung Gottes in Chri-
s geknüpft ist, und zwar an den geschichtlichen Jesus und
seine Auferweckung von den Toten. Nur so wird auch das
:rament der Taufe und des Herrenmahles verständlich und
Glaube an den Schöpfer der Welt.
auer, Dr. Fr., Was ist uns die Hölle. Evangelisdies Ver-
swerk Stuttgart 1956 135 S. DM 6.20.
■ deutsche Leser wird durch die Ausgabe der Dokumente,
sidi um den „Höllenstreit" 1953 in Norwegen nach einem
liovortrag des Theologie-Professors Dr. Hallesby ergaben,
dem Verlauf des Streites, im Zusammenhang damit
der ganzen Problemstellung, schon je ein crux der Theo-
ie, vertraut gemadit.
ns Asmussen, Das Sakrament. Evangelisdies Verlagswerk,
ttgart, 1957 114 S. DM 6.40.
nussens Büchlein sollte man lesen. Er sagt alles so anders
1 uns ungewohnt. Dadurch horcht man zum mindesten auf
i erfaßt manches in neuer und richtigerer Weise als in den
kömmlich sachlidi-trockenen Worten der Lehrbücher. Ge-
e, weil er die Evangelischen, also seine Glaubensfreunde
pridit, wird er unsere Augen öffnen für die Schätze, die
noch haben, aber nicht immer als das, was sie sind, näm-
als Mysterien, die uns dem Urmysterium Christus verbin-
den, schätzen und behandeln!
ag, Hans, Rechtfertigung. Die Lehre Karl Barths und eine
holische Besinnung. Mit einem Geleitwort von Karl Barth,
lannes Verlag, Einsiedeln 1957 304 S. 18.50 DM.
geschehen Dinge und Zeichen in solcher Fülle und so ur-
ftig, daß man meinen könnte, die Einigung sogar mit der
lischen Kirche komme auf Siebenmeilenstiefeln. Bitte, das
h ist kein beliebiges. Es wurde mitherausgegeben vom
i.-kath. Johann Möhler-Institut in Paderborn, dem Gegen-
ck des konfessionskundlichen Unternehmen auf evangeli-
er Seite in Bensheim. Und es hat namhafte röm.-kath. Theo-
en als Verteidiger gefunden. Und Karl Barth hat in einem
gedruckten Schreiben erklärt, er sei von Küng, einem jun-
i schweizerischen röm.-kath. Theologen, richtig interpretiert
rden, wenngleich er hinzufügte: „Ob freilich das von Ihnen
getragene die Lehre Ihrer Kirche tatsächlich ist, darüber
rden Sie sich mit den biblisch, historisch und dogmatisch
hverständigen auf Ihrer Seite unterhalten müssen." Die
lauptung Küngs ist nämlich keine andere als die: Zwischen
'1 Barths und der röm.-kath. amtlichen Lehre besteht in
icto Rechtfertigung kein sachlicher Unterschied. — Nachdem
on die sola scriptura Lehre sich eingestandenermaßen als
laltbar erwiesen hat, wäre also auch der weitere Anstoß
eitigt, wenngleich, wie wieder Karl Barth betont, ja noch
e ganze Reihe anderer Probleme zu bereinigen wären: die
re bezüglich Altarsakrament und Meßopfer, Papst und Maria,
r ist nicht der Ort, wissenschaftlich Stellung zu nehmen,
r erfüllen aber die Pflicht, das wichtige Buch wie andere
ienhafte Bücher anzuzeigen und besonders Amtsbrüder und
ologisch Interessierte zu bitten, sich mit dem Buch und
len Fragen zu befassen. Wenn wir nämlich das nicht tun,
l zwar in der Breite unserer doch akademisch gebildeten
rrer in ganz Europa, dann besiegeln wir selbst unser Schick-
in einer kleinen Kirche muß jeder, der ein Amt bekleidet,
ir wissen und mehr leisten als der gute Durchschnitt Amts-
der in anderen Kirchen.
le christliche Gemeinschaft lebt von der Fürbitte
'' Glieder füreinander, oder sie geht zu Grunde.
len Bruder, für den ich bete, kann ich bei aller
t, die er mir macht, nicht mehr verurteilen oder
s»cn. Sein Angesicht, das mir vielleicht fremd und
erträglich war, verwandelt sich in der Fürbitte in
f Antlitz eines Bruders, um dessentwillen Christus
rb, in das Antlitz des begnadigten Sünders.
Dietrich Bonhöffer
Um die Katholizität der Kirche
Die Katholizität der Kirche
Beiträge zum Gespräch zwischen der evangelischen Kirche und
der römisch-katholischen Kirche. Herausgegeben von Hans
Asmussen und Wilhelm Stählin mit Beiträgen von Ernst Kin-
der, Karl B. Ritter, Peter Meinhold, Hans Dombois, Wilhelm
Stählin, Heinz D. Wendland, Hans Asmussen, Oskar Planck.
392 Seiten. Engl, brosch. 18.— DM, Ganzleinen 19.80 DM.
Evangelisches Verlagswerk Stuttgart-S.
Wir möchten das Buch als den seit Jahren wichtigsten und
förderlichsten Beitrag zum ökumenisdien Gespräch bewerten.
Offen, der Wahrheit verpflichtet, befragen die Verfasser die
Kirchen der Reformation wie vor allem die römische nach der
Katholizität. Leider bekam ich das Buch erst in die Hand, als
mein kleines Schriftchen „Katholisch" die Druckerei verließ.
Stählin's Begriffserläuterung von „Katholizität, Protestantismus
und Katholizismus" bilden eine wichtige Ergänzung zu meinen
Darlegungen. Das Buch verläßt die Bahn konfessionskundlicher
Darstellung, kontroverstheologischer Selbstrechtfertigung — es
stellt mutig die Fragen von der Bibel, von der Wirklichkeit
her sowie aus einer Zusammenschau der Kirchengeschichte. Es
stellt diese Fragen so, daß man nicht ausweichen kann. Man
spürt, diesen Männern ist es blutigernst, die ausgefahrenen
Geleise des Kampfes zu verlassen und die verhärteten Fronten
aufzulockern. Ich wünsche das Buch, das unser, vielleicht darf
ich sagen, auch mein persönlichstes Anliegen behandelt, in die
Hand aller Amtsbrüder und aller, die in unserer Kirche Ver-
antwortung tragen. Die Alt-Liberalen und die Randbewohner
unserer Kirche aber bitte ich, das Buch lesen und wieder
lesen zu wollen — es ersetzt einige Synoden, wenn sein ganz
aufs Positive gerichteter Geist verstanden wird und in uns
zündet. Auf die Haltung dieser Beiträge, nicht auf Einzelhei-
ten, in denen man manchmal abweichen mag, kommt es an.
Sie hat die Verheißung.
Noch ein Nachwort an die lieben Brüder in Christo, die dieses
wertvolle Buch geschrieben haben: warum kein einziges Wort
von den Altkatholiken? Wo es sich doch geradezu aufdrängen
mußte! Das frage ich Sie, das frage ich auch unsere
Brüder selbst. Denn vielleicht verdienen wir es nicht, noch
nicht, genannt und in das Gespräch stärker einbezogen zu
werden, weil so manche in unseren Reihen vielleicht weder
für solche Gespräche und Gedanken reif noch darüber erfreut
sind? Nun, das weiß Gott allein. — Ich will für die Verfasser
des Buches annehmen, daß sie klug gehandelt haben, wenn-
gleich die Einfalt manchmal auch ihr Recht besitzt. Ich will
diese Klugheit darin nachahmen, daß ich die möglichen Gründe
für das „kluge Handeln" nicht expliziere. Aber vergessen Sie
nicht: die Altkatholiken sind — auch dort, wo sie es sehr ehr-
lich mit ihrem Zeugendienst nehmen, einsam gelassen. Ange-
nommen; es stießen alle jene zu uns, die doch im Grunde weit-
gehend auf unserem Boden stehen, könnte dadurch nicht etwas
Großes im kirchlichen Raum geschehen? Aber, wahrscheinlich
ist die Stunde noch nicht gekommen. Und wir müssen es ja
begrüßen, da wir selbst derzeit so arm an geistiggeistlicher
Kraft sind, daß Sie, liebe Herren und Brüder, an unserer
Stelle das Gespräch führen „wie und solang es Gott gefällt".
Katholisdie Reformation. Von Hans Asmussen, Ernst Fincke,
Max Lackmann, Wolfgang Lehmann, Richard Baumann, Schwa-
benverlag Stuttgart. 1958 239 S. Engl. Brosch. 5.50 DM.
Das Buch enthält die sieben Rundbriefe der „Sammlung" und
erläutert die 12 Thesen, die in 20 000 Stück an evangelische
Pfarrer und Laien verbreitet worden sind. Mit einer geradezu
„katholischen Leidenschaft" werden die Fragen angegangen, die
bisher als Unterscheidungslehren zwischen den Kirchen der
Reformation und den katholischen Kirchen galten. Die Verfas-
ser beabsichtigen nichts weniger als die Wiedergewinnung der
verlorengegangenen Katholizität im evangelischen
Raum. Gewiß dürfen wir uns davon auch eine Rückwirkung
auf die römisch-katholische Kirche erhoffen, die ja einer Er-
neuerung ebenfalls aus einer tiefer verstandenen Katholizität
bedürftig ist — wie auch wir eine solche durchaus nötig
haben.
Wer diese nun sich mehrenden Veröffentlichungen dieser fünf
oder sechs Männer in sich wertet, den Mut bewundernd, die
wachsende Klarheit begrüßend, stellt unwillkürlich sich selbst
und uns die Frage: Wie kommt es, daß wir, die wir doch an
Zahl viel mehr Leute sind, das rechte Wort in die Zeit in
solchen Büchern und Schriften nicht, oder zu zaghaft, sprechen?
Wir vergraben unser Pfund! Wir denken zu sehr an unsere
eigenen Gemeinden. Wir werden zu wenig von unsern Laien
unterstützt, daß wir die Zeit zu solch geistiger Arbeit fänden
— und so gehen wir auf in der Sorge um die Gemeinde und
die Erhaltung unserer Substanz. Vielleicht müssen wir alle
aber auch noch hinzulernen, wie man solche Gespräche führt
und welches die eigentlichen Fragestellungen sind.
Aber wir dürfen uns ehrlich solcher Bücher freuen! Mögen sie
vorläufig auch erst im evangelischen Raum ein schwaches Echo
wecken, und mögen die Herausgeber auch bälder, als sie
meinen, bezüglich „Rom" auf eine Grenze des Verständnisses
stoßen, diese Bücher können das Erdreich auflockern — und so
hoffen wir, im evangelischen Raum den Boden bereiten, der
81
einst auch zur Sakramentengemeinsdiaft mit den Altkatholiken
führen kann, überall gibt es heute einsichtige Männer — nur
schade, daß die Einsicht oft erst dann kommt, wenn bereits
das Alter die Schwingen lähmt. Oder will Gottes Vorsehung
überstürztes Handeln dadurch verhindern? Bis das Gebet so
inbrünstig wird: Komm, Herr Jesus und führe selbst Deine
Sache zu dem Ende? —
Zwei Ergänzungen aus neuester Zeit über die orthodoxe Kirciie
sollen hier noch gleich genannt werden.
Es ist 1. eine Sammlung von Dokumenten der orthodoxen
Kirche, betr. Die Moskauer Orthodoxe Konlerenz vom Juli
1948 (DM 2.40). Wertvoll ist die Beifügung russ. Verfassungs-
gesetze betr. Trennung von Kirche und Staat. Deutlich wird
auch die Stellung der Orthodoxie gegenüber den Anglikani-
schen Kirchen, denen z. B. vorgeworfen wird, daß man nicht
gleichzeitig mit der Orthodoxie und protestantischen Kirchen
sich verbinden könne!
Noch wichtiger erscheint uns die Kritik des Protestantismus
in der russischen religiösen Philosophie und Dichtung im 19.
und 20. Jahrhundert, die Ludolf Müller in der Schrift: .Russi-
sdier Geist und Evang. Christentum" (ebenfalls Luther Verlag
Witten, 1957, 178 S. DM 8.— untersucht. Er kommt zum Ergeb-
nis, daß die Gegensätze zwar groß sind, aber daß genügend
Ansätze für eine fruchtbare Auseinandersetzung gegeben seien,
wenn sich die Orthodoxie fragen lasse. Der Gegensatz kulmi-
niert, wie heut in allen theologischen Fragen immer klarer
erkannt wird, in der Frage nach der Kirche.
Gerade hierüber aber hat auch der frühere evangelische, dann
vor einiger Zeit zur römischen Kirche konvertierte bedeutende
Exeget Heinrich Schlier vieles zu sagen. Der Herder Verlag
hat 21 Aufsätze, alle bis auf einen in der vorrömischen Zeit
in verschiedensten Zeitschriften veröffentlicht, in dem Band
gesammelt:
Die Zeit der Kirche. 1956. 322 S. DM 22.— (Herder Verlag).
Die exegetischen Aufsätze und Vorträge kreisen um die The-
men .Welt" und .Kirche". Einiges wird zeitbedingt beurteilt
und überspitzt formuliert. Wir möchten besonders auf die
Exegese des Epheserbriefes hinweisen. Schlier kommt zum
Ergebnis, daß dann, wenn man den Kanon des N. T. anerkennt,
die einseitig protestantische, nur an Paulus orientierte lutheri-
sche Auffassung unhaltbar ist und das N. T, die wesenhaft
katholischen Positionen enthält. Das Buch ist schon deswegen
dankenswert, freilich auch aufschlußreich für die innere Krise
im Protestantismus, die durch Exegese von der Einheit einst
wegführte und durch eine gläubige und vertiefte Schriftfor-
schung wieder die Katholizität entdeckt — freilich dann zu
vorschnell sie mit der römischen Kirche verwechselt.
Wiederum ein Vorwurf für uns, die wir zeitweise die klare
Linie vermissen ließen und ohne geistige Potenzen und wahr-
haft geistliche Führung und Orientierung verkümmern müssen.
Der „Laie^ in seiner Kirdie
Congar, Yves, Der Laie. Schwabenverlag Stuttgart 1957. 795 S.
Lw DM 28.—.
Congar bietet einen Entwurf einer Theologie des Laientums.
Seit einigen Jahren mehren sich die Arbeiten über diese die
Kirche. seit der Reformation, ja seit der Waldenser Bewegung
innerlich aufwühlende Frage, die ihre rechte Lösung in der
Gesamtkirche nicht finden konnte, einmal, weil die römische
Kirche im gegenreformatorischen Gegenschlag das Amts-
priestertum übersteigerte und weil gleichzeitig die Säkulari-
sation eine zentrifugale Bewegung von der Kirche weg im
.Volk Gottes' auslöste. Das Werk von Congar bietet in geist-
vollen, oft aber sich wiederholenden und breiten Darlegungen
ein Kompendium über die Laienfragen vorab in der römischen
Kirche. Congar nimmt dabei das Anliegen der Reformation
ernst, ohne jedoch die Ansätze einer rechten Würdigung der
Lebensform des Laien bei Thomas von Aquin zu übersehen.
Das Werk ist eines von vielen Anzeichen einer ernstlichen
Besinnung auf echte Katholizität auch in dem Miteinander und
Füreinander der .Stände" in der Kirche — . Man wird aber
erst dann wohl dem ganzen Problem gerecht, wenn man
begreift, daß alle Christen ein Priestertum in verschiedener
Gliederung bilden, also mit verschiedenen Funktionen und
Aufgaben. Erst diese Schau dürfte die rechte und im Grunde
so einfache Lösung bieten. Nicht auf die Zuteilung von mehr
oder weniger Rechten und Pflichten kommt es letztlich an,
sondern darauf, daß alle als Glieder des einen Leibes in
verschiedenen Funktionen und Diensten priesterlich handeln
und gliedhaft den einen Leib Christi erbauen — in dienender
Liebe I
Der Verlag hat das Buch gut ausgestattet.
Peter Wust, Briefe und Aufsätze. Mit einer biographischen Ein-
leitung herausgegeben von Wilhelm Vernekohl. Verlag Re-
gensberg Münster, 1958 366 S. Lw. DM 13.80.
Briefe erschließen den Zugang zum Persönlichen eines Men-
schen. Peter Wust sollte als Philosoph, als Christ, als Wan-
derer und Suchender, der in stürmisch bewegter Zeit zum
Glauben seiner Jugend zurückgefunden und vielen Wegw<
und geistvoller Lehrer wurde, auch von uns gekannt wer
Durch seine Briefe erfahren wir auch von anderen geist
Menschen. Wust kann uns helfen, das Zutrauen zur überliefe
abendländischer Geistigkeit und zum Wagnis des Glaubens
derzugewinnen und über Kants Kritizismus hinauszuwad^
Zwei Worte von ihm seien hier erwähnt, die letzte Wei;
uns vermitteln. In dem Abschiedswort des Philosophen, di
lausenden Exemplaren in die Schützengräben des Zw(
Weltkrieges ging (bis die Gestapo es beschlagnahmte),
er zu seinen Schülern: .Und wenn Sie mich nun fragen sol
ob ich einen Zauberschlüssel kenne, der einem das Tor
letzten Weisheit erschließen könne, dann würde ich antwoi
Jawohl — und zwar ist dieser Zauberschlüssel nicht die
flexion, wie sie es von einem Philosophen erwarten möchte
sondern das Gebet. Das Gebet als letzte Hingabe gefaßt, n
still, kindlich, macht objektiv." — Und: .Ein Mensch karu
Mensch niemals nach dem gemessen werden, was er und
viel er weiß, sondern nur nach dem, was er liebt und in
chem Maße er zu letzter Liebe fähig und bereit ist."
Carrouges, Michel, Charles De Foueauld. Verlag
der, Freiburg i. Br. Übersetzt von Yvonne, Gräfin von Ka
Mit 16 Bildtafeln, Oktav, 372 S. Lw DM 14.80.
Frankreich ist das Land der Ganzen. Entweder man ist l
Atheist oder Christ mit Ernst. So wurde Frankreich das I t
frivoler Spötter und Kirchenfeinde, aber auch das Land
hender Heiliger. Foueauld verkörpert auch darin Frankr
Erst Offizier und Weltmann, dann ein lebendiger Zeuge Cb ,
unter den schlimmsten Eingeborenenstämmen der Tuareg
Herzen der Sahara, von denen er zwar keinen bekehrte,
denen er ein von allen geliebter Bruder wurde. Wer sidi
der Persönlichkeit dieses wahrhaft modernen Heiligen vert
macht — modern in der heute und in der besonderen Situ:
geforderten Weise — wird sich in Hochachtung vor dit
französischen Edelmann, Mystiker und Forscher verneigei
Pliilosophie, Geistes- und Kulturgesdiiehte
Grönbech, Wilhelm, Der Hellenismus. Vandenhoedc u. K-
recfat. Göttingen, 1953 326 S. DM 12.80.
Die Mischkultur des Hellenismus umspannt den Zeitraum
Aristoteles ab bis Julius Apostatata. Der Verfasser, einer
bedeutendsten Forscherpersönlichkeiten Skandinaviens, hc
seinem Werk „Religion und Kultur der Germanen" Verz
nungen während des dritten Reiches zurechtgerückt. In (
schönen Sprache und alles Wesentliche berücksichtige
Durchschau bringt er die der unseren so verwandte
epoche uns nahe, mag er nun vom Kosmopolitismus diese
eigentlichen Sinne nicht mehr schöpferischen Weltkultur
von den uns allen bekannten Gestalten eines Caesar, Augu
Vergil, Horaz, Epikur oder von der Erlösung und dem Gla
der Gesellschaft und den Mysterien in tiefer Einfühlung
gleichzeitig kritisch, manchmal mit einem Unterton von Ir^
sprechen. Jeder, der gern in späteren Jahren einen Ges
eindruck vom Hellenismus gewinnen möchte, sei auf d
meisterliche Werk aufmerksam gemacht.
Saitschick, Robert, Kultur und Menschenkenntnis 1955, 2:
DM 13.80. Derselbe, Von der inneren Not unseres Zeital
1957 119 S. DM 7.80 beide Katzmann Verlag, Tübingen.
Saitschick wird besonders jenen etwas zu sagen haben, dit
nächst einfach einem gütigen, weisen Menschen sich ai
trauen wollen, ohne gleich von Religion, Dogma und Kird;
hören. Mit dem ganzen Wissen unserer Zeit getränkt, b<
sam uns bei der Hand nehmend, führt er uns doch zu t
Selbsterkenntnis und erweckt den Willen, echte Geistesk
wieder zurückzugewinnen. Der Verlag hat die Bücher gut
gestattet, so daß sie auch als Gabe für solche, die ihren
noch suchen, sich eignen.
Steinle, Walter, Die Juden. Jugenddienstverlag Oldenl
1953 54 S. DM 1.—.
Die Schrift beantwortet darüber das Rätsel der Existenz
Juden. Vielleicht sind wir erst jetzt fähig, ernst nachzuden
Die Hl. Sdirift und die Väter
WUrthwein, Ernst, Der Text des Alten Testamentes.
Württ. Bibelanstalt, Stuttgart, 1952. 88 S. DM 5.30.
Die Qumramfunde am Toten Meer haben das Interesse an
alten Urtexten wieder geweckt. Der Wert dieses klar gesc
benen Buches liegt vor allem darin, daß es mit dem Ap)
der Biblia Hebraica von Kittel vertraut macht. 40 Abbildu
veranschaulichen die reiche Geschichte der Texte.
Bruce F. F., Die Handschriftenfunde am Toten Meer.
Kaiser Verlag München 1957 175 S. DM 9.50.
Seit einigen Jahren hören wir von diesen Handschriftenfun
die von einem Hirtenjungen zufällig gemacht worden sind
die zu den größten Handschriften-Funden der Neuzeit gere<
werden. Allerlei umstürzende Folgerungen wollte man voi
daraus ziehen. Die bisherigen Forschungen berechtigen
dazu. Aber sie bereichern doch unsere Kenntnisse über
Essener und mögliche Zusammenhänge mit Johanne«
82
ifer. Und sie bestätigen, daß der bisher älteste masoretisdie
et aus dem 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. treu überliefert
rde. Die Times sagt bündig und zutreffend von dem Buch:
idit lesbar, objektiv und zuverlässig, ohne Rüdchalt zu
pfehlen."
feld, Otto, Die Genesis der Genesis. J. C. M. Mohr (Paul
beck) Tübingen. 1958. 86 S. Brosch. 7.40 DM, geb. 9.40 DM.
Genesis ist für das Verständnis der ganzen Bibel gründ-
end. In diesem allgemeinverständlichen, übersichtlichen, aber
r gedrängten Bericht faßt Eißfeldt die wissenschaftlidien
ebnisse des Werdens des ersten Buches der Bibel zusam-
Q. Vielleicht wirkt auf den Laien diese nüchterne Darstel-
g ein wenig schockierend. Jedenfalls möchte man wünschen,
l in einem ergänzenden und hilfreichen Büchlein der Zeug-
charakter der Genesis glaubhaft gemacht und mehr prakti-
e Handreichungen für den Katecheten gegeben werden
(hten, als die knappen Hinweise, in denen der Verfasser
1 religiös ethischen Gehalt der Genesis betont, es vermögen.
la, Emil, Die Botsdiaft der Propheten. J. C. B. Mohr (Paul
beck) Tübingen 1958 VII 484 S. brosch. DM 15.50. Lw.
[ 19.80.
n glaubt es dem Vorwort des Herausgebers Georg Fohrer,
5 dies Buch als das eigentliche Lebenswerk seines Verfas-
s gelten kann. Wer die Propheten so reden hören will,
' sie vom heutigen Menschen verstanden werden, der greife
diesem Buch. Wie wird der Text uns nun auf einmal so
.sig lesbar und eindrucksvoll. Wo wir noch Hilfe brauchen,
ten sie die verbindenden und einführenden Erläuterungen.
•Iche große Liebe hat den Verfasser zu dieser meisterhaften
:t-übertragung befähigt, daß man der Botschaft der Prophe-
geradezu hingegeben lauscht.
\n, Günther, Urdiristlithes Gemeindeleben. Luther Verlag,
llen. 1954, 76 S. DM 3.50.
Erklärung der sieben Sendschreiben gibt einen Einblick
las urchristliche Gemeindeleben, das wir oft zu stark ideali-
en. Es gab auch schon damals Glaube und Unglaube, Treue
l Untreue. Im übrigen eine praktische Handreichung für
henpredigten.
e ähnliche Aufgabe erfüllt die Schrift von W. Stählin, aus
1 gleichen Verlag, über das Johanneische Denken (DM 2.85),
das „rechte zarte Hauptevangelium" nach seinen Grund-
anken befragt.
aner. Berthold, Patrologie, Leben, Sdiriften und Lehre
Kirchenväter. Verlag Herder, 5. völlig neu bearbeitete
läge 1958, 508 S. DM 25.—.
äner's Patrologie erfreut sich eines internationalen Rufes,
deutsche Neuauflage bringt über 3000 Neuerscheinungen im
•raturverzeichnis, berücksichtigt die neuesten Forschungser-
nisse und hat rund 20 patristische Autoren neu aufgenom-
1. Das Buch ist auch Althistorikern, Altphilologen und
häologen unentbehrlich. Erst recht alt-kathoIischen Theolo-
, denen die Väter eine Fundgrube ersten Ranges in der
alogischen Arbeit sein sollten. Auch Werke außerkirchlicher
riftsteller sind wegen der reichen Wechselbeziehungen zwi-
rn ihnen und den kirchlichen Autoren herangezogen.
Verlag hat den übersichtlich gegliederten Text durch
(itechnische Sorgfalt dem Benutzer gut überschaubar ge-
ht, eine wirkliche Hilfe zugleich für die Auswertung.
rte der Bibel, zusammengestellt von Heinridi Bornkamm.
\ Württ. Bibelanstalt. 70 S. DM 1.50.
it als Taschenbibel für Soldaten im Feld entstanden, will
Büchlein Türen zur Schatzkammer der Bibel auftun.
rt für Wort bedenkt, wird inne werden, daß diese Worte
i Leuchte sind für den Fuß, da er gehen kann.
Geistlichen, der sich selbst darin verstanden fühlt, manches
Gemeindeglied, das lebendig mit den Nöten und Sorgen vieler
Geistlicher heute mitfühlt. Die Probleme und Verhältnisse sind
in aller Welt einander oft recht ähnlich.
Hambraeus, Axel, Der Pfarrer in Uddarbo. Roman. Zwingli
Verlag Zürich 1956. 16.— 20 000 335 S. DM 6.80.
Ein echt menschliches und geistliches Buch zugleich. Nur Platzmangel
hat verhindert, in diesem Jahrbudi die vorgesehene Kostprobe zu brin-
gen. Sie hätte alle überzeugt, daß wir es hier mit einem der schönsten
Pfarrerromane zu tvm haben. Das Buch wiegt Dutzende Priesterromane
auf.
Im gleichen Verlag erschien von Hambraeus auch das Büchlein
„Die große Freude" (84 S. 3.80 DM) mit sechs Weihnachts-
geschichten.
Mand, Ewald, Die Ehe des Propheten. Roman. Zwingli Verlag
Zürich 1957 376 S. DM 14.80.
Der Verfasser, in Estland geboren, in USA aufgewachsen, nach
Rückkehr in seine Heimat aus dem Amt vertrieben, der Gestapo
in gefahrvoller Flucht entronnen, heut als Pfarrer, Professor
und angesehener Schriftsteller in USA wirkend, hat hier ein
heikles Thema so gemeistert, daß wir den Zugang zum Ver-
stehen nicht nur des Propheten Hoseas, sondern auch zu einem
Stück alttestamentlichen Geschehens gewinnen. Das Buch ist
mit überzeugender dichterischer Kraft gestaltet.
Hoffmann, Poul, Der brennende Dornbusdi. Roman. Zwingli
Verlag, Zürich 1957 334 S. DM 13.80.
Dieser I. Teil einer Mosestriologie handelt von der Ausbildung
des Gottesmannes Moses als Priester, von seiner Flucht in die
Wüste Midian und seiner Berufung am Berg Horeb. Dem
dänischen Autor ist es überraschend gut gelungen, den be-
kannten biblischen Stoff so anschaulich und lebendig zu gestal-
ten, daß die Umwelt und die Persönlichkeit des Moses glaub-
würdig und vertraut wird. Man darf die nächsten Bände mit
Spannung erwarten. — Alle diese Roman-Bände, die uns der
Zwingli Verlag in guter deutscher Übersetzung vorlegt, sollten
Aufnahme in die Gemeindebüchereien finden. Sie haben eine
Mission zu erfüllen.
Kunkel, Hans, Das Labyrinth der Welt. Der Roman des Co-
menius. Vandenhoeck u. Rupprecht, Göttingen. 3. Aufl. 1957
360 S. DM 7.80.
Comenius, Johann Amos (1592 — 1670) war ein Schulrektor und
großer Pädagoge; er war, und dadurch rückt er auch uns
nahe, auch ein Geistlicher und dann Bischof der Brüderunität,
die mit uns offenbar in echter apostolischer Nachfolge das
Bischofsamt bewahrt und überdies eine „Kirche unter dem
Kreuz" bis jetzt ist, aber trotz ihrer Kleinheit die christliche
Welt mit kostbaren geistlichen Gaben beschenkt. Schon deshalb
gewinnt eine Darstellung, die Historisches verarbeitet, aber mit
dem Auge des Dichters schaut, also tiefer sieht als bloße
historisch-pädagogische Betrachtung, einen besonderen Reiz.
Wir erleben Zeit und Persönlichkeit in einer neuen Dimension.
Der niedrige Preis dieser Siebenstern-Buchausgabe einer Jah-
resreihe erleichtert die Anschaffung.
Stenius, Göran, Die Glocken von Rom. Übersetzt von R. öqist.
Verlag Jos. Knecht, Carolusdruckerei Frankfurt/M. 1958. 488 S.
DM 14.80.
Ein finnischer Diplomat ist der Verfasser dieses Rombuches,
das als Roman die Konversion eines jungen Finnlandschwetlen
schildert, aber dabei auch in fesselnder Lebendigkeit die Um-
welt zeichnet. Wenn wir es hier anzeigen, so vor allem um
der Abendmahlsschilderung willen in der „Herberge zum Guten
Hirten" in den Abruzzen, in der wir den Urlaut des Abend-
mahles noch hindurchzuspüren vermögen.
Romane, Erzählungen, Novellen
•shall, Bruce, Alle Herrlichkeit ist innerlidi. Verlag Jakob
mer. Köln, 3. Aufl. 1956, DM 14.80.
liebenswerter Priesterroman, sicher einer der besten der
hkriegszeit. Wer ihn mit dem Herzen liest, spürt etwas vom
eimnis des Priestertums und ernsten Fragen unserer Zeit.
ia Gardner White, Der Sturm ist vorüber. Roman Zwingli
lag Zürich 1957 448 S. DM 15.80.
'der ein Pfarrer-Roman. Ein junger Pfarrer wird vom Bischof
die vornehmste Kirche seines Sprengeis versetzt, trotz
ubens des Kirchenvorstandes. Bald sieht er sich in ein
z von Intrigen verstrickt, läßt sich aber nur von seinem an
t gebundenem Gewissen leiten. Eine die Zustände enthül-
le Weihnachtspredigt beschwört einen Sturm herauf. Es
■int, der Pfarrer müsse sein Amt aufgeben. Aber gerade da-
h kommt es zur Wende und Reinigung. Diese Inhaltsan-
e wird manche zu diesem Buch greifen lassen, manchen
Verschiedenes
Englisch ohne Ballast, Basic English. Ein Langenscheidt Lehr-
buch. 223 S. DM 4.80.
Je mehr Englisch die Verhandlungssprache der Kirchen wird,
umso mehr sollte jeder Geistliche sich in jungen Jahren nach-
träglich um Erlernung wenigstens eines Grundstocks englischer
Sprachkenntnisse bemühen. Hier ist ein Lehrbuch des Basic
Englisch mit 850 Wörtern, das sich mit dem unbedingt Erfor-
derlichen auf Grund der Sprachforschung von G. K. Ogden
begnügt.
Lasset uns preisen den Herrn. Gebete aller Jahrhunderte zum
Gott aller Zeiten für Christen unserer Tage. Gesammelt von
Alfons Kohl. Matthias Gründewald Verlag, Mainz. 3. Aufl.
90 S. kart. DM 2.20, Leinen DM 4.—.
Das Büchlein will dem Privatgebet dienen. Große Beter aller
Zeiten schenken unserem eignen Beten Weite, Innigkeit, den
großen Atem.
83
Neue alt-katholische Schriften
Zuvörderst nennen wir Demmel, Was ist alt-kathoHsch.
Diese Schrift konnte in vierter verbesserter Auflage erscliei-
nen. Seine Vorzüge sind allbekannt: alle Untersclieidungsleh-
ren sind in vielen Kleinartikeln behandelt und in volksverständ-
licher Weise dargestellt. Einzelpreis 75 Pfg., ab 10 Stück je
60 Pfg.
Aus dem letzten Jahrbuch hat der Kalendermann auf eigne
Gefahr zwei wertvolle Arbeiten in bescheidener Auflage nach-
drucken lassen. Es handelt sich um die Schrift des inzwischen
verstorbenen Pfarrer Christian Huber über den Kirchenrechts-
lehrer Van Espen aus dem 18. Jahrhundert, dessen Leben ma-
kellos, dessen Zeugnisablage vorbildlich, dessen Lehre altkirch-
lich verankert war {ii S. (50 Pfg.) sowie um den um das erste
Kapitel verkürzten, aber von Druckfehlern und einigen stillst.
Härten bereinigten Beitrag im letzten Jahrbuch von Pfarrer
Paul F. Pflster, „Katholisch, was ist das eigentlich?" Diese
zweite Schrift, mit Umschlag versehen und als Briefeinlage
sich eignend, ist für das Selbstverständnis des alt-katho-
lischen, altkirchlich orientierten Denkens insofern unent-
behrüdi, als es den altkathohschen Beitrag zur theologi-
schen Erkenntnislehre (Prinzipienlehre) darstellt,
aus der sich der Zugang zu allen Einzelpositionen er-
schließen läßt. Pfister wahrt dabei den Zusammenhang mit
genuin alt-katholisdien Denkern wie Keussen und Michaud.
Das Schriftchen, der ganzen denkenden Christenheit
gewidmet, möchte als Beitrag zur Selbstbesinnung und
zum oekumenischen Gespräch gewertet werden.
Der mit den aktuellen Fragen Vertraute findet darin überdies
Antworten auf Fragen, ob wir ein Sonderkonfession sind oder
unserer Herkunft nach werden wollen bzw. können, — der
Verfasser bekennt sich dazu, daß unsere Kirche einfach ka-
tholische Kirche ist, nicht im ausschließlichen, aber im
Vollsinn des Wortes, — inwieweit konfessionelle Fragen
relativiert werden können, ob die Heiligkeit oder K a t h o -
1 i z i t ä t das die andern Weseneigenschaften umschließende
Attribut ist. Es wäre zu wünschen, daß diese sehr klaren Aus-
führungen — alle theol. Fachausdrücke sind stets verdeutscht —
eine weite Verbreitung und ernste Leser fände.
Der Preis von 1. — DM war nur durch das Entgegenkommen
eines Mäzens möglich.
Zur Seelsorge und Verkündigung unserer Tage
Jungniann hat bahnbrechend auf dem Gebiet der Meßliturgie
gewirkt, in dem er geschichtliches Gewordensein darlegte. Das-
selbe versudit durch eine Rückbesinnung auf das Chalcedo-
nense der Tübinger Ordinarius Arnold für den Bereich der
Glaubensverkündigung in Katechese, Predigt und Seelsorge.
Sie bedarf nicht so sehr methodolischer Gestaltung, entschei-
dend kann sie nur vom zentral Theologischen her, d. h. hier
durch Wiederbesinnung auf das gottmenschliche Prinzip Christi
erneuert werden.
Arnold stellt in seinen geschichtlich orientierenden Darle-
gungen besonders das Verdienst der Tübinger Sdiule heraus.
W'ir erhoffen von dieser Schule auch in den kommenden Jah-
ren kräftige Schritte nach vorn, die der Überwindung der re-
formatorisch-gegenreformatorischen Einseitigkeiten dienen und
damit sich auch der echten alt-katholischen Position nähern,
die wir freilich sehr streng gegen bloße Ausläufer aufkläreri-
sdier Oberflächlichkeit abgrenzen möchten.
Grundsätzliche Besinnung kann dem praktischen Theologen
allein nicht genügen. Er bedarf auch jener Werke, in denen
die gegenwärtig vorliegende Praxis der Kirche bis in alle Ein-
zelheiten hinein eingefangen ist. Ein solches Buch, wenigstens
hinsichtlidi der Sakramentenverwaltung, ist das Buch meines
einstigen Lehrers Schöllig, in 5. Auflage neu besorgt von R.
Weber. Aus dem ursprünglich von Mutz herausgegebenen Lehr-
budi ist ein recht stattliches Werk entstanden. Es ist für uns
jedoch nur zu einem kleineren Teil brauchbar. Viele Kapitel
über die Beichtpraxis lohnen zwar das Lesen, damit auch die
nicht über die römische Kirdie zu uns gekommenen Priester
die Praxis der römischen Schwesterkirche verstehen — ohne
diese Kenntnis von innen her kann niemand mitreden — ; aber
sie haben kein Gewicht für unsere Praxis. Übrigens ist das
Werk von Schöllig das einzige derartige in doiit'^rhor Sprache.
Unter den angegebenen Vorbehalten sei es empfohlen.
1. Arnold, Franz Xaver, Seelsorge aus der Mitte der Ilellsge-
schichte. Pastoraltheologische Durcliblicke, 236 S. Herder Ver-
lag, kart. 12,50 DM.
2. Schollig, Otto, Die Verwaltung der hl. Sakramente unter
Pastoralen Gesichtspunkten. 5. Auflage 1958, Herder Verlag,
440 S. 18.50 DM.
Vorlesebuch zum kathollsdien Katedilsmus, in Verbindung
mit dem Deutschen Katechetenverein herausgegeben von Eis-
mann und W i g g e r s . L— HL Band Verlag J. Pfeiller,
Mündien.
In meiner Jugend legte man Florilegien an. Ein Katechet <
auch ein Prediger oder Kaleiulermann, der „Alles und N
aus seinem Schatze" hervorbringen will, kommt ohne würz«
Geschichtlcin nicht aus. Und die Gesdiichtlein sollen mehr
als Zuckerbrot und Belohnung für gutes Verhalten. Sie
len den spröden oder abstrakten Stoff lebendig machen. ,
Leben stellen. Als Kalendermann war ich immer auf der , |
nach guten, kleinen Geschichtlein. Sie sind rar wie das W:
in der Wüste, wenigstens solche, die den Nagel auf den ]
treffen und zugleich das Siegel der Editheit an sich trager
greift man immer wieder gern nach neuen Sammlungen,
hier Vorgelegte lehnt sich an die Einteilung des neuen röm
katholischen Katedaismus an. Man begegnet natürlidi m
Bekanntem. Nicht alles ist gleichwertig. Wir werden sorgfä
Auswahl treffen müssen. Dennodi sind die Büdier zu <
fehlen und bieten wertvolle Hilfe im Kampf mit dem trc
nem Stoff. Der Verlag hat die Bücher gut ausgestattet.
Für den Schriftenstand
Die leider allzuwenigen Amtsbrüder, die entweder e
Sdiriftenstand aufstellen können oder sich darum bemü
kommen oft in Verlegenheit, weldie Schriften sie ausstt
können. Mit unseren wenigen ist es allein nicht getan. Je
falls bedrängen auch unsere Glaubensgeschwister Fragen,
die sie gern eine Antwort hätten. J)a wir also nicht genüi
Schriften herausbringen können tfnd es^geradezu bestürzt,
wenig Hefte über^Febronius usw. — ^ von der. Demmels
Schrift abgesehen,'' — herauskamen, bleibt gar keine an
Wahl, als auch nach anderen brauciibaren Sciiriften zu sehe
kommen sie, von woher sie wollen. Man muß, um des
haltens christlicher Substanz willen, großzügig denken
den oder jenen Satz in Kauf nehmen, über den wir stol
können.
Aus zwei Verlagen seien einige Schriften empfohlen, aus
römisch-katholisdien von Butzon und Bereiter, Kevelaer
aus dem evangelisdien Jugenddienst-Verlag in Wuppc
Barmen.
Aus dem Jugenddienstverlag seien empfohlen die Reihe
Das Gespräch
Ich führe an: Ungewisse Zukunft (Claus Westermann) •
Gottes Erwählung und unsere Entscheidung
(W. Kreck) -
Ego te absolvo (G. Backhaus)
Die Geschlechter (G. Groeger)
Der Held der Dichtung und der wirkliche Mc
(S. Hajek)
Unsere Geschichte (H. Schrey)
Unbewältigte Vergangenheit (H. R. Müller-
Schwefe)
Das Rätsel der Religionen und die biblische Antwort (W. I
tag) Zwischen Atheismus und Religion (eine Deutung D
jewskis (J. Härder) Der Mensch und seine Welt (Schöpft
glaube und Menschenbildnisx(H. J. Kraus) Die Angst voi
Welt (Begegnung mit Nihilismus (H. Thielicke).
Aus dem Verlag Butzon und Berater
Welt im Umbruch (Neil Breuning)
Wille, Wunder, Welt (Dr. W. Büchel)
Wem gehört das Kind (A. Hartmann)
Christentum ohne Zukunft (A. Brunner)
Unbelehrbares Gewissen (Hirschmann)
Ordnung ohne Freiheit (Der dialekt. Materialismus)
(G. Wetter)
Was heißt glauben (O. Semmelroth)
Beide Reihen, vorbildlicii gestaltet, sind von bedeutenden !
leuten geschrieben, verständlich, aber doch Mitdenken
dernd. (Warum sollen wir auch Denken verlernen?) Beide
preiswert. Die röm.-kath. Reihe kostet je Heft (Kleinfoi
50 Pfg, die evang. Reihe (Großformat) je 1 DM. Umfar
24 bis 30 S. etwa, farbige Umschläge.
Die Andachtsbildchen
Mit Recht bewahren wir Altkatholiken eine ge\vi.ss<' Ho*
gegenüber dem Andachtsbildchen, obgleich die Totenzelle
screr Geistlichen fast in allen Gesangbüchern uiiseror Gl
gen sich finden. Manche empfingen auch ein schönes Virvai
dien als Andenken an die Firmung. Das Bildchen von I
leciiner: „Der Friede sei mit dir" aus dem Ars Sacra V«
hält die Erinnerung an die Firmung jedenfalls besser fes(
ein Bild des flrmcnden Bischofs. Wenn schon letzteres,
wenigstens beides!
84
?$»ie Scheu vor den üblichen „Andachlsbiklchen" ist sehr bc-
iflich, denn was die „Devotionalienkunst"" früher bot und
weise auch jetzt noch hervorbringt, verrät häufig wenig
;chmack oder religiöse Ergriffenheit. Dennoch sollte man
ht grundsätzlich ablehnend sich verhalten. Gerade Kinder
rden vom Optischen stärkstens beeindruckt. Ein gut gewähl-
, dogmatisch und künstlerisch vertretbares religiöses Bild-
n als Fleißbildehen oder zum Geburtstag oder bei sonst
isender Gelegenheit geschenkt, kann eine religiöse Mission
iübcn, mehr als ein Erwachsener sich träumen läßt.
Vir möditen auf einen Verlag aufmerksam machen, der sich
gute Andachtsbildchen seit je bemüht, obwohl auch ihm
; nicht immer gelingt. Es liegen mir mehrere Serien vor, die
rdiaus nidit alle befriedigen. Am ehesten sprechen die alten
ister wie Dürer, Luk. Cranach, Holbein an. Die modernen
1er erreidien nicht die gewaltige Ausdruckskraft der alten
ister. Sie malen durchweg zu lieblich, zu niedlich, zu an-
pfunden. Am meisten befriedigen noch die Fugelbilder aus
lerer Zeit. Mit gutem Gewissen empfehle ich die Serien 3198,
0, 3146, 2957, 2920, 2945, von farbigen 10213, 10876, 9377 und
7. Für Kinder, die alles Farbige besonders erfreut, kom-
n wohl auch noch andere Serien in Frage, etwa 10803, 9723,
63 und 3634, wenn man das eine oder andere Bildchen in
sen Reihen wegläßt. Sicher wird der Ars Sacra Verlag eine
swahlsendung zugehen lassen, wenn man darum bittet und
Auslese rasch durchführt.
vUe diese genannten Serien sind nicht im eigentlichen Sinn
eiligenbildehen"; sie enthalten Szenen aus dem Leben Jesu
oder der Apostelgesdiichte oder den dornengekrönten Heiland
oder den guten Hirten und ähnliche Motive.
wir kennen nicht nur das Problem des guten Andachtsbildchen.
Uns bedrängt auch die Frage nach guten Wandbildern für das
christliche Haus.
Was hängt oft an schaurigem Kitsch an den Wänden: Die büßen-
de Magdalene oder kitschige Öldrucke von anno dazumal. So-
gar evangelisdierseits beschäftigt man sich neuerdings sehr
ernstlich mit diesem Fragenkomplex. Statt langen grundsätz-
lichen Darlegungen sei auf diese Bemühungen aufmerksam ge-
macht.
In Hessen-Nassau haben die ev. Dekanatsobmänner einen
Bild-Ausschuß gegründet. Dieser legt nun einen ersten Kata-
1 g Bilder bibliscJien Inhalts für das evangelische Haus vor.
Ein zweiter Katalog wird bald nachfolgen. Bilder für Stadt
und Land, für Neu- und Altbauwohnungen, für Arm und Reich
und für die verschiedenen Festanlässe im Leben kann man hier
finden. Der Katalog ist erhältlich durch das Evang. Pfarramt
Wiesbaden-Erbenheim. Wir begrüßen diesen praktischen Dienst,
der damit auch unseren Pfarrern geleistet wird. (Das „evan-
gelisch" braucht uns nicht stören, denn der rechte Katholik
liebt das Herz der Hl. Schrift, das Evangelium, er ist also auch
„evangelisch". Insofern er auch gegen Sünden, Unrecht und
Irrglaube Zeugnis ablegt, das heißt nämlich „Protestant" (von
pro testari, für etwas Zeugnis geben, für die Wahrheit gegen
Verfälschung), ist der Katholik sogar auch „Protestant".) y
Wer jetzig Zeiten leben will
Wer jetzig Zeiten leben will, muß hah'n ein tapferes Herze,
es sein der argen Feind so viel, bereiten ihm groß Schmerze.
Da heißt es stehn ganz unverzagt in seiner blanken Wehre,
daß sich der Feind nicht an uns wagt, es geht um Gut und Ehre.
Geld nur regiert die ganze Welt, dazu verhilft betrügen;
wer sich sonst noch so redlich hält, muß doch bald unterliegen.
Rechtschaffen hin, rechtschaffen her, das sind nur alte Geigen:
Betrug, Gewalt und List vielmehr, klag du, man wird dir^s zeigen.
Doch wie's auch kommt, das arge Spiel, behalt ein tapferes Herze,
und sind der Feind auch noch so viel, verzage nicht im Schmerze,
Steh gott getreulich, unverzagt, in deiner blanken Wehre:
Wenn sich der Feind auch an uns wagt, es geht um Gut und Ehre!
17. Jahrhundert
1^
Meisterrätsel
chen schon einiges Kopfzerbrechen. Hier die Auflösung der Reihe nach: Dompfaff, Römer, Monument, Zähne, Meineid, Pflug,
lalttag, das Bett.
bt Ihr auch die altkath. Kirchen erkannt? Es wurden nur solche gezeichnet, die uns zu eigen gehören. Und es sind längst
%^."<^- Karlsruhe, Smgen, Nordstrand, Köln, Dettighofen und die im Bau befindlichen in Oberursel und Kommingen kommen
vill m den künftigen Jahrbüchern.
s Jahr findet Ihr unsere Gotteshäuser in Bonn, Essen, Stuttgart, Fützen, Passau, Kaufbeuren-Neugablonz, Offenbach/M.,
esbaden München, Stühlingen, Blumberg/B. und Frankfurt/M. Wer sie nicht erkennt, soll die Gemeinden und die Gottes-
Jser recht bald aufsuchen.
Berücksichtigt die Firmen^ die Anzeigen aufgaben!
85
Zwiespradie
In den letzten Jahren hatte ich mannigfache Gelegenheiten,
brieflich auf Fragen von Lesern und Glaubensfreunden ein-
zugehen. Einige solcher Fragen, die allgmein interessieren,
seien hier beantwortet. Natürlidi sind die Namensanfänge
verändert, aber es handelt sich nicht um fingierte Fragen
bzw. Antworten!
W. K. Glauben Sie an eine Zukunft unserer Kirdie?
Antwort: Die Frage ist falsch gestellt. Sie meint, bei der Kirche
Jesu Christi handle es sich um etwas, was in unserer oder an-
derer Leute Verfügung stehe, was man so ändern könne oder
müsse, daß es dem Geschmack der Leute entgegenkommt. Der
Versucher wollte Christus bekanntlich auch das Kreuz ausreden
und ihm stattdessen eine glänzende Zukunft eröffnen — als
Biedermann, als Zauberkünstler, als Weltbeherrscher. Christus
wählte gehorsam das Kreuz, das Opfer, menschlich gesprochen
den Zusammenbruch. Aber gerade dann, wenn das Wei-
zenkorn stirbt, bringt es Frucht. Drum hat Christus im Tod
gesiegt und seine Feinde überwunden. Und drum hat Ihn Gott
erhöht und Ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist,
daß im Namen Christi jedes Knie sich beuge. —
Und darum hat die Kirche, die IHM gehorsam nachfolgt in
seinen Tod, in seine Wahrheit, in seinen gehorsamen Dienst
die Zukunft, die Gott seiner Kirche vorbehalten hat.
Nach einer anderen haben wir nicht zu fragen. —
S. B. Was können wir aber tun, damit wir wachsen?
Antwort: Jedes äußere Wachstum hat das Innere zur Voraus-
setzung. Wenn ich andere bekehren will, muß ich mich selbst
erst bekehren. Mit einem Eiszapfen zündet man bekanntlich
kein Feuer an. Je weniger wir selbst „in Christus" sind, um so
weniger werden wir Christus bezeugen können. Es gibt zwei
Versuchungen: 1. die Versuchung des römischen Weges: äußerer
Zwang, Anpassung an die Masse und ihre magisch-primitiven
Vorstellungsreihen und Geborgenheitsbedürfnisse oder 2. Ver-
dünnung der Lehre, ihre Relativierung, um alle in ihren Wün-
schen zufriedenzustellen.
Beides sind Irrwege!
Christus hat seiner Kirche weder Macht, nodi Reichtum,
nodi Größe nach menschlichen Vorstellungen verheißen, wohl
aber sprach er von der „kleinen Herde", die sich nicht fürchten
soll, denn der Vater habe ihr den Sieg verheißen. Und die
Hl. Schrift fordert, daß wir treu erfunden werden, um die
Krone des ewigen Lebens zu erlangen.
Locken sollte uns nur der Ruf Jesu: „Willst Du mein Jünger
sein, so folge mir nach". Und „suchet zuerst das Reich Gottes
und seine Gerechtigkeit, alles andere wird euch nachgeworfen
w^erden".
Die echte und wahre Kirche Christi wird nie untergehen,
weil sie die Verheißung ihres Herrn hat, daß die Mächte der
Hölle und der Finsternis die wahre Gemeinde Christi nicht
vernichten könne. Aber wir wachsen immer mehr in die
Zeit hinein, in der Zugehörigkeit zu Christus ausschließlich
Sache persönlicher Entscheidung — und Werk
der göttlichen Gnade wird, die freilich auch durch
Begegnungen und gottgesetzte Einrichtungen uns treffen kann,
nicht nur in rein spirituellen inneren Einwirkungen. Das eine
ist mir jedenfalls gewiß: Gott gebraucht keine Halben und wir
werden nur dann von den echten Jüngern Jesu, denen, die nach
der Wahrheit in ihrer Fülle und nach Gottes Erbarmen suÄen,
übersehen, wenn wir vor Gott „zu leicht erfunden" werden.
Und dann geschieht es uns recht.
H. G. Die alte katholische Kirche kannte keinen Klerikalismus.
Aber versagen wir, die wir den Laien die Rechte der verant-
wortlichen Mitwirkung gegeben, zurückgegeben haben, nicht
mehr als andere Kirchenteile?
Antwort: Es scheint fast so. Zwar gab es in allen Gemeinden
ein paar Frauen, einige Männer und sogar einige Gebildete —
und es gibt dies noch bis heute fast überall, die vorbild-
lich als Laien mitwirkten, und zwar in gutem Einvernehmen
mit dem Geistlichen. Ich könnte Ihnen Beispiele aus alter und
neuer Zeit nennen — und wenn wir alle zusammenzählen, sind
es bestimmt mehr im Verhältniss zu unserer Gesamtzahl, als in
anderen Kirdienteilen. Aber — wir müssen uns gerade deshalb
nadi anderem Maß messen, weil wir uns dieser Laienmitverant-
wortung doch ein wenig rühmten, aber auch deshalb, weil wir
sonst weder dem Geist der Kirche Christi gerecht werden noch
die Last der uns aufgegebenen Aufträge tragen können.
Der Geist der allen, bzw. der jungen Kirche fordert einmü-
tiges und gemeinsames Handeln. „Einer trage des andern Last."
„Alle waren ein Herz und eine Seele." Denken sie an die Urge-
meinde!
Und angesiclits unseres Ansi)ruchs, die alte ungeteilte Kirche
im Herzen Europas doch — zusammen mit den anglikanischen
und orthodoxen Bistümern — zu repräsentieren wie auch im
Blick auf die Zerstreuung unserer Gläubigen können wir nur
das uns abverlangte Zeugnis geben, wenn wir alle. Kinder
und Männer und Frauen das Priestcrtum betätigen,
an dem wir alle, wenn auch in Stufungen teilhal
Wir sind ein heiliges Volk, ein königliches Priestertum —
haben als Christen, die Gesalbte des Herrn sind (daher Chri
an allen Sorgen und Aufgaben unserer Gemeinden und
serer Kirche, ja der Gesamtkirche Christi mitzutragen. Ein
der, wie er es nacJi Veranlagung, Talenten, die er cniiifan
hat, kann.
H. G. Wie denken Sie sieh denn konkret, also in Wirklidi
dieses Zusammenwirken von Laien und Geistlichen?
Antwort: Prieslermangel und Geldmangel — und dies r
mehr dann, wenn einmal die Staalszuschüsse ganz wegfallei
zwingen dazu, daß wir die wenigen, die mit dem Vollpries
tum ausgestattet werden können, so vorzüglich a
bilden, daß jeder Amts-Priester allen jenen Obliegenhe
gewachsen ist, die heute einem Bischof, Dekan oder Profe^
abgefordert werden. D. h. praktisch sollten diesen nur so
Aufgaben zukommen, die ihrer quaUfizierten Ausbildung >
spreclien: leitende Tätigkeit als Dozenten in Abendkursen
Ausbildung von Seelsorgshelfern einschließlich der Akolutl
Ostiarier, Lektoren, Diakone und Ililfspriesler; ferner ölT
liehe Vortragstätigkeit, Behördenverkehr auf höchster Ebi
feierliche Gottesdienste, Leitung regionaler Tagungen, Publ
tionstätigkeit in verantwortlicher Weise.
Demgegenüber müßten die Helfer in ihren verschiede
ehrenamtlichen oder nebenamtlichen Graden alle jene Ar
der Vorbereitung leisten, die heule leider der Ortsgc
liehe meist selbst übernehmen muß, z. B. vor einem Bisdi
besuch, vor einer größeren Veranstaltung usw., ferner Un
richtsdienst, Caritasarbeil, technische Dienste usw.
H. G. Wie könnte man denn heute schon die Leistung uns«
Priester potenzieren, d. h. vervielfachen?
Antwort: Wenn jeder Kirchenrat ein besonderes Refe
leitete und sich selber Helfer dazu suchte. Natürlich setzt das
higkeiten und Kenntnisse voraus, die erst in Abendkursen, A
demien, Rüstzeiten zu vermitteln wären. Einst \ eilen hu
wir freilich viel zu wenig Männer und Frauen, die dazu ge
net sind. Es fehlt sogar den Wohlmeinenden oft die Fähig
und der Wille, ganz selbstlos dem Herrn Christus in der S
sorge zu dienen. Mit fanatischen Romhassern ist uns gar n
geholfen. Sie schaden mehr, als sie nützen. Sie sind ehe
wie manche Alt-Liberale oft ein Hemmschuh in der red"
Entwicklung unseres Kirchenteiles, weil sie weder die Zcitl
noch das Wesen der Kirche erfassen. Überdies, so wenig
gründliche Kenntnisse verzichtet werden kann, entscheid
bleibt dodi, daß alle Helfer vom rechten Geist beseelt s
Man wünschte ihnen alle Tugenden und Eigenschaften, die :
bei einem rechten Priester und Geistlichen voraussetzt (
wünsclit, also Weitblick, Geduld, Menschenkenntnis, die Ki
der Menschenbehandlung, inneres Gebetsleben, Eifer für
Reich Gottes, Güte und Liebe zu Gott und den Milmensd
Darum sind alle jene gänzlich ungeeignet, die nur sich und i
Ehre suchen. Oder die Vorteile irdisdier Art anstreben, siel
priesterlichen Gewändern gefallen. Ein besonderes Kapitel
die rechte Umgangsart mit dem Geistlidien. Unsere Pric
dürfen gewiß nicht den „geistlichen Herrn" spielen, wie i
ihn nicht selten in der römischen Kirche antrifft. Wir niü^
das Alter, das Wissen der Laien respektieren, über jede Mi
beit,uns freuen, die aus guter Gesinnung angeboten wird. A
auch die Laien dürfen in dem Geistlichen nicht den „Ai
stellten" sehen, nicht ins Kommandieren und Beaufsichti
verfallen. Sie dürfen auch nicht dauernd argwöhnen, ob
nun gebührend geehrt, bedankt werden. Und umgekehrt s<
man audi seitens der Laien nie vergessen, daß ein red
Geistlicher zwar nicht für Ehre arbeilet, daß er aber, be-
ders wenn er sich ganz und über seine bloße Pllidit für
Gemeinde einsetzt, auch einmal einer Anerkennung bedürftip
Weil der wirklidi Berufenen und Dienenden so wenige s
darum kehren so häufig Geistliche nach vergeblidien Anläi
zum Einmannsystem zurück und machen liebor
allein — so gut sie es können. —
E. M. Was halten Sie von Rom?
Antwort: Rom ist eine ehrwürdige Stadt, in der sehr früh <
eifrige, von vielen Verfolgungen heimgesuchte Gemeinde
befand, in der aber audi Herrschsucht. Vcrantworluni^sbcw!
sein für die Kirche und redillidies Donken zeitweise unl
voll sicli gemischt hal)cn, zum Nadilcil der Kirche.
E. M. Irh möchte Sie genauer fragen: Halten Sie die römis«
Katholiken wirklich fUr Christen und Katholiken?
Antwort: I-^in großer Teil frommer Roni-Kallioliken ist bonaTj
guten Glaubens. Vielleicht gibt es meiir rk. Priester, Bisd
und Gläubige, die wirklidi fromm, von bestem Willen bes
sind, als wir meinen. Sie gehören zum Leib Christi. Und ^
Icidit gibt es maiidie unter uns, von denen ähnliches n
gesagt werden kann. Jedenfalls sind alle römisdi-katholisi
Christen unsere Brüder, mit denen uns sehr vieles vcr
det. Mein größler Vorwurf gilt denen, die den Herrn Chri^
aufs neue kreuzigen durch Lieblosigkeit, Pharisäismus, 1
zenshärle und Kälte. Soldie gibt es übeiMlI. in der römisci
86
d in der alt-katholischen Kirche. Ich hüte mich daher vor Je-
tt generellen Urteil. Vom römischen System allerdings
line ich, es sei als solches Produkt einer Fehlentwick-
ig, es sei in Gefahr, katholizistisch statt katholisch
sein.
S. Ist die Festlegung einer Lebensordnung der Geistlichkeit
srsonenrecht im weitesten Sinn) nur eine Angelegenheit
r Geistlichen selbst, wie auf der letzten Synode geäußert
irde?
twort: Soweit es sicli um Voraussetzungen und Pflichten
ndelt, die im Interesse des Dienstes, der Seelsorge und der
lubwürdigkeit der Kirche gefordert werden müssen, haben
ran die Laien, also das Objekt der priesterlichen Tätigkeit,
s allergrößte Interesse. Es kann ihnen ganz und gar nicht
•ichgültig sein, wie die Ausbildung, Versorgung, Amts- und
bensführung der Geistlichen, ihrer Priester, grundsätzlich
d im einzelnen gesehen wird und beschaffen ist. Die Meinung,
s Personenrecht sei zuvörderst Sache der Geistlichkeit selbst,
nicht nur m.E.ein folgenscliwerer Irrtum, er muß als RücIl-
1 in klerikales römisches Denken oder als ein Versuch ange-
len werden, den geistlichen Stand zu verweltlichen, das
islhdie Amt als eine Art Berufsbeamtentum anzusehen, d. h.
; Geistlichen lediglich als „kirchliche Beamten" zu beurtei-
1. Von da bis zur „Fachgewerkschaft der Geistlichen" wäre es
r ein kleiner Schritt.
was anderes natürlich ist es mit Ordnungen, die sich frei-
llige Bünde, Bruderschaften oder auch die Allgemeine Pfar-
rvereinigung geben. Sie erstreben entweder im Geist des
angeliums brüderliche Hilfeleistungen zusätzlicher Art
ranken-, Sterbekasse, Kraftfahrzeugversicherung, Bücher-,
rien-Austausch usw.) oder Schlichtung von Ehrenhändeln
d Differenzen im Geist brüderlicher Zurechtweisung und zur
rmeidung von Ärgernissen, oder Gebetsgemeinschaft; oder
dienen der Erweckung und Erhaltung echt priesterlichen
ristlichen Geistes, missionarischen Eifers, der Förderung ge-
iiseitiger Bruderliebe und der theologisch wissenschaftlichen
rtbildung und Information. Solche Standesverbände auf frei-
lliger Grundlage fehlen uns noch viel zu sehr! Ihre Ordnun-
1 unterliegen naturgemäß den Beteiligten selbst, wenngleich es
nz selbstverständlich sein wird, daß der Bischof über diese
dnungen unterrichtet wird und auch über die Tätigkeit
richte empfängt; wie es auch ganz selbstverständlich sein
Ite, daß ein rechter Bischof sich bei einwandfreier Zielsetzung
er solche Bruderschaften nur freuen und sie fördern sollte,
t ist aus solchen Bruderschaften großer Segen für Kirche
d Seelsorger erwachsen.
N. Sie bemängeln, daß nicht überall die Gotteshäuser und
ttesdienstzeiten im Jahrbuch angegeben sind.
itwort: Ich auch. Ich kenne nur einen stichhaltigen Grund!
Es gibt manche sehr spärlich bediente Gottesdienststellen, bei
denen die Gottesdienstzeiten nicht festgelegt werden können,
weil Rücksicht auf evangelische Gemeinden zu nehmen ist. In
allen anderen Fällen kann man Gründe nur vermuten. Aber
Vermutungen berechtigen nicht dazu, sie auch auszusprechen.
— Doch vielleicht hilft's, wenn Laien, also auch Sie, naciifragen.
Das eine ist sicher: die andern Bekenntnisse tun alles um
den Wochenendlern, den Ausflüglern, den Sportfreunden die
Gottesdienste durch Ansdiläge an Kirchentüren, Bahnhöfen
usw. bekanntzugeben. Das ev. Berlin gab ein feines Heftlein
heraus: „Deine Kirche geht mit in die Berliner Umgebung."
Die Pastoralkonferenzen sollten darüber nachdenken! Und die
Kirchenleitung!
S. B. Warum bringt unser Jahrbuch nicht mehr Unterhaltendes?
Antwort: Es wurde mir noch nie aus unseren Reihen solches
angeboten, was der Erzählkunst etwa eines Hansjakob, Ros-
egger oder eines Bergengruen usw. entspricht. Mit großer Mühe
habe idx nach Kurzgeschichten und guten abdruckfreien Er-
zählungen gesucht. Sie finden in den sieben Jahrgängen mehr
solcher bester Erzählungen als in allen alt-kath. früheren
Kalendern unseres Bistums zusammen! (Allerdings kaum
von eigenen Schriftstellern, die man ja nicht künstlich machen
kann.) — Andererseits hat das Jahrbuch auch die wich-
tige Aufgabe, unser Selbstverständnis immer klarer
herauszuarbeiten, allen Schichten des Volkes, auch den Ge-
bildeten, zu dienen, und obendrein noch als einziges Buch
unseres Bistums vor der Öffentlichkeit unser Sein und "Wollen
zu bezeugen. Hätte unser Bistum die doppelte Seelenzahl, so
könnten wir wahrsdieinlich einen ganz schlichten Volkska-
lender nach dem Vorbild etwa des Neuwerkkalenders und
ein kirdiliches repräsentatives Jahrbuch herausbringen. So
aber müssen wir beides in einem versuchen.
K. G. Warum sandten Sie mir das Jahrbuch unverlangt zu?
Antwort: Weil ich, bis das Gegenteil erwiesen ist, von Ihnen
nicht annehmen kann, daß Sie sich nur als registrierten Alt-Ka-
tholiken betrachtet wissen wollen. Ein rechter Alt-Katholik
brennt darauf, das einzige kirchliche Jahrbuch seines Bistums
zu erhalten mit allem nötigen Adressenmaterial, Kalendarium,
Chronik des europäischen Alt-Katholizismus und einer Fülle
von Beiträgen, die jedes seiner Kirche verbundene Glied inter-
essieren muß. Idi dachte, Sie würden mir für die Aufmerk-
samkeit der Zusendung Dank wissen und vielleicht sogar noch
eine kleine Überzahlung leisten, damit ich auch jenen
das Buch senden kann, die es kaum bezahlen können (armen
Rentnern usw.).
Der Kalendermann
=^
J^
"^ "^ ,,^»«af!Ä^''-^^'
Ein gutes neus Jahr hebt an,
dran unsre Hand noch nichts vertan.
Was sich in seinem Lauf erfüllt,
ist noch in tiefe Nacht gehüllt.
Im Acker schläft noch unser Brot,
im Herzen schweigt noch unser Tod.
Vor allen Pfaden, die wir gehn,
noch beide Wege offen stehn.
O haltet ein! Noch ist es Zeit:
Der Weg des Heils ist uns bereit!
Auch dieses Jahr ist nur geschenkt,
damit es uns zum Jjcben lenkt.
Auch dieses Jahr bringt näher her
des Herrn verheißne Wiederkehr.
Auch dieses — wie das letzte war —
ist Gottes gnadenvolles Jahr!
SIEGFRIED GOES
87
Verzeichnis der Autonomen Katholischen Kirchen
Wesen des autonomen Katholizismus. Eine Kirche ist „katholisch",
wenn sie durch die apostolische Sukzession ihrer Bischöfe in
historischer Kontinuität mit der Einen Heiligen Katholischen und
Apostolischen Kirche Jesu Christi steht und die Wesenseigen-
tümlichkeiten der Alten Ungeteilten Kirche des 1. Jahrtausends
in ihrem Glaubenszeugnis darstellt. „Autonom" ist eine Katho-
lische Kirche dann, wenn sie nicht denvJurisdiktionsprimat und
dem/onfehl baren Lehramt des römischen Papstes untersteht, son-
dern in ihrem kirchlichen Verwaltungsleben und in ihrer äuße-
ren Gestaltung selbständig ist.
Verbreitung des autonomen Katholizismus, über 200 AAillionen
autonome Katholiken gibt es unter ollen Rassen und in allen
Erdteilen, das sind über 25% der Weltchristenheit.
Organisation des autonomen Katholizismus. Da die autonomen
Katholischen Kirchen dem altkirchlichen Prinzip der regionalen
Autonomie folgen, sind sie nicht^entral organisiert. Erstrebt
wird eine^irchliche Konföderation im Sinne der vollen Inter-
kommunibn, wie sie gegenwärtig zwischen den anglikanischen
und^alt-kotholischen Kirchen besteht. Die meisten der insgesamt
50 katholischen Nationalkirchen der Welt gehören gemäß der
historischen Entwicklung einer der drei folgenden Kirchenge-
meinschaften an. Außernalb dieser Kirchengemeinschaften ste-
hen die Alt-Katholische Kirche der Mariawiten in Polen (40 000
Gl.), die Philippinische Unabhängige Katholische Kirche (272 Mil-
lionen Gl.), die Bischöflichen Kirchen von Spanien und Portugal
(2000 Gl.) und die Schwedische Kirche (ö^/z Millionen Gl.).
Die Orthodoxe Kirchengemeinschaft zählt zusammen mit <
alten Orientalischen Nationalkirchen etwa 160 Millionen
mit 17 orthodoxen und 5 orientalischen selbständigen Natior
kirchen. Ehrenprimas der Orth. Kirche ist der Ökumenische
triarch von Konstantinopel, S. H. Athenogoras I., Phanar, Is;
bul, Türkei.
Die Anglikanische Kirchengemeinschaft zählt über 40 Miiiioi
Gl. in 15 autonomen Kirchen mit insgesamt 333 Diözesen i
487 katholischen Bischöfen. Ehrenprimas ist der Erzbischof >
Canterbury, Most Rev. G. F. Fisher, Lambeth Paloce, Lonc
S.E.l, England.
Die Alt-Katholische Kirchengemeinschaft zählt 600000 Gl. ii
katholischen Nationalkirchen mit insgesamt 14 Bistümern, ü
600 Gemeinden, 20 katholischen Bischöfen und 350 katholisd
Priestern. Ehrenprimas ist der Erzbischof von Utrecht, Dr. ,
dreas Rinkel.
Das^Alt Katholische Jahrbuch bringt dieses Jahr c
Platzmangel ein genaues Verzeichnis nur von d
Alt-Katholischen Kirchen der Utrechter Union. Füre
übrigen Kirchen sei auf die ausführlicheren Angab
im Alt-Katholischen Jahrbuch 1958, S. 90 fF verwies«
Die Alt-Katholischen Kirchen der Utrechter Union
Die Utrechter Union ist eine Gemeinschaft von selbständigen Katholischen Nationalkirchen, die mit dem erzbischöflichen Stuhl
Utrecht und miteinander in voller kirchlicher Gemeinschaft stehen. Höchstes Organ ist die Bischofskonferenz, deren Präsident
Erzbischof von Utrecht ist und die olle 2 Jahre sich versammelt.
Abkürzungen: Gl. = Glieder - Pfr. = Pfarrer - Pfv. = Pfarrverweser - x = Geb. Tag - y = Weihe - V, =Vorsitzender - Obm.
Obmann - KKasse = Kirchenkasse - K. = Küster - O. = Organist - PSKto = Postscheckkonto - ALT-KATH. KIRCHE = eigene oderz
alleinigen Gebrauch überlossene Kirche - G. = Gottesdienst
t SELBST. KIRCHENGEMEINDE mit Pfarramtssiti - SELBST. KIRCHENGEMEINDE - Teilgemeinde - Gottesdienststation
Frv. = Frauenvereinvors. - Mwerk = Männerwerk - KChor = Kirchenchor - Jgd. = Jugendbund
1. Katholisches Bistum
ß,:j.
der Alt-Katholiken in Deutschland
Demmel, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25,
17a NeckorgemOnd, Peter Schnellbadi-
Bischof:
Bischof Johannes Jos
F 22485.
Weihbischof:
Dr. Otto Stein v/achs,
Str. 27, F 2218.
Bischöfliches Ordinariat und Verwaltung:
BONN Gregor-Mendel-Str. 25 - 22485 - Kassenverwaltung:
Rendantin Schw. Hilde Görg, PSKto. KÖLN 7741.
Synodal Vertretung:
1. V.: Der Bischof. 2. V.: Prof. Barth. Spuler, Hamburg 13,
Mittelweg 90. Ordentl. Mitglieder: G. R. Heinr. Hütwohl, Es-
sen, Bernestr. 1; Prof. Dr. Werner Küppers, Bonn, Arndtstr.
23; Dr. jur. Alfons Amann, Völklingen/Saar, Kreppstr. 10;
Forstmeister Dr. Petri, Koblenz, Rheinou 2, — Außerordentliche
Mitglieder: Dekan Dr. Franz Buchte, Berlin-Friedenou, Stierstr.
3; Pfr. Josef Brinkhues, Heidelberg, Koiserstr. 5; Ing. A. Michel,
München 25, Dietromszeller Str. 2/0; Dr. med. Max Souter,
Stuttgart S, Schickhardtstr. 51; — Ehrenhalber: Prof. Dr.
Walter Petri, Koblenz-Oberwerth, Rheinau 2; — Von Amts-
wegen: Weihbischof Dr. O. Steinwachs, Neckargemünd, Peter-
Sdinellbodi-Str. 27; Synodalanwalt: Landgerichtsrat Hans
Backes, Bad Godesberg, Klufterstr. 111.
Synodalobergericht:
Präsident: Amtsgerichtsrat Heinz Oeking-D0sseldorf>Lohau-
sen, Niederrheinstr. 20. 2 Räte.
, Synodaigericht:
Synodalrichfer: Oberregierungsrat Dr. R. Rebsamen, Fulda.
Schöffen: 6 Geistliche, 6 Laien.
, Alt.-kath. Seminar der Universität Bonn.
Universitäts-Hauptgebäude 1. Stock, F 32141. Direktor: Prof.
Dr. theol. Werner Küppers, Bonn, Arndtstr. 23, F 21710.
Lehrauftrag: Systematische Theologie.
8. Bischöfl. Seminar und Konvikt .Johanneum', Bonn, Bai
schulallee 9. Regens: Prof. Dr. Küppers. Dozenten: Gei
Rat H. Hütwohl: Kirchenrecht. Pfr. P. Pfister: Praktische Th
logie. Pfr. Lic. Pursch: Liturgie und Lit.-Geschichte.
9. Alt-katholisches Meldeamt:
Pfr. Hans Huber 17b Mundelfmgen ü. Donaueschingen.
10. Allgemeine Pfarrvereinigung:
1. V.: Pfr. Fritz Hermann 14a
Stuttgart-Gerlingen, Schil;
Paul Pfister, Ffm. Kossenv
Bielefeld, Am Steinbrink •
Freiburg, Ludwigstr. 6
höhe, Amselweg 44. 2. V.: Pfr.
woltung: Pfr. M. Rademacher,
(PSKto Dortmund 37230).
o) Südbadische Pfarrkonferenz:
Leiter: Geistl. Rot W. Rosch
b) Rhein-Main-Pfarrkonferenz:
Leiter: Pfr. J. Brinkhues, Heidelberg, Koiserstr. 5
c) Bayerische Pfarrkonferenz:
Leiter: Pfr. E. Volz, Augsburg, Thommstr. 17/0
d) Nordrhein.-westf. Pfarrkonferenz:
Leiter: Pfr. E. Vorfeld, Düsseldorf-Stockum, Uhlenwef
11. Landessynodalrat der Alt-katholischen Kirche in
Baden-Württemberg :
Präsident: Weihbischof Dr. Otto Steinwochs-Neckargemüi
Peter-Schnellboch-Str. 27, F 2218 — 2. V.: Facharzt Dr. m
Max Souter, Stuttgort-S, Schickhardtstr. 51. — Mitglied
Pfr. Fritz Hermann, Stuttgart-Gerlingen; Gustav Weßbech
Mannheim; Oskar Schäuble, Hohentengen.
12. Badische Alt-katholische Kirchensteuervertretung:
V.: E. Boos, Singen, Worblingerstr. 6.
13. Badische Alt-katholische Landes-Kirchenkosse:
Rechner: Frau Ruth Michelis, Freiburg i. Br., MorienifT,
PSKto Karlsruhe 39048.
14. Landessynodalrat der Alt-Katholischen Kirche in Bayern:
Präsident: Dekon Josef Schniertshouer, München 13, Ho <
burgerplotz 1/1, F. 338040. — Stellvertr. V.: Dr. Educi
Scholze, Bayreuth, Moritzhöfen 2b. Mitglieder: Pfr. Bernhc,
88
Bödefeld, Kaufbeuren-Neugablonz, Fichtenweg 6; Pfr. Philipp
Elbert, Regensburg, Prüfeningerstr. 115/11; Mathilde Arnold,
München 15, Platenstr. 4/1; Johann Haberkorn, München 13,
rürkenstr. 104/0; Karl Kugler, Augsburg, Holzbochstr. 27a;
!ng. Adolf Michel, München 25, Dietramszellerstr. 2/11; Ober-
msp. Karl Wipplinger, München 9, Reintalerstr. 9/III; Rech-
nungsstelle: Sofie Döbler, München 12, Kazmairstr. 18/111,
F. 557240, PSKto: München 45421.
Landessynodalrat der Alt-katholischen Kirche in Hessen:
1 V.: Ernst Müller, Offenbach a. M., Landgrafenring 55,
F 85406. Mitgl.: Pfr. Gerh. Lenz-Wiesbaden; Pfr. Paul Pfister-
Frankfurt; Pfr. J. Girke-OfFenbach; W. Forg-OfFenbach; Dr.
Eugen Frentzel-Frankfurt; Wilh. Schlitz-Offenbach; Ludw. Dör-
mer-Frankfurt; Rud. Beier-Assenheim; — Landessynodalkasse:
Offenbach a. M. Bankkonto Stadt. Sparkasse Offenbach,
Hauptzweigstelle Kaiserstr. 27. Nr. 11/7245.
Steuerverband der Alt-katholischen Kirche der Pfalz:
V. Pfr. Dr. Roder, Mannheim M 7.2, PSKto: Ludwigshafen
26880. Mitglieder: Pfr. Ben. Bader, Landau, Wolfsweg 16,
Herr A. Ludwig-Lamprecht, Frau L. Wanger-Frankenthal, Frau
K. Hofer, Rheingönheim.
Westfälische Bezirkssynode:
V.: Frdr. Weissohn, Essen, Münstersteinbruch 12. Rechner:
Dr. H. Herbst-Bochum. Schriftf.: G. R. H. Hütwohl-Essen. Mit-
glieder: Wilh. Bellmann-Essen; Ed. Bartsch-Essen; Alfr. Wer-
ner-Bottrop.
Dekanate:
1. Baden-Württemberg u. Pfalz: Weihbischof Dr. Steinwachs,
Neckargemünd, Peter-Schnellbach-Str. 27, F 2218.
2. Bayern: Dekan: J. Schniertshauer, München 13, Habs-
burgerplatz l./l, F München 338040.
3. Berlin und DDR: Dekan Dr. Franz Buchte, Berlin-Friede-
nau, Stierstr. 3, F 835223.
Gemeinden und Pfarreien
LBADEN-WÜRHEMBERG
en: (zu Stuttgart) G.: Ev. Johanniskirche Aalen So. 9.30
"ÜTto Richter, Aalen, Priemelweg 6A — O.: Wilhelm Seidel.
ADEN-BADEN: G.: SPITALKIRCHE Gernsbacherstr. 37 So. u.
10.00, id. Mi7 20.00 Messe, jd. Do. 20.00 Bibelstunde — Pfr.
/.: Josef Lieser (x29.12.01 y8.8.26), Hochstr. 2, F 3391 — KKasse:
Marg. Schweigert, Stadelh. Str. 6, PSKto Karlsruhe 6310. K.:
obeth Günther — O.: Musiklehrer Alf. Bürck — KChor: Al-
s Bürck.
LUMB ERG: G.: CHRISTUSKIRCHE, So. u. Ftg. 14-tg. wechselnd
I u. 10.307 Pfr. u. V.: Heinrich Schmitt (x27.12.11 yl.3.36J,
jptstr. 95, F 151 — 2. V.: Architekt Theod. Schmid, Schulstr. 2,
?81 — KKasse: Inspektor Oswald Liebert, Lerchenweg 2,
okto. Bez. Spark. Donaueschingen — K.: Eugen Schmid —
Frl. Helga Schmid — Frv. : Frau Hilda Schmid, Zollhaus,
ofFh. Str. 19 — Gem. Schw. : Franziska Cosalter.
>lingen: (zu Stuttgart) G.: Ev. Gemeindehaus Samstag 17.00 —
TrofKarl Bangert, Schillerstr. 53.
)EniGHOFEN; G.: ERLÖSERKIRCHE, 14-tg. 8.30, 14-tg. 10.00
u. V.: Hans Bürke (x 14. 8. 08 y 2. 4. 38) Dettighofen über
Idshut — 2. V.: Adolf Bernhard, Baltersweil — KKasse: Al-
i Frey, Hinterer Eichberg, PSKto Karlsruhe 161126 — K.: Karl
aub iun. — O. : Frau Minnie Häring — KChor: Dirigent
ihelm Spitznagel — Frv.: Frau Minnie Häring — Jgd.: Egon
-tmann, Bernwangen — Gem. Schw.: Meto Schön.
ENHOFEN: (zu Blumberg) G.: NOTKIRCHE, 14-tg. 10.30 —
/.: Hugo~Gleichauf — KKasse: Hugo Gleichauf, Bez. Spark.
laueschingen 70377.
ingen: (zu Stuttgart) G.: Hintere Kirche beim ev. Gemeinde-
is. So. 10.30 — V.: Prof, Dr. Posselt, Eßlingen-Hegensberg,
^tenstr. 23.
REIB URG: G.: St. URSULAKIRCHE, Eisenbahnstr. 50 So. u.
~0) — Pfr. u. V.: Geistl. Rat W. Rosch (x26.1.88 y2.8.14),
wigstr. 6, F 6094 — 2. V.: Kom. Rat Hugo Raimann, Reiterstr.
F 6502 — KKasse: Reg. Rat Fritz Eiche, Bernhardstr. 1 PSKto
Isruhe 10958 — K.: M. Gengenbacher, Ferd.-Weiß-Str. 16 —
Dr. Müller — Frv. Frl. Emilie Betz, Uhlandstr. 9 — Jgd.:
lord Motsch, Karlstr. 32 — Mwerk: BBOberrat F. Ganz,
•erstr. 14.
URTWANGEN ; G.: Ev. Kirche, So. u. Ftg. 7.45 (1 So. 10.00).
u. V.: Wilhelm Eggert (xl4.7.03 ylO.3.29), Lindenstr. 8, F 370
2. V.: Adolf Volk, Eisenbahnstr. 2 — KKasse: Fritz Hakenjos,
lerstr. 9, Kto. Bez. Spark. Furtwangen Nr. 915 — K.: Emil
renbach — O.: Gew. Lhr. G. Lohrer — Frv.: Frau Luise
jähr, Schillerstr. 3.
PUTZEN: (zu Blumberg) G.: ERLÖSERKIRCHE, 14-tg. 9.30 — 2. V.:
Martin Boma — KKasse: Wilhelm Wild, Sattlermeister, Bez.
Kasse Stühlingen Kto. 8738 — K.: Elsa Wild — O.: Adolf Roth —
Frv.: Frau Walburga Frey.
GUTEN BACH: (zu Furtwangen) G.: NOTKIRCHE, So. u. Ftg. 9.30
(I.So. 8.0Ö) — 2. V.: Primus Scherzinger, Höbschental — KKasse:
Erich Heim, Landstr. 98, Bez. Spark. Furtwangen 4695 — K.:
Gustav Kraus — O.: Lina Hug — Frv.: Frau Lydia Heim,
Landstr. 98.
t HEIDELBER G; G.: ERLÖSERKIRCHE, Plöck 44, So. u. l.Ftg. 10.00
u. sommers Mittw. 20.00 — Pfr. u. V.: Josef Brinkhues (x21.6.13
yl 2.2.37), Kaiserstr. 5, F 22307 — 2. V.: Josef Krell, Bergheimer
Str. 26 — KKasse: Adolf Ender, Kaiserstr. 5, PSKto Karlsruhe
13984 — Frv.: Frl. Frieda Saam, Moltkestr. 7.
FREIZEITENHAU S „AM WEISSEN STEIN" Post Wilhelmsfeld/Hei-
delberg F.: Heidelberg 40707 — Verw. : Alt-Kath. Pfa. Heidelberg,
Kaiserstr. 5.
HOHENTENGEN: (zu Dettighofen) G.: NOTKIRCHE, 14-tg. 10.00
— 2. V.: Sägewerkesbes. Oskar Schäuble, Hohentengen Amt
Waldshut — KKasse: Alfred Schäuble, Hohentengen 81 — K.:
Alfred Schäuble — O. : Oskar Baumgartner — Frv.: Frau Anna
Stadler.
t KARLSRUHE; G .: AUFERSTEHUNGSKIRCHE Rönfgenstr., So. u.
Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Benno Schöke (x24.4.12 y8.1.39), Rönfgen-
str. 1, F 23394 — 2. V.: RBDir. Hermann Ganz, Schillerstr. 56,
F 21859 — KKasse: Albert Itta, LMarumstr. 41, PSKto Karlsruhe
4627 — K.: Robert Neininger — O.: Gertrud Wesel — Frv.: Elly
Johne, Hirschstr. 106 — Jgd.: Bernd Schwiers, Entenfang 2.
KOMMINGE N; (zu Blumberg) G.: PFARRKIRCHE, 14-tg. wech-
selnd 9.00 u. 10.00 — 2. V.: Verwalter Karl Schmid (Tengen 322)
— KKasse: Severin Schmid, Landwirt — Frv.: Frau Olga Schmid
— Gem. Schw.: Lina Sauter — Lehrp.: Hauptlehrer Woifg. Krahl,
Nordhalden.
t KONSTANZ; G. : CHRISTUSKIRCHE, Münsterplatz, So. (ausge-
nommen letzter) u. Ftg. 9.30 — Pfr. u. V.: Dr. Jos. Heinsberg
(xl.7.01 yl4.8.24), Schwedenstr. 11, F 3159 — 2. V.: Juwelier Kurt
Müller, Kanzleistr. 6, F 4334 — KKasse: Hugo Schdtzle, Stephans-
platz 47, Kto. Stadt. Sparkasse 1884 — Lehrp.: Oberlehrer Hugo
Schätzle — O.: Franz Schmidt, Mainaustr. 32 — Frv.: Frau Jo-
hanna Welsch, Lorettosteig 38, F 5424 — Jgd.: Jürgen Peduzzi,
Grießeckstr. 20.
LADENBURG; (zu Heidelberg) G.: SEBASTIANSKIRCHE, So. u.
Ftg. 8.30 — 2. V.: Eugen Borho, Kurzgewann 17 — Pfarramt:
Zehnstr. 21, F Bläß 307 — KKasse: Frau Gretel Borho, Kurz-
gewann 17, PSKto Karlsruhe 50466 — O.: Käthe Max — Frv.: Frau
Elisabeth Hilgers, Kurzgewann 17.
Lörrach; (zu Zell/Wiesental) G. : Ev.-luth. Kapelle, Baumgartner-
str. 27, 2. So. 9.30.
LOnSTEHEN; (zu Singen) G.: HEILIGKREUZKAPELLE, 2. So. u.
1 Ftg. sommers 9.00, winters 9.30 — 2. V.: El. Meister Johann
Homlicher — KKasse: Ernst Merkt, Nack, Volksbank Jestetten
Kto. 234 — K.: Erich Binkert — O. : Max Würthenberger — Frv.:
Frau Marie Güntert, Nack über Lottstetten — Lehrp.: Haupt-
lehrerin Edith Windler.
Ludwigsburg; (zu Stuttgart) G. : Ev. Gemeindehaus, Sa. 16.00 —
V. : Frau E. Strecker, Luisenstr. 4.
t MANNH EIM: G.: SCHLOSSKIRCHE Westl. Schloßflügel, So
u. Ftg.: MarSept. 9.30, Okt.-April 10.00 Mi. 9.00 — Pfr. u. V.:
Dr. Hugo Roder (x28.4.06 y2.4.34), M 7,2, F 21363 — 2. V.: Stadt-
kassendir. Robert Weßbecher, HWolfstr. 12 — KKasse: Gustav
Weßbecher, Mühldorfer Str. 5, PSKto Karlsruhe 17784 — Vikariat:
Max Josef-Str. 18 — Lehrp.: Frau Hilde Zaruba, Horst Furt-
wängler — K.: Willi Helmling, Kirchenstr. 5 — O.: Frau Emmi
Kallenheim — Frv.: Frau Else Reinbold, Elfenstr. 3 — KChor: Frau
Emmi Kallenheim — Mwerk: Ing. Fritz Bechtelsheimer — Jgd.:
Hauptlehrer Horst Furtwängler.
Mannheim-Waldhof: (zu Mannheim) G.: ERLÖSERKIRCHE Wald-
str. 117, So. u. Ftg.: Mai-Sept. 9.30, Okt.-April 10.00 — K.: Karl
Fellhauer, Käfertal, Starke Hoffnung 33 — Ö.: Hauptlehrer Horst
Furtwängler, Malvenweg 8 — Frv.: Frau Anna Riesinger, Wald-
str. 32f.
MESSKIRCH: (zu Sauldorf) G.: LIEBFRAUENKIRCHE Meßkirch,
So. u. Ftg. abw. 8.30 u. 10.45 — 2. V.: Inspektor Wilhelm Blum
— KKasse: Inspektor Wilhelm Blum, Kto. Sparkasse Meßkirch —
K.: Schw. Lina Kiebler — O.: K'ara Schmid — Frv.: Frl. Maria
Gitschier, Mengenerstr. 42 — KrPflv. : Frau M. Votteler, Apotheke
— Schw.: Lina Kiebler u. Hilde Keller, Schnerkingerstr. 4.
t MUND ELFING EN: G.: MARGARETENKAPELLE jd. So. u. Ftg.
9.30 — Pfr. u. V.: Hans Huber (xl7.1.89 y25.7.12), Mundelfingen
über Donaueschingen — 2. V.: Ernst Grießhaber — KKasse:
PSKto Karlsruhe 273i2 — K.: Hermann Weite — O.: Heribert
Heinemann — Frv.: Frau Klara Weite, 22.
89
OFFENBURG ; (zu Baden-Baden) G.: KIRCHE, OfTenburg, Gym-
nasiumstr. 7 , 1 . So. 10.00 — 2. V.: August Schmidt, Wilhelmstr. 15
— O. : Musiklehrer Alf. Burk — Frv. : Frau Moria Kreusch,
Friedrichstr. 62.
PFORZHEIM ; (zu Stuttgart) G.: Ev. Nordstadtkirche, samstags
sommers 17.00, winters 16.00 — 2. V.: Theo Weh, Maximilianstr.
130 — KKasse: Friedrich Weimar, Westliche 360, PSKto Karlsruhe
17942 — O.: Erich Hagenbucher.
Rodolfzell: (zu Singen) Obm.:
Ravensburg: (zu Konstanz) G.: Ev. Gemeindehaus, Weinbergstr.
Letzter So 9.30 — Obm.: Frau Mark, Friedhofstr. 14.
Rheinfelden; (zu Säckingen) G. : Alte Ev. Kirche, am Bahnhof,
14-tg. 9.30 oder 13.30 — K.: Frau H. Haab, Baslerstr. 9.
t SÄCKINGE N: G.: ALT-KATH. KIRCHE, 14-tg. 9.30 — Ffr. u. V.:
Bernh. Schmicl, Schillerstr. 13, F 276 — 2. V.: Adolf Mayer, Schul-
hausstr. 37 — KKasse: Ernst Huber, Ob. Flühstr. 24, F 555, PSKto
Karlsruhe 37343 — K. : Frau Frömmel, Flühstr. 7 — Frv. Frau
Berta Huber-Bärmann, Obere Flühstr. 24.
t SAULDORF : G.: NOTKIRCHE, So. u. Ftg. obw. 9.00 u. 10.15 —
Pfr. u. V.: Herbert Wlokas (x4.3.09 y5.4.36). Ruf Meßkirch 367
(Karl Gabele) — 2. V.: Emil Schellinger, Landwirt — KKasse:
Johann Bauer — K.: Walter Matheis — O. u. KChor: Lisa Wlo-
kas — Frv.: Frau Karoline Gabele — KrPflv. : Frau Lisa Wlokas
— Jgd.: Otto Matheis.
Schwab i sch-Ginün d : (zu Stuttgart) G.: Ev. Augustinuskirche,
So. 16.00 — V.: Otto Wick, Marktplatz 13.
SCHWANINGEN ; (zu Stühlingen) G.: MARTINS-NOTKIRCHE,
14-tg. 8.30 — 2. V.: Landw. Josef Stadler, Schwaningen über
Waldshut — KKasse: Schmiedem. Erich Stadler, Kto. Bez. Spark.
Stühlingen 517 — K. u. O. : Forstwart Anton Burger.
t SINGEN a mHtw.: G.: PFARRKIRCHE, Freiheitsstr. 9, So. u. Ftg.
sommers 9.00, winters 9.30 — Pfr. u. V.: Karl Kuenz (xl .5.01
yl9.10.24), Freiheitsstr. 9, F 2515 — 2. V.: Willy Fischer, Scheffel-
str. 4 — KKasse: Bilanzbuchh. F. A. Schmid, Finkenschlagweg 2,
F 3362, Kto. Bez. Spark. 3406 — K. : Karlheinr. Kuenz — O. u.
KChor: Hauptlehrer i. R. Adolf Kohler — Frv.: Frau Hilde Kohler,
Mühlenstr. 3 — Jgd.: Ehrhardt Kuenz — Lehrp.: Konrektor Ernst
Sanns, Alpenstr. 13.
t STUHLINGE N; G.: SEBASTIANS-STADTKIRCHE, 14-tg. sommers
9.00, winters 9T30 — Pfr. u. V.: Geistl. Rat A. Reinelt (x3.7.87
yl4.7.12), Sophie-WOrth-Stiftung — 2. V.: Julius Würth, Ober-
dorf — KKasse: Ratschreiber Herm. Buche, Stühlingen, Bez.
Spark. Stühlingen Kto. 517 — K.: Hermann Isele — O.: Walter
Eiermann — Frv.: Frau Luise Nober, Stadtweg.
t STUHGAR T; G.: ALT-KATH. PFARRKIRCHE, Olgastr.-Katha-
rinenplatz, So. u. Ftg. 9.30— Pfr. u. V.: Fritz Herrmann (xl9.9.10
yl2.5.34), Stuttgart-Gerlir.qen, Schillerhöhe, Amselweg 44, F Stadt
890352 ausw. 07156352 — 2. V.: Dr. med, Max Sauter, Stuttgart-S,
Schickhardtstr. 51 — KKasse: Josef Loch, Leonberg, Haldenstr. 12,
PSKto Stuttgart 18394 — Frv.: Frau Roswitha Herrmann ü. Pfarr-
amt — Jgd. Dieter Stefezius, Stgt.-Cannstadt, Wiesbadener
Str. 12.
TIENGEN/Oberrhein ; (zu Stühlingen) G.: HEILIGKREUZKAPELLE
1. So. u. 2. Ftg. 13.30 — 2. V.: Wilh. Schreiber, Steuer-O-Sekr.,
Kapellenstr. 12 — KKasse: Otto Eiselin, Kaufmann, Hauptstr.,
Kto. Bez. Spark. Stühlingen 517 — K.: Frau Rosa Schumpp —
O.: Rektor Heinrich Noe.
Villingen; (zu Mundelfingen) G.: Ev. Stadtkirche St. Johann,
Gerberstr., viertel j. — Obm.: Hans Griß, St. Georgen/Schwarzw.,
Sommerauerstr. 41.
Waldshut; (zu Säckingen) G. : Ev. Gemeindesaal, Kaiserstr. 95,
14-tg.: 8.30 — 2. V.: Walter Schirmer, O.-Zoll-Insp., Bergstr. 2 —
KK.: Willib. Wallaschek, Albr.-Rudolf-Str. 8 — Frv.: Frau Anna
Kaufmann, Ziegelfeld 1.
Walldürn; (zu Heidelberg) G.: Ev. Kirche, zweimonatl. — Obm.:
Frau Rosa Solich, Siedlungsstr. 3.
t ZELL/Wiesen tal; G.: CHRISTUSKIRCHE, Schulstr., 1. 3., 4. u.
5. So. 9.30 — Pfr~u. V.: Anton Degen (xl 4.2.05 yl 2.4.31), Gotffr.-
Fessmann-Str. 7, F 286 — 2. V.: Otto Sütterle, Schopfheimerstraße
— KKasse: Hans Faller, Frv.: Frau Helene Degen, Gottfried-
Feßmann-Str. — Jgd.: Karl Reichert, Schönauer Str.
2. BAYERN
Amberg: (zu Regensburg) viertelj. Obm: Ing. Walter Quitt,
Balanstr. 20.
Ansbach; ( zu Nürnberg) G.: Evang. St. Johanniskirche nach Ein-
ladung — V.: Roman Gonska, Kannenstr. 6.
ASCH AFFENBURG : (zu Würzburg) G.: Ev. Chrisfuskirche PfafTen-
gosselS, 3. So. oder Jäger-Kaserne US-Chapel 15,15 nach Bekannt-
gabe i. .Main-Echo' — V.: Frau Rosa Huber, v. Medicusstr. 15.
t AUGSBURG : G.: Heiliggeistspitalkirche, Rotes Tor SoTTT
9.30 u. Die. 9.00 — Pfr. u. V.: Emil Volz (xl6.9.19l2 yl9.4.1
Augsburg Thommstr. 17/0, F 7210 2. V.: Kaufmann Karl Ku
Holzbachstr. 27a I — KKasse: Fritz Gaudnek, Göggingen, P.
leinstr. 1, F 33545, PSKto München 18226 — O.: Musikdir
Christoph Schneider, Völkstr. 1, F 4052 — Frv.: Karolina Ku
Holzbachstr.27a, F 8769.
Bamberg: (zu Weidenberg) G.: Evang. Erlöserkirche, auf
ladg. — V. : Frau Emma Eichler, Lichtenhaidestr. 26.
BAYREUTH: (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Löhehaus, Bismarcks
1. So. 9.00 — V.: Dr. Ed. Scholze, Moritzhöfen 2b.
Berchtesgaden: (zu Rosenheim) G.: Ev. Kirche 1. So. Jon ,
Juli, Okt. 14.00 — Obm.: Anton Sluka, Reichenbachstr. 14.
Buchloe; (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche, viertelj.
Coburg ; (zu Weidenberg/Ofr.) G.: Salvatorkirdie 2. So. 13.-
V.: Jul. Heller, Neue Heimat 14.
Dachau: (zu München) ev. Kirche auf Einladung.
Donauwörth; (zu Augsburg) G.: Ev. Kirche zweimtl. — C
B. b. Ang. E. Unterseher, Bahnhof.
Erding: (zu München) ev. Kirche auf Einladung.
Erlangen : (zu Nürnberg) G.: 1. So. sommers 9.30 Neusti
Friedhofskirche, winters 16.30 Henkestr. 34 geheizt — V.:
Ing. Karl Fischer, Richard-Strauß-Str. 19.
F ichtelberg; ( zu Weidenberg/Ofr.) G.: Christuskirche 4. So.
— V.: Rudolf Schier, Birkenstr. 6, Frv.: Marie Bieramperl,
lung 15.
Freising; (zu Münch)en ev. Sakristei auf Einladung.
Fürstenfeldbruck; (zu München) ev. Kirche auf Einladung.
Fürth; (zu Nürnberg) G. : Marienstr. 4, auf Einladung —
Emil Peterle, Kirchenstr. 60.
Füssen; (zu Kaufbeuren) G.: Ev. Kirche, sechswchtl.
Garmisch; (zu Augsburg) G.: viertelj. Ev. Kirche — Obm.: B
Höslmeier, Oberau, Triftstr. 26.
Geretsried; (zu München) Kapelle, auf Einladung.
Hasloch; (zu Würzburg) V.: Günter Alfred, Hasloch 65.
Haßfurt: (zu Würzburg) G.: Evang. -luth. Gemeindesaal, 1
10.15 — V.: Karl König, Froschgasse, Postfach 124 F 261.
Hof/Saale; (zu Weidenberg/Ofr.) G. : Evang. Hospitalkircf
V.: Hugo Hafran, Weberstr. 23.
Immenstadt; (zu Kempten) G. : Ev.-Iuth. Kirche 1. So. u. 2.
14.00.
Ingofstadt: (zu Regensburg) monatl. — Obm.: Frau Anno
rer, Flandernkaserne Zim. 185.
Karlstadt/Main : (zu Würzburg) Ev. Kirche — V.: Karl H.
Querfurterstr. 544.
t KAUFBEUREN-NEUGABLONZ : G.: CHRISTI HIMMELFAt
KIRCHE Neugablonz, Fichtenweg, So. u. Ftg. 9.00, Di.
Mi. 19.30 — DOMINIKUSKIRCHE Kaufbeuren, Augsburger
1. u. 3. So. 10.30 — Pfr. Bernhard Bödefeld (xl7.3.13 y29
Kaufbeuren-Neugablonz, Fichtenweg 6, F6094 — V.: At
Rösler, Glaswarenerzeuger, Untergermaringen über Kaufbe
— 2. V.: Ernst Kießlich, Kaufmann, Neugablonz, Hubertusst
— KKasse: Franz Lammel, Neugablonz, Herbststr. 3, F
München 48405 — K. u. O.: Alfred Peter, Oberbeuren, Am
anger — KChor: Alfred Peter — Frv.: Gisela Neumann,
gablonz, Waldzeile 7 — Jgd.: Frau Ilse Bödefeld — Kch.
fre Geistl. Rat Heinrich Hütwohl (x21.3.93 y17.!
Bernestr. 1, F 23763 — 2. V.: P. Stoffel, Isenbergstr. 12 — KKc
Else Bellmann, Windmühlenstr. 17, PSKto Essen 2852 — K.:
Göttlicher — O.: Else Erb — Singkreis: A. Ebbecken, St
Mettenstr. 7 — Frv.: L. Hütwohl, Bernestr. 1 ; M. Schneider, E
Sternstr. 12 — Jgd.: K. Helm. Weissohn, Münstersteinbruc
— Gem. Helf.: Else Erb, Hofringstr. 43.
Gladbeck; (zu Bottrop) G. : Ev. Christuskirche, Humbol
(Konfirmandensaal) 2. So, 15.00 — Frv,: Klara Normann, Ac
Str. 31 .
t HAGEN; G.: AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Elfriedenhöhe, 1
So. 9.00 — Pfr. u. V.: Gustav Hüdig (xl .3.08 y24.2.34), Moll;
— 2. V.: Dr. H, Oberstadt, Friedensstr. 105b, F 2621 - KK.
Marg. Quitter, Hochstr. 58, PSKto Dortmund 24777 — O.:
Matthias, Wildestr. — Frv.: Frau Hedwig Hüdig, Mollstr,
Höxter; (zu Bielefeld) G.: P.-Wiegand-Str. 6 jed. 1. So. — O
Franz Meise, Paul-Wiegand-Str. 6.
Homberg : (zu Krefeld) G.: Ev. Gemeindehaus, Homberg-f
heide, Kreuzstr, 20, I.So, 10.00 — Obm.: Paul Knoblich, Y
beide, Schlägelstr. 20.
Kamen: (zu Dortmund) G.: Kleine Lutherkirche, sommers 1
winters 14.00, jeden 2. u. 4. So, u. 2. Ftg. — Obm.: Bergr
Karl Brauner, Sommerweg 30 — K.: Max Schmidt, Lindgher;
O. : Alfons Meyer, Dortmund.
t KÖLN ; G.: AUFERSTEHUNGSKIRCHE, Jülicher Str. 28, S
Ftg. 10.00 — Pfr. u. V. : Wilhelm Korstick (x3.8.13 y3.3.38), Jül
Str. 28, F 232120 — 2. V.: Ing. Erich Schmidting, Köln-Linder
Geibelstr. 33 — KKasse: PSKto Köln 24214, Girokonto S
Sparkasse H/24457. — K.: Ludwig Ebert, Köln-Riehl, Stc
heimerst. 140 — O.: Karl Kessel — KChor: H. May, Dir.
Kessel — Frv.: Frau Hella Korstick, Köln, Jülichersfr. 28 u.
Käthe Richartz, Köln-Nippes, Nelkenstr. 19 — Kassier:
Gudula Jung, Köln-Mauenheim, Merheimerstr. 376 — Mv
Josef Reinarz — Jgd.: Dieter Arleff.
Köln-Mühlheim: (zu Köln) G.: Ev, Kirche, Adamstr., I.So, 1
Köln-Riehl: (zu Köln) G.: Ev, Kapelle der Heimstätten, 2.
14.00.
t KREFELD: G.: CHRISTUSKIRCHE, Dreikönigenstr. 54, 1,
So. 9.ÖÖ, 2. u. 4. So. 10.00 — pfr. u. V.: Werner Schmidt (x(
08y28.2.36), Dreikönigenstr. 40-42, F 221 52 — 2.V.: Dr. med,
Huenges, Schönwasserstr. 34 — KKasse:, PSKto Köln 16338, K
Sparkasse Kto. 1113.
DREIKÖNIGENHAUS KREFELD, Dreikönigenstr. 48-54, übe
liches Altersheim für die Alf-Kath. im Lande Nordrhein-V
falen. F 22152.
92
NSTER/Westf.: (zu Bielefeld] G.: St. Johannes-Kapelle, Berg-
V So 10T30'u. letzter Freitag 18.15 — 2. V.: Joh. Pet. Zapp,
-ner Str 22 — KKasse: Wilh. Marquordt, Schleswiger Str. 20,
'to Dortmund 21830 — Gem. Helf.: Anneliese Schulte, Lons-
3— O.: Klaus Jakoby, Elsässer Str. 58 u. Heinr. Pottmeyer,
;vener Str. 175.
E RHAUSEN: (zu Essen) G. : EMMANUELKAPELLE, Grenzstr.
14-tg 15 ÜU u. 2. Ftg. 9.00 — 2. V.: Leopold Neumann,
Klbertz-Str. 6J — KKasse: W. Steffen, Grenzstr. 99.
■inbach: (zu Bonn) G.: Evang. Kirche, mtl. So. Mai-Sept. 7.00,
r.-April 15.00 — Obm.: Paul Eiselt, Fachschullehrer i. R.,
ribergerstr. 15.
■ydt/Mönchen-Gladbach: (zu Krefeld) G.: Ev. Schwesternhaus,
j'ydt, Wilhelm-St?5T?ß-Str. 18, 3.So. 11.00 — Obm.: Andreas
II, Rheydt, Bolksbuscherstr. 60.
■h'n- (zu Köln) G.: Ev. Kapelle, Magazinstr., an allen Ftg.
X).
TTEN: (zu Hagen) G.: Alt-luth. Kirche, Lutherstr. 8, mtl. So.
rir5 V • Jos. Schröder, Bochum-Langendreer, Hauptstr. 305
KKasse: Komm.: Pfr. Hüdig, Hagen, Mollstr. 3 u. J. Schröder.
;to Dortmund 11034 — O.: W. Heikamp, Bahnhofstr. 17 —
.: Frau H. Hüdig, Hagen, Mollstr. 3.
7. NIEDERSACHSEN, HAMBURG, SCHLESWIG-HOLSTEIN
lu nschweig: (zu Hannover) G.: Kapelle, Ägidienstr. 11, 4. So.
30— Obm.: Wilhelm Strecker, Maibaumstr. 4.
nsburg (zu Nordstrand): Obm.: Dipl. Ing. Franz Adam, Schöt-
ikuhle 19b, F 2160/2140.
hörn (zu Hannover) Obm.: Gewerbeoberlehrer Herbert Hoff-
nn, Eysselheideweg 24a.
ttingen: (zu Hannover) G.: Ev. Kirche, Merkelstr. 50, mtl.
9.50 — Obm.: Paul Wagner, Kant-Str. 5, F 57167.
MBURG: (zu Hannover) G.: Ev. Christuskirche, (U-BahnHSt.)
ntl. 3." So. — 2. V.: Architekt Eugen Spenner, Haynstr. 28,
i83688 — Schriftf.: Prof. B. Spuler, Mittelweg 90 — KKasse:
ao Hamburg 147523 — Lehrp.: Marg. Schulte, Weidenstieg 16.
mein: (zu Hannover) G.: Ev. Evangelisten-Kapelle.
^ANNOVER: G.: Anglikanische St. GEORGSKIRCHE, Böckler-
.e, 1. So. u. 1. Ftg. 15.00 — Pfr. u. V. Edgar Nickel (x5.6.29
11.52) Kestnerstr. 6, F 23826, PSKto Hannover 174008 — 2.: Dipl.
Islehr. Bernhard Richter, Linsingerstr. 58.
rburg: (zu Hamburg) G.: Ev. Dreifaltigkeitskirche, Höhler-
?te, 2 mtl. 3. So.
1: (zu Nordstrand) Obm.: Gertrud Günther, Hanssenstr. 12.
NIORDSTR AND: G.: THERESIENKIRCHE, So. u. Ftg. 9.30 —
. u. V.: Karl Heinz Droese (x9.5.12 yl3.8.33), Nordstrand ü.
sum F Nordstrand 409 — 2. V.: Fritz Clausen, Nordstrand-
igerdeich — KKasse: Kto. Spar- u. Darlehenskasse Nordstrand
K.: Bruno Clausen — O. : Gretel Droese.
APPENKAMP: (zu Nordstrand) G.: Schule, mtl. So. 9.30 —
V.: Fabrikant Erwin Friedrich, Trappenkamp üb. Neumünster,
Sornhöved 191 — K.: Paul Wollmann — Frv.: Frau Emmy
lay.
8. BERLIN
[ERUN: G.: Dänische Kirche SW 11, Stresemannstr. 57c, So. u.
. 10.00— Pfr. u. V.: Dekan Dr. Franz Buchte (xl5.9.87 y21.6.13),
i-Friedenau, Stierstr. 3, F 835223 — 2. V.: Konstantin Kalla,
I W 15, Xantener Str. 21 — KKasse: Bln-Friedenau, Stier-
. 3, PSKto 9189, Bln-West-Bkto: Delbrück Schickler u. C,
-lin W 30, Rankestr. 13, KNr. 220 — O.: Frau Lisa-Lotte
tl, Bln-Friedenau, Maßmannstr. 10 — Frv.: Frau Johanna
dis, Bln-Friedenau, Handjerystr. 91/92 — Jgd.: Jürgen Buchs,
:-Friedenau, Handjerystr. 91/92.
9. SCHWERIN, ROSTOCK
iwerin: (zu Blankenburg) G.: Ev. „Schelfkirche", viertelj. So. 14.00
Obm.: Hermann J. Richter, Crivitz, Trammerstr. 30 — O. :
lu Marg. Steinert, Rehna, Bülower Str. 55.
10. MAGDEBURG
BLANKENBUR G; G.: Georgenhofkirche Blankenburg, 1. u.
bo. 8.15 — Pfarramt: Rübeländerstr. 8, F 541 — 2. V. : Heinrich
^nel, Katharinenstr. 25 — KKasse: Bank f. Handel/Gewerbe
-0 — O.: Frau Uhlmann.
Ilenste dt: (zu Blankenburg) G.: Ev. Schloßkapelle, 4. So. 17.30
VTT^Ibert Pfeifer, W.-Pieck-Allee 60.
^furt: (zu Blankenburg) G.: Ev. Gemeindehaus, 4. So. 10.00 —
~WiTIielm Qerny, Kirchhof 17.
sscifelde: (zu Blankenburg) G.: Ev. Gemeindehaus, 1. So.
OO - V.: Rudolf Bartel, Neue Straße 15.
Ilsenburg: (zu Blankenburg) G.: Ev. Gemeindehaus 2. So. 10.00.
Quedlinburg : (zu Blankenburg) G. : Ev. Aegidiikirche, 4. So. 15.00
— V.: Ida Wundrak, M. Schwantestr. 21.
Thale (Harz); (zu Blankenburg) G.: Ev. Pfarrkirche, zweimtl.
3. So. 15.00 — V.: H. Rößler, Neinstedt, Thalestr. 15.
Veckenstedt; (zu Blankenburg) G.: Ev. Pfarrkirche — V.: Roman
Simm, Nr. 85.
Wernigerod e; (zu Blankenburg) G.: Georgiikapelle 2. So. 15.00
— V.: Rudolf Habich, Burgstr. 43.
11. HALLE
Delitzsch ; (zu Leipzig) G.: H. Schröterhaus, 1. So. 13.30 — V.:
Heinrich Scholz, Fr.-Naumann-Str. 24.
Holle g. d. Saal e; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Gertraudenkapelle,
Am Markt 8, achtwöchentl. So. 10.00.
Köthen; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Hospitalkapelle, Friedenstr. 11,
achtwöchentl. So. 15.45 — V.: Max Schnabel, Holzmarkt 7.
Zeitz; (zu Leipzig) G. : Ev.-luth. Gemeindesaal, Rahnestr. 1,
achtwöchentl. So. 10.00 — V.: Gerda Stölzel, Badstübenervor-
stadt 6a.
12. GERA, JENA, SUHL
Erfurt; (zu Leipzig) G.: Lutherkirche, Stalinallee, achtwöchtl.
So. 15.00 — V.: Rudolf Lösel, Spielbergstr. 15/11.
Gera: (zu Leipzig) G.: Ev. St. Michael-Kirche, Gera-Pforten,
achtwöchtl. So. 15.00 — V.: Walter Jahn, Gera-Süd, Thälmann-
str. 41 .
Gotha : (zu Leipzig) G.: Ev.luth. Gemeindesaal, Jüdenstr. 27,
achtwöchtl. So. 10.30 — V.: Josef Landebeck, Schlichte Str. 7.
Jena; (zu Leipzig) G.: Schillerkirche, achtwöchtl. samstags
15.30 — V.: Anton Grohmann, Jahnstr. 15.
Meuselwitz: (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Stadtkirche, achtwöchtl.
So. 14.30 — V.: Johanna Vater, Zipsendorf, Zeitzer Str. 3.
Mühlhausen : G.: nach Verabr. im Gem. Saal Bebelstr. dd —
V.: Frau Prof. Siegmüller, Leninstr. 29.
Neustadt o. d. Or la; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Hospitalkirche,
achtwöditl. So. 14.00 — V.: Emil Slawitschek, Burgwitz 5.
13. COTTBUS, CHEMNITZ, DRESDEN, LEIPZIG
Dresden ; (zu Leipzig) G.: D.-Loschwitz Friedh.-Kapelle (winters
öemeindesaal Grundstr. 36), achtwöchentl. So. 10.30 — V.: Hans
W. Lehnert, A 27, Eisenstuckstr. 42.
Ebersbach : (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Stadtkirche achtwöchtl. So.
15.00 — V.: Reinhold Kögler, Hempelstr. 56.
Eibau-Walddorf ; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Kirche Eibau, acht-
wöchtl. So. 15.00 — V.: Oskar Richter, Walddorf, Südstr. 33.
Görlitz; (zu Leipzig) G.: Peterskirche, achtwöchtl. So. 15.00 —
V.: Anna Santrock, Gutenbergstr. 7.
Großschönau; (zu Leipzig) G. : Ev.-luth. Stadtkirche, achtwöchtl.
So. 15.00 — T.: Emmy Johne, Neuschönauer Str. 13.
t LEIPZIG ; G.: Gemeindesaal, Goldschmidtstr. 14, 1. So. 9.00 —
pfr. u. 0.: Alfred Farser (xll.1.04 y26.2.56), Leipzig S 3 Har-
denbergerstr. 18, F 36000 — 2. V.: Hans Niklowitz W31, Ca -
visiusstr. 20a, Alt-kath. Pfarramt, PSKto Leipzig 53116 u. Stadt-
Kreissparkasse Leipzig Kto. 5975.
Mittweida: ( zu Leipzig) G.: Altfriedhofkapelle, achtwöchtl. So.
14.30 — V.: Adolf Nitsche, Am Markt 16.
Seifhennersdorf; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Kreuzkirche, acht-
wöchtl. So. 15.00 — V.: Fritz Richter, Rumburgerstr. 82.
WEISSWASSER; (zu Leipzig) G.: Kapelle im Hause Masseck, mtl.
So. 9.30 — V. u. O.: Georg Masseck, Bautzener Str. 48 — Frv.:
Frau Ella Masseck.
Werdau : (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Gemeindesaal, Uferstr. 6,
achtwöchtl. So. 9.00 — V.: Karl Grohmann, Brüderstr. 10.
Zittau; (zu Leipzig) G.: Ev.-luth. Weberkirche, achtwöchtl. So.
15.00 — V.: Ing. Eduard Knispel, Neusalzerstr. 24.
Geistliche im Ruhestand
Pfr. Otto M. Saenger (x25.12.86 yl5.10.33), Jestetten/Oberrhein
Baden — Pfr. Josef Spieler (xl. 10.84 y9.7.11), Passau Ort 7 II —
Pfr. Dr. M. Weeber (xlO.8.81 y29.6.08J, Nürnberg, Unschlittpl. 1
— Prof. Dr. Johannes Zeimet (xl9.8.90 yl.8.14), Karlsruhe, Bee-
thovenstraße 8.
93
Alt-Kath. Vereine und Einrichtungen
I. Alt-Katholische Internationale Vereine
1. Internationale Alt-Katholikenkongresse
Intern, alt-kath. Arbeitsgemeinschaft, Deutsche Gruppe
Leiter: Geistl. Rat Pfr. W. Rosch, Freiburg, Ludwigsstr. 6. Ge-
schäftsführer: Pfr. Karl Kuenz, Singen/Hw. Beisitzer: Pfr. An-
ton Degen, Zell/Wiesental. Der Jahresbeitrag für die fördernden
Mitgheder beträgt mindestens DM 4. — (Gemeinden und Ver-
eine DM 10. — ). Konto-Nr. 1866 bei der Bez. Sparkasse Singen
unter dem Titel .Internationale Altkatholikenkongresse', PSKto
der Bez. Sparkasse Singen a. Htw., Karlsruhe 2387.
2. Willibrordbund
Der Bund dient der Förderung freundschaftlicher Beziehungen
zwischen den alt-katholischen und den anglikanischen Kirchen.
Der Jahresbeitrag beträgt DM 5.—. Geschäftsführer für die deut-
sche Abteilung ist Pfr. Benno Schöke, Karlsruhe, Röntgenstr. 1.
PSKto Karlsruhe 4627 (alt-kath. KKasse).
11. Alt-katholische Bünde und Verbände des Bistums
1. Bund alt-katholischer Jugend Deutschlands
V.: Alfred Werner, Bottrop/Westf., Horsterstr. 143. Kto. 24042
bei der Dtsch. Bank West, Essen, deren PSKto Essen 2000.
Landesjugendpfarrer: a) Baden: Stpfr. Benno Schöke, Karlsruhe,
Röntgenstr. 1 — b) Bayern: Stadtpfr. Boedefeld, Kaufbeuren-
Neugablonz, Fichtenweg 6.
c) Hessen: Pfrv. Josef Girke, OfFenbach, Bismarckstr. 105 —
d) Nordrhein-Westfalen: Pfr. Lic. Kurt Pursch, Bottrop, Brüner-
str. 13.
2. Verband alt-katholischer Frauenvereine Deutschlands
Der Verband verfolgt den Zweck, zwischen den einzelnen
Frauenvereinen eine Verbindung herzustellen und sie einander
näherzubringen, sie in ihrer Tätigkeit anzuregen und durch
wechselseitige Hilfe zu fördern, ihre gemeinsamen Belange nach
außen hin zu vertreten. Ordentliche Mitglieder sind Frauen-
vereine (Beitrag vorl. — .30 DM je Frv.-Mitglied); Einzelpersonen
können außerordentliche Mitglieder werden (Beitrag DM 2. — ).
Sitz: Freiburg i. Br., Marienstr. 1 (PSKto 6414 Karlsruhe, Giro.
4030 öffentlidie Sparkasse Freiburg i. Br.).
1. V.: Frou Ruth Michelis, Freiburg i. Br., Marienstr. 1, F3426.
Rechnerin: Frau Frieda Klumpp, Freiburg i. Br., Ad.-Stifter-Str.
22. Obriger Vorstand: Fräulein Emilie Betz, Freiburg i. Br., Uh-
landstr. 9; Frau Tily Demmel, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25; Frau
Elly Johne, Karlsruhe, Hirsdistr. 106; Frau Theo Pfister, Frank-
furt a.M., Varrentrappstr. 71; Frau Karoline Kugler, Augsburg,
Holzbachstr. 27a.
* * *
3. Bund Freier alt-kath. Schwestern und Fürsorgerinnen
Korn. V.: Schwester Hilde Görg, Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25
III. Alt-Katholische Presse-Arbeit
a) Presse- und Rundfunk-Referat
Mit der Wahrnehmung aller überörtlichen Pressearbeit in Zu-
sammenarbeit mit dem Synodal-Presse-Referenten Prf. Schöke,
Karlsruhe, in und außerhalb unserer Kirche wurden besonders
beauftragt: Für Bayern: Dek. Schniertshauer u. Herbert Dietz.
Für Baden: Geistl. Rat. Rosch. Für Hessen: Pfr. Pfister. Für Nord-
rhein/Westf. : Pfr. Hütwohl. Für Hamburg, Schleswig und Olden-
burg: Univ.-Prof. Dr. Spuler. Für Berlin: Dekan Dr. Buchta. Für
DDR: Pfr. Fasser.
b) Alt-Katholische Bildstelle
Sie gliedert sich in Bild-, Lichtbild-, Film- und Druckstock-Archiv.
Verwaltung: Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25. Die Bildstelle sammelt
und ordnet Bilder, die für die Alt-katholische Kirche und ihre
Gemeinden Bedeutung haben. Bildreihen, Lichtbildserien und
Schmalfilme werden geg. Erstatlung d. Selbstkosten ausgeliehen.
c) Alt-Katholisches Museum
Es sammelt solche Dokumente und Erinnerungsstücke, die für
den Aufbau eines späteren Museums Verwendung finden kön-
nen. Auskunft: Bonn, Gregor-Mendel-Str. 25.
IV. Alt-Katholische Hilfs- und Sozialwerke
1. Alt-Katholischer Hilfsverein
Der Verein will Oberall helfen, wo die Hilfe der Gesamtkirche
notwendig wird. Die Gemeinden führen die Pfingstkollekte an
ihn ab. Einzelmitglieder zahlen jöhrlich einen Mindestbeitrag
von DM 1. — . Die Synode von Heidelberg 1951 hat den dringen-
den Wunsch ausgesprochen, für jedes großjährige Mitglied solle
von den Gemeinden DM 1. — jährlich an den Verein abgeführt
werden.
Kommiss. Vorsitzender: Pfr. G. Hüdig, HagenAA/f., Mollst
Geschäftsführer: Pfr. K. Kuenz, Singen; Beisitzer: Frau R
chelis, Frl. Alberti.
Geschäftsstelle Singen/Htw., Freiheitsstr, 9. PSKto Karl-
20333 und Kto. Bez. Sparkasse Singen/Htw. 46879.
2. Alt-Katholisches Hilfswerk
Leitung: B. J. J. Demmel; Gesch. -Fhr.: Schw. Hilde Görg, E
Gregor-Mendel-Str. 25; Bankkonto: Rheinisch-Westfälische
Filiale Bonn. Die Bank hat PSKto Köln 4155.
3. Witwen- und Waisenkasse alt-katholischer Geistliche
Die Kasse hat den Zweck, in Zusammenarbeit mit den k
Behörden die Versorgung der Pfarrhinterbliebenen zu ei
zen. Sie besteht aus Mitgliedern (nur Geistliche, Jahresbe
DM 40.—), Förderern und Gönnern. Vorsitzender ist von
wegen der Bischof. Geschäftsstelle: Bonn, Gregor-Mende
25. Rechner: Schwester Hilde Görg, PSKto Karlsruhe 7386.
4. Alt-Katholisches Schwesternhaus Bonn
1. Haus für alt-kath. Krankenschwestern, Bonn, Baumschul
9—13. Vorsitzender des Kuratoriums Prof. Dr. W. Küp
Bonn, Arndtstr. 23, F 21710.
2. Krankenpflegestationen in: Bonn, Mannheim, Meßkirch-
dorf, Dettighofen, Kommingen, Krefeld.
5. Freizeitenheim „Am Weißen Stein" EV.
I.V.: Der Bischof. 2. V.: Willy Sutor, Mannheim. Jahresbe
6. — DM. Geschäftsfhr.: Pfarrer Jos. Brinkhues, Heidelberg,
serstraße 5. Postscheck-Kto. : .Freizeitenhaus Heidelberg' l'
ruhe 91996.
6. Döllingerhaus München
siehe München, Pfarramt
7. Alt-katholisches Sozialwerk Krefeld e. V.
Der Verein ist Träger des Dreikönigenhauses Krefeld. I.V.:
rer W. Schmidt, Krefeld, Dreikönigenstr. 48-54. Der Jahresbe
für die fördernden Mitglieder beträgt mindestens DM 3.—
Gemeinden u. Vereine DM 50. — ) Konto Nr. 9194 bei Kreis
kasse Kempen-Krefeld. Das Alt-katholische Sozialwerk Kr
e.V. ist angeschlossen dem Deutschen Paritätischen Wohlfc
verband.
Dreikönigenhaus Krefeld, Dreikönigenstraße 48/54
überörtliches Altersheim für die Alt-Kath. des Landes Nordr
Westfalen. Verw. beim Pfarramt Krefeld.
2. Alt-Kath.-Kirche der Niederlande
1. Bischöfe:
a) Erzbischof von Utrecht: Dr. Andreas Rinkel, Utrecht,
Emmalaan 8.
b) Bischof von Haarlem: Jacobus van der Oord, Haarlemi(
Charlotte de Bourbonlaan 2
c) Bischof von Deventer: Engelbertus Lagerwey, Utrecht,
Drift 5 bis.
Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam, C, 11, Graaf Florisstro
2. Metropolitankapitel von Utrecht
Präsident: Erzbischof Dr. A. Rinkel.
Dekan: Prof. B. A. van Kleef.
Sekretär: Erzpriester Pfr. Th. Moleman, Voorstraat 118, Dordr
Mitglieder: Erzpriester Pfr. G. A. Smit (arcarius); Prof. Dr.
Maan; Prof. M. A. Zwart; Seminar-Präsident f'rof. P. J. ■
Pfr. J. A. J. van Zanten.
Ehrenmitglied: Bischof E. Lagerwey.
3. Bischöflicher Rat
Präsident: Prof. P. J. Jans, Amersfoort.
Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam, C. 11, Graaf F
straat 63.
Mitglieder: Pfr. Erzpr. G. A. Smit; Pfr. Mr. J. W. Key; Dr.
van de Ven; Ir. F. J. Heyligers; Th. M. Hovius; Ir. J. H. Gi
D. de Rooy; A. F. C. Nieuwenhuyzen.
4. Generale Thesaurie
Thesaurler-General: D. de Rooy.
Sekretär: H. J. W. Verhey, Rotterdam.
5. Bischöfliches Seminar Amersfoort
Präsident: Prof. P. J. Jans, Koningin Wilhelminalaan 3,
Amersfoort.
Professoren: P. J. Jans, M. Kok, Dr. P. J. Maan, M. A. Zv
Lektor: C. Toi.
6. Gemeinden und Geisth'che
Erzbistum Utrecht
Amersfoort: Pfr. M. J. Aarents, t Zand 15; Prof. P. J.
Kon. Wilhelminalaan 3.
Arnheim: Pfr. J. Visser, Adolf van Nieuwenaarlaan 3A.
<)4
•mborg: Pfr. J. A. J. van Zanten, Varkensmarkt 20.
t: Pfr. J. C. M. Keman, Bagijnhof 25.
dredit: Pfr. Erzpr. Th. Moleman, Voorstraat 118.
da: Pfr. T. Horstman, Gouwe 113.
g: Pfr. Prof. M. Kok, Molenstraat 48; em. Pfr. Joh. A. Roe-
ig, Juffrouw Idostraat 13A.
ersum: Pfr. Erzpriester G. A. Smit, Melkpad 14; em. Pfr. Prof.
V. van Kleef, Mauritslaan 23.
en: Pfr. A. J. Glazemaker, Zoeterwoudsesingel 50.
lewater: Pfr. t. Horstman (Gouda).
erdam: Pfr. H. D. Raymaekers, Nobelstraat 24; Pfr. G. A.
Kleef, Nieuv/e Binnenv/eg 23.
edam: Pfr. C. P. van den Berg, Dam 30.
jonhoven: Pfr. T. Horstman (Gouda).
■cht: Pfr. Prof. Dr. P. J. Maan, Willemsplantsoen 3; Pfr. Th.
<er, Bemuurde Weerd O. Z. 55; Pfr. Prof. M. A. Zwart,
\er Ciarenburg 6; em. Pfr. G. P. Giskes, Pelmolenplantsoen
m. Pfr. F . T. van der Steen, Douwes Dekkerstraat 4.
Bistum Haarrem
;meer: Pfr. IJ. R. H. J. Roosjen, Oosteinderweg 392.
naar: Pfr. A. R. Heyligers, Kastanjelaan 12.
jterdam: Pfr. C. Toi, Ruysdaelstraat 37 (Zuid I).
lond aan Zee: Pfr. D. N. de Rijk, Voorstraat 110.
hüizen: Pfr. A. R. Heyligers (Alkmaar).
irlem: Pfr. Mr. J. W. Key, Kinderhuissingel 78.
der: Pfr. E. Wijker, Timorlaan 87.
mmenie: Pfr. G. J. Blom, Noorderhoofdstraat 131.
uiden: Dekan Pfr. C. F. Nieuwenhuyzen, Koningin Wilhel-
akade 38A; Vikar A. J. Rinkel, Koningin Wilhelminakade38A.
mdam: Pfr. A. Zwart, Papenpad 12.
3. Christkath. Kirche der Schweiz
hof:
v.-Prof. Dr. Urs Küry, Bern, V^illadingweg 39, F (031) 43679,
to III 25448.
I 3 der Synode:
i ;. Pfr. L. Affolter, Solothurn.
! jpräs.: A. Hager, Zürich.
-etäre: Pfr. Paul Heinz, SchafThausen; Pierre Allais, Geneve.
odalrat:
;.: Univ.-Prof. Dr. Leo Weber, Feldmeilen (Zürich), Teien-
ße 32.
-etär: Pfr. Hugo Flury, Möhlin.
jlieder: Bischof Dr. Urs Küry (von Amts v/egen); Dr. Char-
Studer, Fürsprech, Solothurn; Werner Moll-Gerny, Luzern;
Paul Richterich, Biel; Pfr. Arnold Moll, Basel; Hans Hohler,
;n; E. Bommer, St.-Gallen; Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy;
Max Gisi, Zürich,
inzverwalter: Pfr. Paul Richterich, Biel.
ologische Fakultät an der Universität Bern:
lentliche Professoren: Dr. Ernst Gaugier, Dahliaweg 5; Dr.
ert Emil Rüthy, Muristr. 6e. Bischof Dr. Urs Küry, Bern,
»erordentl. Professor: Pfr. Dr. W. Frei, Basel.
neinden mit ihren Pfarrern und Kirchen:
au: Pfr. Josef Höflinger, Adelbändli 2. Stadtkirche, 10 Uhr.
. diwil: Pfr. Otto Moll, Schönenbuchstr. 8. Pfarrkirche St. Peter
. oul, 8.30 Uhr.
[ al: Pfr. Arnold Moll, St Johannes-Vorstadt 27. — Pfarrer
: Iter Frei, Klingentalgraben 37.
: '■. Dr. Walter Frei, Klingentalgraben 37.
f i: Pfr. Kurt Stalder, Rabbentalstraße 55. Pfr. Alfred Jobin,
^ olackerstraße 59. Peter- u. Pauls-Kirche, 9 Uhr.
i : Pfr. Paul Richterich, Dufourstr. 105. Pfarrkirche, 9.15 Uhr.
ä lingen: Pfr. Otto Moll, Allschwil. Kirche an d. Kernmatt-
;i 2, 10.15 Uhr.
'< en, Brugg usw.: Pfr. Werner Seiler, Mägden.
• ux-de-Fonds: Pfr. J. B. Couzi, rue de la Chapelle 5. Eglise,
' de la Chapelle 7, 8 Uhr und 9.45 Uhr.
' ne: Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy, Kapelle von Chene-
if: Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy, Eglise St. Germain,
I des Oranges, 10.30 Uhr.
' ndien: Pfr. Otto Strub, Däderizstraße 61. Pfarrkirche St. Peter
' Paul, 9 Uhr.
• Gallen: Pfr. J. Feldmeier, Dufourstr. 77. Christuskirche,
Uhr.
j lendorf u. Umgebung: alt Pfr. Gabriel Herrle, Hägendorf.
• mmer: Pfr. Dr. M. Gorce. Pfarrk. St. Peter u. Paul, 9.45 Uhr.
" eräugst: Pfr. Gottfried Konrad, Pfarrhaus. Pfarrkirche St.
' US, 8.30 und 20 Uhr.
cy-Ca.ouge: Pfr. Leon Gauthier, Grand Lancy, Eglise de
• te Trinite, 9 Uhr.
'en: Pfr. Otto Gschv/ind, Allmendv/eg. Pfarrkirche zu St.
' orinen, 9 Uhr.
Le Locie: Pfr. J.-B. Couzi, Chaux-de-Fonds. Chapelle St. Jean,
9.30 Uhr.
Lausanne: Pfr. Paul Richterich, Biel. 3.So. im Monat Englische
Kirche 8.50 und 14.30 Uhr.
Luzern: Pfr. Dr. Otto Gilg, Museggstr. 15. Christuskirche, 9 Uhr.
Mägden: Pfr. Werner Seiler. Pfarrkirche, 9.30 Uhr.
Möhlin: Pfr. Hugo Flury, Pfarrhaus. Pfarrkirche St. Leodegar,
9 und 20 Uhr.
Neuchatel u. Umgebung: Pfr. J.-B. Couzi, Chaux-de-Fonds.
2. u. 4. So. 19 Uhr, Chapelle des Valanzines.
Niedergösgen: Pfr. Martin Heinz, Schönenwerd, Christkath.
Kirche, 1. So. im Monat 8.30 Uhr.
Obermumpf-Wallbach: Pfr. Willi Schwarz, Wallbach, Pfarrhaus.
Kirche in Wallbach und Obermumpf, abwechselnd 9 u. 20 Uhr.
Olsberg: Pfr. Gottfried Konrad, Kaiseraugst. Pfarrkirche, jeden
2.So., 10.15 Uhr.
Ölten: Pfr. F. Ackermann, Kirchgasse 15. Stadtkirche St. Martin,
9 Uhr.
Rheinfelden: Pfr. Hans Frei, Pfarrhaus. Stadtkirche St. Martin,
9 Uhr.
Schaffhausen: Pfr. Paul Heinz, Beckengäßchen 29. MOnsterka-
pelle bei der Schillerglocke, 9 Uhr.
Schönenwerd: Pfr. Martin Heinz, Pforrh. Stiftskirche, 8.30 Uhr.
Solothurn: Pfr. Lothar Affolter, Rathausgasse 17. Christkath.
Kirche am Rathaus, 9.15 Uhr.
Starrkirch-Dulliken: Starrkirch ist vorläufig unbesetzt. Pfarrkirche,
9 und 20 Uhr.
Thun: Von Bern aus pastoriert.
Jeden 2. So. im Monat 9.30 Uhr in der Kirche Göttibach.
Trimbach: Pfr. Dr. J. Waldmeier, Pfarrhaus. Kirche, 9 Uhr.
Wegenstetten-Hellikon-Zuzgen: Pfr. Bruno Stalder, Hellikon.
Pfarrkirchen in Hellikon und Zuzgen abwechselnd 9 Uhr.
WInterthur: Pfr. Paul Heinz, Schaffhausen. Kapelle a. d. Mühle-
str., 1. u. 3. So. im Monat.
Zürich: Pfr. Hans Gschwind, Augustinerhof 8; Pfr. Max Heinz,
Rötelstr. 63; Pfr. Max Willimann, Elisabethenstr. 20. Kirchen:
Augustinerkirche und Elisabethenkirche 9 Uhr. Christuskirche in
örlikon I.So, im Monat 10.30 Uhr sonst 9.15 Uhr.
4. Alt-Kath.-Kirche in Österreich
Bischof: Dr. Stefan Török;
Bischofskoadjutor: Geistlicher Rat Heinrich Bernauer;
Generalvikar: Hofrat Dr. J. Werner;
Synodalrat:
Präsident: Berufsschuldirektor Ing. E. Nasinski; Vizepräsident:
Professor F. Staffenberger; Synodalräte: Oberbaurat i. R. Dipl.
Ing. M. Amthor, Assistent der österr. Bundesbahnen i. R. H.
Gally, Rechtsanwalt Dr. W. Gastgeb, Hauptschuldirektor i. R.
J. Hornoch, Pfarrer L. Paulitschke, Pfarrer K. Schapasser, Gene-
ralvikar Hofrat Dr. J. Werner;
Synodalanwalt: Senatspräsident Hofrat Dr. H. Liedermann,
Synodalanwaltstellvertreter: Dr. A. Zankl.
Referenten und Sekretäre: Dr. M. Kocska, Dr. E. Kreuzeder, Per-
sonalpfarrer Dr. E. Kreuzeder. Univ. Prof. a. D. Dr. E. Mudrak,
Pfarrer L. W. Reichl, Vikar a. D. A. Tryschkaluk, Dr. W. Zankl.
Kanzlei der kirchlichen Oberbehörde: Wien I., Schottenring
17/1/2/12
Pfarrämter:
Wien Innen: Seelsorger: Pfarrer L. W. Reichl; Wien I., Wipp-
lingerstr. 6
Wien-Landstraße: Seelsorger: Bischofskoadjutor, Geistl. Rat H.
Bernauer; Wien III., Eslarng. 10.
Wien-Favoriten: Seelsorger: Personalpfarrer Dr. E. Kreuzeder,
zugeteilt: Seelsorgehelferin Dr. E. Kreuzeder; Wien X., Eckert-
gasse 18 a.
Wien-West: Seelsorger: Personalpfarrer Dr. E. Kreuzeder; zu-
geteilt: Seelsorgehelferin Dr. E. Kreuzeder; Wien XV., Benedikt-
Schellingerg. 1 — 3.
Wien-Nordwest: Seelsorger: Personalpfarrer G. Czeipek; Wien
XVI., Lindauerg. 11.
Wien-Brigittenau: Seelsorger: Generalvikar Hofrat Dr. J.Werner,
zugeteilt: Religionslehrerin M. Tüchler; Wien XX., Dammstr. 7.
Graz: Seelsorger: Personalpfarrer K. Spuller; Graz, Kernstockg. 1.
Klagenfurt: Seelsorger: Vikar N. Hummel; Klagenfurt, Kempf-
straße 12/1/3.
Krems/Donau: Seelsorger: Pfarrer K. Schapasser; Krems/D., St.
Willibrod-Kapelle, Steinertor.
St. Polten: Seelsorger: Pfarrer K. Schapasser; St. Polten, Wiener
Straße 41.
Linz/Donau: Seelsorger: Pfarrer L. Paulitschke; Linz/D., Pruner-
stift, Fabrikstr. 10.
Ried/Innkreis: Wird vom Pfarramt der Kirchengemeinde Salzburg
aus betreut; Ried, Bahnhofstr. 17.
Salzburg: Seelsorger: VikarT. Marecek; Salzburg, Mirabellschloß.
_5. Die Alt-Katholische Kirche in der Tschechoslowakei
(Nur noch Reste des ehemals fast ausschließlich, deutschen Bis-
tums Warnsdorf).
95
6. Die Polnische Katholische Nationalkirche in Amerika
368 000 Gl., 155 Gemeinden, davon 3 litauische, 3 slowakische,
1 tschechoslowakische und 7 in Kanada.
Zentraldiözese: Primas-Bischof Leon Grochowski, 529 E. Locust
St., Scranton 5, Pa, USA, Weihbisch. Jos. Jaworski.
Ostdiözese: Bischof Joseph Soltysiak, 635 Union St., Manchester,
N.H., USA.
Norddiözese: Bischof Thaddeus Zielinski, 182 Sobieski St.,
Buffalo 12, N.Y., USA.
Westdiözese: Bischof Francis Rowinski, 2019 W. Charleston St.,
Chicago 47, III., USA.
Die Polnische Kirche in Amerika hat drei weitere Bischöfe in
Ruhe: Joseph Lesniak, Francis Bonczak und John Misiaszek.
7. Die Polnisch-Katholische Kirche in der Volksrepublik Polen
100000 Gl., 85 Gemeinden, in 7 Dekanaten (Warschau, Lublin,
Chelm, Danzig (Gdansk), Breslau (Wrociaw), Stettin (Szcecin)
und Krakau (Krakow)).
Bischof: Julian Pekala, Biskup, Warszawa (Warschau), ulico
Wilcza 31, Polen (Polska).
Die Polnisch-Katholische Kirche in Polen hat zwei weitere Hilfs-
bischöfe für besondere Aufgaben: Adam Jurgielewicz und Eu-
geniusz Kriegelewicz.
8. Der Alt-Katholische Kirchenbund in Jugoslawien
10000 Gl., 10 Pfarreien und 6 Teilgemeinden, 3 nationale Bis-
tümer.
Präsident des Kirchenbundes: Bischof-Elekt Dobrovoljac, Beo-
grad (Belgrad), Cviljiceva ul. 79, Jugoslawien.
Sekretär des Kirdienbundes: Pfarrer V. Huzjak, Zagreb, Trn-
janska cesta 7, a, Jugoslawien.
a) Die Serbische Alt-Katholische Kirche
Bischof-Elekt: Milan Dobrovoljac, Beograd (Belgrad),
Cvijiceva ul. 79, Jugoslawien.
b) Die Kroatische Katholische Nationalkirche
Bischof: Vladimir Kos, Zagreb (Agram), Nico 47/3, Jugoslawien.
c) Die Slowenische Alt-Katholische Kirche
Bischof: Dr. Radovan Jost, Ljubijana (Laibach), Trg Francoske
revolutie 1, Jugoslawien.
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4. östereich :
Der Alt-Katholik, Bistumsblatt der Alt-Kath. Kirche Ostern
Erscheint 2monatlich. Jahresgebühr S 12. Wien 1, Schottei
17/1/2/12.
5. Amerika: / (
Rosa Boza, (God's Field), polnische religiös-kulturelle Wo
Zeitung.
Straz (The Guard), herausgegeben vom polnischen Volksvt
Przebudzenie (Awakening), wöchentliche Kirchenzeitung.
Polka (A Polish Woman), polnische Frauenzeitung.
Alle durch die zentrale Kirchenkanzlei 529 E. Locust St., S
ton, Pa. USA.
6. Polen:
Nasze Poslannictwo, monatliche Kirchenzeitung der Poir
Katholischen Kirche, Redaktion und Geschäftsstelle: Warsz
ul. Wilcza 31, Polen.
(W Imie Boze, Kirchenzeitung der Alt-Katholischen Kirche
Mariawiten, Redaktion und Geschäftsstelle: Plock, ul. J. \
zorka 27, Polen.)
7. Jugoslawien :
Bulletin des alt-katholischen Kirchenbundes, viertel jährlic
serbo-kroatischer Sprache, Beograd, Cvijiceva ul. 79.
Slovcnski starokatolik, monatliche Kirchenzeitung in slo^
scher Sprache, Ljubijana, trg Francuske revolutie 1.
Wir spielen Tischtennis
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Buben. Die Tennisschläger werden
nadi der Sdinittübersicht aufge-
zeichnet und aus 3 mm starkem
Sperrholz viermal ausgesägt. Die
Schlagfläche wird mit Filetnetz-
grund oder einem ähnlidien Gardi-
nenstoffrest bespannt, der zweite
Schlägerteil daraufgeleimt, der
Sperrholzrand um die Schlagfläche
herum durchlocht und mit dünnem
Bindfaden durchnäht. Für die Pfo-
sten des Tennisnetzes werden zwei
96
17 cm lange, 2 cm dicke i\.inti
stücke gesägt. Über ein Ende i
Pfostens nagelt man einen 2X'
großei\ Blechstreifen, und zwa
daß unter dem Pfosten, zwis
diesem und dem Blechstrcifen
viel Raum ist, um eine Tisdikl
mcr hindurdizusdiicben, mit d
Hilfe die Pfosten am Tisch l
stigt werden. Der 15 cm '
Netzstreifen wird in der der T
breite entsprechenden Länge ai
Pfosten genagelt. Das Spiel \
beginnen.
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Freiburg Brg. Neben der städt. Sparkasse
BENNO SCHÖKE
Und sie fanden das Kind
Weihnachtserzählungen
80 Seiten, Ppbd. DM 2.80, 2. Auflage
„Mit großer Freude und innerem Gewinn habe
ich diese Geschidnten gelesen . . . Sie sind die
reife Frucht eines Erzählertalentes. Schöke ver-
steht es, Heiligstes und Ernstestes mit köstlichem
Humor zu verbinden, jenem Humor, der nur
aus Glauben kommt ..." schreibt das Christ-
katholische Kirdhenblatt Bern über dieses Bänd-
chen, in dem der Verfasser Erinnerungen und
Erlebnisse aus seiner sdilesischen Heimat erzählt.
EUGEN SALZER-VERLAG
HEILBRONN
In Vorbereitung: Das Osterbrot
Passion und Ostern am Rande des Krieges
►
Scho72 von außen
kann maji eine WoMung beurteilen,
Nach den Gardinen im Fenster!
Modern, schön gemustert und dabei außergewöhnlich haltbar. Das sind die Kenn-
zeichen unserer Erzeugnisse.
Wir stellen D I O LE N - und PAN - Feintülle her, die nach dem kinderleichten
W^aschen nicht mehr gebügelt und gespannt werden müssen. Dabei halten sie noch
das Vielfache einer normalen Gardine.
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Jahren werden Sie bestätigen: Ihr Geld war gut angelegt.
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Gardinentülle^ DIOLEIN- und PAN -Feintülle, Storesmeterware, Scheibengardinen
Kirdiliches Jahrbudi
für die deutsdien Alt^i^Katholikeii
1960
mit Jahresweiser, kirchlichem Behördenverzeichnis und Verzeichnis
der Autonomen Katholischen Kirchen
Im Auftrag des katholischen Bistums Bonn
der Alt-Katholiken in Deutschland
Herausgegeben von Pfarrer Benno Schöke
Karlsruhe
5P. Jahrgang
Verlag des Bistums Bonn • Gregor-Mendel-Straße 2$
w
ir leben dort, wo die eigentliche Geschichte^
die des Gottesreiches ^ ins 'Dunkle tritt.
Wir können keinen Anspruch mehr erheben,
zu verstehn. Wir sollen glauben.
Reinhold Schneider
M
ein Vater,
ich überlasse mich Dir ganz und gar.
Tue mit mir, was Dir gefällt.
Was immer Du mit mir tust, ich danke Dir.
Ich bin zu allem bej'eit, ich nehme alles hin,
wenn nur Dein Wille sich in mir eifülle
und in allen Deinen Geschöpfen . . .
Ich wünsche nichts anderes, mein Gott.
Ich lege meine Seele in Deine Hände j
ich schenke sie Dir, mein Gott,
mit der ganzen liebe meines Herzens,
weil ich Dich liebe
und es mich aus Liebe danach verlangt,
mich zu geben, mich in Deine Hände zu geben.
Ohne Maßen,
mit unendlichem Vertrauen,
denn Du bist mein Vater,
Charles de Foucauld
Inhaltsiibersidit
lendarium Fr. Kraeling 4
ncht der Bistümer 12
denktage 1960 ohne Tagesdatum
"r, Kraeling 17
i Einheit der Kirche E. Volz 18
-katholisches Kirchenverständnis vor dem Fo-
•uni des Neuen Testamentes Prof. Dr. W.
vüppers 19
2 Gespräche der alt-katholischen Bistümer mit
ier orthodoxen Kirche des Ostens
3Dr. E. Hammerschmidt 23
hannes von Damaskus DDr. E. Hammer-
ichmidt 28
? Bischöfliche Kirche Amerikas Th. Dietz . 30.
lerikanische Erinnerungen Th. Dietz . . 33^
i den Brüdern von Taize. A. Moll .... 37
r Tag des Herrn W. Korstik 40
1 Weihnaclitserlebnis Ti 42
und die Sonne verlor ihren Schein. Eine Le-
bende W. May 44
Die Geschichte urteilt J. J. Demmel .... 48
^Konzil im römischen Kirchenrecht B. Schöke 50
^Das kommende „Konzil" im Blickfeld des „Vati-
kanischen Konzils" Paul F. Pfister ... 52
„Siebenundsechzig, Herr Obersturmführer"
H. Böll 63
Das Osterbrot B. Schöke 72
Das Herz ist nicht nur ein Muskel Hans W.
Schmidt 77
Neugablonz Stud.-Prof. R. Tamm .... 80
Alt-katholische Gemeinde Furtwangen
W. Eggert 82
Für die Kinder: Der Ferdinand und das Kuh-
horn F. O. Wulst 84
Warum die Flunder ein schiefes Maul hat
A. Meyer 84
Kirchliches Behördenverzeichnis; herausgegeben
von der Bischöfl. Kanzlei 86
Die autonomen Katholischen Kirchen in der
Welt W. Krahl 92
Erläuterung zum Kalendarium
Auf- und Untergangszeiten der Sonne sind in Mitteleuro-
scher Zeit angegeben; sie gelten genau für Köln, dem zen-
l gelegenen Ort Westdeutschlands. Für weiter entfernt ge-
ene Orte können diese Zeiten um größere Beträge ab-
ichen.
Zeit- und Festrechnung 1960
Büß- und Bettag: in allen Bundesländern>^n Bayern aber nur
in Gemeinden jnit überwiegend evangelischer Bevölkerung.
Das Friedensfest (8. August) ist nur im Stadtkreis Augsburg
^ gesetzlicher Feiertag.
Der 1. und 2. Weihnachtstag sind gesetzliche Feiertage in allen
Bundesländern.
Maria Heimgang: nur im Saarland; in Bayern dort, wo über-
wiegend röm.-kath. Bevölkerung. -
Jahr 1960 ist ein Schaltjahr von 366 Tagen.
Februar
März
April
April
Mai
Juni
Juni
Oktober
November
■ November
Septuagesima
Aschermittwoch
Karfreitag
Ostern
Himmelfahrt
Pfingsten
Fronleichnam
Erntedankfest
Bußtag
I.Advent
Jahreszeiten 1960
Die Sonne tritt in das Sternbild
•ihlings-Tagundnachtgleiche
nmersonnenwende
rbst-Tagundnachtgleiche
ntersonnenwende
20. März
21. Juni
23. September
21. Dezember
15.43 MEZ
10.43 MEZ
2.00 MEZ
21.27 MEZ
Gesetzliche Feiertage in den Bundesländern
ujahrstag: in allen Bundesländern.
it der Erscheinung des Herrn (6. Januar): nur in Baden-
Vürttemberg und in Bayern,
rfreitag: in allen Bundesländern.
:ermontag: in allen Bundesländern.
vlai: in allen Bundesländern.
risti Himmelfahrt: in allen Bundesländern.
ngstmontag: in allen Bundesländern.
jnleichnam: nur in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-
Vestfalen und Rheinland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen,
lamburg und Niedersachsen; in Bayern nur in Gemeinden
nit überwiegend röm.-kath. Bevölkerung.
erheiligen: in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen u.
iheinland-Pfalz; nicht in Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen,
-liedersachsen, Schleswig-Holstein^n Bayern: in Gemeinden
nit überwiegend röm.-kath. Bevölkerung.
Steinbock
Wassermann
Fische
Widder
Stier
Zwillinge
Krebs
Löwe
Jungfrau
Waage
Skorpion
Schütze
am 20. Januar
„ 16. Februar
„ 11. März
„ 18. April
„ 13. Mai
„ 21. Juni
„ 20. Juli
„ 10. August
„ 16. September
„ 30. Oktober
.. 22. November
„ 17. Dezember
Die Tierkreis-Zeichen sind nicht gleichbedeutend mit
den Tierkreis-Bildern. Es gibt am Himmel zwölf Tierkreis-
zeichen; sie tragen zwar die gleichen Namen wie die Tierkreis-
bilder, jedes Zeichen liegt aber am Sternhimmel ein Stück
westlich von dem Bild gleichen Namens. Da die Sonne in ihrer
scheinbaren Jahresbewegung um die Erde von Westen nach
Osten fortschreitet, durchläuft sie ein bestimmtes Tierkreis-
bild im Durchschnitt etwa einen Monat später als das Tier-
kreis zeichen gleichen Namens.
Zahl der Sonntage nach Erscheinung des Herrn: 5
Zahl der Sonntage nach Pfingsten: 24
Zu den Lesungen des hl. Amtes wird im Jahre 1960
die vierte Perikopenreihe gebraucht.
Den Umschlag des Jahrbuches 1960, das Henkel-Kreuz, entwarf
Pfarrer Gustav Hüdig, Hagen/Westfalen.
Dem Beschauer zeigt sich das T, das Kreuzzeichen. „Im Kreuz
ist Heil." Es will das Jahr 1960 einweisen. Im Gehorsam des
Sohnes Jesus Christus, im Gottvertrauen, das ihn erfüllte, wol-
len wir seine Last tragen.
Wir danken Dir ewiger Vater, daß Du Deinem heiligen Namen eine Wohnstätte bereitet
hast in unseren Herzen, daß Du Erkenntnis und Glauben und unvergängliches Wesen
kundgetan hast durcli Jesus Christus, Deinen Sohn. — Dir sei Ehre in Ewigkeit!
Du, allmächtiger Herrscher, hast alles erschaffen, Speise und Trank hast Du den
Menschen gegeben zur Nahrung, daß sie Dir danken. Uns aber spendest Du auch geist-
liche Nahrung und ewiges Leben durch Jesus Christus, Deinen Knecht. — Dir sei
Ehre in Ewigkeit!
Gedenke Deiner Christenheit, sie zu erlösen von allem Bösen, sie zu vollenden in
Deiner Liebe, und führe sie zusammen aus allen Enden in das Reich, das Du ihr
bereitet hast, durch Jesus Christus, unsern Herrn. — Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen.
Nach der Didache
1
$mmt
$tkmt
1 F Neujahr; kirdilidi: Besdineidung des Herrn
2 S Name Jesu [SA 8,35 SU 16.37]
3 S Sonntag nach Neujahr (W)
4 M Rigobert
5 D Telesphor
6 M Ersdieinung des Herrn
7 D Widukind, Herzog f 807
8 F Severin, Abt f 482
9 S Adrian, Abt f 710
12 D
13 M
14 D
[SA 8.35 SU 16.37]
(W)
10 S 1. nach Ersch. d. Herrn (W) [SA 8.33 SU 16.46]
UM Hilarius von Poitiers f 367
Gottfried, Graf f 1127
Paulus, Einsiedler f 341, Thebais, Ägypten
Marzellus, Bisch. Mart. f 309 ®
15 F Antonius, Abt f 356 „Vater d. Möndie", Ägypt.
16 S Priska
17 S
18 M
19 D
20 M
21 D
22 F
23 S
2. n. Ersch. d. Herrn (W) [SA 8.28 SU 16.56]
Fabian und Sebastian, Mart.
Agnes, Jungfr. Mart. f 304
Vinzenz, Mart. f 304
Raimund, Missionar f 1275 C
Timotheus, Bisdi. Mart. f 97
Pauli Bekehrung
24 S 3. n. Ersch. d. Herrn (W) [SA 8.21 SU 17.04]
25 M Johanes Chrysostomus, Bisdi. f 407
26 D Karl; Manfred
27 M Franz von Sales
28 D Adelgunde, Äbtissin f 684 #
29 F Vigilius
30 S Adelgundis f 684
31 S 4. n. Ersch. d. Herrn (W) [SA 8.12 SU 17.19]
Gedenktage:
4. 1. 1710 G. B. Pergolesi geboren, Opern- und Kirdienkompo-
nist, sein letztes Werk: das „Stabat mater".
4. 1. 1896 Bischof Reinkons Restorben,*
12. 1. 1906 Bischof Weber gestorben.
1 M Ignatius von Antiochien, Bisch. Mart. f 1
2 D (Maria Lichtmeß) Darstellung Jesu
3 M Blasius, B. von Sebaste in Armenien f 31(
4 D Rhabanus Maurus, Bisch, v. Mainz f 856
5 F Agatha, Mart. f 281 Catania (Sizilien)
6 S Titus, Schüler d. hl. Paulus, B. d. Kreter -i
7 S 5. n. Ersch. d. Herrn (G) [SA 8.02 SU 1
8 M Joh. von Matha
9 D Cyrill v. Alexandrien f 144
10 M Scholastika, Schw. d. hl. Benedikt v. Nurs
HD Desiderius, Bisch, v. Rennes, Mart. f 611
12 F Eulalia v. Merida (Spanien), Mart. f 304
13 S Kastor, Priester f 350 b. Garden, Mosel
14 S Septuagesima (V) [SA 7.50 SU 1
15 M Faustin v. Brescia, Mart. f 121
16 D Onesimus f 95
17 M Bonosus v. Trier f 381
18 D Simon von Jerusalem f 106
19 F Konrad
20 S Eucherius v. Lyon f 450
21 S
22 M
23 D
24 M
25 D
26 F
27 S
Sexagesima (V) [SA 7.36 SU 1
Petri Thron in Antiochien
Peter Damian f 1072
Matthias, Apostel f um 65
Walburga v. Heidenheim f 779
.Rodwald
Nestor, Mart. in Gaza f 362
28 S Quhiquagesima (V)
29 M Romamis t 534
[SA 7.22 Sr 1.
Gedenktaitp:
14. 2. 1915 Adolf Thüriings, Gestalter der alt-kathoi
turgie, gestorben.
20. 2. 1810 Andreas llofer erschossen.
I
O Herr, mach mich zum Werkzeug Deines Friedens, daß ich Liehe übe, da wo man haßt,
daß ich verzeihe, da wo man sich beleidigt, daß ich verbinde, da wo Streit ist,
daß ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält, daß ich ein Licht anzünde, wo die
Finsternis regiert,
daß ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Ach Herr, laß Du mich trachten, nicht daß ich getröstet werde, sondern daß ich tröste,
nicht daß ich verstanden werde, sondern daß ich verstehe, nicht daß ich geliebt werde,
sondern daß ich liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt, wer sich selbst vergißt, der findet, wer verzeiht,
dem wird verziehen, und wer da stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen.
Franziskus von Assisi
mn
D
Fastnacht [SA 7.18 SU 18
.13]
M
Aschermittwoch (V)
D
Kunigunde, Kaiserin f 1039
F
Casimir, poln. Prinz f 1484
S
Hinkmar von Reims f 967; Friedrich
1
s
1. Fastensonntag (V) [SA 7.07 SU 18.21]
M
Thomas von Aquin f 1274
D
Franziska, Römerin f 1440
M
I. Quatember
D
Christoph
F
Walter
•S
Gregor d. Große f 604
>S
2. Faslensonntag (V) [SA 6.52 SU 18.33]
®
M
Mathilde - Meta f 968
D
Longinus, Mart, f um 60
M
Cyriacus, Patriarch f 606
D
Patrik, Glaubensbote f 464 Irland
F
Cyrill v. Jerusalem f 386; Anselm, Abt, f
803
S
Josefstag
-S
3. Fastensonntag (V) [SA 6.36 SU 18.45]
€
M
Benedikt von Nursia, Ordensstifter f 542
D
Nikolaus v. d. Flüe; Karin v. Schweden
M
Otto; Eberhard
D
Gabriel, Erzengel
F
Maria Verkündigung (W)
S
Ludger v. Münster f 809
^S 4. Fastensonntag (V) [SA 6.20 SU 18.56] #
M Guntram, Kön. d. Frank, u. Burg, f 593
D Ludolf von Corvey f 983
M Roswitha
D Balbina, Tocht. d. hl. Quirin, Rom f 130
Gedenktage:
• 1924 starb Bischof Dr. Eduard Herzog.
1 F Walarich v. Leukone f um 622 [SA 6.09
2 S Theodosia, Marl, f 308 SU 19.04]
3 S
Passionssonntag (V) [SA 6.04 SU 19.08]
4 M
Isidor; Kunigunde
^
5 D
Maximus
6 M
Notker von der Reichenau f 912
7 D
Hermann-Josef
8 F
Albert von Jerusalem f 1214
9 S
Waltraud in Flandern f 686
10 S
Palmsonntag (V) [SA 5.49 SU
19.19]
11 M
Leo d. Gr., Rom f 461
®
12 D
Julius, Rom t 352
13 M
Hermenegild, Gotenprinz f 584
14 D
Gründonnerstag (W)
15 F
Karfreitag (Schw)
16 S
Karsamstag
17 S
Osterfest (W) [SA 5.34 SU
19.30]
18 M
Ostermontag
€
19 D
Leo IX., Elsässer f 1054
20 M
Adelher; Viktor
21 D
Anselm v. Canterbury f 1109
22 F
Cajus, Mart. f 296
23 S
Georg, Hauptm. f 303
24 S
Weißer Sonntag (W) [SA 5.20 SU
19.42]
25 M
Markus, Evangelist
#
26 D
Trudbert f 643
27 M
Tertullian
28 D
Vitalis, Apostel v. Tirol f 730
29 F
Robert t 1157
30 S
Katharina von Siena f 1380
Gedenktage:
26. 4. 860 starb der hl. Paschasius Radbertus, gelehrter Bene-
diktinerabt von Corbie, Er machte den ersten Ver-
such einer Gesamtdarstellaing der Euchariistielehre
mit spekulativem Einschlag.
Gott, mein Gott! Ich vertraue auf Dich! Du wirst mir beistehen. Du bist meine Zuflucht,
und ich werde nichts zu fürchten haben. Denn Du bist nicht nur bei mir, sondern Du
bist in mir und ich in Dir.
Gott, Du bist meine Hoffnung! Auf Dich vertraut meine Seele. Gott, wer hoffte jemals
auf Dich und ward getäuscht? Ich traue Dir ganz und werde nimmer zuschanden
werden. Du bist mein Vater! Herr Gott, Du bist der Freund meiner Seele, der König
meines Herzens. O guter Heiland, Du bist mein Herr, mein Helfer und meine Zuflucht.
Franz von Sales
Ich lobe Dich, mein Gott, der Du auf mich wartest mit Deiner Ewigkeit.
Ich lobe Dich, mein Gott, der Du wohnest im Glänze der Herrlichkeit. Ich weiß, Du wirst
vollenden, was Du in mir und anderen angefangen hast. Amen.
dm\
IS 2. S. n. Ostern (W)
2 M Athanasius, Patriarch v.
3 D Kreuzauffindung
4 M Monika f 387 in Ostia
5 D Gotthard von Hildesheim f 1038
6 F Dietrich v. Minden, Mart. f 880
7 S Altfried, Bisch, f 874
[SA 5.06 SU 19.53]
Alexandrien f 373
8 S
3. S. n. Ostern (W) [SA 4.54 SU 20.04]
9 M
Gregor von Nazianz f um 390
10 D
Antonin von Florenz f 1459
11 M
Gandulf; Waidebert @
12 D
Pankratius, 15jähr. Mart. Rom f 304
13 F
Servatiüs von Tongern f 384
14 S
Bonifacius, Mart. in Tarsus f um 295
15 S
4. S. n. Ostern (W) [SA 4.42 SU 20.15]
16 M
Ubald von Gubbio f 1160
17 D
Dietmar von Bremen ^
18 M
Erich, König
19 D
Pudentiana, Villanova f 500
20 F
Bernardin von Siena f 1444
21 S
Ehrenfried; Theophil
22 S
5. S. n. Ostern (W) [SA 4.34 SU 20.24]
23 M
Desiderius von Rennes f 611; Bittag
24 D
Vinzenz von Lerin f 450; Bittag
25 M
Urban f 230; Bittag •
26 D
Christi Himmelfahrt (W)
27 F
Beda f 735; Bruno v. Würzburg
28 S
Wilhelm; Margarete
29 S
«. S. o. Ostern (W) [SA 4.26 SU 20.33]
30 M
Johanna d'Arc
31 D
Petronilla
Gedenktage:
16. 5. 1160 starb der hl. Ubald. Bisdiof von Gubbio, um die
Einführung eines gemeinschaftlichen Lebens der Ka-
noniker verdient, ein Muster apostolisdier Einfach-
heit und Hirtentreue.
28. 5. 1874 Erste alt-katholische Synode Deutschlands, in Bonn.
1 M Regina; Eneko; Alto [SA 4.23 SU 2«
2 D Eugen f 657
3 F Chlothilde f 545
4 S Quirin von Sissek, Kroatien f 309
5 S
6 M
7 D
8 M
9 D
10 F
11 S
[SA 4.20 SU 2
1066
Pfingstfest (R)
Pfingstmontag (R)
Gottschalk, Wendenfürst f
II. Quatember
Primus u. Felician f um 303
Margarita, Königin f 1093 Schottland
Barnabas, Apostel
12 S 1. S. n. Pfingsten (Dreifaltigkeit) (G) [SAj
13 M Antonius von Padua f 1231 SU
14 D Basilius v. Caesarea f 379
15 M Vitus, Modestus u. Crescentia
16 D Fronleichnam
17 F Rambold f 1001 Regensburg
18 S Ephrem der Syrer, Diakon f 373 Edessa
19 S 2. S. n. Pfingsten (G) [SA 4.17 SUj
20 M Adalbert von Magdeburg, Bisch, f 981
21 D Alban, Pr. u. Mart. f 460 Mainz
22 M Paulinus, Bisch, f 431 Italien
23 D Edeltraud, Königin f 679
24 F Johannes der Täufer, Vorläufer Jesu
25 S Wilhelm, Abt f 1042 Italien
[SA 4.19 SU 2
3. S. n. Pfingsten (G)
„Siebenschläfer-Tag"
Irenäus von Lyon f um 202, Biscli. u.
Fest der Apostel Petrus und Paulus
Pauli Gedächtnis; Theobald
Ma
Gedenktage:
15. 6. 1937 Prof. A. Rinkel zum Erzbischof von Ut
weiht.
i
Herr
bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt.
Bleibe bei uns und bei Deiner ganzen Kirche.
Bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt!
Bleibe bei uns mit Deiner Gnade und Güte, mit Deinem Wort und Sakrament, mit
Deinem Trost und Segen.
Bleibe bei uns, wenn über uns kommt die Nacht der Trübsal und Angst, die Nacht des
Zweifels und der Anfechtung, die Nacht des bitteren Todes.
Bleibe bei uns und bei allen Deinen Gläubigen in Zeit und Ewigkeit. Amen.
3ull
aiusuft
Alberich; Alma
Maria Heimsuchung
[SA 4.21 SU 20.50]
4. S. n. Pfingsten (G) [SA 4.23 SU 20.49]
Ulridi von Augsburg f 973
Philomena, griech. Fürstentocht., Mart f 300
Goar
Cyrill (t 869) u. Method. f 885 Mähr.
Kilian f 689; Totnan ®
Veronika; Gottfried
S 5. S. n. Pfingsten (G) [SA 4.29 SU 20.45]
^M Pius, Bisch., Mart. j 155 Rom
ID Sigisbert f 636 Schweiz
^M Anaclet f 155 Rom, P. u. M.
D Bonaventura f 1274, Frankreich C
F Heinrich, Kaiser f 1024 Deutschi.
S Irmgard; Elvira
S 6. S .n. Pfingsten (G) [SA 4.37 SU 20.39]
M Arnold; Arnulf; Friedrich
D Vinzenz von Paul f 1660
M Waldemar
D Praxedes, 2. Jahrhundert, Rom
F Maria Magdalena
S Apollinaris, Bisch, u. Mart. f 75 Italien #
S 7. S. n. Pfingsten (G) [SA 4.46 SU 20.30]
M Jakobus, Apostel
D Anna
M Pantaleon, Mart. f 305 Kleinasien
D Nazarius und Gefährten, Mart. f 68 Mailand
F Martha, Sdiw. d. Lazarus in Bethan. f um 60
S Abdon u. Sennen, Mart. f 250 Rom
S 8. S. n. Pfingsten (G) [SA 4.55 SU 20.20] 3
Gedenktage:
12. 7. 1860 wurden in Damaskus gegen 5000 glaubensstarke
Christen ermordet.
7. 1924 Bischof Paschek zum Bischof gewählt.
1 M Petri Kettenfeier
2 D Alfons t 1797
3 M Lydia; Gaufried
4 D Dominikus f 1221 Italien
5 F Oswald, König f 642
6 S Verklärung Christi
[SA 4.57 SU 20.19]
®
7 S 9. S. n. Pfingsten (G) [SA 5.06 SU 20.08]
8 M Cyriakus, Diakon in Rom f 304, Mart.
9 D Johannes Vianney, Pfarrer von Ars f 1859
10 M Laurentius, Diakon, Mart. f 258 Rom
HD Tiburtius und Susanna f 304 Mart.
12 F Klara von Assisi f 1253
13 S Hippolyt u. Cassian, Mart. f 235/304
14 S 10. S. n. Pfingsten (G) [SA 5.17 SU 19.56]
15 M Maria Heimgang C
16 D Joachim
17 M Hyazinthus f 1257 Polen
18 D Agapitus, Mart. f um 275 Italien
19 F Sebaldus, Bisch, v. Trier f um 600
20 S Bernhard von Clairveaux, Abt f 1153
21 S 11. S. n. Pfingsten (G) [SA 5.28 SU 19.42]
22 M Timotheus und Gefährten #
23 D Richhildis f 1100
24 M Bartholomäus, Apostel
25 D Ludwig, König v. Frankr. f 1270 Tunis
26 F Zephyrin, P. u. Mart. f 217 Rom
27 S Gebhard, Bisch, v. Konstanz
28 S 12. S. n. Pfingsten (G)
29 M Sabina; Meinker
30 D Rosa von Peru f 1617
31 M Paulinus von Trier
[SA 5.38 SU 19.27]
Gedenktage:
9. 8. 1860 starb Ignaz von Wessenberg.
20. 8. 1953 starb Bischof Erwin Kreuzer.
Vater!
Ich will Dir dienen. Laß mich bei meinem Werk geborgen sein in Deinem Schutze. In
Deinem Frieden laß mein Herz sich stillen und Klarheit finden. Sei mir Kraft für die
Arbeit dieses Tages. Gib mir Brot des Lebens, daß icJi nicht ermatte.
Bewahre mich, daß ich nicht Ruhe suche, wo Du mir zu kämpfen verordnest. Zünde
Dein Feuer in mir an, laß es brennen und leuchten in aller Mühseligkeit des Tages.
Amen.
S0mkt
Mokt
1 D Ägidius, Abt f um 725 Frankreich [SA 5.45
2 F Stephan, König f 1038 Ungarn SU 19.19]
3 S Mansuetus, Bisdi. f um 375 Irland
[SA 5.50 SU 19.12]
®
4 S 13. S. n. Pfingsten
5 M Laurentius Justiniani
6 D Hermina u. Eutyche f um 117
7 M Bertin; Herkulanus
8 D Maria Geburt
9 F Gorgonius, Mart. f 303; Korbinian f 730
10 S Otger, Friesenmissionar f 713
11 S 14. S. n. Pfingsten [SA 6.00 SU 18.56]
12 M Guido t 1012 Andernach C
13 D Amatus f um 625 Vogesen
14 M Kreuzerhöhung
15 D Sieben Schmerzen Mariens
16 F Cyprian, Bisch, v. Karthago, Mart. f 258
17 S Hildegard; Badurad
18 S 15. S. n. Pfingsten [SA 6.12 SU 18.41]
19 M Januarius und Gefährten
20 D Eustachius, mit Frau u. 2 Söhnen, Mart. f 118
21 M III. Quatember ®
22 D Emmeran, B. v. Poitiers, Miss. v. Regensburg
23 F Linus, Mart. f um 79
24 S Gerhard v. Ungarn, Mart. f um 1046
25 S 16. S. n. Pfingsten [SA 6.22 SU 18.24]
26 M Rodwin, Trier f 680
27 D Cosmas u. Damian, Zwillingsbr. f um 303
28 M Wenzeslaus, König u. Mart. f 929 ^
29 D Erzengel Michael
30 F Hieronymus, Übers, d. Bibel f 420
GedenktaKr:
16. 9. 1935 starb Rießlcr. Alltestamenller in Tübingen; Texl-
kritiker und Übersetzer.
5. 9. 70. Geburtstag unseres Bischofs.
24. 9. 1889 Utrechter Erklärung der alt-katholischen Bischöfe.
1 S Remigius, Bisch, v. Reims f 535
[SA
2 S 17. S. n. Pfingsten (G) SU ll
3 M Ewald, Miss. Ruhrgebiet f 695
4 D Franz von Assisi f 1226
5 M Placidus, Mart. f 543
6 D Bruno, Gründer von Chartreuse f 1101
7 F Amalie; Gerwis
8 S Birgitta von Schweden f 1373
9 S
10 M
11 D
12 M
13 D
14 F
15 S
18. S. n. Pfingsten (G)
Gereon, Mart. f 304
Burkhard von Würzburg f 754
Maximilian, Bisch, f 300
Eduard, König f 1066 England
Callixt, Bisch., Mart. f 222 Rom
Theresia von Avila f 1582 Spanien
[SA 6.45 SU r
16 S 18. S. n. Pfingsten (G) [SA 6.57
17 M Florentin, Bisch, u. Mart. f 350 Trier
18 D Lukas, Evangelist
19 M Theofried; Frieda
20 D Wendelin f 618 Irland
21 F Hilarion, Einsiedler f 371 Ägypten
22 S Ingbert, Schotte, Miss, an Mosel und Nah
23 S 20. S. n. Pfingsten (G) [SA 7.08 SU 1
24 M Erzengel Raphael
25 D Chrispin, Mart f 287
26 M Evarist, Mart. f 105
27 D Florentius, Straßburg f 693
28 F Simon u. Judas Thaddäus, Apostel
29 S Narzissus; Baldus; Dodo
30 S 21. n. Pfingsten (G) [SA 7.20
31 M Wolfgnng von Regensburg f 994
Gedenktace:
3. 10. 1935 Mussolini fällt in Abcssinicn ein.
5. 10. 1947 Wcihhischof Dr. Otto Sleinwachs in UlrechU
Bisdiof geweiht.
24. 10. 1948 Dr. Stephan Török zum Bischof der alt-ka*
sehen Kirche Österreichs geweiht.
Vater!
Du hast uns voll Unruhe geschaffen. Du hast uns zu Fremdlingen gemacht in dieser
Welt. Laß mich unruhig sein über mein geringes Werk. Laß mich unruhig sein über
die Größe Deines Befehls, und daß ich unheilig bin und ungeschickt zum Gehorsam.
Laß mich unruhig sein über die verrinnende Zeit und jede verlorene Stunde. Laß mich
unruhig sein über meine Sünde und die Sündennot aller Menschen. Laß mich unruhig
sein über die Not Deiner Kirche, und daß noch so viel Menschenwerk an ihr ist. Laß
mich Dein Gericht erwarten in jedem Augenblick. Laß mich unruhig sein und in der
Unruhe Glauben halten. Amen.
^mmkt
i030niößt
D
Allerheiligen (W) [SA 7.24 SU 17.07]
M
Allerseelen (Schw)
D
Hubert; Pirmin, Grund, d. Reichenau f 753 ®
)F
Emmerich von Ungarn
''S
Leonhard f 559
^S
22. S. n. Pfingsten (G) [SA 7.32 SU 16.58]
M
Willibrord, 1. Bischof von Utrecht
iD
Gottfried von Amiens f 1118
M
Theodor
iD
Trudwin f 695 fränk. Priester
!F
Martin, Bisch, f um 400 Frankreich C
S
Kunibert, f 663 Köln
>S
23. S. n. Pfingsten (VolkstFauertag)
M
Josafat t 1623 [SA 7.46 SU 16.48]
D
Albert, Lauingen/Donau f 1280
^M
Bußtag; Otmar von St. Gallen
D
Gregor der Wundertäter f 270 Kleinasien
F
Odo von Kluny
S
Elisabeth von Thüringen f 1231 #
^S
24. S. n. Pfingsten (G)
M
Maria Opferung; Kolumban [SA 7.58
iD
Cäcilia aus Rom, Mart. f um 200 SU 16.38]
M
Clemens, Bisch, und Mart. f 101
iD
Chrysogonus, Mart. in Aquileja f 304
F
Katharina v. Alexandrien f 300 3
S
Virgilius, Miss, in Kärnten f 784
1 D Eligius, Bisch, f 659 Frankr. [SA 8.12 SU 16.29]
2 F Bibiana, Jungfr. Mart. f 363 Rom
3 S Franz Xaver, Miss., Apostel Indiens f 1552 @
S 1. Advent-Sonntag (V) [SA 8.07 SU 16.32]
M Saturnin, Mart. 3. Jhdt.
D Gaston, Vendee, Frankreich f um 1009
M Andreas, Apostel
Gedenktage:
11. 1951 wurde Johannes Josef Demmel in Essen zum
Bischof geweiht.
11. 1110 starb Gebhard III., Bischof von Konstanz, Bene-
diktiner von Hirsau.
4 S
5 M
6 D
7 M
8 D
9 F
10 S
[SA 8.16 SU 16.28]
2. Adventsonntag (V)
Sabbas, Jerusalem f 532
Nikolaus f um 350 Kleinasien
Ambrosius, Bisch, f 397 Mailand
Maria Empfängnis
Leokadia, Mart. in Toledo f 305
Meinhard, Apost. von Livland f 1196
11 S 3. Adventsonntag (V) [SA 8.25 SU 16.26] C
12 M Synesius
13 D Lucia, Mart. in Syrakus f um 303
14 M IV. Quatember
15 D Christiana f um 750 England
16 F Adelheid, Kaiserin f 999
17 S Sturmius, Miss, der Sachsen f 779
18 S 4. Adventsonntag (V) [SA 8.31 SU 16.26] #
19 M Nemesius, Mart. in Ägypten f 250
20 D Amon, Worms f 874
21 M Thomas, Apostel
22 D Jutta; Zeno von Verona f 370
23 F Dagobert f 679
24 S Heiliger Abend
25 S Weihnachtsfest (W) [SA 8.35 SU 16.30] 1
26 M 2. Weihnaehtstag
27 D Johannes, Apostel und Evangelist f um 100
28 M Unschuldige Kinder
29 D Thomas von Canterbury, Mart. f 1170
30 F Irmina, Äbt. f 708 Trier
31 S Silvester, Bisch, f 335 Rom
Gedenktage:
7. 12. 1835 wurde geboren Joseph Pothier O.S.B., Choralfor-
scher, Gründer der sog. Schule von Solesmes.
28. 12. 1934 starb Bischof Dr. Georg Moog.
Der Auferstandene
Bron7,crclK'f Hans Dimmcndahl
Der Du Die Zeit in Hönöen baft
Der Du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
und wandle sie in Segen.
Nun von Dir selbst in Jesu Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.
Da alles, was der Mensch beginnt,
vor seinen Augen noch zerrinnt,
sei Du selbst der Vollender!
Die Jahre, die Du uns geschenkt —
wenn Deine Güte uns nicht lenkt — ,
veralten wie Gewänder.
Wer ist hier, der vor Dir besteht?
Der Mensch, sein Tag, sein Werk vergeht:
Nur Du allein wirst bleiben.
Nur Gottes Jahr währt für und für;
drum kehre jeden Tag zu Dir,
weil wir im Winde treiben.
Der Mensch ahnt nichts von seiner Frist,
Du aber bleibest, der Du bist
in Jahren ohne Ende.
Wir fahren hin durch Deinen Zorn
und doch strömt Deiner Gnade Born
in unsre leeren Hände.
Und diese Gaben, Herr, allein
laß Maß und Wert der Tage sein,
die wir in Schuld verbringen.
Nach ihnen sei die Zeit gezählt,
was wir versäumt, was wir verfehlt,
darf nicht mehr vor Dich dringen.
Der Du allein der Ewige heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
Laß — sind die Tage auch verkürzt,
wie wenn ein Stein in Tiefen stürzt —
uns Dir nur nicht entgleiten.
Jochen Klepper
Jit so frohen Herzens, wie mancher Vor-
t iger als Herausgeber der Jahrbücher, kann ich
•' 1 Reigen eröffnen. Da für mich die Herausgabe
seres alt-katholischen Kalenders und Jahr-
ches in sich fragwürdiger ist. Man kann es nicht
, 'antworten, zu schreiben und zu redigieren,
\ nn das nur so nebenher in der Verpflichtung
, • Seelsorge und Redaktion der Kirchenzeitung
j chehen soll. Die Ehrfurcht und Verantwortung
\ - dem Wort bestimmt mich. Es gehört viel Mut
' zu (oder gar Leichtsinn^), ein Wort der Öffent-
\ \keit zu übergeben. Nun zwang mich einfach
\ ' Tatbestand dazu, das Jahrbuch 1960 muß er-
j leinen. Zudem bedrückt mich die Tatsache, daß
'ologische Aussage — sie ist dringender denn
notwendig — nicht ankommt, weil wir die
rm noch nicht gefunden haben, den Menschen
ite anzusprechen. Und es kann doch nicht Auf-
g eines Jahrbuches sein, einige wenige nur zu
eichen. Immer mehr verfestigt sich in mir der
imsch, zu einer neuen Form des Jahrbuches zu
den, das den Kalendercharakter zumindest für
le Jahresausgahe hintanstellt. So dachte ich
r etwa die Lösung, daß für das eine Jahr ein
lender erscheint mit Kalendarium,den kirchen-
itlichen Verzeichnissen. Wobei dieser Kalender
hr auf den schlichten Volkston abgestimmt sein
' '>hne in einem seichten Allerlei zu enden. Das
ide Jahr könnte ein Jahrbuch anbieten, in
<Ue immer wiederkehrenden Amtsverzeich-
Kalendarium u. ä. entfielen und der Ertrag
>r zweijährigen ernsten, wissenschaftlichen
Arbeit angeboten wird. Dieser Turnus von zwei
Jahren hätte auch den Vorteil, daß die Arbeiten
gediegener vorbereitet werden könnten. Ich sehe
in diesem Vorschlag fast die zur Zeit einzige
Möglichkeit, eine Herausgabe wissenschaftlicher,
allgemein zugänglicher Beiträge einem größeren
Kreis anzubieten. Es könnte sich daraus mit der
Zeit eine Reihe wertvoller Materialsammlungen
in Alt-catholicis ergeben, die über den armseligen
Broschürenstand hinaus Beachtung fänden. Daß
sich Schwierigkeiten betreff des Absatzes ergeben
könnten, habe ich wohl bedacht, aber Solidarität
und Verantwortung für das gesamte Anliegen
sollten darüber hinweghelfen.
Was ich im vorliegenden Kalender anbiete,
möge man als Kalender-Jahrbuch mit gemischter
Kost annehmen. Ich habe meinem Vorgänger
Herrn Pfr. Paul Pfister herzlich zu danken für
die mühsame Arbeit der letzten sieben Jahr-
bücher. Ich danke allen Mitarbeitern und der Fa.
Mandruck Th. Dietz für die ausgezeichnete gute
Arbeit.
Wenn ich mit Versen von Dietrich Bonhoeffer
schließe, so will das mehr sein, als ein schöner,
feierlicher Abschluß:
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend wie am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
Benno Schake
11
Beridbt der Bistümer
Jahresrückblick Juli 1958/59
für das deutsche Bistum Bonn
In einem kurzen Rückblick auf die Zeit von Juli
1958 bis Juli 1959 nehmen naturgemäß die Kir-
chenneubauten im Bistum eine besondere Stellung
ein, sind sie doch auch Ausdruck des Gemeinde-
willens, zur lebendigen Mitte im Hause Gottes
und im Gottesdienst zu finden.
So konnte unser Herr Bischof am 3. Advent-
sonntag, den 14. Dezember 1958, die neue St.
Johanneskirche in Kommingen weihen.
Auf die Bedeutung gerade dieses Gotteshauses auf
dem Randen wurde vielseitig hingewiesen. Daß
im St. Konradsblatt der Erzdiözese Freiburg eine
breitere Abhandlung über die alt-katholische Be-
wegung in den Randengemeinden daraufhin ge-
geben wurde (die Darstellung verlangte in vielem
eine Richtigstellung), mag andeuten, daß der so-
genannte konfessionelle Friede für viele Leute nur
eine Fassade bleibt. Bedauerlich ist nur, daß damit
dem Anliegen der Kirche keineswegs gedient wird.
Die St. Johanneskirche steht und möge der Kom-
minger Gemeinde aus dem Namen ihrer schönen,
neuen Kirche, mit dem Auferstehungsfenster und
der breitflächigen Altarwand — das Pfingstge-
heimnis darstellend — , eine lebendige Aufgabe
zuwachsen.
Am Rogate-Sonntag, den 3. Mai d. J. weihte
Herr Bischof Demmel in Oberursel die Holz-
kirche, die bisher der Gottesdienstraum der Frank-
furter Gemeinde war. Hier hat Pfr. Pfister dem
Obertaunuskreis der alt-katholischen Diaspora
ein Zentrum geschaffen für den weiteren Ausbau.
Ganz besondere Freude hat im Bistum der
Wagemut der Furtwanger Gemeinde aus-
gelöst, die ein neues Pfarrhaus (an Stelle des
alten gemeindeeigenen Hauses) und eine kleine
Kirche im Kapellenstil errichtet hat. Am 14. Juni
wurde die Kirche geweiht, die eine eigene beach-
tenswerte Note durch die künstlerischen Ausfüh-
rungen der Pfarrerstochter Ursula erhalten hat.
Die junge alt-katholische Künstlerin hat die Kir-
chenfenster entworfen, Tabernakel, Altarkreuz
und Leuchter selbst gestaltet. Die Darstellung des
Auferstandenen im Chorfenster dürfte mit Recht
ermuntern, weiteres Kunstschaffen für unsere
Kirchen aus dieser Hand zu erhoffen.
Im Rahmen der baulichen Arbeiten sei erwähnt,
daß die Gemeinde Mannheim in der Garten-
stadt ein Gemeindehaus erbaut hat, das für den
Vikar in Mannheim-Waldhof eine moderne,
großräumige Wohnung bietet. In Karlsruhe
konnten im Herbst 1958 die Außenfassader
Auferstehungskirche neu verputzt werden.
Aufrichtung eines 14 m hohen Turmhelm
begonnen worden. Der Zyklus der bunten <
fenster in der alt-katholischen Kirche Ba( i
Baden, der Themen der Geheimen Offenba i
neuzeitlich darstellt, konnte durch das letzte
ster: Adentus Domini — die Wiederkunft
Herrn — vorerst abgeschlossen werden.
Essen schuf im Gotteshause ein wür<
Ehrenmal für die Opfer der beiden Kriege. In
der Augsburger Hl. Geistkirche fanc
sehr schönes Tabernakel Aufstellung. 1
Die lebendige Interkommunion mit den Bis«
liehen Kirchen Amerikas fand ihren überzei
den Ausdruck in der Tatsache, daß Herr W
bischof Dr. Stein wachs in mehreren
meinden der Bischöfl. Kirche in Deutschlam
Sakrament der Firmung spendete.
Die Glockenweihen in Kommingen und I
wangen nahm Herr Weihbischof vor.
Vikar Heese organisierte eine Englandft
alt-katholischer Jugend im Juli 1958.
Herr Bischof Demmel besuchte unsere Gen
den in der DDR und konnte den treuen Glaul
genossen Mut und Hilfe geben.
Auf dem „Weißen Stein", im Freizeiten! i
des Bistums, hielt der Bischof vom 7. — 10. Okt^
gut gelungene Einkehr tage für die Pf:
frauen. Die Geistlichen trafen sich vom 2
März zur Einkehr in Bonn unter Leitung
Prof. Küppers.
Zum ersten Male war die Sy nodal vertrc
des Bistums mit den Landessynodalräten zu (
wichtigen gemeinsamen Beratung über Bisti
angelegenheiten zusammengetreten. Durch '.
regelung der Bistumsumlage zu gleichen Lii
aller Landessynoden wurde eine schon lange
lige Hilfe geschaffen.
Am 16. und 17. Februar trat in Bonn
Bischofskonferenz der Utrechter Un
zusammen, die zum Konzilsplan des Papstes
vorläufige Stellungnahme herausgab.
Im Berichtsjahr wurden als Pfarreien a
kannt die Gemeinden: Schleswig Holstein-N
Strand, Bielefeld und Aadien. In Neuötting wi
ein Pfarramt errichtet und mit Pfarrer Gigl
besetzt. In Kassel fand die erste Firmung s
ein Hinweis, daß eine Gemeinde hier heranwä'
Daß in Bremen — im Frühjahr 1958 der (
Gottesdienst — eine rührige Gemeinde am ^
den ist, sei dankbar erwähnt. Pfr. Radei
eher betreut Bremen von Bielefeld aus.
12
tie stets lebendigen Beziehungen zu den in
tschland weilenden Anglikanischen Geistlichen
ief te ein Theologentreffen in Köln vom
-n30. Oktober. Erfreulich ist auch, daß in der
nen, sehr rührigen Gemeinde Nordhalden
I der mit Hauptlehrer Wolfgang Krahl ein alt-
1 iiolischer Lehrer in das neue, beachtliche
i ulhaus einzog.
)ie 40. Bistumssynode in Bonn vom
—21. Mai konnte die langjährigen Arbeiten des
I htsausschusses in der Neufassung der kirchli-
! (1 Ordnung sanktionieren. Unter Vorsitz von
leralvikar H. Hütwohl hatten die Mitglieder
Rechtsausschusses Pfr. Degen, Herrmann,
f. Küppers unter Mitarbeit von Reg. rat Hehn
I Biscliofsrecht, Bischöfl. Ehegericht und Ver-
; nung zum Ehegericht und die Ordnung zur
: anbildung der Geistlichen zum Beschluß durch
Synode vorgelegt. Die Liturgische Kommission
er Vorstiz von Lic. Pfr. Pursch (Mitarbeiter:
f. Küppers, Pfr. Kraeling, Hüdig und Korstik)
\ e in jahrelanger Vorarbeit die Neuherausgabe
I Altarbuches vorbereitet, dessen Drucklegung
1 Synode genehmigte. Mit der Bearbeitung des
\ echismus ist Prof. Dr. Küppers beauftragt, der
i aufgelegt einer vielfachen Not im Unterricht
elfen wird.
Im Berichtsjahr konnten auf 35 — 30- und 25-
jährigen Dienst im Priestertum zurückblicken die
Geistlichen: Pfr. Heinsberg, Kuenz. Prof . Küppers,
Eggert, Schniertshauer, Dr. Roder, Werner
Schmidt, Bernhard Schmidt, Elbert, Hüdig und
Droese. An dieser Stellen seien besonders den
Jubilaren, deren Gedenktag nicht in der Kirchen-
zeitung gebührend hervorgehoben wurde, herz-
liche Segenswünsche gesagt. Es war meistens ihr
eigener Wunsch, kein Aufhebens ihres Jubiläums
zu machen.
In der „Arbeitsgemeinschaft der christlichen
Kirchen in Deutschland" bekundete unsere Kirche
ihren Willen zur interkonfessionellen Verständi-
gung durch Teilnahme an den Arbeitstagungen
in Freudenstadt, Rummelsberg, Mühlheim und
Hamburg.
An der Internationalen alt-kath. Theolo-
gentagung in Wien vom 22. — ^28. September
nahm eine deutsche Delegation mit Bischof Dem-
mel teil.
In diesem Bericht sei auch dankbar die Arbeit
des alt-kath. Frauenverbandes erw^ähnt, der
die Betreuung der Glaubensgenossen in der DDR
und Diaspora zu seinen vornehmsten Aufgaben
zählt. Der Frauenverein Frankfurt beging sein
50jähriges Bestehen.
Die neuerstellte Holzkirche
in Oberursel
13
Daß mit der Ernennung des Herrn Geistl.
Rat H. Hütwohl zum Generalvikar am
1. Januar 1959 der Herr Bischof einen Mann des
Vertrauens und der Verantwortung in die Kir-
chenleitung berufen hat, wird alle mit Dankbar-
keit erfüllen. Über diesen Beridit hinaus bleiben
Wünsche und Erwartungen offen, zumal eine
chronikartige Übersicht nur Ereignisse umfassen
kann. Daß über die sichtbare Festigung im Ge-
füge des Bistums drängende Nöte uns nie zur
Ruhe kommen lassen dürfen, weiß jeder, der
tiefer sieht und der erkennt, daß das Sichtbarwer-
den des göttlichen Heilswillens unser armseliges
Tun nicht benötigt. Der Herr aber nimmt doch
unsern Dienst an, um darin und darüber hinaus
Seine Geisteskraft lebendig werden zu lassen.
B.S.
Das Erzbistum Utrecht in Holland
In der Nacht vom 27. zum 28. Januar brach in
der St. Vitus-Kirche zu Hilversum ein heftiger
Brand aus, der große Sdiäden anrichtete und das
Gotteshaus unbenutzbar machte. Zehn Monate
hindurch genoß die Gemeinde die Gastfreiheit
einer befreundeten Kirche, bis sie dann am 10.
Dezember 1958 die Kirche zur Weihe wieder be-
treten konnte, die Erzbischof Dr. Rinkel vor-
nahm. Am Sonntag, den 13. Dezember 1958 fei-
erte die Gemeinde in der wiederhergestellten und
verschönerten Kirche die heilige Eucharistie. Daß
die Kirche so schnell hergestellt wurde, war nur
der großen und freudigen Opferbereitschaft wei-
ter Kreise der holländischen Kirche zu verdanken.
oerl
rungj
Tabernakel in der Hl.-Geist-Kirdie
Augsburg
In der Kirchenleitung vollzieht sich in
waltungsform augenblicklich eine Ander
von der Synode am 24. November 1958 bei
wurde. Der Bischöfl. Rat wird durch einen S
dalrat ersetzt. Der Bund junger Alt-Katho
beschloß mit Einwilligung der Bisdiöfe t
Jugendleiter für die holländische Kirche s
stellen. Damit wurde ein schon lange geh
Wunsch Wirklichkeit. Dieser Jugendleiter is
jüngerer Priester, der die Aufgabe hat, nichl
der im Bund organisierten, sondern auch der
organisierten holländischen Jugend zu di<
wozu er Mitarbeiter in allen Pfarreien ben'
Pfr. Horstman wurde mit dieser Aufgabe
traut.
Mit Freude wurde festgestellt, daß die
freudigkeit für das neue Seminar in Amers
nicht nachgelassen hat, so daß ein Teil der
auf dem Gebäude ruhenden Schuld wieder ;
löst werden konnte.
Im Jahre 1958 trat die holländische K
durch verschiedene Rundfunksendungen und
in einer Fernsehübertragung am 28. Septe
ins Blickfeld der Öffentlichkeit, was großes 1
esse und Eindruck erweckte. Durch den B»
des Sekretärs einer Missionsgesellschaft derK
von England wurde der Missionsgeist er\s
Mit Billigung der holländischen Bischöfe sei
in der holländischen Kirche eine Abteilung t
Missionsgesellschaft für die Heidenmission i
gen. Für den Kontakt mit ausländischen Kht
war besonders der Besuch des Erzbisdiofs
Utrecht Dr. Andreas Rinkel wichtig, den c^
auf Einladung des Erzbischofs von Ganten
zur Eröffnung der Lambeth-Konferenz mal
Hierbei war auch Gelegenheit gegeben, mit^
tretern der östlichen orthodoxen Kirchen zu
chen. In der St. -Pauls-Kathedrale hielt Erzbi,j
Rinkel den Gottesdienst. j
Im Jahre 1958 waren 1300 Jahre vergangei
der hl. Willibrord, der erste Bischof von Uti
in England geboren wurde. — Die Ncuj
Nummer der holländischen Kirchenzeitung
Oud-Katholiek" zeigte an, daß der 75. Jahj
dieser Zeitung begonnen hat.
Am 10. Januar 1959 feierte Erzbisdiof Dr.
kel von Utrecht seinen 70. Geburtstag. Der Ji
sagte hierzu: „Es ist kein Verdienst, das b
derer Huldigung wert ist. Deshalb möge man^
vor Lob und Jubel bewahren. Parade und
faren sind fehl am Platze." Fast 45 Jahre
Mgr. Dr. Rinkel im Amt der Kirche und hi«
schon 20 Jahre als Bischof. Die Last, die
tragen hat, ist groß. Denn nicht allein die i
geschäfte fordern laufend seine Arbeitskraft!
dern audi die internationalen Beziehunger
14
; dauernde und oft schwierige internationale
respondenz verlangen. Hierfür ist ihm die
che großen Dank schuldig.
roße Trauer verursachte am 13. März 1959 in
holländischen Kirche und darüber hinaus die
hricht vom Tode des hochwürdigsten Herrn
±ofs von Deventer, Mgr. Engelbertus Lager-
•. Eine monatelange Krankheit war voraus-
angen, die ihn aber nicht abhielt getreu seinem
•höflchen Wappenspruch: „Wir wirken für
i Ewigkeit!", bis wenige Tage vor seinem Tode
! ;ig zu arbeiten. Mehr als 54 Jahre hat Bischof
erwey der Kirche gedient, erst als Pfarrer,
1 ter als Bischof. Gerade durch sein „anders
I i als andere" hinterließ er mit seinem Leben
i l Wirken eine Spur, die noch sehr lange in der
! che Hollands und darüber hinaus sichtbar sein
I d. Sicherlich wird eines Tages von berufener
I id ein ausführliches Lebensbild von Bischof
! erwey gezeichnet, in dem eine weitgehende
I ilderung seiner erfüllten Lebensaufgabe darge-
I t wird. Persönlichkeiten wie Bischof Lagerwey
I es nur selten. Aber darum ist die Kirche seiner
} mders eingedenk, nachdem ihm nun die Arbeit
der Hand genommen wurde und der Herr
en Diener zu sich rief.
..m 13. April 1959 vollendete Prof. B. A. van
•?f sein 70. Lebensjahr. Obwohl er 1956 pen-
i liert wurde und seine Gesundheit ihm zu
i iffen macht, ist Prof. van Kleef noch immer
I die Kirche tätig. So werden durch seine ge-
> ckten Hände die Archive der Kirche in Ordnung
J rächt, ein Photoarchiv und Druckstockregister
I gestellt, was viel Kleinarbeit verlangt. Und
|i 5 findet er noch weitere ähnliche Aufgaben zur
l ?digung, wovon andere jetzt und später Nutzen
en werden. Möge Gott Prof. van Kleef für
• en weiteren Lebensabend Kraft und Gnade
' 'nken, weiterhin wirksam bleiben zu können.
ie Gemeinde Arnheim konnte ihr 50jähriges
i tehen feiern. In Paris spendete der Herr Erz-
! hof am 12. April die hl. Firmung.
[it Wirkung vom 1. Juni 1959 wurde der bis-
ge Präsident des Seminars in Amersfoort Prof.
. Jans zum Bischof von Deventer ernannt. Die
P hofsweihe am 7. Juli nahm Erzbischof Dr.
kel in der Kathedrale zu Utrecht vor, Mitkon-
atoren waren Bischof Dr. Küry (Schweiz) und
hbischof Dr. Steinwachs (Deutschland).
M.R.
Das österreichische Bistum
n von Aufbauarbeit berichten. So wurde die
•eile im Mirabellschloß in Salzburg stilgemäß
)viert, nachdem der Sakralbau des berühmten
Taufkapelle
in der St. Johanneskirche Kommingen
Lukas von Hildebrandt im 19. Jahrhundert un-
sachgemäß übertüncht und verschandelt worden
war. In Wien-Eslarngasse konnte die Christus-
kapelle erneuert und in Wien-West ein Grund-
stück für den geplanten Kirchenbau erworben
werden.
Im September 1958 trat in Wien die Internatio-
nale Alt-katholische Theologentagung zusammen,
die von den Wienern bestens organisiert war. Die
Bistumssynode im Oktober befaßte sich mit An-
trägen betr. Kirchenrecht und Liturgie. Anstelle
von Direktor Nasinski übernahm der bisherige
Vizepräsident Reg. Amtmann Dr. Franz Speierl
das Präsidium der Synode. Am 24. Oktober 1958
konnte Herr Bischof Dr. Török auf 10 Jahre
bischöfliche Amtszeit zurückblicken. Geistl. Rat
Josef Ferge feierte in der Gemeinde Graz das 65-
jährige Priesterjubiläum. Gottes Segen den Ju-
bilaren. Dem ökumenischen Rat der Kirchen von
15
Portal der all-kalli.
St. Salvatorkirche in Wien
Österreich ist auch das kath Bistum Wien der
Alt-Katholiken angeschlossen.
Die alt-katholische Kirche
der Schweiz
In Mühlin ist die Christuskirche in den Allein-
besitz der Kirchengemeinde übergegangen. S o 1 o -
thurn erstellte eine neue Orgel und der Umbau
der ehrwürdigen Augustinerkirche in Zürich
schreitet seiner Vollendung entgegen. In Zürich-
örlikon erstand ein Gemeinde- und Pfarrhaus,
der Chor der Elisabethkirche wurde erneuert und
T r i m b a c h erbaute ein neues Gemeindehaus auf
dem Grund des alten. In Ölten wurde für das
Gotteshaus eine neue Heizungsanlage errichtet.
Vorbildlich darf man die Diasporapflege in der
16
Schweizer Kirche nennen, die aus den opter^
gen Leistungen der Gemeinden erwächst, i
reiche Veranstaltungen der kirchlichen Vei
l)ekundeten das Leben der Gemeinden. Beach
verdienen die Ministranten- und Leiterinnenk
die Einkehrtage im Bärghüsli, Organisten-
Dirigentenschulungen. Nach 40jähriger Täti
des Pfarrers Dr. Otto G i 1 g übern
Pf r. Willi mann von Zürich aus die Seeb
im Tessin. Allzu früh wurde abberufen
Willy Schwarz, Wallbach, der noch
letzten Kalender der Schweizer Kirche herai
geben hatte. Große Beachtung fand der Hi
brief von Bischof Dr. Urs Küry: „Der C
und die Atombombe". Auf der Nationalsy
konnte der Bischof die erfreuliche Zunahmi
Theologiestudierenden erwähnen. Die gut i
barlichen Beziehungen an der deutsch-schwei
sehen Grenze bekundete die Teilnahme
Schaffhausener Kirchenchores mit
Paul Heinz an der Einweihung der St
hanneskirche in Kommingen. Wie in den «
sehen Pfarrkonferenzen befassen sich aucl
Schweizer Pfarrer in grundlegender Studiena
mit den Problemen einer Liturgieerneuerun^
Gregorianik soll in den einfacheren Formen
genommen und sangbar gemacht werden. „Ui
Liturgie darf kein Museumsstück werden".
Die National-Alt-katholische Kirclie in Kro
Die IV. Synode vom 7. und 8. September 19i
Stenjevic unter Vorsitz des Präsidenten P'
Dr. Mohorovicic nahm die neue kirch
Verfassung an, bewilligte die Einführung
Altarbuches und die Spendung des hl. All
mahles unter beiden Gestalten in der Forna
Intinktion (Eintauchen der Hostie in den V
in den Gemeinden, in denen die Gläubige
wünschen. Zum Bischof wurde der bisherige V
bischof und Bi stums verweser VI ad
Kos gewählt. Die Aufnahme der Kroati>
National-Alt-Katholischen Kirche in die Utre
Union wurde auf der Bischofskonferenz 19
Bonn bestätigt.
Jedei Tag ist ein neues Leben,
jedes Erwachen und Aufstehen eine kleine Gi
jeder frische Morgen eine lileine Jugend
und jedes Zubettgehen und Einschlafen ein k
Tod. Schopenhaue
Gedenktage 1960 ohne Tagesdatum
1560
ÖU Paulus auf dem Transport nach Rom. um 1460
410 Gründung des Klosters Lerin auf einer Insel gegen-
über von Cannes. Es wurde Pflanzschule für den gan-
zen Klerus von Südfrankreich und brachte viele
Meilige, große Bischöfe und Gelehrte hervor.
(10 starb Ruünus. Er hat dem Abendland durch gute
Übersetzungen reiche, im Original zum Teil verlo-
rene Schätze der griechisch-christlichen Literatur er-
schlossen.
460 Erste Darstellung des Gekreuzigten (am Portal von
Santa Sabina in Rom).
560 Entstehung der „Institutionen" des Cassiodor (Theo-
dorichs Staatskanzler). Durch sie wird die Pflege der
Wissensdiaft in den Klöstern über das ursprünghch
von Benedikt vorgesehene Maß hinaus zur Pflicht ge-
macht. Somit wurden dem Abendland die Handschrif-
ten bewahrt, ohne die uns die Antike für immer ver-
sunken bliebe.
560 wurde geboren der hl. Isidor von Sevilla, Erzbischof.
Er war der große Enzyklopädist und Schulmeister
des Mittelalters.
860 begannen Nordleute (schwedische und norwegische
Ruderer), Rus = Ruderer (daher Russen) genannt,
unter den Slaven ein Reich in Kiev am Dnjepr zu
gründen.
860 war Otfried von Weißenburg, gelehrter Mönchsdich-
ter aus dem Elsaß, Fortsetzer der Bemühungen Karls
des Gr. um die Begründung eines deutschen Schrift-
tums.
960 wurde geboren Fulbert, Bischof von Chartres, der
bedeutendste Theologe des beginnenden 11. Jahr-
hunderts.
960 begann Roswitha, Kanonissin von Gandersheim, die
erste deutsche Dichterin, ihr dichterisches Werk in
lateinischer Sprache; geschichtliche Darstellungen in
gebundener Rede, Epen, Dramen.
960 wurde geboren der hl. Godehard, Bischof von Hildes-
lieini, Verfecliter der Cluniazenserreform, Erbauer
vieler Kirchen, verdient um das Schulwesen.
960 wurde geboren der hl. Bernward, Bischof von Hil-
desheim. Wie die führenden Bischöfe der Ottonenzeit
verband er Christliches und Irdisches in spannungs-
reicher Harmonie. In technischen Künsten gebildet,
hob er in Hildesheim Baukunst, Malerei, Erzgießerei,
Goldschmiede- und Buchkunst zu hoher Blüte.
960 Johann XII., ITjährig zum Papst gewählt, ruft Otto
d. Gr. gegen Berengar nach Rom.
1060 der Bamberger Ezzo schildert in mittelhochdeutscher
Sprache feierlich die Heilstaten Gottes.
1060 der Dom zu Augsburg erhält monumentale Scheiben,
die ältesten in der Geschichte der Glasmalerei.
1160 Paris gewinnt seine bleibende Sonderstellung in
Theologie und Philosophie.
1160 Baubeginn der Kathedrale zu Laon.
1160 Nach einem Kreuzzug gegen die Finnen stirbt der
schwedische König Erich der Heilige bei einem Mord-
überfall in der Kathedrale von Uppsala.
1160 entsteht das oberbayerische „Spiel vom Antichrist",
das in feierlicher Idealität das weltgeschichtliche Ziel
des irdischen Staatenlebens aufzeigt. Es spiegelt uns
den Geist der Barbarossazeit.
1260 Beginn des Baues der Marienkirche zu Lübeck (fran-
zösische Kathedralgotik in Backstein übertragen).
1260 entstehen die Plastiken am Dom zu Naumburg. Sie
zählen zu den großartigsten Leistungen deutscher
Plastik.
1260 Nikolo Pisano, erbaut die steinerne Kanzel im Bapti-
sterium zu Pisa, dabei zurückgreifend auf die Vor-
bilder des antiken Imperiums.
1460 Gründung der Universität Basel.
1460 Pius II. (Aeneas Sylvius de Piccolomini) erläßt nach
bösen Erfahrungen mit einer Kirchenversammlung,
die damals die Zusammenfassung fortschrittlicher
Kräfte hemmte, eine Bulle gegen die Appellation an
ein allgemeines Konzil.
1460 wurde geboren Peter Vischer, Nürnberger Erzgießer.
Seine Kunst, weder Spiegel der irdischen Mannigfal-
tigkeit noch der erregten Seele, stellt in der Har-
monie der Linien und Formen die feierliche Welt der
Heiligen und der vornehmen geistlichen und weit- 1860
liehen Gesellschaft dar.
1460 wurde geboren in Osterode am Harz Tilman Riemen- 1860
Schneider, ein aufs übernatürliche gerichteter Künst-
ler. Der Bildhauer und Bildschnitzer fränkischer
Spätgotik arbeitete seit 1483 in Würzburg, formte in 1910
lyrischer Zartheit beseelte, still melancholische, leid-
verklärte Gestalten. (Altäre zu Rothenburg und Creg-
lingen/Tauber.)
1560
1560
1560
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1660
1660
1760
1835
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1860
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1860
1860
wurde geboren der Maler-Visionär Hieronymus Bosch
im flämischen Hertogenbosch. In ihm feiert das ster-
bende Mittelalter sein letztes Pandämonium. Spät-
antike Gnosis, hohe Mystik, Hexenwesen, Engel-,
Menschen- und Dämonenwelt wird in Boschs Para-
dies- und Höllenbildern noch einmal unüberbietbar
anschaulich. „Ein Weiser, ein Eulenspiegel, der sei-
ner süclitigen Welt den Spiegel vorhält." In seinen
Höllenbildern finden Visionen der „Apokalypse des
Paulus" (5. Jhdt.) ihren Niederschlag,
die Moskauer Basilius-Kathedrale wird nach 5jäh-
riger Bautätigkeit vollendet. Sie ist das Hauptwerk
altrussischer Architektur. Zeltgedeckter Zentralturm
mit den ihn umschließenden 8 Kuppelkapellen auf
gleichem Sockel errichtet (= 8 Siege des Zaren über
die Wolgatartaren). Die polychromierten, voneinan-
der formverschiedenen Zwiebelkuppeln wirken wie
ein vielfarbiger Blumenstrauß, dennoch sind sie har-
monisch, weil Hauptzüge einheimischer Holzarchi-
tektur tragend,
starb Melanchthon.
wird in Schottland die calvinistische schottische
Staatskirche erriditet trotz blutiger Verfolgungen
durch katholische Herrscher.
in England treten die Calvinisten unter dem Namen
„Puritaner" auf.
die Kurpfalz geht zum Calvinismus über, der 3 Jahre
später im Heidelberger Katechismus seine deutsche
Bekenntnisschrift erhält.
wurde geboren Jakob Prandtauer, genialer Kloster-
architekt im österreichischen Barock. Er ist der Er-
bauer von Melk, des vielleicht schönsten Benediktiner-
klosters der Welt.
wurde geboren der Meister des norddeutschen Ba-
rock, Andreas Schlüter.
stirbt der Spanier Velasquez, einer der größten Ma-
ler aller Zeiten. Begründer des Hochbarock. Auch die
trockensten Aufträge wandelte er zu tiefsten farbigen
Offenbarungen.
wurde geboren Saint Simon, der Gründer des „Fran-
zösischen Sozialismus". Er verkündete eine Religion
der Nächstenliebe in der neuen „organischen" Welt-
periode.
Lacordaire nimmt seine berühmten Konferenzreden
in Notre Dame zu Paris auf.
Nach dem englisch-französischen Krieg gegen China
erhielten europäische Missionare Zutritt in das In-
nere des Landes.
Lincoln zum Präsidenten der Vereinigten Staaten
gewählt.
Der Diktator Garibaldi schafft nach seinem sizilischen
Siegeszug das „eine und unteilbare Italien".
Das Poblem des Nilursprungs wird gelöst,
wird geboren in Belgien der väterlicherseits englische
James Ensor, ein Malergenie eigener Art.
wurde geboren Friedrich Naumann, Theologe und
Sozialpolitiker. Er suchte in liberaler Art die Ver-
bindung Kirche — Arbeiterschaft aufrechtzuerhalten.
Gründete 1896 den national-sozialen Verein, der frei
war vom Rassebegriff. Später Vors. der Dt. Demo-
kratischen Partei.
starb F. C. Baur, Vertreter des Theologischen Hege-
lianismus, eine Mittelstellung einnehmend zwischen
dem radikal-kritischen D. F. Srauß und dem konser-
vativen E. Biedermann.
wurde geboren Anton Tschechow, der geniale rus-
sische Kurzgesdiichten-Erzähler. In kleinen, die
Spannweite von Romanen umfassenden Erzählungen
hat er die Kunst des Kürzens zur Virtuosität aus-
gebildet. Wie mit impressionistischen Tupfern läßt
er das Bild des Lebens erstehen,
starb in Frankfurt a. M. der Philosoph Schopen-
hauer. In der metaphysischen Deutung des Lebens
Objektivation eines metaphysischen Willens. Dieser
Wille objektiviere sich in der Musik unmittelbar. We-
gen dieser Erhebung der Musik ins Metaphysische wur-
de Richard Wagner sein besonderer Bewunderer. Das
System hatte um die Mitte des 19. Jhdts. starke Wir-
kung, da die Sprache Schopenhauers klar, eindring-
lich und bilderreich ist.
starb Peter Friedhöfen, Gründer der Barmherzigen
Brüder von Trier.
starb Friedrich Silcher, Musikdirektor in Stuttgart,
komponierte einfache und ausdrucksvolle Lieder im
Volkston.
fand die erste große ökumenische Veranstaltung des
Protestantismus statt: die Missionskonferenz von
Edinburgh.
Fr, Kraeling
17
y
Die Einheit Aeie Kirche
P\t. E. Volz
Wenn die ständige Gegenwart des Hl. Geistes und sein
Wirken in der Kirche als wirkliches Geistgericht über
die Kirche verstanden wird, dann wird uns in heil-
samer Ernüchterung eines fühlbar sein müssen: Der
ständige Schmerz über die mangelnde, verlorenge-
gangene Einheit der Kirche. An jenem ersten Pfingst-
feste war den Beteiligten die Einheit mit Christus und
die Einheit untereinander als Erlebnis und Wirklich-
keit gegeben worden. Es ist kein Zufall, daß die junge
Kirche dieses Gnadengeschenk solcher zwiefacher Ein-
heit pries und zu erhalten gesonnen war. Anders dürf-
ten wir jenes eucharistisdie Hochgebet der Urkirche
nicht verstehen. „Wie dieses Brot zerstreut war auf
den Gefilden und zusammengebracht wurde zu einem
Stücke, so möge Deine Kirche zusammengebracht wer-
den von den Enden der Erde in Dein REICH."
So wird sich auch die Gültigkeit der kirqjilichen Ar-
beit und seelsorgerlichen Bemühung daran prüfen
müssen, daß wir das schuldvoll-unschuldig über uns
verhängte Übel der kirchlichen Zerspaltenheit als eine
Not erkennen, die jedoch in das Licht einer Ver-
heißung gebradit werden soll.
Wir bleiben durchaus im Bereich menschlicher Er-
wägungen, wenn uns die Beobachtung bestimmen
würde, daß eine geschlossene Phalanx der Kirchen
erst imponierend wäre für die Außenstehenden und
so sich auch weltweite erfolgversprechendere Mis-
sionsmaßnahmen einheitlich treffen ließen und daß
durch einen solch corporativen Zusammenschluß ver-
mutlich alle christentumsfeindlichen Kräfte überwun-
den oder dodi zurückgehalten werden könnten. Im
Credo und Bekenntnis der Kirche Christi sollten der-
artige Argumentationen eine immer untergeordnete
Rolle spielen. Je mehr wir bei der Urkirche und ihrem
Zeugnis in die Schule gehen, desto mehr wird deutlich
werden, daß taktische, äußerliche organisatorische
Momente durchaus nicht das Merkmal charismatischer
Einheit bewahren gesdiweige denn schaffen können.
Die Kirche als Leib des gekreuzigten und erhöhten
HERRN muß das sein und werden, was sie im Wesen
ist und sein muß: die eine, heilige, die christkatho-
lische, die apostolische Kirche. Solange sie sich so
versteht, ist sie Kirche des einen HERRN Jesus Chri-
stus.
Gewiß sind die Heimsudiungen und Erschütterun-
gen der Zeit, nicht weniger das Abblättern im Bau-
werk der Gesamtkirche ernsthafte gerichtmäßige Zei-
chen. Der Bodenverlust auf dem Relief der kirchlichen
Arbeitsfelder und der Abbruch des Gespräches zwischen
christlichen Gruppen sind letztlich aber nichts als
Beweise und herbe Früchte eines Substanzverlustes
der Kirche insgemein. Wir stehen sehr nacliweislich
in der Gefahr, die Mitte zu verlieren, aus welcher die
getaufte Welt leben muß.
Jede Resignation, jedes Sichabfinden mit dem be-
stehenden Zustand, fördert die Zerrissenheit. Sie wird
konserviert durch die Vorurteile, die sich einem wah-
ren Gespräch irgendwelcher Partner entgegenstellen.
Niemand wird dem Versuch gewaltsamer Bekel
einen Segen zusprechen, ebensowenig aber aud ;
Harmonisierungsversuchen in Dingen, wo wir
nodi keine tragfähigen Pfeiler einer verbinde
Brüdce zu erkennen vermögen. Die Einheit der Is
wird überhaupt nicht gemacht und veranstaltet
den können. Kirchengeschichte ist insofern eine h
unromantische Angelegenheit. Eine gefühlsm
Verschwommenheit der Begriffe hilft uns auch
weiter. Trotz allem müssen wir eine rechte Ad
haben vor dem geschichtlich Gewordenen und
Gott Zugelassenen und immer wieder bitten um
Willigkeit aller für das Wirken des Hl. Geistes,
eher die Kirche schuf und auch heute noch schaff
der allein die Gesamtkirche nach Christi Verhei
in alle Wahrheit führen, leiten und heiligen wil
Von wesenhafter Wichtigkeit wird die Bedei
des Sakramentes und der Verkündigung sein
letztlich ihr gemeinsames Mysterium haben ii
heiligen Gegenwärtigkeit Christi. Was einst um
mer wieder Anlaß zu fruchtlosen zerspaltenden
einandersetzungen war, muß immer mehr der Ar
sein für die wiederzuerlangende Einheit, die ja
terdings irgendwie eine sichtbare werden soll.
Aus alle dem wird bewußt werden, wie wen!
Pharisäertum hier Pate stehen darf, daß viel
solche wahre und echte unasanctamäßige Bemii
von einer selbstlosen demütigen Dienstbarkeit
muß, die nicht das Eigene sucht. Es ist ein Brü
bau der Barmherzigkeit zueinander. Wir meinen
Selbstvergessenheit, sondern eben die Vergegei
tigung des eigenen wie des anderen Anliegens, 1
Windung der Unkenntnis unsrer selbst wie der i
ren. Es muß nicht gesagt werden, daß hier das
der Fürbitte unmittelbar neben einer unerbittl
Selbstkritik stehen wird. In mehrfadien Beiträge
Radio Mündien durch Berth. Olbrich Darstellii
vermittelt, welche einen Einblick in eine kirch
schichtliche Auswertung geben, auch und gerade
Zusammenhängen, an denen sich allzu oft dit
müter erhitzt haben und eine sachlidie Gespr
führung unmöglich gemacht wurde. In dieser
tung wird die kirchliche Pädagogik und das Stu
der Theologie selbst immer mehr gehen müssen
diese Weise wird der eigene Gesichtskreis keii
Spuren von Geblähtheit aufweisen und zugleich
tragischen Isoliertheit entgehen können.
Eine solche Selbstaussage wird auch befähigt
ben, immer zu unterscheiden zwischen zeitgesd
lieber Bindung und dem Wort bzw. Geschehni^
göttlichen Offenbarung selbst, zwischen dem, wa
einem bestimmten Zeitabsdinitl verständlich und
was von ewig-bleibender Gültigkeit ist. So sin«
auch nicht überrasdit, durch die Feststellung, di
die empiri.sch vollendete Kirche nodi nicht gibt,
dern daß sie werdende Kirdie bleiben muß bi
dem Zeitpunkt, den der HERR Seiner Erschei
vorbehalten hat.
18
M)ie Rückschau auf das, was die Urkirche gekenn-
Anet hat, nämlich jene Einheit zwischen Leib und
upt wie der Glieder untereinander wird nun zu
recht dem Vorwurf ausgesetzt werden können,
e solche Schau der Dinge hieße das Rad der Ge-
I ichte zurückdrehen, sei in diesem Sinne reaktionär.
f Wirklichkeit ist die skizzierte Betrachtung der zu
henden Einheit wahrhaftig flüssig und eigentlich
tschrittlich, wenn nur auch tatsächlich in Theorie
i Tat zu den Quellen, zur Quelle Christus gegangen
d. Nicht die Weisheit der Theologen und nicht das
wußtsein der Gesamtkirclie verleiht der Kirche die
versieht des Heiles und die Einheit, sondern Christi
)rl, Tat, Geist und Gegenwart.
Unschwer ließe sich das Gebiet zwischenkirchlicher
Gespräche und gegenseitiger Auslassungen mit einer
Fahrt nach fernem Land bei mancherlei Wind ver-
gleichen. Noch sind es wenige Tauben, die von Bord
der Schiffe aufsteigen und zuweilen noch weniger,
welche mit einem Ölzweig des Friedens zurückkehren.
Die Verheißung der Einheit der Kirche ist dadurch
aber weniger in Frage gestellt als nur angefochten,
um die Wahrheitsfrage immer neu zu erfahren. Die-
nen wir einer Wahrheit, die nicht auf Kosten der
Liebe, und einer Liebe, die nicht auf Kosten der Wahr-
heit geht! Wie aber soll die Welt zu einer einheitlichen
Ordnung gelangen, wenn die Kirche selbst den Ruf
zur Einheit nicht verwirklichen möchte?
Alt-katholisches Kirchenverständnis vor dem Forum des Neuen Testamentes
Vortrag vor der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen"
Professor Dr. Werner Jiüppers
1. Vorbemerkung:
folgenden Ausführungen versuchen, sich an unsere gemein-
le Verabredung zu halten, nach der zu untersuchen wäre,
wie und warum die einzelnen „Kirchen" ihre Entwick-
gslinie auf dem Wege „von Jerusalem nadi Ephesus" ab-
;igen sehen. Es soll also keine systematische Darstellung der
;nen Lehre über die Kirche und noch weniger eine histo-
he Übersicht über die eigene Entwicklung, sondern eher
i „Apologia pro vita sua", um mit Henry Newmann zu
en, gegeben werden. Deshalb möchte ich das Thema selbst
a so fassen:
Ut-katholisches Kirchenverständnis vor dem Forum des
len Testamentes". Dabei ist noch zweierlei als Vorbemerkung
erwähnen: Einmal, daß es mir am Herzen liegt, nicht ab-
ikt-spekulativ von einem vielleicht nur in der persönlichen
e vorhandenen Kirchenverständnis zu sprechen, sondern
mehr möglichst exakt zu berichten, was tatsächlich im Be-
il der alt-katholischen Bewegung während der Jahrzehnte
1870 über die Kirche geglaubt und ausgesagt wurde:
' nd zweitens:
•h kann nicht verhehlen, daß die Fragestellung selbst un-
IV besonderen theologischen Tradition nicht eigentlich ent-
icht. Wir pflegen nicht, sozusagen von einem isolierten
riftprinzip auszugehen, um die mit seiner Hilfe gewonnenen
sagen dem kirchlicli-dogmatischen Denken entgegenzuset-
. Wir pflegen vielmehr den Zusammenhang mit der Lehr-
lition der Gesamtkirche, besonders aber der Kirchenväter
l der ökumenischen Konzilien, um so die Schrift immer bes-
und sicherer zu verstehen. Es soll hier jedoch in Solidari-
mit den Brüdern in unserer Arbeitsgemeinschaft die Stel-
g der Frage von der Schrift her so gut es geht angenommen
-den. Wir bleiben aber der Ansicht, daß das absolute Ge-
über von Aussage der Hl. Schrift und kirchlichem Denken,
)st wenn es als theologisches Grundgesetz angenommen
re, in derartig summarischen Darlegungen, wie sie in un-
em Kreise allein möglich sind, praktisch kaum zustande
nmen wird.
2. Geschichtliche Übersicht
Oie scheinbare Lösung der alt-kath. Bewegung von der Be-
lung auf die HL Schrift als Basis und verpflichtende Norm:
unächst scheint es nicht nur ein polemisch überspitzter Vor-
rf von römisch-katholischer Seite zu sein, wenn man etwa
en oder lesen kann, die alt-katholische Bewegung sei eine
igeburt des liberalen 19. Jahrhunderts mit seinem optimisti-
en Reformeifer, seinem das religiöse Leben zersetzenden In-
iduaüsmus und seinem engstirnigen Nationalismus, der nicht
•ir in den Kategorien einer völkerumfassenden Universal-
che denken konnte. Es ist ja tatsächlich klar am Tage, daß
gleichen „Zeitgeist" mitspielte, als um 1870 weite Kreise in
che und Öffentlichkeit sich gegen das Vatikanische Konzil
eine „unzeitgemäße Ausgeburt des finsteren Mittelalters"
oben.
lan könnte dann leicht etwa so folgern:
Venu schon die römische Kirche der Konfrontation mit der
ietrübten Lehre der Hl. Schrift über die Gemeinde Jesu
•■isti nicht standhält, wie viel weniger wird dann von einer
>plitterung zu erwarten sein, die sich im Unterschied zur
ormation des 16. Jahrhunderts nicht aus den tiefen Quellen
Hl. Schrift, sondern aus den flachen und schalen Wassern
Zeitgeistes im 19. Jahrhundert nährt! „Liberale Katholi-
„theologische Rationalisten", ja „Kalt-Katholiken" hat
1 dann ja auch in der Polemik die kleine Schar der kirch-
sich zusammenschließenden Oponenten gegen das neue
Vatikanische Doppel-Dogma des Universalepiscopates und der
Lehrunfehlbarkeit immer wieder genannt. So wird z. B. noch
im Jahre 1958 in der sehr ernst zu nehmenden röm.-kath. Zeit-
sdirift „Istina" in einer längeren Untersuchung über das alt-
katholisch-orthodoxe Verhältnis als tiefster Grund für das
NichtZustandekommen einer Sakramentsgemeinschaft zwischen
den genannten Kirchen der theologische Rationalismus auf alt-
katholischer Seite genannt!
Es ist auch nicht zu bestreiten, daß eine große Anzahl von
Beweisstellen aus alt-katholischer Quelle beigebracht werden
könnten, um den gefährlich weitgehenden Einfluß des „Zeit-
geistes" in dieser „Reformbewegung" nachzuweisen. Ja, man
kann leicht summarisch auf die geringe Ernte an geistlicher
Frucht im Leben dieser Kirche und ihrer Gemeinden bis heute
hinweisen, und dann sich zu dem Schluß gedrängt sehen, daß
diese „Kirche" sich vor dem Forum des Neuen Testamentes
jedenfalls als gerichtet erkennen muß! Unkirchlichkeit, Ab-
hängigkeit von staatlicher Stützung, Unsicherheit und Oppor-
tunismus in Lehrfragen, geringes Gebetsleben, Fehlen missio-
narischer Entfaltung und geringer geistlicher Nachwuchs schei-
nen dies alles nur noch handgreiflich zu dokumentieren und
damit müßte dann dieser Bericht eigentlich zu Ende sein.
Was wäre da wirklich noch ernstlich zu sagen, wo es sich
ja gewiß nicht um ein Wortgefecht handeln darf, sondern wo
letzten Endes allein der Beweis des Geistes und der Kraft im
Sinne vom L Kor 2, 4 gelten dürfe!
b) Und doch träfe ein solches Urteil, trotz manchem Augen-
schein, wie wir meinen, am Kern des Geschehens vorbei. Es
würde nur dann zu Recht bestehen, wenn die Bewegung, die
zur Bildung alt-katholischer Bistümer in verschiedenen Län-
dern geführt hat, identisch gewesen wäre oder noch wäre mit
jener Welle aus dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts, die schon
vor dem Vatikanum, vor jetzt 100 Jahren, als sogenannter
„Deutschkatholizismus" die deutschen Lande von Trier bis Kö-
nigsberg durchfuhr und nach wenigen Jahren spurlos ver-
schwand. Die alt-katholische Opposition gegen das Vatikanum
dagegen hat in nun schon mehr als 80 Jahren kirchenbildende
Kraft gezeigt und sich darin eher vertieft als abgeflacht! Zu-
nächst ist hier aufmerksam zu machen auf die charakteristi-
sche Bedeutung der Selbstbezeichnung der sich bildenden not-
kirchlichen Gemeinschaften:
„Christkatholisch" in der Schweiz, „Oude-Rooms-katholike
Klerisei" und dann „Oud-katholike Kerk" in Holland; und dann
„Alt-Katholische Kirche" in Deutschland, Österreich und ande-
ren Ländern. Und dahinter standen, wie der geschichtlich Un-
terrichtete weiß, sehr gewichtige, geschichtliche Einsichten
über das Abweidien der Kirche Roms vom kirchlichen Alter-
tum und dessen größerer Nähe zur Schrift. So gesehen ver-
schiebt sich das ganze Bild in wesentlidien Punkten: Der „Mo-
dernismus", das souveräne Hinweggehen über die alte Über-
lieferung, findet sich grundsätzlich nidit mehr auf der Seite
der alt-katholischen Opposition gegen Rom, sondern auf seilen
der röm. Kirche selbst!
Hiermit berühren wir aber schon den entscheidenden Punkt
unserer ganzen Frage: Durch die Berufung auf das kirchliche
Altertum — erwachsen aus was für Gründen auch immer (z. B.
Romantik, historischer Forschung, Konservativismus usw.) —
durch diese Berufung auf eine in der Geschichte gegebene In-
stanz ergab sich schnell und folgerichtig die Konfrontation mit
der Hl. Schrift selbst. Am unmittelbarsten wird diese Lage
deutlich, wenn man bedenkt, wie die vatikanische Mehrheit
sich auf die bekannten Stellen Matth 16, 18, Luk 23, 24 und Joh
21, 15 als Schriftzeugnisse für das neue Dogma beruft. Hier
führte die Abwehr über die Befragung der Väter und der alten
Konzilien unvermeidlich auf die Prüfung dieser angeblidien
19
Bischof Üemmel und Pfr. Pfister
bei der Weihe der Kapelle in Oberursel
Sdiriftzeugnisse selbst: Mit anderen Worten, die Frage nach
dem Verhältnis von Schrift und Tradition war aufgeworfen.
Die spezifische und konstante alt-katholische Position ist dabei
diese: Es gibt eine ungebrochene Linie der Entfaltung des gött-
lichen Heilswerkes von Jesu Erdenwirken her über die Apostel,
die Urgemeinde zur katholischen Kirche als einer geschichtlich
in Erscheinung tretenden Größe. Im Bild des Weges von Jeru-
salem nach Ephesus ausgedrückt hiefie dies: Es gibt hier legi-
timerweiser überhaupt keine Abzweigung, von der sich eine
heutige einzelne „Kirche" als Kirche Jesu Chrisiti herleiten
dürfte. Der Weg der katholischen Kirche verläuft in einer
ungebrochenen Linie von Jerusalem nach Ephesus und darüber
hinaus in die frühkatholische Kirche! Die Zeugnisse der IIl.
Schrift begründen diese ungebrochene Linie ebenso, wie ihrer-
seits allein in dieser Linie die Schriftzeugnisse recht erkannt
und weiter gegeben werden. Damit ist folgerichtig die Frage
aufgeworfen nach der Verwurzelung der Alten Kirche in der
Schrift einerseits und nach der geschichtlichen Kontinuität
dieser Kirche bis in die Gegenwart andererseits.
Spezifisch alt-katholisch ist es, das Verständnis der eigenen
Kirche in der Linie ungebrochener Kontinuität mit der aposto-
lischen Kirche zu suchen.
c) Die Bedeutung bestimmter Persönlichkeiten, besonders
der Bischöfe und Theologen der ersten Generation, für das ge-
nannte Selbstverständnis.
An vier ausgeprägten Tendenzen und an die entspredienden,
sie verkörpernden Persönlichkeilen ist hier zu erinnern:
Da ist zunächst die historisch-kritische Linie, wie sie sich
glanzvoll in Ignaz von Döllinger, dem Müncliener Meister der
kirchengeschichtlichen Wissenschaft im 19. Jahrhundert, dar-
stellt. Vor allem in dem Werk „Christentum und Kirche" hat
Döllinger, soweit es beim damaligen Stande der Forschung
möglich war, gegen F. Ch. Baur und D. Fr. Strauss, aber auch
gegen bestimmte, besonders von der neueren jesuitischen Theo-
logie vertretene Thesen die legitime und verpflichtende Einheit
von Schrift und Aher Kirche dargestellt. Hier wird der auf
reformatorischer Seite in immer neuen Formen hervortretenden
These vom „Sündenfall der Kirche" und ihrer „Vertreibung
aus dem Paradies des Neuen Testaments" mit grundsätzlichem
hrnsl und historisdi-krilisdier Einsidit widerstanden Dl
einandersetzung über diese Frage ist auch heute noch
beendet und damit das theologische Gewicht des alt
lischen Ansatzes bestätigt.
Neben der historisch-kritischen Linie zeigt sich die
sophisch-spekulative Linie, deren wichtigster Vertreter i
alt-katholischen Kirche in Deutschland ihr zweiter Bischo
Theodor Weber, der frühere Professor für katholische ]
Sophie in Breslau, ist. Hier geht es, von allem Vergän
Zeitbedingten und damit zweifellos heute Überholten
sehen, um die entscheidende Frage: Wieweit vermag di
m-nannte „philosophia perennis" der christlich interpreli
griechischen Philosophien der Reinheit, Einzigartigkeit
Irrationalität der biblischen Offenbarung wirklidi gerec
worden? Es geht um die Problemkreise von Trinität S
fung, Natur und Gnade, Staat und Kirche, Geschichte 'un
fcnbarung. Jedenfalls aber war auch auf dieser Linie ii
alt-katholisdien Bewegung ein Anliegen von bleibende)
cloutung lebendig geworden: Die kritische Überprüfung
1-inilusses philosophischer Begriffe in-
cher Bildung" machte es sich zur Aufgabe, „die Be-
ziehungen zu den Verfechtern der orthodoxen Wahr-
heit im Ausland durch moralische Hilfe zu unterstüt-
zen"^). Es ist auch bemerkenswert, wie bald schon die
alt-katholischen Gemeinden Kontakte zur orthodoxen
Kirche suchten. Schon am 12, Mai 1872 wandte sich
eins der alt-katholischen Komitees an den Sekretär
der genannten Gesellschaft mit der Bitte um Mittei-
lung, unter welchen Bedingungen ein Zusammenschluß
der beiden Kirchenkörper möglich wäre. In der Ant-
wort wurde u.a. ausgeführt: „Damit eine autokephale,
selbständige Kirche, die mit unserer nicht vereinigt
ist, im Westen aufgebaut werden kann, ist es not-
wendig, daß zwischen dieser und unserer Kirche eine
völlige Identität in den Dogmen besteht. Unsere
Kirche kann in dieser Hinsicht kein Zugeständnis
machen. . . . Die Orthodoxie hat den einzelnen Kir-
chen, die zu ihr gehören, nie eine Gleichartigkeit in
den Riten vorgeschrieben. Sie hat immer örtliche Tra-
ditionen und Bräuche geachtet und achtet sie noch,
sofern sie der Lehre der universalen Kirche nicht
widersprechen . . . Was die Kirchenleitung angeht, hat
die orthodoxe Kirche immer und überall die Autono-
mie der regionalen Kirchen zugelassen, insofern diese
Autonomie nicht im Widerspruch zu der grundlegen-
den Organisation der Kirche stand"^).
Die Alt-Katholiken hatten ihrerseits schon auf dem
Kongreß zu München^) und dem Kongr